Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung 15


41. Placeat Tibi – Das letzte Gebet

Der Priester beugt sich über dem Altar; in der Mitte des Altares richtet er an den dreifaltigen Gott die Schlußbitte

PLACEAT TIBI — Schlußbitte

Dabei neigt er das Haupt und legt die Hände gefaltet auf den Altar.

Placeat tibi, sancta Trinitas, obsequium servitutis meae: et praesta, ut sacrificium quod oculis tuae maiestatis indignus obtuli, tibi sit acceptabile, mihique, et omnibus pro quibus illud obtuli, sit te miserante propitiabile. Per Christum Dominum nostrum. Amen. Heiliger, dreieiniger Gott, nimm die Huldigung Deines Dieners wohlgefällig an. Laß das Opfer, das ich Unwürdiger vor den Augen Deiner Majestät dargebracht habe, Dir wohlgefällig sein, und gib, daß es mir und allen, für die ich es darbrachte, durch Dein Erbarmen zur Versöhnung gereiche. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Der Segen

Der Priester küsst den Altar, erhebt Augen und Hände, verneigt sich vor dem Altarkreuz; bei dem Wort „Pater“ richtet er sich an die Gläubigen und gibt, dem Volke zugewendet, den Segen.

BENEDICAT VOS — Segen

S. Benedicat vos omnipotens Deus, Pater, et Filius (+), et Spiritus Sanctus.
M. Amen.
P. Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn † und der Hl. Geist. 
M. Amen.

Während alle aufstehen, geht der Priester zur Evangelienseite; dort liest er das Schlußevangelium

42. INITIUM SANCTI EVANGELII SECUNDUM JOANNEM — Schlußevangelium
Der Priester geht auf die Evangelienseite. Er macht ein Kreuzzeichen zuerst auf dem Altar, dann auf seiner Stirn, seinen Lippen und seinem Herz.

(Schlußevangelium (Jo. 1, 1 – 14))

In feierlichen Worten kündet das Schlußevangelium die erhabene Würde des ewigen Gottessohnes und unserer Gotteskindschaft.

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. (+) Initium sancti Evangelii secundum Ioannem.
M. Gloria tibi Domine.
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. (+) Anfang des hl. Evangeliums nach Johannes.
M. Ehre sei dir, Herr.
In prinicipio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum. Hoc erat in principio apud Deum. Omnia per ipsum facta sunt, et sine ipso factum est nihil, quod factum est. In ipso vita erat, et vita erat lux hominum: et lux in tenebris lucet, et tenebrae eam non comprehenderunt. Im Anfang war das Wort [der Sohn Gottes], und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Schon im Anfang war Es bei Gott. Durch das Wort ist alles geworden, und nichts, was geworden, ward ohne das Wort. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis [der Sünde]; aber die Finsternis hat es nicht begriffen.
Fuit homo missus a Deo, cui nomen erat Ioannes. Hic venit in testimonium, ut testimonium perhiberet de lumine, ut omnes crederent per illum. Non erat ille lux, sed ut testimonium perhiberet de lumine. Da ward ein Mann von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Dieser kam als Zeuge; er sollte Zeugnis geben von dem Lichte, auf daß alle durch ihn zum Glauben gelangten. Er selbst war nicht das Licht, er sollte nur Zeugnis von dem Lichte geben.
Erat lux vera, quae illuminat omnem hominem venientem in hunc mundum. In mundo erat, et mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cognovit. In propria venit, et sui eum non receperunt. Quotquot autem receperunt eum, dedit eis potestatem filios Dei fieri, his qui credunt in nomine eius. Qui non ex sanguinibus, neque ex voluntate carnis, neque ex voluntate viri, sed ex Deo nati sunt. Das war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt. Er [Christus] war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn geworden. Allein die Welt hat Ihn nicht erkannt. Er kam in Sein Eigentum; doch die Seinigen nahmen Ihn nicht auf. Allen aber, die Ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, all denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blute, nicht aus dem Verlangen des Fleisches, noch aus dem Wollen des Mannis, sondern aus Gott geboren sind.
(hic genuflectitur) ET VERBUM CARO FACTUM EST, et habitavit in nobis et vidimus gloriam eius, gloriam quasi Unigeniti a Patre, plenum gratiae et veritatis. (Hier machen alle eine Kniebeugung) Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Und wir haben Seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit.
M. Deo gratias. M. Dank sei Gott.

GEBETE NACH DER STILLEN HEILIGEN MESSE  
Nach Papst Leo XIII.

Nach einer stillen Messe kniet sich der Priester auf den Altarstufen hin und rezitiert mit den Gläubigen die folgenden Gebete. Es empfiehlt sich, dass die Gläubigen diese Messen auch nach einem Festamt selbstständig beten.

Salutatio Angelica – Der Engelsgruß

Ave Maria (ter) Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade; der Herr ist mit dir; du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte fur uns Sünder jetzt und in der Stunde unsres Todes. Amen. (Dreimal.)

Antiphone

Salve Regina, Mater misericordiae. Vita, dulcedo, et spes nostra, salve. Ad te clamamus exsules filii Hevae. Ad te Suspiramus, gementes et flentes in hac lacrimarum valle. Eia ergo, Advocata nostra, illos tuos misericordes oculos ad nos converte. Et Iesum, benedictum fructum ventris tui, nobis post hoc exsilium ostende. O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria. Gegrußet seist du, Königin, Mutter der Barmherzigkeit; unser Leben, unsre Süßigkeit und unsre Hoffnung, sei gegrüßt. Zu dir rufen wir elende Kinder Evas. Zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tale der Tränen. Wohlan denn, unsre Fürsprecherin! Wende deine barmherzigen Augen zu uns, und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.
V. Ora pro nobis, sancta Dei Genitrix.
R. Ut digni efficiamur promissionibus Christi.
V. Bitte fur uns, o heilige Gottesgebärerin.
R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Oremus. Deus refugium nostrum et virtus, populum ad te clamantem propitius respice; et intercedente gloriosa et immaculata Virgine Dei Genitrice Maria, cum beato Iosepho eius Sponso, ac beatis Apostolis tuis Petro et Paulo, et omnibus Sanctis, quas pro conversione peccatorum, pro libertate et exaltatione sanctae Matris Ecclesiae, preces effundimus, misericors et benignus exaudi. Per eumden Christum, Dominum nostrum.
R. Amen.
Lasset uns beten. Gott, unsre Zuflucht und Stärke, sieh gnädig an das Flehen Deines Volkes, und erhöre in Deiner Barmherzigkeit und Güte, auf die Fürbitte der glorreichen und unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria, ihres Bräutigams, des hl. Joseph, Deiner hll. Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen, die Gebete, die wir für die Bekehrung der Sünder, für die Freiheit und Erhöhung unsrer heiligen Mutter, der Kirche, flehentlich verrichten. Durch Ihn, Christus, unsern Herrn. R Amen.

Das Gebet an den Hl. Erzengel Michael (Privatexorzismus)

Sancte Michael Archangele, defende nos in proelio, contra nequitiam et insidias diaboli esto praesidium. Imperat illi Deus, supplices deprecamur: tuque, Princeps militiae caelestis, Satanam aliosque spiritus malignos, qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo, divina virtute, in infernum detrude.
R. Amen.
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe; gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. ≪Gott gebiete ihm≫, so bitten wir flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die andern bösen Geister, die in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle. R Amen.

Die Anrufung des Hl. Herzens Jesu (vom hl. Pius X hinzugefügt)

V. Cor Iesu sacratissimum
R. Miserere nobis. (ter)
V. Heiligstes Herz Jesu. 
R. Erbarme Dich unser! (dreimal)

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Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 14


38. Die Danksagung

Anschließend nimmt der Ministrant die Ampulen und gießt Wein in den Kelch ein. Der Priester betet:

QUOD ORE SUMPSIMUS — Was wir mit dem Munde empfangen haben

Quod ore sumpsimus Domine, pura mente capiamus: et de munere temporali fiat nobis remedium sempiternum. Was wir mit dem Munde empfangen haben, Herr, das laß uns auch mit reinem Herzen aufnehmen, und aus dieser zeitlichen Gabe werde uns ewige Erquickung.

Sodann reinigt er, zur Epistelseite tretend, die Finger und den Kelch. Der Ministarnt gießt auf die Finger des Priesters Wasser und Wein. Der Priester betet:

CORPUS TUUM, DOMINE — Dein Leib, Herr, den ich empfangen

Corpus tuum, Domine, quod sumpsi, et Sanguis, quem potavi, adhaereat visceribus meis: et praesta, ut in me non remaneat scelerum macula, quem pura et sancta refecerunt sacramenta. Qui vivis et regnas in saecula saeculorum. Amen. Dein Leib, Herr, den ich empfangen, und das Blut, das ich getrunken habe, bleibe stets in meinem Herzen; laß keine Sündenmakel in mir zurückbleiben, da mich dieses reine, heilige Sakrament gelabt hat: der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.

Das Opfermahl schließt ab mit der Communio (Kommunionlied) und der Postcommunio (Schlußgebet). Mit dem Dank für die Himmelsspeise verbinden sie die Bitte um deren volle Auswirkung und deuten oft hin auf ihre ewige Frucht: die Glorie im Himmel.

Der Priester trocknet den Kelch ab und bedeckt ihn mit dem Velo. Der Ministrant bringt das Messbuch. 

39. Communio – Gesang Communio-Gebet  
Der Priester geht zu der Epistel-Seite und liest das Communio-Gebet-
(siehe am betreffenden Tag oder Fest) Dieses wird im Hochamt vom Chor gesungen.

40. Postcommunio – Die Gebete nach der Communio und nach der Kommunion

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. Oremus.
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. Lasset uns beten.

Der Priester liest das Gebet Postcommunio. Danken wir zusammen mit dem Priester Gott, dass er sich gewürdigt hat uns mit dem Leib seines Sohnes Jesus Christus zu speisen und bitten wir Gott, dass diese Heilige Kommunion uns Kraft geben möge alle unsere Standespflichten zu erfüllen und uns zum ewigen Leben führt, durch denselben Christus, unseren Herren, der mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht. An die Postcommunio des Tages schließen sich gegebenenfalls die den Kirchen- und Stillgebeten entsprechenden weiteren Schlußgebete an. Auf die erste und letzte Postcommunio antwortet jeweils der Meßdiener oder die Gemeinde:

S. Per omnia saecula saeculorum.
M. Amen.
P. von Ewigkeit zu Ewigkeit
M. Amen.

In den Werktagsmessen der Fastenzeit spricht der Priester noch die Oratio super populum – Gebet über das Volk, wobei alle sich mit dem Haupte verneigen.

ENTLASSUNG

Nachdem wir durch die hl. Opferfeier mit Christus und durch Christus Gott aufs vollkommenste verherrlicht haben, sendet uns die Kirche mit ihrem Segen wieder zurück in den Alltag. Unsere innige Verbindung mit Christus gibt uns die heilige Aufgabe, aber auch die unverbrüchliche Kraft, bei all unsern täglichen Obliegenheiten ≪Zeugnis zu geben vom Lichte≫ (Schlußevangelium), nämlich von Christus in uns, und so die in der Opferfeier dargebrachte Verherrlichung Gottes fortzusetzen während des ganzen Tages.

ITE, MISSA EST — Ankündigung der Entlassung

Nachdem er die Gebete beendet hatte, kehrt der Priester zur Altarmitte zurück, küsst den Altar und wendet sich an die Gläubigen, indem er sagt:

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. Ite, missa est. 
M. Deo gratias.
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. Gehet hin, ihr seid entlassen.Im feierlichen Hochamt singt der Diakon das Ite Missa est.
M. Dank sei Gott.

 Alle bisherigen Teile dieser Reiehe finden Sie in chronologischer Reihenfolge hier:

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Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 13


35. Das Gebet vor der Kommunion  
Es erfolgen drei, stille Privatgebete (Privata) des Priesters, welche daran erinnern, welche Wirkungen die Hl. Kommunion in unseren Seelen vollbringen soll: Frieden, Heilung und Gnade Gottes. Um ihrer teilhaftig zu werden, rechnen uns die Verdienste Christi und den Glauben der Kirchen an.

Domine Iesus Christe I

Domine Iesu Christe, qui dixisti Apostolis tuis: pacem relinquo vobis, pacem meam do vobis: ne respicias peccata mea, sed fidem Ecclesiae tuae; eamque secundum voluntatem tuam pacificare et coadunare digneris. Qui vivis et regnas Deus, per omnia saecula saeculorum. Amen. Herr Jesus Christus, Du hast zu Deinen Aposteln gesagt: ≪Den Frieden hinterlasse Ich euch, Meinen Frieden gebe Ich euch.≫ Schaue nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben Deiner Kirche, und gib ihr huldvoll Frieden und Eintracht, wie es Deinem Willen entspricht: der Du lebst und herrschest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Im feierlichen Hochamt wird jetzt der Friedenskuß gegeben: Priester und Diakon küssen den Altar, dann gibt der Priester dem Diakon den Friedenskuß mit den Worten:

Pax tecum. – Der Friede sei mit dir.

Der Diakon antwortet: Et cum spiritu tuo. – Und mit deinem Geiste.

Nun empfangen der Subdiakon und die übrigen Altardiener mit den gleichen Worten den Friedenskuß.

DOMINE JESU CHRISTE, FILI DEI VIVI — Letzte Bitten vor Empfang der Kommunion

Domine Iesu Christe, Fili Dei vivi, qui ex voluntate Patris cooperante Spritu Sancto, per mortem tuam mundum vivificasti: libera me per hoc sacrosanctum Corpus et Sanguinem tuum ab omnibus iniquitatibus meis et universis malis: et fac me tuis semper inhaerere mandatis: et a te nunquam separari permittas: qui cum eodem Deo Patre et Spiritu Sancto vivis et regnas Deus in saecula saeculorum. Amen. Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes: dem Willen des Vaters gehorsam, hast Du unter Mitwirkung des Hl. Geistes durch Deinen Tod der Welt das Leben geschenkt: erlöse mich durch dieses Dein hochheiliges Fleisch und Blut von allen meinen Sünden und von jeglichem Übel. Gib, daß ich Deinen Geboten allzeit treu bleibe, und laß nicht zu, daß ich mich jemals von Dir trenne: der Du mit Gott dem Vater und dem dem Hl. Geiste lebst und herrschest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Perceptio Corporis – Der Genuß Deines Leibes

Perceptio Corporis tui, Domine Iesu Christe, quod ego indignus sumere praesumo, non mihi proveniat in iudicium et condemnationem: sed pro tua pietate prosit mihi ad tutamentum mentis et corporis, et ad medelam percipiendam. Qui vivis et regnas cum Deo Patre in unitate Spiritus Sancti Deus, per omnia saecula saeculorum. Amen. Der Genuß Deines Leibes, Herr Jesus Christus, den ich Unwürdiger zu empfangen wage, gereiche mir nicht zum Gerichte und zur Verdammnis, sondern durch Deine Güte zum Schutz für Leib und Seele und zu meiner Heilung: der Du lebst und herrschest mit Gott dem Vater in der Einheit des Hl. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

36. PANEM CÆLESTEM ACCIPIAM — Kommunion des Priesters
Der Priester macht eine Kniebeuge, nimmt die Hl. Hostie in die Hände, um sie zu genießen und sagt:

Panem caelestem accipiam et nomen Domini invocabo. Ich will das Himmelsbrot nehmen und anrufen den Namen des Herrn.

Gleich dem römischen Hauptmann (Mt. 8, 8) spricht er dann, leicht verneigt, demütig und vertrauensvoll dreimal:

DOMINE, NON SUM DIGNUS — Herr, ich bin nicht würdig

Domine, non sum dignus ut intres sub tectum meum: sed tantum dic verbo, et sanabitur anima mea (ter.) Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach; aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

Der Priester gibt sich selber den Segen, indem er mit der heiligen Hostie, die er über der Patene hält, das Kreuzzeichen macht und dazu spricht:

CORPUS DOMINI NOSTRI JESU CHRISTI — Der Leib unseres Herrn Jesus Christus

Corpus Domini nostri Iesu Christi custodiat animam meam in vitam aeternam. Amen. Der Leib unsres Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen.

Uber den Altar verbeugt, empfängt er die heilige Hostie und verweilt dann kurz in innerem Gebet. Hierauf sammelt er mit der Patene die kleinen Teilchen, die sich etwa von der heiligen Hostie abgelöst haben, streift sie in den Kelch und fahrt weiter mit den Psalmworten (Ps. 115, 3 f. u. Ps. 17, 4):

QUID RETRIBUAM DOMINO — Wie könnte ich dem Herrn all das vergelten

Quid retribuam Domino pro omnibus, quae retribuit mihi? Calicem salutaris accipiam, et nomen Domini invocabo. Laudans invocabo Dominum, et ab inicimcis meis salvus ero. Wie könnte ich dem Herrn all das vergelten, was Er an mir getan hat! Den Kelch des Heiles will ich nehmen und anrufen den Namen des Herrn. In frohem Jubel rufe ich zum Herrn und werde sicher sein vor meinen Feinden.
Sanguis Domini nostri Jesu Christi custodiat animam meam in vitam aeternam. Amen. Der Priester gibt sich mit dem Kelch den Segen und betet dabei vor dem Genusse des heiligen Blutes:

Das Blut unsres Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen.

37. Die Kommunion der Gläubigen
Der Priester wendet sich an die Gläubigen mit dem Ziborium und die hl. Hostie in der Hand haltend sagt er:

Ecce Agnus Dei, ecce Qui tollit peccata mundi. Pr. Sehet das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt.

Der schlägt sich die Brust und sagt mit dem Ministranten:

Domine, non sum dignus ut intres sub tectum meum: sed tantum dic verbo, et sanabitur anima mea (ter.) Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach; aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

Indem er die Hl. Kommunion reicht, sagt der Priester:

Corpus Domini nostri Iesu Christi custodiat animam tuam in vitam aeternam. Amen. Der Leib unsres Herrn Jesus Christus bewahre deine Seele zum ewigen Leben. Amen.

Nachdem alle die Heilge Kommunion erhalten haben, kehrt der Priester zum Altar zurück und bringt das Ziborium zurück in den Tabernakel.  

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Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 12


DER DRITTE TEIL  

33. Pater Noster – Das Herrengebet  
Jetzt, nach der Darbringung der Opfers, erfolgt das Opfermahl. Als Antwort auf unsere Gaben, Bitten, Flehen hat und Gott eine heilige Speise bereitet, in welchem alle Gnaden und Wohltaten enthalten sind, denn diese Speise ist der Herr Jesus Christus selbst, unter den Gestalten von Brot und Wein. Dies stellt die Feststellung dar, dass Gott uns erhörte und uns, als seinen Kindern, helfen möchte. Als Kommunionvorbereitung beten wir aus der Tiefe des Herzens „Vater unser“ und bitten den Herrn Jesus Christus, den wir genießen werden, dass sein Leib uns das Heilmittel für die Seele und den Leib werde.

S. Oremus. Praeceptis salutaribus moniti, et divina institutione formati, audemus dicere: P. Lasset uns beten. Durch heilbringende Anordnung gemahnt und durch göttliche Belehrung angeleitet, wagen wir zu sprechen:
Pater noster, qui es in caelis, sanctificetur nomen tuum. Adveniat regnum tuum. Fiat voluntas tua, sicut in caelo et in terra. Panem nostrum quotidianum da nobis hodie. Et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. Et ne nos inducas in tentationem. Vater unser, der Du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name; zu uns komme Dein Reich; Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Unser tägliches Brot gib uns heute; und vergib uns unsre Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern; und führe uns nicht in Versuchung.
M. Sed libera nos a malo.
S. 
[po cichu] Amen.
M. Sondern erlöse uns von dem Übel.
P. Amen.

Der Priester entfaltet die letzte Vater unser- Bitte: 
LIBERA NOS — Weiterführung der letzten Vaterunser-Bitte

Libera nos, quaesumus, Domine, ab omnibus malis, praeteritis, praesentibus et futuris: et intercedente beata et gloriosa semper Virgine Dei Genitrice Maria, cum beatis Apostolis tui Petro et Paulo, atque Andrea, et omnibus Sanctis, da propitius pacem in diebus nostris: ut, ope misericordiae tuae adiuti, et a peccato simus semper liberi et ab omni perturbatione securi. Per eumden Dominum nostrum Iesum Christum, Filium tuum. Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus.

Pr. Per omnia saecula saeculorum.

M. Amen. 

Erlöse uns, Herr, wir bitten Dich, von allem Übel, sei es vergangen, gegenwärtig oder zukünftig; und auf die Fürsprache der seligen, glorreichen, allzeit reinen Jungfrau und Gottesmutter Maria, wie auch Deiner hll. Apostel Petrus, Paulus, Andreas, und aller Heiligen, gib barmherzig Frieden in unsern Tagen. Komm uns zu Hilfe mit Deinem Erbarmen, daß wir von Sünden allzeit frei und vor jeder Beunruhigung gesichert seien. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn: der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Hl. Geistes, Gott:

Pr. Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

M. Amen.  

34. PAX DOMINI — Brotbrechung und Vermischung der heiligen Gestalten
Die Zeremonie der Brotbrechung symbolisiert den gewaltsamen Tod Christi, während die Verbindung der Hostie mit dem Blut seine Auferstehung symbolisiert. Die erste Frucht der Eucharistie ist der Frieden, d.h. die Einheit mit Gott und die Einheit untereinander.

Der Priester bricht die heilige Hostie in drei ungleiche Teile.

S. Per omnia saecula saeculorum.
M. Amen.
S. Pax (+) Domini sit (+) semper vobiscum (+).M. Et cum spiritu tuo.
Pr. Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

M. Amen.
Pr. Der Friede † des Herrn sei † allezeit mit † euch.

M. Und mit deinem Geiste.

HÆC COMMIXTIO — Vermischung der heiligen Gestalten

Der Priester lässt einen Teil der Hl. Hostie in den Kelch fallen und sagt:

S. Haec commixtio et consecratio Corporis at Sanguinis Domini nostri Iesu Christi fiat accipientibus nobis in vitam aeternam. Amen. Diese geheiligte Mischung von Leib und Blut unsres Herrn Jesus Christus gereiche uns bei ihrem Empfange zum ewigen Leben. Amen.

Agnus Dei – Lamm Gottes 

Der Priester verbeugt sich, schlägt sich dreimal auf die Brust und sagt:

S. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona nobis pacem.
P. Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt: erbarme Dich unser16.

Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt: erbarme Dich unser.

Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt: gib uns den Frieden.

(15)In der Totenmesse statt: miserere nobis und dona nobis pacem:

(16)In der Totenmesse statt: erbarme Dich unser und gib uns den Frieden:

dona eis requiem. – gib ihnen die Ruhe.

dona eis requiem sempiternam. – gib ihnen die ewige Ruhe.

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Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 11


29. Unde Et Memores – Die Erinnerung an das Geheimnis der Erlösung (Anamnesis)
Das Erinnerungsopfer Christi stellt nicht nur ein bloßen Angedenken, sondern die tatsächliche Vergegenwärtigung des Geheimnisses der Erlösung dar. Dies wird auch von den Priester in dem folgenden Gebet unterstrichen, welches den Namen Anamnesis also „Angedenken“ trägt.

S. Unde et memores Domine, nos servi tui, sed et plebs tua sancta, eiusdem Christi Filii tui Domini nostri, tam beatae passionis, nec non et ab inferis resurrectionis, sed et in caelos gloriosae ascensionis: offerimus praeclarae majestati tuae de tuis donis ac datis, hostiam (+) puram, hostiam (+) sanctam, hostiam (+) immaculatam, Panem (+) sanctum vitae aeternae, et Calicem (+) salutis perpetuae. Daher sind wir denn eingedenk, Herr, wir Deine Diener, aber auch Dein heiliges Volk, des heilbringenden Leidens, der Auferstehung von den Toten und der glorreichen Himmelfahrt Deines Sohnes, unsres Herrn Jesus Christus, und bringen so Deiner erhabenen Majestat von Deinen Geschenken und Gaben ein reines † Opfer dar, ein heiliges † Opfer, ein makelloses † Opfer: das heilige † Brot des ewigen Lebens und den Kelch † des immerwahrenden Heiles.

30. Supra Quae – Das Gebet um die Annahme des Eucharistischen Opfers  
Gott hatte die Opfer des Alten Bundes gnädig angenommen, welche nur die Figur des Opfers Christi darstellten. Wie viel mehr wird er gnädig auf das Opfer des Neuen Bundes herabschauen.

S. Supra quae propitio ac sereno vultu respicere digneris: et accepta habere, sicuti accepta habere dignatus es munera pueri tui iusti Abel, et sacrificium patriarchae nostri Abrahae: et quod tibi obtulit summus sacerdos tuus Melchisedech, sanctum sacrificium, immaculatam hostiam. Schaue huldvoll darauf nieder mit gnädigem und mildem Angesichte, und nimm es wohlgefällig an, wie Du einst mit Wohlgefallen aufgenommen hast die Gaben Abels, Deines gerechten Dieners, das Opfer unsres Patriarchen Abraham, das heilige Opfer und die makellose Gabe, die Dein Hoherpriester Melchisedech Dir dargebracht hat.

31. Zweites Fürbittegebet
Der Priester betet gebeugt über dem Altar um die Gnaden für die Teilnehmer des Opfers. Der Engel, welcher das Opfer darbringen soll, ist Christus selbst. Andere meinen es ist der Heilige Geist, noch andere ein besonderer Engel.

Supplices – für die Teilnehmer des Opfers

Supplices te rogamus, omnipotens Deus; iube haec perferri per manus sancti Angeli tui in sublime altare tuum, in conspectu divinae majestatis tuae: ut quotquot ex hac altaris participatione, sacrosanctum Filii tui Corpus (+) et Sanquinem (+) sumpserimus omni benedictione caelesti et gratia repleamur. Per eumdem Christum, Dominum nostrum. Amen. Demütig bitten wir Dich, allmächtiger Gott: Dein hl. Engel11 möge dieses Opfer zu Deinem himmlischen Altar emportragen vor das Angesicht Deiner göttlichen Majestät. Laß uns alle, die wir gemeinsam von diesem Altare das hochheilige † Fleisch und † Blut Deines Sohnes empfangen, mit allem Gnadensegen des Himmels erfüllt werden. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.

(11)Dieser ≪Engel≫ ist nach Thomas von Aquin u. a. der Mittler Christus selber, nach andern jedoch ein besonderer Opferengel (vgl. Geh. Offb. 8, 3.).

Memento – Für die Verstorbenen

Auch die Seelen im Fegfeuer gehören zur ≪Gemeinschaft der Heiligen≫ und sollen Anteil haben an den Früchten des hl. Meßopfers.

Memento etiam, Domine, famulorum famularumque tuarum N. et N. qui nos praecesserunt cum signo fidei, et dormiunt in somno pacis. Herr, gedenke auch Deiner Diener und Dienerinnen N. und N., die uns mit dem Zeichen des Glaubens vorangegangen und in Frieden entschlafen sind.13
Ipsis, Domine, et omnibus in Christo quiescentibus, locum refrigerii, lucis et pacis, ut indulgeas, deprecamur. Per eumdem Christum Dominum nostrum. Amen. Wir flehen Dich an, Herr: gewähre ihnen und allen, die in Christus ruhen, in Deiner Milde den Ort der Erquickung, des Lichtes und des Friedens. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Nobis Quoque Peccatoribus – In der Einheit mit der triumphierenden Kirche

Die drei Anfangsworte: Nobis quoque peccatoribus, spricht der Priester etwas lauter und schlägt sich auf die Brust, der Ministrant läutet.

Nobis quoque peccatoribus famulis tuis, de multitudine miserationum tuarum sperantibus, partem aliquam et societatem donare digneris, cum tuis sanctis Apostolis et Martyribus: cum Ioanne, Stephano, Matthia, Barnaba, Ignatio, Alexandro, Marcellino, Petro, Felicitate, Perpetua, Agatha, Lucia, Agnete, Caecilia, Anastasia, et omnibus sanctis tuis: intra quorum nos consortium, non aestimator meriti, sed veniae, quaesumus, largitor admitte. Per Christum Dominum nostrum. Auch uns Sündern, Deinen Dienern, die auf Deine überreiche Barmherzigkeit vertrauen, schenke in Gnaden Anteil und Gemeinschaft mit Deinen hll. Aposteln und Blutzeugen: mit Johannes,14 Stephanus, Matthias, Barnabas, Ignatius, Alexander, Marcellinus, Petrus, Felicitas, Perpetua, Agatha, Lucia, Agnes, Cäcilia, Anastasia, und allen Deinen Heiligen. Wäge nicht, wir flehen zu Dir, unser Verdienst, sondern schenk uns gnädig Verzeihung und nimm uns auf in ihre Gemeinschaft. Durch Christus, unsern Herrn.

32. Endgebet PER QUEM HÆC OMNIA — Abschluß des Canon (Feierlicher Lobpreis Gottes)

Noch einmal kommt in kurzen Worten die erhabene Stellung Christi als Mittler zwischen Gott und den Menschen unter feierlichem Lobpreis Gottes zum Ausdruck. Damit schließt das eucharistische Hochgebet, das mit der Præfatio eingeleitet wurde. Das Volk gibt voll Glauben seine Zustimmung durch lautes, freudiges: ≪Amen≫.

Der Priester macht drei Kreuzzeichen über die Hostie und den Kelch:

Per quem haec omnia, Domine, semper bona creas, sanctificas (+), vivificas (+), benedicis (+) et praestas nobis. Durch Ihn erschaffst Du, Herr, immerfort all diese Gaben, heiligest †, belebst †, segnest † und gewährst sie uns.

Der Priester deckt gleichzeitig den Kelch ab und macht über der Hl. Hostie fünf Kreuzzeichen, anschließend hebt er den Kelch mit der Hostie hoch (kleine Elevation). Gleichzeitig lobt er Gott, indem er sagt:

Per ipsum (+), et cum ipso (+), et in ipso (+), est tibi Deo Patri (+) omnipotenti, in unitate Spritus (+) Sancti, omnis honor et gloria. Durch † Ihn und mit † Ihm und in † Ihm wird Dir, Gott † allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen † Geistes, alle Ehre und Verherrlichung.
S. Per omnia saecula saeculorum.
M. Amen.
P. Von Ewigkeit zu Ewigkeit.
M. Amen.

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Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 10


In der Doppelwandlung vollzieht sich nun das heilige Opfer: der verklärte Christus wird unter den Gestalten von Brot und Wein gegenwartig als unsere Opfergabe und unser Opferpriester. Die getrennten Gestalten deuten hin auf das blutige Sterben am Kreuze.

27. QUI PRIDIE — Verwandlung des Brotes
Der Priester nimmt beim Worte ≪accepit – nahm≫ die Hostie in seine Hände, schaut auf zum Altarkreuz, segnet noch einmal die Hostie, beugt sich uber den Altar und spricht leise die Wandlungsworte. (Ebenso nachher bei der Verwandlung des Weines.)

Qui pridie quam pateretur, accepit panem in sanctas ac venerabiles manus suas: et elevatis oculis in coelum ad te Deum Patrem suum omnipotentem, tibi gratias agens, benedixit (+), fregit, deditque discipulis suis, dicens: Accipite, et manducate ex hoc omnes: Er nahm am Abend vor Seinem Leiden Brot in Seine heiligen und ehrwürdigen Hände, erhob die Augen gen Himmel zu Dir, Gott, Seinem allmächtigen Vater, sagte Dir Dank, segnete † es, brach es und gab es Seinen Jüngern mit den Worten: Nehmet hin und esset alle davon:

Der Priester beugt sich über die Hostie

HOC EST ENIM CORPUS MEUM DAS IST MEIN LEIB

Als der Priester die Heilige Hostie hochhebt, läutet der Ministrant und die Gläubigen beten in der Stille an.

Der Priester beugt vor der konsekrierten Hostie anbetend das Knie, zeigt sie hocherhoben dem Volke und legt sie dann wieder auf den Altar zurück. (Dasselbe tut er nachher mit dem Kelche.) Es folgt die Verwandlung des Weines


28. Konsekration des Weines  SIMILI MODO — Verwandlung des Weines
Der Priester nimmt den Kelch in seine Hände.

Simili modo postquam coenatum est, accipiens et hunc praeclarum Calicem in sanctas ac venerabiles manus suas: item tibi gratias agens, bene + dixit, deditque discipulis suis, dicens: Accipite, et bibite ex eo omnes. In gleicher Weise nahm Er nach dem Mahle auch diesen wunderbaren Kelch in Seine heiligen und ehrwürdigen Hände, dankte Dir abermals, segnete † ihn und gab ihn Seinen Jungern mit den Worten: Nehmet hin und trinket alle daraus:

Der Priester beugt sich über den Kelch.

HIC EST ENIM CALIX SANGUINIS MEI, NOVI ET AETERNI TESTAMENTI:
MYSTERIUM FIDEI:
QUI PRO VOBIS ET PRO MULTIS EFFUNDETUR IN REMISSIONEM PECCATORUM.
DAS IST DER KELCH MEINES BLUTES, DES NEUEN UND EWIGEN BUNDES:

GEHEIMNIS DES GLAUBENS:

DAS FÜR EUCH UND FÜR VIELE VERGOSSEN WIRD ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN.

Haec quotiescumque feceritis, in mei memoriam facietis. Tuet dies, sooft ihr es tut, zu Meinem Gedächtnis.

Als der Priester den Kelch hochhebt, läutet der Ministrant. Die Gläubigen beten still das Heilige Blut an. 

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Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 9


Praefatio

Diese ist ein feierliches Lob- und Danklied an den unendlich erhabenen Gott. Wir vereinigen uns dabei mit dem Lobpreis Christi selbst und mit den Chören der Engel. Die Präfationen sind je nach Festen und Festzeiten verschieden. Am Schluß gehen sie über in den feierlichen Jubelruf des Sanctus.

Der Priester spricht oder singt die letzten Worte des Stillgebetes:

S. Per omnia saecula saeculorum.

M. Amen.

P. Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

M. Amen.

 

Zweiter Teil

Der Priester opfert an Christi statt und bringt Gott das Lob-, und Dankopfer. Deswegen wird dieses Opfer Eucharistische Opfer (von eucharistein – danksagen) genannt. Zweimal wird aber dieses Gebet unterbrochen, damit er das Fürbittopfer beten kann.


22. Präfation

Dialog vor der Präfation

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. Sursum corda.
M. Habemus ad Dominum.
S. Gratias agamus Domino, Deo nostro.
M. Dignum et iustum est.
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. Empor das Herz.
M. Wir haben es beim Herrn.
P. (Den Kopf beugend) Lasset uns danksagen dem Herrn, unserm Gott.
M. Das ist würdig und recht.

Präfation von der Hl. Dreifaltigkeit

Wird am gewöhnlichen Sonntag im Jahreskreis gebetet

(Diese wird genommen in allen Messen, die keine eigene Præfatio haben) Die gewohnliche Præfatio wird in allen Sonntagsmessen gebetet, die als Messen an den Wochentagen genommen werden, sowie an den Heiligenfesten 1. und 2. class., die an den Sonntagen gefeiert werden und keine eigene Præfatio haben.

S. Vere dignum et iustum est, aequum et salutare, nos tibi semper, et ubique gratias agere: Domine sancte, Pater omnipotens, aeterne Deus. Qui cum unigenito Filio tuo, et Spiritu Sancto, unus es Deus, unus es Dominus: non in unius singularitate personae, sed in unius Trinitate substantiae. Quod enim de tua gloria, revelante te, credimus, hoc de Filio tuo, hoc de Spritu Sancto, sine differentia discretionis sentimus. Ut in confessione verae, sempiternaeque Deitatis, et in personis proprietas, et in essentia unitas, et in majestate adoretur aequalitas. Quam laudant Angeli, atque Archangeli, Cherubim quoque ac Seraphim: qui non cessant clamare cotidie, una voce dicentes: K. Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott: durch Christus, unsern Herrn. Durch Ihn loben die Engel Deine Majestät, die Herrschaften beten sie an, die Mächte verehren sie zitternd. Die Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Seraphim feiern sie jubelnd im Chore. Mit ihnen laß, so flehen wir, auch uns einstimmen und voll Ehrfurcht bekennen:

23. Sanctus – Heilig
Der Priester beugt sich tief und betet, währen der Ministrant dreimal klingelt:

S. Sanctus, Sanctus, Sanctus, Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt caeli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. P. Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe!

Er bekreuzigt sich:

Benedictus qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis. Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

Der Messkanon  

Der folgende Teil der Messe bis zum Beginn des Pater noster heißt Canon. Die Gebete und heiligen Handlungen, die er einschließt, sind schon seit langem als feststehende Regel (= ≪Canon≫) fur das heilige Opfer vorgeschrieben. Die Gebete werden vom Priester nur leise gesprochen, daher der Name Stillmesse. Die Kanongebete, welche aus den ersten Jahrhunderten der Kirche stammen, geben genau die Gedanken des Heilands und der Apostel wieder. Daher muss der Kanon von uns allen mit großer Ehrfurcht und Freude gebetet werden, da er dermaßen durch die Tradition geheiligt wurde.

24. (Das erste) Fürbittgebet
TE IGITUR — Empfehlung der Opfergaben und Gedächtnis der Kirche Der Priester hebt Augen und Hande himmelwärts, beugt sich dann tief zum Altare nieder und segnet die Opfergaben.

Der Priester befiehlt das Opfer an und bitte für (a) die ganze kämpfende Kirche (b) für alle, die an dem Messofper teilnehmen (c) in Verbindung mit der himmlischen Kirche. „Zuerst sollen die Opfer empfohlen werden und anschließend die Namen, derer, die genannt werden sollen, genannt werden“ (Hl. Innozenz I 417). Die Namen wurden von den Tafeln, Dyptycha genannt, gelesen. Es wurden Namen von Lebenden und Toten geschrieben, welche dem Gebet der Gläubigen anempfohlen wurde sowie die Namen der Heiligen, an die man am betreffenden Tag gedachte.

Te Igitur – allgemeine Empfehlung des Opfers

Te igitur, clementissime Pater, per Iesum Christum Filium tuum Dominum nostrum, supplices rogamus ac petimus, uti accepta habeas, et benedicas haec (+) dona, haec (+) munera, haec (+) sancta sacrificia illibata. Dich, gütiger Vater, bitten wir deütig und flehen zu Dir durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn: nimm wohlgefallig an und segne diese † Gaben, diese † Geschenke, diese † heiligen, makellosen Opfergaben.

In Primis – Für die kämpfende Kirche

In primis, quae tibi offerimus pro Ecclesia tua sancta Catholica quam pacificare, custodire, adunare, et regere digneris toto orbe terrarum: una cum famulo tuo Papa nostro N. et Antistite nostro N. et omnibus orthodoxis, atque Catholicae et Apostolicae fidei cultoribus. Wir bringen sie Dir dar vor allem für Deine hl. katholische Kirche: schenke ihr den Frieden auf dem ganzen Erdkreis; behüte, einige und leite sie huldvoll: Deinen Diener, unsern Papst N., unsern Bischof N., alle Rechtgläubigen und alle, die den katholischen und apostolischen Glauben fördern.

TE IGITUR — Empfehlung der Opfergaben und Gedächtnis der Kirche

Der Priester hebt Augen und Hände himmelwärts, beugt sich dann tief zum Altare nieder und segnet die Opfergaben.

Te igitur, clementissime Pater, per Jesum Christum, Filium tuum, Dominum nostrum, supplices rogamus ac petimus, uti accepta habeas et benedicas, hæc † dona, hæc † munera, hæc † sancta sacrificia illibata, in primis, quæ tibi offerimus pro Ecclesia tua sancta catholica: quam pacificare, custodire, adunare et regere digneris toto orbe terrarum: una cum famulo tuo Papa nostro N. et Antistite nostro N. et omnibus orthodoxis, atque catholicæ et apostolicæ fidei cultoribus.

Dich, gütiger Vater, bitten wir demütig und flehen zu Dir durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn: nimm wohlgefällig an und segne diese † Gaben, diese † Geschenke, diese heiligen, makellosen Opfergaben. Wir bringen sie Dir dar vor allem für Deine hl. katholische Kirche: schenke ihr den Frieden auf dem ganzen Erdkreis; behüte, einige und leite sie huldvoll: Deinen Diener, unsern Papst N., unsern Bischof N., alle Rechtgläubigen und alle, die den katholischen und apostolischen Glauben fördern.

Memento – Für die Teilnehmenden (Erinnerung an die Lebenden)

Memento, Domine famulorum, famularumque tuarum „N.“ et „N.“5 et omnium circumstantium, quorum tibi fides cognita est, et nota devotio, pro quibus tibi offerimus: vel qui tibi offerunt hoc sacrificium laudis, pro se suisque omnibus: pro redemptione animarum suarum, pro spe salutis et incolumitatis suae: tibique reddunt vota sua aeterno Deo, vivo et vero. Gedenke, Herr, Deiner Diener und Dienerinnen N. und N.6 und aller Umstehenden, deren Glauben und Opfergesinnung Du kennst. Für sie bringen wir dieses Lobopfer dar, und sie selbst opfern es Dir für sich und alle die Ihrigen, damit ihre Seele gerettet und ihre Hoffnung auf Heil und Wohlfahrt gesichert werde; sie weihen Dir, dem ewigen, lebendigen, wahren Gott, ihre Gaben.

(5)Orat aliquantulum pro quibus orare intendit.

(6)hier betet man mit dem Prieser kurz für bestimmte Gläubige

Communicantes – In der Verbindung mit der triumphierenden Kirche , Gedächtnis der Heiligen

Der Anfang des folgenden Gebetes hat eine eigene Form an Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Karsamstag und Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten (siehe unten); ebenso am Gründonnerstag.

Von den Heiligen werden mit Namen aufgeführt die allerseligste Jungfrau, die zwölf Apostel und zwölf in der römischen Mutterkirche besonders verehrte Martyrer der ersten vier Jahrhunderte.

S. Communicantes, et memoriam venerantes, in primis gloriosae semper virginis Mariae, Genitricis Dei et Domini nostri Iesu Christi: sed {et beati Ioseph, eiusdem virginis Sponsi} et beatorum Apostolorum ac Martyrum tuorum, Petri et Pauli, Andreae, Iacobi, Ioannis, Thomae, Iacobi, Philippi, Bartholomaei, Matthaei, Simonis et Thaddaei: Lini, Cleti, Clementis, Xysti, Cornelii, Cypriani, Laurentii, Chrysogoni, Ioannis et Pauli, Cosmae et Damiani, et omnium sanctorum tuorum: quorum meritis precibusque concedas, ut in omnibus protectionis tuae muniamur auxilio. Per eumdem Christum Dominum nostrum. Amen. In heiliger Gemeinschaft ehren wir dabei vor allem das Andenken der glorreichen, allzeit reinen Jungfrau Maria, der Mutter Jesu Christi, unseres Herrn und Gottes, sowie des hl. Joseph, ihres Bräutigams, wie auch Deiner hll. Apostel und Blutzeugen Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus, Philippus, Bartolomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus; Linus, Kletus, Klemens, Xystus, Kornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Kosmas und Damianus, und aller Deiner Heiligen. Ob ihrer Verdienste und Fürbitten gewähre uns in allem hilfreich Deinen Schutz und Beistand. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

An Erscheinung

Communicantes, et diem sacratíssimum celebrantes, quo Unigenitus tuus, in tua tecum gloria coæternus, in veritate carnis nostræ visibiliter corporalis apparuit: sed et memoriam venerantes, in primis gloriosæ semper Virginis Mariæ, Genitricis ejusdem Dei et Domini nostri, Jesu Christi: sed et beati Joseph, eiusdem Virginis Sponsi, et beatorum Apostolorum ac Martyrum tuorum, Petri et Pauli, Andreæ, Jacobi, Joannis, Thomæ, Jacobi, Philippi, Bartholomaei, Matthaei, Simonis et Thaddaei: Lini, Cleti, Clementis, Xysti, Cornelii, Cypriani, Laurentii, Chrysogoni, Joannis et Pauli, Cosmæ et Damiani: et omnium Sanctorum tuorum, quorum meritis precibusque concedas, ut in omnibus protectionis tuæ muniamur auxilio. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen. In heiliger Gemeinschaft feiern wir den hochheiligen Tag, an dem Dein eingeborener, mit Dir in Deiner Herrlichkeit gleichewiger Sohn körperlich sichtbar in unsrem menschlichen Fleisch erschienen ist. Dabei ehren wir vor allem das Andenken der glorreichen, allzeit reinen Jungfrau Maria, der Mutter Jesu Christi, unsres Herrn und Gottes, sowie des hl. Joseph, ihres Bräutigams, wie auch Deiner hll. Apostel und Blutzeugen Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus; Linus, Kletus, Klemens, Xystus, Kornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Kosmas und Damianus, und aller Deiner Heiligen. Ob ihrer Verdienste und Fürbitten gewähre uns in allem hilfreich Deinen Schutz und Beistand. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

HANC IGITUR — Bitte um Annahme der Opfergaben

Das folgende Gebet hat eine eigene Form am Gründonnerstag sowie an Ostern und Pfingsten (siehe unten) und in der Messe bei der Weihe eines Bischofs. Der Priester breitet die Hände uber das Brot und den Kelch und spricht:

Hanc igitur oblationem servitutis nostræ, sed et cunctæ familiæ tuæ, quæsumus, Domine, ut placatus accipias: diesque nostros in tua pace disponas, atque ab æterna damnatione nos eripi, et in electorum tuorum jubeas grege numerari. Per Christum, Dominum nostrum. Amen. So nimm denn, Herr, wir bitten Dich, diese Op- fergabe huldvoll an, die wir, Deine Diener, und Deine ganze Gemeinde Dir darbringen. Leite unsre Tage in Deinem Frieden, bewahre uns gütig vor der ewigen Verdammnis und reihe uns ein in die Schar Deiner Auserwählten. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.

26. Quam Oblationem – Bitte um die Wandlung der Opfergaben  
Der Höhepunkt des Heiligen Messopfers ist die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Das Opfer, das am Altar vollbracht wird, ist das Opfer, welches am Kalvarienberg dargebracht wurde. Derselbe Opferer und dasselbe Opfer – Chrisuts. Erwecken wir in uns den Glauben in die Realpräsenz Christi unter den Gestalten von Brot und Wein, indem wir leise während der Wandlung und der Elevation mit den Worten des Hl. Thomas des Apostels beten: „Mein Herr und mein Gott“.

Quam oblationem tu, Deus, in omnibus, quaesumus benedictam (+), adscriptam (+), ratam (+), rationabilem, acceptabilemque facere digneris: ut nobis Corpus (+), et Sanguis (+) fiat dilectissimi Filii tui, Domini nostri Iesu Christi. Diese Opfergabe mache Du, o Gott, wir bitten Dich, huldvoll in jeder Hinsicht zu einer † gesegneten, [bei Dir] † eingetragenen, † gültigen, geistigen und genehmen, damit sie uns werde † Leib und † Blut Deines vielgeliebten Sohnes, unsres Herrn Jesus Christus.

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