Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (He): Deller Consort


De Lamentatione Jeremiae Prophetae

Lam 1:5

5 He. Facti sunt hostes eius in capite; inimici eius locupletati sunt: quia Dominus locutus est super eam propter multitudinem iniquitatum eius; parvuli eius ducti sunt in captivitatem ante faciem tribulantis.
Ierusalem, Ierusalem, convertere ad Dominum Deum tuum.

 

Lam 1:5

5 He. Zum Haupt geworden sind ihre Angreifer; ihre Feinde haben sich bereichert: denn der Herr hat [ein Urteil] über sie gesprochen wegen der [großen] Menge ihrer Sünden; ihre Kinder wurden in Gefangenschaft geführt vor dem Angesicht, das sich grämte.

 

Jerusalem, Jerusalem, kehrte zum Herrn, Deinem Gott zurück.

Tenebrae des Gründonnerstags – Nachtrag

 

Wie tiefgehend sind doch diese Texte. Wie sehr fallen sie ins Gedächtnis, wenn man sie entweder vor Sonnenaufgang am Gründonnerstag betet oder in der Nacht von Karmittwoch auf Gründonnerstag. Diese Fülle des Schmerzen, der desolate Zustand von Jerusalem und die Strafe Gottes. Die Kirche hat diese Texte jahrhundertlang gebetet und sich einen Spiegel vorzuhalten. Denn als das neue Jerusalem, denn es gilt weiter die Substitutionslehre, wonach die Kirche Israel in seiner Heilsmission ablöste, ungeachtet Nostra aetate und der neuere Ausführungen von Kardinal Koch, wußte die Kirche, dass die Strafe Gottes auch sie ereilen wird, falls sie Gott untreut wird.  Das oben angeführte Bild stellt Sacco di Roma dar, das Strafgericht Gottes über das Renaissance-Rom, welches genau 10 Jahre nach dem Auftritt Luthers, also im Jahre 1527 stattfand. All die bei Jeremias beschreibenen Umstände fanden in Rom im Jahre 1527 buchstäblich statt und die Kleriker, die danach ihr Brevier beteten, wußten Bescheid. Warum straft Gott die heutige Kirche nicht? Er wird es sicherlich tun, weil der Verfall wirklich viel mehr fortgeschritten ist als in der Renaissance-Zeit. Wir können nur Sühne leisten, Fürbitte tun, damit es nicht so schlimm ausfällt und uns selbst im Gnadenstand halten, damit wir jederzeit sterben können.  Sollten die 500-jährigen Jubileen zur Ketzerei Luthers tatsächlich auch in der katholischen Kirche stattfinden, wie geplant, dann bleibt dabei zu bedenken, dass das 500-jährige Jubiläum von Sacco di Roma ebenfalls nicht weit entfernt ist. Vielleicht wird es sich das auch jähren?  Ist es realistisch? Hat jemand vor einem Jahr damit gerechnet, dass „Mutti Merkel“ 1 Million, wenn nicht mehr zumeist islamische „Flüchtlinge“ und darunter sicherlich einige Terroristen ins Land lässt? Bis zum Jahr 2027 kann also noch einiges passieren. Deswegen häufig beichten, Ablässe für sich selbst erwirken (wir werden noch schreiben wie) und bereit sein, denn wir wissen weder Tag noch Stunde. Die Römer sollten sich gleich ganz warm anziehen, denn Gott ändert sein modus operandi nicht und es wird uns allen wie Israel in den Wehklagen Jeremias ergehen.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Dhalet): Deller Consort


De Lamentatione Jeremiae Prophetae

Lam 1:4

4 Daleth. Viae Sion lugent, eo quod non sint qui veniant ad solemnitatem: omnes portae eius destructae, sacerdotes eius gementes; virgines eius squalidae, et ipsa oppressa amaritudine.

Lam 1:4

4 Daleth. Die Wege Sions weinen, denn es gibt keine, die zum Fest komment würden: zerstört sind all ihre Tore, ihre Priester weinen; ihre Jungfrauen sind beschmutzt und sie selbst [die Stadt Jerusalem] durch die Bitterkeit unterdrückt.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Beth): Deller Consort


 

Lam 1:2

2 Beth. Plorans ploravit in nocte, et lacrimae ejus in maxillis ejus: non est qui consoletur eam ex omnibus caris ejus; omnes amici ejus spreverunt eam, et facti sunt ei inimici.

 Jerusalem, Jerusalem, convertere ad Dominum Deum tuum.

Lam 1:2

2 Beth. Weinend weinte sie nachts und ihre Tränen auf ihren Wangen: es gibt niemanden, der sie trösten könnten von all ihren Lieben; all ihre Freunde haben sie verachtet und wurden ihr zu Feinden.

Jerusalem, Jerusalem, kehrte zu Deinem Herrn zurück.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Aleph): Deller Consort


Zur Matutin der ersten Nokturn am Gründonnerstag werden Fragmente der Wehklagen des Jeremias gelesen, wobei die Kirche klar die Parallele zwischen ihrer Lage und der des gestürtmten und gefallenen Jerusalems zieht. Leider erfolgt an dieser Stelle keine detailierte Einführung in die Liturgie der Karwoche oder in das Brevier der Karwoche, was mehrere sehr detailierte Beiträge erfordern würde. Omnia habet tempus suum – „alles hat seine Zeit“ und diese fehlt uns gerade, wie auch die Kräfte. Um aber unsere Leser auf die Liturgie des Triduums einzustimmen, stellen wir die Lamentatio Jeremiae von Thomas Tallis vor in der historischen, aber sehr eindruckvollen, denn schmerzreichen Ausführung der Deller Consort aus den 1970-gern.

 

Incipit Lamentatio Jeremiae Prophetae

 Lam 1:1
1 Aleph. Quomodo sedet sola civitas plena populo! facta est quasi vidua domina Gentium; princeps provinciarum facta est sub tributo.

 Lam 1:1
1 Aleph. Wie sitzest Du einsam, Stadt voll von Volk! Geworden bist Du wie eine Witwe, Herrin der Heidenvölker; die Herrscherin der Provinzen ist zu einer Tributzahlerin geworden.