Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (5 von 5): Selbstzentriertheit des Novus Ordo und Mantilla


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Ad c. Ist Selbstzentriertheit Novus Ordo?

Warum wurde das letze Konzil, Gott sei’s geklagt, veranstaltet? Um es dem „modernen Menschen“ gerecht zu machen. Was gerecht zu machen? Alles, wirklich alles. Aber warum? Weil der moderne Mensch dermaßen wertvoll, weil modern ist, dass er es einfach verdient. Die anderen, die nicht-modernen Neandertaler, waren ja nur behindert! So unmodern! Um an dieser Stelle die unvergleichliche Ann Barnhardt, sicherlich keine Tussi, zu zitieren:

Es ist egal, wie die Messe vorher war, und es ist egal, was die Kirchenväter und die Heiligen früher gelehrt haben, denn die MENSCHHEIT SELBST war anders und nicht nur anders, aber MINDERWERTIGER und VOLL BEHINDERT. Folglich ist alles „Alte“ ein Bündel Bullshit, und alles „Neue“ ist gut, und demzufolge muss die Kirche auch neu sein, also anders. Nichts von diesem lächerlichen alten Bullshit könnte möglicherweise zu dem neuen, höheren modernen Menschen sprechen, der, befreit von neunzehnhundert Jahren Bullshit, nun Christus „entgegentreten“ kann und „Dialog halten“ kann mit „ihm“ als Ebenbürtiger.

Gut erkannt, Miss Ann. Es ist die Überhöhung des Egoismus zur n-ten Potenz, denn jetzt geht es um die moderne Menschheit. Weil es also nach dem Konzil um den „modernen Menschen“ und nicht um den ewigen und allmächtigen Gott geht, so wurde sowohl die Liturgie als auch alles in der Kirche „kundenfreundlich“ gemacht und zwar so, dass die „Kunden“ die Kirche fliehen. Die Kirche hat sich um die Gläubigen zu bemühen, wie der Kellner um den Gast.

Diese Rechnung geht seit 50 Jahren nach hinten los und nur ein naiver Mensch würde sagen, dass die Kirchenfürsten es nicht sehen. Sie sehen es, sie wollen es so, siehe Amoris Laetitia, weil sie Gott hassende Atheisten, Sodomiten und manche auch Satanisten sind. Deswegen wollen sie den mystischen Leib Christi, der auch aus der irdischen Kirche besteht, zerstören und Christus selbst – Kommunion für Ehebrecher – profanieren. Nur aus dieser zerstörerischen Perspektive heraus macht das alles Sinn, was wir schon vor längerer Zeit hier und hier geschrieben haben. Wie wird es uns aber seit 50 Jahren „verklickert“: als Sorge um den modernen Menschen, siehe Amoris Laetitia. Dies ist wirklich eine teuflische Agenda, zuerst will der Teufel dienen, am Ende fordert er die Seele und zwar auf ewig. Für ihn ist es ein guter Deal: diese paar Jahre oder Jahrzehnte für die Ewigkeit. Und Menschen gehen darauf freiwillig ein. Die Novus Ordo Liturgie und die Novus Ordo Kirche ist dermaßen selbstzentriert, denn es geht ja immer um „Dialog“ und „die Früchte des Konzils“ und nicht um Gott oder das ewige Heil der Seelen, was uns Franziskus schön vorexerziert, der das Wort „Gott“ höchst selten verwendet. Er mag ja nicht das Religiöse an der Religion, wie ihm recht scharfsinnig ein Journalist bescheinigte.

Aber macht der ganze Novus Ordo uns nicht schrecklich selbstbezogen? Für den Schreiber dieser Zeilen war es ein Befreiungsschlag als er irgendwo in der Einführung zur „Geschichte des Breviers“ las, dass der Kult Gottes ein Werk der Gerechtigkeit sei. Es ist also egal, wie es uns dabei geht, wir haben es zu erbringen. Es geht um Gott, das Objektive schlechthin. Da Gott selbst und nicht der Mensch im Vat. II das Maß des richtigen und objektiven Gotteskultes festlegte, siehe die liturgischen Vorschriften des AT, so ist das Richtige gleichzeitig das Schöne und das Wahre. Die Tridentinische Messe ist nicht nur erträglich, was man wirklich nur selten von einer Novus Ordo Messe sagen kann, sie ist auch schön, erhebend, ästhetisch, beseelend, die Sinne ansprechend und anscheinend auch die Weiblichkeit und die Männlichkeit stärkend, weil man sich an Etwas und nicht an sich selbst ausrichtet und darüber hinaus, was auch unsere überaus weibliche amerikanische Autorin schreibt, sich selbst vergisst. Wie wohltuend das doch ist!

 Wenn man sich an Gott ausrichtet und in Gott versenkt, dann hört man auf

in einer eigenen Welt mit eigenen Gesetzen und eigenen Buntstiften“

zu leben, um es mit Kishon zu sagen, nicht einmal

„eine Plastikspange, […], [welche die] Haare unterhalb des Kleinhirns zusammenbündelt“

hat dann eine Bedeutung, weil man weder an die Spange, noch an das Kleinhirn denkt. Wie wunderbar! Dies betrifft natürlich mutatis mutandis auch Männer: weg von der Subjektivität, hin zur Objektivität. Deswegen ist auch in der Tridentinischen Messe alles, wirklich alles, rigoros durchreguliert, damit man aufhört ständig an sich selbst und an das „Und wie war ich?“ zu denken. Es scheint wirklich so zu sein, dass die Katholiken vor 1962 objektiver waren, weil sie die Messe hatten und zwar die richtige Messe. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, wie sehr wir vom objektiven Gott und seiner Wahrheit, die wir ja in der Todesstunde sehen und erfahren werden, entfernt sind. Durch das eigene Geschlecht, durch die nachcartesianische Moderne und den Novus Ordo, also durch das Fleisch, die Welt und den Teufel, der sich bei der Entstehung der neuen Liturgie rege betätigte. Und wenn man sich klarmacht, was man nicht hat und kann, dann kann man sich auf dem Weg zur Objektivität hin machen. Dazu helfe uns Gott. Amen.

Nachtrag und Mantilla

Um jetzt die wirklich wichtige Frage unserer Leserinnen zu beantworten:

  1. Brauche ich wirklich eine Mantilla bei der Tridentinischen Messe?
  2. Wo bekomme ich eine her?
  3. Ist eine Katholikin mit einer Mantilla besser als eine Katholikin ohne?

So antworten wir wie folgt:

Ad 1. Brauche ich eine Mantilla?

Absolut notwendig ist es nicht, in Deutschland eher unüblich und wie es vor dem Konzil war, ist uns nicht bekannt. Diesen Brauch hat es in den romanischen Ländern gegeben, woher er wohl in die USA gekommen ist. Aber es wäre gut diesen Brauch einzuführen, um sich erstens von dem Novus Ordo Volk zu unterscheiden, die Festlichkeit und Heiligkeit der Heiligen Messe zu unterstreichen und etwas zu haben, was man nur in der Kirche tragen kann. Die Frage, ob die Frisur sitzt, stellt sich nicht, weil man sie kaum sieht und sollten Sie zu unserem allem Leidweisen den Mecki-Bürstenschnitt tragen, so wird er durch die Mantilla verdeckt. Sie werden wie eine Frau aussehen, was wirklich von Vorteil ist, falls Sie eine sind.

Ad 2. Wo gibt’s eine?

Sie bekommen welche bei ebay.de, die größte Auswahl haben Sie in den USA wie hier oder hier.  Sie können welche auch in Polen bestellen und die Firma auf Englisch anschreiben. Wir haben zwei in Polen bestellt, Eugenia Roth wird sie tragen und die Qualität der Spitze, nach Aussage derjenigen Menschen, die sich da auskennen, ist sehr gut. Eugenia Roth wird ein Mantilla-Experiment starten und es dokumentieren, sodass wir bald alle es wissen werden. Sollten auch Sie, werte Leserin, Mantilla tragen wollen, so beruhigen wir Sie hiermit, dass es schlimm nicht aussehen wird und besser als Bürstenschnitt ohnehin. Natürlich muss der Rest der Kleidung zur Mantilla passen, also Kleid, Kostüm, elegant, keine Lederjacke mit Springerstiefeln, bitte. Gott ist die Schönheit schlechthin und die Menschen sind nicht blind! Eine Katholikin ist zum guten Geschmack, wenigstens bei der Messe, verpflichtet. Punkt!

Ad 3. Mit Mantilla zu beten besser als ohne?

Ob besser kann man auf den ersten Blick nicht sagen, aber sie sieht besser aus, was schon viel wert ist. Die Schönen werden die Männer nicht ablenken und die neidischen Blicke der weniger Schönen auf sich ziehen, die Letzteren können sich mit der Mantilla bedecken. Wenn das, was Mary Donnelan schreibt, stimmt, dann werden Sie sich wie eine geistliche Braut fühlen, die auf ihren eigentlichen Bräutigam, Christus, wartet, für den sie schön sein wird. Sie werden wohl in ihrer eigenen Gebetswelt bleiben und schööööön aussehen. Wenn das nichts ist?

Wie Sie also sehen, hat der Schreiber dieser Zeilen durchaus ein Herz für Frauen und weiß, was ihnen wichtig ist. Das Gott die Schönheit schlechthin ist, so müssen wir für ihn schön aussehen, zuerst äußerlich und dann innerlich. Amen.

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (4 von 5): Selbstzentrietheit nachcartesianisch?


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Ad b. Ist Selbstzentriertheit modern nachcartesianisch?

Als der arme René Descartes (1596-1650) sein berühmtes Cogito ergo sum aufschrieb, so dachte er wohl nicht, dass er in diesem Moment allen Menschen einen Freibrief für das Kreisen um sich selbst ausstellte. Dem Schreiber dieser Zeilen sind wirklich alle philosophischen Implikationen und Hintergründe des cartesianischen Denkens bekannt, er hatte mehr als einmal darüber doziert, wir wollen uns aber hier nicht damit aufhalten, was Descartes eigentlich schreibt und meinte, sondern wie es breit aufgenommen wurde. Es wurde so aufgenommen, dass das Subjekt nicht nur seine eigene, sondern die Welt überhaupt schafft. Der Durchbruch des Individuellen, des Subjektivismus, des Individualismus bis zum Solipsismus, wonach nur das Subjekt existiert und sich seine Welt [aus]denkt. Wenn ein deutscher Theologe „modern“ sagt, dann meint er eben nachcartesianisch, wo sich alles um das Dünken des jeweiligen Subjekts dreht.

„Mein Ich ist wichtig“,

sagt man.

„Ich bin wichtig, weil ich ich bin“.

Die traditionelle katholische Philosophie, der thomistische Realismus sagt aber:

„Du bist ein Nichts vor Gott und ansonsten ist auch nicht viel mit Dir los. Du bist nur ein Teil eines hierarchischen Ganzen und Dein Wert hängt von Deiner Stellung in dieser Hierarchie ab und von Deiner Ausrichtung nach dem objektiv Guten“.

„Unmöglich!“,

sagt der moderne Mensch, der seitdem unentwegt um sich selbst kreist. Der Subjektivismus wurde natürlich durch die protestantische Reformation vorbereitet und er kam kunstgeschichtlich erst in der Romantik zur Geltung, mit all den Revolutionen und der grauenhaften Vormärz Ära, mit der wir seit der marxistischen Frankfurter Schule im Deutschunterricht gemartert werden. Mit Descartes wurde die Selbstzentriertheit philosophisch untermauert und salonfähig gemacht, was sei 1962 in die Kirche hinüber schwappte und mit Franziskus‘ Amoris Laetitia samt Kommunion für Ehebrecher von DBK verabschiedet, endete. Vielleicht ist diese Selbstzentriertheit, welche unsere junge amerikanische Autorin an den Tag legt, einfach unsere moderne Bürde, welche so selbstverständlich ist, dass wir sie gar nicht wahrnehmen? Wenn wir aber wirklich nichts Objektives haben woran wir uns ausrichten können, so ist es auch nicht verwunderlich. Denn:

  1. Keine einheitliche, objektivierende Philosophie.
  2. Keine einheitliche, objektivierende Metaphysik.
  3. Keine einheitliche, objektivierende Religion.
  4. Kein einheitliches, objektivierendes Recht.

Um an dieser Stelle Goethes Genialisch Treiben zu zitieren:

So wälz‘ ich ohne Unterlaß

Wie Sankt Diogenes mein Faß.

Bald ist es Ernst, bald ist es Spaß;

Bald ist es Lieb, bald ist es Haß;

Bald ist es dies, bald ist es das;

Es ist ein Nichts und ist ein Was.

So wälz‘ ich ohne Unterlaß

Wie Sankt Diogenes mein Faß.

Dieses Treiben ist aber nicht „genialisch“, sondern durch und durch relativistisch, sowie wohl sehr ermüdend, besonders, wenn sich „ein Nichts“ und „ein Was“ abwechseln. Es gibt wirklich keinen besseren Weg jemanden zu manipulieren, als ihm oder ihr vorzugaukeln, wie wichtig er oder sie sei und wie sehr wir, da wir in seinem oder ihrem Schatten sind, ihm oder ihr dienen wollen. Nur zu seinem oder ihrem Besten, natürlich. Da der dumme Mensch denkt, dass er das Maß aller Dinge ist, so kann der Teufel ihn an der Nase führen. „Du bist ja so wichtig, Du bist ja so viel wert…“

 

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (3 von 5): Selbstzentrietheit weiblich?


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Ad a. Ist Selbstzentriertheit weiblich?

Da der Schreiber dieser Zeilen um Objektivität bemüht ist, so gesteht er sich und anderen ein, dass er durchaus misogyne Züge besitzt. Frauen irritieren ihn durch ihre Irrationalität, ihre Launen, ihre fehlende Objektivität, ihren ständigen Selbstbezug, ihren wirklich oft anzutreffenden anklagenden Ton, wonach er immer an allem schuld war und ist.  Interessanterweise kommt er mit Frauen gut zurecht, sie schätzen seine Gesellschaft, kann mit ihnen, wenn er will, effizient kommunizieren, indem er permanent mit der folgenden Gleichung arbeitet:

  1. Ich will ihr A sagen.
  2. Sie wird es als B bis H verstehen H, je nach Tag und Laune.
  3. Daher muss ich ihr A als B bis H kommunizieren mit noch zusätzlichen Optionen, so 1. bis 6.
  4. Also ja nicht A als A sagen, sonst ist sie beleidigt und spinnt rum.
  5. Es ist gleich, was ich sage oder wie ich es sage: Sie wird es sehr persönlich nehmen als sei es  auf sie gemünzt. Also Vorsicht!

Diese Art der „frauenfreundlichen“ Kommunikation bedeutet also ständig um mehrere Ecken zu denken, immer jedes Wort wägen und sehr strategisch und vorrausschauend vorzugehen. Manchmal trifft er Frauen, die A als A verstehen, aber wirklich sehr selten. Frauen wollen eigentlich nur eins wissen:

„Findet er mich gut? Hübsch? Mag er mich?“

Wenn das im positiven Sinne geklärt ist, dann spielt der Inhalt wirklich kaum eine Rolle. Es scheint wirklich so zu sein, dass Frauen rein rezeptiv auf etwas oder jemanden reagieren. Ist er zu ihnen nett, macht er ihnen den Hof, dann ist er gut und das, was er tut wertvoll. Ist es umgekehrt, so ist er selbst und das, was er tut wertlos. Dies erklärt vielleicht auch das Phänomen des Bad Boy oder des Gangsterliebchens.

„So gefährlich, aber zu mir war er immer gut.“

In seinen studentischen Tagen hatte den Schreiber dieser Zeilen das irrationale Verhalten seiner Kommilitoninnen gewundert, wenn sie das Fach von jemanden nur deswegen gut fanden, weil er gutaussehend war, sie anredete, mit ihnen scherzte oder eine Weihnachtsfeier ausrichtete. Sie fanden nicht einmal das Fach gut, sondern den Professor, weil er so gutaussehend war. Das Fach selbst, seine Inhalte war ihnen gleich, es zählte der persönliche Bezug. Vielleicht ist die Antwort auf die Frage nach der fehlenden Rationalität in dem weiblichen Selbstbezug oder in der weiblichen Selbstbezogenheit zu suchen? Wenn jede Frau sich als eine verklärte Prinzessin sieht, welche vom Ritter auf dem weißen Pferd umworben werden sollte (siehe Bridget Jones), dann ist jeder, der entfernt diesem Ritter gleicht, gut und seine Sache ist es auch. Nur aus dieser Perspektive heraus ist das Denken:

„er bemüht sich um mich, so ist er gut“

verständlich. Komisch, aber wahr. Wenn jetzt manch eine Leserin Gift und Galle spucken wird, so scheint sie irgendetwas in diesem Beitrag angerührt zu haben.

Der Schreiber dieser Zeilen hatte sich einmal als Babysitter für die Töchter seiner Freunde betätigt, als die Kinder ein und vier Jahre alt waren. Als er die jüngere der beiden im „reiferen Alter“ von fünf besucht hatte, so fragte er, ob sie sich an ihn erinnern kann. „Ja“, sagte sie verlegen, wobei man die Lüge ansehen konnte. Dann fragte sie ihn:

„Möchtest Du Fotos von mir sehen?“,

was er höflich bejahte. Sie nahm gleich ein Fotoalbum, das bereit lag in die Hand und erzählte:

„Das bin ich im Kindergarten … da auf dem Pony etc. etc.“

Diese junge Dame nahm als absolut selbstverständlich hin, dass man sich für ihre Fotos interessieren wird, weil man sich für sie interessiert. Woher sie das wohl hatte? Vielleicht ist also die Selbstbezogenheit von Mary Donellan etwas unreflektiert Weibliches, da die Autorin keinen übertrieben reflektierten Eindruck macht. Vielleicht sollten wir mehr Verständnis für ihre weibliche Natur aufbringen, da wir sie nicht zu heiraten brauchen.  Vielleicht, vielleicht.

Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung 15


41. Placeat Tibi – Das letzte Gebet

Der Priester beugt sich über dem Altar; in der Mitte des Altares richtet er an den dreifaltigen Gott die Schlußbitte

PLACEAT TIBI — Schlußbitte

Dabei neigt er das Haupt und legt die Hände gefaltet auf den Altar.

Placeat tibi, sancta Trinitas, obsequium servitutis meae: et praesta, ut sacrificium quod oculis tuae maiestatis indignus obtuli, tibi sit acceptabile, mihique, et omnibus pro quibus illud obtuli, sit te miserante propitiabile. Per Christum Dominum nostrum. Amen. Heiliger, dreieiniger Gott, nimm die Huldigung Deines Dieners wohlgefällig an. Laß das Opfer, das ich Unwürdiger vor den Augen Deiner Majestät dargebracht habe, Dir wohlgefällig sein, und gib, daß es mir und allen, für die ich es darbrachte, durch Dein Erbarmen zur Versöhnung gereiche. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Der Segen

Der Priester küsst den Altar, erhebt Augen und Hände, verneigt sich vor dem Altarkreuz; bei dem Wort „Pater“ richtet er sich an die Gläubigen und gibt, dem Volke zugewendet, den Segen.

BENEDICAT VOS — Segen

S. Benedicat vos omnipotens Deus, Pater, et Filius (+), et Spiritus Sanctus.
M. Amen.
P. Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn † und der Hl. Geist. 
M. Amen.

Während alle aufstehen, geht der Priester zur Evangelienseite; dort liest er das Schlußevangelium

42. INITIUM SANCTI EVANGELII SECUNDUM JOANNEM — Schlußevangelium
Der Priester geht auf die Evangelienseite. Er macht ein Kreuzzeichen zuerst auf dem Altar, dann auf seiner Stirn, seinen Lippen und seinem Herz.

(Schlußevangelium (Jo. 1, 1 – 14))

In feierlichen Worten kündet das Schlußevangelium die erhabene Würde des ewigen Gottessohnes und unserer Gotteskindschaft.

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. (+) Initium sancti Evangelii secundum Ioannem.
M. Gloria tibi Domine.
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. (+) Anfang des hl. Evangeliums nach Johannes.
M. Ehre sei dir, Herr.
In prinicipio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum. Hoc erat in principio apud Deum. Omnia per ipsum facta sunt, et sine ipso factum est nihil, quod factum est. In ipso vita erat, et vita erat lux hominum: et lux in tenebris lucet, et tenebrae eam non comprehenderunt. Im Anfang war das Wort [der Sohn Gottes], und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Schon im Anfang war Es bei Gott. Durch das Wort ist alles geworden, und nichts, was geworden, ward ohne das Wort. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis [der Sünde]; aber die Finsternis hat es nicht begriffen.
Fuit homo missus a Deo, cui nomen erat Ioannes. Hic venit in testimonium, ut testimonium perhiberet de lumine, ut omnes crederent per illum. Non erat ille lux, sed ut testimonium perhiberet de lumine. Da ward ein Mann von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Dieser kam als Zeuge; er sollte Zeugnis geben von dem Lichte, auf daß alle durch ihn zum Glauben gelangten. Er selbst war nicht das Licht, er sollte nur Zeugnis von dem Lichte geben.
Erat lux vera, quae illuminat omnem hominem venientem in hunc mundum. In mundo erat, et mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cognovit. In propria venit, et sui eum non receperunt. Quotquot autem receperunt eum, dedit eis potestatem filios Dei fieri, his qui credunt in nomine eius. Qui non ex sanguinibus, neque ex voluntate carnis, neque ex voluntate viri, sed ex Deo nati sunt. Das war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt. Er [Christus] war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn geworden. Allein die Welt hat Ihn nicht erkannt. Er kam in Sein Eigentum; doch die Seinigen nahmen Ihn nicht auf. Allen aber, die Ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, all denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blute, nicht aus dem Verlangen des Fleisches, noch aus dem Wollen des Mannis, sondern aus Gott geboren sind.
(hic genuflectitur) ET VERBUM CARO FACTUM EST, et habitavit in nobis et vidimus gloriam eius, gloriam quasi Unigeniti a Patre, plenum gratiae et veritatis. (Hier machen alle eine Kniebeugung) Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Und wir haben Seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit.
M. Deo gratias. M. Dank sei Gott.

GEBETE NACH DER STILLEN HEILIGEN MESSE  
Nach Papst Leo XIII.

Nach einer stillen Messe kniet sich der Priester auf den Altarstufen hin und rezitiert mit den Gläubigen die folgenden Gebete. Es empfiehlt sich, dass die Gläubigen diese Messen auch nach einem Festamt selbstständig beten.

Salutatio Angelica – Der Engelsgruß

Ave Maria (ter) Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade; der Herr ist mit dir; du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte fur uns Sünder jetzt und in der Stunde unsres Todes. Amen. (Dreimal.)

Antiphone

Salve Regina, Mater misericordiae. Vita, dulcedo, et spes nostra, salve. Ad te clamamus exsules filii Hevae. Ad te Suspiramus, gementes et flentes in hac lacrimarum valle. Eia ergo, Advocata nostra, illos tuos misericordes oculos ad nos converte. Et Iesum, benedictum fructum ventris tui, nobis post hoc exsilium ostende. O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria. Gegrußet seist du, Königin, Mutter der Barmherzigkeit; unser Leben, unsre Süßigkeit und unsre Hoffnung, sei gegrüßt. Zu dir rufen wir elende Kinder Evas. Zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tale der Tränen. Wohlan denn, unsre Fürsprecherin! Wende deine barmherzigen Augen zu uns, und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.
V. Ora pro nobis, sancta Dei Genitrix.
R. Ut digni efficiamur promissionibus Christi.
V. Bitte fur uns, o heilige Gottesgebärerin.
R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Oremus. Deus refugium nostrum et virtus, populum ad te clamantem propitius respice; et intercedente gloriosa et immaculata Virgine Dei Genitrice Maria, cum beato Iosepho eius Sponso, ac beatis Apostolis tuis Petro et Paulo, et omnibus Sanctis, quas pro conversione peccatorum, pro libertate et exaltatione sanctae Matris Ecclesiae, preces effundimus, misericors et benignus exaudi. Per eumden Christum, Dominum nostrum.
R. Amen.
Lasset uns beten. Gott, unsre Zuflucht und Stärke, sieh gnädig an das Flehen Deines Volkes, und erhöre in Deiner Barmherzigkeit und Güte, auf die Fürbitte der glorreichen und unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria, ihres Bräutigams, des hl. Joseph, Deiner hll. Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen, die Gebete, die wir für die Bekehrung der Sünder, für die Freiheit und Erhöhung unsrer heiligen Mutter, der Kirche, flehentlich verrichten. Durch Ihn, Christus, unsern Herrn. R Amen.

Das Gebet an den Hl. Erzengel Michael (Privatexorzismus)

Sancte Michael Archangele, defende nos in proelio, contra nequitiam et insidias diaboli esto praesidium. Imperat illi Deus, supplices deprecamur: tuque, Princeps militiae caelestis, Satanam aliosque spiritus malignos, qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo, divina virtute, in infernum detrude.
R. Amen.
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe; gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. ≪Gott gebiete ihm≫, so bitten wir flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die andern bösen Geister, die in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle. R Amen.

Die Anrufung des Hl. Herzens Jesu (vom hl. Pius X hinzugefügt)

V. Cor Iesu sacratissimum
R. Miserere nobis. (ter)
V. Heiligstes Herz Jesu. 
R. Erbarme Dich unser! (dreimal)

Linkliste:

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Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (2 von 5): Ich-Kult


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Der Ich-Kult der Moderne

Der Schreiber dieser Zeilen hat in der letzten Zeit erfahren, dass er völlig anders mit der Umwelt kommuniziert als die meisten Menschen seiner Umgebung, vielleicht auch wie die allermeisten Menschen. Dies ist wahrscheinlich immer so gewesen, nur er hatte es nicht bemerkt. Während die Kommunikation seines Umfelds darauf beruht, dass man:

  1. Ausschließlich in der ersten Person Singular spricht, darüber was man erlebt oder empfindet „Ich habe gegessen…es regt mich auf …“.
  2. Diese Aussage immer in Beziehung zu dem Gegenüber oder der Gruppe.

„Also ich habe den Schnee vor meinem Haus weggeschaufelt“.

so lautet der eigentliche Subtext dieser Aussagen immer wie folgt:

„Ich habe/kann etwas, was Du nicht hast/kannst, bäh.“

„Ich bin besser als Du, ätsch“.

Eine jede Aussage dient dazu sich im Kampf um die Selbstbehauptung gegenüber anderen zu positionieren. Allgemeine Aussagen finden überhaupt nicht statt oder werden als eine Positionierung zwecks Überlegenheitsgefühls gewertet, weil man immer davon ausgeht, dass man ständig von sich selbst, nur unter verschiedenen Vorzeichen und unter Zuhilfenahme von verschiedenen Requisite spricht. So wird der Satz:

A. „Ich habe gestern die 25 Schottischen Lieder von Beethoven gehört.“

wie folgt wahrgenommen:

B. „Ich, Du dummer Depp, habe gestern klassische Musik gehört, weil ich was bin und Du, Du dummer Depp [=ddD] nicht! Ich weiß wer oder was Beethoven ist, was die 25 schottischen Lieder sind, im Gegensatz zu Dir ddD, weil ich nicht dumm bin. Ich reibe es Dir jetzt unter die Nase, um Dich zu demütigen und Dir zu zeigen, wo der Hammer hängt, Du ddD. Und komm mir jetzt gar nicht damit, was Du tust, weil es nicht zählt, ddD…“

Ein jeglicher Satz der Ebene A. wird emotional auf der Ebene B. wie o.a. wahrgenommen, wobei die Faktoren und Konstanten ein wenig variieren. Würde der Satz A. objektivierend lauten:

„Die 25 Schottischen Lieder von Beethoven sind schön [einfach, künstlerisch wertvoll/ dürftig] …“

so wäre die Reaktion auf der Ebene B. gleich, welcher vielleicht die Frage:

„Ist das jetzt eine Prüfung oder was? Ein Test? Soll das heißen, ich bin dumm?“

vorangestellt worden wäre. Da der Schreiber dieser Zeilen fast immer Sätze der Sorte A., manchmal auch in der 1 Singularis von sich gibt, so wunderte es ihn immer, dass Menschen immer wieder in Gesprächen mit ihm aggressiv wurden und ihm an die Gurgel gingen. Die Lösung dieses Problems, zu der er wirklich vor kurzem gelangte, lautet: Sie gingen immer davon aus, dass er von sich selbst sprach, um sich im Positiven oder Negativen ihnen gegenüber zu positionieren. Hatte er denn das tatsächlich getan? Nein, er wollte nur, auf der Objektebene, bspw. über Beethovens Lieder sprechen, über die Sache an sich also, mit jemand, der sich ebenfalls in dieser Materie auskennt, zwecks gegenseitiger Bereicherung. Es scheint aber wirklich, dass 99% aller Menschen anders tickt. Vielleicht ist er also der eigentliche Verrückte, nur er hatte es bisher nicht gemerkt. Je gebildeter die Menschen sind, desto mehr können sie ihren Ich-Kult verschleiern, aber der Subtext der Aussage lautet:

„Ich weiß/kann das, darum bin ich besser…“

„Meiner Meinung nach ist es so und deswegen stimmt es, weil ich es sage…“

bleibt derselbe.

Etwas ist also insoweit gut oder schlecht, inwieweit es einem persönlich zuträglich ist.

„Ich bin das Maß aller Dinge und von mir aus werte ich die Welt auf oder ab“.

Dieses Denken, das wirklich fast alle Menschen prägt, ist dem Schreiber dieser Zeilen sehr schwer zugänglich, da er sich sein ganzes Leben lang an etwas Objektivem ausrichtete und instinktiv wirklich ganz anders handelt. Es gibt etwas außerhalb seiner selbst, es gibt ein Maß da draußen und er ist insoweit gut oder schlecht bzw. gut oder schlecht in etwas, inwieweit er dieses Maß erfüllt oder nicht erfüllt. Es gibt also eine objektive Norm beispielsweise gesangstechnisch die Beethoven-Lieder zu singen und er hat sich an diese Norm zu halten. Er stellt sich demnach nicht die Frage:

„Spricht es mich an?“,

sondern

„Ist es gut? Warum spricht es mich an? Weil es an sich gut ist oder es spricht etwas in mir an, was nur mir eigen ist?“

Somit lautet die Hauptfrage seines Lebens:

„Bin ich objektiv?“

In der nachaufklärerischen Erziehung, die wir alle mehr oder weniger genossen haben, hat man uns eingetrichtert:

„Es gibt keine objektive Wahrheit im Leben. Sonst bist Du Nazi oder Fundamentalist, was das gleiche ist. Es ist totalitär. Es gibt nur Meinungen und wenn Du etwas sagst, dann musst Du ganz deutlich kennzeichnen, dass es nur Deine Meinung ist. Du kannst niemandem Deine Meinung aufzwingen, denn es gibt keine Wahrheit.“

Wir werden diesen Satz philosophisch-metaphysisch an einer anderen Stelle auseinandernehmen, da dieser Beitrag einfach gehalten werden soll. Da man aber die o.a. Sätze immer wieder zu hören bekam, so scheut man sich irgendetwas auf irgendeine Weise klipp und klar zu behaupten, es sei denn man ist Mathematiker oder Logiker auf einer Tagung und alle können den Beweis nachvollziehen. Wenn es also keine Wahrheit an sich gibt, sondern nur Meinungen, dann zählt die Meinung der Mehrheit, nicht weil sie wahr oder wahrer ist, sondern weil es die Mehrheit sagt. Kann sich die Mehrheit irren, z.B. bei der Wahl 1933 im Deutschen Reich? Ja, durchaus, ist nun mal so und wir können es nicht ändern! Wie manipuliert man die Mehrheit? Durch die Propaganda, welche den von den Machthabern gewünschten sensus communis („Trump is dump“, „Rettet die Wale!“) wiedergibt. Wenn der Mensch das wiederholt, was alle um ihn herum wiederholen, so glaubt er nicht zu irren oder wenigstens nicht isoliert zu sein. Die Frage nach dem Richtig oder Falsch, nach dem Ausrichten nach der Wahrheit oder einer Norm stellt sich gar nicht. Hauptsache gewaltfrei, liebe Flüchtlinge! Was hat aber das alles mit der Tridentinischen Messe, mit der Weiblichkeit, dem Ich-Kult oder mit Mary Donellan zu tun?

Falls es wirklich so sein sollte, dass 99,9% aller Menschen ausschließlich nur über sich selbst sprechen, nur verkleidet und in allen Schattierungen, dann ist die Ausklammerung der Wahrheits-oder der Objektivitätsfrage etwas Natürliches, im Sinne der menschlichen Natur, die von der Erbsünde lädiert wurde und die Aussage:

„Ich gehe zur Tridentinischen Messe, weil sie mir gut tut und meine Weiblichkeit/Männlichkeit unterstreicht“

legitim. Sollte es so sein, dass das Objektive etwas ist, was uns wie ein enges Schulkostüm übergestülpt wurde, was wir aber sogleich abstreifen wollen, dann ist der Schreiber dieser Zeilen der eigentliche Verrückte, weil er wirklich nicht so denkt. Er fragt sich:

  1. Ist diese Selbstzentriertheit etwas speziell Weibliches?
  2. Ist diese Selbstzentriertheit etwas speziell Modern-Nachcartesianisches?
  3. Ist diese Selbstzentriertheit etwas, was vom Novus Ordo herkommt?

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (1 von 5): Ewig-Weibliches


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Das Ewig-Weibliche nervt

Nach der ersten Lektüre des Textes Vier Weisen, wie die Traditionelle Lateinische Messe die Frauen ehrt von Mary Donelann, den wir hiermit in der Übersetzung von Eugenie Roth vorstellen, kam dem Schreiber dieser Zeilen ein Zitat von Ephraim Kishon in den Sinn:

„Ich habe niemals vorgegeben, Frauen und ihre unauslotbare Seelen verstehen zu können. Das schwache Geschlecht lebt eben in einer eigenen Welt mit eigenen Gesetzen und eigenen Buntstiften. Frauen sind einfach ganz anders als wir, die Männer. Unter anderem sind sie verrückt.[1]

[…]

Ich habe einmal von einer Frau gehört, die eine Plastikspange verloren hatte, mit der sie ihre Haare unterhalb des Kleinhirns zusammenbündelte. Grundgenug, aus dem Fester zu springen … Wegen einer Spange!“[2].

[Nein, liebe Leserinnen. Wir wollen nicht sagen, dass Sie, geehrte Leserin, dumm sind und alle Frauen auch. Bitte, lesen Sie doch weiter!]

Mary Donellan ist zweifelsohne eine Frau, eine junge, recht hübsche, die man in der deutschen Jugendsprache wohl als „Tussi“ bezeichnen würde, also eine recht feminine Frau mit einem Faible für rosa Blümchen, Plüschbären oder –hasen, Poesiealbums und das sonstige mädchenhafte Krimskrams. Literarisch gesehen, steht ihr sicherlich Rosamund Vincy aus George Eliots Middlemarch Pate, hoffentlich ohne den bösen Zug dieser Romanfigur. Kurz und gut: solche junge Frauen muss es auch geben und wir wünschen Miss Donellan einen guten Mann und viele Kinder.

Was stört uns also bei ihr? Diese extreme Selbstbezogenheit ihres Beitrags.  Denn wir finden solche Sätze wie:

[…] wo ich mich wirklich meiner Schönheit und meines Geheimnisses als Frau bewusst wurde

Aber anstatt, dass der Schleier mein Frausein kränkt, habe ich vielmehr entdeckt, dass der Schleier tatsächlich mein Frausein ehrt und ihm Auftrieb gibt hin zu einem neuen Grad der Würde […]

[…] gebe Gott und den Anderen kund, dass ich wirklich eine Frau bin, das ich Seine schöne und geheimnisvolle Schöpfung bin und dass die Messe von DER Schönheit spricht, von der meine Schönheit kam.

Bevor sich eine Frau wirklich der Schönheit ihres Frauseins bewusst werden kann, so muss sie, so tief wie möglich begreifen, wer Gott ist und wer sie selbst vor Ihm ist – nicht nur halt so als eine Frau, sondern als menschliches Wesen. Die Messe wurde insbesondere dafür gestaltet, um dies zu erreichen, durch ihre Andacht, ihre Stille und die Schönheit ihrer Liturgie.

Oh…please …..

Der Schleier erinnerte mich, dass ich mich am Hof meines Königs befand – und dass ich schön und geistlich genug war, einen Schleier zu wünschen, nicht um von Ihm abzulenken, sondern vielmehr andere auf Seine Schönheit hinzuweisen.

Man möchte sie schütteln und ihr sagen:

„Mädel nimm Dich nicht so Ernst! Es geht nicht um Dich!“

Zwar schreibt die Autorin es nicht, aber der Gedanke liegt wirklich nahe, dass Mary Donellan glaubt die Tridentinische Messe sei dafür entwickelt worden, damit sie – Mary – in einer schönen (sie würde wohl „süßen“ oder „wunderhübschen“) Schleier-Mantilla, versunken hinkniend sich ihrer eigenen „weiblichen Schönheit“ bewusst wird und ein junger Mann, natürlich traditionell-katholisch, sich augenblicklich und unsterblich in sie verliebt. Der Gedanke:

„Wie sehe ich aus?“

scheint Mary Donellan niemals zu verlassen. Und was ist so schlimm daran? Der Subjektivismus bis zum Solipsismus hin.

[1] Kishon, Ephraim, „Rhapsodie in Grün“, in: Kishons beste Reisegeschichten, Wien: Ullstein 1983, 148.

[2] Ebd. 149.

Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 14


38. Die Danksagung

Anschließend nimmt der Ministrant die Ampulen und gießt Wein in den Kelch ein. Der Priester betet:

QUOD ORE SUMPSIMUS — Was wir mit dem Munde empfangen haben

Quod ore sumpsimus Domine, pura mente capiamus: et de munere temporali fiat nobis remedium sempiternum. Was wir mit dem Munde empfangen haben, Herr, das laß uns auch mit reinem Herzen aufnehmen, und aus dieser zeitlichen Gabe werde uns ewige Erquickung.

Sodann reinigt er, zur Epistelseite tretend, die Finger und den Kelch. Der Ministarnt gießt auf die Finger des Priesters Wasser und Wein. Der Priester betet:

CORPUS TUUM, DOMINE — Dein Leib, Herr, den ich empfangen

Corpus tuum, Domine, quod sumpsi, et Sanguis, quem potavi, adhaereat visceribus meis: et praesta, ut in me non remaneat scelerum macula, quem pura et sancta refecerunt sacramenta. Qui vivis et regnas in saecula saeculorum. Amen. Dein Leib, Herr, den ich empfangen, und das Blut, das ich getrunken habe, bleibe stets in meinem Herzen; laß keine Sündenmakel in mir zurückbleiben, da mich dieses reine, heilige Sakrament gelabt hat: der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.

Das Opfermahl schließt ab mit der Communio (Kommunionlied) und der Postcommunio (Schlußgebet). Mit dem Dank für die Himmelsspeise verbinden sie die Bitte um deren volle Auswirkung und deuten oft hin auf ihre ewige Frucht: die Glorie im Himmel.

Der Priester trocknet den Kelch ab und bedeckt ihn mit dem Velo. Der Ministrant bringt das Messbuch. 

39. Communio – Gesang Communio-Gebet  
Der Priester geht zu der Epistel-Seite und liest das Communio-Gebet-
(siehe am betreffenden Tag oder Fest) Dieses wird im Hochamt vom Chor gesungen.

40. Postcommunio – Die Gebete nach der Communio und nach der Kommunion

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. Oremus.
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. Lasset uns beten.

Der Priester liest das Gebet Postcommunio. Danken wir zusammen mit dem Priester Gott, dass er sich gewürdigt hat uns mit dem Leib seines Sohnes Jesus Christus zu speisen und bitten wir Gott, dass diese Heilige Kommunion uns Kraft geben möge alle unsere Standespflichten zu erfüllen und uns zum ewigen Leben führt, durch denselben Christus, unseren Herren, der mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht. An die Postcommunio des Tages schließen sich gegebenenfalls die den Kirchen- und Stillgebeten entsprechenden weiteren Schlußgebete an. Auf die erste und letzte Postcommunio antwortet jeweils der Meßdiener oder die Gemeinde:

S. Per omnia saecula saeculorum.
M. Amen.
P. von Ewigkeit zu Ewigkeit
M. Amen.

In den Werktagsmessen der Fastenzeit spricht der Priester noch die Oratio super populum – Gebet über das Volk, wobei alle sich mit dem Haupte verneigen.

ENTLASSUNG

Nachdem wir durch die hl. Opferfeier mit Christus und durch Christus Gott aufs vollkommenste verherrlicht haben, sendet uns die Kirche mit ihrem Segen wieder zurück in den Alltag. Unsere innige Verbindung mit Christus gibt uns die heilige Aufgabe, aber auch die unverbrüchliche Kraft, bei all unsern täglichen Obliegenheiten ≪Zeugnis zu geben vom Lichte≫ (Schlußevangelium), nämlich von Christus in uns, und so die in der Opferfeier dargebrachte Verherrlichung Gottes fortzusetzen während des ganzen Tages.

ITE, MISSA EST — Ankündigung der Entlassung

Nachdem er die Gebete beendet hatte, kehrt der Priester zur Altarmitte zurück, küsst den Altar und wendet sich an die Gläubigen, indem er sagt:

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. Ite, missa est. 
M. Deo gratias.
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. Gehet hin, ihr seid entlassen.Im feierlichen Hochamt singt der Diakon das Ite Missa est.
M. Dank sei Gott.

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