Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (5 von 5): Selbstzentriertheit des Novus Ordo und Mantilla


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Ad c. Ist Selbstzentriertheit Novus Ordo?

Warum wurde das letze Konzil, Gott sei’s geklagt, veranstaltet? Um es dem „modernen Menschen“ gerecht zu machen. Was gerecht zu machen? Alles, wirklich alles. Aber warum? Weil der moderne Mensch dermaßen wertvoll, weil modern ist, dass er es einfach verdient. Die anderen, die nicht-modernen Neandertaler, waren ja nur behindert! So unmodern! Um an dieser Stelle die unvergleichliche Ann Barnhardt, sicherlich keine Tussi, zu zitieren:

Es ist egal, wie die Messe vorher war, und es ist egal, was die Kirchenväter und die Heiligen früher gelehrt haben, denn die MENSCHHEIT SELBST war anders und nicht nur anders, aber MINDERWERTIGER und VOLL BEHINDERT. Folglich ist alles „Alte“ ein Bündel Bullshit, und alles „Neue“ ist gut, und demzufolge muss die Kirche auch neu sein, also anders. Nichts von diesem lächerlichen alten Bullshit könnte möglicherweise zu dem neuen, höheren modernen Menschen sprechen, der, befreit von neunzehnhundert Jahren Bullshit, nun Christus „entgegentreten“ kann und „Dialog halten“ kann mit „ihm“ als Ebenbürtiger.

Gut erkannt, Miss Ann. Es ist die Überhöhung des Egoismus zur n-ten Potenz, denn jetzt geht es um die moderne Menschheit. Weil es also nach dem Konzil um den „modernen Menschen“ und nicht um den ewigen und allmächtigen Gott geht, so wurde sowohl die Liturgie als auch alles in der Kirche „kundenfreundlich“ gemacht und zwar so, dass die „Kunden“ die Kirche fliehen. Die Kirche hat sich um die Gläubigen zu bemühen, wie der Kellner um den Gast.

Diese Rechnung geht seit 50 Jahren nach hinten los und nur ein naiver Mensch würde sagen, dass die Kirchenfürsten es nicht sehen. Sie sehen es, sie wollen es so, siehe Amoris Laetitia, weil sie Gott hassende Atheisten, Sodomiten und manche auch Satanisten sind. Deswegen wollen sie den mystischen Leib Christi, der auch aus der irdischen Kirche besteht, zerstören und Christus selbst – Kommunion für Ehebrecher – profanieren. Nur aus dieser zerstörerischen Perspektive heraus macht das alles Sinn, was wir schon vor längerer Zeit hier und hier geschrieben haben. Wie wird es uns aber seit 50 Jahren „verklickert“: als Sorge um den modernen Menschen, siehe Amoris Laetitia. Dies ist wirklich eine teuflische Agenda, zuerst will der Teufel dienen, am Ende fordert er die Seele und zwar auf ewig. Für ihn ist es ein guter Deal: diese paar Jahre oder Jahrzehnte für die Ewigkeit. Und Menschen gehen darauf freiwillig ein. Die Novus Ordo Liturgie und die Novus Ordo Kirche ist dermaßen selbstzentriert, denn es geht ja immer um „Dialog“ und „die Früchte des Konzils“ und nicht um Gott oder das ewige Heil der Seelen, was uns Franziskus schön vorexerziert, der das Wort „Gott“ höchst selten verwendet. Er mag ja nicht das Religiöse an der Religion, wie ihm recht scharfsinnig ein Journalist bescheinigte.

Aber macht der ganze Novus Ordo uns nicht schrecklich selbstbezogen? Für den Schreiber dieser Zeilen war es ein Befreiungsschlag als er irgendwo in der Einführung zur „Geschichte des Breviers“ las, dass der Kult Gottes ein Werk der Gerechtigkeit sei. Es ist also egal, wie es uns dabei geht, wir haben es zu erbringen. Es geht um Gott, das Objektive schlechthin. Da Gott selbst und nicht der Mensch im Vat. II das Maß des richtigen und objektiven Gotteskultes festlegte, siehe die liturgischen Vorschriften des AT, so ist das Richtige gleichzeitig das Schöne und das Wahre. Die Tridentinische Messe ist nicht nur erträglich, was man wirklich nur selten von einer Novus Ordo Messe sagen kann, sie ist auch schön, erhebend, ästhetisch, beseelend, die Sinne ansprechend und anscheinend auch die Weiblichkeit und die Männlichkeit stärkend, weil man sich an Etwas und nicht an sich selbst ausrichtet und darüber hinaus, was auch unsere überaus weibliche amerikanische Autorin schreibt, sich selbst vergisst. Wie wohltuend das doch ist!

 Wenn man sich an Gott ausrichtet und in Gott versenkt, dann hört man auf

in einer eigenen Welt mit eigenen Gesetzen und eigenen Buntstiften“

zu leben, um es mit Kishon zu sagen, nicht einmal

„eine Plastikspange, […], [welche die] Haare unterhalb des Kleinhirns zusammenbündelt“

hat dann eine Bedeutung, weil man weder an die Spange, noch an das Kleinhirn denkt. Wie wunderbar! Dies betrifft natürlich mutatis mutandis auch Männer: weg von der Subjektivität, hin zur Objektivität. Deswegen ist auch in der Tridentinischen Messe alles, wirklich alles, rigoros durchreguliert, damit man aufhört ständig an sich selbst und an das „Und wie war ich?“ zu denken. Es scheint wirklich so zu sein, dass die Katholiken vor 1962 objektiver waren, weil sie die Messe hatten und zwar die richtige Messe. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, wie sehr wir vom objektiven Gott und seiner Wahrheit, die wir ja in der Todesstunde sehen und erfahren werden, entfernt sind. Durch das eigene Geschlecht, durch die nachcartesianische Moderne und den Novus Ordo, also durch das Fleisch, die Welt und den Teufel, der sich bei der Entstehung der neuen Liturgie rege betätigte. Und wenn man sich klarmacht, was man nicht hat und kann, dann kann man sich auf dem Weg zur Objektivität hin machen. Dazu helfe uns Gott. Amen.

Nachtrag und Mantilla

Um jetzt die wirklich wichtige Frage unserer Leserinnen zu beantworten:

  1. Brauche ich wirklich eine Mantilla bei der Tridentinischen Messe?
  2. Wo bekomme ich eine her?
  3. Ist eine Katholikin mit einer Mantilla besser als eine Katholikin ohne?

So antworten wir wie folgt:

Ad 1. Brauche ich eine Mantilla?

Absolut notwendig ist es nicht, in Deutschland eher unüblich und wie es vor dem Konzil war, ist uns nicht bekannt. Diesen Brauch hat es in den romanischen Ländern gegeben, woher er wohl in die USA gekommen ist. Aber es wäre gut diesen Brauch einzuführen, um sich erstens von dem Novus Ordo Volk zu unterscheiden, die Festlichkeit und Heiligkeit der Heiligen Messe zu unterstreichen und etwas zu haben, was man nur in der Kirche tragen kann. Die Frage, ob die Frisur sitzt, stellt sich nicht, weil man sie kaum sieht und sollten Sie zu unserem allem Leidweisen den Mecki-Bürstenschnitt tragen, so wird er durch die Mantilla verdeckt. Sie werden wie eine Frau aussehen, was wirklich von Vorteil ist, falls Sie eine sind.

Ad 2. Wo gibt’s eine?

Sie bekommen welche bei ebay.de, die größte Auswahl haben Sie in den USA wie hier oder hier.  Sie können welche auch in Polen bestellen und die Firma auf Englisch anschreiben. Wir haben zwei in Polen bestellt, Eugenia Roth wird sie tragen und die Qualität der Spitze, nach Aussage derjenigen Menschen, die sich da auskennen, ist sehr gut. Eugenia Roth wird ein Mantilla-Experiment starten und es dokumentieren, sodass wir bald alle es wissen werden. Sollten auch Sie, werte Leserin, Mantilla tragen wollen, so beruhigen wir Sie hiermit, dass es schlimm nicht aussehen wird und besser als Bürstenschnitt ohnehin. Natürlich muss der Rest der Kleidung zur Mantilla passen, also Kleid, Kostüm, elegant, keine Lederjacke mit Springerstiefeln, bitte. Gott ist die Schönheit schlechthin und die Menschen sind nicht blind! Eine Katholikin ist zum guten Geschmack, wenigstens bei der Messe, verpflichtet. Punkt!

Ad 3. Mit Mantilla zu beten besser als ohne?

Ob besser kann man auf den ersten Blick nicht sagen, aber sie sieht besser aus, was schon viel wert ist. Die Schönen werden die Männer nicht ablenken und die neidischen Blicke der weniger Schönen auf sich ziehen, die Letzteren können sich mit der Mantilla bedecken. Wenn das, was Mary Donnelan schreibt, stimmt, dann werden Sie sich wie eine geistliche Braut fühlen, die auf ihren eigentlichen Bräutigam, Christus, wartet, für den sie schön sein wird. Sie werden wohl in ihrer eigenen Gebetswelt bleiben und schööööön aussehen. Wenn das nichts ist?

Wie Sie also sehen, hat der Schreiber dieser Zeilen durchaus ein Herz für Frauen und weiß, was ihnen wichtig ist. Das Gott die Schönheit schlechthin ist, so müssen wir für ihn schön aussehen, zuerst äußerlich und dann innerlich. Amen.

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (4 von 5): Selbstzentrietheit nachcartesianisch?


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Ad b. Ist Selbstzentriertheit modern nachcartesianisch?

Als der arme René Descartes (1596-1650) sein berühmtes Cogito ergo sum aufschrieb, so dachte er wohl nicht, dass er in diesem Moment allen Menschen einen Freibrief für das Kreisen um sich selbst ausstellte. Dem Schreiber dieser Zeilen sind wirklich alle philosophischen Implikationen und Hintergründe des cartesianischen Denkens bekannt, er hatte mehr als einmal darüber doziert, wir wollen uns aber hier nicht damit aufhalten, was Descartes eigentlich schreibt und meinte, sondern wie es breit aufgenommen wurde. Es wurde so aufgenommen, dass das Subjekt nicht nur seine eigene, sondern die Welt überhaupt schafft. Der Durchbruch des Individuellen, des Subjektivismus, des Individualismus bis zum Solipsismus, wonach nur das Subjekt existiert und sich seine Welt [aus]denkt. Wenn ein deutscher Theologe „modern“ sagt, dann meint er eben nachcartesianisch, wo sich alles um das Dünken des jeweiligen Subjekts dreht.

„Mein Ich ist wichtig“,

sagt man.

„Ich bin wichtig, weil ich ich bin“.

Die traditionelle katholische Philosophie, der thomistische Realismus sagt aber:

„Du bist ein Nichts vor Gott und ansonsten ist auch nicht viel mit Dir los. Du bist nur ein Teil eines hierarchischen Ganzen und Dein Wert hängt von Deiner Stellung in dieser Hierarchie ab und von Deiner Ausrichtung nach dem objektiv Guten“.

„Unmöglich!“,

sagt der moderne Mensch, der seitdem unentwegt um sich selbst kreist. Der Subjektivismus wurde natürlich durch die protestantische Reformation vorbereitet und er kam kunstgeschichtlich erst in der Romantik zur Geltung, mit all den Revolutionen und der grauenhaften Vormärz Ära, mit der wir seit der marxistischen Frankfurter Schule im Deutschunterricht gemartert werden. Mit Descartes wurde die Selbstzentriertheit philosophisch untermauert und salonfähig gemacht, was sei 1962 in die Kirche hinüber schwappte und mit Franziskus‘ Amoris Laetitia samt Kommunion für Ehebrecher von DBK verabschiedet, endete. Vielleicht ist diese Selbstzentriertheit, welche unsere junge amerikanische Autorin an den Tag legt, einfach unsere moderne Bürde, welche so selbstverständlich ist, dass wir sie gar nicht wahrnehmen? Wenn wir aber wirklich nichts Objektives haben woran wir uns ausrichten können, so ist es auch nicht verwunderlich. Denn:

  1. Keine einheitliche, objektivierende Philosophie.
  2. Keine einheitliche, objektivierende Metaphysik.
  3. Keine einheitliche, objektivierende Religion.
  4. Kein einheitliches, objektivierendes Recht.

Um an dieser Stelle Goethes Genialisch Treiben zu zitieren:

So wälz‘ ich ohne Unterlaß

Wie Sankt Diogenes mein Faß.

Bald ist es Ernst, bald ist es Spaß;

Bald ist es Lieb, bald ist es Haß;

Bald ist es dies, bald ist es das;

Es ist ein Nichts und ist ein Was.

So wälz‘ ich ohne Unterlaß

Wie Sankt Diogenes mein Faß.

Dieses Treiben ist aber nicht „genialisch“, sondern durch und durch relativistisch, sowie wohl sehr ermüdend, besonders, wenn sich „ein Nichts“ und „ein Was“ abwechseln. Es gibt wirklich keinen besseren Weg jemanden zu manipulieren, als ihm oder ihr vorzugaukeln, wie wichtig er oder sie sei und wie sehr wir, da wir in seinem oder ihrem Schatten sind, ihm oder ihr dienen wollen. Nur zu seinem oder ihrem Besten, natürlich. Da der dumme Mensch denkt, dass er das Maß aller Dinge ist, so kann der Teufel ihn an der Nase führen. „Du bist ja so wichtig, Du bist ja so viel wert…“

 

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (3 von 5): Selbstzentrietheit weiblich?


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Ad a. Ist Selbstzentriertheit weiblich?

Da der Schreiber dieser Zeilen um Objektivität bemüht ist, so gesteht er sich und anderen ein, dass er durchaus misogyne Züge besitzt. Frauen irritieren ihn durch ihre Irrationalität, ihre Launen, ihre fehlende Objektivität, ihren ständigen Selbstbezug, ihren wirklich oft anzutreffenden anklagenden Ton, wonach er immer an allem schuld war und ist.  Interessanterweise kommt er mit Frauen gut zurecht, sie schätzen seine Gesellschaft, kann mit ihnen, wenn er will, effizient kommunizieren, indem er permanent mit der folgenden Gleichung arbeitet:

  1. Ich will ihr A sagen.
  2. Sie wird es als B bis H verstehen H, je nach Tag und Laune.
  3. Daher muss ich ihr A als B bis H kommunizieren mit noch zusätzlichen Optionen, so 1. bis 6.
  4. Also ja nicht A als A sagen, sonst ist sie beleidigt und spinnt rum.
  5. Es ist gleich, was ich sage oder wie ich es sage: Sie wird es sehr persönlich nehmen als sei es  auf sie gemünzt. Also Vorsicht!

Diese Art der „frauenfreundlichen“ Kommunikation bedeutet also ständig um mehrere Ecken zu denken, immer jedes Wort wägen und sehr strategisch und vorrausschauend vorzugehen. Manchmal trifft er Frauen, die A als A verstehen, aber wirklich sehr selten. Frauen wollen eigentlich nur eins wissen:

„Findet er mich gut? Hübsch? Mag er mich?“

Wenn das im positiven Sinne geklärt ist, dann spielt der Inhalt wirklich kaum eine Rolle. Es scheint wirklich so zu sein, dass Frauen rein rezeptiv auf etwas oder jemanden reagieren. Ist er zu ihnen nett, macht er ihnen den Hof, dann ist er gut und das, was er tut wertvoll. Ist es umgekehrt, so ist er selbst und das, was er tut wertlos. Dies erklärt vielleicht auch das Phänomen des Bad Boy oder des Gangsterliebchens.

„So gefährlich, aber zu mir war er immer gut.“

In seinen studentischen Tagen hatte den Schreiber dieser Zeilen das irrationale Verhalten seiner Kommilitoninnen gewundert, wenn sie das Fach von jemanden nur deswegen gut fanden, weil er gutaussehend war, sie anredete, mit ihnen scherzte oder eine Weihnachtsfeier ausrichtete. Sie fanden nicht einmal das Fach gut, sondern den Professor, weil er so gutaussehend war. Das Fach selbst, seine Inhalte war ihnen gleich, es zählte der persönliche Bezug. Vielleicht ist die Antwort auf die Frage nach der fehlenden Rationalität in dem weiblichen Selbstbezug oder in der weiblichen Selbstbezogenheit zu suchen? Wenn jede Frau sich als eine verklärte Prinzessin sieht, welche vom Ritter auf dem weißen Pferd umworben werden sollte (siehe Bridget Jones), dann ist jeder, der entfernt diesem Ritter gleicht, gut und seine Sache ist es auch. Nur aus dieser Perspektive heraus ist das Denken:

„er bemüht sich um mich, so ist er gut“

verständlich. Komisch, aber wahr. Wenn jetzt manch eine Leserin Gift und Galle spucken wird, so scheint sie irgendetwas in diesem Beitrag angerührt zu haben.

Der Schreiber dieser Zeilen hatte sich einmal als Babysitter für die Töchter seiner Freunde betätigt, als die Kinder ein und vier Jahre alt waren. Als er die jüngere der beiden im „reiferen Alter“ von fünf besucht hatte, so fragte er, ob sie sich an ihn erinnern kann. „Ja“, sagte sie verlegen, wobei man die Lüge ansehen konnte. Dann fragte sie ihn:

„Möchtest Du Fotos von mir sehen?“,

was er höflich bejahte. Sie nahm gleich ein Fotoalbum, das bereit lag in die Hand und erzählte:

„Das bin ich im Kindergarten … da auf dem Pony etc. etc.“

Diese junge Dame nahm als absolut selbstverständlich hin, dass man sich für ihre Fotos interessieren wird, weil man sich für sie interessiert. Woher sie das wohl hatte? Vielleicht ist also die Selbstbezogenheit von Mary Donellan etwas unreflektiert Weibliches, da die Autorin keinen übertrieben reflektierten Eindruck macht. Vielleicht sollten wir mehr Verständnis für ihre weibliche Natur aufbringen, da wir sie nicht zu heiraten brauchen.  Vielleicht, vielleicht.

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (2 von 5): Ich-Kult


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Der Ich-Kult der Moderne

Der Schreiber dieser Zeilen hat in der letzten Zeit erfahren, dass er völlig anders mit der Umwelt kommuniziert als die meisten Menschen seiner Umgebung, vielleicht auch wie die allermeisten Menschen. Dies ist wahrscheinlich immer so gewesen, nur er hatte es nicht bemerkt. Während die Kommunikation seines Umfelds darauf beruht, dass man:

  1. Ausschließlich in der ersten Person Singular spricht, darüber was man erlebt oder empfindet „Ich habe gegessen…es regt mich auf …“.
  2. Diese Aussage immer in Beziehung zu dem Gegenüber oder der Gruppe.

„Also ich habe den Schnee vor meinem Haus weggeschaufelt“.

so lautet der eigentliche Subtext dieser Aussagen immer wie folgt:

„Ich habe/kann etwas, was Du nicht hast/kannst, bäh.“

„Ich bin besser als Du, ätsch“.

Eine jede Aussage dient dazu sich im Kampf um die Selbstbehauptung gegenüber anderen zu positionieren. Allgemeine Aussagen finden überhaupt nicht statt oder werden als eine Positionierung zwecks Überlegenheitsgefühls gewertet, weil man immer davon ausgeht, dass man ständig von sich selbst, nur unter verschiedenen Vorzeichen und unter Zuhilfenahme von verschiedenen Requisite spricht. So wird der Satz:

A. „Ich habe gestern die 25 Schottischen Lieder von Beethoven gehört.“

wie folgt wahrgenommen:

B. „Ich, Du dummer Depp, habe gestern klassische Musik gehört, weil ich was bin und Du, Du dummer Depp [=ddD] nicht! Ich weiß wer oder was Beethoven ist, was die 25 schottischen Lieder sind, im Gegensatz zu Dir ddD, weil ich nicht dumm bin. Ich reibe es Dir jetzt unter die Nase, um Dich zu demütigen und Dir zu zeigen, wo der Hammer hängt, Du ddD. Und komm mir jetzt gar nicht damit, was Du tust, weil es nicht zählt, ddD…“

Ein jeglicher Satz der Ebene A. wird emotional auf der Ebene B. wie o.a. wahrgenommen, wobei die Faktoren und Konstanten ein wenig variieren. Würde der Satz A. objektivierend lauten:

„Die 25 Schottischen Lieder von Beethoven sind schön [einfach, künstlerisch wertvoll/ dürftig] …“

so wäre die Reaktion auf der Ebene B. gleich, welcher vielleicht die Frage:

„Ist das jetzt eine Prüfung oder was? Ein Test? Soll das heißen, ich bin dumm?“

vorangestellt worden wäre. Da der Schreiber dieser Zeilen fast immer Sätze der Sorte A., manchmal auch in der 1 Singularis von sich gibt, so wunderte es ihn immer, dass Menschen immer wieder in Gesprächen mit ihm aggressiv wurden und ihm an die Gurgel gingen. Die Lösung dieses Problems, zu der er wirklich vor kurzem gelangte, lautet: Sie gingen immer davon aus, dass er von sich selbst sprach, um sich im Positiven oder Negativen ihnen gegenüber zu positionieren. Hatte er denn das tatsächlich getan? Nein, er wollte nur, auf der Objektebene, bspw. über Beethovens Lieder sprechen, über die Sache an sich also, mit jemand, der sich ebenfalls in dieser Materie auskennt, zwecks gegenseitiger Bereicherung. Es scheint aber wirklich, dass 99% aller Menschen anders tickt. Vielleicht ist er also der eigentliche Verrückte, nur er hatte es bisher nicht gemerkt. Je gebildeter die Menschen sind, desto mehr können sie ihren Ich-Kult verschleiern, aber der Subtext der Aussage lautet:

„Ich weiß/kann das, darum bin ich besser…“

„Meiner Meinung nach ist es so und deswegen stimmt es, weil ich es sage…“

bleibt derselbe.

Etwas ist also insoweit gut oder schlecht, inwieweit es einem persönlich zuträglich ist.

„Ich bin das Maß aller Dinge und von mir aus werte ich die Welt auf oder ab“.

Dieses Denken, das wirklich fast alle Menschen prägt, ist dem Schreiber dieser Zeilen sehr schwer zugänglich, da er sich sein ganzes Leben lang an etwas Objektivem ausrichtete und instinktiv wirklich ganz anders handelt. Es gibt etwas außerhalb seiner selbst, es gibt ein Maß da draußen und er ist insoweit gut oder schlecht bzw. gut oder schlecht in etwas, inwieweit er dieses Maß erfüllt oder nicht erfüllt. Es gibt also eine objektive Norm beispielsweise gesangstechnisch die Beethoven-Lieder zu singen und er hat sich an diese Norm zu halten. Er stellt sich demnach nicht die Frage:

„Spricht es mich an?“,

sondern

„Ist es gut? Warum spricht es mich an? Weil es an sich gut ist oder es spricht etwas in mir an, was nur mir eigen ist?“

Somit lautet die Hauptfrage seines Lebens:

„Bin ich objektiv?“

In der nachaufklärerischen Erziehung, die wir alle mehr oder weniger genossen haben, hat man uns eingetrichtert:

„Es gibt keine objektive Wahrheit im Leben. Sonst bist Du Nazi oder Fundamentalist, was das gleiche ist. Es ist totalitär. Es gibt nur Meinungen und wenn Du etwas sagst, dann musst Du ganz deutlich kennzeichnen, dass es nur Deine Meinung ist. Du kannst niemandem Deine Meinung aufzwingen, denn es gibt keine Wahrheit.“

Wir werden diesen Satz philosophisch-metaphysisch an einer anderen Stelle auseinandernehmen, da dieser Beitrag einfach gehalten werden soll. Da man aber die o.a. Sätze immer wieder zu hören bekam, so scheut man sich irgendetwas auf irgendeine Weise klipp und klar zu behaupten, es sei denn man ist Mathematiker oder Logiker auf einer Tagung und alle können den Beweis nachvollziehen. Wenn es also keine Wahrheit an sich gibt, sondern nur Meinungen, dann zählt die Meinung der Mehrheit, nicht weil sie wahr oder wahrer ist, sondern weil es die Mehrheit sagt. Kann sich die Mehrheit irren, z.B. bei der Wahl 1933 im Deutschen Reich? Ja, durchaus, ist nun mal so und wir können es nicht ändern! Wie manipuliert man die Mehrheit? Durch die Propaganda, welche den von den Machthabern gewünschten sensus communis („Trump is dump“, „Rettet die Wale!“) wiedergibt. Wenn der Mensch das wiederholt, was alle um ihn herum wiederholen, so glaubt er nicht zu irren oder wenigstens nicht isoliert zu sein. Die Frage nach dem Richtig oder Falsch, nach dem Ausrichten nach der Wahrheit oder einer Norm stellt sich gar nicht. Hauptsache gewaltfrei, liebe Flüchtlinge! Was hat aber das alles mit der Tridentinischen Messe, mit der Weiblichkeit, dem Ich-Kult oder mit Mary Donellan zu tun?

Falls es wirklich so sein sollte, dass 99,9% aller Menschen ausschließlich nur über sich selbst sprechen, nur verkleidet und in allen Schattierungen, dann ist die Ausklammerung der Wahrheits-oder der Objektivitätsfrage etwas Natürliches, im Sinne der menschlichen Natur, die von der Erbsünde lädiert wurde und die Aussage:

„Ich gehe zur Tridentinischen Messe, weil sie mir gut tut und meine Weiblichkeit/Männlichkeit unterstreicht“

legitim. Sollte es so sein, dass das Objektive etwas ist, was uns wie ein enges Schulkostüm übergestülpt wurde, was wir aber sogleich abstreifen wollen, dann ist der Schreiber dieser Zeilen der eigentliche Verrückte, weil er wirklich nicht so denkt. Er fragt sich:

  1. Ist diese Selbstzentriertheit etwas speziell Weibliches?
  2. Ist diese Selbstzentriertheit etwas speziell Modern-Nachcartesianisches?
  3. Ist diese Selbstzentriertheit etwas, was vom Novus Ordo herkommt?

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (1 von 5): Ewig-Weibliches


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Das Ewig-Weibliche nervt

Nach der ersten Lektüre des Textes Vier Weisen, wie die Traditionelle Lateinische Messe die Frauen ehrt von Mary Donelann, den wir hiermit in der Übersetzung von Eugenie Roth vorstellen, kam dem Schreiber dieser Zeilen ein Zitat von Ephraim Kishon in den Sinn:

„Ich habe niemals vorgegeben, Frauen und ihre unauslotbare Seelen verstehen zu können. Das schwache Geschlecht lebt eben in einer eigenen Welt mit eigenen Gesetzen und eigenen Buntstiften. Frauen sind einfach ganz anders als wir, die Männer. Unter anderem sind sie verrückt.[1]

[…]

Ich habe einmal von einer Frau gehört, die eine Plastikspange verloren hatte, mit der sie ihre Haare unterhalb des Kleinhirns zusammenbündelte. Grundgenug, aus dem Fester zu springen … Wegen einer Spange!“[2].

[Nein, liebe Leserinnen. Wir wollen nicht sagen, dass Sie, geehrte Leserin, dumm sind und alle Frauen auch. Bitte, lesen Sie doch weiter!]

Mary Donellan ist zweifelsohne eine Frau, eine junge, recht hübsche, die man in der deutschen Jugendsprache wohl als „Tussi“ bezeichnen würde, also eine recht feminine Frau mit einem Faible für rosa Blümchen, Plüschbären oder –hasen, Poesiealbums und das sonstige mädchenhafte Krimskrams. Literarisch gesehen, steht ihr sicherlich Rosamund Vincy aus George Eliots Middlemarch Pate, hoffentlich ohne den bösen Zug dieser Romanfigur. Kurz und gut: solche junge Frauen muss es auch geben und wir wünschen Miss Donellan einen guten Mann und viele Kinder.

Was stört uns also bei ihr? Diese extreme Selbstbezogenheit ihres Beitrags.  Denn wir finden solche Sätze wie:

[…] wo ich mich wirklich meiner Schönheit und meines Geheimnisses als Frau bewusst wurde

Aber anstatt, dass der Schleier mein Frausein kränkt, habe ich vielmehr entdeckt, dass der Schleier tatsächlich mein Frausein ehrt und ihm Auftrieb gibt hin zu einem neuen Grad der Würde […]

[…] gebe Gott und den Anderen kund, dass ich wirklich eine Frau bin, das ich Seine schöne und geheimnisvolle Schöpfung bin und dass die Messe von DER Schönheit spricht, von der meine Schönheit kam.

Bevor sich eine Frau wirklich der Schönheit ihres Frauseins bewusst werden kann, so muss sie, so tief wie möglich begreifen, wer Gott ist und wer sie selbst vor Ihm ist – nicht nur halt so als eine Frau, sondern als menschliches Wesen. Die Messe wurde insbesondere dafür gestaltet, um dies zu erreichen, durch ihre Andacht, ihre Stille und die Schönheit ihrer Liturgie.

Oh…please …..

Der Schleier erinnerte mich, dass ich mich am Hof meines Königs befand – und dass ich schön und geistlich genug war, einen Schleier zu wünschen, nicht um von Ihm abzulenken, sondern vielmehr andere auf Seine Schönheit hinzuweisen.

Man möchte sie schütteln und ihr sagen:

„Mädel nimm Dich nicht so Ernst! Es geht nicht um Dich!“

Zwar schreibt die Autorin es nicht, aber der Gedanke liegt wirklich nahe, dass Mary Donellan glaubt die Tridentinische Messe sei dafür entwickelt worden, damit sie – Mary – in einer schönen (sie würde wohl „süßen“ oder „wunderhübschen“) Schleier-Mantilla, versunken hinkniend sich ihrer eigenen „weiblichen Schönheit“ bewusst wird und ein junger Mann, natürlich traditionell-katholisch, sich augenblicklich und unsterblich in sie verliebt. Der Gedanke:

„Wie sehe ich aus?“

scheint Mary Donellan niemals zu verlassen. Und was ist so schlimm daran? Der Subjektivismus bis zum Solipsismus hin.

[1] Kishon, Ephraim, „Rhapsodie in Grün“, in: Kishons beste Reisegeschichten, Wien: Ullstein 1983, 148.

[2] Ebd. 149.

Mary Donnelan, Vier Weisen, wie die Traditionelle Lateinische Messe die Frauen ehrt


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Mary Donellan January 31, 2017 One Comment

Ich habe nun seit neun Monaten ohne Unterbrechung das Privileg, die traditionelle lateinische Messe besuchen zu können. Ich kann ohne zu zögern sagen, dass dies die absolut beste Wende meines Lebens war. Ich werde eine immerwährende Liebesgeschichte mit der katholischen Tradition haben, und ich bin selig, entdeckt zu haben, dass sich nirgendwo die katholische Tradition mit mehr atemberaubender Schönheit zeigt als in der traditionellen lateinischen Messe. Hier gibt es noch weithin vergessene Riten, Gebete und Symbole in all ihrer spirituellen Kraft und Wirksamkeit, wie in den vergangenen 1500 Jahren.

Mit mir als Frau ist die traditionelle lateinische Messe auf einzigartige Weise in Einklang. „Es gibt etwas außergewöhnlich Großes und Geheimnisvolles, was die Weiblichkeit anbelangt,“ verkündete Dr. Alice von Hildebrand. Die Frau ist eines der schönsten Geheimisse von Gottes Schöpfung seit den Anfängen der Zeit, von dem Tag an, als Adam seine Braut in Eden zum ersten Mal sah und Erstaunen mit Liebe und Lobpreis ausrief.

Dies ist etwas, was mir ganz langsam bewusst wurde, Woche für Woche, als ich in meiner Bank kniete (mein für eine einsame Insel gemachtes 1962er Missale in den Händen hielt) und mich darauf vorbereitete, an der traditionellen lateinischen Messe teilzunehmen. Die ersten zwanzig Jahre meines Lebens verbrachte ich damit, den Novus Ordo zu besuchen, und während ich sicherlich eine sich vertiefende Beziehung von Liebe und Anbetung mit Unserem Herrn während all dieser Jahre hatte, habe ich [nun] festgestellt, dass es nur hier war, in der lateinischen Messe, wo ich mich wirklich meiner Schönheit und meines Geheimnisses als Frau bewusst wurde – als ich vor der Schönheit und dem Geheimnis Gottes kniete.

Dies mag seltsam klingen, besonders für diejenigen, die es als negativ betrachten,  dass Frauen in einer traditionellen lateinischen Messe, einen Schleier tragen, niemals am Altar dienen, als Lektorin, Kantorin, Kommunionspenderin, oder sonst irgendetwas tun außer Gott in ihren Kirchenbänken anzubeten (außer denen, die im Chor singen, was ich glücklicherweise tue!). Viele mögen die Rolle der Frau in der lateinischen Messe als durch Hass erstickt und unterdrückt bezeichnen.

Dennoch gibt es einige Punkte, wo die traditionelle lateinische Messe das Frausein sogar mehr hochhält als der Novus Ordo. Diese Diskussion scheint genau in unsere Zeit zu passen: im Laufe des letzten Jahrhunderts wurde unsere Kultur von so vielen falschen Ideologien überrannt, und keine der Geringsten davon ist der Feminismus. Traurigerweise war unsere postkonziliare Kirche gegen diesen allgegenwärtigen Einfluss nicht immun. Jetzt jedoch, wo viele Katholiken beginnen, mit offenen Armen zu begrüßen, was die Kirche nach Papst Benedikts XVI. Summorum Pontificum die außerordentliche Form nennt, wird mehr als nur eine katholische Frau hinübergleitet werden – so wie es mir gegangen ist – in eine vollkommen neue und schöne Erfahrung der Heiligen Messe, wo ihre früheren Rollen nicht mehr existieren, und sie stattdessen die Möglichkeit hat, die Schönheit des Frauseins wieder zu entdecken, da die traditionelle lateinische Messe auf vier besondere Weisen davon Zeugnis gibt.

1) Der Schleier

Im Laufe der letzten sechzig Jahre wurde die Tradition, dass Frauen am Heiligen Ort einen Schleier tragen, weithin entweder vergessen oder zu einer Frage von Streit und Abneigung gemacht. Aber anstatt, dass der Schleier mein Frausein kränkt, habe ich vielmehr entdeckt, dass der Schleier tatsächlich mein Frausein ehrt und ihm Auftrieb gibt hin zu einem neuen Grad der Würde, was ich im Novus Ordo nie erfahren habe. Im Novus Ordo integriere ich mich; ich kleide mich, als ginge ich aus, um einen schönen Abend zu verleben, aber nichts Liturgisches spricht von meiner Weiblichkeit, und ich unterscheide mich nur wenig von dem [wohl männlichen Red.] Kirchgänger neben mir. In der traditionellen lateinischen Messe wird die Frau jedoch mit Hochachtung herausgehoben. Ich werde gebeten, meinen Kopf zu verschleiern und gebe Gott und den Anderen kund, dass ich wirklich eine Frau bin, das ich Seine schöne und geheimnisvolle Schöpfung bin und dass die Messe von DER Schönheit spricht, von der meine Schönheit kam.

Dies ist ein solch simpler Gesichtspunkt, den man aber begreifen muss. Bevor sich eine Frau wirklich der Schönheit ihres Frauseins bewusst werden kann, so muss sie, so tief wie möglich begreifen, wer Gott ist und wer sie selbst vor Ihm ist – nicht nur halt so als eine Frau, sondern als menschliches Wesen. Die Messe wurde insbesondere dafür gestaltet, um dies zu erreichen, durch ihre Andacht, ihre Stille und die Schönheit ihrer Liturgie. Die traditionelle lateinische Messe führt beide, Männer und Frauen, dazu, sich vollkommen auf Gott auszurichten und infolgedessen sich selbst vor Seinem vergegenwärtigten Opfer auszulöschen. Von daher schreitet die Messe voran, die Frau auf ihre eigene Würde anzusprechen, weil sie sich selbst vor Gott gedemütigt hat.

Der Schleier war für mich der Anfangspunkt auf meinem Weg, zu erkennen, wie die traditionelle lateinische Messe das Frauentum ehrt. Ich musste zuerst die Schönheit und Notwendigkeit der Zurückhaltung entdecken, um zu erkennen, dass ich nichts vor Gott bin und dass die Messe ganz und gar von Ihm handelt. Der Schleier half mir wunderbar, dies zu tun. Der Schleier erinnerte mich, dass ich mich am Hof meines Königs befand – und dass ich schön und geistlich genug war, einen Schleier zu wünschen, nicht um Ihm abzulenken, sondern vielmehr andere auf Seine Schönheit hinzuweisen.

 

 2) Die wiederholte Erwähnung der Seligen Jungfrau

Einer der auffallendsten Unterschiede, die ich zwischen der traditionellen lateinischen Messe und dem Novus Ordo fand ist, wie oft die Selige Jungfrau im Alten Ritus geehrt wird. Die Selige Jungfrau ist das Modell für alle katholischen Frauen; wie der Heilige Ludwig Maria von Montfort Sie beschrieb:

„Gott der Vater sammelte alle Wasser [unter dem Himmel] zusammen und nannte sie Meere (lateinisch: maria). Er sammelte all Seine Gnaden zusammen und nannte Sie Maria.“

Und die traditionelle lateinische Messe scheint wirklich die heilige und unwiederholbare Rolle Unserer Lieben Frau in der Heilsgeschichte aufzugreifen, ebenso wie auf unserem Weg durch dieses Tal der Tränen – und dementsprechend ehrt sie Sie immer wieder im Verlauf.

Sogar bevor die Epistel gelesen wird, ist die Selige Jungfrau schon vier Mal angerufen worden: zweimal im Confiteor des Priesters, und wieder zweimal in dem der Messdiener. Sie wird geehrt einmal im Offertorium, einmal im Kanon und einmal nach dem Pater Noster. Sofort nach der Stillen Messe beinhalten die Leoninischen Gebete drei Ave und das Salve Regina. Insgesamt wird Unsere Liebe Frau bis zu zwölf Mal in jeder Messe geehrt und angerufen, und sogar noch öfter, wenn es einer Ihrer Festtage ist.

Die Hommage, die der Alte Ritus der Seligen Jungfrau zollt, bezeugt die Tatsache, dass er auch die Würde ehrt, die allen Frauen innewohnt. Auf eine besondere Weise stellt die traditionelle lateinische Messe beständig die Selige Jungfrau vor das Herz einer jeden anwesenden Frau, und drängt alle Frauen, in ihren Tugenden und als Beispiel zu wachsen, um des Heils der Kirche willen.

 

3) Die Anrufung Heiliger Frauen

Während jeder traditionellen lateinischen Messe werden gleich nach der Konsekration sieben Heilige Frauen angerufen und geehrt: Ss. Perpetua und Felicitas, beide Mütter von kleinen Kindern oder Säuglingen und heldenhafte Martyrinnen unter Diokletian; Ss. Agatha, Luca, Agnes, und Anastasia, frühe Christinnen, die grausame Torturen um Christi Willen erlitten (und, was die ersten drei betrifft, auch für ihre Jungfräulichkeit).

Dies ist so ein kraftvoller Moment, welcher der Tiefe der Konsekration folgt! Das [englische Anm. d. Übs.] Missale von 1962 verkündet mit ihren Namen:

„Eine der Freuden der ewigen Erlösung wird die entzückende Gesellschaft all der anderen Himmelsbewohner sein, die nun darum beten, dass wir uns ihnen anschließen.“

Dies gibt meinem Herzen einen Wonneschauer und eine Vorahnung, und Hochachtung für diese heroischen Frauen, und wie sie ihre Gaben der Weiblichkeit nutzten – dieselben Gaben, die ich als Frau besitze – um Gott bis zum Ende zu dienen.

In jeder Messe, werden jene, die den Alten Ritus besuchen, aufgerufen, sich an das Beispiel dieser sieben katholischen Frauen zu erinnern, die das Martyrium erlitten, und auf die Strenge und Schönheit ihrer Weiblichkeit zu achten, die sie, zusammen mit Gottes Gnade, befähigte, Alles für Christus zu geben. Welch eine unglaubliche Anerkennung, die von der traditionellen lateinischen Messe dem edlen Entwurf gezollt wird, den Gott für alle Frauen hat.

 

4) Die symbolische Integrität der liturgischen Rolle der Frau

Dieses Thema wurde hier schon wortgewandt von Benedict Constable [auf Englisch Red,] erörtert, daher möchte ich nur betonen, wie ich persönlich dazu gekommen bin, die Unterscheidung der Rollen der Männlichkeit und Weiblichkeit zu schätzen, wie sie in der traditionellen lateinischen Messe sichtbar wird. Je mehr ich dahin gefunden habe diese Liturgie zu verstehen und anzunehmen, umso mehr schätze ich, dass ich authentisch integriert bin als Frau, wo ich als profundes Symbol diene, ganz einfach durch meine eigene Weiblichkeit – und nicht durch irgendwelche meiner äußeren und unvollkommenen Aktionen, in meinen Versuchen, etwas zur Liturgie der Messe „beizutragen“.

Ich kann dies nach Jahren der Erfahrung als Kantorin und Lektorin im Novus Ordo sagen. Ich hatte das Privileg und die Ehre, Gott auf diese Weise dienen zu können und meine Talente für Seine Ehre zu nutzen – aber in der traditionellen lateinischen Messe fühle ich mich doppelt vollständig und im Frieden, indem ich die liturgische Rolle erfülle, die für mich und für alle Frauen seit den Anfängen der Kirche gedacht ist: einfach dazusein in meiner Weiblichkeit und die Empfänglichkeit der gesamten Kirche für das Wort Gottes zu repräsentieren. Wie staunenswert und schön ist es doch, dass meine Identität als Frau genügt – dass ich es nicht nötig habe, mich noch mehr anzustrengen, um als geistliches Symbol in der Liturgie zu dienen!

Ich bin sicher, dass die traditionelle lateinische Messe mir auf noch viele andere Weisen geholfen hat, dieses wunderschöne Geschenk meiner Weiblichkeit anzunehmen, und mich an meiner traditionellen Rolle in der Liturgie zu freuen. Auch wenn ich einige von ihnen vergessen haben mag, bin ich zutiefst dankbar für sie alle. Es ist mein inniges Gebet, dass immer mehr katholische Frauen diese schönen Ehren ihrer Weiblichkeit entdecken werden, die im Alten Ritus verborgen liegen – und dass sie alle dies erkennen werden, während die Frauen oberflächlich so erscheinen, dasssie in der traditionellen lateinischen Messe viel weniger tun als im Novus Ordo, weil die traditionelle lateinische Messe mit der katholischen Tradition während der vergangenen zweitausend Jahre sanft zu ihr gesagt hat: Du bist Frau: Du bist schön: Du bist gut, so wie Du bist.

 

Eugenie Roth, Wie ich zur Traditionellen Lateinischen Messe kam


6-immaculata 

Auf die TLM wurde ich durch eine Bekannte aufmerksam, die mich bat, doch meine Unterschrift auf eine Liste zu setzen, damit in der Bischofsstadt die Heilige Messe nach den Büchern von 1962 gefeiert werden durfte. Nein, ich sei durch diese Unterschrift zu nichts verpflichtet (wie beruhigend war das damals für mich!). Dies war noch die Zeit, in der man die Erlaubnis des Bischofs einholen musste, welcher der beantragenden Gruppe dann einen Priester und eine Kirche zuwies.

So bin ich dann, neugierig geworden durch die Begeisterung meiner Bekannten, auch einmal in den Gottesdienst nach dem Vetus Ordo gegangen. Der „alte“ Schott stand seit Jahrzehnten unbenutzt in meinem Regal, den hatte ich irgendwann – man brauchte ihn ja nicht mehr – geschenkt bekommen. Also:

In die Hand nehmen. Abstauben. … Lesen … Zunächst die Erläuterungen. Wenn man den Verlauf des Gottesdienstes nicht kennt – für mich waren das viele unverständliche Worte.

– Zwar gehöre ich zu denen, die sich noch an Gottesdienste nach dem Vetus Ordo erinnern müssten, doch habe ich daran keine Erinnerung. So war mir im Gottesdienst alles fremd:

Die häufigen Kniebeugen (vor allem der Ministranten), das Hin- und Hertragen des Missale auf dem Altar, … alles fremd. Bis auf die Lateinischen Messgesänge, die wir als „Relikt der vergangenen Zeit“ ab und zu als Kinderschola während des regulären deutschen Gottesdienstes zu Gehör bringen durften … Doch irgendwie spürte ich, dass dieser Gottesdienst – trotz der von mir empfundenen Fremdheit – „etwas hatte“. Ich kam ab und zu wieder … bis ich mir eines Tages vornahm, regelmäßig dorthin zu gehen.

Bis „das Leben“ mich in eine andere Stadt schickte, hatte ich schon etliche Jahre lang (unregelmäßig) die Möglichkeit, diese Heiligen Messen mitzufeiern.

Heute, seit langem wieder hierher zurückgekehrt und um die Erfahrung vieler Heiliger Messen nach dem Vetus Ordo reicher, kann ich sagen:

Die Heilige Messe nach dem Vetus Ordo ist nicht nur reicher am Schmuck der alten Gewänder und der Bücher, die der Priester während der Heiligen Messe verwendet, sondern die Texte sind viel reicher, haben mehr „Biss“. Sowohl die Lesungen aus der Bibel, als auch die Gebete des Priesters.

Wer meint, im Novus Ordo höre man mehr aus der Bibel, da nicht im einjährigen, sondern im dreijährigen Turnus gelesen wird, irrt sich gewaltig. Sollten Sie einen alten und einen neuen Schott zu Hause haben – machen Sie den Vergleich! Nehmen Sie den alten Schott, schlagen Sie ihn auf und suchen Sie dann diese Bibelstelle im neuen Schott … ich habe da schon manche Überraschung erlebt …

Wer meint, er möchte etwas TUN während des Gottesdienstes, dem sage ich als frühere Lektorin und Kommunionspenderin: knieen Sie sich hin! Schauen Sie! Hören Sie zu, lesen Sie mit!

Und genießen Sie die Ruhe, die diese Messfeiern ausstrahlen, nehmen Sie sich wie Maria die Zeit, das, was Sie hören, in Ihrem Herzen zu bewegen. DAS ist die Teilnahme, die den Gottesdienst für das persönliche Leben reich und fruchtbar macht.