Gebet um einen guten Tod


unction

Alles in unserem Leben läuft auf den Moment des Todes hinaus, nach dem das persönliche Gericht stattfindet, in welchem wir unser Leben im Lichte der Gerechtigkeit Gottes passieren und alle unsere Taten und ihre Konsequenzen sehen. Die Nahtoderlebnisse berichten davon, verschiedene Legenden auch, denn es sind dieselben Erlebnisse. Lesenswert, faktisch, wissenschaftlich und seriös stellt der holländische Arzt Pim van Lommel in seinem Buch Endloses Bewusstsein. Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung (Patmos: 20115) die Nahtoderlebnisse dar. Wie man es dreht und wendet, das persönliche Gericht wartet, und da uns die nachkonziliare Kirche insbesondere „Papst“ Franziskus die Allerlösungslehre und die allumgreifende Barmherzigkeit Gottes predigt, so können wir davon getrost ausgehen, dass sehr viele Menschen verdammt werden, dass sehr viele täglich in die Hölle eingehen, da sich kaum jemand von der Hölle fürchtet, die es, ja nach Novus Ordo-Theologie:

  1. nicht gibt,
  2. falls doch, dass sie leer ist,
  3. falls doch nicht leer mit ein paar Schwerverbrechern gefüllt ist (Hitler, Stalin, Ted Bundy und all jenen, die den Müll nicht trennen)
  4. ein normaler Mensch, der nach seinem Gewissen lebt und sich bemüht „in der Liebe“ zu leben vor der ewigen Verdammnis sicher sein kann.

Weitgefehlt. Die Hölle gibt es, sie füllt sich täglich neu, weil so viele Menschen in Todsünde sterben, weil so viele Menschen die Todsünde Euthanasie wählen, weil so viele Menschen ungetauft sind, falls doch sie ihre Taufgnade nicht bis zum Tod bewahrt haben, weil so viele Menschen nicht katholisch sind und falls doch sie ebenfalls in der Todsünde leben, weil so viele Katholiken nicht die Lehre vom guten Tod kennen und durch keine Sterbesakramente auf den Tod vorbereitet werden.

Was sind die Sterbesakramente?

Es ist die Beichte, die Letzte Ölung und die Sterbekommunion, das Viatikum. Warum so viele? Um sich auf den Tod, den Übergang und die Konfrontation mit dem strengen, aber hoffentlich gnädigen Richter vorzubereiten. All das können Sie aber erst dann erleben, wenn Sie keines jähen und unvorbereiteten Todes sterben. Es ist die Welt, vom Teufel verführt, welche sich wünscht „gleich auf einem Schlag“ zu sterben. Kaum ein Gläubiger ist auf einen jähen Tod vorbereitet, weil beim persönlichen Gericht alles offenbart wird, auch das, was Sie selbst nicht als Sünde gesehen haben. Sünde ist Sünde. Es ist etwas Objektives. Ein objektiver Verstoß gegen die Gesetze Gottes. Es gibt Schuldminderung, falls es sich wirklich um unbesiegbare Ignoranz gehandelt haben könnte, die wirklich sehr selten ist. Die meisten Menschen wollen es wirklich nicht besser wissen und werden von ihren Priestern darin bestätigt, die es ebenfalls nicht besser wissen wollen. Durch den Prozess des Sterbens trennen Sie sich langsam von allem Irdischen, sehen Ihr Leben in einer anderen Perspektive, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben ahnen Sie, was auf Sie zukommen wird: das schreckliche Gericht und Sie beginnen sich zu fürchten.

Der Schreiber dieser Zeilen war beim Tod einer nahen Angehörigen, welche drei Tage lang im Sterben lag und nicht mehr sprechen konnte (Herzinfarkt, Gehirnschlag), welche sich aber sehr fürchtete, ständig in eine Ecke sah, wo niemand Sichtbares stand, viel Trost darin fand, dass man bei ihrem Todesbett betete und erst wirklich erleichtert aufatmete als sie die Letzte Ölung, leider im Novus Ordo Ritus, erhielt. Sie seufzte gleichsam auf als wollte sie sagen:

„So, geschafft. Jetzt bin ich über den Berg.“

Sie hatte also einen halbwegs guten Tod, obwohl sie nicht beichten und kein Viatikum empfangen konnte.  Da die Beiträge beim spirituellen Mittwoch leichter und praktisch gehalten werden sollen, so wollen wir an dieser Stelle die theologische Lehre von der Letzten Ölung nicht darlegen, was woanders erfolgen wird. An dieser Stelle wollen wir sagen, dass man um einen guten Tod beten sollte, da dieser von der Gnade Gottes zeugt. Schauen wir uns doch die Todesfälle der Konzilsperiti und der berühmten Theologen der letzten Jahre und Jahrzehnte an:

„Pierre Teilhard de Chardin verstarb am Ostersonntag des Jahres 1955, mitten aus einer Diskussion heraus. “

„Rahner fell ill from exhaustion and died on 30 March 1984 at the age of 80, after a birthday celebration that also honoured his scholarship.”

„Er starb am 20. Mai 1974 an einem Herzinfarkt im Treppenhaus eines Pariser Bordells, welches er in Ausübung seiner seelsorgerischen Tätigkeit besuchte, [so, so Red.]“

  • Hans Urs von Balthasar es SJ, jäher und unerwarteter Tod.

Der Tod soll ihn bei der morgendlichen Rasur ereilt haben.

„Döpfner starb völlig unerwartet am 24. Juli 1976 in der Pförtnerloge des Erzbischöflichen Palais[7] in München im Alter von 62 Jahren an einem Herzinfarkt,“

Diese Reihe ließe sich sicherlich noch weiter fortsetzen. Ein jäher und unerwarteter Tod zeugt nicht von der Gnade Gottes und kann auf eine ewige Verdammnis verweisen, weil man nicht weiß, in welchem Zustand jemand verstorben ist, da ihm das zusätzliche Licht, die man beim Sterbeprozess erhält, fehlte. Deswegen sollte man Gott um einen guten Tod bitten, da wir den Augenblick unseres Todes wirklich nicht selbst bestimmen können. Auch im Falle eines Selbstmordversuchs wissen Sie nicht mit Sicherheit, ob Sie es nicht doch überleben, ob Sie nicht gerettet werden, ob Sie Gott nicht noch einmal runter schickt, wovon viele Nahtoderfahrungen berichten. Selbstmord ist aber eine Todsünde, ein sicheres Ticket in die Hölle.

Daher sollten wir mit dem nachfolgenden Gebet um einen guten Tod beten, welches im Brevier des Pius X. Divino afflatu gefunden wurde und bis zur unseligen „Reform“ des Ablasswesens durch Paul VI. mit 100 Tage Ablass einmal täglich verbunden war. Der Schreiber dieser Zeilen betet dieses Gebet in letzter Zeit immer abends, seit ein Bekannter von ihm eines jähen und unerwarteten Todes gestorben ist und die Chancen, dass er es ins Fegefeuer geschafft hat sehr schlecht stehen. Wir leben in den Zeiten einer schrumpfenden Kirche, die Priester gehen uns aus, diejenigen, die da sind, taugen nichts, es besteht die Möglichkeit, dass der Pfarrer bei Ihrem Tod Ihnen eine bürstenschnittige Pastoralassistentin schicken wird, die „ganz, ganz lieb“ sein wird, aber keine Vollmacht haben wird Ihnen die Sakramente zu spenden. Vielleicht werden Sie auch in der Nähe einer Vetus Ordo Gemeinde mit anständigen Priestern wohnen. Sie wissen es nicht, obwohl Ann Barnhardt allen, die es können, dorthin zu ziehen, empfiehlt, wo man sich wenigstens in einer Fahrtdistanz von der Alten Messe befindet. Beten Sie also regelmäßig dieses gnadenreiche Gebet auf Lateinisch, das Deutsche dient nur der Orientierung, damit sich Gott Ihrer in Ihrer Todesstunden annimmt. Amen.

 

Oratio ad impetrandam bonam mortem
O Maria, sine labe concépta, ora pro nobis, qui confúgimus ad te; o Refúgium peccatórum, Mater agonizántium, noli nos derelínquere in hora éxitus nostri, sed ímpetra nobis dólorem pérfectum, sincéram contritiónem, remissiónem peccatórum nostrórum, sanctissimi Viátici dignam receptiónem, extrémae Unctiónis Sacraménti corroboratiónem, quátenus secúri praesentári valeámus ante thronum justi, sed misericórdis Júdicis, Dei et Redemptóris nostri. Amen.
Das Gebet, um einen guten Tod zu erbitten
O Maria, ohne Makel empfangen, bitte für uns, die wir zu Dir fliehen; Du Zuflucht der Sünder, Mutter der Sterbenden, verlasse uns nicht in der Stunde unseres Ausgangs, aber erbitte uns den vollkommenen Schmerz, die ehrliche Liebesreue, die Vergebung unserer Sünden, den würdigen Empfang des Sakraments der Letzten Ölung, damit wir uns sicher vorstellen können vor dem Thron des gerechten, aber barmherzigen Richters, Gottes und unseres Erlösers. Amen.

 

Advertisements

Der Fall Müller oder warum „die Wirklichkeit beißt“? (3 von 3)


6a00d8341c464853ef019103d9935c970c-500wi

 

Nachtrag, Umkehr und Welt-Interview

All diejenigen, die meinen wir hätten zu scharf und dazu noch anonym über Kardinal Müller geurteilt, mögen sich sein neuestes Interview in der Welt durchlesen. Noch weltlicher geht es wirklich nicht, obgleich Müller jetzt wirklich nichts zu verlieren hat. Aber vielleicht gelangt er durch diese Auszeit oder eher Verbannung zur Besinnung und entdeckt das Katholische am Katholischen. Der Schreiber dieser Zeilen war schon immer recht konservativ gewesen, für deutsche Verhältnisse viel zu konservativ und wunderte sich, warum ihn Gott so züchtigte, was Er auch weiterhin tut. Es stellte sich heraus, dass er zwar an weltlichen Maßstäben gemessen rechtgläubig, konservativ und fromm gewesen ist, aber nicht nach den Maßstäben Gottes. Diese sind viel strenger und viel höher. Weiterlesen!

Verpflichtende Konzelebration oder damit es noch weniger „gottet“


Gregors Messe drache

Das gestrige katholisches.info vom 28.6.2017 brachtet einen Beitrag von Roberto de Mattei, welcher darüber berichtet, dass der Gegenpapst Franziskus den römischen Priesterkollegien die Konzelebration gebietet.

Was ist die „Messe“?

Bevor wir uns noch näher diesem Beitrag widmen werden, sollte man sich zuerst die Frage stellen, was eigentlich eine Messe ist und was sie bewirkt?

Wie immer genial bringt es Hl. Thomas von Aquin auf den Punkt:

Missa dicitur quasi transmissa, scilicet a populo ad Deum, et e converso […]“ (Summ. Theol. III q. 83. 4 ad 9.)[1]

„Die Messe wird so genannt, weil sie sozusagen das Hinübergeschickte ist, nämlich vom Volk [der Gläubigen] zu Gott und umgekehrt […]“.

Das deutsche Wort Messe kommt vom lateinischen mittere – „schicken, senden, aussenden“ bzw. von der Aufforderung am Ende: ite missa est in etwa „gehet, es wurde geschickt“ oder „gehet, es ist die Messe“ was im Novus Ordo mit dem unmöglichen „gehet hin in Frieden“ übersetzt wurde. Der hl. Thomas schreibt aber darüber wie folgt (Summ. Theol. III q. 83. 4 ad 9.):

 Ad 9. Der Priester betet nicht, daß die äußeren Gestalten in den Himmel getragen werden, und auch nicht, daß dies geschehe mit dem wahren Körper Christi, der nie aufhört, im Himmel zu sein. Er betet vielmehr für den mystischen Leib Christi, der in diesem Sakramente bezeichnet wird, daß nämlich der Engel, welcher beim Opfer beisteht, die Gebete des Priesters und des Volkes Not dem Herrn vorstelle, nach Apok. 8.: „Es stiegen aus wie duftender Weihrauch die Gebete der Heiligen.“ Der erhabene Altar aber ist entweder die triumphierende Kirche, in die wir gelangen, oder Gott selbst, an dem wir durch das Schauen seines Wesens Anteil haben wollen. Von diesem Altare heißt es Ex 20.: „Sie sollen nicht aufsteigen zu meinem Altare auf Stufen“ d. h. „du sollst in der Dreieinigkeit keine Gradunterschiede annehmen,“ sagt die Glosse. Oder man kann unter dem Engel Christum selbst verstehen, „den Engel des großen Ratschlusses“, der da seinen mystischen Leib verbindet mit Gott dem Vater und der triumphierenden Kirche.

Deshalb heißt auch dieses Opfer „Messe“, weil der Priester durch den Engel die Gebete zu Gott sendet (mittit), wie das Volk durch den Priester; oder weil Christus die uns von Gott gesandte Opfergabe ist. Und demgemäß singt an den Festtagen der Diakon am Ende: Ite missa est; d. h. die Opfergabe oder Hostie ist durch den Engel zu Gott „gesandt“, auf daß nämlich sie Ihm wohlgefällig sei.[2]

Dies bedeutet also, dass der Priester die Gebete der Gläubigen zu Gott durch den geopferten Jesus Christus mittels des Erzengels Michael schickt (mittit) und Gott auf demselben Wege dem Volk seine Gnaden vermittelt, beziehungsweise zurückschickt. Denn im Kanonteil Supplices, te rogamus bittet die Kirche:

Súpplices te rogámus, omnípotens Deus: iube hæc perférri per manus sancti Angeli tui in sublíme altáre tuum, in conspéctu divínæ majestátis tuæ: ut, quotquot ex hac altáris participatióne sacrosánctum Fílii tui Corpus, et Sánguinem sumpsérimus, omni benedictióne cælésti et grátia repleámur.  Per Christum, Dóminum nostrum. Amen.

Wir bitten dich, allmächtiger Gott: Dein heiliger Engel trage diese Opfergabe auf deinen himmlischen Altar vor deine göttliche Herrlichkeit; und wenn wir durch unsere Teilnahme am Altar den heiligen Leib und das Blut deines Sohnes empfangen, erfülle uns mit aller Gnade und allem Segen des Himmels. [3]

Novus Ordo und die katholische Messe

Was ist die Messe? Die Messe ist eine „Transmission“ ein quasi geistlicher Wärmeaustausch, in dem die Kirche Gott das vollkommenste Bitt-, Lob-, Dank- und Sühneopfer darbietet, den höchsten Gotteskult auf Erden und von Gott wiederum die nötigen Gnaden erhält. Dies ist die eigentliche katholische Theologie der Messe, wie sie vor Vaticanum II und Novus Ordo Missae galt und beispielsweise in Mediator Dei von Pius XII. nachgelesen werden kann. Warum wurde aber die Neue Messe entwickelt? Damit Gott viel weniger Ehre erbracht wird, Gott demzufolge weniger Gnade schickt, die Welt mehr abstraft und ein massenweiser Glaubensabfall stattfindet. Was ist die Sünde? Sie ist die Beleidigung Gottes (Katechismus der Katholischen Kirche 1850) und da die Messe der höchste Gottesdienst auf Erden ist, so muss doch ein schlechter und schlecht gemachter Gottesdienst Gott sehr beleidigen. Das Opfer Abels wurde angenommen, das Opfer Kains aber verworfen. Aber die Kirche durch ihre höchsten Vertreter, d.h. Papst Paul VI., Erzbischof Bugnini, das Concilium etc. hat diese Messe erarbeitet? Umso schlimmer für sie und uns alle. Der Schreiber dieser Zeilen hat neulich ein Podcast von Ann Barnhardt gehört, in welchem sie angibt, dass in den USA von der Tridentinischen Messe bis zur Novus Ordo Messen keine 6 Wochen vergangen sind.[4] Wie es in Deutschland damals gewesen ist, entzieht sich unserer Kenntnis, aber der Zeitraum der Zerstörung wird wohl derselbe gewesen sein. In deswegen sind seit der Einführung der Neuen Messe im Jahre 1969 so viele Menschen aus der Kirche ausgetreten. Eine Abstimmung mit den Beinen fand statt, denn mit der Neuen Messe haben die „Reformen“ des Konzils auch jeden Katholiken erreicht. Die folgenden Graphiken sollen unsere These untermauern:

Die erste, welche von Statista stammt, zeigt die Anzahl der Messbesucher in den Jahren 1950 bis 2011, neuer Angaben sind hier einzusehen. Der nachkoziliare Einbruch ist deutlich zu erkennen: von 11,9 Mio im Jahre 1965, auf 10,2 im Jahre 1970 und 8,8 Mio im Jahre 1975, wonach der freie Fall beginnt.[5]

Statista 1

Hält man sich aber die liturgischen „Reformen“ samt den Angaben der Deutschen Bischofskonferenz vor Augen, dann wird der Zusammenhang von weniger katholische Liturgie = mehr Apostasie deutlich:

statistik-2.jpg

Wobei wir bei der obligatorischen Tabelle der Kirchenaustritte[6] wären:

dokument13.jpg

Vergleicht man aber die Tendenz bei der Messbesucher mit der Anzahl der Kirchenaustritte, wohlgemerkt mit einer veränderten Skala, damit diese beiden Kurven miteinander vergleichbar sind, dann ergibt sich ein solches Bild.dokument9.jpg

Wenn wir annehmen, dass:

  1. Der Hl. Geist die Kirche leitet.
  2. Gott den Erhalt seiner Kirche, nach Innen und Außen sichern möchte.
  3. Die jetzige Apostasie und der weltweite Zusammenbruch der Kirche nichts Gutes ist

dann:

 kann weder das Vaticanum II noch die nachfolgende liturgische Revolution vom Hl. Geist geleitet worden sein.

Wem  haben wir es zu verdanken?

Männern, die Gott und seine Kirche hassen und welche die kirchliche Hierarchie seit Jahrzehnten infiltriert haben, um einen Bergoglio an die Spitze der Kirche zu setzen. Wie sehr treffend Ann Barnhardt immer wieder widerholt:

von einer falschen Prämisse ausgehend, gelang man zu keinen wahren Schlüssen.

Wenn man davon ausgeht, dass Vat. II gut und richtig war, dann muss man annehmen, dass die Apostasie und Bergoglio etwas Gutes sind. Schließt man das Letztere aus, dann können weder das Konzil noch seine „Reformen“ von Gott stammen. Sie stammen vom Herrscher dieser Welt, der die Kirche bis in ihre Spitze infiltriert hat und der seinen Erwählten einen sehr guten umgekehrten sensus fidei eingepflanzt hatte, damit sie die Destruktion zielgerichtet vornehmen können. Geht man davon aus, dass Theologie und Liturgie ein nebulös-konstruiertes Etwas ist, wie z.B. die Literaturkritik, sodass man Goethe mal so, mal so interpretiert, ohne dass es einem schadet, wenn man keine akademische Karriere anstrebt, dann sind die praktischen Auswirkungen der theologischen und liturgischen Reformen nicht erklärbar. Warum soll denn jemand seinen Glauben verlieren, weil man einen Priester in der Pferdedecke von Angesicht zu Angesicht, anstatt einen Priester im Ornat von hinten sieht? Geht man aber davon aus – wie alle Religionen, wie Esoteriker oder Satanisten wissen -, dass kultische Handlungen und Rituale etwas faktisch und real bewirken, dann muss ja eine Veränderung der Liturgie die Veränderung des Glaubens und der Moral nach sich ziehen. Warum ist es so? Weil die Messe, wie der o.a. hl. Thomas bereits sagte, eine „Transmission“ ist.  Es ist ein spiritueller „Wärmetausch“, eine Umverteilung der Sünde und des Heiligen. Christus wird in der hl. Messe für uns unsere Sünden geopfert, Gott nimmt dieses Opfer an und schenkt uns Vergebung und Gnaden.

Christus der eigentliche Priester oder mehr ist mehr

Was passiert in jeder Messe, wenn eine gültige Wandlung stattfindet? Christus wird unter der Gestalt des Brotes gegenwärtig. Martin von Cochem fasst in seiner sehr lesenswerten Erklärung des heiligen Meßopfers die Anwesenheit Christi in der hl. Messe wie folgt zusammen:

  1. In der hl. Messe erneuert Christus seine Menschwerdung
  2. In der hl. Messe erneuert Christus seine Geburt
  3. In der hl. Messe erneuert Christus sein Leben
  4. In der hl. Messe erneuert Christus sein Leiden
  5. In der hl. Messe wird Christi Tod erneuert
  6. In der hl. Messe wird Christi Blutvergießung erneuert

All diese Punkte treffen für die Alte Messe zu, aber auch für die Neue Messe. Wenn gewandelt wird, wird Christus durch die Wesensverwandlung „vom Himmel herabgezogen“, wie es Martin von Cochem formuliert und befindet sich dann unter uns. Eine Heiligkeit durch den anwesenden Herrn wird ausgestrahlt. Ja, auch bei der Messe eines schlechten Priesters.

Je mehr Messen, desto mehr Menschwerdung Gottes aus Erden, desto mehr Heiligkeit für die Welt, die Kirche und für alle Teilnehmenden, seien sie körperlich präsent oder abwesend. Ja, man kann diese ausstrahlende Heiligkeit förmlich spüren und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Martin von Cochem sein 26. Kapitel mit der Überschrift versieht: Nützliche Lehre, mehrere Messen zugleich zu hören. Der Schreiber dieser Zeilen hat dies während seines Aufenthaltes in Fontgombault praktiziert, wo bis zu 19 Messen auf einmal aufgeopfert wurden, konzentrierte sich auf „seine“ Messe gedachte aber der Menschwerdung Gottes bei einer jeden Wandlung die ein wenig zeitversetzt stattfand. Es wird auch von Heiligen berichtet, welche, wie der hl. Peter Labre, den ganzen Tag damit zubrachten von einer Messe zur anderen zu pilgern, um dadurch mehr Gnade zu akkumulieren. In der guten alten vorkonziliaren Zeit natürlich. Man fühlt sich wirklich so, als würde man in der Gnade baden.

Der Weg der Konzelebration

Dies konnten natürlich der „Reformer“ nicht dulden, sodass schon am 7 März 1965 im Dekret Ecclesiae Semper die Praxis der Konzelebration eingeführt wurde.[7] Darüber, dass Konzelebration niemals die normale Praxis der Kirche war, noch ihre (Wieder-?)Einführung historisch fundiert war, hat über jeden Zweifel hinaus Pater Joseph de Sainte-Marie, OCD. The Holy Eucharist—The World’s Salvation. Studies on the Holy Sacrifice of the Mass, its Celebration, and its Concelebration bewiesen.[8] Wie denn sonst? Da alle liturgischen Reformen einer theologischen Begründung entbehrten, sondern an den Haare herbei gezerrt wurden, so kann es mit der Konzelebration auch nicht anders gewesen sein. Während aber im Jahre 1965 Konzelebration erlaubt wurde, so wurde immer mehr von den Privatmessen, also von der Messe ohne Volk – missa sine populo abgeraten und einsam zelebrierende Priester zur Konzelebration gedrängt.[9] So schreibt die Kongregation für die Göttlichen Kult in ihrer Erklärung In Celebratione Missae vom 7 August 1972 vor, mit folgender Begründung:

Die Konzelebration der Eucharistie in den Gemeinschaften ist sehr zu schätzen. Die Konzelebration bezeichnet und festigt das brüderliche Band der Priester untereinander und der ganzen Gemeinschaft. Denn diese Form der Opferfeier, an der alle bewusst, tätig und auf die je eigene Weise teilnehmen, bringt deutlicher das Tun der ganzen Gemeinschaft zum Ausdruck, in ihr stellt sich die Kirche in hervorragender Weise dar, geeint im Opfer und im Priestertum, in einer einzigen Danksagung vereint um den einen Altar.

Dennoch:

 Obschon die Konzelebration die hervorragende Form der eucharistischen Feier in Kommunitäten ist, bleibt dennoch auch die Zelebration ohne Teilnahme der Gläubigen „die Mitte der ganzen Kirche und gleichsam das Herz der priesterlichen Existenz“.[9]

Die Konzelebration wird also wenigstens seit 1972 empfohlen, aber in der Allgemeinen Einführung in das Römische Messbuch von 2002 lesen wir, dass in Klöstern, Gemeinschaften, Konventen etc. eine Gemeinschaftsmesse zu konzelebrieren ist:

  1. Unter den Messen aber, die von bestimmten Gemeinschaften gefeiert werden, kommt ein besonderer Rang der Konventmesse zu, die Teil des täglichen Offiziums ist, oder der sogenannten „Kommunitätsmesse“. Wenn diese Messen auch keine besondere Form der Feier aufweisen, ist es doch höchst angemessen, sie mit Gesang zu halten, vor allem mit der vollen Teilnahme aller Mitglieder der jeweiligen Ordens- oder Kanonikergemeinschaft. In ihnen haben darum die Einzelnen die ihrer Weihe oder Beauftragung entsprechende Aufgabe auszuüben. Es empfiehlt sich also, dass alle Priester, die zum pastoralen Wohl der Gläubigen nicht einzeln zelebrieren müssen, so weit als möglich in diesen Messen konzelebrieren. Darüber hinaus können alle zu der entsprechenden Kommunität gehörenden Priester, die von Amts wegen verpflichtet sind, zum Wohl der Gläubigen einzeln zu zelebrieren, die Konventmesse oder „Kommunitätsmesse“ am gleichen Tag konzelebrieren.[94] Es ist nämlich besser, dass Priester, die bei einer Eucharistiefeier anwesend sind, mit den liturgischen Gewändern bekleidet, den der eigenen Weihe entsprechenden Dienst in der Regel ausüben und folglich als Konzelebranten teilnehmen, sofern sie nicht durch einen gerechten Grund entschuldigt sind. Andernfalls tragen sie die ihnen eigene Chorkleidung oder den Chorrock über dem Talar.

Was hat aber diese Erlaubnis oder Ermutigung zur Konzelebration bewirkt? Das viel weniger Messen überhaupt zelebriert werden. Stellen Sie sich einen Orden von 30 Priestern vor, welche seit dem Konzil alle einmal am Tag konzelebrieren, anstatt dass jeder von ihnen eine eigene Messe feiert. Also nur eine Menschwerdung Christi pro Tag, anstatt 30 „Menschwerdungen“ Christi pro Tag. Es ist doch tatsächlich der unselige Karl Rahner SJ, welche in seinem Buch von 1949 Die vielen Messen und das eine Opfer. Eine Untersuchung über die rechte Norm der Meßhäufigkeit die These vertrat, dass die vielen Messen, die von vielen Priestern zelebriert werden nicht mehr Gnade bringen als eine einzige konzelebrierte Messe.[10] Diese These wurde eigens von Papst Pius XII. im Jahre 1954 verurteilt:

[…] assertio quae his nostris temporibus non solum a laicis, sed interdum et a quibusdam theologis et sacerdotibus fit ab iisque spargitur, tamquam opinionis error reici debet, scilicet idem esse unius Missae celebrationem, cui centum sacerdotes religioso cum obsequio adstent, atque centum Missas a centum sacerdotibus celebratas. Non ita profecto. Quoad sacrificii Eucharistici oblationem tot sunt actiones Christi Summi Sacerdotis, quot sunt sacerdotes celebrantes, […].[11]

[…] in unseren Tagen wird nicht nur von Laien, sondern gar von manchen Theologen und Priestern die Meinung vertreten, dass es dasselbe ist eine einzige Messe zu zelebrieren, bei welcher hundert Priester mit einer geistlichen Dienstbeflissenheit anwesend sind, wie hundert Messen, welche von hundert Priestern zelebriert werden. Dem ist aber nicht so. Denn es bestehen so viele eucharistische Opfer wie viele Handlungen von Christus dem Hohepriester und wie viele zelebrierende Priester.

Was bedeutet dies im Klartext? Durch den Körper eines jeden Priesters wirkt Christus der Hohepriester. Es ist Christus, der betet, segnet, predigt etc., weil ein jeder Priester mit Christus ontisch durch seine Priesterweihe vereinigt ist. So schreibt Martin von Cochem:

Dass Christus wirklich selbst der eigentliche Priester bei der hl. Messe ist, beweise ich aus dem hl. Chrysostomus: „Was da vorgesetzt wird, sind nicht die Werke menschlicher Kraft: der damals bei jenem Male wirksam war, der wirkt das auch jetzt. Wir haben nur den Platz der Diener inne, der aber die Gaben heiligt und verwandelt, ist Christus selbst. Du nun, o Laie: wenn du den Priester opfern siehst, dann glaube nicht, dass er als Priester dies tue, sondern die unsichtbar ausgestreckte Hand Christi“.[12]

Das heißt: je mehr Priester eine Messe einzeln also jeder für sich zelebrieren, desto mehr Christus in der Welt, desto mehr Gnade. Sicherlich strömt die Novus Ordo Messe kaum Gnade aus, dass sie aber immerhin etwas ausstrahlt, wird durch die neueste Anordnung von Gegenpapst Franziskus deutlich, auf die sich Roberto de Mattei beruft. In dem „working paper“ der Kleruskongregation „Über die Konzelebration an den Priesterkollegien von Rom“ (Sulla concelebrazione nei collegi sacerdotali di Roma), können wir nachlesen:

Es ist empfehlenswert, daß die Priester generell an der eucharistischen Konzelebration an den im Kolleg vorgesehenen Zeiten teilnehmen können, indem die gemeinschaftliche Zelebration immer der individuellen vorgezogen wird. In diesem Sinn könnten die Kollegien mit einer ansehnlichen Zahl dort untergebrachter Priester die Eucharistische Zelebration zu 2 oder 3 unterschiedlichen Zeiten am Tag festlegen, damit es jedem nach seinen persönlichen, akademischen oder pastoralen Bedürfnissen ermöglicht wird, daran teilzunehmen.“[13]

Was sollen die Priester in den Priesterkollegien Rom pflegen? Jawohl, ein „Miteinander“, was wohl ein homosexuelles Codewort zu sein scheint.[14] Die Priester sollen sich also in einem Kollektivismus suhlen, anstatt die Lehre der Kirche (welche denn?) kennenzulernen und ihre Beziehung zu Christus zu vertiefen. Weil die Vorgänge in Rom immer richtungsweisend für die ganze Kirche sind und viele Karriere machen wollen, so können wir annehmen, dass der Zwang zur Konzelebration noch weiter ausgebaut wird. Ja, ja der umgekehrte sensus fidei von Franziskus und seinen Mannen ist untrüglich, sie spüren solche Dinge und gehen gegen diese vor.

Durch die Einschränkung der Privatmessen und durch den Zwang durch Konzelebration wird noch zusätzlich die Kirche entheiligt. Die deutschen Priester kümmert dies wahrscheinlich wenig, weil sie sowieso kaum zelebrieren, einzeln oder in Gruppen. Was hat also das Vat. II auf den Weg gebracht? Die Entheiligung der Kirche und durch die Kirche der Welt und Franziskus führt den Todesstoß aus.

[1] S. Thomas Aquinatis, Summa Theologica, Tomus Octavus,  (ed). Nicolai, Sylvii, Billuart et C. J. Drioux, Paris 1882, Index III, CCLXV

[2] Deutsche Übersetzung nach: http://www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel789-4.htm

[3] Deutsch nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Canon_Missae

[4] http://www.barnhardt.biz/2017/06/19/barnhardt-podcast-009-the-whore-of-babylon-will-arrive-shortly/  http://www.barnhardt.biz/2016/08/18/the-novus-ordo-must-be-exterminated-barnhardt-cmr-interview-part-5/ http://www.barnhardt.biz/2015/07/14/cmr-interview-part-5-hey-hey-ho-ho-the-novus-ordo-mass-has-to-got-to-go/

[5] Die Angaben der DBK sind hier: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/Zahlen%20und%20Fakten/Kirchliche%20Statistik/Katholiken%20und%20Gottesdienstteilnehmer/2015-Katholiken-Gottesdienstteilnahme-Zeitreihe_1950-2015.pdf

[6] Angaben der DBK sind hier einzusehen: http://www.dbk.de/zahlen-fakten/kirchliche-statistik/ Eine weltliche Statistik ist hier.

[7] Davies, Michael, Pope Paul’s New Mass. Liturgical Revolution – Volume Three, Kansas City: Angelus Press 2009, 35

[8] Siehe die Besprechung: http://www.newliturgicalmovement.org/2015/06/book-notice-definitive-study-of.html#.WVTjeYTyios

[9] Vgl. Cekada, A., Work of Human Hands. A Theological Critique of the Mass of Paul VI, West Chester: Philothea Press 2010, 185-186

[10] http://www.piusx.org.pl/zawsze_wierni/artykul/631 Siehe seine Argumente in: https://mthz.ub.lmu.de/index.php/MThZ/article/view/443/372

[11] http://www.vatican.va/archive/aas/documents/AAS-46-1954-ocr.pdf S. 669.

[12] Martin von Cochem, Erklärung des heiligen Meßopfers, Stuttgart: Sarto Verlag 2011, 42.

[13] Zitat nach: http://www.katholisches.info/2017/06/franziskus-zwingt-den-roemischen-priesterkollegien-die-konzelebration-auf/

[14] Der Vergleich ist nicht zu hoch gegriffen: http://www.katholisches.info/2017/06/gendarmerie-beendet-homo-orgie-im-vatikan-alkohol-drogen-luxus/ https://gloria.tv/article/8nUBmy99EUGX49gnjdjzpmqWy https://whatisupwiththesynod.com/index.php/2017/06/28/lets-play-a-game-i-call-it-connect-the-vatican-perv-dots/

[1] S. Thomas Aquinatis, Summa Theologica, Tomus Octavus,  (ed). Nicolai, Sylvii, Billuart et C. J. Drioux, Paris 1882, Index III, CCLXV

[2] Deutsche Übersetzung nach: http://www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel789-4.htm

[3] Deutsch nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Canon_Missae

[4] http://www.barnhardt.biz/2017/06/19/barnhardt-podcast-009-the-whore-of-babylon-will-arrive-shortly/  http://www.barnhardt.biz/2016/08/18/the-novus-ordo-must-be-exterminated-barnhardt-cmr-interview-part-5/ http://www.barnhardt.biz/2015/07/14/cmr-interview-part-5-hey-hey-ho-ho-the-novus-ordo-mass-has-to-got-to-go/

[5] Die Angaben der DBK sind hier: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/Zahlen%20und%20Fakten/Kirchliche%20Statistik/Katholiken%20und%20Gottesdienstteilnehmer/2015-Katholiken-Gottesdienstteilnahme-Zeitreihe_1950-2015.pdf

[6] Angaben der DBK sind hier einzusehen: http://www.dbk.de/zahlen-fakten/kirchliche-statistik/ Eine weltliche Statistik ist hier.

[7] Davies, Michael, Pope Paul’s New Mass. Liturgical Revolution – Volume Three, Kansas City: Angelus Press 2009, 35

[8] Siehe die Besprechung: http://www.newliturgicalmovement.org/2015/06/book-notice-definitive-study-of.html#.WVTjeYTyios

[9] Vgl. Cekada, A., Work of Human Hands. A Theological Critique of the Mass of Paul VI, West Chester: Philothea Press 2010, 185-186

[10] http://www.piusx.org.pl/zawsze_wierni/artykul/631 Siehe seine Argumente in: https://mthz.ub.lmu.de/index.php/MThZ/article/view/443/372

[11] http://www.vatican.va/archive/aas/documents/AAS-46-1954-ocr.pdf S. 669.

[12] Martin von Cochem, Erklärung des heiligen Meßopfers, Sarto: Stuttgart 2011, 42.

[13] Zitat nach: http://www.katholisches.info/2017/06/franziskus-zwingt-den-roemischen-priesterkollegien-die-konzelebration-auf/

[14] Der Vergleich ist nicht zu hoch gegriffen: http://www.katholisches.info/2017/06/gendarmerie-beendet-homo-orgie-im-vatikan-alkohol-drogen-luxus/ https://gloria.tv/article/8nUBmy99EUGX49gnjdjzpmqWy https://whatisupwiththesynod.com/index.php/2017/06/28/lets-play-a-game-i-call-it-connect-the-vatican-perv-dots/

 

Eugenie Roth, Das Mantilla-Experiment (4 von 4)


Mantilla with me

Mantillageschichten

Tag 7:

Weiterer Verlauf: An weiteren Tagen (für die Zähnung „Tag 7“) – scheinen die anderen Gottesdienstbesucher erst „richtig“ auf die Mantilla aufmerksam zu werden. Jemand, der sich auskennen sollte meint, sowas sei doch überhaupt nicht nötig (die Mantilla ist meines Wissens ein Sakramentale, ebenso wie der Rosenkranz und das Weihwasser, und eine Kopfbedeckung war für Frauen bis zum Vatikanum II verpflichtend während des Gottesdienstes zu tragen), jemand anders, ich solle doch die Mantilla unter dem Kinn binden, weil die Enden beim Gehen hin und her schwanken …

Und: Nein, ich werde mich dadurch nicht davon abbringen lassen, die Mantilla zu tragen. Und ich werde die Mantilla auch nicht unter dem Kinn binden, obwohl mir ein orthodoxer Christ gesagt hat, dass das die Frauen bei ihnen wohl tun. Aber ob die eine so feine Mantilla tragen oder einfach ein Kopftuch? – Vermutlich schon, denn dieser Mann hat mir früher einmal eine Mantilla gezeigt, die er für eine Frau aus seiner Gemeinde besorgt hatte. …

Tag 8:

Und dennoch überlege ich mir bei der nächsten Gelegenheit, ob ich denn überhaupt noch Lust(!!!) habe, die Mantilla zu tragen. Nein. Zu dem Zeitpunkt definitv nicht.

Aber: Die Mantilla ist ein Sakramentale. Der Teufel hasst so etwas. Also: AUFLEGEN!!! Das war dann gleich ein Mantilla-„Marathon“, da nach dem Gottesdienst noch Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten war. Zwischendurch immer wieder der Gedanke, nach der Heiligen Messe die Mantilla abzunehmen. Was? Wirklich? – Nein, das kommt gar nicht in Frage! – Und es war gut, dass ich die Mantilla aufbehalten habe. Der innere Kampf hat sich gelegt …

Tag 9 (gewissermaßen):

Ich sitze im Novus-Ordo-Gottesdienst. Da heute ausnahmsweise ein anderer Priester die Heilige Messe hält als sonst*, sitze ich an meinem ansonsten üblichen Platz, nicht vorne, von wo man aus in wenigen Schritten an den Ambo treten kann. Da spricht mich nach dem Gottesdienst eine Frau aus der Bank hinter mir an, was ich denn hier hinten zu suchen hätte und ich bräuchte gar nicht so zu frömmeln und mich (im Vetus Ordo-Gottesdienst) zu verschleiern, diese Messe sei kein Automatismus, bessern müsse man sich schon selbst. Nachdem sie auf meine Frage erklärt hat, wie sie zu dieser Anschuldigung kommt (sie ist völlig unbegründet, die Frau hat falsche Rückschlüsse gezogen), vermute ich zu wissen, warum ich immer wieder dazu geneigt bin, die Mantilla im Vetus-Ordo-Gottesdienst weg zu lassen. Habe ich ihre Abneigung und Vorurteile gespürt? Ich versuche, das Missverständnis aufzuklären, aber sie hält an ihrer Behauptung fest. Warum quält sie sich selbst?

* Der „übliche“ hat eine Stimmbanderkrankung, und deshalb habe ich mich entschlossen, für ihn die Lesung zu lesen – sebstverständlich nachdem ich ihm das angeboten hatte, ansonsten halte ich mich an die Regel aus dem Vetus Ordo, dass der Chorraum den Männern vorbehalten ist. Das hier zu erklären reicht mein Verständnis dessen noch nicht aus und würde auch zu weit führen.

Die Tridentinische Messe und „diese unverschämten Tradis“


Gregorsmesse_2

Als Auflockerung in der recht schwierigen Gnosis-Reihe ein Beitrag, welcher unseren Messalltag betrifft. Sicherlich können sich viele Leser damit identifizieren und somit uns etwas hierzu schreiben.

Im heutigen (2 Mai 2017, am Tag des hl. Athanasius) Blog onepeterfive findet sich ein bemerkenswerter Artikel, welchen der Schreiber dieser Zeilen selbstkritisch auf sich selbst beziehen kann. Auf onepeterfive rezensiert Brian Williams einen Aufsatz, den er in Unam Sanctam et Catholicam gelesen hatte. Auf Unam Sanctam  wiederum wird von zwei anonymen US-Amerikanischen Priestern behauptet, von denen der erste die Tridentinische Messe halb-regulär (semi-regular) opfert, der andere aber es regelmäßig tut, dass die Traditionalisten, diejenigen Katholiken also, die zu diesen Messen fahren, dermaßen: rude – „unverschämt“ und obnoxious – „unausstehlich“ sind, dass der „halb-reguläre“ Priester aufgrund dieser schrecklichen Gemeindemitglieder die öffentliche Messe in Vetus Ordo aufgegeben hatte (er zelebriert weiterhin privat), der andere hingegen denkt daran es hinzuschmeißen. Wie lauten die Vorwürfe dieser Priester an die Tradis:

Weiterlesen!

Der Seiko-Mariensamstag (3 von 5): Permutationen des Novus Ordo


japan 2

Permutationen der NOM

Warum ist es bei NOM nicht möglich in die Tiefe zu gehen? Aus zweierlei Gründen. Es ist entweder immer dasselbe: Zweiter Messkanon oder es ist ein permanentes Chaos bzw. zu viele neue Informationen auf einmal, da man auch ganz genau nach den nachkonziliaren Rubriken zelebrierend, schier eine unendliche Permutation- oder Optionsmöglichkeit hat. Keep on reading!

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (5 von 5): Selbstzentriertheit des Novus Ordo und Mantilla


300px-albrecht_duerer_017

Ad c. Ist Selbstzentriertheit Novus Ordo?

Warum wurde das letze Konzil, Gott sei’s geklagt, veranstaltet? Um es dem „modernen Menschen“ gerecht zu machen. Was gerecht zu machen? Alles, wirklich alles. Aber warum? Weil der moderne Mensch dermaßen wertvoll, weil modern ist, dass er es einfach verdient. Die anderen, die nicht-modernen Neandertaler, waren ja nur behindert! So unmodern! Um an dieser Stelle die unvergleichliche Ann Barnhardt, sicherlich keine Tussi, zu zitieren:

„Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (5 von 5): Selbstzentriertheit des Novus Ordo und Mantilla“ weiterlesen