Splendor Missae oder wenn man es nicht selber macht….


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Es ist wirklich sehr schwer jemandem die Schönheit und den Glanz der wahren katholischen Liturgie, d.h. der Alten Messe, zu zeigen, weil sie so gut wie nirgends in ihrer Fülle eines Pontifikalamtes in einer schönen Kirche stattfindet. Wenn Kardinal Burke irgendwo hin kommt, dann wird kurz eine Barockkirche „angemietet“ oder vielleicht auch umsonst zur Verfügung gestellt und die Gläubigen strömen wie in ein Konzert. Ja, ja das ist natürlich auch narzisstisch – Cardinal Burke on tour. Es werden Anzeigen aufgegeben mit dem Text:

 In der Kirche so  und so wird die Heilige Messe aufgeopfert von Hwd. Dr. Dr. hab Soundso in der Begleitung der Schola dirigiert von Soundso.

Das ist natürlich richtig, denn die Messe ist auch ästhetisch ein Genuss oder sollte es einer sein, wenn sie im richtigen liturgischen Ambiente zelebriert werden könnte. Was steht uns aber zur Verfügung? Kurz zur Verfügung gestellte Novus Ordo Kirchen oder Kapellen, die so lokalisiert sind, damit sie keiner findet oder ebenfalls abgeschabte Kirchen oder Kapellen der Ecclesia Dei Gemeinschaften oder der FSSPX. Der Schreiber dieser Zeilen konnte es nicht verstehen, wie es möglich ist, dass man um den Wert der Hl. Messe weiß und ihr keinen würdigeren Raum sichern möchte. Diese schlechte Kirchenmusik, diese narzisstischen Priester, die darauf warten, dass man ihnen die Hände abküsst und diese „Mia san mia“-Selbstzufriedenheit. Wie geht das? Weiterlesen!

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Eugenie Roth, Das Mantilla-Experiment (4 von 4)


Mantilla with me

Mantillageschichten

Tag 7:

Weiterer Verlauf: An weiteren Tagen (für die Zähnung „Tag 7“) – scheinen die anderen Gottesdienstbesucher erst „richtig“ auf die Mantilla aufmerksam zu werden. Jemand, der sich auskennen sollte meint, sowas sei doch überhaupt nicht nötig (die Mantilla ist meines Wissens ein Sakramentale, ebenso wie der Rosenkranz und das Weihwasser, und eine Kopfbedeckung war für Frauen bis zum Vatikanum II verpflichtend während des Gottesdienstes zu tragen), jemand anders, ich solle doch die Mantilla unter dem Kinn binden, weil die Enden beim Gehen hin und her schwanken …

Und: Nein, ich werde mich dadurch nicht davon abbringen lassen, die Mantilla zu tragen. Und ich werde die Mantilla auch nicht unter dem Kinn binden, obwohl mir ein orthodoxer Christ gesagt hat, dass das die Frauen bei ihnen wohl tun. Aber ob die eine so feine Mantilla tragen oder einfach ein Kopftuch? – Vermutlich schon, denn dieser Mann hat mir früher einmal eine Mantilla gezeigt, die er für eine Frau aus seiner Gemeinde besorgt hatte. …

Tag 8:

Und dennoch überlege ich mir bei der nächsten Gelegenheit, ob ich denn überhaupt noch Lust(!!!) habe, die Mantilla zu tragen. Nein. Zu dem Zeitpunkt definitv nicht.

Aber: Die Mantilla ist ein Sakramentale. Der Teufel hasst so etwas. Also: AUFLEGEN!!! Das war dann gleich ein Mantilla-„Marathon“, da nach dem Gottesdienst noch Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten war. Zwischendurch immer wieder der Gedanke, nach der Heiligen Messe die Mantilla abzunehmen. Was? Wirklich? – Nein, das kommt gar nicht in Frage! – Und es war gut, dass ich die Mantilla aufbehalten habe. Der innere Kampf hat sich gelegt …

Tag 9 (gewissermaßen):

Ich sitze im Novus-Ordo-Gottesdienst. Da heute ausnahmsweise ein anderer Priester die Heilige Messe hält als sonst*, sitze ich an meinem ansonsten üblichen Platz, nicht vorne, von wo man aus in wenigen Schritten an den Ambo treten kann. Da spricht mich nach dem Gottesdienst eine Frau aus der Bank hinter mir an, was ich denn hier hinten zu suchen hätte und ich bräuchte gar nicht so zu frömmeln und mich (im Vetus Ordo-Gottesdienst) zu verschleiern, diese Messe sei kein Automatismus, bessern müsse man sich schon selbst. Nachdem sie auf meine Frage erklärt hat, wie sie zu dieser Anschuldigung kommt (sie ist völlig unbegründet, die Frau hat falsche Rückschlüsse gezogen), vermute ich zu wissen, warum ich immer wieder dazu geneigt bin, die Mantilla im Vetus-Ordo-Gottesdienst weg zu lassen. Habe ich ihre Abneigung und Vorurteile gespürt? Ich versuche, das Missverständnis aufzuklären, aber sie hält an ihrer Behauptung fest. Warum quält sie sich selbst?

* Der „übliche“ hat eine Stimmbanderkrankung, und deshalb habe ich mich entschlossen, für ihn die Lesung zu lesen – sebstverständlich nachdem ich ihm das angeboten hatte, ansonsten halte ich mich an die Regel aus dem Vetus Ordo, dass der Chorraum den Männern vorbehalten ist. Das hier zu erklären reicht mein Verständnis dessen noch nicht aus und würde auch zu weit führen.

Eugenie Roth, Das Mantilla-Experiment (3 von 4)


Mantilla with me

Mantillageschichten

Tag 5:

Ich besitze eine braune Mantilla für Advent und (Vor-) Fastenzeit, eine weiße für die übrigen (Sonn-) Tage. Werktags ist nur Gottesdienst bei besonderen Anlässen. Wie z. B. heute: Mitten in der „violetten  Kirchenjahreszeit“ (während der ich die braune Mantilla trage) wird ein „weißer“ Heiliger gefeiert: gebotener Festtag, d. h. Der Festtag hat die gleiche Wichtigkeit wie ein Sonntag.

Wie zu der Zeit, da ich begonnen habe, in die TLM zu gehen, bin ich auch jetzt – trotz aller äußerlichen Ruhe – nervös … ob wohl … denn heute sind wieder andere Gottesdienstbesucher da, und auch wieder eine andere Organistin. Hallo, Eugenie, das ist nicht wichtig! Du tust das um Gottes Willen! Sie werden sich noch daran gewöhnen … ja, das werde ich mir noch etliche Male sagen müssen! Aber ich bin dankbar, dass es die Mantilla gibt und dass ich die Möglichkeit habe, eine zu tragen … schon seit Jahren wünsche ich mir „irgendein“ Kleidungsstück, das ich nur beim Beten trage, oder zu besonderen Anlässen … obwohl ich die Mantilla im Grunde erst vor einigen Wochen kennengelernt habe. Dass man so etwas IRGENDWANN FRÜHER getragen hat, wusste ich ja von Bildern… aber heutzutage …

Tag 6:

Wieder ein außergewöhnlicher Tag, wieder Feier eines Heiligen mit der liturgischen Farbe weiß – und eigentlich Zeit für die weiße Mantilla. Aber ich denke nicht daran und greife zu Hause nach der braunen … UND heute ist ein fremder Priester da. Und heute singt die Schola nicht, ich sitze etliche Bänke weiter vorn, mitten im „Kirchenvolk“. Ja, doch, es ist alles noch gewöhnungsbedürftig. Die Mantilla setze ich erst auf, als die Glocke an der Sakristeitür den Beginn des Gottesdienstes ankündigt (husch, husch!!!). Ich bin schon weniger nervös als im ersten Gottesdienst, trotz meines Platzes recht weit vorn und trotz des fremden Priesters … Da ich die Mantilla ausschließlich für liturgishe Handlungen (Hl. Messe, Andacht, Anbetung etc.) nutzen möchte und es doch immer wieder einmal vorkommt, dass nochmal kurz etwas zu klären ist bezüglich des Gottesdienstverlaufs etc. – nicht nur die Schola musste neu aufgestellt werden wegen des Wegfalls wichtiger Mithelfer – möchte ich die Mantilla wirklich erst kurz vor Beginn der Liturgie auflegen um zu vermeiden, dass ich nach Auflegen der Mantilla noch einmal den Gottesdienstraum verlasse.

Nun erwarte ich nicht mehr, dass mich jemand wegen der Mantilla anspricht, inzwischen müsste das jeder gesehen haben. Das nimmt einen Großteil der Nervosität.

Eugenie Roth, Das Mantilla-Experiment (2 von 4)


Mantilla with me

Mantillageschichten

Tag 3:

Der Sonntag, an dem meine Freundin in „ihren“ Gottesdienst geht. Der Sonntag, an dem ich schon vor dem Gottesdienst die geweihten Mantillas in Händen halte. Am Vorabend habe ich vorsorglich die raue Haut an meinen Händen „gebändigt“, die den Mantillas durchaus gefährlich werden kann, denn sie sind aus einem sehr feinen Gewebe. Ich will mir doch Tipps holen, wie ich sie am besten aufsetze, dazu muss ich sie ja in die Hand nehmen.

Hmm … soll ich? Die Entscheidung fällt leicht. Natürlich! Einen Moment lang bin ich im Vorraum alleine, da nehme ich die braune Mantilla aus ihrer Hülle und setze sie mir auf den Kopf um zu sehen, ob ich die Pelikanschnäbel brauche oder ob die Mantilla auch ohne hält. Ergebnis: das bisschen „Stroh“ auf meinem Kopf hält die Mantilla so, wie ich sie aufsetze! Seidig weiches Haar hatte ich noch nie und diese Mantilla ist auch etwas steifer. Die Mantilla kann nicht herunterfallen.

An dieser Stelle möchte ich nun einige Punkte aus dem 50-Punkte Programm zur Mantilla (nenne ich das jetzt mal) erwähnen und mit meinen Erfahrungen vergleichen, die ich im ersten Gottesdienst mit Mantilla gemacht habe:

  1. Atmen Sie tief und regelmäßig, während Sie ihn auf Ihren Kopf legen.

Doch, ja, ich habe schon tiefer eingeatmet … das tut gut …

  1. Gehen Sie nervös in die Kirche.

Meine Nervosität war nicht so groß, wie ich es erwartet hatte, aber deutlich spürbar.

  1. Fühlen Sie sich sehr unsicher.

Unsicher war ich durchaus, aber ich hatte ja etwas „getrickst“ (wie, das erzähle ich gleich).

  1. Ziehen Sie an Ihrer Mantilla, um sicherzugehen, dass sie sicher sitzt, aber tun Sie es heimlich (WAS, WENN JEMAND ES SIEHT???)

So sicher, wie die Mantilla im Vorraum auf meinen Haaren gesessen hatte, war dies absolut NICHT notwendig und ich hatte keinerlei Bedürfnis, das zu tun.

  1. Schauen Sie um sich um zu sehen, ob die Leute Sie nun vollends verurteilen.

Auch dieses Bedürfnis war eher gering ausgeprägt, ich konnte mich, im Vergleich zu dem, was ich mir auf Grund der neuen und ungewohnten Situation erwartet hatte, gut auf den Gottesdienst konzentrieren. Einer gewissen Ablenkung ist der Mensch ja immer unterlegen, ich denke, die war nicht wesentlich größer als sonst.

  1. Seien Sie überrascht, dass sie es nicht tun.

Der einzige Anlass, dessentwegen mir etwas mulmig zu Mute war – der Gang nach vorne zur Kommunionbank. Wie viele der Gläubigen würden mich sehen – und nach dem Gottesdienst ansprechen???

  1. Seien Sie ein wenig enttäuscht, dass es die Leute nicht einmal berührt.

Nein, enttäuscht war ich nicht, eher etwas verwundert und dankbar.

Die Neigung der Mantilla zum Verrutschen war zu meiner höchsten Zufriedenheit getestet, ich steckte die Mantilla wieder gefaltet in die Tasche zu Schott und Gesangbuch (nicht in die Hülle, ich wollte sie ja zum Gottesdienst tragen) und setzte mich hinten neben die Orgel auf den gewohnten Platz. Der Rosenkranz wurde schon gebetet, es waren wohl noch 25 Minuten bis zum Beginn des Gottesdienstes. Wer in den Gottesdienstraum trat, musste mich sehen (zur Erinnerung: die Mantilla steckte noch in der Tasche).

Nach dem Ende des Rosenkranzgebetes bereitete ich die Orgel für den Organisten vor. Die Organisten kommen und gehen leider immer sehr knapp, da sie vorher und nachher in anderen Kirchen den Orgeldienst zu verrichten haben. Daher kommen sie manches Mal leider auch zu spät. Also macht immer vorher jemand die Orgel „startklar“.

Kurz vor dem Beginn des Gottesdienstes ein schneller Griff in die Tasche, Schott und Gesangbuch auf ihren Platz, ebenso die Mantilla. Im Vorraum gibt es keinen Spiegel, da hatte das ja (vermutlich, ich konnte es ja nicht sehen) auch auf Anhieb geklappt. Da huscht noch schnell eine Mitsängerin herein, die mich zuvor ohne Mantilla hatte sitzen sehen und fängt (zwar dem Ort ensprechend SEHR gedämpft, aber) prustend an zu lachen (nur gut, dass die Schola nicht im Chorraum sitzt … Niemand scheint das Lachen zu hören). Offensichtlich weiß sie überhaupt nicht, was das ist und was das bedeutet … (Schade!). Ich kannte die Mantilla bislang nur von Bildern, die wohl während Gottesdiensten aufgenommen worden waren … immerhin …

Gottesdienstbeginn. Vor dem Asperges stellt sich die Schola zum Singen auf. Nun sehen mich auch die anderen Scholasänger, die ansonsten vor mir ihre Plätze haben. Ich kann keine Reaktion erkennen, höchstens einen kurzen erstaunten Blick aus dem Augenwinkel. Den anderen scheint nichts aufzufallen.

Der Sakristan weiß, dass ich die geweihten Mantillas habe. Der Priester hat sie geweiht, und er wird wohl auch wissen, wem sie gehören (die Segnungen und Weihen geschehen hinter verschlossener Tür, da der Raum sehr kein ist. Wollte jeder dabei sein …). Bei der Verlesung von Lesung und Evangelium auf Deutsch sowie bei der Predigt steht der Priester dem Volk zugewandt. Es ist keine Reaktion auf seinem Gesicht erkennbar, man könnte denken, dass er kurz in meine Richtung schaut.

Beim Gang zur Hl. Kommunion nehme ich mir vor, mich auf das Geschehen zu konzentrieren – mein Gott möchte in mein Herz einziehen – die Menschen um mich herum sollten mich jetzt nicht interessieren. Und auch hier bin ich wohl nicht wesentlich mehr abgelenkt als sonst. Gott sei Dank!

Nach dem Gottesdienst habe ich gleich die Mantilla abgesetzt und eingepackt. Eine Gottesdienstbesucherin, der ich Mantillas gezeigt hatte, als ich sie zum Weihen mitgebracht hatte, und die wusste, dass ich die nun geweihten Mantillas wieder hatte, fragte mich vorwurfsvoll, warum ich sie denn nicht aufgesetzt hätte … So andächtig möchte ich auch Gottesdienst mitfeiern können, dass ich praktisch nichts sonst wahrnehme. Und ich habe bemerkt: die Mantilla hilft dabei! Der Segen macht’s!

Tag 4:

Heute wollte meine Freundin aus dem Osten mit mir zusammen in die TLM gehen, aber sie ist verhindert. Schade! Sonst wären wir zu zweit mit Mantilla gewesen.

Inzwischen hat sich wohl „herumgesprochen“, dass die eine aus der Schola … letzte Woche hat ja anscheinend (!?!) kaum jemand bemerkt, dass ich mit Kopfbedeckung im Gottesdienst war (das war von mir so beabsichtigt). Heute haben zwei aus der Schola schon etwas mehr hingeschaut, auch im „Kirchenvolk“ haben sich einige umgedreht. – Um zu sehen, ob ich heute wieder …? Hallo, Eugenie, das ist nicht wichtig! Du tust das um Gottes Willen! Sie werden sich noch daran gewöhnen – und für mich ist das ja auch neu. Letzte Woche war auch eine orthodoxe Organistin da, die ist das gewohnt. Heute hat jemand anders gespielt. So ein wenig „menschliche“ Unterstützung tut am Anfang doch sehr gut, das ist mir heute aufgefallen.

Eugenie Roth, Das Mantilla-Experiment (1 von 4)


Mantilla with me

Mantillageschichten

Wir sind dazu übereingekommen unserer Mitarbeiterin Eugenie Roth in einem polnischen online-shop zwei Mantillas zu kaufen, eine braune für die Advents- und Fastenzeit und die gewöhnlichen Sonntage und eine weiße für die hohen Feste, die Weihnachts- und Osterzeit. Ja, soviel Liturgie muss sein! Eugenie Roth sollte das Mantilla-Experiment absolvieren und ihre Eindrücke des Selbstversuchs dokumentieren. Hier sind sie: ehrlich und frisch. Sicherlich werden sich viele Leserinnen und wie wir hoffen künftige Mantilla-Trägerinnen damit identifizieren können. Es bleibt an dieser Stelle zu sagen:

Wenn Sie etwas selbstbewußt genug tragen, dann werden es die Menschen nach einer Zeit akzeptieren, es als normal empfinden und sich nach einiger Zeit die Frage stellen, warum sie selbst es nicht tragen.

Die Tugend des Muts kann man nur bei Widerständen gewinnen und das Leben ist halt ein Kampf. Die Mantilla ist ein Sakramentale, sie ärgert den Teufel und würden Sie einen Bottich bei der Heiligen Messe auf dem Kopf tragen, wohlgemerkt zu einer Lederjacke und Springerstiefel, so würde diese Aufmachung die Menschen weniger stören als eine Mantilla, vor allem die Frauen. Es gibt eine Comic-Geschichte vom Häger dem Schrecklichen, wo Häger, Helga – seine Frau – und sein Freund Sven Karten spielen.

„Ich habe einen König“, sagt Sven, „ich gewinne.“

„Pech gehabt“, sagt Helga, „ich habe eine Dame!“

„Wenn Helga mitspielt, schlägt die Dame alles“, erläutert Häger.

Und in diesem Sinne: Durchhalten!

Tag 1:

Die Mantillas sind da! Eine braune für den „Alltag“, eine weiße für die kirchlichen Feiertage, so hatte ich mir das gedacht. Vorschriften dazu gibt es nicht. Ich zeige sie einem Bekannten, der von Beruf Schneider ist. Die Qualität sei sehr gut, meint er. Zu Hause werden sie fotografiert und wieder in die Schutzhüllen gesteckt. Nun warte ich auf den einen Tag im Monat, an dem Kerzen und Sakramentalien geweiht werden. Ich nehme mir vor, die Mantillas am großen Feiertag in einigen Wochen das erste Mal zu tragen. Der Anblick meines Gesichtes, umrahmt von einer Mantilla, wird ungewohnt sein, ich muss mich erst an den Gedanken gewöhnen. Nein, ich setze sie mir nicht auf den Kopf. Heute noch nicht. Wenn sie geweiht sind, werde ich sie meiner Nachbarin zeigen, die hat einen guten Geschmack und kann mir sicherlich sagen, wie ich sie am besten aufsetze. Für so etwas habe ich keinen Blick und bei ihr bin ich sicher, keinen unangenehmen Kommentar zu hören, denn sie ist nicht katholisch und steht dem allem neutral gegenüber.

Tag 2:

Ich frage meine Freundin aus dem Osten (auch katholisch wie ich), ob sie gewohnt ist, eine Mantilla zu tragen. Ja, sagt sie, bei Ihnen zu Hause ist das selbstverständlich, und wenn hier Gottesdienst in der Muttersprache ist, setzt sie diese auch auf. Nein, nicht in den deutschen Gottesdiensten, die sie sonst besucht, da bleibt die Mantilla zu Hause. …  Ob ich ihr denn zeigen könne, wo man Mantillas kaufen kann, sie möchte gerne noch eine haben. Als ich ihr im Internet die Mantillas zeige, die ich geschenkt bekam (ohne dies zu erwähnen), sagt sie, nein solche Mantillas möchte sie nicht, die sind ihr zu billig (pro Stück deutlich weniger als 20 € umgerechnet), sie hat eine solche (vergleichbare, hat wohl an die 100 € gekostet), und so eine ähnliche möchte sie sich noch kaufen. – So viel Geld möchte sie dafür ausgeben? Ja, denn so etwas kauft man nur einmal und schließlich ist das für Gott! – Ob ich eine Mantilla habe? Ich weiche aus und sage, dass mir ein Freund die Links geschickt hat, über die wir auf die Seiten gekommen sind. Ich möchte sie überraschen.

Schon vor einiger Zeit habe ich sie eingeladen, mit mir in die TLM zu gehen, nun sagt sie mir zu, dass sie übernächsten Sonntag mit mir gehen wird. Nächsten Sonntag ist Gottesdienst in der Muttersprache, den besucht sie natürlich lieber … und da tragen alle Frauen eine Mantilla, wie sie das von zu Hause gewöhnt ist.

Wie ich zur Traditionellen Lateinischen Messe kam (1 von 2)


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Auf die Traditionelle Lateinische Messe wurde ich durch eine Bekannte aufmerksam, die mich bat, doch meine Unterschrift auf eine Liste zu setzen, damit in der Bischofsstadt die Heilige Messe nach den Büchern von 1962 gefeiert werden durfte. Nein, ich sei durch diese Unterschrift zu nichts verpflichtet (wie beruhigend war das damals für mich!). Dies war noch die Zeit, in der man die Erlaubnis des Bischofs einholen musste, welcher der beantragenden Gruppe dann einen Priester und eine Kirche zuwies.

So bin ich dann, neugierig geworden durch die Begeisterung meiner Bekannten, auch einmal in den Gottesdienst nach dem Vetus Ordo gegangen. Der „alte“ Schott stand seit Jahrzehnten unbenutzt in meinem Regal, den hatte ich irgendwann – man brauchte ihn ja nicht mehr – geschenkt bekommen. Also:

In die Hand nehmen. Abstauben. … Lesen … Zunächst die Erläuterungen. Wenn man den Verlauf des Gottesdienstes nicht kennt – für mich waren das viele unverständliche Worte.

– Zwar gehöre ich zu denen, die sich noch an Gottesdienste nach dem Vetus Ordo erinnern müssten, doch habe ich daran keine Erinnerung. So war mir im Gottesdienst alles fremd:

Die häufigen Kniebeugen (vor allem der Ministranten), das Hin- und Hertragen des Missale auf dem Altar, … alles fremd. Bis auf die Lateinischen Messgesänge, die wir als „Relikt der vergangenen Zeit“ ab und zu als Kinderschola während des regulären deutschen Gottesdienstes zu Gehör bringen durften … Doch irgendwie spürte ich, dass dieser Gottesdienst – trotz der von mir empfundenen Fremdheit – „etwas hatte“. Ich kam ab und zu wieder … bis ich mir eines Tages vornahm, regelmäßig dorthin zu gehen.

Bis „das Leben“ mich in eine andere Stadt schickte, hatte ich schon etliche Jahre lang (unregelmäßig) die Möglichkeit, diese Heiligen Messen mitzufeiern.

Heute, seit langem wieder hierher zurückgekehrt und um die Erfahrung vieler Heiliger Messen nach dem Vetus Ordo reicher, kann ich sagen:

Die Heilige Messe nach dem Vetus Ordo ist nicht nur reicher am Schmuck der alten Gewänder und der Bücher, die der Priester während der Heiligen Messe verwendet, sondern die Texte sind viel reicher, haben mehr „Biss“. Sowohl die Lesungen aus der Bibel, als auch die Gebete des Priesters.

Wer meint, im Novus Ordo höre man mehr aus der Bibel, da nicht im einjährigen, sondern im dreijährigen Turnus gelesen wird, irrt sich gewaltig. Sollten Sie einen alten und einen neuen Schott zu Hause haben – machen Sie den Vergleich! Nehmen Sie den alten Schott, schlagen Sie ihn auf und suchen Sie dann diese Bibelstelle im neuen Schott … ich habe da schon manche Überraschung erlebt …

Wer meint, er möchte etwas TUN während des Gottesdienstes, dem sage ich als frühere Lektorin und Kommunionspenderin: knieen Sie sich hin! Schauen Sie! Hören Sie zu, lesen Sie mit!

Und genießen Sie die Ruhe, die diese Messfeiern ausstrahlen, nehmen Sie sich wie Maria die Zeit, das, was Sie hören, in Ihrem Herzen zu bewegen. DAS ist die Teilnahme, die den Gottesdienst für das persönliche Leben reich und fruchtbar macht.

Mantilla – die katholische Eleganz und ein Abglanz der Schönheit Gottes


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Um unseren Blog noch frauenfreundlicher zu gestalten, veröffentlichen wir einen Beitrag in der Übersetzung von Eugenie Roth, den wir hier, auf einer amerikanischen traditionsverbundenen Seite gefunden haben. Wir wollen hiermit bei uns eine kleine Lanze für die Entdeckung einer Mantilla im deutschen Sprachraum brechen, wo sie wohl innerhalb der letzten 200 Jahre kaum verbreitet war (Vielleicht weiß jemand etwas mehr darüber?), was aber niemanden daran hindern sollte sie wieder oder zum ersten Mal zu tragen. Nein, meine Damen, es ist kein Kopftuch und keine Burka. Es ist eine Mantilla, denn Sie sind katholisch. Wir wollen dennoch keine jahrzehntelang dauernden Grabenkämpfe zwischen den Mantilla-Befürworterinnen und Mantilla-Gegnerinnen auslösen, wie sie leider immer wieder vorkommen. Tja, Frauen sind da wirklich unerbittlich, was Mode anbelangt.

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