Steven Skojec, Warum die Liturgie wirklich der Schlüssel zu allem anderen ist


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Wir präsentieren wieder einmal einen Aufsatz von Peter Skojec, dem Herausgeber von onepeterfive, in der ausgezeichneten Übersetzung von davillatollkuehn. Menschen und besondere Geistliche, die ausschließlich Novus Ordo kennen, wundern sich oft über die Hartnäckigkeit der Traditionalisten, mit welcher diese auf die Wichtigkeit der Tridentinischen Messe pochen. Sogar diese „toleranten“ Novus Ordo – Vertreter, welche die Alte Messe für zulässig und kein „Teufelswerk“ halten, denken sich:

„Messe hin oder her. So einen Unterschied kann es ja nicht machen, wenn beide gültig sind. Das andere ist bloß kulturell angewachsenes Brimborium. Es gibt Wichtigeres in der Kirche. Familie, Gesellschaft, Lehre und jetzt haben wir einen häretischen Papst. Wenn wieder alles ins Lot kommt, werden wir uns um die Liturgie kümmern. Jetzt aber gibt es Wichtigeres“.

Dieser Aussprucht könnten von einem „guten, konservativen Bischof“ stammen, den es in Deutschland nicht gibt, siehe die letzte Entscheidung der DBK Sakramente an die Ehebrecher, d.h. an Todsünder, zu spenden. Es ist ein Denken, das sicherlich sowohl von bona fide zeugt als auch von der Unkenntnis der Alten Messe gekennzeichnet ist, ein Denken, welches von der fehlenden Erfahrung geprägt wird, dass die Alte Liturgie wirklich wirkt. Sie wirkt gnadenbringender, erleuchtender, heiligender, die lässlichen Sünden mindernder als die Novus Ordo Liturgie. Dies ist auch die katholische Sakramentenlehre insbesondere über das Sakrament der Eucharistie, welche diese Wirkungen aufzählt. Und warum erfahren wir es meistens nicht? Weil die Novus Ordo Sakramente viel weniger wirken, insbesondere die Neue Messe wirkt kaum. Wie kann aber ein gültiges Sakrament „weniger wirken“? Weil ein Sakrament nicht nur aus der Gütligkeit besteht und die Messe viel mehr ist als die Wandlungsworte selbst, welche samt Materie und der Intention des Priesters das zu tun, was die Kirche mit diesem Sakrament tut, das eigentliche Sakrament ausmachen. Liturgie ist auch viel mehr als das Sakrament. Liturgie ist ein Sich-Einklinken in die göttlichen Wirklichkeit, an das himmlische Jerusalem, an der wir gerade durch die Liturgie teilnehmen. Der Schreiber dieser Zeilen hatte wirklich sein Leben lang mit allem Ernst nach der Wahrheit, warum es um die Theologie und die Kirche so schlecht steht, gesucht. Aber erst als er mit dem täglichen Beten der Alten Breviere auf Lateinisch anfing, also mit einer liturgischen Handlung, welche für ihn keine Pflicht war, begann er gleichsam „zu sehen“. Die Antworten kamen von selbst mit der Einsicht, wie und warum die Dinge so stehen wie sie stehen. Als hätte man mehr Licht erhalten, um die Unordnung in einem Zimmer zu sehen, wo man früher, in der Dunkelheit, nur gegen Möbel lief und sich fragte, was es wohl war. Es war als würde man sich immer höher erheben, um die Dinge aus der Vogelperspektive zu betrachten, um auf diese Art und Weise die verschlungenen Wege und die Sackgassen zu sehen. Es ist die Wirkung der Liturgie, nicht sein Verdienst oder nur insoweit, dass er sich dieser Liturgie, wie bei der Messe, aussetzte oder diese, wie beim Brevier, verrichtete. Die Alte Messe wird deswegen unterbunden und verfolgt, weil sie „sehend“ macht. Es ist so, als hätten Sie im tiefsten Kommunismus den Westen besucht und stellten fest, dass der „real existierende Sozialismus“ doch nicht das beste System war. Hilary White spricht von der nachkonziliaren Kirche als von dem „Novus Ordo Konzentrationslager“. Ein wenig übertrieben, wie wir finden, „Lager“ oder „Gulag“ hätten gereicht, doch Recht hat sie. Fahren wir zur Alten Messe, wenn wir können, scheuen wir nicht den Weg oder das Geld. Wir werden an göttlichen Mysterien teilnehmen und zwar so, wie die Kirche sie immer hielt, wir werden verständiger und schauender. Wir müssen Gnade horten, um bei dem kommendem Kampf bestehen zu können.

Der o.a. Aufsatz von Steven Skojec wurde ursprünglich hier publiziert.

Nichts ist so großartig wie die Eucharistie. Wenn Gott uns etwas Kostbareres zu geben hätte, hätte ER es getan.

– Saint Jean-Marie Vianney

Das erste Mal, als ich durch die Tore des Petersdomes in Rom ging, war ich überwältigt. Dieser größte Schatz der christlichen Architektur beeindruckte mich und erzeugte in mir ein unglaubliches und beeindruckendes Gefühl der Kleinheit. Als ich von draußen von der sonnigen Piazza in das gewaltige Innere der Kirche der Kirchen trat, wurde ich gleichsam verschlungen. Hier, in diesem majestätischen Testament aus Stein und Marmor, Silber und Gold, wurde mir die überwältigende Herrlichkeit Gottes und meine eigene Bedeutungslosigkeit klar.

Keine Religion in der Geschichte der Welt hat jemals solche Tempel inspiriert; keine heidnische Gottheit konnte die Ausgießung menschlicher Erfindungsgabe, handwerklichen Könnens und Leistungsfähigkeit hervorrufen, die sich im Dienst an der Ehre des einzig wahren Gottes manifestierte. Die Menge und Qualität der Architektur, der Kunst, der Musik, der Poesie und theologischen Darlegung, die der Welt in zwanzig Jahrhunderten des Katholizismus geschenkt wurde, macht den Geist taumeln.

Es gibt keine größere Inspirationsquelle als IHN, der uns alles gibt – unser Leben, unsere Talente, unsere Freuden, unsere Ewigkeit. Dadurch, dass wir durch die besten Werke unserer Kreativität IHN verehren, kehren wir selbst zu IHM zurück und geben IHM das wieder, was wir von IHM empfingen.

„Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von oben, herabsteigend vom Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung statthat, noch ein Schatten von Wandel ist.“ Jak 1: 17

Es ist daher nur passend, dass Gott uns befiehlt, IHN zu verehren. Wir sind geschaffen, um IHN in dieser Welt zu erkennen, zu lieben und IHM zu dienen und mit IHM für immer im Himmel glücklich zu sein. Aber glauben wir, dass diese Vorschriften zu unseren eigenen Bedingungen ausreichend zu erfüllen sind? Verlangt nicht Gott streng von uns das, wozu ER uns verpflichtet? Ist Gott nicht ein eifernder Gott, im wirklichen Sinn des Wortes, der das von uns erwartet, was IHM zusteht? Und ist das weniger als das Beste, was wir haben?

Es war schon immer so. Die meisten Menschen kennen die biblische Geschichte von Kain, der seinen Bruder Abel ermordet, aber nicht viele könnten sagen, was Kain zum Mord trieb. Es war Neid – Neid, der entstand, weil Abels Anbetung Gott wohlgefälliger als Kains eigene war.

Abel aber war ein Schafhirt, und Kain ein Ackerbauer. Es begab sich aber nach vielen Tagen, dass Kain von den Früchten der Erde dem Herrn Opfergaben darbrachte. Aber Abel brachte gleichfalls ein Opfer dar, von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fette. Da sah der Herr auf Abel und sein Opfer, aber auf Kain und sein Opfer sah er nicht, und Kain ergrimmte so heftig, dass sein Angesicht einfiel. Da sprach der Herr zu ihm: Warum bist du ergrimmt und warum ist dein Angesicht eingefallen? Wirst du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen? Tuest du aber Böses, wird nicht sogleich die Sünde vor der Tür sein? Aber ihre Begier soll unter dir sein und du sollst über sie herrschen. Und Kain sagt zu Abel, seinem Bruder: Lass uns hinausgehen! Als sie nun auf dem Felde waren, erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihn. (Gen 4, 2-8)

Warum bist du ergrimmt und warum ist dein Angesicht eingefallen? Wirst du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen?“ Als Abel Gott opferte, brachte er IHM sein Kostbarstes, sein Bestes dar. Er opferte seine Erstgeburt, gab Gott nicht nur das Beste aus der Herde, sondern das Fett der Schafe, das wertvollste, was sie zu bieten haben. Er hielt nichts zurück; insbesondere nicht die Teile, die er wirklich eigentlich für sich haben wollte. Es war ein Ausgießen, eine Entleerung des Selbst, sein Flehen vor Gott war IHM wohlgefällig in seiner Gesamtheit.

Wir wissen nicht, was Kain Gott anbot – nur, dass er IHM von den Früchten der Erde gab. Wir wissen auch, durch die Worte Gottes an Kain, dass sein Opfer Gott gefälliger gewesen wäre, wenn er großzügig gehandelt hätte. Es ist daher klar, dass nicht alle Opfer, die Gott dargebracht werden von ihm als gleich angesehen werden. Es gibt einen Unterschied zwischen einer Verehrung, die ihm gefällt und einer Verehrung, die er nicht akzeptiert.

Es ist nicht egoistisch von Gott, von uns unser Kostbarstes zu verlangen. Nicht nur hat er uns jede gute Sache gegeben, und nicht nur, dass er uns in jedem Moment, in dem wir atmen,  in unserer Existenz hält, sondern

„Er hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe“ (Joh. 3,16).

Während Gott den Engel zu Abrahm sandte, um dessen Hand zurückzuhalten und damit  Isaaks (dessen Sohn) Leben zu schonen, ließ er jedwede grausame Folter bis hin zum grausamen und schändlichen Tod am Kreuz an seinem eigenen göttlichen und unschuldigen Sohn Christus zu. Diesen Kelch des Leidens, wie Christus sich ausdrückte, trank ER bis zur Neige. Es ist die Wahrheit, dass es für uns nichts Wertvolleres gibt, als die Eucharistie, den Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit des gekreuzigten Christus. Gott liebt uns so sehr, dass er uns dieses unsagbar selbstlose Geschenk gab, um unsere Erlösung zu realisieren. Nichts ist größer, als seine Liebe zu uns, die er uns gibt, damit wir sie IHM zurückgeben

Aber behandeln wir dieses Geschenk als das größte Geschenk, das es überhaupt geben kann? Ehren wir die Eucharistie als das Kostbarste, was im Universum existiert? Erkennen wir, dass dieses Geschenk SEINER Selbst unsere ganze Hingabe an IHN fordert?

Jede Liturgie stellt uns aufs neue in diesem Zyklus des sich selber Schenkens. Gott gibt uns das Beste, was er hat, und er fragt nach dem Besten, das wir IHM im Gegenzug dafür geben können. Aber wir können IHM nicht wirklich angemessen etwas geben, dass auch nur annähernd mit dem vergleichbar ist, was ER uns gibt. In unserer Ohnmacht eines angemessenen Gegengeschenkes gibt Gott sich selbst uns als Geschenk an IHN. ER nimmt auch unseren Platz ein als der, der Gott dieses Opfer anbietet. Er ist beides: Priester und Opfergabe. Jeder Priester, der an jedem Altar steht, wird von Christus selbst umfangen und eingeschlossen. Es ist Christus, der das Allerheiligste Altarsakrament seines eigenen Leibes und Blutes konsekriert. Es ist Christus, der opfert und gleichzeitig ist Christus der, der dem Vater im Namen von uns armen Sündern geopfert wird.

Das heilige Messopfer ist keine Mahlzeit. Es ist ein totales und vollkommenes Opfer. Der Priester deckt nicht den Tisch für ein Abendessen. Er bringt das geschlachtete und mit Blut befleckte Opfer auf dem Opferaltar dar, weil ER durch seinen Tod den Tod besiegt hat – den ewigen Tod der Sünde – und weil ER uns durch seine Auferstehung zum ewigen Leben transformiert. Die Messe wird, wesenhaft verstanden, nicht gefeiert, sondern sie wird IHM aufgeopfert, um seinen göttlichen Zorn wegen unseren vielfältigen und schweren Sünden zu stillen. Dieses Opfer ist nicht nur vollkommen, sondern IHM so lieb und teuer, dass wenn Gott IHN (seinen geopferten Sohn – Gott) sieht, und uns sieht, die wir IHN empfangen, ER uns so mit seiner Gnade übergießt, wie Christus sein Blut vergoss.

Wenn wir zur Messe gehen, stellt das die intimste Erfahrung Gottes dar, die wir in diesem Leben jemals erfahren können. Wir kommen zum Altar, um an diesem göttlichen sich gegenseitig selbst  Ausgießen und Hingeben teilzuhaben. ER gibt uns SICH SELBST, SEIN ALLES, und obwohl das unendlich mehr ist, als wir zurückgeben können, können  wir IHM doch uns selbst, unser alles zurückgeben. Während sich ein Mann und eine Frau in der unvollkommenen Vereinigung der ehelichen Umarmung zu einem Fleisch vereinigen, erlaubt uns Gott, IHN selbst uns einzuverleiben, so dass er buchstäblich eins mit unserem Körper und unserer Seele werden kann und dadurch, das wir das vollziehen, kann er sich uns einverleiben. Das ist eine atemberaubende Erfahrung.

Sobald wir die Natur der Messe und unsere Bestimmung wirklich zu verstehen beginnen, wird es uns möglich, zu erkennen, wie wichtig es ist, dass sie in einer angemessenen Art und Weise gefeiert wird. Obwohl man sagen kann, dass die Messe um des Menschen willen gemacht wurde, geht es konkret darum, dass der Mensch eine angemessene Gabe bekommt, die er Gott anbieten kann. Der Gegenstand unserer Anbetung ist Gott, nicht wir selbst. Aus diesem Grund ist jede Messe, in welcher der Mensch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, eine gefährliche Verfälschung und Karikatur.

Einige argumentieren, dass die Form der Liturgie so lange keine Rolle spielt, wie Christus vorhanden ist. Es ist wahr, dass, wenn Christus gegenwärtig gemacht wird, das Gott angebotene Opfer selbst perfekt ist, aber das bedeutet nicht, dass das auch für unsere Anbetung oder unser Verständnis des Opfers gilt.

Die eucharistische Gegenwart Christi manifestiert sich durch göttliches Handeln. Es ist Christus, der Priester Christus, der das Opfer dem Vater im Himmel durch die Kraft des Heiligen Geistes anbietet. Das, was wir sehen, was auf dem Altar geschieht, ist ein Einblick in das innere Leben der Heiligsten Dreifaltigkeit, ein Einblick in die Liebe und die Interaktion zwischen den göttlichen Personen, – ohne irgendein eigenes Verdienst unsererseits. Wie der Priester im Quam oblationem Gebet des ALTEN Ritus betet:

Diese Opfergabe mache du, o Gott, wir bitten dich, huldvoll in jeder Hinsicht zu einer gesegneten, bei dir eingetragenen, gültigen, geistigen und genehmen, damit sie uns werde Leib und Blut deines vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.

Es ist Gott, der das Opfer Gott wohlgefällig macht, und zwar deswegen, weil Gott selbst das Opfer ist.

Was wir in der Liturgie bringen, was wir Gott anbieten, ist unsere Ehre, unsere Ehrfurcht, unser Flehen, unsere Zerknirschung, unsere Anbetung, und unser Lob. „Ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist, ein reuiges und gedemütigtes Herz wirst du, o Gott nicht verschmähen“ (Ps 51:19.). Der Priester, der die Gaben konsekriert, tut dies nicht durch eine Kraft, die er besitzt, sondern durch eine, die er aus der Vereinigung mit dem einzig wahren Priestertum Christi bezieht.

„Wenn ich die Messe zelebriere:“ sagte mir einmal ein junger traditioneller Priester: „bin ich ein Sklave der Liturgie. Die Kirche sagt mir, wo ich zu stehen, wie ich meine Hände zu legen habe, wann ich knie oder den Altar küssen soll … Mein Selbst verschwindet und Christus wirkt durch mich. „Das Opfer des Priesters ist eines der Demut, der Ehrfurcht, der Entleerung seiner selbst. „Schaff Recht mir, Gott“, fleht er am Fuße des Altars, die Worte des Psalmisten wiederholend, „und führe meine Sache gegen ein unheiliges Volk; von frevelhaften, falschen Menschen rette mich „

Auch wir kommen als demütige Bittsteller, mit einer empfänglichen und aufmerksamen Disposition. Die Liturgie geschieht unabhängig von uns, aber sie zieht uns in ihre Geheimnisse hinein und gewährt uns himmlische Gaben, um uns zu vervollkommnen und treibt uns in Richtung Himmel. Wir vereinen unser Gebet mit dem des Priesters, der in unserem Namen betet, der kraft seiner Vereinigung mit Christus das vollzieht, was wir nicht vollziehen können.

Es ist die wichtigste und schönste Sache auf dieser Seite des Himmels.

Von daher ist es unausweichlich, dass ein angemessenes Verständnis von Liturgie uns in einer richtigen Weise auf unseren Platz im Universum erdet. Eine Liturgie, die das Opfer unseres Herrn betont und uns mental und spirituell demütig unter das Kreuz auf dem Kalvarienberg stellt, macht uns empfänglich für unsere absolute Abhängigkeit von Gott, und offen für alle guten Dinge, vor allem für unser Heil. Eine Liturgie, in der der Priester und die Menschen sich gleichermaßen in Richtung Himmel orientieren und wo heilige Dinge verschleiert und verhüllt und in angemessener Weise verehrt werden, lehrt uns, wer wir sind – und welche Aufgaben wir haben – in Bezug auf IHN, von dem alle guten Dinge kommen und auf den wir vertrauen müssen. denn wir haben keine andere Wahl, als uns mehr durch unseren Glauben, als durch unseren Verstand leiten zu lassen. Liturgie sollte uns unsere Kleinheit fühlen lassen. So wie es die großen Bauten der Christenheit tun.

Der Angriff auf die Liturgie, den wir im letzten halben Jahrhundert erlebt haben, kann als nichts weniger als ein Versuch des Teufels verstanden werden, unsere wichtigste und innigste Verbindung mit unserem Schöpfer in unserem  Herzen zu zerschlagen, – und uns durch diesen Verlust der richtigen Perspektive zu verwirren und zu desorientieren. Wir sind damit zum Götzendienst übergegangen – zur Vergötterung unseres Selbst, so dass wir die Welt nur noch durch die Linse unserer eigenen Wünsche sehen.

Das Opfer Christi wurde durch ein Gemeinschaftsmahl ersetzt, Sein Opferaltar wurde zum Buffet, sein Priestertum wurde von Menschen verfälscht, die in den priesterlichen Bereich eindrangen, jedoch nicht die Fähigkeit besitzen, in Persona Christi zu handeln. Die universelle Ausrichtung des Priester und der Menschen auf Gott hin, wurde zueinander gekehrt, so dass sich im Wesentlichen alles um uns selbst dreht, und fast jedem Akt der Ehrfurcht der heilige Boden entzogen wurde.

Christus bleibt in dieser neu erfundenen, banalisierten, und Mensch-zentrierten Liturgie gegenwärtig, aber er wird ignoriert, vergessen, missbraucht, und ihm wird die Show gestohlen. Wie Kain bieten wir Gott nicht mehr unser Bestes an, sondern behalten es für uns. Jeder, der versucht, Gott das zu bieten, was er verdient, wird wie Abel, mit Neid, Verachtung und sogar Gewalt bedroht.

Die Krise in der Kirche ist offensichtlich eine Krise des Egoismus und des Anthropozentrismus. Es ist die Frucht dieser neuen Abgötterei. Wir sind dahin gekommen, zu glauben, dass wir besser als Gott wissen, was für uns am wichtigsten ist.

Das Zweite Vatikanische Konzil sagt uns:

„[A] lle Dinge auf der Erde sollten auf den Menschen als Zentrum und Höhepunkt bezogen sein“  (Gaudium et Spes 12, 1. Satz)

Das müssen wir ablehnen.

 Alle Dinge auf der Erde sollten auf Christus als ihr Zentrum und Höhepunkt bezogen sein. Wir sind nicht Verehrer des Menschen; wir sind Verehrer Jesu Christi! Verehrer der Heiligsten Dreifaltigkeit! Aber wenn unsere Liturgien nicht Gott als Gegenstand der Verehrung zeigen, ist es ein Wunder, dass wir von uns selbst besessen sind? Wir sprechen ständig darüber, wie wir Liturgie „erleben“ und was wir „aus ihr herausnehmen“ und ob sie „uns bewegt “ – aber wem wenden wir uns da zu?

Die Architekten der Neuen Liturgie wussten genau, was sie taten. Und sie waren erfolgreich. Sie haben mit einem einzigen Schlag das gesamte liturgische Gebäude der Kirche auf ein Fundament aus Sand gesetzt. Und jetzt, wo das Gebäude zusammenbricht, und der Glauben zusammen mit ihm, kommen sie, um uns zu sagen, dass die anderen Wahrheiten unseres Glaubens nichts anderes als ein „Ideal“ sind,  zu schwer, um sie zu leben bis dahin, dass, weil die Dinge so weit abgekommen sind, wir nun Wege finden müssen, diese zu akzeptieren und mit diesen Situationen zu arbeiten „wie sie sind.“ Dadurch dass sie den zentralen Akt des Gebetes der Kirche zerstört haben, haben sie unser Verständnis unserer Beziehung zu Gott und alles andere untergraben. Jetzt, nach einem halben Jahrhundert des Abrisses, sind sie ohne wesentlichen Protest dabei, auch das noch abzureißen, was vom Glauben übrigblieb.

Diejenigen, die die Krise in der Kirche wahrnehmen, haben das Recht, die Frage zu stellen:

„Warum können wir sehen, was passiert, wenn andere es nicht können? Warum scheint Gott dies nur uns wenigen zu zeigen? „Könnte es sein, dass es wegen dem ist, was er zu Kain sagte „Wirst Du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen?“

Jemand schrieb mir vor kurzem über das Ausmaß der Leugnung katholischer Weggefährten darüber, was in der Kirche geschieht „Es ist einzig die lateinische Messe „, sagte sie, „die mich das mit meinen Augen sehen lässt“.

Es ist nicht zu spät. Liebe katholische Weggefährten, verliert nicht die Orientierung! Lasst euch nicht täuschen. Gute Liturgie – und damit meine ich heilige, andächtige, gottesfürchtige Liturgie – wird Euer Leben verändern, auch wenn Ihr große Opfer bringen müsst, sie zu besuchen.

 Gibt es etwas wichtigeres als dein Heil, oder das deiner  Kinder? Wenn Du eine gute Messe besuchen kannst, spute dich! Wenn Du keine traditionelle lateinische Messe finden kannst, wende dich dem Osten zu, der von den Zerstörern weitgehend ignoriert worden ist!

Die Saboteure hatten einen Versuch, und so zerschlugen sie die eine Form der Liturgie, die die größte Zahl der Katholiken beeinflussen würde. Sie gaben alles, was sie hatten, aber, wie Gott es wollte, war es nicht der Todesstoß. Gott wird immer noch wirklich verehrt. Und wir sind verpflichtet, in dieser wahren Anbetung zu bleiben um seinetwillen und wegen unseres Heiles. Keine weiteren Entschuldigungen.

Zwar trifft es zu, dass eine gute Liturgie allein nie ein Allheilmittel sein wird, aber es gibt doch nichts wirkungsvolleres, was Sie für Ihren Glauben tun können, was Sie für Ihr Verständnis von dem tun können, was in der Welt geschieht, was Sie für das Wohl Ihrer Seele und das Ihrer Lieben tun können, als aufzuhören, an einer Liturgie teilzunehmen, die entworfen wurde, Sie selbst vom Allerheiligsten, dem man zu gedenken behauptet, zu trennen. Man kann nicht vergiftetes Wasser ohne schädliche Wirkung trinken, egal wie durstig oder wie belastbar man ist. Es wird nicht nähren, sondern auszehren.

Hier ist keine Zukunft.

Das neue Paradigma stürzt jetzt in sich selbst zusammen. Es wird noch zu unseren Lebzeiten aufgegeben werden, Es wird zu einer Karikatur seiner selbst werden, unkenntlich für alle, die den Glauben bewahren. Wie die arianischen „Christentümer“ des 4. Jahrhunderts wird dieses neue Paradigma zu einem ausschließlichen Wirkungsbereich der Feinde unseres Herrn werden.

Die Liturgie ist der Schlüssel unseres gesamten Verständnisses von dem, womit wir konfrontiert sind, wer wir sind, und von dem, was wir tun müssen.

Es wird auch keinen anderen Weg geben, um das Kommende zu überstehen. Die Liturgie ist unser wesentlicher und wirkmächtigster Begegnungsraum mit Gott. Wir haben die Pflicht, einen Ort zu finden, wo der Priester und das Volk Gott in einer Weise anbeten, die IHM wohlgefällig und angemessen für IHN ist.

Sobald dieser Ort gefunden ist, fliehe zu ihm. Klammere dich an ihn. Mach dir keine Sorgen über die Widerwärtigkeiten die du ertragen musst, um ihn zu erreichen, denn Gott weiß diese Dinge, und er wird dich für diese Mühen segnen.

Sei an deinen Platz im Universum erinnert. Unterwirf dich DEM, der es regiert. Liebe ihn aus deinem ganzem Herzen, deinem Verstand und mit aller  Kraft, und verehre ihn so, wie er es verdient. Es ist eine Entscheidung, die Du nie bereuen wirst.

Pater Richard G. Cipolla, Die Entmännlichung der Liturgie im Novus Ordo (2 von 3)


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Zunächst ist Männlichkeit der Gegensatz von Sentimentalität, nicht von Gefühl an sich, sondern von Sentimentalität. Im ganzen traditionellen Ritus, der auch außerordentliche Form des römischen Ritus genannt wird, gibt es keine Spur von Sentimentalität. Dieses ist an den Rubriken und Gebeten [des Vetus Ordo Red.] ersichtlich, welche prägnant und auf den Punkt genau sind, ohne die Schönheit der Sprache zu opfern. In seinen Rubriken verhindert [der Vetus Ordo], dass die Persönlichkeit des Priesters ihre eigenen Gefühle und Entscheidungen dem Ritus aufdrückt. Wenn wir die Erkenntnis des seligen Kardinal Newman ernst nehmen, der sagte, dass Sentimentalität Säure für die Religion ist, in diem Sinne, dass sie die wahre Religion zersetzt, dann sind die Rubriken des traditionellen Ritus die kleine lila Pille, welche den Reflux der Sentimentalität in die Liturgie verhindert.[1]

Zweitens ist mit der traditionellen römischen Messe die volle Akzeptanz der Stille als das Herz der Kommunikation mit Gott gewährleistet. Die aktive Teilnahme wird hier als Kontemplation, als Gebet verstanden. Die Worte des Ritus sind nie das Entscheidende. Sie sind festgelegt und weisen immer über sich selbst hinaus. Jedermann weiß, dass bei zwei wirklichen Freunden in der Gegenwart des jeweils anderen die Herzen zueinander in absoluter Stille sprechen können. Dies ist das Schweigen des Moses vor dem brennenden Dornbusch, die Stille der Wüstenväter, die Stille, die von St. Benedikt in der Höhle von Sacro Speco ausging.

Drittens gibt es die Tatsache der Männlichkeit der lateinischen Sprache. Diese Sprache ist im Gegensatz zu der Weiblichkeit der romanischen Sprachen, sie aus ihr hervorgehen männlich in ihrer Prägnanz, ihrer Präzision, ihrer Förmlichkeit, ihrer Unbequemlichkeit und ihrem Mangel an Biegsamkeit. Selbst in den Händen eines Dichter wie Ovid, der es mit Sicherheit verstandenhat, die weiblich Seite der römischen Poesie ans Licht zu bringen, bleibt auch dort die Männlichkeit der Sprache gegen jeden Versuch, das zu ändern, in ihrer Männlichkeit bestehen.

Viertens verlangt der traditionelle römische Ritus, nicht nur in seinen Rubriken, sondern auch in seinem Wesen, eine Unterwerfung unter die Form. Er verlangt eine Unterdrückung der Selbstverwirklichung. Man wählt diesen Weg, um sich unterzuordnen. Man trifft eine Wahl, die immer eine geradezu heldenhafte Selbstlosigkeit, ein Selbstvergießen, eine Selbsthingabe an das größere Ziel einschließt.

Fünftens, sehr eng mit dem vorhergehenden Aspekt verbunden ist die Liturgie etwas Vorgegebenes, nichts Gemachtes. Man kann hier nur eintreten. Dieser Aspekt wird in den östlichen Riten noch deutlicher, in denen Rationalismus und Sentimentalität bisher nie die Chance hatten, die Gott-Gegebenheit der Liturgie zu erodieren. Diese Vor-Gegebenheit ist weder Versteinerung noch eine Leugnung organischer Entwicklung. Vielmehr ist sie wie ein großes Haus, in das man eintritt und das über viele Jahrhunderte durch die Inspiration des Geistes gebaut wurde. Das Genie und die Wahrheit von Romano Guardinis „Geist der Liturgie“ das den gegenwärtigen Papst Benedikt XVI. inspiriert, der in seinem eigenen Verständnis der Liturgie ein große Tiefe erreicht, erfasst diese absolute Vorgegebenheit der Liturgie; denn man kann nicht „im Hause des Herrn spielen“, ohne dass das Haus schon da ist, in dem man spielt. Der Priester akzeptiert das Verbot, seine eigenen Vorlieben und Missgunst hier auszuleben, zugunsten der Liturgie. Er wird dazu aufgerufen, sich nur auf das zu konzentrieren, und nur das zu tun was getan werden muss. Diese Ablösung von sich selbst akzeptiert er als Notwendigkeit, ohne die man nicht in die kosmische Liturgie eintreten kann, die Zeit und Raum transzendiert.[2]

Sechstens ist die Liturgie mannhaft in ihrem Verständnis und Gebrauch zweideutiger Gesten wie dem Kuss. Der Kuss findet sicherlich einen festen Platz im Bereich der Erotik. Und doch ist der Kuss ein Zeichen des Respekts und der Liebe sowohl zu den Kult-Gegenständen, die in der Liturgie verwendet werden als auch im Friedenskuss für diejenigen, die an der Liturgie teilnehmen. Der Kuss wird als erotisches Symbol gereinigt und auf die höchste und objektivste Ebene der Anbetung der Gegenwart Gottes in der Liturgie gehoben. Ich bin immer amüsiert und verwirrt über diejenigen, die die traditionelle römische Messe ohne die üblichen Küsse mit der Begründung feiern, dass sie irgendwie „exzessiv“ und anfällig für Missverständnisse seien. Sie sind nie übertrieben. Jesus wies Judas darauf hin, als die Frau seine Füße mit kostbarer Narde salbte. Diese Küsse sind nur dann anfällig für Missverständnisse, wenn die Liturgie ihrer angeborenen Mannhaftigkeit beraubt wird.

Schließlich akzeptiert die Liturgie in ihrer Mannhaftigkeit das wesentliche Alleinseins des Priesters inmitten seiner Gemeinde, die seine behütenswerte Herde ist, die er liebt, und für die er sterben würde, wen das notwendig wird. Der so geformte Priester steht allein am Altar, um das Heiligste für sein Volk zu opfern. Er steht in der Linie von Melchisedek, von Moses, von Paulus, von Augustinus und in der Linie von allen Heiligen, die sich nicht davor fürchteten allein vor Gott für und mit der Gemeinschaft zu sein. Dieser Priester steht vor allem in der Linie derjenigen die sich nicht scheuten, das Alleinsein des Martyriums zu erdulden.

Aus der obigen Diskussion über die Männlichkeit und Mannhaftigkeit der Liturgie folgt offensichtlich, dass die Entmannung der Liturgie die Entmannung des Priesters zur unmittelbaren Folge hat. Im Folgenden möchte ich zwei Beziehungsfelder charakterisieren, in denen der Priester genau das erfährt: eine, die direkt aus dem weltweit gefeierten Novus Ordo resultiert und eine zweite, die daraus folgt, dass die Mannhaftigkeit des Priesters vergessen und verloren wurde.

Der Priester wird durch nichts stärker entmannt als durch die moderne Gewohnheit der  Zelebration der Messe zum Volk hin. Weder ihr nicht traditionelles Wesen, weder ihre Begründung durch eine falsch verstandene und sentimentalisierende Rückbindung an eine romantisierte Antike (die Pius XII. schon in Mediator Dei als Archäologismus geißelte), noch die Verfälschung der Messe durch Betonung des völlig sekundären Mahlaspektes und Negierung des primären Opfercharakters ist hier das Problem. Das Priestertum wird in allererster Linie  geradezu geistlich kastriert durch die der Tradition völlig unbekannte und absolut neue Zelebration zum Volke hin.[3]

[1] Die Thematik der Zerstörung der wahren Religion durch ihre Reduzierung auf Gefühle allein durchzieht alle Predigten und Werke von Newman. In seiner Rede zur Verleihung der Kardinalswürde bringt er dieses Thema neu auf und nennt es Liberalismus. Diese Rede ist zugleich machtvoll wie auch vorausschauend.

[2] Zu diesem Punkt siehe: Romano Guardini, The Church and the Catholic and The Spirit of the Liturgy (Sheed and Ward: New York 1935), especially chapters 3 and 9.

[3] Die dritte Revision der Allgemeinen Einführung zum römischen Messbuch macht es mehr als deutlich, dass die Messe zum Volk hin nicht auferlegt wurde und dass die traditionelle Haltung ad orientem sicherlich erlaubt ist. Eines der großen Geheimnisse der nachkonziliaren Liturgierevolution ist die Frage, wie die Messe zum Volk hin zur Vorschrift wurde trotz der Abwesenheit von offiziellen Dokumenten, welche diese Haltung rechtfertigen würden. Über die detaillierte und nüchterne Geschichte des theologischen Verständnisses der „Ostung“ des Priesters und des Volkes bei der Zelebration der Liturgie, siehe: Uwe Michael Lang, Turning to the Lord, (San Francisco: Ignatius Press 2009). Deutsche Fassung: Conversi ad Dominum, Johannes Verlag.

Pater Richard G. Cipolla, Die Entmännlichung der Liturgie im Novus Ordo (1 von 3)


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Von Pater Richard G. Cipolla, Ph.D., D. Phil.(Oxon.), das Original fand sich hier.

Der Briefwechsel zwischen Kardinal Heenan von Westminster und Evelyn Waugh[i] vor der Promulgierung des Novus Ordo, in dem Waugh seinem Herzensschrei über die nachkonziliare Liturgie Luft macht und im Kardinal einen sympathischen, wenn auch unwirksamen Zuhörer findet, ist allgemein bekannt.[1] Nicht allgemein bekannt ist Kardinal Heenans Kommentar auf der Bischofssynode in Rom nach Präsentation einer experimentellen Messe, einer sogenannten Missa normativa, die zum ersten Mal im Jahre 1967 einer Gruppe von ausgewählten Bischöfen präsentiert wurde. Das folgende Essay ist von den Worten Kardinal Heenans inspiriert:

Bei uns zu Hause besuchen nicht nur Frauen und Kinder, sondern auch Familienväter und junge Männer regelmäßig die Messe. Wenn wir ihnen diese Art von Zeremonie anbieten würden, die wir gestern sahen, wären wir in unseren [Gottesdienst-]Gemeinden bald mit Frauen und Kindern allein.“[2]

Der Kardinal bezieht sich auf die Lügen, die den eigentlichen Kern der Novus Ordo Form der Römischen Messen betreffen, sowie auf die Gottesdienstbesucher und die tiefen Probleme, welche  die Kirche seit der Aufzwingung der Novus Ordo Form des römischen Ritus 1970 begleiten.[3] Man könnte versucht sein das, was Kardinal Heenan erfahren hatte als die Verweiblichung der Liturgie zu subsumieren. Aber dieser Begriff wäre unzureichend und letztlich irreführend. Denn es gibt einen wirklichen marianischen Aspekt der Liturgie, die deswegen weiblich ist. Die Liturgie bringt das Wort Gottes zur Welt (gebärt), weiterhin bringt sie den Leib des Wortes hervor, damit es angebetet wird und als Speise dargebracht wird. Präziser sollte man sagen, dass die Liturgie im Novus Ordo „ver-weibisch-t“ und verweichlicht (effeminized)  wurde.

Es gibt eine berühmte Passage in Caesars „De bello Gallico“, wo der Verfasser erklärt, warum der Stamm der Belgae so gute Soldaten hatte. Er führt dies auf ihren Mangel an Kontakt mit den Städten, den Zentren der Kultur zurück. Caesar nahm an, dass ein solcher  Kontakt ad effeminandos animos – zur Verweichlichung der Seelen führen, zur Verweichlichung und Verweibischung ihres Charakters.[4] Aber wenn man über die Risiken der Verweibischung/Verweiblichung der Liturgie spricht, wird man deswegen falsch verstanden, weil das als Abwertung der Frau und des Frauseins an sich verstanden wird. Ohne die Ansicht Caesars über den Einfluss der Kultur auf die Soldaten, welche sicherlich als macho bezeichnet werden kann, zu übernehmen, kann man sicherlich über die Entmännlichung des Soldaten sprechen, welche seine Strenge minimiert und das auflöst, was einen Soldaten ausmacht. Es ist keine Abwertung der Weiblichkeit. Es kann vielmehr als eine Abschwächung dessen beschreiben, was es bedeutet ein Mann zu sein.

Um zu beschreiben, was Kardinal Heenan bei der ersten Feier der experimentellen Messe im Jahr 1967 sah,[5] möchte ich den Begriff Entmännlichung (devirilization) verwenden. Die Liturgie wurde in der Novus Ordo Form, welche Benedikt XVI. etwas umständlich, aber verständlicherweise die ordentliche Form des Römischen Ritus nennt, entmännlicht (devirilized). Man muss sich die Bedeutung des lateinischen Wortes vir ins Gedächtnis rufen. Sowohl vir als auch homo bedeuten „Mensch“, aber es ist vir allein, die die Konnotation des Mannes als Held enthält und es ist genau dieses Wort, das oft für „Mann“ verwendet wird. Die Aeneis beginnt mit den berühmten Worten: arma virumque cano („Ich singe von Waffen und Helden“). Was Kardinal Heenan im Jahr 1967 vorausschauend und richtig sah, war die faktische Beseitigung der mannhaften Natur der Liturgie. Er sah den Ersatz der männlichen Objektivität, notwendig für den öffentlichen Kult der Kirche, durch Weichheit, Sentimentalität und einer Personalisierung, welche auf die mütterliche Person zentriert ist.

Das Volk steht während der Liturgie[6] in einer marianischen Beziehung zur Liturgie: achtsam, innerlich offen und  nach-denkend  wartet man, um erfüllt zu werden. Innerhalb der Liturgie ist es der Priester als Vater, der spricht, verkündet und das Wort so vermittelt, dass das Wort zur Nahrung werden kann für diejenigen, die in dieser erhebendsten Betätigung der Kirche, das ist in der Liturgie, stehen.[7] Es ist der Priester, der Christus dem Vater opfert. Dieser Akt ist es, der die tiefste Bedeutung dessen vermittelt, was es heißt Priester zu sein. Und so macht die Rolle des Priesters als Vater seine Rolle unterscheidbar nicht nur in seiner Funktion, sondern in der eigentlichen Ontologie der Sexualität[ii].[8] Der Priester am Altar steht in persona Christi [in der Person Christi, d.h. an Christi statt Red.], in persona Verbi facti hominem [in der Person des Wortes, das Mensch wurde], und das nicht nur als homo [Mensch], da dies ein Wort ist, welches gewissermaßen das Geschlecht transzendiert, sondern in persona Christi viri [in der Person Christi des Mannes][iii], in diesem Sinne, dass  homo factus est ut fiat vir, ut sit vir qui destruat mortem, ut sit vir qui calcet portas inferi [er ist Mensch geworden, um ein Mann zu werden, damit er ein Mann ist, der den Tod zerstören wird, damit er ein Mann ist, der die Pforten der Hölle niedertreten wird Red.]: Gott ist Mensch geworden, um ein männlicher Held zu werden, welcher den Tod zerstören und die Pforten der Hölle mit eigenen Füßen niedertreten wird.

Die Entmännlichung der Liturgie und die Entmännlichung des Priesters kann aus praktischen Gründen nicht voneinander getrennt werden. Im Folgenden möchte ich, obwohl lückenhaft und unvollständig, zunächst spezieller auf die Entmännlichung der Liturgie als solcher in der Novus Ordo Form des römischen Ritus zu sprechen kommen. Im Weiteren will ich die notwendige (da sie vom entmännlichten Ritus stammt) Entmännlichung des Priesters zu sprechen kommen und diese anhand von konkreten Beispielen beschreiben.

Die Beschreibung der römischen Liturgie mit Adjektiven wie „streng“, „präzise“, „edel“ und „einfach“ ist ein Gemeinplatz unter denen, die über die Liturgie in der modernen liturgischen Bewegung des zwanzigsten Jahrhunderts geschrieben haben. Viele dieser Autoren haben jedoch diese Strenge des römischen Ritus verklärt oder habe sie benutzt, um den Ritus seiner organisch über mehrere Zeitalter gewachsenen Gestalt zu entblößen, in dem sie die organisch gewachsene Gestalt mit Begriffen wie „gallikanische Zusätze“ und „nutzlose Wiederholungen“ diskreditierten. Anstatt den römischen Ritus als „streng“ zu bezeichnen, ein Adjektiv, das wohl puritanischen Unterton hat, ist es besser, von der Männlichkeit oder Mannhaftigkeit des traditionellen römischen Ritus zu sprechen. Eine Definition von Männlichkeit in diesem Zusammenhang ist deswegen notwendig. Dies ist etwas schwierig, und diese Frage verdient ein tieferes Studium. Deswegen werde ich einige Aspekte des traditionellen römischen Ritus aufgreifen, die zu erklären helfen, was ich mit der inhärente Männlichkeit und Mannhaftigkeit im Zusammenhang mit diesem Ritus meine.[9]

[1] Evelyn Waugh and John Carmel Cardinal Heenan, A Bitter Trial, 2nd ed. (South Bend: St. Austin Press, 2000)

[2] Ibid., 70.

[3] Die wichtige Frage bezüglich der Gültigkeit der Aufzwingung von Novus Ordo und die effective Verbannung des Missale des Römischen Ritus 1962 wurde von Joseph Ratzinger in seinem Buch Der Geist der Liturgie (San Francisco: Ignatius Press, 2000, 165-66) aufgeworfen. Es scheint, dass die Antwort auf diese Frage in der Promulgierung von Summorum Pontificum und in dem Begleitschreiben an die Bischöfe geklärt wurde. Die Frage ist aber nicht diese, ob ein Papst ein reformiertes Missale herausgeben kann. Der Hl. Pius V tat dies gewiß als Antwort auf das Tridentinum. Die Frage lautet, ob ein Papst der Kirche eine neue Form des Missale auferlegen [aufzwingen] und den traditionellen römischen Ritus unterdrücken kann. Dieses Kult-ähnliche Verständnis der päpstlichen Gewalt wurde von Paul VI vertreten und es wurde von denen unterstützt, welche ihn dazu ermutigt haben den traditionellen römischen Ritus zu unterdrücken, sowie von Bischöfen, welche sich diesem kühnen Manöver angeschlossen haben. All das würde Pius IX [dem ersten Papst, welchem das Jurisdiktionsprimat dogmatisch zugestanden wurde Red.] vor Scham und vielleicht von Neid erröten lassen [weil er sich niemals so viel Macht hätte träumen lassen Red.].

[4] Caesar, De bello Gallico, 1.1

[5] Kardinal Heenan stellte dieser Bemerkung die Beobachtung voraus, dass er nicht wisse, wer die Neue Messe vorgeschlagen habe, aber es sei ihm klar, dass nur wenige von ihnen Pfarrer waren [oder in der Gemeinde arbeiteten].

[6] Man sollte nicht vom Volk [als dem liturgischen Gegensatz zum Priester Red.] sprechen, das während der Liturgie anwesend ist, sondern eher vom Volk, das innerhalb der Liturgie ist. Die Liturgie ist etwas, was zu betreten ist, es ist nichts, was betrachtet, gemacht oder durch das anwesende Volk ins Sein gebracht wird.

[7] Sacrosanctum Concilium 10: “Dennoch ist die Liturgie der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt.”

[8] Über die ontologische Natur der Sexualität siehe Angelo Scola, “The Nuptial Mystery: A Perspective for Systematic Theology?”, Communio 30 (Summer 2003).

[9] Dieser Aufsatz hat nicht vor, den verbalen Inhalt des Novus Ordo Ritus zu thematisieren, wie zum Beispiel die radikalen Änderungen in den Kollekten und in den Offertorien. Die wichtigen und auf ihre Weise verheerenden Ergebnisse der Forschung von Dr. Lauren Pristas wurde in einer Reihe von Aufsätzen und einem zu folgenden Buch behandelt, welches die Revisionen des post-konziliaren Consiliums [eines ökumenischen Gremiums von Theologen und Liturgiewissenschaftlern Red.] zum Inhalt hat, welche an den Kollekten der Messe vorgenommen wurden, um die rationalistische und modernistische Politik [des Conciliums] darzustellen und was zu den neuen Kollekten innerhalb der Novus Ordo Messe führte. Diese Politik fällt ebenfalls unter die Kategorie der „Entmännlichung“. Lauren Pristas, “The Orations of the Vatican II Missal: Policies for Revision”, Communio 30 (Winter 2003) 621-653; “Theological Principles that Guided the Redaction of the Roman Missal 1970”, The Thomist 67(2003) 157-95; “The Collects at Sunday Mass: An Examination of the Revisions of Vatican II”, Nova et Vetera, 3:1 (Winter, 2005) 5-38. Siehe auch Aidan Nichols, Looking at the Liturgy, (San Francisco: Ignatius Press 1997). Dieses kurze Buch ist immer noch die beste Quelle, um die rationalistischen und antiliturgischen Voraussetzungen der spät-modernen liturgischen Bewegung zu verstehen, welche in die Novus Ordo Form der Messe mündete.  [Diese Thematik der neuen Kollekten und Offertorien wurde auch im folgenden Buch thematisiert in Cekada, Anthony, Work of Human Hands. A Theological Critique of the Mass of Paul VI, Philothea Press: West Chester 2010, 219-246;275-304. Red.]

[i] Evelyn Waugh (1903-1966) britischer Schriftsteller und Konvertit. Bekannt für seinen Roman „Wiedersehen mit Brideshead“ (Brideshead revisited), einer der bessern Stilisten der englischen Sprache im XX Jahrhundert. Ebenfalls empfehlenswert sind  aus der katholischen Sicht seine Romane „Schwert der Ehre“ (Sword of Honour) und „Helena“, welche auf Deutsch verlegt wurden, denn die Originalprosa Waughs ist sprachlich recht anspruchsvoll, dennoch lesenswert. [Red.]

[ii] Der Autor will hier wohl sagen, dass der Priester nicht nur der Gemeindevorsteher oder –bespasser ist, weil dies leider die Priesterrolle im Novus ordo ist, sondern, dass er liturgisch gesehen ein Vater ist, weil er ein Mann ist. Der Mann kann nur ein Vater sein, keine Mutter.

[iii] Dies ist auch eines der Hauptargumente gegen die Frauenweihe. Christus war ein Mann oder ein biologischer Mann, wie man heutzutage näher bestimmen muss, und daher kann nur ein Mann an Christi statt wirken und zwar real und nicht metaphorisch.

Novus Ordo und Mann-Sein oder Vorbemerkungen zum Text von Pater Cipolla.


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Wir stellen hier, wieder einmal in der hervorragenden Übersetzung von davillatollkühn, einen profunden und dichten Text von Pater Cipolla vor, einem der bekannteren Autoren auf Rorate Caeli.

Wenn wir Pater Cipolla schreiben, dann trifft diese Anrede die Sache nicht genau, denn seit 50 Jahren ist die korrekte Anrede eines Priesters in der deutschen Sprache verschwunden. Korrekt wäre es „Hochwürden“ zu schreiben, aber dies erscheint sogar uns zu antiquiert und am Rande der Lächerlichkeit. Denn Cipolla ist kein Ordensgeistlicher, sodass er kein „Pater“ ist, er ist ein Hilfsgeistlicher, somit kein „Pfarrer“ und kein Bischof und daher kein „Monsignore“, obwohl dieser Ehrentitel nicht nur für Bischöfe gilt. Von „Priester“ Cipolla zu sprechen erscheint despektierlich und undeutsch, sodass wir das amerikanische Father – Pater für Priester hier einfach lassen. In anderen Sprachen, wie im Polnischen, gibt es eine gebräuchliche Anredeform für einen Priester, die sich recht antiquiert der 3 Person Singular bedient, wie es in manchen Regionen Deutschlands noch heute üblich ist: „Er nehme“ anstatt „Du nimmst“ oder „Sie nehmen“. Diese besondere Priesterform lautet: „der Priester nehme“. Was hat das mit dem Text von Pater Cipolla zu tun? Dass es im deutschsprachigen Raum so wenige Priester gibt, dass es nicht einmal eine korrekte und allseits bekannte Anredeform für sie gibt. Es ist so, als würden alle Doktoren aussterben! Oh weh!

Priestertum kein Männerberuf

Warum gibt es keine Priester oder immer weniger Priester? Weil das Priestertum kein Männerberuf ist. Man sagt zwar in anderen Bereichen „kein reiner Männerberuf mehr“, aber das Priestertum ist entweder ein Männerberuf oder es existiert nicht, obwohl das Priestertum durch die verheirateten Diakone, die immer den Eindruck eines Pantoffelhelden machen und durch die Pfarr-Gemeinde-Pastoral-und-wie-auch-immer-Assistentinnen immer weiter entmännlicht und feminisiert wird. Die Anzahl der Frauen auf der Szene, pardon, im Presbyterium, ist in den deutschsprachigen Ländern wirklich beispiellos hoch und es handelt sich fast immer um übergewichtige, wenig hübsche Frauen, mit Kurzhaar-Bürsten-Mecki-Frisur mit einem Batisttuch um den Hals, welche mit einem Augenaufschlag nach oben immer recht betont Worte wie: „Gott“, „Menschen“, „Ökumene“, „Engagement“ und „Miteinander“ sprechen, während ihnen der Pfarrer oder „die andere Madam“, wie es boshaft der Blogger Mundabor ausdrücken würde, selig zulächelt. Nein, nicht alle katholische Priester sind homosexuell, aber sie machen einen dermaßen verweiblichten und verweichlichten Eindruck, dass es nicht weiter auffällt.

Was macht ein Pfarrer im deutschsprachigen Raum? Wir wissen es nicht genau, nach Beobachtungen vermuten wir aber, dass es nicht sehr viel ist. Denn es ist:

  1. „das Einbinden der pastoralen Gruppen“,
  2. „das Miteinander“,
  3. das Herumsitzen in verschiedenen Gremien, im Sinne von 2.,
  4. „die Jugendpastoral“, man verreist mit den Jugendgruppen und spielt Gitarre,
  5. „die Kinderpastoral“, man verkleidet sich als Weihnachtsmann, während die Pastoralassistentin das Zepter führt,
  6. Man macht einen gütigen und wohlwollenden und vor allem menschennahen Eindruck,
  7. Man brüskiert niemanden, denn man ist „dialogoffen“ und „gesprächsbereit“,
  8. Man veranstaltet „Gottesdienste“ (das Wort „Messe“ wird nicht verwendet), in denen es um „Kreativität“, „das Mitmachen“ und „die-Menschen-Erreichen-Wollen“ geht.

Was ist da der Unterschied zu einer männlichen Kindergärtnerin? Kaum einer. Es ist doch unmöglich, dass dieses Priesterbild und diese Aufgaben normale, männliche Männer anziehen, die ja etwas „schaffen oder bewegen“ wollen. Die nachkonziliare Kirche ist nicht in der Lage ein konsistentes Lehrgebäude zu vermitteln, was jedem spätestens im zweiten Semester der Theologiestudiums auffällt. Die alte vorkonziliare Theologie ist zwar konsistent, denn wahr, aber sie ist verboten. Und Männer lieben Sinn, Ordnung und Logik. Den Kampf lieben sie auch. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Alte Messe so viele Männer anzieht. Bei allen Vetus Ordo Messen, die der Schreiber dieser Zeilen in mehreren Ländern besuchte, waren mehr Männer als Frauen unter den Gläubigen. Um die Exotik dieses Satzes, der sich dermaßen von unserem Novus Ordo-Alltag unterscheidet, nochmals zu unterstreichen, halten wir fest:

  1. Es sind überhaupt Menschen in der Kirche.
  2. Es sind Männer in der Kirche.
  3. Es sind mehr Männer als Frauen in der Kirche.

„Unmöglich!“, sagen Sie? Nein, Vetus Ordo macht es möglich!

Als Mann bei der Novus Ordo Messe – verdächtig

Der Schreiber dieser Zeilen ging recht oft in die Kirche und häufig passierte es, dass er der einzige Mann, damals noch ein recht junger, unter lauter Frauen bei einer Novus Ordo Messe war. Häufig war er die einzige „Nicht-Nonne“ bei einer frühen Gemeindemesse, die von Ordensfrauen besucht wurde. Er fühlte sich dabei schlecht, als hätte er sich in einen Damenumkleideraum verirrt oder als wäre er der einzige Mann bei einem Damenkränzchen. Es kam ihm vor, als ob ihn diese Frauen misstrauisch anschauten und sich insgeheim fragten:

„Was stimmt bei dem nicht? Warum ist er in der Kirche? Als Mann? Warum nicht im Seminar? Warum selbst kein Priester? Ist er schwul? Ist er krank? Ist er sonst nicht normal?“

Es kommt oder kam wirklich sehr selten vor, dass er bei Wochentagsmessen andere Männer traf, die keine Rentner, keine Obdachlosen und keine zarten, verweiblichten Jünglinge waren. So hatten die fragenden Blicke der Ordensschwestern und der Frauen doch recht. Es war sehr ungewöhnlich. Der Schreiber dieser Zeilen ist sich sicher, dass andere Männer ähnliche Erfahrungen haben, die sie vielleicht nicht reflektieren oder verbalisieren. Denn nach dem sensus communis des Novus Ordo gehören Männer einfach nicht in die Kirche. Er hörte oft unter den „richtigen Männern“ den Satz:

„Kirche ist nichts für Männer. Es ist etwas für Frauen und Kinder. Ein Mann kann Priester werden oder ein Bischof, wenn er die Frauen lassen kann. Das ist in Ordnung. Aber dieses In-die-Kirche-Gehen ist unmännlich!“

Dies sind die Aussagen sozusagen der Besten, also der einigermaßen noch gläubigen Katholiken, welche den Sinn der katholischen Religion einsehen. Der Schreiber dieser Zeilen hatte sich immer bei den Novus Ordo Messen gelangweilt, konnte sich schlecht konzentrieren, fühlte sich deswegen schuldig, bis er in einem pastoralen Buch eines Moraltheologen las, dass

„Männer sich halt in der Kirche langweilen, weil sie von ihrer Natur her auf Aktivität ausgerichtet sind“.

Das war eine Erleichterung, dass er doch normal ist. Aber er langweilte sich immer bei den Novus Ordo Messen, jedoch niemals bei der Anbetung, wo ja gar nichts passiert, kaum bei den Litaneien oder beim Rosenkranz. Nur bei der Novus Ordo Messe. Es scheint einfach, und Pater Cipolla zeigt die Gründe, dass die Novus Ordo Messe mit Absicht, unter dämonischer Einflüsterung, so konzipiert wurde, damit sie Männer verjagt. Kardinal Heenan hatte es schon früh erkannt. Als der Schreiber dieser Zeilen zum ersten Mal eine Alte Messe besuchte, so dachte er bei sich:

„Endlich Ordnung, Logik, Struktur! Das ist es!“

Diese Erfahrung wird auch anderen Männern zuteil und unsere Leser können gerne über ihre eigenen Erfahrungen berichten. Entweder sind Frauen bei Novus Ordo duldsamer oder sie werden durch die weibliche Art des Novus Ordo angezogen. Es ist doch recht weiblich permanent auf jemanden einzureden, ohne dass er zuhört. Das Beispiel mit dem italienischen Kinderwagen, bei dem die Mutter das Kind immer vor Augen hat, das Pater Cipolla wählt, ist sehr treffend. Die Priester ist im Novus Ordo nicht nur der Showman, er ist auch die Übermutter, welche die Kinder, sprich die Gemeinde, immer vor Augen hat, damit die nichts „ausfressen“ und z.B. während des Gottesdienstes den Rosenkranz beten oder nicht „aufpassen“. Bei der Alten Messe fällt dieser beidseitige Druck weg, denn der eine hat nichts zu animieren und die anderen können beten, meditieren, im Schott die Gebete mit verfolgen oder anderes tun. Bei allen Tridentinischen Messen, die der Schreiber dieser Zeilen besuchte, sah er niemanden bei den Erwachsenen, der etwas Ungebührliches tat. Sogar Kinder waren konzentrierter. Es ist als würde man dem Anführer in die Schlacht folgen oder am untersten Treppenabsatz der Opferung eines Priesters beiwohnen, der für uns stellvertretend opfert. Und genau das ist ja auch die Theologie der Messe.

Unmännlichkeit des Novus Ordo und die Kompensation

Die Novus Ordo Messe ist unmännlich und das Novus Ordo Priestertum leider auch. Und deswegen gibt es kaum Berufungen oder es kommen verweiblichte Jünglinge in die Seminare, welche dann oft homosexuell werden und falls doch nicht können sie den Beschwernissen des geistlichen Kampfes nicht gerecht werden. Was macht einen Mann aus? Das Kämpfen und das Erschaffen, was nicht nur in die biologische Vaterschaft münden muss. Nicht der Geschlechtsverkehr. Man hat wirklich als Christ und Priester genug zu kämpfen:

  • Gegen das Fleisch,
  • Gegen die Welt,
  • Gegen den Satan.

Da braucht man wirklich viel Männlichkeit, Durchhaltevermögen und Mut, denn leicht ist es nicht. Man hat aber auch als Vater andere zu leiten, sie zu belehren und durch das eigene Zeugnis aufzuerbauen. Man hat als Priester die absolute Vorbildfunktion. Man hat aber in der Novus Ordo Kirche nicht gegen das Fleisch zu kämpfen, denn man ist nicht „leibfeindlich“. Man hat nicht gegen die Welt zu kämpfen, denn nach dem Vat. II hat man mit ihr einen „offenen und wertefreien Dialog zu führen“. Man hat natürlich auch nicht gegen den Satan zu kämpfen, da es ihn nicht gibt. Was bleibt da von der Männlichkeit und vom geistlichen Kampf übrig, der die Vorbedingung für die Heiligkeit ist? Genau, nichts! Das, was wir hier darlegen, ist wirklich das traditionell-katholische Priesterbild. Solch ein Priesterbild kann Männer anziehen.

Aber es wird spätestens seit 1962 nicht praktiziert und die Priester kämpfen mit einer ständigen Identitätskrise.

Wer bin ich denn als Priester? Bin ich noch ein Mann? Bin ich krypto-schwul? Trage ich wirklich Frauenkleider?

Ja, es sind wirklich quälende Fragen, die der Schreiber dieser Zeilen schon auf die eine oder andere Weise von Seminaristen, Ordensmännern oder Priestern vernommen hatte. Und das ist der Weg sich doch noch seine Männlichkeit auf der sexuellen Ebene zu beweisen nicht so abwegig. Die Psychologie sagt, dass unsichere Männer fremdgehen, um sich einfach wenigstens auf der einen Ebene zu beweisen.[1] Die Häufigkeit des Priesterkonkubinats hat ja dieselben Gründe. Die Priester wissen nicht, was sie sind, wissen nichts mit sich anzufangen, weil sie kein geistliches Leben führen, haben zu viel Zeit, zu viel Geld und eine Willige findet sich immer, wenn man die Ansprüche nicht zu hoch schraubt. Der Schreiber dieser Zeilen hatte doch tatsächlich ein paar Priesterkonkubinen kennengelernt oder wenigstens Frauen, die gelegentliche sexuelle Beziehungen zu Priestern hatten, was sie ihm recht freimütig eröffneten und er dachte, dass die Kirchenväter doch auch in diesem Bereich recht hatten, dass die Sünde selbst die Bestrafung für die Sünde ist. Die weltlicheren Gedanken lauteten aber:

„Der arme Mensch! Was hat er sich da angelacht? Das ist erbärmlich. Sie ist weder hübsch, noch wohlgebaut, noch intelligent. Eine beidseitige verkümmerte Leidenschaft. Was ist denn mit ihr los, dass sie sich an einen Priester wirft?“

Ja, es ist Unsicherheit an beiden Seiten. Der Priester denkt:

„Ich bin nichts wert, so will ich es mir beweisen, dass es anders ist“.

Sie denkt:

„Ich bin sowieso nichts wert. Keiner will mich. Ich verdiene keinen guten, ordentlichen Mann. Dann mache ich es mit einem Priester“.

Paradoxerweise fällt ein Mann viel öfter durch hässliche Frauen als durch hübsche. Denn die hübschen haben ein höheres Selbstwertgefühl und sind meistens auch intelligenter. Sie haben es also nicht nötig.

Daher haben die deutschsprachigen Bischofskonferenzen wohlbedacht den Novus Ordo Priestern die meist hässlichen Pastoralassistentinnen zur Seite gestellt, damit die Ersteren durch die Letzteren fallen. Warum diese Betonung der männlich-priesterlichen Seite? Die Pastoralassistentinnen fallen doch auch. Weil die Assistentinnen keine Sakramente spenden. Ein gefallener Priester begeht ein Sakrileg, welcher recht schnell mit dem Glaubensverlust und Verblendung des Intellekts bestraft wird. Aufgrund dessen erhalten die Gläubigen zuerst keine würdigen Sakramente, denn der Priester befindet sich ja in der Todsünde. Dann aber nach längerer Zeit erhalten die Gläubigen keine gültigen Sakramente mehr, weil dieser Priester nicht einmal mehr die Intention hat das zu tun, was die Kirche in diesem Ritus tut,[2] was, neben der richtigen Form und Materie, die Mindestvoraussetzung eines gültigen Sakraments ist.

Der Schreiber dieser Zeilen ist sich ziemlich sicher, dass in seiner Diözese eine Anzahl der Messen, aber auch der Beichten ungültig ist, wenn bestimmte Priester diese zelebrieren bzw. hören. Woher kann er das wissen? Er spürt es, kein Ausströmen der Gnade, keine hl. Kommunion. Ist er sich das sicher? Ja, schon. Kann er das beweisen? Wie denn? Vielleicht betrügt ihn der Teufel? Möglich, aber in diesen Fällen unwahrscheinlich, weil das ganze Drum-Rum dieser Priester nicht stimmt. Weiß er denn ganz sicher von den Konkubinaten? In einigen Fällen schon, in anderen schließt er per analogiam. Somit stellt die Entwicklung von fehlender Männlichkeit zu ungültigen Sakramenten eine schiefe Ebene dar. Es ist zwar am Anfang möglich, dass, wenn der Priester zum ersten Mal fällt, es bereut und beichtet, aber fast immer wird diese Situation zu einem Dauerzustand und dann wartet man die Aufhebung des Zölibats ab. Das Problem ist aber, dass man die fehlende Männlichkeit des Novus Ordo Priestertums über das Sexuelle kompensiert und vollends seine priesterliche Identität und die Gnade für sich und andere verliert. Wenn man uns fragt, warum wir uns über das „Privatleben“ der Priester so aufregen, so antworten wir: Deswegen, weil wir keine Leistung erhalten für die wir unsere Kirchensteuer bezahlen. Keine würdigen Sakramente, keine gültigen Sakramente, keine Lehre, keine geistliche Leitung. Deswegen.

Zukunft des katholischen Priestertums

Fast nur noch Traditionalisten haben Priesterberufungen, die doch ein mehr oder weniger männlich-katholisches Priestertum verkörpern. Dennoch weiß sich eine vermeintliche Priesterberufung, die es mit der Lehre der Kirche und dem Priestertum ernst meint, nirgends zu verwirklichen.

  • Piusbruderschaft ist immer noch kanonisch irregulär, falls dies unter Papst Franziskus noch etwas bedeutet.
  • Ecclesia Dei Gemeinschaften werden fast überall von der normalen Pfarrseelsorge ausgeschlossen und seit Franziskus unterdrückt.
  • Es bleiben nur noch ein paar Mönchsorden übrig, aber nicht jeder Priester ist ein Mönch und vice versa.

Wenn man mit einer frommen Ordensfrau spricht oder gar einer kontemplativen Nonne, so merkt man: das ist vor allem eine Nonne und keine Frau. Ja, es ist eine Frau und kein Mann, aber das Geschlecht wird so sublimiert und überhöht das es keine Rolle mehr spielt, dennoch nicht im Sinne des Genders. Man wird einfach ein geistlicher Mensch. Diesen Eindruck kann man auch bei den richtig frommen Priestern und Mönchen gewinnen. Das sind vor allem Männer Gottes, keine Frauen, zuerst Männer, aber vergeistigte Männer. Diese Männer stellen sich vor dem lauten Brevierbeten und anderen geistlichen Übungen kaum Fragen nach ihrer eigenen Männlichkeit, weil sie dazu keine Zeit haben und durch die Alte Messe weniger ich-zentriert sind. Während die Alte Messe das Beste im Menschen freilegt und zum Besseren verändert, weil es die ultimative Quelle der Gnaden ist, so macht es die Neue Messe gerade umgekehrt. Man verweiblicht, man wird zu einem Mann-Weib oder einem Macho als Mann. Und deswegen wird die Neue Messe keine Priesterberufungen langfristig irgendwo generieren, eher die vorhandenen degenerieren.

Wann werden wir also Priesterberufungen haben?

  1. Beim Wiedererrichten der katholischen Liturgie.
  2. Beim Wiedererrichten der katholischen Lehre.
  3. Beim Wiedererrichten der katholischen sakramentalen Disziplin.
  4. Beim Wiedererrichten der katholischen Moral.
  5. Beim Wiedererrichten der katholischen Orden.
  6. Beim Wiedererrichten des katholischen Gemeindelebens.
  7. Beim Wiedererrichten der katholischen Bildung.

All diese Punkte bedingen sich gegenseitig, aber es fängt bei der Messe an, damit man sieht, was die eigentliche Hauptaufgabe eines Priesters ist. Und wann werden wir das in den deutschsprachigen Ländern erleben? Frühestens in hundert Jahren. Sie und ich, liebe Leser, werden es nicht mehr erleben. Machen wir uns nichts vor! Zuerst muss die ganze Kirche den Deuterovatikanismus ganz abstreifen und verwerfen, bevor sich etwas in den deutschsprachigen Ländern regt. Die jetzige Bischofsgeneration muss aussterben, also in etwa in 30 bis 40 Jahren. Die Buben, die jetzt die Tridentinische Messe erleben, müssen erwachsen werden, das Priestertum wählen, irgendwo ein Seminar finden und sich weihen lassen, um in ca. 40 bis 50 Jahren zum Bischof geweiht zu werden, sodass die altrituellen Bischöfe eine Mehrheit bilden und diese zu Kardinälen geweiht werden. Wo und von wem und wie, all das steht in Gottes Hand. Vielleicht wird es nach dem Schisma eine traditionalistische Untergrundkirche, wie in China geben? Ja, wirklich harte Zeiten kommen auf uns zu, damit die Restkatholiken wie Gold oder Silber gereinigt werden und als Licht für die Welt glänzen. Falls Sie also ein Mann sind, dann gehen Sie in die Alte Messe. Es wird ihren Kampfgeist und ihre Männlichkeit stärken. Wenn Sie eine Frau sind, dann tun sie es auch. Es wird ihre Weiblichkeit stärken, denn kämpfen müssen Sie auch. Amen.

[1] https://www.welt.de/wissenschaft/article13513981/Sexuell-unsichere-Maenner-gehen-haeufiger-fremd.html http://www.mensvita.de/seitensprung-unsichere-maenner-gehen-haeufiger-fremd-30437/ http://www.wunderweib.de/warum-gehen-maenner-fremd-die-haeufigsten-gruende-1713.html

[2] https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/11/09/muss-man-da-wirklich-hingehen-oder-die-intention-bei-den-novus-ordo-messen/

Paypal-Spenden möglich oder über den Wert der Almosen


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Was sind Almosen?

Ab und zu kommt es vor, dass sich jemand anbietet uns Geld zu spenden und nach unserer Kontonummer fragt. Nicht oft zwar, aber immerhin. Wir haben bisher geantwortet, dass wir uns bedanken, es nicht brauchen und um Gebet bitten. Nach dem katholischen Verständnis gelten Almosen als gutes Werk, im Sinne eines Werkes der Barmherzigkeit, durch welches wir an unserem Heil mitarbeiten, denn eine Mitarbeit des Menschen mit der Gnade Gottes ist gemäß der katholischen Lehre notwendig. Almosen werden von der Kirche als gutes Werk für:

  1. Genugtuung für begangene Sünden und
  2. Fürbitte für Verstorbenen

empfohlen.

Ad. a. Almosen als Genugtuung für begangene Sünden

Was bedeutet das? In einer sakramentalen Beichte werden zwar Ihnen die Sünden selbst und die ewige Strafe, die im Fall einer Todsünde ewig in der Hölle abzubüßen wäre, vergeben. Aber die zeitlichen Sündenstrafen bleiben.[1] Es sind die geistlichen Konsequenzen der Sünden, welche durch Bußwerke (Beten, Fasten, auf dem Boden schlafen, Nachtwachen halten, Selbstkasteiung und Abtötung verschiedener Art und Weise), Ablässe aber auch Almosen abgetragen und getilgt werden können. Und warum ist es so? Weil das Gift, dass Sie durch Ihre Sünden in die Welt setzen, irgendwie abgetragen werden muss. Tun Sie es nicht zu Lebzeiten, so haben Sie dafür das Fegefeuer, sollten Sie im Gnadenstand sterben.

Das Konzil von Trident, sagt in seinen Kanones zu Buße und Letzter Ölung Folgendes:

Kan. 13. „Wer sagt, für die Sünden werde – was die zeitliche Strafe betrifft – Gott keineswegs aufgrund der Verdienste Christi Genüge geleistet durch Strafen, die von ihm verhängt und geduldig ertragen oder vom Priester aufgelegt werden, aber auch nicht <durch Strafen>, die man freiwillig auf sich nimmt, wie Fasten, Gebete, Almosen oder auch andere Werke der Frömmigkeit, und die beste Buße sei deshalb nur ein neues Leben: der sei mit Anathema belegt [vgl. DH 1690-1692].“ (DH 1713)

Was bedeutet das positiv gewendet?

  • Die zeitlichen Sündenstrafen werden nicht nur durch die Verdienste Christi getilgt.
  • Sie selbst müssen auch etwas tun, um diese abzutragen, denn Sie selbst haben ja gesündigt.
  • Sie können Genugtuung leisten durch:
    • Das geduldige Ertragen der Schicksalsschläge: Armut, Arbeitslosigkeit, Krankheit, boshafte Kollegen, anderes.

Sollte Ihnen etwas Negatives zustoßen, dann jammern Sie bitte nicht:

„Mein Gott, womit habe ich das verdient?“

„Durch ihre Sünden.“, lautet die Antwort.

Und seien Sie froh, dass Sie das zu ihren Lebenszeiten abbüßen können und nicht erst im Fegefeuer, wo niemand für Sie beten wird, dem jetzigen Zustand der Kirche nach zu urteilen, der sich erst in kommenden Jahrhunderten bessern kann, nachdem die jetzigen Geistlichen ausgestorben sind. Wenn Sie also wieder etwas trifft, dann denken Sie:

„Ich opfere es Gott auf und ertrage es als Sühne für meine Sünden.“

Es funktioniert tatsächlich. Sie werden geduldiger, freudiger, eine geistige Last wird von ihnen abfallen und Sie bekommen mehr Gnade.

  • Die Verrichtung der sakramentalen Buße, welche heutzutage dermaßen formell und lasch gehandhabt wird, dass sie wirklich kaum etwas abträgt.
  • Bußwerke und Werke der Frömmigkeit wie:
    • Fasten,
    • Gebete, bspw. Bußpsalmen auf den Knien oder das Totenoffizium für die Terroropfer,
    • Wallfahrt,
    • Bußwerke, wie z.B. unbequeme Kleidung tragen etc.
    • Almosen

Almosen, also Spende, bewirkt demnach geistlich dasselbe wie eine Wallfahrt zu Fuß oder andere Bußwerke. Warum ist es so? Weil wirklich nicht alle Menschen fasten, Bußwerke leisten oder lange beten können, aber manchmal mehr Geld als andere haben. Sie können mit der Intention Genugtuung für ihre Sünden zu leisten Almosen geben und Sie erreichen dasselbe, wie durch andere Praktiken. Natürlich muss es sich bei diesen Almosen um einen Betrag handeln, der in irgendeiner Relation zu ihren zeitlichen Sündenstrafen steht. Also keine 5 Cent nach 30 Jahren Ehebruch. In der Kirche muss allen die Möglichkeit zur Rettung gewährleistet werden und Reiche können gegenüber Armen nicht benachteiligt werden, was Papst Franziskus und andere Befreiungstheologen dauernd tun, was aber falsch ist. Es geht um die Seelen und nicht um Einkommen. Armut macht nicht heilig, Reichtum auch nicht. Der Arme hat vielleicht weniger Verlockungen, dafür aber mehr Neid, Anspruchsdenken und Häme und falls Sie es nicht glauben, dann reden Sie mit Mitarbeitern eines Job-Centers. Die Reichen fühlen sich meistens schuldig und durch die sozialistische Sozialisierung in den deutschsprachigen Ländern erst recht. Fast alle beneiden sie und versuchen diesen Neid zu rationalisieren. Es gibt aber auch Fälle, wo jemand, der ein intensives Berufsleben führt, wirklich außer Almosen keine anderen Werke der Barmherzigkeit vollbringen kann. Nehmen wir zum Beispiel einen Schönheitschirurgen mit eigener Praxis, der sich hauptsächlich mit ästhetischer Chirurgie befasst, ab und zu aber, um sich auch mal als Arzt und nicht nur als „Frisör und Dienstleister“ (authentische Aussage) zu fühlen, verschiedene Verstümmelungen auch pro bono operiert. Da er fast täglich operiert, kann er keine Nachwachen halten, er darf auch nicht Fasten. Da sein Wochenpensum 60 Arbeitsstunden umfasst, kann er keine langen Gebete halten. Weil er wenig Urlaub hat und sich auch körperlich erholen muss, kann er nicht richtig zu Fuß wallfahren. Von anderen körperlichen Bußwerken sieht er ebenfalls ab und die sonntägliche Messe ist alles, was er bis zur eigenen Rente Gott darbringen kann. Ihm bleiben also nur Almosen übrig, wie anderen intensiv tätigen Berufsgruppen auch. Er kann zwar den Neid, die Häme und die Mißgunst ertragen: „Aha, ein Schönheitschirurg …“, was ihm auch zur Genugtuung gereicht, da er aber meistens in wenig neidischen Kreisen verkehrt, so hat er nicht viel Gelegenheit dazu. Er hofft auf die Rente und die damit verbundene Freizeit, welche er vielleicht, wegen der Überarbeitung oder des islamischen Terrorismus nicht erleben wird. Er kann aber Almosen geben mit der Intention für seine Sünden, die er natürlich auch beichtet, zu büßen.

Nach katholischer Lehre ist die sakramentale Beichte, zu der wir intensiv raten, nur bei schweren Sünden notwendig. Die lässlichen oder die leichten Sünden können durch die oben angeführten Werke ebenfalls getilgt und gesühnt werden, da nur schwere Sünden gebeichtet werden müssen.[2] Es ist sehr gut, löblich und vorteilhaft, sowie für den eigenen geistigen Fortschritt zuträglich auch die lässlichen Sünden zu beichten, was der Schreiber dieser Zeilen auch mindestens einmal im Monat tut, aber es ist nicht absolut notwendig. Und so lehrt das Konzil von Trient in seiner Lehre über das Bußsakrament:

„[…] Denn obwohl die verzeihlichen (venialia) [die lässlichen Sünden Red.], durch die wir nicht von der Gnade Gottes ausgeschlossen werden und in die wir häufiger fallen, zurecht, mit Nutzen und ohne jede Vermessenheit im Bekenntnis [der Beichte Red.] genannt werden können [Kan. 7], was der Brauch frommer Menschen bezeugt, so können sie dennoch ohne Schuld verschwiegen und durch viele anderen Heilmittel (aliis remediis) gesühnt werden.“ (DH 1680)

Kurz und gut: Sie müssen beichten, wenn Sie schwer gesündigt haben. Für lässliche Sünden ist die Beichte nicht zwingend erforderlich, aber sehr empfehlenswert, weil sie direkt einem sakramentalen Gnadenstrom ausgesetzt werden. Das Bekenntnis der eigenen Sünden ist immer mit Demütigung verbunden, welche der Teufel hasst und Ihnen nachher weniger zusetzt. Manchmal gewinnt man durch die Beichte, auch ohne irgendeine sinnvolle Beratung seitens des Priesters, der meistens keine Ahnung hat, Lichteinblicke und findet Lösungen, nach denen man lange selbst gesucht hat. Dennoch können Sie Ihre lässlichen Sünden auch durch die o.a. Bußwerke, unter anderem durch Almosen, abtragen.

Kann man sich durch Almosen „freikaufen“?

Kann man denn nicht vorsätzlich sündigen, wennauch leicht, um sich später durch eine Spende von den lässlichen Sünden zu läutern? Nein, denn ein vorsätzliches Sündigen, auch in leichter Materie, ist kaum mehr leicht zu nennen, da es schnell in eine Todsünde führt. Sie müssen sich vorstellen, dass Sie durch jede ihrer Sünden dem Christus am Kreuz ein mehr Leid zufügen, denn er hat alle Sünden der Welt, ihre eingeschlossen, getragen und gesühnt. Der Schreiber dieser Zeilen hatte in seiner Kindheit gelernt:

„Schwere Sünde – großer Nagel, kleine Sünde – kleiner Nagel.“

Natürlich waren es nur drei Nägel und alle schwer, aber es geht hier um ein Bild. Ein vorsätzliches Sündigen ist ja kaum mit Liebe zu Christus und Gott zu vereinbaren. Gott lässt sich ja weder bestechen, noch betrügen. Er weiß, was Sie tun und mit welcher Absicht Sie es tun. Er weiß auch, was Sie tatsächlich büßen können und was nicht. Sie werden es auch in der Todesstunde beim persönlichen Gericht erfahren, eventuell die ganze Ewigkeit in der Hölle oder hoffentlich lange Zeit im Fegefeuer. Man kann sich also nicht mit Geld freikaufen, aber mit Almosen kann man die zeitlichen Sündenstrafen abtragen und anderen Mitgliedern der kämpfenden und der leidenden Kirche helfen.

Ad b. Almosen als Fürbitte für Verstorbenen

Nach der Lehre der Kirche können mit der rechten Intention gespendete Almosen auch Fürbitte für Verstorbenen bewirken, also den Seelen im Fegefeuer geht es besser, wenn Sie, bevor Sie etwas spenden, die Meinung erwecken:

„Diese 20 € Spende für die Oma im Fegefeuer“.

Dies bedeutet, dass Sie nicht unbedingt für die Oma eine Messe lesen lassen müssen, welche natürlich auch hilft, auch das Almosengeben an sich hilft ihr, wenn Sie die Intention für sie speziell erwecken und anderen Seelen im Fegefeuer hilft es auch, wenn sie vor der Spende die allgemeine Intention „für die Seelen im Fegefeuer“ erwecken. Dies wurde von der Kirche immer so gesehen, wovon die folgenden Lehraussagen zeugen.

Innozenz III. schrieb in seinem Brief an Ugo von Ferrara (1208), welches das den Waldensern vorgeschriebene Glaubensbekenntnis enthält wie folgt:

„Wir glauben, dass Almosen, dass Meßopfer und andere Wohltaten den verstorbenen Gläubigen nützen können“. (DH 797)

Das Glaubensbekenntnis des 2. Konzils von Lyon legt fest:

„Wenn sie [die Verstorbenen Red.] aber in wahrer Buße in der Liebe verschieden sind, ohne zuvor durch würdige Früchte der Buße für das Begangene und Unterlassene Genugtuung geleistet zu haben [d.h. ohne all ihre zeitlichen Sündenstrafen abgetragen zu haben Red.], so werden ihre Seelen, […] nach dem Tod durch Reinigungs- bzw. Läuterungsstrafen gereinigt: Und zur Milderung derartiger Strafen nützen ihnen die Fürbitten der lebenden Gläubigen, nämlich Meßopfer, Gebete, Almosen und andere Werke der Frömmigkeit, die von den Gläubigen entsprechend den Anordnungen der Kirche für andere Gläubige gewöhnlich verrichtet werden.“ (DH 856)

Diese Glaubenswahrheiten werden auch von den späteren Konzilien wiederholt (DH 1304, 1405). Mit dem Aufkommen der Bettelorden im XII. Jahrhundert stellten sich viele die Frage, ob es statthaft sei ausschließlich durch das Betteln mit der Hoffnung auf Almosen den Lebensunterhalt der Bettelorden zu bestreiten, anstatt wie die früheren Mönche von der Handarbeit zu leben. Die Kirche erlaubte die ausschließlich bettelnde Lebensweise mit dem Verweis auf den theologischen Wert der Almosen, welche seit der Zeit der Bettelmönchen von vielen Orden praktiziert wurde. Die entgegensetzte Meinungen wurden ausdrücklich verurteilt (DH 844, 1170, 1174, 1184, 1491). Als Beispiel geben wir die verurteilten Irrtümer von John Wyclif durch das Konzil von Konstanz (1418) an, wobei wir zum besseren Verständnis den Vorsatz „Es ist nicht so, dass“ beifügen:

  1. [Es ist nicht so, dass] Die Brüder sind gehalten, durch ihrer Hände Arbeit den Lebensunterhalt zu erwerben, und nicht durch Bettelei. […]“ (DH 1174)

Bettelei ist erlaubt, weil die Brüder für Sie beten, predigen und Werke der Buße verrichten, beziehungsweise sie taten es mehr oder weniger in der Gründungszeit als sie tatsächlich von der Bettelei lebten. Es besteht immer noch bei den Dominikanern der Brauch, dass der Obere sein Essen ganz am Ende der Tafel erhält, nachdem allen Brüdern serviert worden ist. Warum? Weil in der Zeit als man sein Essen sich zusammenbetteln musste, es nicht für alle reichte und man ging davon aus, dass der Obere so weit im geistlichen Leben fortgeschritten ist, dass er fasten kann, während andere Brüder ihr Essen brauchen.

Erbringen denn die Mönche oder die Ordensmänner und Ordensschwestern überhaupt eine „Leistung“, welche das Almosen verdient? Ja, durchaus, beziehungsweise sie erbrachten sie mehr oder weniger bis zum letzten Konzil. Da Sie wahrscheinlich nicht die Zeit und den „Nerv“ haben das ganze Tridentinische Brevier oder noch die längeren monastischen Breviere zu beten, so muss es jemand für Sie tun. Dies ist die gegenseitige Hilfe und Ergänzung des Mystischen Leibes Christi. Die Weltleute unterstützen finanziell die Geistlichen, welche für sie beten. Unsere Geistlichen in den deutschsprachigen Ländern tun nichts und wir zahlen trotzdem die Kirchensteuer, ohne irgendetwas dafür zu erhalten. Das Erzbistum München hat, natürlich von unserem Geld, Stipendien für „Flüchtlinge“ gestiftet (kein Witz!),[3] damit wir noch mehr Terrorismus und noch mehr Priestermorde in den Kirchen haben. Der Schreiber dieser Zeilen zahlt seine Kirchensteuer auch und finanziert dadurch die Konkubinen der Priester seiner Diözese auch mit, was leider keine boshafte Bemerkung, sondern eine traurige Wahrheit ist. Man hat also keinen Einfluss auf die Amtskirche, es wird sowieso abkassiert, ohne irgendeine geistliche Gegenleistung. „Bei den Steuern ist es sowieso der Fall“, werden Sie sagen, aber dies stimmt nur bedingt. Denn es werden durchaus Straßen, Brücken und Anderes von den Steuern gebaut und sollte es wirklich für Sie hart auf hart kommen, so gibt es Hartz IV, von dem Sie, falls sie es schlau anstellen und es Ihnen nichts ausmacht, wirklich lebenslang leben können, während sie beispielsweise schwarz arbeiten oder anderen Tätigkeiten nachgehen, was viele Familien aus sog. „sozial schwachen Gebieten“ seit mehreren Generationen erfolgreich praktizieren. Dafür zahlen Sie auch. Die Steuern sind zwar hoch und je mehr man verdient, umso höher, aber man unter dem Strich hat doch etwas davon, was man von der Kirchensteuer wirklich nicht sagen kann. Dies ist aber ein anderes Thema, das wir noch hier mehr als einmal aufgreifen werden.

Wohin mit meinem Almosen? Zu uns.

Nachdem Sie theoretisch mit dem katholischen Begriff des Almosens vertraut worden sind, stellen Sie sich jetzt vielleicht die Frage:

„Wem soll ich spenden, um die Wohltaten des Almosens für mich selbst oder die Seelen im Fegefeuer in Anspruch nehmen zu können?“

Wie wäre es mit uns? Sie können natürlich dorthin spenden, wo Sie nur wollen, aber man hat als Spender niemals die Sicherheit, wie würdig die Person oder die Organisation ist, der wir unsere Spenden zukommen lassen und was sie tatsächlich mit unserem Geld anstellt. Man kann nur bis zu einem gewissen Punkt Transparenz gewährleisten und wenn man es darauf ankommen lässt, kann man wirklich alles verschleiern. Almosen-Geben ist also eine Glaubens- oder Vertrauenssache, die niemals zu 100% verifizierbar sein wird. Es zählt also Ihre Intention und nicht das, was daraus kommt. Da aber, wie gesagt, ab und zu Leser sich anbieten uns etwas zu spenden, so haben wir beschlossen ein Paypal-Konto traditionandfaith2015@gmail.com für die beiden Blogs einzurichten, wohin man, wenn man möchte, etwas überweisen kann, um unseren Blog und unsere Aktivitäten zu unterstützen.

Brauchen wir wirklich das Geld?

Nein, zurzeit nicht unbedingt. Der Schreiber dieser Zeilen übt einen Brotberuf aus, von dem er seinen bescheidenen Lebensunterhalt bestreiten kann und welcher den Vorteil bietet, ihm die Muße zur eigenen wissenschaftlichen Arbeit und zum Bloggen zu bieten. Andere Mitarbeiter unserer Blogs üben ebenfalls ihre Berufe aus und wir arbeiten hier alle umsonst und ehrenamtlich. Wir sind also keine reinen „Bettelmönche“. Da wir aber jetzt den Ruf vernommen haben eine bestimmte Initiative zur Rettung des katholischen Glaubens in den deutschsprachigen Landen anzuvisieren, über die wir sicherlich noch berichten werden, welche mit einigen Reisen, wohl zuerst innerhalb von Deutschland, verbunden sein wird, so wäre es gut dafür Geldmittel vorrätig zu haben, anstatt für alles, wie bisher, aus der eigenen Tasche zahlen zu müssen. Ferner ist das Führen von populärwissenschaftlichen, theologischen Blogs mit Bücherkauf, auch antiquarisch, auch im Ausland, auch auf Internetauktionen verbunden, um den Lesern den reinen Wein der katholischen Lehre einzuschenken. Dies alles kostet, weil es sich um Fachbücher handelt, die teuer sind und da manchmal ein Internethändler es weiß, dass er ein bestimmtes Werk als einziger in Europa anbieten kann, so fordert er dementsprechend saftige Preise, wie z.B. 120 € für die dreibändige Theologia moralis von Peeters. Es geht also vorerst um:

  • die Deckung des Bücherkaufs,
  • die Deckung der Reisekosten.

Woher sollen Sie denn wissen, dass Ihr Geld für nichts Unwürdiges ausgegeben werden wird? Dies können Sie tatsächlich nicht wissen, sondern Sie müssen uns, wie allen Personen oder Organisationen, die von Spenden leben einfach vertrauen. Es wäre aber wirklich ein großes Unrecht und eine schwere Sünde das Geld, welches wir mit der Berufung auf die Rettung der Kirche, die Weitergabe des katholischen Glaubens und das Reich Gottes zusammenbetteln für irgendwelche ungebührliche Dinge zu verwenden. Menschen kann man täuschen, Gott nicht. Er würde uns sofort strafen und verblenden, sodass wir Beiträge über die Flüchtlinge, das Miteinander und die Rettung der Wale publizieren würden, was Gott verhüten möge! Das wollen wir wirklich nicht riskieren und wir werden uns daher sehr hüten. Wir glauben aber nicht, dass irgendwelche Unsummen zusammenkommen, welche uns zur Versuchung gereichen werden. Gott wird durch seine Vorsehung es schon richtig machen und uns solche Summen schicken oder nicht schicken, die wir auch tatsächlich verdienen.

Was ist unsere Leistung oder die theologische Landschaft in den deutschsprachigen Landen

Das Schreiben dieses Blogs, den man mit einer Gratis-Zeitung, Gratis-Zeitschrift oder Gratis-Vorlesung vergleichen könnte, ist natürlich mit Arbeit oder eher mit viel Arbeit verbunden, da wir hier nicht unsere subjektiven Erlebnisse qua Tagebuch wiedergeben oder einen Pressespiegel mit den Beiträgen der Anderen veranstalten, sondern tatsächlich eine originelle und originäre populärwissenschaftliche Arbeit veröffentlichen, welche wohl woanders nicht so leicht aufzufinden ist. Eine Bekannte des Schreibers dieser Zeilen, welche jahrzehntelang bis zu ihrem Tode in Deutschland wohnte, suchte ebenfalls jahrzehntelang nach einer katholischen Zeitschrift, welche theologische Inhalte, im Sinne der tatsächlich katholischen Lehre, die auch Akademiker anderer Fachbereiche ansprechen könnten mit Anleitung zur Frömmigkeit verbinden würde. Sie suchte also nach Zeitschriften, von welchen man sowohl intellektuell als auch geistlich profitieren könnte. Sie hatte nichts dergleichen gefunden, obwohl (man sollte eher „weil“ schreiben) sie viele kirchliche und theologische Zeitschriften abonnierte, darunter zum Beispiel die Herder-Korrespondenz oder Christ und die Welt. Über das Letztere meinte sie:

„Wenig Christ(us), viel Welt“.

„Und teuer auch noch“, fügen wir hinzu.

Man muss leider einfach feststellen, dass es diese Art von Zeitschriften kaum gibt. Der wissenschaftlich-theologische Ton in den deutschsprachigen Landen ist kühl, distanziert, ironisch und bissig, als würde man im epischen Theater Brechts spielen, wo man eine Phrase sagt, ohne sie zu meinen, um dadurch den Zuschauern immer wieder klarzumachen, dass es sich hierbei wirklich um Theater und um keine Wirklichkeit handelt. Der deutschsprachige Theologe also auch ein Ausländer, der in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz studiert hatte, übernimmt diese Sprache meist unbewusst, weil er sie für den gängigen, akademischen Ausdruck hält, dadurch aber übernimmt er mit der vergifteten Form auch den vergifteten Inhalt. Weil die allermeisten akademischen Theologen, womit wir hier die akademischen Lehrer und die Mitarbeiter der katholischen Akademien oder anderer Einrichtungen meinen, ungläubig sind, d.h. „sie glauben diesen Bullshit nicht“ und erkennen die 245 Dogmen der katholischen Kirche nicht an, so bleibt ihnen natürlich nichts anders übrig als mit Bertolt Brecht episch-theatralisch zu reden und sich dauernd von der Lehre der Kirche zu distanzieren.

Eine Verwandte des Schreibers dieser Zeilen hatte in ihrer Schulzeit, welche in die direkte Nachkriegszeit fiel, das große moralische Problem die von der Schule geforderten Inhalte mit dem Wahrheitsgehalt der Wirklichkeit abzugleichen, anders formuliert: sie sah sich gezwungen in einem Schulaufsatz, den sie laut vorlesen musste, zu lügen. Sie ging zu ihrem Pfarrer, um sich beraten zu lassen, was ungefähr das folgende Gespräch ergab:

Sie: Wie kann ich aber die tapferen Untergrundkämpfer als „Banditen“ und „Terroristen“ bezeichnen? Wenn ich es aber nicht tue, dann werde ich der Schule verwiesen oder noch Schlimmeres.

Der Priester: Liebes Kind, schreib doch: „Wie die sowjetische Presseagentur TASS angibt…“.

Das tat sie auch und ebenso tun es unsere Theologen, indem sie die kirchliche Lehre mit der quasi brechtschen Verfremdung wiedergeben, immer ironisch, immer sich distanzierend, quasi in Kursivschrift, was hier in grün angegeben wird:

„Nach der offiziellen [hämisch-ironisierende Unterton Red.] Lehre der katholischen Kirche ….

wonach immer der Nachsatz folgt,

„Was natürlich ein völliger Unsinn ist, denn es ist mit:

  1. der Moderne,

  2. dem Vat. II,

  3. den Flüchtlingen

  4. den Schwulenrechten

  5. der Rettung der Wale

inkompatibel und daher

„sehe ich, meine Kollegen, alle ernstzunehmenden Theologen in Deutschland, die Unterzeichner des Theologenmemorandum es so…“

„wofür wir von Rom abgewatscht, schikaniert und drangsaliert werden … ja, ja.. es kann sogar bis zum Lehrverbot gehen, was uns aber nicht droht, weil wir als staatliche Beamte unkündbar und daher finanziell völlig abgesichert sind“.

Die Zuhörer, welche dieser Argumentationskette fast immer auf den Leim gehen, empören sich gegen das böse, böse Rom und loben oder bemitleiden den „Rebellen“, der es

„ihnen richtig gezeigt hatte. Wie Luther damals.“

Das Problem in den deutschsprachigen Ländern besteht also darin, dass Sie wirklich kaum irgendwo auf die Weitergabe der tatsächlich katholischen Lehre auf einem akademischen Niveau treffen können.

  • Wenn katholisch, siehe verschieden frommen Blogs oder das Hausstudium der Pius-Bruderschaft oder der Ecclesia Dei Gemeinschaften, dann nicht akademisch.
  • Wenn akademisch, dann nicht katholisch.

Deswegen haben unsere studierten Priester und Theologen kein richtig katholisches Glaubenswissen, sondern nur einige Novus-Ordo-Konstrukte und daher verfügen sie über keine Frömmigkeit. Die nicht-studierten Frommen hingegen, welche einander beispielsweise auf gloria.tv trösten, besitzen zwar eine Frömmigkeit, aber ebenfalls kein Glaubenswissen, sodass sie schnell ins Apokalyptische oder in die Sucht nach Privatoffenbarungen abdriften, von der falschen Mystik ganz zu schweigen. Dieser Zustand ist auch wirklich nicht verwunderlich, da es kaum jemanden gibt, der ein Glaubenswissen, das er zuerst haben müsste, vermitteln kann.

Wir wollen mit dieser Einführung einfach sagen, dass Sie, bei aller Demut und Bescheidenheit unsererseits, hier auf unserem Blog eine Qualität vorfinden, welche woanders sich nicht so leicht finden lässt. Wir sind vielleicht nicht die Einzigen, aber einige der Wenigen. Und würde man die Zeit, die wir diesem Blog opfern mit dem Stundenlohn in der akademischen Lehre, der auch an den akademischen Graden und Publikationen gerechnet wird oder mit Vortragshonoraren oder Autorenhonoraren verrechnen, so würde wirklich nicht wenig Geld zusammenkommen. Wir machen es aber umsonst und Sie, lieber Leser, beziehen hier eine Leistung, die vorher tatsächlich erbracht worden ist.

Was ändert denn das Geld?

Das Geld ändert vorerst nichts, da der Schreiber dieser Zeilen weder sein Brotberuf, noch seine eigentliche wissenschaftliche Arbeit aufgeben wird, um sich ausschließlich diesem Blog widmen zu können. Das Geld erlaubt ihm aber sich verschiede, notwendigen Publikationen auch antiquarisch zu erwerben oder aus dem Ausland kommen zu lassen, um das so erworbene Wissen auf diesem Blog weiterzugeben. Ferner sieht er die gottgewollte Aufgabe darin ein organisatorisches Projekt mit auf die Beine zu stellen, womit einige Benzin- und sonstige Reisekosten (zuerst innerhalb von Deutschland) verbunden sein werden, die er notfalls, wie bisher, aus der eigenen Tasche zahlen kann, aber vorziehen würde es nicht zu tun.

Es gibt Blogger, die ausschließlich vom Bloggen leben und ihre Blogs als ein Werbemittel ihrer eigenen Person und ihrer verschiedenen Dienstleistungen, Bücher, Filme, Vorträge verwenden. Dies tut z.B. Ann Barnhardt, was durchaus normal und legitim ist, denn von irgendwas muss jemand, der um des Reiches Gottes willen die Welt verlassen hat, auch leben und wahrscheinlich eher schlecht als recht. Es ist auch ein Erfahrungswert, dass die vielen Einsiedler, welche für die Menschen beteten, stellvertretend Buße taten und ihnen mit Rat zur Seite standen auch deswegen sich von Wurzeln und Heuschrecken ernähren mussten, weil sie keine Almosen dafür erhielten.

„Denn was wenig kostet, ist wenig wert“,

sagt der Volksmund und

„Undank ist der Welt Lohn“.

Wir wollten aber diesen Weg ausschließlich von Almosen zu leben nicht gehen, weil wir uns erstens dazu nicht berufen fühlen und zweitens diese Art der Finanzierung für sehr unrealistisch halten. Angeblich ist es in den USA tatsächlich anders, da viele Radiosender, ganz weltlicher Art, ausschließlich von Spenden leben und der Amerikaner irgendwie von Kindesbeinen gewohnt ist für die Leistung, die er bezieht, zu bezahlen. Da wir in den deutschsprachigen Ländern die Kirchensteuer haben, so fragen sich viele Katholiken zu Recht, warum sie für etwas, wie die Glaubensverkündigung oder theologische Unterweisung, doppelt bezahlen sollten. Weil die kirchensteuerfinanzierte Verkündigung und Belehrung einfach nicht stattfindet, meine Damen und Herren! Das ist der Grund.

Andere Blogger oder professionelle Blogs, wie katholisches.info oder onepeterfive.com lassen bei sich werben, um auf diese Art und Weise die anfallenden Kosten zu decken, wobei wenigstens einige der dort Schreibenden es hauptberuflich tun. Dies ist natürlich auch legitim, man macht sich aber dadurch von dem Auftragsgeber anhängig und übernimmt mehr oder weniger die Verantwortung für seine Publikationen und andere Tätigkeiten. So kann eine Seite, welche Anzeigen von der Piusbruderschaft schaltet, kaum kritisch über diese berichten und so bleibt auf die eine oder andere Art die Objektivität auf der Strecke.

„Wessen Brot du isst, dessen Lied singst Du“,

sagt die Erfahrung. Wie man sieht bleibt das Schalten von Anzeigen unzureichend, sodass man einmal im Monat einen Spendenaufruf veranstaltet, welcher allen klar macht, dass Freigiebigkeit doch der eigentlichen Menschennatur im Sinne der natura lapsa, also der Natur, welche durch die Erbsünde lädiert wurde, recht fremd ist. Katholisches.info, welches wirklich gute Dinge leistet, welchem wir auch spenden und welches 22 Tsd. und 30 Tsd. Besucher pro Tag hat (wir haben auf dieser Seite lediglich 200 pro Tag) große Probleme hat 2000 € im Monat zusammen zu bekommen. Es ist wirklich ein schweres Brot als Katholik vom Katholizismus zu leben.

Wenn Sie also meinen, dass dieser, unser Blog Ihre finanzielle Unterstützung verdient, dann lassen Sie uns ab und zu etwas zukommen. Wenn Sie anderer Meinung sind, dann lassen Sie es sein.

Was werde ich davon haben?

Wir verpflichten uns dafür:

  1. Bis auf Abruf weiterhin diesen Blog zu betreiben.
  2. Für alle Wohltäter und Leser des Blogs die erste Nokturn des Tridentinischen Breviers zu beten.
  3. Für alle Wohltäter des Blogs einmal im Monat in der französischen Abtei Le Barroux eine Tridentinische Messe lesen zu lassen.

Ad 3. Tridentinische Messe in Le Barroux

Die Benediktiner von Le Barroux sind eine altrituelle Mönchsgemeinschaft, welche den Vetus Ordo pflegt und sich im Jahre 1988 von der Piusbruderschaft, welche half das Kloster zu erbauen, trennte. Obwohl der Schreiber dieser Zeilen noch nicht in Le Barroux  war, um sich eine eigene Meinung über diese Gemeinschaft zu bilden, so glaubt er dennoch, dass sich dort würdige Priestermönche finden lassen, welche eine heilige Messe mit dem nötigen Eifer und Intention gültig und würdig zelebrieren. Es gibt einen recht berührenden Dokumentarfilm über diese Abtei,[4] bei welchem nicht alles gestellt sein kann. Der Grund warum wir uns für Le Barroux und nicht für die sehr empfehlenswerte und eigens „visitierte“ Abtei Fontgombault entschieden haben, besteht einfach darin, dass Le Barroux die Möglichkeit anbietet sich online Messen zu bestellen und dafür per Banküberweisung oder Kreditkarte zu bezahlen. Eine Messe kostet dort zurzeit 17 €, womit man nicht nur etwas für sein Seelenheil tut, sondern auch diese Gemeinschaft unterstützt.

Wenn Sie uns spenden, dann zwacken wir von den Spenden monatlich 17 € ab und lassen davon für alle Wohltäter und die Mitglieder der Redaktion in Le Barroux eine Messe lesen, deren Datum bekannt gegeben wird. Ann Barnhardt lässt für ihre Wohltäter einmal die Woche am Dienstag eine Tridentinische Messe lesen und da der Schreiber dieser Zeilen ihr auch etwas spendete, so kam er in diesen Genuss. Kann man das denn spüren? Ja, durchaus. Der Schreiber dieser Zeilen, der den angegebenen Termin, einen Dienstag, vergessen hatte, fühlte sich an dem betreffenden Tag geistlich gesehen besonders gut, als wäre er von irgendeiner leuchtenden, heiligenden Wolke umhüllt und als er nach den Gründen suchte, kam es ihm in den Sinn, dass es sich wohl um diese Messe handeln musste. Da er sich an anderen Dienstagen nicht so gut fühlte, so scheint es nur so zu funktionieren, dass man für eine Spende in eine Messe inkludiert wird. Will man mehr, so muss man regelmäßig mehr spenden. Da wir im Gegensatz zu Ann Barnhardt keine befreundeten, kanonisch regulären Priester kennen, die regelmäßig für unsere Anliegen eine Messe lesen würden, so müssen wir diese an einer guten Adresse bestellen, was ein wenig dauert. Da wir ein Konto für unsere beiden Blogs haben, so hoffen wir, dass sowohl unseren polnischen als auch unsere deutschsprachigen Leser zusammengenommen mindestens 17 € pro Monat spenden werden. Kommt kein Geld zusammen, dann gibt es keine Messe. Kommt mehr zusammen, dann kommt es auf ein anderes Konto, da wir ein Meßkonto und ein Ausgabekonto eingerichtet haben. Kommen nur 17 € im Monat zusammen, dann ziehen wir die Messe vor. Sollte uns jemand einen größeren Betrag oder einen wirklich großen Betrag spenden, von dem man mehrere Messen bestreiten kann, dann können wir zwar durchaus mehrere Messen bestellen, aber sollten keine anderen Spenden außer seiner oder ihrer Spende kommen, dann wird nur er oder sie als Wohltäter in den Genuss der Meßfrüchte kommen. Die Redaktion natürlich auch, denn ein wenig wollen wir auch von dieser Gnadenquelle haben.

Über die Wohltaten der Hl. Messe, der man beiwohnen kann, schreibt Martin von Cochem, über die Wohltaten der Messe, der man persönlich nicht beiwohnen kann, werden wir noch schreiben. Um also in den Genuss der Meßfrüchte einer bestellten, nicht beigewohnten Messe zu kommen müssen Sie:

  • Uns etwas im betreffenden Monat spenden.
  • Bei uns auf dem Blog mitschreiben oder mitarbeiten, womit Übersetzungen, Beiträge und keine Kommentare oder Lesebriefe gemeint sind.

Wir werden einmal im Monat die Liste unserer Wohltäter, mit Initialen und Land abgekürzt, allerdings ohne die gespendete Quote veröffentlichen, um uns auf diese Art und Weise zu bedanken, sowie diese Namensliste Le Barroux zukommen lassen, damit alles seine Richtigkeit hat. Spendenquittungen stellen wir selbstverständlich nicht aus, denn wir sind kein Verein, sondern nur Privatpersonen, die um Almosen bitten.

[1] Vgl. https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/07/19/islamischer-terrorismus-und-die-lehre-vom-guten-tod/ https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/05/10/englische-ubersetzer-gesucht-oder-wie-erwirke-ich-einen-ablass/ https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/01/10/acedia-oder-zu-faul-uber-die-geistige-tragheit-6-was-ist-eine-todsunde/

[2] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Alverna Verlag: Wil 2012, 1050-1053. Vgl. Thomas von Aquin, In Sent. 4 d. 16 q. 2 a. 2 sol. 3: „ […] Tamen perfectionis est ea confiteri.“ „Dennoch ist es ein Werk der Vollkomenheit diese [die lässlichen Sünden] zu beichten“.

[3] https://www.erzbistum-muenchen.de/news/bistum/Stipendienplaetze-fuer-junge-Fluechtlinge-29772.news

[4] https://gloria.tv/video/4FJfzTP7oiTnT2cNUs3J6YHfv

https://www.youtube.com/results?search_query=le+barroux+

Priesterhilfe aber wie? (2) Der Ausweg: die Tridentinische Messe.


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Für den recht unwahrscheinlichen Fall, dass uns jetzt ein Priester liest, der seine priesterliche Existenz:

  1. entdecken,
  2. bereichern
  3. wiederentdecken

möchte, schreiben wir hier ein paar praktische Anweisungen, welche natürlich auch von Nicht-Priestern gelesen werden dürfen. Wir fangen hier gleich mit Punkt a. an und lassen alle anderen außen vor. Die allermeisten Priester haben keine priesterliche Identität. Und wir meinen hier die richtige priesterlicher Identität und nicht das Wischi-Waschi-Zeug. Wodurch unterscheidet sich ein Priester, natürlich ein römisch-katholischer, denn von anderen schreiben wir hier nicht, von allen anderen Menschen? Dadurch, dass er mit Christus ontisch also wesenhaft durch die Priesterweihe verbunden ist und sich Christus seines Leibes hauptsächlich bei der Sakramentenspendung bedient. Während jeder Getaufte in Christus eingepflanzt wurde, kann er dennoch nicht buchstäblich von sich sagen, dass Christus durch ihn handelt, sondern höchsten metaphorisch. Der Priester kann es durchaus von sich sagen, denn er ist mit Christus durch das zusätzliche Weihesakrament, welches zu den sog. sozialen Sakramenten gehört, wesenhaft verbunden.

christ priest

Er verkörpert Christus also buchstäblich auf all seinen Wegen, in all seinem tun. Da diese Aufgabe sehr verpflichtet, lernt ein Priesteramtsanwärter sechs Jahre lang, möglichst von der Welt abgeschlossen, Theorie und Praxis, um sich auf seine Aufgabe vorzubereiten. Seit dem Diakonat, im Alten Ritus ab dem Subdiakonat, ist der zur vollkommenen Keuschheit (perfecta castitas), also zum vollkommenen im  Sinne von völligen Verzicht auf alle sexuelle Handlungen, um des Himmelsreichs willen verpflichtet. Warum? Damit der jungfräuliche Christus, der Sohn der Jungfrau Maria, durch ihn, den keuschen, wenn nicht gar den jungfräulichen, handeln kann. Es geht also um die Sicherung der besten Gnadenvermittlung. Welches Sakrament zeigt diese Christus-Verbindung am deutlichsten? Das Sakrament der Eucharistie und die Heilige Messe.  Wir wollen an dieser Stelle einen Abschnitt aus der Erklärung des heiligen Meßopfers von P. Martin von Cochem zitieren,[1] eines Werkes, welches wir allen sehr ans Herz legen:

Dass Christus wirklich selbst der eigentliche Priester bei der hl. Messe ist, beweise ich aus dem hl. Chrysostomus: „Was da vorgesetzt wird, sind nicht die Werke menschlicher Kraft: der damals bei jenem Male wirksam war, der wirkt das auch jetzt. Wir haben nur den Platz der Diener inne, der aber die Gaben heiligt und verwandelt, ist Christus selbst. Du nun, o Laie: wenn du den Priester opfern siehst, dann glaube nicht, dass er als Priester dies tue, sondern die unsichtbar ausgestreckte Hand Christi“.[2]

Wenn Sie sich diese Würde klarmachen, dass es Christus selbst ist, der durch Sie spricht, durch Sie segnet, durch Sie wandelt, dann wird sich Ihr Leben auch außerhalb der liturgischen Dienste oder der liturgischen „Dienstleistungen“, wie die Sakramentenspendung, schlagartig ändern. Wo eine hohe Würde vorliegt, da ist ein hoher Anspruch, hohe Verantwortung und hohe Strafe.

Wodurch wird aber die priesterliche Identität am meisten bestärkt? Durch die Zelebration der Heiligen Messe im Tridentinischen Ritus. Wir schreiben hier bewusst nicht „durch eine Feier des Gottesdienstes“, denn dies ist die wenig präzise und wenig katholische Nachkonzilssprache, bei der die Laien zum „Mitfeier“ eingeladen werden als ob sich um ein Grillfest handeln würde. Es ist auch selten von der Hl. Messe oder dem hl. Altarsopfer die Rede, sondern nur vom „Gottesdienst“ wohl um den Unterschied zum Protestantismus völlig aufzuheben. Während aber die Novus Ordo Messe viel von einem protestantischen und am ehesten, dank der „ökumenischen Liturgieberater“ vom presbyterianischen „Gottesdienst“ hat, ist die Tridentinische Messe die katholische Messe schlechthin. Sie als Priester wurden geweiht, um diese Messe als die Vergegenwärtigung des Kreuzopfers Christi Gott stellvertretend für die Kirche, die Welt und sich selbst in persona Christi darzubringen.

Christ Saying Mass-2

Dazu ist ein Priester da, um die Heilige Messe zu zelebrieren. Zum Thema Alte Messe empfehlen wir Ihnen die folgende Lektüre:

  1. Fiedrowicz, Michael, Die überlieferte Messe. Eine theoretisch, theologisch-liturgische Einführung.
  2. Martin von Cochem, Erklärung des Heiligen Meßopfers.  Eine spirituell-fromme Einführung.

Wenn Sie die o.g. Werke durchgelesen und durchlebt haben, wird nichts so wie zuvor sein. Sie werden sich die Frage stellen, wie man all das verändern und abschaffen konnte und Sie werden mit viel Schmerz anfangen aus dem Kaninchenloch oder aus der Matrix der nachkonziliaren Kirche herauszugehen. Aber nur durch diese schmerzliche Erfahrung, denn Heiligung ist leider immer mit Schmerz verbunden, werden Sie Ihre priesterliche Identität überhaupt erlangen oder wiedergewinnen. Wenn Sie erstmal realisiert haben, dass Ihre vorrangige Aufgabe darin besteht Gott ein Opfer, hauptsächlich das eucharistische Opfer, aber auch das Opfer des Breviergebets, der Sühne, Buße und des ganzen übrigen Lebens darzubringen, dann werden Sie den Leistungsdruck los irgendetwas darzustellen, etwas zu machen oder vorwärtskommen zu müssen. Sie werden in keinen pastoralen Aktivismus verfallen und auch in keine Acedia. Sie werden bei den vielen Gremiensitzungen, bei denen von der Pastoralreferentin der Blumenschmuck und die Ballons für den Kindergottesdienst besprochen werden, selbst viel gelassener werden, indem Sie diese Erlebnisse der Abtötung vorher Gott aufopfern. Es reicht völlig, dass Sie aufstehen, die Heilige Messe lesen, das Brevier beten und all Ihre anderen Tätigkeiten als einen Gottesdienst im Sinne eines Dienstes, den man Gott darbringt, betrachten. Ja, genau, wie die Mönche! Auf diese Art und Weise werden Sie geistlich fruchtbar werden. Während jeder Christ alles übrige, außer der Zelebration der Messe vollbringen kann, können nur Sie die Heilige Messe lesen. Und deswegen müssen Sie, falls Sie es nicht können, die Tridentinische Messe lernen. Wie macht man das?

  1. Kaufen Sie sich DVD’s[3] oder schauen Sie sich die Alte Messe auf youtube[4] an.
  2. Nehmen Sie an einem Workshop zur Zelebration der Alten Messe bei der Petrusbruderschaft[5] oder, falls Sie keine Scheu haben, bei der Piusbruderschaft teil.

Der Schreiber dieser Zeilen ist zwar kein Priester, aber der Aussagen derjenigen nach, welche in beiden Riten zelebrieren, ist die Alte Messe viel schwieriger zu erlernen, da man augenscheinlich an so viele Details denken muss, die alle ihre sakrale und heiligende Bedeutung haben. Es auch leider so, dass Sie entweder durch die Alte Messe auf eine geistliche Höhe sich emporarbeiten werden, denn mühsam ist es schon, oder Sie werden, wenn weiterhin ausschließlich in Novus Ordo zelebrieren und natürlich nicht täglich, denn dies scheint in den deutschsprachigen Ländern nicht vorgeschrieben zu sein, nach und nach Ihre priesterliche Identität und Ihren Glauben verlieren. Wie viele Priestergenerationen seit 1962 vor Ihnen.  Denn während die Alte Messe, als eine quasi kleine Kathedrale, tatsächlich dazu dient den katholischen Glauben zu stärken, wurde die Neue Messe wohl dazu ausgearbeitet den Glauben hauptsächlich der Priester zu schwächen und zu verwässern. Warum wurden denn so viele von ihnen zu narzisstischen Clowns, welche am Altar herumhampeln, um sich selbst ein wenig zu beschäftigen und zu zerstreuen? Bei der Alten Messe sind Sie allein vor Gott, Sie haben den Altar und das Altarkreuz vor sich und bringen stellvertretend für das Volk Gott den heiligsten Leib seines Sohnes als das Lob-, Dank-, Bitt- und Sühneopfer dar. Und es ist egal, ob jemand kommt, denn die Messe findet statt, wenn Sie sie zelebrieren.

Nachdem Sie den Zelebrationskurs absolviert haben, sollten Sie zuerst privat, vielleicht in Ihrer Wohnung, anfangen die Missa privata, also die stille Messe zu zelebrieren, auch ohne den Ministranten, bevor Sie sich vor die Menschen in eine Kirche oder Kapelle wagen. Falls Sie in Deutschland leben, werden Sie wohl Ihre Alte Messe vor Ihren Vorgesetzten zuerst verstecken müssen, denn obwohl das Summorum pontificum Ihnen das Recht zur privaten Zelebration gibt, wird diese wohl sehr ungern gesehen werden und Vorwürfe wie „Kryptolefebvrismus“, „Rückwärtsgewandheit“, „Konzilsabgewandheit“ etc. werden laut werden.

„Mein Gott, warum kann er sich keine Konkubine halten, wie der Rest auch?“, wird man fragen,

 „Sondern er macht auf fromm und reibt es uns unter die Nase“.

Also die Privatfeier einer „privaten“ Messe scheint eine realistische Lösung zu sein, da Sie diese täglich darbringen können. Sie müssen Ihre Wohnung dementsprechend einrichten und umgestalten, dass ein Zimmer zu dem Messzimmer oder der Privatkapelle wird, aber Geld haben Sie ja genug, denn durch die Kirchensteuer, die wir alle für Sie bezahlen, sind Sie nicht gerade am Darben. Als Gegenleistung bringen Sie für uns das Heilige Messopfer dar und so wäscht eine Hand die andere.  Sicherlich werden Sie bei dem Zelebrationsworkshop andere Priester kennenlernen, welche in derselben Situation wie Sie sind, sodass sie einander helfen können. Wie ein Priester auf einem Forum anonym mitteilte, erfuhr er erst bei der Zelebration seiner ersten Tridentinischen Messe, was die Messe tatsächlich sei. Dies ist wohl war, denn die Alte Messe ist eine Wirklichkeit, die man erlebt und nicht eine, wie Novus Ordo, bei der man beredet und belehrt wird. Wer den Qualitätsunterschied zwischen der Alten und der Neuen Messe bestreitet, hat die erstere niemals erlebt, geschweige denn diese zelebriert. Dies ist der einzige Weg: die Entdeckung Ihres Priestertums durch die Entdeckung der wahren, katholischen Messe – der Messe aller Zeiten. Wenn Sie auf diesem Wege bleiben, werden Sie eine Veränderung und ein Wachstum erfahren. Es wird in etwa wie bei Kraftsport sein: Sie werden anders aussehen und sich anders bewegen.

Auf die eventuelle Fragen antwortend, wie wir die hohe Meinung von der Würde des Priesteramtes mit der schonungslosen Kritik an den konkreten Priestern verbinden können, antworten wir, dass das Letztere vom Ersteren resultiert. Große Würde verpflichtet zum heiligen Leben. Priester sind halt „keine Menschen wie andere auch“, sondern wirklich die Stellvertreter Christi auf Erden, mit all den Verpflichtungen, die daraus resultieren. Wenn es für Sie neu ist, dann hätten Sie sich es vorher überlegen sollen! Wir haben das Recht auf heilige Priester, denn wir zahlen schließlich genug.

[1] Gibt’s hier zu kaufen: http://www.sarto.de/product_info.php?info=p12606_Erklaerung-des-heiligen-Messopfers.html

[2] Martin von Cochem, Erklärung des heiligen Meßopfers, Sarto: Stuttgart 2011, 42.

[3] http://www.sarto.de/product_info.php?info=p977_C-l-br-r-LA-MESSE-DE-TOUJOURS—DVD.html http://www.sarto.de/advanced_search_result.php?keywords=Messe+DVD&x=0&y=0

[4] https://www.youtube.com/results?search_query=Tridentine+Mass

[5] http://introibo.net/priesterschulungen.php