Der Seiko-Mariensamstag (3 von 5): Permutationen des Novus Ordo


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Permutationen der NOM

Warum ist es bei NOM nicht möglich in die Tiefe zu gehen? Aus zweierlei Gründen. Es ist entweder immer dasselbe: Zweiter Messkanon oder es ist ein permanentes Chaos bzw. zu viele neue Informationen auf einmal, da man auch ganz genau nach den nachkonziliaren Rubriken zelebrierend, schier eine unendliche Permutation- oder Optionsmöglichkeit hat. Ein polnischer Blogger hat es doch tatsächlich ausgerechnet wie viele legale, also rubrizistisch-korrekte, Optionen es für die Novus Ordo Messe gibt.[1] Das Adjektiv „polnisch“ ist insofern wichtig, dass es in anderen Ländern auch mehr oder weniger Optionen geben kann, welche von den jeweiligen Bischofskonferenzen zugelassen wurden und von der Ritenkongregation approbiert worden sind. Es hat noch kein begnadeter Mathematiker errechnet wie viele legale Novus Ordo Optionen es für die ganze Kirche gibt, wozu wir jetzt anstiften. Für Polen gibt es sage und schreibe 516.096.000fünfhundertsechzehn Millionen sechsundneuzigtausend Optionen, welche sich wie folgt zusammensetzen:

  • Begrüßung – 5 Varianten
  • Bußakt –
    • 4 Varianten
    • Dritte Variante des Bußaktes – 11 verschiedene Anrufe zur Wahl (+ Möglichkeit eigene zu kreieren)
    • Insgesamt: 14 Varianten
  • Kyrie – 2 Varianten
    • Sogar 3, denn wenn die 3 und 4 Variante des Bußaktes gewählt wurde, so entfällt das Kyrie
  • Credo – 2 Varianten
    • Sogar 3, wenn eine Taufmesse stattfindet
  • Fürbitten – 4 Varianten (man kann eigene kreieren)
  • Gabenbereitung – 2 Varianten
  • Präfation – 10 Varianten
  • Hochgebet – 18 Varianten (in Polen)
  • Doxologie [„Durch Ihn und mit Ihm etc.“] – 2 Varianten
  • Einführung zum Vater unser – 8 Varianten
  • Domine, qui dixisti [„meinen Frieden etc.“] – 5 Varianten
  • Gebet vor der hl. Kommunion – 2 Varianten
  • Aussendung – 2 Varianten

All dies ergibt die staatliche Zahl der möglichen Permutationen von: 5x4x14x2x2x4x2x10x18x2x8x5x2x2 = 516.096.000.

Und deswegen, lieber deutschsprachiger Leser, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen andere katholische Nationalitäten, die in Ihrem Land leben, wie Portugiesen, Kroaten, Polen, Filipinos oder andere ausschließlich oder vorwiegend in ihre eigene quasi nationale oder muttersprachliche Messe. Es ist nicht nur deswegen, weil sie kein Deutsch können, Sie und ihr Land ablehnen oder bei dieser Messe ein wenig Heimatgefühl vorfinden wollen. Die Ausländer haben einfach bei den NOM-Messen in ihrer Landessprache denselben liturgischen Rhythmus, der ihnen beim Beten hilft! Bei osteuropäischen Messen werden alle festen Teile wie Kyrie, Gloria, Credo etc. entweder ganz rezitiert oder ganz gesungen und zwar nach denselben Melodien und nicht wie in Deutschland oder in Österreich der Fall ist nach verkürzten, schrecklichen Liedfassungen, die ständig abwechseln und keine liturgische Handlung im eigentlichen Sinne darstellen sowie gegen die NOM-Rubriken verstoßen. Diese bestimmen nämlich wie folgt:

„Der Text dieses Hymnus kann nicht gegen einen anderen ausgetauscht werden. […] Wird es nicht gesungen, ist es von allen gemeinsam oder von zwei sich abwechselnden Gruppen zu sprechen.“ (53)[2]

Aber sollten Sie exakt nach den Rubriken zelebrieren, so bieten Ihnen diese einfach sehr viele legale Möglichkeiten, sodass die Messe vom Priester X immer legalerweise anders sein kann als die vom Priester Y. Spaltung, Neid und Feindschaft sind da vorprogrammiert. Aber Novus Ordo macht es möglich, sodass es kaum möglich ist, dass auf der ganzen Welt an demselben Tag exakt dieselbe katholische Messe zelebriert wird. Deswegen ist auch keine „Reform der Reform“ möglich, weil die Ausgangsprämissen der Liturgiereform, pardon, der Liturgierevolution Zerstörung und Entkatholizisierung waren! Bei der Einheit des Kultes ist eine Einheit des Glaubens möglich, bei der Spaltung oder beim Schisma des Kultes kommt es zu keiner Einheit des Glaubens, was uns jetzt mehr als deutlich Papst Franziskus vor Augen führt. Vor dem Konzil war alles durchreguliert und Sie hatten die Votivmessen, welche jetzt theoretisch auch möglich sind, dennoch praktisch kaum stattfinden.

[1] http://www.traditia.fora.pl/zmiany-po-svii-nom-novus-ordo-missae,6/na-ile-sposobow-mozna-odprawic-nowa-msze,10136.html

[2] Missale Romanum Editio Typica Tertia 2002, Grundordnung des römischen Messbuchs, Vorabpublikation

zum  Deutschen Messbuch (3.Auflage), Hsg. Deutsche Bischofskonferenz 2007.

Der Seiko-Mariensamstag (2 von 5): Votivmessen an Wochentagen


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Samstag der Marientag oder die Votivmessen an Wochentagen

Warum ist eigentlich Samstag Maria gewidmet? Dies hängt mit den Rubriken des Missale und des Breviers zusammen. Da das Jahr 365 Tage hat und nicht jeder Tag einem Heiligen gewidmet war, je früher die Zeit z.B. IX Jhdt. desto weniger Heiligenfeste, so entstand wenigstens sei dem VIII Jhdt. der Brauch Messen an bestimmten Wochentagen, an denen kein Christus- oder Heiligenfest fiel und es sich natürlich um keine hohen Feste wie Ostern, Weihnachten etc. handelte, die sog. Votiv-Messen zu zelebrieren.[1] Unter Votiv-Messen (vom lat. votum – „Gelübde, Anliegen, Bitte“) versteht man Messen, die in besonderen Anliegen an einen speziellen Fürsprecher zelebriert werden. Ohne jetzt im Detail auf die Entwicklung der Votivmessen innerhalb der ganzen Kirchengeschichte eingehen zu wollen, so lässt sich sagen, dass vor dem letzten Konzil an bestimmten Wochentagen Votivmessen zelebriert werden konnten und sollten. Dies bedeutet klipp und klar, da in der vorkonziliaren Liturgie wirklich alles durchreguliert war, was nicht nur ein japanisches Herz erfreute, dass ein Priester an einem Wochentag, an dem kein Fest der I. oder II. Klasse fällt, an einem liturgischen Wochentag der III. oder IV. Klasse eine Votivmesse zelebrieren sollte. Soweit die Rubriken des letzten vorkonziliaren Missale aus dem Jahre 1962,[2] wie es in den früheren Messbüchern angeordnet wurde, entzieht sich zurzeit unserer Kenntnis. Es wird aber ähnlich gewesen sein, obwohl sich die rubrizistische Terminologie änderte, da man z. B. von Duplex oder Simplex-Festen sprach. Votivmessen für die Wochentage sehen aber wie folgt aus:

Montag

Zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit

Dienstag

Zu Ehren der heiligen Engel

Mittwoch

Zu Ehren des heiligen Joseph

Zu Ehren des heiligen Apostel Petrus und Paulus

Zu Ehren aller Apostel

Donnerstag

Zu Ehren des Heiligen Geistes

Zu Ehren des Allerheiligsten Altarsakramentes

Zu Ehren des ewigen Hohenpriesters Jesus Christus

Freitag

Zu Ehren des Heiligen Kreuzes

Zu Ehren der Passion des Herrn

Zu Ehren des Heiligsten Herzens Jesu

Samstag

Zu Ehren der Heiligen Mutter Gottes

Da uns im Moment nur die Votivmessen an bestimmten Wochentagen interessieren, so lassen wir andere Votivmessen, also Messen in besonderen Anliegen, an dieser Stelle aus.[3] All diejenigen, welchen im Religionsunterricht oder im Studium gesagt wurde, dass die vorkonziliare Liturgie „langweilig“ war, weil „immer dasselbe“ kam, wird hier eines Besseren belehrt. Es war natürlich umgekehrt: jeden Tag kam etwas anderes, von den festen Teilen der Messe abgesehen und Sie wurden durch die Liturgie immer tiefer in das Geheimnis der Kirche eingeführt. Heute hören Sie nur den Zweiten Messkanon, weil der kürzeste ist, manche basteln sich ihre eigenen Kanones zurecht, meistens sind schlohweiße Alt-Jesuiten, die mit einem eigenen Ordner, statt des Missale auf dem Altar erscheinen, sodass Sie geistlich gesehen immer an den Rändern der Oberflächlichkeit bleiben, ob Sie wollen oder nicht, seitdem es die Priester sind, welche „die Liturgie machen“ und nicht mehr die Kirche.  Wir werden uns an dieser Stelle auch nicht der Frage widmen: wann, welche Votivmesse wo, durch wen und warum eingeführt worden ist, obwohl diese Informationen durchaus eruierbar sind und manche unserer Leser es auch sicherlich wissen. Wir wollen nur sagen, dass auch an den Tagen, an denen es kein Heiligengedenken gab, was am Anfang des XX Jhdts. immer seltener wurde, die Gläubigen an jedem einzelnen Wochentag auf eine andere Art und Weise geheiligt wurden. Da es sich zyklisch wiederholte, so ging man in die Zeit in die Tiefe, wozu uns die nachkonziliare Liturgie wirklich keine Chance gibt.

[1] http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/schottintro/index.html#SECTION02240000000000000000

[2] http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/schottintro/index.html#SECTION02240000000000000000

[3] Nachzulesen z.B. hier. http://www.peterskirche.at/messbuch/Messen.htm http://www.praxis-gottesdienst.net/lexikon/lexikon_detail.html?k_beitrag=3443264&bstabe=3382095

Der Seiko-Mariensamstag (1 von 5): Seiko und Katholizismus


Da heute am 18.03.2017, dem Fest des Hl. Cyrill von Jerusalem, eine Schreckensmeldung aus Rom die nächste jagt, so wollen wir hier ab und zu praktische Tipps zur eigenen Frömmigkeit und zur Herzenserwärmung vorstellen, welche, da sie an den deutschprachigen Leser gerichtet sind, informativ und praktisch gehalten werden. Die arianische Krise, welche kirchenintern startete, wie das Vat. II, konnte erst dann beendet werden, als die römischen Kaiser katholisch wurden und aufhörten die Arianer zu unterstützen. So verbrachte auch der Hl. Cyrill eine Großzeit seines Pontifikats im Exil bevor er erst unter Theodosius nach Jerusalem zurückkehrte. Leider haben wir jetzt keinen katholischen Kaiser, der Franziskus und seine Mannen absetzen könnte. Vielleicht ist Hoffnung bei Trump? Die Zeit wird es zeigen. Wenn wir metaphorisch und wörtlich in die Wüste ziehen, um dort Einsiedler zu werden, wie es während der von Klerikern verursachten arianischen Krise der Fall war, so hoffen wir auch praktische Tipps:

„Wie baue ich mir eine Einsiedelei?“

oder

„Wie flechte ich Körbe?“

irgendwann einmal vorstellen zu können. Nein, es ist kein Witz. Geistliches Leben hat etwas mit Praxis zu tun und es kann von denen erlernt werden, welche es praktizieren. Ansonsten erhalten Sie diese Art von Ratschlägen wie bei Ihrer letzten Beichte. Seufz. Wir haben es derzeit leider mit keiner „Kirchenkrise“ zu tun, wie es die Piusbruderschaft euphemistisch formuliert, wir haben es mit einer massenweisen Apostasie zuerst des Klerus und dann der Gläubigen zu tun, welche 1962 angefangen hatte und jetzt eine destruktive Beschleunigung erfährt. Manche sprechen ganz im Ernst vom geplanten Vatikanum III., welches wohl die Existenz Gottes abschaffen wird, unsere Vermutung, aus pastoralen Gründen, wie üblich. Und was taten die Gläubigen als die Arianer die Macht übernahmen? Sie zogen in die Wüste, wie der hl. Paulus der erste Einsiedler und unterwiesen auf diese Art und Weise die kommenden Generationen. Wir haben auf Vieles kein Einfluß und sollten bemüht sein unsere eigene Seele zu retten.

„Was nutzt es mir für die Ewigkeit?“, fragte sich der hl. Aloysius.

Lernen wir von den japanischen Katholiken, welche viele Jahrhunderte ohne Priester durchhielten. Wie sind praktisch in derselben Lage, weil wir kaum welche haben und die, die wir haben, taugen nichts. Suchen wir uns Gebetshilfen im Alltag, damit wir unsere eigene Seele retten können.

Seiko und Katholizismus

Der Schreiber dieser Zeilen trägt eine Seiko-Uhr, welche schon unter anderen Gesichtspunkten beschrieben worden ist. Seiko-Uhren zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie in ihrer Day-Date Version,[1] also bei denjenigen Uhren, welche sowohl den Tag als auch das Datum anzeigen, den Samstag blau, den Sonntag rot anzeigen, andere Tage hingegen schwarz. Das Seiko-Blau ist aber nicht irgendein blau, sondern ein marianisches Blau. Eine heidnisch-japanische Uhr zeigt demnach nicht nur den blauen Mariensamstag, sondern auch den quasi rubrizistischen (vom lat. rubrum – „rot“) roten Sonntag an. Und all das immerhin 50 Jahre nach dem Vatikanum II, wovon die japanische Uhrenindustrie augenscheinlich unberührt geblieben ist. Ist das nicht schön? 20160514_163740_resized(1)Es gibt auch andere Uhrenmarken, welche auch den Sonntag rot zeigen, der blaue Samstag ist aber fast ausschließlich eine Seiko-Spezialität. Der Schreiber dieser Zeilen weiß nicht, wann die Seiko-Uhren damit anfingen und woher die Inspiration dazu stammte, denn es gibt alle mögliche Farben, welche dem Samstag zugeeignet hätten werden können, außer dem katholisch-marianischen Blau. Seiko hat sich dennoch für diese Farbe entschieden, was davon zeugen kann, dass sich der langjährige, japanische Untergrundkatholizismus durch das marianische Blau präsent zeigt. Ein Katholizismus, der mindestens zwischen 1640 und 1865 ohne Priester auskommen mussten. Wie die deutschsprachige Wikipedia informiert:

Am 22. Januar 1863 begann in Nagasaki zum ersten Mal nach dem Verbot von 1613 der Bau einer christlichen Kirche (大浦天主堂, Ōura tenshudō, englisch The Church of the 26 Martyrs Catholic Oura Church) für die dort anwesenden Franzosen, die am 29. Dezember 1864 vollendet wurde. Am 17. März 1865 bekam Bernard Thadee Petitjean, der Seelsorger der Kirche, Besuch von fünfzehn Japanern. Eine Frau mit dem Namen Yuri Sugimoto teilte ihm mit, sie seien Christen – mehr als 250 Jahre nach dem offiziellen Verbot und über 200 Jahre nach dem Verlust aller Kontakte nach außen.[2]

Wie erhielten sich die japanischen Katholiken ihren Glauben? Sie tauften Erwachsene oder Kinder, unterwiesen sie im Glauben, beteten den Rosenkranz, verehrten die Heilige Jungfrau Maria und warteten auf bessere Zeiten, die dann nach nur 250 Jahren für sie auch eintraten. Lernen wir also von den Japanern, denn vielleicht kommt nach Franziskus dasselbe auf uns zu. Da im Jahre 1873 das Christentum offiziell in Japan zugelassen wurde, im Jahre 1891 das japanische Erzbistum Tokio entstand, welches im Jahre 1937 an japanische Geistliche, denn es gab schon oder wieder welche, übergeben wurde,[3] so ist es durchaus möglich, dass die Firma Seiko, welche im Jahre 1881 in Tokio gegründet worden ist sich irgendwie an der katholischen Liturgie orientieren konnte. Der richtige, also vorkonziliare Katholizismus und all seinen Regeln und Rubriken muss doch auf die Japaner einen großen Reiz ausgeübt haben, da in der damaligen Zeit Konversionen durchaus stattfanden. Es erübrigt sich zu sagen, dass nach dem Vat. II die katholische Kirche in Japan zusammenbrach und die modernen Jesuiten, welche theoretisch für die Japan-Missionen zuständig sind, keinen Sinn in der Mission sehen, wie neulich der Ex-Jesuitengeneral bekannte, es sei denn:

„Evangelisierung Japans nur durch Allianz mit Buddhismus und Shintoismus“ (sic!)[4]

Ja, ja der Kreis schließt sich. Es waren die Jesuiten, welche die Japaner zu Christus brachten und es sind die Jesuiten, welche sie in die Apostasie führen. Da wir uns aber vorgenommen haben in diesem Beitrag etwas Positives zu schreiben, so wollen wir uns bei dem traurigen Thema: nachkonziliare Jesuiten nicht aufhalten, sondern wollen zum Mariensamstag übergehen.

[1] Gilt tatsächlich für alle Seiko-Uhren mit Ausnahme der Seiko 5 mit schwarzer Scheibe: https://uhrforum.de/zeigt-her-euren-blauen-samstag-t75272-2

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_Japan#R.C3.B6misch-Katholische_Kirche_in_Japan

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_Japan#R.C3.B6misch-Katholische_Kirche_in_Japan

[4] http://www.katholisches.info/2017/02/13/ex-jesuitengeneral-evangelisierung-japans-nur-durch-allianz-mit-buddhismus-und-shintoismus-keine-jesuiten-mehr-als-bischoefe/