Die Tridentinische Messe und „diese unverschämten Tradis“


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Als Auflockerung in der recht schwierigen Gnosis-Reihe ein Beitrag, welcher unseren Messalltag betrifft. Sicherlich können sich viele Leser damit identifizieren und somit uns etwas hierzu schreiben.

Im heutigen (2 Mai 2017, am Tag des hl. Athanasius) Blog onepeterfive findet sich ein bemerkenswerter Artikel, welchen der Schreiber dieser Zeilen selbstkritisch auf sich selbst beziehen kann. Auf onepeterfive rezensiert Brian Williams einen Aufsatz, den er in Unam Sanctam et Catholicam gelesen hatte. Auf Unam Sanctam  wiederum wird von zwei anonymen US-Amerikanischen Priestern behauptet, von denen der erste die Tridentinische Messe halb-regulär (semi-regular) opfert, der andere aber es regelmäßig tut, dass die Traditionalisten, diejenigen Katholiken also, die zu diesen Messen fahren, dermaßen: rude – „unverschämt“ und obnoxious – „unausstehlich“ sind, dass der „halb-reguläre“ Priester aufgrund dieser schrecklichen Gemeindemitglieder die öffentliche Messe in Vetus Ordo aufgegeben hatte (er zelebriert weiterhin privat), der andere hingegen denkt daran es hinzuschmeißen. Wie lauten die Vorwürfe dieser Priester an die Tradis:

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Diabolische Narzissten von Ann Barnhardt: Wieder eine Punktlandung! (2 von 3)


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Hl. Johannes Chrysostomus über die Priester

Deswegen ist es sehr wahrscheinlich, dass es die meisten Diabolischen Narzissten (DN) innerhalb der Katholischen Kirche gibt, weil sie das Heiligste ist (mit der himmlischen und leidenden Kirche zusammengenommen), was es in der Schöpfung gibt. Der Schreiber dieser Zeilen kann ohne lange zu überlegen mindestens fünf DNen seiner jetzigen Diözese aufzählen und er fragt sich in der letzten Zeit, ob er überhaupt Geistliche, die nicht narzisstisch waren, nicht unbedingt DN, jemals kennengelernt hatte. Die allermeisten waren sehr narzisstisch.

Macht es das Priestertum sie dazu? Der hl. Johannes Chrysostomus (gest. 407), der sich darüber ebenfalls Gedanken machte, schreibt in seinem Dialog Über das Priestertum sinngemäß:

„Nein, es ist nicht das Priestertum. Es sind sie selbst.“

In den Priesterseminaren, auch in der traditionalistischen Seminaren, wird dieser Dialog, falls überhaupt, nur hinsichtlich der großen Würde des Priestertums gelesen, denn es sind darin solche Sätze wie diese zu finden:

„Denn wenn jemand die außerordentliche Gunst beherzigt, daß ein Mensch, der noch aus Fleisch und Blut zusammengesetzt ist, jenem seligen und reinen Wesen so innig nahe kommen darf, dann wird er erst recht einsehen, welch hohen Ehrenamtes die Gnade des Geistes die Priester gewürdigt hat. Durch sie wird der Opferdienst 1 vollbracht und noch andere Verrichtungen, die diesem in Nichts nachstehen, sowohl im Hinblick auf ihre eigene Würde wie auf unser Heil. Denn Männern, die auf Erden wohnen und hienieden ihrer Beschäftigung nach- gehen, wurde die Verwaltung der himmlischen Schätze anvertraut und ihnen damit eine Machtfülle übertragen, welche Gott weder Engeln noch Erzengeln gegeben hat. Denn nicht zu letzteren ist gesagt worden: „Was ihr auf Erden bindet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr löset, soll gelöset sein“2. Wohl haben auch die irdischen Gewalthaber die Macht, zu binden, aber nur über die Leiber. Das Band der Priester jedoch umschlingt selbst die Seele und reicht bis zu den Himmeln. Was die Priester hienieden auf Erden wirken, das macht wahr Gott oben im Himmel, und es bestätigt der Herr das Urteil seiner Knechte. Was anders hat er ihnen damit gegeben als alle Gewalt über den Himmel? „Denn welchen ihr“, so verkündet er doch, „die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen sie ihr behaltet, denen sind sie behalten“3. Welche Vollmacht könnte größer sein als diese? Das ganze Gericht hat der Vater dem Sohne übergeben4; dasselbe ist nun, wie ich sehe, vollständig vom Sohne den Priestern übertragen worden. Als wären sie schon in den Himmel versetzt, als hätten sie die menschliche Natur abgelegt, als wären sie unserer Leidenschaften ledig, so hoch, zu solcher Würde wurden sie erhoben.[1] (Über das Priestertum, Buch. III, Kapitel 5.)

Dies ist auch sehr wohl war, aber es gibt auch die Kehrseite, welche diejenigen zur Schau stellen, welche dieser Würde nicht gerecht werden:

„In erster Linie ist zu nennen als die gefährlichste [für die Priester Red.] von allen die Klippe der Ehrsucht, verderbenbringender als die Klippen1, von denen die Sagendichter2 zu fabulieren wissen. Viele haben allerdings die Kraft besessen, an dieser Klippe glücklich vorbeizuschiffen und unversehrt zu entrinnen; für mich aber ist die Ehrsucht etwas so Gefährliches, daß nicht einmal jetzt, wo doch nicht die geringste Notwendigkeit mich jenem Abgrunde zutreibt, ich mich von dieser unseligen Leidenschaft rein zu halten vermag. Wenn man nun mir gar dieses hohe Amt anvertrauen würde, so bedeutete das ungefähr ebenso viel, als man bände mir beide Hände auf den Rücken und lieferte mich den auf jener Klippe hausenden wilden Tieren aus, um mich täglich von ihnen zerfleischen zu lassen. Was sind das jedoch für Tiere?

Zorn, Mutlosigkeit, Neid, Zank, Verleumdungen und andere Beschuldigungen, Lüge, Heuchelei, hinterlistige Nachstellungen, Verwünschungen3 gegen Menschen, die uns gar kein Unrecht zugefügt haben, Schadenfreude über das ungebührliche Benehmen der Mitpriester, Trauer über glückliche Tage des Nebenmenschen, Ruhmbegierde, Ehrsucht — und diese ist es, die vor allem die menschliche Seele sich direkt ins Verderben stürzen läßt —, Unterweisungen, die bloß gerichtet sind auf irdisches Vergnügen, sklavische Schmeicheleien, unwürdige Lobhudeleien, Verachtung der Armen, Wohldienerei gegen die Reichen, unvernünftige Ehrenbezeigungen und schädliche Gunsterweisungen, die in gleicher Weise Gefahr bringen sowohl ihren Urhebern wie ihren Empfängern, knechtische Furcht, wie sie nur den gemeinsten Sklaven eignet, Unterdrückung der Freimütigkeit, auffallend außerer Schein von Demut, die in Wirklichkeit nirgends vorhanden ist. Gänzlich unterläßt man es einzuschreiten und zurechtzuweisen, oder vielmehr man wendet dergleichen nur gegen die niedrigen Volksklassen an, und zwar über das gerechte Maß hinaus, während man denen gegenüber, die mit Macht bekleidet sind, nicht einmal die Lippen zu öffnen wagt. Alle diese Tiere, ja noch mehr der Art nährt jene Klippe, und wer einmal in ihre Klauen geraten ist, der wird unfehlbar in solche Knechtschaft hinabgezogen, daß er sogar den Frauen zu gefallen oftmals vieles tut, was sich nicht einmal schickt, genannt zu werden. Zwar hat das göttliche Gesetz die Frauen von dem Kirchendienst ausgeschlossen 4, aber sie suchen sich gewaltsam einzudrängen, und da sie von sich selbst aus nichts auszurichten vermögen, so setzen sie alles durch andere ins Werk. Ja sie besitzen eine solche Macht, daß sie nach eigenem Gutdünken Priester aufnehmen und absetzen, so daß das Obere nach unten gekehrt wird und deutlich sich hier das Sprichwort bewahrheitet: Die Untergebenen führen ihre Gebieter. Und wenn doch es noch Männer wären! Aber Weiber sind [S. 151] es, denen es nicht einmal gestattet ist, zu lehren 5. Was sage ich, zu lehren? Nicht einmal zu reden 6 in der Versammlung, hat ihnen der selige Paulus erlaubt. Ich habe jedoch jemanden erzählen hören, man habe den Frauen eine solche Redefreiheit gewährt, daß sie den Kirchenvorstehern gar mit Vorwürfen begegnen und sie heftiger anlassen als die Herren ihre eigenen Sklaven.“ (Über das Priestertum, Buch. III, Kapitel 9)

„Es möge aber niemand glauben, daß ich alle Priester mit den genannten Beschuldigungen belasten will. Denn es gibt deren, ja es gibt deren viele, die diesen Netzen glücklich entronnen sind; es sind ihrer sogar mehr als solche, die sich haben verstricken lassen. Noch weniger möchte ich dem Priestertume selbst die Schuld für diese Übel beimessen. Niemals werde ich so wahnsinnig sein. Denn alle verständigen Menschen betrachten diejenigen, welche die von Gott verliehenen Gaben nicht zu dem richtigen Zwecke gebrauchen, als die Schuldigen und bestrafen sie, niemand jedoch macht das Eisen verantwortlich für die vorkommenden Mordtaten oder den Wein für die Trunkenheit, niemand die Stärke für die Gewalttat oder die Tapferkeit für die unvernünftige Tollkühnheit. Vielmehr kann umgekehrt das Priestertum mit Recht gegen uns Klage erheben, wenn wir es nicht richtig verwalten. Denn nicht das Priestertum selbst ist schuld an den von mir genannten Übeln, sondern wir beschmutzen es, soweit es auf uns ankommt, mit solchen Flecken, indem wir es den ersten besten Personen anvertrauen. Diese nehmen gar bereitwillig das angebotene Amt an, ohne vorher ihre eigene Seele kennen gelernt und die schwere Last des Amtes beachtet zu haben. Wenn sie aber zu einer praktischen Tätigkeit kommen sollen, tappen sie in der Finsternis ihrer Unerfahrenheit herum und richten unter den ihnen anvertrauten Gläubigen unsagbares Unheil an.“ (Über das Priestertum, Buch. III, Kapitel 10)

Hier schreibt also ein Heiliger, ein Kirchenlehrer und Kirchenvater aus der guten, alten, vorkonziliaren Zeit und zwar gegen das Ende des vierten Jahrhunderts. Wenn man sich den ganzen Dialog Über das Priestertum durchliest, so sieht man, dass er einerseits sehr heilig, andererseits sehr realistisch ist und wirklich mit der Kritik nicht spart. Es hatte schon also immer schon Diabolische Narzissten in der Kirche gegeben, denn der Teufel hatte es schon immer versucht die Kirche von innen heraus zu unterwandern. Der hl. Johannes Chrysostomus ist selbst das Opfer einer klerikalen Intrige geworden und ist qualvoll auf dem Weg zu seiner Verbannung gestorben. Sein Tod beweist also, dass er recht hatte.

[1] https://www.unifr.ch/bkv/kapitel406-4.htm

Priesterhilfe aber wie? (4) Der Ausweg: Die Abtötung.


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Die jetzige Priestergeneration – ein aussichtsloser Fall.

Bevor wir uns hier der vierten und letzten Säule des geistlichen Lebens, sprich der Abtötung, widmen werden, so sei an dieser Stelle gesagt, dass wir vorerst die Rubrik „Priesterhilfe“ nicht länger fortführen werden, weil wir glauben, dass wir unsere begrenzten Kräfte dort einsetzen sollen, wo es noch etwas hilft und zwar: bei den Nicht-Priestern und bei den Noch-Nicht-Priestern. Die Schon-Priester sollen sich selbst helfen, da sie wirklich, wie wir alle auch, über ausreichend Standesgnade verfügen, sowie über eine Ausbildung, die sie wohl oder übel erhalten haben. In einem Kriegslazarett, mit dem Papst Franziskus gerne die Kirche vergleicht und womit er wohl sich selbst und den Jesuitenorden meint, werden auch, aufgrund der begrenzten Mittel und der übermüdeten und übernächtigten Ärzte und vor allem Chirurgen auch zuerst diejenigen Patienten verarztet, bei denen noch Hoffnung auf Genesung besteht und nicht diejenigen, die ohnehin sterben werden. So hart es auch klingt, aber die jetzige, nachkonziliare im Sinne von der Konzilstheologie geleitete, Priestergeneration muss aussterben, bevor sich innerkirchlich etwas zum Guten wendet. So ist es auch immer in der Kirchengeschichte gewesen, dass einfach eine „biologisch Lösung“

  • bei den Nikolaiten, also bei den im Konkubinat lebenden Priester, zurzeit der Gregorianischen Reform,
  • bei den Simmoniten, also bei den Priestern und Bischöfen, die sich Kirchenämter kauften ebenfalls zurzeit der Gregorianischen Reform,
  • bei dem degenerierten Klerus der Zeit der Tridentinischen Reform

folgen musste. Diese Lösung wird auch jetzt folgen und mit der freundlichen Unterstützung des Islams beschleunigt werden.

Alle Heiligen und Ordensgründer wurden ja nicht von den Heiden bekämpft, sondern von ihren priesterlichen Mitbrüdern. Ja, die Heiden sind nicht so schlimm wie die eignen Leute. Das Ausmaß der priesterlichen Verkommenheit ist immer wieder erschütternd, wenn man damit konfrontiert wird, aber wer hat Christus mittels einer klerikalen Intrige den Römern überliefert? Die Hohenpriester und die Priester, welche, obwohl sie sich darüber bewusst waren, dass sie einen unschuldigen Menschen zum Tod verurteilen, dennoch auf ihre kultische Reinheit achteten und deswegen sich scheuten unter das Dach eines römischen Beamten zu treten. Ja, es ist höchst pharisäisch und verquer, aber auch im höchsten Maße klerikal. Weil der Teufel so viele Menschen durch schlechte Priester verderben kann, siehe Papst Franziskus und sein Pontifikat Amoris Laetitia, Mitis Iudex,[1] Vultum Dei Quaerere. Es ist wirklich ein hartes Brot sich psychologisch zu vergegenwärtigen und damit abzufinden, dass Männer, d.h. der Papst, die Kardinäle, die Bischöfe und die Priester, deren Aufgabe es ist die Kirche hochzuhalten, vorhaben diese zu zerstören und zu verderben, damit es sich ihnen in ihren Sünden leichter leben lässt. Sie nennen diesen Vorgang seit 50 Jahren die Reform. Wirklich alle? Vielleicht nicht alle, aber fast alle, was man nach der absolut ausbleibenden Empörung über

  • Amoris Laetitia,
  • Mitis Iudex,
  • Vultum Dei Quaerere

entnehmen kann. Entweder verstehen es unsere Geistlichen nicht, worum es sich in diesen Dokumenten handelt, sie haben also kein theologisches Wissen und kein sensus fidei oder es ist ihnen schlichtweg egal. Der ausbleibende Aufschrei ist keine Schwarzseherei des Autors dieser Zeilen, sondern leider die statistische Wahrheit. Er kann leider nur positiv über Priester denken oder sich Hilfestellungen für sie ausdenken, wenn er keine kennenlernt, denn der Realitätstest ist dermaßen verheerend, dass er wirklich längere Zeit braucht, um sich davon geistlich zu erholen. Ja, es ist wirklich schlimm!

Je selbstzufriedener ein Priester mit sich selbst und je narzisstischer er ist, desto mehr können Sie davon ausgehen, dass er seine Gemeinden sehr effizient zugrunde gerichtet hatte. Es ist eine Verblendung, die immer mit der schweren Sünde einhergeht. Unglauben und Häresie sind aber schwere Sünden, welche von der Kanzel her viele, viele Seelen verderben. Ein guter Priester (denn es gibt auch solche), der sich lange um Alkoholiker und ihre Familien kümmerte und seit 2000 als Exorzist tätig ist, hatte einmal bemerkt, dass der Teufel alle Todsünder so verblendet, dass sie nicht nur ihre eigene Sünde nicht als solche sehen (denn die Trunkenheit ist zuerst eine schwere Sünde, bevor sie im letzten Stadiums des Alkoholismus tatsächlich zu einer „Krankheit“ wird), sondern sie sind auf diese Sünde noch irgendwie stolz. In diesem Kontext kommt einem eine Passage aus „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ in Erinnerung, in der Christiane F. schreibt, dass sie selbst und ihre Freunde, die sich prostituierten, um den Drogenkonsum zu finanzieren, darauf tatsächlich stolz waren, dass sie mit 14 oder 15 Jahren mehr durch Prostitution im Monat verdienten als manch Arzt oder Anwalt. Deswegen schauten sich auch auf die unwissende Masse herab. Es stimmt also: zuerst kommt die Verblendung und dann der Stolz. Wenn sich der Schreiber dieser Zeilen die unsägliche Selbstzufriedenheit der Priester seiner Diözese anschaut, dieses gegenseitige Schulterklopfen bei Pfarrern, die innerhalb ihrer Amtszeit zwischen 40 % und 50% der Kirchgänger verloren haben, aber sich nichts daraus machen, weil es nicht an ihnen, sondern an der „Säkularisierung“ liegt, wenn er die von Selbstzufriedenheit strotzenden Verlautbarungen der DBK überfliegt, welche wieder einmal stolz darauf ist, dass mehr Menschen als je zuvor die Kirche verlassen haben, wenn er schließlich an den Stolz und die Selbstzufriedenheit der Piusbrüder denkt, welche sich wirklich darüber freuen, dass die Amtskirche kollabiert, während sie selbst sich in dem, wie sie meinen, Hafen der wahren vorkonziliaren Lehre sicher wissen und ihre eigene priesterlichen Wichtigkeit zur Schau stellen, dann wird dem Schreiber dieser Zeilen nicht nur übel, sondern wirklich Angst und Bange, weil wirklich niemand an die vielen, vielen Seelen denkt, die verloren gehen. Das Priestertum ist doch kein Selbstzweck. Es ist ein soziales Sakrament, ein Sakrament, welches hauptsächlich der Heiligung der Anderen dienen soll. So zählt hier wirklich nicht nur „das Leben der Anderen“, sondern „das Heil der Anderen“.  Wie sagte es doch der Hl. Vinzenz a Paulo, der auch mit vielen Priestern seiner Zeit Kontakt hatte:

Es ist unmöglich in der Schlechtigkeit verstockte Priester zu bessern, denn ein schlechter Priester bekehrt sich fast nie. Um ein Mittel zur finden den Klerus zu erneuern, muss bei denen anfangen, die erst geweiht werden sollen und nicht bei denen, die bereits geweiht worden sind.[2]

Es hört sich sehr bitter an, aber es sind die vorkonziliaren Erfahrungswerte eines Heiligen, der mit einem langen Leben gesegnet wurde. Warum sollte es denn heute anderes sein?

Ein Priester, der das Ausmaß derzeitigen Katastrophe, welche gern als „Kirchenkrise“ apostrophiert wird, erkennt, müsste wie der Pfarrer von Ars für seine Beichtkinder und Gemeindemitglieder sich Abtötung und Buße tun, was er auch tatsächlich mehrere Jahre lang tat, bevor er tätig wurde und bis zum Lebensende nicht unterließ.

Es ist leider nicht so, dass ein traditionalistischer Priester, der die Alte Messe liest, einen schwarzen Priesterrock trägt und vielleicht ein wenig mehr Ahnung von der Theologie hat als sein Amtsbruder in der Amtskirche, automatisch heilig und von den Angriffen des Teufels geschützt ist. Dem ist leider nicht so und „wer zu stehen glaubt, schaue zu, dass er nicht falle“ (1 Kor 10,12).

Wie kann man nicht fallen oder über die Abtötung.

Indem man sich abtötet. Was bedeutet das? Unangenehmes auf sich nehmen und/oder um der Liebe Christi Willen ertragen. Der Schreiber dieser Zeilen liest zurzeit ein interessantes Buch, dessen Inhalt er hier sicherlich nach und nach wiedergeben wird. Es handelt sich um das Werk von Jean-Joseph Surin SJ Triomphe de l’amour divin sur le puissances de l’Enfer etc Science expérimentale des choses de l’autre vie 1653-1660 auf Deutsch in etwa mit Der Triumph der göttlichen Liebe über die Mächte der Hölle etc. Die experimentelle Wissenschaft über die Wahl des anderen Lebens zu übersetzen. Das Buch ist in einer neuen Ausgabe auf Französisch erhältlich und im Internet in anderen Ausgaben online einzusehen.[2] Einige Werke von Pater Surin SJ wurde auch ins Deutsche übertragen, dieses Buch aber ist, soweit wir wissen, nicht online präsent. Im Triumph der göttlichen Liebe wird eine sehr interessante Aussage eines Dämons publiziert, welcher angibt, wie er die Seelen der Geistlichen verführt und zu Fall bringt.[3] Wir werden diese Aussage aus dem Französischen übersetzen und hier veröffentlichen, weil sie jegliches spirituelles Leben betrifft und darüber hinaus sehr tiefgehend und fundiert ist, wie das ganze Buch auch. Falls einige unserer Leser Probleme mit

  1. Der Existenz der Dämonen,
  2. Der Annahme der dämonischen Belehrungen während eines Exorzismus haben,

dann können sie sich als Hilfestellung vorstellen, dass es sich um ein asketisches Traktat handelt, in welchem der Autor, um bestimmte theologische Inhalte zu vermitteln, sich der Figur eines Dämons bedient. Wir glauben allerdings, dass diese Aussage wahr ist, denn so intelligent und fromm ist kein Mensch, sondern ein gefallener Engel, obzwar mit umgekehrten Vorzeichen. Wir wollen der eigentlichen Übersetzung nicht vorgreifen, sondern hier nur das Wichtigste wiedergeben. Wann sind die Dämonen machtlos? Wenn man:

  • Betet (l‘oraison),
  • Sich verdemütigt (l’humilité),
  • Bußwerke (la pénitence) verrichtet.[4]

Denn wir kommt es zum Fall? Zuerst erfolgt die Versuchung, also die Einflüsterung des Teufels, der man willentlich nachgibt und dann erfolgt die Sünde. Denn die Versuchung selbst ist noch keine Sünde. Der Dämon, mit dem Namen Leviathan, sagt aber, dass alle Versuchung auf dem Weg der Sinne erfolgt,[5] was auch theologisch stimmt. Warum? Weil wir seit dem Sündenfall gegen eine dreifache Konkupiszenz oder Begierlichkeit ankämpfen:

Omne quod est in mundo concupiscentia carnis est et concupiscentia oculorum et superbia vitae. (1 Joh 2,16)

Alles, was auf der Welt ist, ist die Begierlichkeit des Fleisches, die Begierlichkeit der Augen und der Stolz des Lebens (1 Joh 2,16)

Und deswegen muss man:

  • das Fleisch,
  • die Augen
  • und den Stolz abtöten.

Dies ist die klassische katholische Asketik, vielerorts dargestellt,[6] für welche man sicherlich keinen Dämon zu bemühen braucht. Dennoch sind die erzwungenen Bekenntnisse der Gegenseite sehr interessant, weil sie die genuin katholische Asketik bestätigen. Und so sagt Leviathan:

„Wir [die Dämonen] verlieren alle unsere Rechte durch die dreifache Wahl [des Gläubigen] und zwar durch das Gebet, die Demut und die Buße.“[7]

Damit uns also der Dämon weniger versucht, müssen wird unser Inneres weniger dämonen-freundlich machen und unsere äußere Umgebung, d.h. die Räume, in denen wir uns aufhalten, dadurch auch. Warum? Weil es von Innen nach Außen wirkt. Wenn es immer irgendwelche Tiere zu Ihrem Komposthaufen zieht oder Sie in ihrer Wohnung von anderem „Gewürm“ heimgesucht werden, dann bedeutet es schlicht und einfach, dass Sie irgendwelche Essensreste herumliegen lassen, weil die Tiere umsonst auch nicht kommen. Genauso ist es mit den Dämonen. Sie treiben ihr Unwesen der Versuchung dort, wo sie ein leichtes Spiel haben und dort, wo man weder den Leib, noch die Augen, noch den eigenen Stolz abtötet. Wenn man die Sümpfe nicht trockenlegt, dann wird die Mückenplage irgendwann einmal so groß werden, dass fast jeder an Malaria erkrankt. Reduziert man die Mücken, so reduziert man die Malariagefahr. Soweit, so gut, aber kann man denn überhaupt ohne Versuchungen leben? Nein, leider nicht. Die Dämonen geben bis zum unseren letzten Atemzug nicht auf und suchen immer neue Wege uns zu Fall zu bringen. Die Versuchungen sind auch immer proportional zum geistlichen Wachstum, weil Gott nicht zulässt, dass wir über unsere Maßen versucht werden (1 Kor 10,13). Andererseits belässt Gott uns die Dämonen sozusagen als Sparringpartner, denn ohne Fleiß  – kein Preist und viel Feind- viel Ehr. Man wird also niemals Ruhe vor Versuchungen haben. Dennoch sollte man sich durchaus darum bemühen es das Leben den Dämonen schwerer zu machen, denn wenn die uns ärgern, dann ärgern wir sie auch.

Deswegen ist es sehr wichtig hinter allen Anfeindungen seitens der Menschen den eigentlichen Urheber, den Dämon, zu sehen, der sich in diesem Moment dieses Menschen bedient. Christus sagte ja auch zu Petrus: „Geh hinfort Satan …” (Mt 16, 23) und zwar nicht deswegen, weil Er als Gott-Mensch nicht Satan von Petrus unterscheiden konnte, sondern deswegen, weil sich Satan Petrus in diesem Augenblick bediente. Wenn also die Anklagen, die wir in unserem Alltag zum Hören bekommen wirklich jedes menschliche Maß überstreiten, so liegt die Vermutung nahe, dass sich eine fremde Intelligenz dieses Menschen bemächtigt hatte und man diese Aussagen per Umkehrschluss interpretieren sollten. Wo mehr Widerstand und Hass vorliegt seitens des Dämons vorliegt, umso sicherer liegt dort der Weg der Heiligung. Der Teufel zeigt uns also wie dem Exorzisten selbst den Weg. Wo er am meisten schreit und sich wehrt, dort soll man ansetzen.

Um auf das Thema der Asketik zurückzukommen, so kann man sich auch hier fragen, was seit dem Konzil am meisten verlacht und aufgegeben wurde? Die körperliche Abtötung, natürlich. Die „Leibesfeindlichkeit“ und die „Sexualfeindlichkeit“, welche uns unsere modernen Geistlichen und die Pastroralreferentinnen vorhalten, falls sie überhaupt diese Themen anschneiden. Wodurch haben sich fast alle Orden zerstört und zum Rand der Selbstauflösung gebracht? Jawohl, durch die Aufgabe der Abtötung und der Buße. Es stimmt wirklich, dass die Dämonen, wie Leviathan in Loudun sagte, es besonders auf geistliche und Gott geweihte Menschen absehen und diese Menschen die stärkeren Versuchungen haben. Und deswegen haben schon die Wüstenväter das Gegenmittel der Abtötung entwickelt. Außer dem ersten Mittel des Gebets, wollen wir hier kurz die Verdemütigung und die Abtötung besprechen.

Ad 2. Die Demut oder die Verdemütigung

Es ist wichtig nicht nur in Demut bestimmte Anklagen und Angriffe auszuhalten, ohne seinerseits entgegen zu giften, sondern auch aktiv sich zu verdemütigen. Wenn uns jemand vorwirft:

Sie können weder Lesen noch Schreiben. Sie haben von Tuten und Blasen keine Ahnung!

Dann sagen wir einfach:

Genauso ist es. Danke, dass Sie mich darauf aufmerksam machen!

Diesem Menschen werden jegliche Argumente aus der Hand fallen, aber was wichtiger ist, der Dämon, der dahinter steht, wird ihn nicht mehr auf diese Art und Weise versuchen.  Ferner ist es wichtig bestimmte Tätigkeiten zu suchen, welche für uns persönlich mit Demütigung verbunden sind. Den einen widert das Abwaschen an, den anderen das Putzen der Toilette. Dann soll man gerade das suchen, wo wir uns mehr überwinden und demütigen müssen. Andere brauchen es nicht mitzubekommen. Es geht um den eigentlichen Feind – den Dämon. Manchmal hilft es zu denken:

Das halte ich noch aus, denn das wird dem Dämon „das Genick brechen“.

Und interessanterweise ändert sich die Situation, wie im Handumdrehen und der Zorn, der Hass, die Angst oder all das, was dämonisch bewirkt, wir selbst an uns oder in uns spüren, verfliegt im Nu. Jeder von uns hat zahlreiche Möglichkeiten sich zu verdemütigen und erfährt auf diesem Wege, dass die spirituellen Anfechtungen viel weniger werden.

Ad 3. Die Buße oder die Abtötung

Unter Abtötung oder den Bußakten versteht man all das, was unserem Körper züchtigt und unangenehm ist. Zu den klassischen Mitteln gehört:

  1. Das Fasten
    1. Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, wie Fleisch
    2. Verzicht auf gewisse Menge
    3. Fasten nur bei Brot und Wasser
  2. Nachwachen
    1. Eine ganze Nacht durchbeten
    2. In der Nacht aufstehen, um zu beten
  3. Auf dem nackten Boden schlafen
    1. Weniger bequem schlafen
  4. Bußgürtel
  5. Geißelung
  6. Andere körperliche Züchtigungen

Wir würden an dieser Stelle von d. und e. (noch?) abraten, da man dafür Anleitung braucht. Aber alle Heiligen haben diese Mittel erfolgreich praktiziert, natürlich nicht dauernd, sondern ab und zu. Es sind also erfolgreiche Mittel der Dämonenbekämpfung oder die Mittel der weniger dämonen-freundlichen Gestaltung unserer Umwelt. Menschen, die an Umsessenheit (obsessio) oder Besessenheit (possessio) leiden, sollten diese Mittel, natürlich mit Gebet verbunden, praktizierten und zu sehen, ob sie eine Verbesserung erfahren. Es sollte helfen, denn von nichts kommt nichts, im geistlichen Leben auch. Der Schreiber dieser Zeilen hat, ohne hier alles breittreten zu wollen, leidet seit einigen Jahren fast immer Alpträume, obwohl sein äußeres Leben in sehr geregelten Bahnen verläuft und er keinen bis wenig Stress hat. Obwohl er in Zeiten einer sehr großen Anspannung er sehr gut schlafen konnte, bekam er in der letzten Zeit Probleme die Nächte durchzuschlafen und zwar nicht aufgrund der Schlaflosigkeit, an der er nicht leidet, sondern aufgrund der wirklich grauenhaften Träume, von denen der meistens gegen 3 Uhr nachts aufwachte und erst bei Sonnenaufgang wieder sehr tief einschlafen konnte. Er ist dann von selbst darauf gekommen, aufzustehen und das Matutin halblaut zu beten, worauf von einem Tag auf den anderen sich die Schlafprobleme legten, was bei somatischen Beschwerden und objektiven äußeren Dauerstress wohl nicht eingetreten wäre. Er kennt also die Umrechnung: eine Nachtwache – ein Monat Ruhe und danach muss man leider wieder eine Nachwache halten, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Die Dämonen können leider in der Nacht mehr, als zu Tageszeiten und deswegen sollten wir uns auch mehr Mühe geben.

Ja, meine Damen und Herren, das geistliche Leben ist eben ein Kriegsdienst, denn wir kämpfen:

  • gegen das Fleisch,
  • gegen die Welt und
  • gegen die Dämonen.

Gegen die Letzteren sind wir erfolgreich, wenn wir das Fleisch züchtigen und uns von der Welt fernhalten, dann können die Dämonen viel weniger gegen uns ausrichten, weil sie kaum Platz finden, wo sie „andocken“ können. Dies hat die ganze Asketik der Kirche genauso gesehen und wenn man darüber weiß und es praktiziert, dann erlebt man am eigenen Leibe und an der eigenen Seele, wie erfolgreich diese Vorgehensweise ist.

Das vierte und letzte Fundament des priesterlichen Lebens ist also die dauernde Abtötung. Obwohl wir kaum glauben, dass sich die jetzigen Priester, die dies eventuell lesen, dies zum Herzen nehmen werden, so schreiben wir es für die kommenden Priestergenerationen, welche nach dem Niedergang des nachkonziliaren Priestertums irgendwann einmal auftauchen werden. Denn Gott wird uns schon nicht alleine lassen.

[1] http://rorate-caeli.blogspot.com/#uds-search-results

[2] https://books.google.de/books?id=N8Ii1gm4ShEC&redir_esc=y

[3] In dieser Onlineausgabe https://books.google.de/books?id=N8Ii1gm4ShEC&printsec=frontcover&hl=pl&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false handelt es sich um das fünfte Kapitel, also um die Seiten von 36 bis 49.

[4] Surin Jean-Joseph, Triomphe de l’amour divin sur le puissances de l’Enfer etc Science expérimentale des choses de l’autre vie 1653-1660, Grenoble : Million 1990, 73. Hier ist es die Seite 37 : https://books.google.de/books?id=N8Ii1gm4ShEC&printsec=frontcover&hl=pl&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q=penitance&f=false

[5] Surin, Triomphe, 72.

[6] Vgl. Adolphe Tanquerey, Precis de Theologie Ascetique et Mystique, Paris 1924, 133-145.

[7] Surin, Triomphe,73. Onlineausgabe S. 37.

Priesterhilfe aber wie? (3) Der Ausweg: das Alte Brevier.


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Altes Brevier als geistlicher Aufbau

Die nächste Säule Ihrer priesterlichen Identität besteht aus dem Breviergebet. Nein, nicht aus dem Gebet überhaupt, sondern aus dem Breviergebet. Wir haben hier zum Breviergebet mehr als einen Beitrag verfasst, denn Sie sich durchlesen können. Das eigentliche Ziel des Breviergebetes besteht darin ständig zu beten. Denn nach dem Breviergebet ist vor dem Breviergebet. Diese Grundregel und Erfahrung gilt aber nur für das Alte Brevier, also wenigstens das aus dem Jahre 1962, welches Sie aufgrund von Summorum Pontificum kirchenrechtlich legal beten dürfen. Aber bitte alles, dies bedeutet nicht sich die Horen aussuchen, wie beim Neuen Brevier, sondern:

  • Matutin
  • Laudes
  • Prim
  • Terz
  • Sext
  • Non
  • Vesper
  • Komplet

Es wird alles in allem 1,5 Stunden dauern, wobei die Matutin zusammen mit der Laudes, als das längste Nach/Tagesgebet gebetet werden.  Wir schlagen vor, dass Sie zuerst mit dem Brevier von 1962 anfangen und es wenigstens zwei Jahre lang täglich beten und wenn Sie kaum Latein können noch länger. Wir halten zwar das Tridentinische Brevier für das Beste, aber Sie als Priester müssen die kirchliche Gesetzgesetzgebung beachten, wonach das Beten dieses Breviers seit 1911 nicht mehr gestattet ist. Sie werden schon aber durch das Brevier von 1962 einen anderen Rhythmus entdecken und natürlich eine andere Sprache. Sie werden feststellen, dass die Psalmentexte der Vulgata sich wesentlich von den Texten Ihres deutschen Breviers unterscheiden, welche aus der Neo-Vulgata übersetzt wurden. Natürlich zum Nachteil und wieder verwässert und entsakralisiert. Sie werden auch erfahren, dass Sie zuerst recht nervös an die nächste Hore denken werden, um sie nicht zu verpassen, mit der Zeit aber gelangen Sie in einen Gebetsrhythmus, indem man die Gebetszeiten wie kleine Inseln bei dem fließenden Tagesablauf erlebt. Keine Zeit zu haben, ist natürlich immer eine Ausrede, die man dann einsetzt, wenn man keine Prioritäten setzen will. Sie als Priester sind zum täglichen Gebet sub grave, also unter schwerer Sünde verpflichtet, obwohl, wenn man es wirklich nicht kann, weil man beispielsweise 10 Stunden am Tag die Beichte hört oder wallfahrtet, es durch andere Tätigkeiten ersetzt werden kann. Aber welcher Priester in den deutschsprachigen Landen hört schon 10 Stunden am Tag die Beichte? Die meisten beten ja überhaupt nicht, weil sie keine Lust haben. Was aber wirklich interessant ist, ist die Tatsache, dass die vorkonziliaren Breviere wirklich viel weniger langweilig sind als das nachkonziliare aus dem Jahre 1970, sodass das Gebet wirklich viel weniger Überwindung kostet, wenn man natürlich ausreichend Latein kann, um die Inhalte zu verstehen.

Der Schreiber dieser Zeile hat seine Freude am Alten Brevier entdeckt, die ihm seit 2012 nicht vergangen ist, das Neue Brevier hat er seit 1989 bis 2011 gebetet, was leider recht öde war. Wahrscheinlich wurde es so konzipiert, dass es einen anödet. Die Dämonen wissen halt Bescheid und die Menschen, die von ihnen inspiriert werden auch, denn wie anders ist es zu erklären? Der Schreiber dieser Zeilen freut sich immer auf seine Matutin-Lesungen, die bei den Heiligenfesten im Tridentinischen Brevier, wenigstens bei der zweiten Nokturn immer anders sind. So lernt man die Heiligenlebensläufe kennen, die man nachahmen kann. Es ist wirklich eine andere spirituelle Welt, die sich das einem vorwiegend geistlich und nicht nur intellektuell anrührt. Wenn man an irgendeinem Tag nicht in der Lage ist alle Horen zu beten, so fühlt man am nächsten Tag als wäre man dehydriert und sozusagen geistlich ausgetrocknet. Interessanterweise hat man nach dem Brevierbeten nicht genug, sondern man verbleibt sozusagen im Gebetsmodus und kommt leicht in die Betrachtung, wahrscheinlich deswegen, weil man sich warmgebetet hatte. Man braucht sich weniger zu sammeln, weil man gesammelt bleibt. Obwohl der Schreiber dieser Zeilen wenigstens seit seinem 15 Lebensjahr regelmäßig, d.h. mindestens 20 Minuten am Tag betet, ein Pensum, welches vor dem Brevierwechsel im Jahre 2012 tatsächlich bis auf 3 Stunden täglich angewachsen ist, so hatte er diese Erfahrungen vor dem Alten Brevier nicht. Es liegt, so glaubt er, tatsächlich an dem Brevier und nicht an ihm. Wir laden deswegen andere dazu ein das Experiment Altes Brevier zu starten, um die Erfahrungen irgendwie statistisch auszuwerten. Sie müssen sich als ein nachkonziliarer Priester im Klaren darüber sein, dass Sie weder in Ihrer Seminarzeit die richtige geistliche Ausbildung, die intellektuelle natürlich auch nicht, erhalten haben, um Ihre priesterliche Identität zu wahren und zu entwickeln, noch die richtigen Gnadengaben der richtigen Messe und des richtigen Breviers zur Verfügung haben. Non progredi est regredi – kein Fortschritt ist Rückschritt.

Der Schreiber dieser Zeilen hat sich wirklich lange gefragt, warum die nachkonziliare theologische Literatur dermaßen flach, infantil und verweltlich ist, obwohl manche der Autoren es wirklich gut meinen. Warum erreicht sie nicht die Qualität der früheren Werke? Die Antwort ist recht einfach, weil man durch die Neue Messe und das Neue Brevier nicht ausreichend Gnadengaben erhält, um auf eine Stufe des Übernatürlichen zu gelangen, auf der man die Glaubenswahrheiten, platonisch ausgedrückt, schaut. Wenn man aber sieht, wie die Maschine als solche konstruiert ist, dann kann man ihre Einzelteile gekonnt zusammensetzen. Kann man denn diesen Mangel nicht anders kompensieren, z. B. mit Rosenkranz oder eucharistischer Anbetung? Scheinbar nicht, denn der Schreiber dieser Zeilen hat es irgendwie intuitiv mehrere jahrzehntelang versucht. Neulich hatte er eine kleine Auseinandersetzung mit einem Priester auf einem katholischen Portal, der erstens überhaupt keine Ahnung über die angefragte Materie hatte, Handbuchwissen wiedergab und den Schreiber dieser Zeilen recht demütigend von oben herab behandelte. Auch wenn die Demütigung gut ist, so ist die priesterliche Inkompetenz es nicht. Der Schreiber dieser Zeilen fragt sich immer noch recht naiv, wie man 70, 80 oder älter sein und z.B. über 50 Jahre geweiht sein kann und dermaßen keinen spirituellen Tiefgang aufweisen kann. Wie kann man dermaßen narzisstisch von sich eingenommen sein, dermaßen mit sich selbst nachsichtig sein, inkompetent und überheblich? Man ist doch für all die anvertrauten Seelen, also für alle Menschen, die sich an einen richten vor Gott verantwortlich, da man, im Gegensatz zu einem Laientheologen, in persona Christi handelt? Wissen die den nicht, dass Sie für all diese Unterlassungsünden in der Hölle schmorren werden oder, wenn Gott ihnen gnädig sein wird, in ein langes und schweres Fegefeuer kommen werden? Das ist doch nicht egal! Schon allein aus Gründen des Selbstschutzes nicht! Sicherlich ist der Angriff und die Überheblichkeit eine Abwehrreaktion, um seine Blösse zu bedecken. Aber warum hat man sie? Wenn man bedenkt, dass der Hl. Thomas von Aquin nur 49 Jahre alt wurde und viele geistlichen Schrifsteller im mittleren Alter oder reifen Alter eine sehr große geistliche Reife auswiesen, dann ist diese möglich. Womit? Mit der rechten geistlichen Speise, die einen ja auch relativiert. Man wird durch das Alte Brevier, welches dermaßen hohe Ansprüche an den Beter stellt und dermaßen heroische Beispiele anführt einfach weniger narzisstisch, wass jedem von uns gut tut. Also, lieber Herr Pfarrer, nicht so faul, das Alte Brevier kaufen, lernen und beten, damit Sie nicht, wie viele Ihrer Mitbrüder, untergehen.