Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (2 von 3)


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II. Sentimentalität

1. Die Natur der ökumenischen Liebe

Mit seiner Suche nach dem irdischen Gut des Menschen wird vielleicht jemand versuchen, diesen falschen Ökumenismus zu verteidigen, in dem er behauptet, dass es wenn auch keine geistliche trotz allem eine Art der Liebe ist, in dem er sagt, „die Liebe ist ausreichend“. Denn letztendlich ist die Liebe der Grund für unser Leben und Gott selbst ist Liebe in dem Sinne, daß die Allerheiligste Dreifaltigkeit ein Geheimnis der Liebe zwischen den drei göttlichen Personen ist.

Lasst uns nun die Natur dieser ökumenischen Liebe genauer untersuchen, zuerst das Element der Vereinigung, dann das Gute, das diese Vereinigung hervorbringen soll.

a) Die Ökumenische Einheit

Was ist das, was die Parteien zu einer ökumenischen Initiative einigt?

Gemeinsame Überzeugungen und Ideale unter Ausschluss der lehrmäßigen Unterschiede. Dieses Prinzip wird typischerweise mit dem Slogan „Was wir gemeinsam haben, ist wichtiger als das, was uns trennt“ ausgedrückt. Insbesondere in der Beziehung zu anderen Religionen wird das oft durch die Formel „Wir verehren denselben Gott“ verdeutlicht.

Diese gemeinsamen Überzeugungen und Ideale bilden die Grundlage für den „Dialog“, einen Prozess, der nicht auf die Erreichung der objektiven Wahrheit ausgerichtet ist, sondern lediglich einen brüderlichen Austausch darstellt, einen Prozess, der beiden Parteien auf gleiche Augenhöhe setzt im unausgesprochenen Einverständnis, die jeweils  eigene Vision der Wahrheit dem anderen nicht aufzuzwingen. Sie bilden die Grundlage für gemeinsame Unternehmen wie interreligiöse oder interkonfessionelle Versammlungen oder diplomatische Gesten wie Baumpflanzungen und Umarmungen.

Was an der ökumenistischen Einigung bemerkenswert ist, ist, dass sie von der objektiven Wahrheit absieht. Das ist jedoch irrational, denn um mit anderen christlichen Konfessionen oder anderen Religionen vernünftig und realistisch umzugehen, müssen wir die ganze Wahrheit und nicht nur einen Teil davon in Betracht ziehen: nicht nur gemeinsame Überzeugungen und Ideale, sondern auch Lehrunterschiede

Nach kurzem Nachdenken können wir tatsächlich erkennen, dass es von dem Wichtigen weniger gibt, was uns mit Konfessionen und Religionen eint, als das, was uns trennt: nämlich der Glaube, der den Schlüssel zum ewigen Leben enthält.

Nehmen wir z.B. die anderen monotheistische Religionen: Judentum und Islam. Die Tatsache, dass sie „denselben Gott anbeten“, ist irrelevant. Denn der Gott, den sie anbeten, ist nur im philosophischen Sinne derselbe, wie der Gott des katholischen Glaubens: als in sich seiendes Sein, als Schöpfer und Ende aller Dinge; während der Gott, den sie anbeten, im theologischen Sinne der Gott ist, den sie leugnen, nämlich die Allerheiligste Dreieinigkeit, und damit nicht derselbe wie der Gott des katholischen Glaubens. Was hier wichtig ist, ist das, wie wir eben erklärt haben, was uns trennt: der Glauben an den Gott des katholischen Glaubens, weil nur dieser Glaube heilbringend ist.

b) Das Ökumenische Gut    

Welches Gut wird mit dem Ökumenismus geplant? Das irdische, politische Gut des Menschen. Dies würde in der Tat das ökumenische Unternehmen rechtfertigen, wenn es nicht um das Übel ginge, das dieses Unternehmen hervorbringt (vgl. Abschnitt III). Mit einem Wort, der Ökumenismus bietet dem Menschen ein irdisches Gut auf Kosten seines geistlichen Gutes

*

Wir schlussfolgern dass der Ökumenismus nicht die angemessene Art der Liebe zwischen der Kirche und den anderen Religionen oder Konfessionen ist. Die angemessene Art der Liebe ist vielmehr die Evangelisierung, da sie, wie jede Form der vernünftigen Liebe auf das wahre Gut des anderen zielt, ja auf sein höchstes Gut, seine Erlösung, die sie durch seine Bekehrung zu sichern sucht.

Dass die von der Ökumene vorgeschlagene Art der Liebe unangemessen ist, kann durch folgendes Bild illustriert werden: Eine Menge von Menschen versucht, einen Ozean zu überqueren. Ein Teil reist auf einem großen Boot, das gebaut wird, um Stürme und alle Arten von Gefahr zu überleben und mit allem ausgestattet, was für eine lange Reise notwendig ist. Andere reisen in kleineren Booten: Segelboote, Ruderboote; wieder andere auf Flößen oder Luftmatratzen; die übrigen schwimmen einfach. Nur das große Boot wird die andere Seite sicher erreichen; einige der anderen Boote können ankommen, aber nur mit großen Schwierigkeiten. Die übrigen Boote und Menschen werden sicherlich nicht auf die andere Seite erreichen. Diejenigen auf dem großen Boot versuchen nicht, die anderen davon zu überzeugen, an Bord zu kommen, sondern grüßen sie nur unbekümmert, wenn sie ihnen begegnen. Wie der Leser verstanden haben wird, ist das große Boot die katholische Kirche; der Ozean ist die Welt; die Menschen außerhalb des Bootes sind diejenigen, die nicht zur Kirche, oder zumindest nicht zum Leib der Kirche gehören.

Es ist offensichtlich leichter und mit mehr Spaß verbunden – zumindest für den Augenblick – zu winken und unverbindlich zu lächeln, als dem Betroffenen zu sagen, daß er einen Fehler begeht und ihn dazu zu überreden, sein Boot zu verlassen (was er vermutlich selbst schon erwogen hat) und selbst an Bord zu kommen. Außerdem wird es größere Mühe erfordern, sich um ihn zu kümmern, wenn er an Bord ist.

Wir sagten, dass der falsche Ökumenismus eine unangemessene Art der Liebe ist. Wie könnten wir das präzisieren? Insoweit er von der objektiven Wahrheit absieht, ist er irrational, wie wir oben andeuteten, begründet also keine vernünftige, sondern nur eine emotionale Liebe. Diese „Liebe“ kann genauer als Sentimentalität charakterisiert werden. Diese Sentimentalität hat ihren ersten offiziellen Auftritt in der Kirche in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils in ihrer weichen und versöhnlichen Sprache und Haltung gegenüber anderen Religionen und vor allem gegenüber der heutigen Welt und in einer neuen ethischen Lehre, in der das primäre Ziel der Ehe „Liebe“ ist. Als ein Ersatz der wahren Liebe, d.h. der Tugend der Liebe, ist diese sentimentale Liebe verweichlicht und entmannend. Infolge des Mangels an Bildung und infolge fehlender Wachsamkeit des Klerus und der Gläubigen, konnte sie sich im oben erwähnten Konzil als wahre Liebe ausgeben.

2. Der Metaphysische Irrtum des Ökumenismus

Der metaphysische Fehler, der dem Ökumenismus zugrundeliegt, ist der, dass er dem Guten Priorität vor dem Wahren einräumt.

a) Auf der natürlichen Ebene

Die Seele des Menschen hat zwei grundlegende Fähigkeiten: Verstand/Erkenntnisfähigkeit und Willen (oder vernünftige Liebe), und beide müssen in seinem Handeln zur Anwendung zusammenkommen. Der tiefste Grund dafür ist, daß diese beiden Fähigkeiten dem Menschen notwendig sind, um Gott vollkommen zu verherrlichen. Dem Einwand, daß die „Liebe genügt“, antworten wir mit der Versicherung, daß die Erkenntnisfähigkeit ebenso notwendig ist.

Es muss noch hinzugefügt werden, dass die Erkenntnis (logisch) Vorrang vor der Liebe hat, insofern die Liebe blind ist und durch Erkenntnis geleitet werden muss: man muss erkennen und wissen, was man und wie man liebt. Wenn ein Säufer mich um 100 € bittet und ich sie ihm gebe, liebe ich ihn nicht. Und wenn jemand versucht, den Ozean schwimmend zu überqueren, liebe ich ihn nicht, indem ich ihm nur von meiner schönen Yacht zuwinke, während ich vorbeikomme.

b) Auf der übernatürlichen Ebene

Auf der übernatürlichen Ebene entsprechen der Erkenntnisfähigkeit der Glaube und der Liebe die Nächstenliebe. Beide – Glauben und Nächstenliebe – müssen im menschlichen Handeln eingeschlossen sein. Der Glaube reicht nicht aus, um erlöst zu werden; es ist nicht ausreichend zu lieben, um gerettet zu werden: beides, Glaube und Nächstenliebe sind notwendig.

Darüber hinaus hat der Glaube (als übernatürliche Erkenntnis) logischen Vorrang gegenüber der Nächstenliebe (als übernatürliche Liebe). Der Gegenstand des Glaubens ist Gott, die Allerheiligste Dreifaltigkeit, und wir können ihn nicht mit der Nächstenliebe (und unseren Nächsten in Ihm und IHM zuliebe) lieben, bevor wir ihn durch den Glauben erkennen.

Zusammen mit Professor Romano Amerio in seinem bewundernswerten Buch Iota Unum können wir auf einer tieferen Ebene sagen, daß die Erkenntnis der Liebe letztendlich auch innerhalb der Allerheiligsten Dreifaltigkeit selbst vorausgeht, weil die Erkenntnis Gottes im Wort Gottes der Liebe im Heiligen Geist vorausgeht: Das Hervorgehen des Sohnes aus dem Intellekt des Vaters geht dem Hervorgehen des Heiligen Geistes aus der wechselseitigen Liebe des Vaters und des Sohnes voraus. In diesem Sinne können wir sagen, dass Gott vor dem Geheimnis der Liebe ein Geheimnis der Wahrheit ist. Die hier in Frage stehende Priorität ist wie bisher eine logische Priorität: Der Vater und der Sohn sind wesensgleich und ihre gegenseitigen Beziehungen sind zeitlich nicht verschieden.

Von daher sehen wir, dass die Ökumeniker falsch liegen, wenn sie so tun, als ob Liebe alles ist, was zählt, denn – wir wiederholen es – Wissen und Liebe sind notwendig, wobei die Erkenntnis logischen Vorrang vor der Liebe hat: der Glaube vor der Nächstenliebe: die Ordnung des Wahren vor der Ordnung des Guten.

Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (1 von 3)


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Wir wollen hier wieder einmal einen Text von Don Pietro Leone vorstellen, welcher nach den neuesten Eskapaden von Kardinal Marx nicht  besser gewählt sein könnte. Es geht um den leidigen Ökumenismus.  Und was ist so falsch daran? Das, dass sich die logischen Werte „wahr“ und „falsch“ im Laufe der Jahre nicht verändern oder gilt das für den Satz von Pythagoras. Aber in Religion ist es anders, meinen Sie? Nein, den Religion ist eine geoffenbarte Wahrheit von Gott, der Wahrheit, schlechthin und deswegen können nicht die Irrlehren von Luther aus dem Jahre 1517 nur 500 Jahre später richtig und salonfähig gemacht werden. Denn sie sind genauso falsch heute, wie sie es gestern waren. Wer das leugnet, ist nicht mehr katholisch, lieber Kardinal Marx. Die wachsende Akzeptanz für die lutherische Häresien ist durch die Umstellung des katholischen Paradigmas nach Vat. II entstanden, welches den Katholizismus zur einer sich ständig verändernden Zeitgeistreligion machte. Siehe Papst Franziskus. Wahr und falsch spielt keine Rolle, es geht umd die Beliebtheit oder die leidige Kirchensteuer. Vielleicht denkt die cancelliera, wie sie auf Italienisch heißt, Angela Merkel, dass die Zusammenlegung der beiden Kirchen Geld sparen kann, welches für die islamischen Kulturbereicherer ausgegeben werden kann, damit wir bald hier überhaupt kein Christentum mehr haben. Wer weiß, wer weiß? In der Zeit als Don Pietro Leone diesen Aufsatz schrieb, war eine neue Einheitsmesse, die angeblich von Papst Franziskus geplant wird, noch nicht denkbar.  Durch den Ökumenismus hat die katholische Kirche ihre Identität verloren, das Papstum mit Franziskus auch. Schade.

Von Don Pietro Leone

Im Anfang war der Ökumenismus und der Ökumenismus war mit Gott und der Ökumenismus war über Gott.

(Aggiornamento per tutto compreso i vangeli, cap.iv, Ester Maria Ledda, 2013, Bonanno)

Das Original ist hier zu finden.

In der Waffen- und Rüstungsabteilung seiner Höllen-Werkstatt ist Satan sicherlich stolz auf den Ökumenismus. Bitten Sie Satan, Ihnen den Ökumenismus zu zeigen, wenn Sie jemals das Pech haben, dort zu enden. Diese mächtige Waffe ist jüngeren Datums. Sie wurde für die heutige Zeit, in der der Glaube zerfällt und erkaltet und für die Beschleunigung dieses Prozesses entwickelt. Ihre erste Reaktion wird eine bewundernde sein:

„Was für ein schönes Kunstwerk!“

werden Sie sagen. Ihre zweite Reaktion, wenn Sie es sich näher angesehen haben, wird eine überraschte sein, da es innerlich völlig hohl und leer ist.

„All unsere Waffen sind hohl“,

wird Er ihnen kurz antworten.

„Hast du die ganze Zeit nichts verstanden? Das Wichtige ist die Sichtweise auf die Dinge. Aber es ist wahr,“

wird er nach einem kurzen Moment einräumen,

„diese Waffe ist ganz besonders hohl.“

 

I. Die Hohlheit

 1. Logische Hohlheit   

Es gibt zwei Arten von Ökumenismus. Die erste zielt auf die Einheit aller christlichen Konfessionen, oder aller Glaubensbekenntnisse ab, voraussetzend, dass sie alle wahr sind, die zweite fokussiert auf die Einheit auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners.

Wir werden die logische Zusammenhanglosigkeit beider Typen im Folgenden aufzeigen

a) Die Zusammenhanglosigkeit der ersten Form des Ökumenismus

Was den ersten Typus anbelangt, so zitieren wir den Heiligen Pius X in Pascendi:

„Die Modernisten leugnen nicht, sondern geben tatsächlich zu, manche hinter vorgehaltener Hand, andere ganz offen, dass alle Religionen wahr sind.“

Der Papst bezieht sich auf eine subjektivistische Auffassung von Religion, die auf die persönliche Erfahrung reduziert wird, die jeder Mensch von Gott in seiner eigenen Religion hat, zusammen mit der Symbolik, die dazu gehört. Diese Auffassung wurde von ihm im Dekret Lamentabili und in der oben erwähnten Enzyklika Pascendi verurteilt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht viele gibt, die gerne behaupten, dass alle Glaubensbekenntnisse wahr sind, sogar als objektives Konzept von Glaube und Religion. Darauf muss aber erwidert werden, dass diese Behauptung gegen den Grundsatz des Nicht-Widerspruchs verstößt, da es nur eine Wirklichkeit gibt und jeder Glaube oder jede Religion eine andere und exklusive Sichtweise davon darstellt. Aus diesem Grund behauptet der überzeugte Gläubige jeder Religion oder jedes Bekenntnisses, dass seine Vorstellung richtig ist und die Vorstellungen der anderen Gläubigen falsch sind: Kurzum, er behauptet, dass sein Glaube oder seine Religion der einzige wahre Glaube und die einzig wahre Religion ist, die es gibt.

Die Eine Heilige Römisch Katholische Kirche kann in dem Sinne noch weiter gehen, als sie nicht nur sagt, dass sie den einzig wahren Glauben hat und die einzig wahre Religion ist, sondern dass es der einzige Glaube und die einzige Religion überhaupt ist. Denn die Kirche lehrt, dass der Glaube eine Art von Wissen ist, d.h. die Erkenntnis der Wirklichkeit: Die Realität, die Gott ist. Und da es nur eine Wirklichkeit und nur einen Gott gibt, kann es nicht mehr als eine Erkenntnis von dieser einen Wirklichkeit, die Gott ist, geben. Weiterhin lehrt die Kirche, dass nur der katholische Glaube (zusammen mit der Taufe) uns mit diesem Gott vereinigt, und dass deswegen der Katholische Glaube auch die einzige Religion ist, wenn Religion nichts anderes bedeutet, als das spirituelle System, das uns mit Gott verbindet (Lateinisch ligat).

Die Popularität der Theorie, dass alle „Glaubensbekenntnisse“ oder „Religionen“ objektiv wahr seien, zeigt uns das Ausmaß der Unfähigkeit zu rationalem Denken, zu dem der heutige Mensch gekommen ist – auch wenn die Absurdität solch einer Theorie ihre Respektabilität in den Augen der Modernisten sicher nicht mindert.

b) Die Zusammenhanglosigkeit der zweiten Form des Ökumenismus

Die zweite Form des Ökumenismus reduziert den Glauben zu einem Amalgam (zusammengekleisterten Gemisch) von unterschiedlichen Überzeugungen, um ihn dann mit dem Amalgam anderer „Glaubensbekenntnisse“ und „Religionen“ auf der Suche nach einer gemeinsamen Grundlage zu vergleichen. Die EINE, HEILIGE, RÖMISCH KATHOLISCHE Kirche lehrt im Gegensatz dazu, dass sich der Glaube als unteilbare Einheit konstituiert, als Einheit, die sich aus seinem Gegenstand, nämlich Gott selbst, ergibt. Aus diesem Grunde ist es unmöglich, von irgendeiner katholischen Lehre im Interesse der Übereinstimmung mit anderen abzusehen.

2. Moralische Hohlheit

Der Ökumenismus wird als eine Art geistige Vereinigung präsentiert, die auf ein geistliches Gut zielt. Mit einem Wort, es wird als eine Art spirituelle Liebe zwischen den Mitgliedern der katholischen Kirche und den Außenstehenden dargestellt. Aber der Ökumenismus stellt keine geistliche Liebe dar, weil er weder aus einer geistigen Vereinigung (was auch immer damit sinnvoll gemeint sein könnte), noch in irgendeiner Art von geistlichem Gut besteht.

a) Das Fehlen einer geistlichen Einheit

i) Der Katholischen Kirche wurde von Unserem Herrn die Anweisung gegeben, nur eine Art von geistlicher Vereinigung mit Nicht Katholiken zu entwickeln und das ist eine dreifache Vereinigung die besteht aus:

a) der Vereinigung unter der Autorität der katholischen Hierarchie

b) der Vereinigung in den sieben Sakramenten  und

c) der Vereinigung in dem einen Katholischen Glauben

Das ist die einzige Art der Einheit, die der Katholischen Kirche erlaubt ist, mit anderen zu etablieren, weil nur dieser Typ der Einheit das geistliche Gut, nämlich ihre Erlösung bewirken kann. Auf der anderen Seite ist die von der Ökumene gesuchte Einheit schlicht nur eine partielle Einheit, insoweit, als nur einer oder mehrere dieser drei Elemente fehlen. Deswegen hat sie nicht die Kraft zu erlösen.

ii)  Die geistliche Einheit, die vom Ökumenismus gesucht wird, wirkt also nicht erlösend. Bezeichnenderweise ist sie nicht übernatürlich, insoweit der Ökumenismus den Katholizismus typischerweise auf den Glauben (verstanden als eine Ansammlung von verschiedenen Überzeugungen) reduziert, und folgerichtig die Sakramente ignoriert, die notwendig sind, um uns mit Gott hier auf der Erde und im Himmel zu vereinigen. In den beiden Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils Ad Gentes und Nostra Aetate, die sich auf das Verhältnis zwischen Kirche und den nichtchristlichen Religionen beziehen, ist der Begriff „übernatürlich“ nirgendwo zu finden.

iii) Die geistliche Einheit, die vom Ökumenismus gesucht wird, ist bezeichnenderweise nicht moralisch, da sie dazu neigt, den Glauben auf jene Lehren zu reduzieren, die die Natur und die Wirklichkeit Gottes betreffen. Dabei vernachlässigt sie jedoch die moralischen Lehren, die ein wesentlicher Bestandteil des Glaubens sowohl als auch für das ewige Leben notwendig sind, denn der Glaube ist das Licht, das uns den Weg zum Himmel zeigt

b) Das Fehlen eines geistlichen Gutes

Die Art des Guten, das ausschließlich vom Ökumenismus gefördert wird, ist nicht die Erlösung, sondern nur der irdische Frieden und das Glück, die kein geistliches Gut sind. Beide sind auch nicht die primäre oder wesentliche Aufgabe der Kirche. Die Kirche, wie wir eben angedeutet haben, wurde für das ewige Heil des Menschen gegründet: für seine Erlösung. Der Ökumenismus hingegen zielt ausschließlich auf sein irdisches Gut. Dann aber ist es keine geistliche Initiative, sondern eine rein politische. Das irdische Wohlergehen des Menschen ist – als Folge ihrer Hauptaufgabe, die sein ewiges Heil ist –  höchstens eine Nebenpflicht der Kirche.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des 2. Fastensonntags

Mt 17, 1 – 9 Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie fernab auf einen hohen Berg. Da ward er vor ihnen verklärt. Sein Antlitz leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider glänzten wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Moses und Elias und redeten mit ihm. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu Jesus: „Herr, es ist gut, daß wir hier sind. Wenn du willst, so baue ich hier drei Hütten, dir eine, Moses eine und Elias eine.“ Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und eine Stimme erscholl aus der Wolke: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!“ Als die Jünger das vernahmen, fielen sie tieferschrocken auf ihr Angesicht nieder. Jesus trat hinzu, rührte sie an und sprach: „Steht auf, fürchtet euch nicht!“ Sie erhoben ihre Augen, sahen aber niemand als Jesus allein.

Während sie vom Berge hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: „Erzühlt niemand etwas von dieser Erscheinung, bis der Menschensoh von den Toten auferstanden ist.“

Betrachtung zum Evangelium des 2. Fastensonntags

Um mit Gott Umgang zu haben, fliehe das unnöthige Getümmel der Welt und erhebe Dich über das Irdische! denn Christus stieg zur Verklärung auf einen Verg mit Petrus, Jakobus und Johannes, und betete. Im Gebete ward der Heiland verklärt. Durch’s Gebet kömmt auch uns Licht, Stärke und Trost, daß wir nach dem heiligen Glauben unser Leben einrichten. Seliger Friede Gottes hienieden schon im Herzen des Frommen! Unendlich seliger aber, unaussprechbar wird unser Glück seyn, wenn wir einst Gott schauen von Angesicht zu Angesicht. Der Weg dahin aber geht durch Leiden.

Kollekte zum 2. Fastensonntag

Kirchengebet.

O Gott! der Du uns kraftlos und verlassen siehst, bewahre unser Inneres und Aeusseres, damit der Körper von allen Leiden befreit, und die Seele von allen bösen Gedanken gereiniget werde!

Amen.

 

 

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (5 von 5): Selbstzentriertheit des Novus Ordo und Mantilla


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Ad c. Ist Selbstzentriertheit Novus Ordo?

Warum wurde das letze Konzil, Gott sei’s geklagt, veranstaltet? Um es dem „modernen Menschen“ gerecht zu machen. Was gerecht zu machen? Alles, wirklich alles. Aber warum? Weil der moderne Mensch dermaßen wertvoll, weil modern ist, dass er es einfach verdient. Die anderen, die nicht-modernen Neandertaler, waren ja nur behindert! So unmodern! Um an dieser Stelle die unvergleichliche Ann Barnhardt, sicherlich keine Tussi, zu zitieren:

Es ist egal, wie die Messe vorher war, und es ist egal, was die Kirchenväter und die Heiligen früher gelehrt haben, denn die MENSCHHEIT SELBST war anders und nicht nur anders, aber MINDERWERTIGER und VOLL BEHINDERT. Folglich ist alles „Alte“ ein Bündel Bullshit, und alles „Neue“ ist gut, und demzufolge muss die Kirche auch neu sein, also anders. Nichts von diesem lächerlichen alten Bullshit könnte möglicherweise zu dem neuen, höheren modernen Menschen sprechen, der, befreit von neunzehnhundert Jahren Bullshit, nun Christus „entgegentreten“ kann und „Dialog halten“ kann mit „ihm“ als Ebenbürtiger.

Gut erkannt, Miss Ann. Es ist die Überhöhung des Egoismus zur n-ten Potenz, denn jetzt geht es um die moderne Menschheit. Weil es also nach dem Konzil um den „modernen Menschen“ und nicht um den ewigen und allmächtigen Gott geht, so wurde sowohl die Liturgie als auch alles in der Kirche „kundenfreundlich“ gemacht und zwar so, dass die „Kunden“ die Kirche fliehen. Die Kirche hat sich um die Gläubigen zu bemühen, wie der Kellner um den Gast.

Diese Rechnung geht seit 50 Jahren nach hinten los und nur ein naiver Mensch würde sagen, dass die Kirchenfürsten es nicht sehen. Sie sehen es, sie wollen es so, siehe Amoris Laetitia, weil sie Gott hassende Atheisten, Sodomiten und manche auch Satanisten sind. Deswegen wollen sie den mystischen Leib Christi, der auch aus der irdischen Kirche besteht, zerstören und Christus selbst – Kommunion für Ehebrecher – profanieren. Nur aus dieser zerstörerischen Perspektive heraus macht das alles Sinn, was wir schon vor längerer Zeit hier und hier geschrieben haben. Wie wird es uns aber seit 50 Jahren „verklickert“: als Sorge um den modernen Menschen, siehe Amoris Laetitia. Dies ist wirklich eine teuflische Agenda, zuerst will der Teufel dienen, am Ende fordert er die Seele und zwar auf ewig. Für ihn ist es ein guter Deal: diese paar Jahre oder Jahrzehnte für die Ewigkeit. Und Menschen gehen darauf freiwillig ein. Die Novus Ordo Liturgie und die Novus Ordo Kirche ist dermaßen selbstzentriert, denn es geht ja immer um „Dialog“ und „die Früchte des Konzils“ und nicht um Gott oder das ewige Heil der Seelen, was uns Franziskus schön vorexerziert, der das Wort „Gott“ höchst selten verwendet. Er mag ja nicht das Religiöse an der Religion, wie ihm recht scharfsinnig ein Journalist bescheinigte.

Aber macht der ganze Novus Ordo uns nicht schrecklich selbstbezogen? Für den Schreiber dieser Zeilen war es ein Befreiungsschlag als er irgendwo in der Einführung zur „Geschichte des Breviers“ las, dass der Kult Gottes ein Werk der Gerechtigkeit sei. Es ist also egal, wie es uns dabei geht, wir haben es zu erbringen. Es geht um Gott, das Objektive schlechthin. Da Gott selbst und nicht der Mensch im Vat. II das Maß des richtigen und objektiven Gotteskultes festlegte, siehe die liturgischen Vorschriften des AT, so ist das Richtige gleichzeitig das Schöne und das Wahre. Die Tridentinische Messe ist nicht nur erträglich, was man wirklich nur selten von einer Novus Ordo Messe sagen kann, sie ist auch schön, erhebend, ästhetisch, beseelend, die Sinne ansprechend und anscheinend auch die Weiblichkeit und die Männlichkeit stärkend, weil man sich an Etwas und nicht an sich selbst ausrichtet und darüber hinaus, was auch unsere überaus weibliche amerikanische Autorin schreibt, sich selbst vergisst. Wie wohltuend das doch ist!

 Wenn man sich an Gott ausrichtet und in Gott versenkt, dann hört man auf

in einer eigenen Welt mit eigenen Gesetzen und eigenen Buntstiften“

zu leben, um es mit Kishon zu sagen, nicht einmal

„eine Plastikspange, […], [welche die] Haare unterhalb des Kleinhirns zusammenbündelt“

hat dann eine Bedeutung, weil man weder an die Spange, noch an das Kleinhirn denkt. Wie wunderbar! Dies betrifft natürlich mutatis mutandis auch Männer: weg von der Subjektivität, hin zur Objektivität. Deswegen ist auch in der Tridentinischen Messe alles, wirklich alles, rigoros durchreguliert, damit man aufhört ständig an sich selbst und an das „Und wie war ich?“ zu denken. Es scheint wirklich so zu sein, dass die Katholiken vor 1962 objektiver waren, weil sie die Messe hatten und zwar die richtige Messe. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, wie sehr wir vom objektiven Gott und seiner Wahrheit, die wir ja in der Todesstunde sehen und erfahren werden, entfernt sind. Durch das eigene Geschlecht, durch die nachcartesianische Moderne und den Novus Ordo, also durch das Fleisch, die Welt und den Teufel, der sich bei der Entstehung der neuen Liturgie rege betätigte. Und wenn man sich klarmacht, was man nicht hat und kann, dann kann man sich auf dem Weg zur Objektivität hin machen. Dazu helfe uns Gott. Amen.

Nachtrag und Mantilla

Um jetzt die wirklich wichtige Frage unserer Leserinnen zu beantworten:

  1. Brauche ich wirklich eine Mantilla bei der Tridentinischen Messe?
  2. Wo bekomme ich eine her?
  3. Ist eine Katholikin mit einer Mantilla besser als eine Katholikin ohne?

So antworten wir wie folgt:

Ad 1. Brauche ich eine Mantilla?

Absolut notwendig ist es nicht, in Deutschland eher unüblich und wie es vor dem Konzil war, ist uns nicht bekannt. Diesen Brauch hat es in den romanischen Ländern gegeben, woher er wohl in die USA gekommen ist. Aber es wäre gut diesen Brauch einzuführen, um sich erstens von dem Novus Ordo Volk zu unterscheiden, die Festlichkeit und Heiligkeit der Heiligen Messe zu unterstreichen und etwas zu haben, was man nur in der Kirche tragen kann. Die Frage, ob die Frisur sitzt, stellt sich nicht, weil man sie kaum sieht und sollten Sie zu unserem allem Leidweisen den Mecki-Bürstenschnitt tragen, so wird er durch die Mantilla verdeckt. Sie werden wie eine Frau aussehen, was wirklich von Vorteil ist, falls Sie eine sind.

Ad 2. Wo gibt’s eine?

Sie bekommen welche bei ebay.de, die größte Auswahl haben Sie in den USA wie hier oder hier.  Sie können welche auch in Polen bestellen und die Firma auf Englisch anschreiben. Wir haben zwei in Polen bestellt, Eugenia Roth wird sie tragen und die Qualität der Spitze, nach Aussage derjenigen Menschen, die sich da auskennen, ist sehr gut. Eugenia Roth wird ein Mantilla-Experiment starten und es dokumentieren, sodass wir bald alle es wissen werden. Sollten auch Sie, werte Leserin, Mantilla tragen wollen, so beruhigen wir Sie hiermit, dass es schlimm nicht aussehen wird und besser als Bürstenschnitt ohnehin. Natürlich muss der Rest der Kleidung zur Mantilla passen, also Kleid, Kostüm, elegant, keine Lederjacke mit Springerstiefeln, bitte. Gott ist die Schönheit schlechthin und die Menschen sind nicht blind! Eine Katholikin ist zum guten Geschmack, wenigstens bei der Messe, verpflichtet. Punkt!

Ad 3. Mit Mantilla zu beten besser als ohne?

Ob besser kann man auf den ersten Blick nicht sagen, aber sie sieht besser aus, was schon viel wert ist. Die Schönen werden die Männer nicht ablenken und die neidischen Blicke der weniger Schönen auf sich ziehen, die Letzteren können sich mit der Mantilla bedecken. Wenn das, was Mary Donnelan schreibt, stimmt, dann werden Sie sich wie eine geistliche Braut fühlen, die auf ihren eigentlichen Bräutigam, Christus, wartet, für den sie schön sein wird. Sie werden wohl in ihrer eigenen Gebetswelt bleiben und schööööön aussehen. Wenn das nichts ist?

Wie Sie also sehen, hat der Schreiber dieser Zeilen durchaus ein Herz für Frauen und weiß, was ihnen wichtig ist. Das Gott die Schönheit schlechthin ist, so müssen wir für ihn schön aussehen, zuerst äußerlich und dann innerlich. Amen.

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Wir bemühen uns hier redlich nicht nur die katastrophale Lage der Kirche und die Ursachen dafür darzustellen, sondern auch Wege der persönlichen Heiligung aufzuzeigen, nach dem Mott von hl. Aloysius Gonzaga:

„Was nützt es mir für die Ewigkeit?“

Bevor Sie aber in der Ewigkeit von den geistlichen Ratschlägen und Unterweisungen profitieren können, so müssen diese erstmal im Diesseits stattfinden und geschrieben werden. Wir bitten Sie hiermit um Ihre Spenden! Vergelt’s Gott!

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (4 von 5): Selbstzentrietheit nachcartesianisch?


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Ad b. Ist Selbstzentriertheit modern nachcartesianisch?

Als der arme René Descartes (1596-1650) sein berühmtes Cogito ergo sum aufschrieb, so dachte er wohl nicht, dass er in diesem Moment allen Menschen einen Freibrief für das Kreisen um sich selbst ausstellte. Dem Schreiber dieser Zeilen sind wirklich alle philosophischen Implikationen und Hintergründe des cartesianischen Denkens bekannt, er hatte mehr als einmal darüber doziert, wir wollen uns aber hier nicht damit aufhalten, was Descartes eigentlich schreibt und meinte, sondern wie es breit aufgenommen wurde. Es wurde so aufgenommen, dass das Subjekt nicht nur seine eigene, sondern die Welt überhaupt schafft. Der Durchbruch des Individuellen, des Subjektivismus, des Individualismus bis zum Solipsismus, wonach nur das Subjekt existiert und sich seine Welt [aus]denkt. Wenn ein deutscher Theologe „modern“ sagt, dann meint er eben nachcartesianisch, wo sich alles um das Dünken des jeweiligen Subjekts dreht.

„Mein Ich ist wichtig“,

sagt man.

„Ich bin wichtig, weil ich ich bin“.

Die traditionelle katholische Philosophie, der thomistische Realismus sagt aber:

„Du bist ein Nichts vor Gott und ansonsten ist auch nicht viel mit Dir los. Du bist nur ein Teil eines hierarchischen Ganzen und Dein Wert hängt von Deiner Stellung in dieser Hierarchie ab und von Deiner Ausrichtung nach dem objektiv Guten“.

„Unmöglich!“,

sagt der moderne Mensch, der seitdem unentwegt um sich selbst kreist. Der Subjektivismus wurde natürlich durch die protestantische Reformation vorbereitet und er kam kunstgeschichtlich erst in der Romantik zur Geltung, mit all den Revolutionen und der grauenhaften Vormärz Ära, mit der wir seit der marxistischen Frankfurter Schule im Deutschunterricht gemartert werden. Mit Descartes wurde die Selbstzentriertheit philosophisch untermauert und salonfähig gemacht, was sei 1962 in die Kirche hinüber schwappte und mit Franziskus‘ Amoris Laetitia samt Kommunion für Ehebrecher von DBK verabschiedet, endete. Vielleicht ist diese Selbstzentriertheit, welche unsere junge amerikanische Autorin an den Tag legt, einfach unsere moderne Bürde, welche so selbstverständlich ist, dass wir sie gar nicht wahrnehmen? Wenn wir aber wirklich nichts Objektives haben woran wir uns ausrichten können, so ist es auch nicht verwunderlich. Denn:

  1. Keine einheitliche, objektivierende Philosophie.
  2. Keine einheitliche, objektivierende Metaphysik.
  3. Keine einheitliche, objektivierende Religion.
  4. Kein einheitliches, objektivierendes Recht.

Um an dieser Stelle Goethes Genialisch Treiben zu zitieren:

So wälz‘ ich ohne Unterlaß

Wie Sankt Diogenes mein Faß.

Bald ist es Ernst, bald ist es Spaß;

Bald ist es Lieb, bald ist es Haß;

Bald ist es dies, bald ist es das;

Es ist ein Nichts und ist ein Was.

So wälz‘ ich ohne Unterlaß

Wie Sankt Diogenes mein Faß.

Dieses Treiben ist aber nicht „genialisch“, sondern durch und durch relativistisch, sowie wohl sehr ermüdend, besonders, wenn sich „ein Nichts“ und „ein Was“ abwechseln. Es gibt wirklich keinen besseren Weg jemanden zu manipulieren, als ihm oder ihr vorzugaukeln, wie wichtig er oder sie sei und wie sehr wir, da wir in seinem oder ihrem Schatten sind, ihm oder ihr dienen wollen. Nur zu seinem oder ihrem Besten, natürlich. Da der dumme Mensch denkt, dass er das Maß aller Dinge ist, so kann der Teufel ihn an der Nase führen. „Du bist ja so wichtig, Du bist ja so viel wert…“

 

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (3 von 5): Selbstzentrietheit weiblich?


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Ad a. Ist Selbstzentriertheit weiblich?

Da der Schreiber dieser Zeilen um Objektivität bemüht ist, so gesteht er sich und anderen ein, dass er durchaus misogyne Züge besitzt. Frauen irritieren ihn durch ihre Irrationalität, ihre Launen, ihre fehlende Objektivität, ihren ständigen Selbstbezug, ihren wirklich oft anzutreffenden anklagenden Ton, wonach er immer an allem schuld war und ist.  Interessanterweise kommt er mit Frauen gut zurecht, sie schätzen seine Gesellschaft, kann mit ihnen, wenn er will, effizient kommunizieren, indem er permanent mit der folgenden Gleichung arbeitet:

  1. Ich will ihr A sagen.
  2. Sie wird es als B bis H verstehen H, je nach Tag und Laune.
  3. Daher muss ich ihr A als B bis H kommunizieren mit noch zusätzlichen Optionen, so 1. bis 6.
  4. Also ja nicht A als A sagen, sonst ist sie beleidigt und spinnt rum.
  5. Es ist gleich, was ich sage oder wie ich es sage: Sie wird es sehr persönlich nehmen als sei es  auf sie gemünzt. Also Vorsicht!

Diese Art der „frauenfreundlichen“ Kommunikation bedeutet also ständig um mehrere Ecken zu denken, immer jedes Wort wägen und sehr strategisch und vorrausschauend vorzugehen. Manchmal trifft er Frauen, die A als A verstehen, aber wirklich sehr selten. Frauen wollen eigentlich nur eins wissen:

„Findet er mich gut? Hübsch? Mag er mich?“

Wenn das im positiven Sinne geklärt ist, dann spielt der Inhalt wirklich kaum eine Rolle. Es scheint wirklich so zu sein, dass Frauen rein rezeptiv auf etwas oder jemanden reagieren. Ist er zu ihnen nett, macht er ihnen den Hof, dann ist er gut und das, was er tut wertvoll. Ist es umgekehrt, so ist er selbst und das, was er tut wertlos. Dies erklärt vielleicht auch das Phänomen des Bad Boy oder des Gangsterliebchens.

„So gefährlich, aber zu mir war er immer gut.“

In seinen studentischen Tagen hatte den Schreiber dieser Zeilen das irrationale Verhalten seiner Kommilitoninnen gewundert, wenn sie das Fach von jemanden nur deswegen gut fanden, weil er gutaussehend war, sie anredete, mit ihnen scherzte oder eine Weihnachtsfeier ausrichtete. Sie fanden nicht einmal das Fach gut, sondern den Professor, weil er so gutaussehend war. Das Fach selbst, seine Inhalte war ihnen gleich, es zählte der persönliche Bezug. Vielleicht ist die Antwort auf die Frage nach der fehlenden Rationalität in dem weiblichen Selbstbezug oder in der weiblichen Selbstbezogenheit zu suchen? Wenn jede Frau sich als eine verklärte Prinzessin sieht, welche vom Ritter auf dem weißen Pferd umworben werden sollte (siehe Bridget Jones), dann ist jeder, der entfernt diesem Ritter gleicht, gut und seine Sache ist es auch. Nur aus dieser Perspektive heraus ist das Denken:

„er bemüht sich um mich, so ist er gut“

verständlich. Komisch, aber wahr. Wenn jetzt manch eine Leserin Gift und Galle spucken wird, so scheint sie irgendetwas in diesem Beitrag angerührt zu haben.

Der Schreiber dieser Zeilen hatte sich einmal als Babysitter für die Töchter seiner Freunde betätigt, als die Kinder ein und vier Jahre alt waren. Als er die jüngere der beiden im „reiferen Alter“ von fünf besucht hatte, so fragte er, ob sie sich an ihn erinnern kann. „Ja“, sagte sie verlegen, wobei man die Lüge ansehen konnte. Dann fragte sie ihn:

„Möchtest Du Fotos von mir sehen?“,

was er höflich bejahte. Sie nahm gleich ein Fotoalbum, das bereit lag in die Hand und erzählte:

„Das bin ich im Kindergarten … da auf dem Pony etc. etc.“

Diese junge Dame nahm als absolut selbstverständlich hin, dass man sich für ihre Fotos interessieren wird, weil man sich für sie interessiert. Woher sie das wohl hatte? Vielleicht ist also die Selbstbezogenheit von Mary Donellan etwas unreflektiert Weibliches, da die Autorin keinen übertrieben reflektierten Eindruck macht. Vielleicht sollten wir mehr Verständnis für ihre weibliche Natur aufbringen, da wir sie nicht zu heiraten brauchen.  Vielleicht, vielleicht.