Oktave Mariä Himmelfahrt


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Bei all unseren gegenwärtigen Sorgen um einen häretischen Papst, der die Kirche mutwillig und systematisch zerstört, um die schweigenden und wohl ungläubigen Prälaten, um die subkutane islamische Invasion Europas und um all die anderen konkreten Alltagsprobleme, die keinem erspart bleiben, bleibt doch zu bedenken, dass es außer der veränderlichen und, wie Aristoteles sagen würde, sublunaren Welt es auch eine unveränderliche, supralunare Welt der unveränderlichen Werte, des immerwährenden und gleichbleibenden Gottes gibt. Dies ist die Welt, in welche uns die Liturgie wenigstens bis 1962 einführte und an der sie uns teilhaben ließ. Dennoch war die eigentliche Beständigkeit des Betens im Unveränderlichen eigentlich nur bis 1911, d.h. bis zur Brevierreform von Pius X.,  gegeben. Nichtsdestotrotz wurde bis zu der vorvorletzten Rubrikreform des Jahres 1955, welche den Kahlschlag vom 1962 und den endgültigen Kahlschlag des Vat. II mit seinem Brevier von 1970 vorbereitete, die Oktave der Himmelfahrt Mariens liturgisch im Brevier begangen. Der Schreiber dieser Zeilen schreibt bewusst nicht „gefeiert“, denn beim Wort „feiern“ kommt ihm das Schunkeln im Bierzelt in den Sinn, die Neue Messe mit dem obligatorischen „miteinander Gottesdienst feiern“, wobei die Aufforderung zur  Rettung der Wale niemals fern ist. Die liturgische Zelebration eines Festes, der geistliche Inhalte und Realitäten in sich birgt, die sich einem tatsächlich eröffnen, wenn man sie betet, ist doch etwas anderes als eine Feier, im Sinne einer exurbanten Freude, der sinnlichen Dinge. Denn geistlich ist nicht weltlich oder sinnlich. Ansonsten hätten wir den populären, nachkonziliaren Monismus des Allheitsbreis und der Allheitssuppe, in welcher in der letzten Zeit Papst Franziskus vorzüglich exerziert. Christentum ist nicht ausschließlich dualistisch, z. B. Gott-Welt, Geist-Fleisch, Sünde-Tugen, aber es ist es auch, weil man beim Dualismus beginnt, indem man entdeckt, dass sich Gott und seine „Dinge“ von den Dingen dieser Welt unterscheiden.

Eines dieser geistlichen „Dinge“ ist die leibhaftige Aufnahme Mariens in den Himmel, welche am 15 August begangen wird. Es ist eine Glaubenswahrheit und ein Dogma. Ist es denn möglich, dass tatsächlich Maria mit Körper in den Himmel aufgenommen wurde? Natürlich ist es möglich, denn „bei Gott ist kein Ding unmöglich“ und was bei einer unbefleckten Empfängnis beginnt, in einer jungfräulichen Empfängnis fortgesetzt wird, von den anderen Verdiensten der Mutter Gottes ganz zu schweigen, kann doch unmöglich gewöhnlich, also mit einem normalen Tod und Verwesung enden. Außerdem hat es niemals Reliquien erster Klasse, also reliquia corporis, der Muttergottes gegeben. Auch kein Grab mit einem Körper ist überliefert, sondern nur die Stätte, an der sie entschlafen ist. Wie schön schreibt doch Johannes Damascenus im heutigen zweiten Nokturn des Tridentinischen Breviers (vierter Tag der Oktave), dass die Apostel, welche sich in Jerusalem versammelt haben einer Vision teilhaftig wurden, in der sie unter Engelsgesang sahen, wie Maria ihre Seele Gott übergab. Ihr Körper wurde im Garten Gethsemane begraben, als sie aber das Grab nach drei Tagen öffneten, sahen sie keinen Körper, sondern vernahmen nur den Duft der Blumen.[1]

„Eine schöne fromme Legende“,

wird ihr Pfarrer wohl sagen und dabei verächtlich-gutmütig lächeln, falls er überhaupt diese vorkonziliare Thematik anschneiden wird. Legenda durchaus, denn Lateinisch bedeutet das Wort „die zu lesenden Dinge“, man soll also darüber immer wieder nachlesen, um sich daran zu erinnern. Aber es ist eine Tatsache und keine Fiktion. Warum?

  1. Keine Körperreliquien.
  2. Kein Grab mit Körper.
  3. Alte christliche Überlieferung und die haben nicht „alle gelogen“ oder in einer Traumwelt gelebt.
  4. Warum wurden solche Geschichten nicht über andere Heiligen erfunden, sondern nur über die Mutter Gottes?

Weil es stimmt und weder Ihnen noch uns wird dies passiert, weil wir diese vorrangige Stellung im großen Plan Gottes nicht genießen. Nur der Seligen Jungfrau Maria war es gegeben den Erlöser der Welt, Gott und Mensch zugleich, der in der hypostatischen Union mit dem Vater und dem Heiligen Geist vereinigt ist und war und sein wird, zu empfangen und zur Welt zu bringen. Darüber hinaus Ihn zu erziehen und Ihm als seine Jüngerin und Mutter unter das Kreuz zu folgen. Der Zusammenbruch der nachkonziliaren Christologie, die mehr oder weniger arianisch ist (Jesus war ein guter Mensch!), wobei das Wort arianisch noch ein zu großes Kompliment an die derzeitigen Häresien darstellt, brachte den Totalausfall der Mariologie. Oder haben Sie etwas in der letzten Zeit, sagen wir innerhalb der letzten 30 Jahren eine gute, orthodoxe mariologische Predigt in der Amtskirche gehört, beispielsweise über die Himmelfahrt Mariens? Glaubenslehre ist halt ein Gesamtsystem, wenn einzelne Bestandteile ausfallen oder funktionieren, so wird das Ganze in Mitleidenschaft gezogen. Und dann haben wir:

„Miriam, das einfache, jüdische Mädchen aus Nazareth“,

was eine durchaus blasphemische Bezeichnung ist, weil sie der Größer der Mutter Gottes nicht gerecht wird. Und dann sagt die kurzgeschorene Pastoralreferentin mit dem obligatorischen Batisttuch und der „Frauenstola“:

„Eine Frau, jawohl eine Frau…“

Es ist wirklich erbärmlich, aber sie hat es von ihrem Theologieprofessor, der später Bischof wurde und weiterhin Häresien verbreitet (Namen bitte selbstständig einfügen) nicht anders gelernt und von der Frauenquotenprofessorin natürlich auch nicht.

Was sagt uns aber die Liturgie über das Fest, dessen Inhalten man früher, in der guten, alten Zeit sozusagen, eine Woche lang erwägen konnte? Dass der irdische Weg Mariens vom Duft zum Duft reichte. Was heißt das? In den Responsorien der ersten Matutin, welche die ganze Oktave lang wiederholt werden, heißt es, dass Maria ihren Duft der Welt mitgegeben hat.

Das erste Responsorium lautet:

R. Vidi speciosam sicut columbam, ascendentem desuper rivos aquarum: cujus inaestimabilis odor erat nimis in vestimentis ejus:* Et sicut dies verni circumdabant eam flores rosarum et lilia convallium.
V. Quae est ista quae ascendit per desertum sicut virgula fumi, ex aromatibus myrrhae et thuris?
R. Et sicut dies verni circumdabant eam flores rosarum et lilia convallium.

R. Ich habe die Formschöne, die einer Taube gleicht gesehen, wie sie über die Ströme der Gewässer heraufstieg: deren unaussprechlicher Duft war sehr [ausgeprägt] in ihren Gewändern: * Und wie einen Frühlingstag umgaben sie die Blüten der Rosen und die Lilien der Täler.

V. Welche ist diese, welche aufsteigt über die Wüste wie eine Rauchwolke, aus den Wohlgerüchen von Myrrhe und Weihrauch bestehend?

R. Und wie einen Frühlingstag umgaben sie die Blüten der Rosen und die Lilien der Täler.

 

Das zweite Responsorium lautet wie folgt:

R. Sicut cedrus exaltata sum in Libano, et sicut cypressus in monte Sion: quasi myrrha electa, * Dedi suavitatem odoris.

V. Et sicut cinnamomum et balsamum aromatizans.

R. Dedi suavitatem odoris.

R. Wie eine Zeder bin ich erhöht in Libanon und wie eine Zypresse auf dem Berg Zion: wie eine erwählte Myrthe *Gab ich die Süße des Wohlgeruchs.

V. Und wie Zimt und Balsam den Wohlgeruch verströmend.

R. Gab ich die Süße des Wohlgeruchs.

Das dritte Responsorium hingegen>

R. Quae est ista quae processit sicut sol, et formosa tamquam Jerusalem?
* Viderunt eam filiae Sion, et beatam dixerunt, et reginae laudaverunt eam.
V. Et sicut dies verni circumdabant eam flores rosarum et lilia convallium.
R. Viderunt eam filiae Sion, et beatam dixerunt, et reginae laudaverunt eam.
V. Glória Patri, et Fílio, * et Spirítui Sancto.
R. Viderunt eam filiae Sion, et beatam dixerunt, et reginae laudaverunt eam.

R. Welche ist diese, welche aufgeht wie die Sonne und formschön ist wie Jerusalem? * Die Töchter Zions haben sie erblickt und glücklich gepriesen, die Königinnen haben sie gelobt.

V. Und wie einen Frühlingstag umgaben sie die Blüten der Rosen und die Lilien der Täler.

R. Die Töchter Zions haben sie erblickt und glücklich gepriesen, die Königinnen haben sie gelobt.

V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn * und dem Heiligen Geist.

R. Die Töchter Zions haben sie erblickt und glücklich gepriesen, die Königinnen haben sie gelobt.

Wie schön sind diese Antiphonen! Wie sehr prägen sie sich samt ihren Inhalten bei der Wiederholung ein! Man gelangt in eine intellektuelle und geistliche Tiefe und überlegt, was es bedeutet Gottes Wohlgeruch zu sein und Maria nachzueifern. Und wen hatte es, bitte schön, gestört? Die Dämonen und die schlechten Geistlichen, welche all diese Liturgiereformen durchgeführt haben, denn Laien ist die jetzige Apostasie der Kirche wirklich nicht zuzuschreiben.

Was bleibt uns zu tun? Das Alte Brevier beten, die Responsorien auswendig lernen und über die Himmelfahrt Mariens nachdenken, denn de Maria numquam satis – es ist niemals genug von Maria zu reden.

[1] http://www.divinumofficium.com/cgi-bin/horas/officium.pl       Nachschauen unter Trident 1910, Quarta die infra Octavam S. Assumptionis ~ Feria major

Nicht drauf los beten oder die rechte Meinung


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Da wir hoffen, dass wir durch diesen Blog einige unserer Leser zum regelmäßigen auch liturgischen Geben, im Sinne der vorkonziliaren Breviere, inspiriert haben, so wollen wir an dieser Stelle einen Punkt erläutern, der uns erläuterungsbedürftig erscheint.

Zwar wird dieser Blog im Jahre 2016 durchschnittlich von 199 Lesern pro Tag aufgesucht, aber nach unserem Ermessen, beten zwischen 2 und 5 Personen das Alte Brevier regelmäßig und bis 10 ab und zu. Dies sind natürlich keine Spitzenwerte, denn jemand muss auch in deutschsprachigen Ländern das fehlende Gebetspensum unserer geistlichen Stände „rausreißen“, da wir von denen wirklich nichts zu hoffen haben. Dennoch gibt es bei Gott keine Demokratie und zahlreicher bedeutet noch lange nicht besser. Aber mehr und besser bedeutet schon besser.  Daher hier ein paar Hilfestellungen.

Sich in die Gegenwart Gottes versetzen

Sollte sich jemand von unseren Lesern das Diurnale, welches die Tagesgebete, ohne die Matutin, nach dem Brevier von 1962 enthält, zugelegt haben (und er oder sie tat gut daran, da es zurzeit d.h.am 24.07.2016 das Diurnale ausverkauft und eine Neuauflage ist für Herbst 2016 geplant ist), dann wird er die Erfahrung gemacht haben, dass er oder sie oft automatisch zu beten, d.h. zu rezitieren, anfängt, ohne sich innerlich klar gemacht zu haben, dass man überhaupt betet. Ist denn solch ein automatisches Rezitieren überhaupt ein Gebet? Ja, es ist eins, aber der niedrigsten Observanz, sozusagen und am wenigsten wirkungsvoll. Das Breviergebet und je älter, desto besser, ist wirklich eine fühlbare Allzweckwaffe, es ist ein geistlicher Springbrunnen, den man mit einer guten Meinung noch besser einsetzen kann, damit möglichst viele Gnaden zuerst auf die Kirche und dann auf die Welt niedergehen können.  Es ist in etwa mit einem Geldbetrag zu vergleichen, welcher an sich einen Wert hat, aber durch eine gute Geldanlage seinen Wert steigern kann.

Bevor man also mit dem guten, vorkonziliaren Breviergebet zu beten anfängt, soll man sich zuerst vergegenwärtigen, dass man vor Gottes Thron steht und sich vor Majestät Gottes befindet. Es ist hilfreich dabei an die Theophanie von Jesaja zu denken (Is 6), welcher die Erscheinung des dreimal heiligen Gottes, der Trinität, erlebt hat. Man kann natürlich auch sich ein Bild der Heiligen Trinität, wie oben beigefügt, ins Gedächtnis rufen. Wir beten also nicht drauf los, wir beten zum Dreieinigen Gott, der allgegenwärtig also auch direkt vor uns anwesend ist. Gott ist also immer schon da. Es sind wir, die uns sammeln müssen.

Wie ist denn eigentlich das christliche Gebet geordnet?

Die  Ordnung  wie folgt, man betet:

  • Zum Vater,
  • über den Sohn,
  • durch die Vermittlung der Muttergottes
  • in der Gemeinschaft der Kirche.

 

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So sieht es nun mal aus und daher betete man bis zu der unseligen Brevierreform von 1955 zuerst ein Vater unser, Ave Maria und Credo, natürlich auf Lateinisch, bevor man mit den Incipit, also mit „Herr öffne meine Lippen“, überhaupt anfing. Warum? Um sich sozusagen warm zu beten. Macht es denn etwas aus? Natürlich, sonst wäre es nicht reduziert worden. Von mehr kommt mehr.  Bevor man aber das erste Pater noster zu beten anfing, wurde es sehr empfohlen und war auch zeitweise mit Ablässen versehen, dass man Gott bat von vornherein alle Unaufmerksamkeit, welchen man beim Breviergebet eventuell unterliegen sollte, zu verzeihen. Der Schreiber dieser Zeilen hat heute die Zeit seines Sonntags-Matutins-Gebet nach dem Tridentinischen Brevier gestoppt und ist bei einer Stunde 15 Minuten Gebetszeit angekommen, bei zügiger Rezitation und fast ohne Unterbrechung für Meditation. Ja, es ist wirklich sehr lange und das normale Sonntags-Matutin ist das längste Breviergebet überhaupt, obwohl es nicht so oft vorkommt. Ein Duplex-Heiligen-Fest steht nämlich über dem gewöhnlichen Sonntag, sodass an einem Sonntag mit einem Duplex-Fest das kürzere Festoffizium (nur 9 Psalmen im Matutin plus Anfangspsalm) und nicht das Sonntagsoffizium (18 Psalmen im Matutin plus Anfangspsalm) gebetet wird. Wie man es auch immer dreht und wendet, es ist wirklich sehr lange oder versuchen Sie ohne Unterbrechung und konzentriert irgendeinen Text eine Stunde 15 Minuten laut vorzulesen. Es ist also kaum möglich, dass irgendjemand permanent aufpasst, jede gelesene Zeile so meint und niemals mit Gedanken abschweift. Aber Zerstreuung ist menschlich und nicht einmal eine lässliche Sünde. Eine lässliche Sünde ist eine freiwillige Zerstreuung natürlich dann, wenn sie freiwillig ist und zwar bei denjenigen, die zum Breviergebet verpflichtet sind. Damit man aber Gott nicht durch irgendwelche fehlende Aufmerksamkeit auch unwillentlich beleidigt, so betet man noch vor dem ersten Pater noster kniend das folgende Gebet:

Apéri Domine, os meum ad benedicéndum nomen sanctum tuum: munda quoque cor meum ab ómnibus vanis, pervérsis et aliénis cogitatiónibus; intelléctum illúmina, afféctum inflámma, ut digne, atténte ac devóte hoc Offícium recitáre váleam, et exaudíri mérear ante conspéctum divínæ Majestátis túæ. Per Christum Dóminum nostrum.

Amen.

Dómine, in unióne illíus divínæ intentiónis, qua ipse in terris laudes Deo persolvísti, has tibi Horas (vel hanc tibi Horam) persólvo.

»Öffne meinen Mund, o Herr, und hilf mir Deinen hl. Namen preisen! Reinige mein Herz von allen eitlen, bösen [verkehrten, schädlichen Red.] und wandernden [fremden Red.] Gedanken. Erleuchte den Verstand, entzünde meinen Eifer, damit ich dies Offizium würdig, aufmerksam und andächtig verrichte, und Erhörung finden möge vor dem Angesichte Deiner göttlichen Majestät. Durch Christus unsern Herrn. Amen.

O Herr, in Vereinigung mit jener göttlichen Meinung, mit der Du selbst auf Erden Gott Dein Lob darbrachtest, opfere ich Dir diese Horen (oder diese Hore) auf .«[1]

Dieses Gebet, welches natürlich auf Lateinisch zu verrichten ist (sonst wird es nichts mit Katholizismus in den deutschsprachigen Landen!), ist vor jeder Hore zu beten, sollte man auch mehrere Horen auf einmal beten, dann einmal vor mehreren Horen. Es geht darum Gott um Beistand und um die gratia praeveniens, also um die „zuvorkommende Gnade“, vor jedem Breviergebet zu bitten.

Zu wem betet man es denn?

Zum Herrn, also zu Christus. Warum? Weil jedes christliche Gebet eine Vereinigung mit dem betenden Christus darstellt, deswegen heißt es ja:

O Herr, in Vereinigung mit jener göttlichen Meinung (intentio), mit der Du selbst auf Erden Gott Dein Lob darbrachtest, opfere ich Dir diese Horen (oder diese Hore) auf.

Christus betete in seinem irdischen Leben zum Vater, er betet aber natürlich auch im Himmel als das Haupt der Kirche. Christus als Mensch betet also dauernd, wir lediglich ab und zu. Unser Gebet wird dann furchtbar, wenn es sich mit dem Gebet Christi vereinigt. Dies bedeutet nicht, dass all unsere Gebete ohne dieses Wissen und dieses Gebet wertlos waren. Sie waren es nicht, denn jedes Gebet eines getauften und im Gnadenstand lebenden Christen wird sozusagen durch Christus zum Vater geleitet, aber je bewusster wir uns es machen, desto segensreicher werden unsere Gebete. Christus betet also dauernd für die Kirche und die Welt und wir mit ihm. Wir vereinigen sich mit seiner Intention, d.h. Meinung, bewusst durch dieses Gebet, nachdem wir darum gebeten haben, dass er unsere Seelenkräfte reinigt und vervollkommnet.

Öffne meinen Mund, o Herr, und hilf mir Deinen hl. Namen preisen! Reinige mein Herz von allen eitlen, bösen [verkehrten, schädlichen Red.] und wandernden [fremden Red.] Gedanken. Erleuchte den Verstand, entzünde meinen Eifer, damit ich dies Offizium würdig, aufmerksam und andächtig verrichte, und Erhörung finden möge vor dem Angesichte Deiner göttlichen Majestät. Durch Christus unsern Herrn. Amen.

Macht es denn was aus, wenn man es vorher betet? Schon. Da man nach einiger Zeit auch dieses Gebet automatisch abspult, so empfiehlt es sich bei bestimmten Begriffen wie sanctum nomen – „heiligen Namen“ oder alienis cogitationibus – „von fremden Gedanken“ innenzuhalten und zu überlegen, was eigentlich damit gemeint sei. Interessanterweise erfährt man, wenn man auf Lateinisch betet, viel weniger Zerstreuungen als in der Muttersprache, da man sich vielmehr auf den Inhalt, besonders, wenn man kein Latein kann, konzentrieren muss, da einfach andere Gehirnareale für diese Gebete, als  für die Alltagssprache, zuständig sind. Deswegen hat die Kirche bis zum Vatikanum II auf Lateinisch gebetet, was nicht nur für die Einzelperson heiligender, sondern auch mit weniger Zerstreuungen verbunden ist. Ja, vielen Dank an die „Liturgiereformer“!

Nachdem man also dieses Vorbereitungsgebet mit einigen meditativen Elementen, um dem Automatismus entgegenzuwirken, verrichtet hat, betet man den vorbereitenden Teil weiter.

Pater noster

Pater noster, qui es in cælis, sanctificétur nomen tuum: advéniat regnum tuum: fiat volúntas tua, sicut in cælo et in terra. Panem nostrum quotidiánum da nobis hódie: et dimítte nobis débita nostra, sicut et nos dimíttimus debitóribus nostris: et ne nos indúcas in tentatiónem: sed líbera nos a malo. Amen.

Vor dem Beten von Vater unser ist es gut sich zu vergegenwärtigen, dass man zu Gott dem Vater durch Jesus Christus seinen Sohn betet und zwar mit einem Gebet, dass uns Christus selbst gelehrt hat. Wir beten also sozusagen als die Verlängerung des irdischen und himmlisches Christus, insbesondere Priester, welche ja ein „anderer Christus“ (alter Christus) sind, da sie durch die Priesterweihe wesenhaft (ontisch) mit Christus verbunden wurden.  Man kommt beim Beten des Tridentinischen Offiziums, je nach Offizium ob simplex, semiduplex oder duplex, dazu täglich an die 50 Pater noster auf Lateinisch zu beten. Ja, an einem Tag.  Der Schreiber dieser Zeilen kann nicht vor sich leider behaupten, dass er bei allen 50 Pater noster immer die o.a. Gedanken hegt und nicht in Automatismus verfällt. Da er niemanden sonst kennt, der diese Gebete praktizieren würde, so kann er auch nicht fragen. Dennoch ist es gut wenigstens am Anfang eines jeden Offiziums beim Beten des ersten Vater unser ein wenig inne zu halten und an den betenden Heiland zu denken.

Ave Maria

Ave María, grátia plena; Dóminus tecum: benedícta tu in muliéribus, et benedíctus fructus ventris tui Jesus. Sancta María, Mater Dei, ora pro nobis peccatóribus, nunc et in hora mortis nostræ. Amen.

Da es ohne Maria keinen Christus als Mensch gäbe, deswegen werden alle Gebete, die zum Christus gehen auch durch Maria, die Vermittlerin der Gnaden, vermittelt. Sie betet im Himmel zu ihrem Sohn und Gott und betet dort für die Kirche. Deswegen ist es nützlich wenigstens vor dem Anfangs-Ave-Maria an die Rolle der Gottesmutter in der Heilsgeschichte zu denken. Obwohl diese Erfahrung nur manchen Besessenen zuteilwird, so scheint es so  zu sein, dass Maria, wenn man zu ihr betet, beim Beter anwesend ist, wir sie aber nicht sehen können. Man kann sich also vorstellen, dass ich bei meinem Gebet:

  • vor Angesicht Gottes,
  • vor Christus,
  • vor Maria stehe
  • von Engeln umgeben
  • und den Heiligen der triumphierenden Kirche umgeben bin, die ebenfalls beten.

Deswegen sind wir bei unserem liturgischen Gebet oder bei einem Gebet, dass von der Kirche vorformuliert wurde, niemals allein und bei selbstausgedachten, privaten Gebeten tantum quantum.

Credo

Credo in Deum, Patrem omnipoténtem, Creatórem cæli et terræ.
Et in Jesum Christum, Fílium ejus únicum, Dóminum nostrum: qui concéptus est de Spíritu Sancto, natus ex María Vírgine, passus sub Póntio Piláto, crucifíxus, mórtuus, et sepúltus: descéndit ad ínferos; tértia die resurréxit a mórtuis; ascéndit ad cælos; sedet ad déxteram Dei Patris omnipoténtis: inde ventúrus est judicáre vivos et mórtuos. Credo in Spíritum Sanctum, sanctam Ecclésiam cathólicam, Sanctórum communiónem, remissiónem peccatórum, carnis resurrectiónem, vitam ætérnam. Amen.

Da der katholische Glaube keine selbstgemachte Einzeldisziplin ist, so beten wird in der Kirche, durch die Kirche und im Namen der Kirche, natürlich der ganzen Kirche, d.h. der kämpfenden, der leidenden und der  triumphierenden Kirche. Die Kirche ist halt viel mehr als unsere Pfarrer, unser Ordinariat mit den PastoralreferentInnen, die von unserer Steuer leben. Wir sollen uns daher vergegenwärtigen, dass wir nicht so alleine sind, wie es uns manchmal scheint. Die ganze Kirche betet mit uns, nicht nur die Gerechten auf Erden, sondern auch die Kirche im Himmel und die Kirche im Fegefeuer. Und was hält uns zusammen? Jawohl, das Glaubensbekenntnis, das Credo. Da es das längste aller vorbereitenden Gebete ist, welches nur vor Matutin und der Prim gebetet wird, so fällt es viel einfacher sich dabei zu konzentrieren und die einzelnen Glaubenssätze beim Rezitieren zu meditieren. Wir können uns hierbei fragen, ob wir daran glauben, was es bedeutet, was es für uns bedeutet etc. Bei dieser Art der Meditation gehen wir immer ein Stückchen weit in die Tiefe, sodass sich unser Katholizismus nicht um das „Miteinander“ und die „Rettung der Wale“ dreht, wie beispielsweise bei unserem Bischof und Pfarrer. Ja, ja, alles kann eingeübt werden und man hat täglich viele Möglichkeiten dazu.

Die Gebetsmeinung erwecken

Nachdem wir also die vorbereitenden Gebete

  • Aperi Domine
  • Pater noster
  • Ave Maria
  • Credo (nur vor Matutin und der Prim)

gebetet haben, können wir vor dem eigentlichen Gebetsanfang, je nach Hore, nochmals innehalten und uns fragen, welche Meinung/Intention wird bei diesem Breviergebet erwecken, anders ausgedrückt für wen oder was wir konkret dieses Gebet aufopfern. Für die Kirche, unsere Diözese, unseren Bischof oder andere konkrete Anliegen. Es ist gut sich zu sagen: „Heute für den Pfarrer X“ oder „heute für die Diözese“, damit dieses Gebet sozusagen direkt dem Empfänger zugeordnet wird. Es ist natürlich auch möglich die einzelnen Brevierteile zu splitten und aufzuopfern, bspw. diese drei Psalmen für Frau X oder die nächsten drei für die Anliegen des Herrn Y.

„Funktioniert es denn?“ Ja, das tut es tatsächlich.

Der Schreiber dieser Zeilen betete nur einen Teil des Breviers für eine Person, die mit einem sehr starkem sensus fidei ausgestattet ist, welche ihm bestätigte:

„Um diese Zeit habe ich gespürt: Sie beten für mich. Meinen Dunkelheiten haben sich zerstreut, es war etwas sehr Kraftvolles.“

Die Zuordnung stimmte, es war exakt um diese Zeit und es waren nur Brocken des Tridentinischen Breviers. Wahrscheinlich funktionieren andere vorkonziliaren Breviere ähnlich, aber das Tridentinische ist das Kraftvollste. Da wir mit der Zeit immer mehr Gebetsanliegen haben werden oder uns immer mehr Menschen um Gebet bitten werden, wir aber nicht in der Lage sein werden zeitlich noch mehr Gebete zu verrichten, so empfiehlt es sich einfach beim Beten des Breviers diese Intentionen zu erwecken und den verschiedenen Brevierteilen bestimmte Gebetsmeinungen zuzuordnen. Man macht sich beispielsweise einen Zettel mit den Gebetsmeinungen und opfert diese auf, indem man die konkrete Meinung erweckt. Priester machen es genauso in der Messe, da sie auch nicht mehr als eine pro Tag zelebrieren sollten, wenigstens nicht im Alten Ritus, und es funktioniert.

Zusammenfassend empfehlen wir die folgende Verfahrensweise:

  1. Vor dem Beten als solchem sich in die Gegenwart Gottes versetzen.
  2. Aperi Domine meditierend beten.
  3. An Christus dem betenden Hohepriester denken.
  4. Pater noster meditierend beten.
  5. An Maria die Gnadenvermittlerin und die Gottesmutter denken.
  6. Ave Maria meditierend beten.
  7. An die gesamte Kirche und die betenden Engel und Heiligen denken.
  8. Credo meditierend beten.
  9. Intention des Breviergebets erwecken.
  10. Mit dem Breviergebet anfangen.

Es dauert nicht länger, ist aber sehr schnell heiligend und wirkungsvoll. Mit „meditierend“ ist hier die unterste Stufe der Meditation gemeint, bei der man einfach daran denkt, was man rezitiert, also z.B. gratia plena – „voll der Gnade“ – „Was ist voll der Gnade?“ „Warum ist Maria voll der Gnade?“ Etc. Da Sie, sollten Sie diese Übung vor ihrem Brevierbeten oder vor anderen Gebeten praktizieren, sicherlich mehrmals am Tag diese Gebete (Aperi Domine, Pater noster, Ave Maria, Credo) beten werden, so können Sie sich immer einen anderen Aspekt aussuchen, sodass sie weder in einem Automatismus verfallen, noch gelangweilt sind. Ja, ein wenig anstrengend ist es am Anfang schon, aber jemand muss es ja rausreißen.

Der nächste Teil dieser Kurzreihe wird das Cool-Down nach dem Breviergebet, also das Gebet nach dem Gebet betreffen, denn so etwas gibt es auch.

[1] Deutscher Text nach: http://denzinger-katholik.blogspot.de/2015/02/was-die-alten-einst-gebetet-aperi-domine.html In [] unsere Anmerkungen.

Bäumer, Geschichte des Breviers. (5) Einleitung: § 1. Begriff und Inhalt des Breviers. Mündliches Gebet.


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Mündliches Gebet

Eigentlich ist der Weg zur Heiligkeit ganz einfach. Man muss lediglich wissen, was nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil abgeschafft oder verändert wurde und das Gegenteil tun. Je gründlicher etwas abgeschafft wurde und je mehr dagegen gewettert wurde und immer noch gewettert wird, desto mehr Heiligkeit steckt dahinter. Der Umkehrschluss also, da hinter all diesen „Reformen“ von welchen wirklich keine einzige der Kirche und den Seelen zum Heil gereichte, der Widersacher Gottes steckte („Ich bin der Geist, der stets verneint“ nach Goethes Faust), sowie Menschen, die von ihm mehr oder weniger direkt inspiriert wurden.

Die nachkonziliare Verwerfung des mündlichen Gebets

Das mündliche Gebet stellt etwas dar, was wenigstens seit dem Konzil, aber bei vielen Theologen schon früher als verächtlich abgetan wurde, als ein bloßes Rezitieren und Auswendiglernen, etwas, was eines „mündigen Christen“ unwürdig ist. Der Schreiber dieser Zeilen hat noch in seiner Kindheit auf diese Art und Weise gebetet, dass er bestimmte Gebete wie: Vater Unser, Gegrüßtes seist Du Maria, Ehre dem Vater, Credo etc. kniend und laut oder halblaut aufsagte. Dieses Gebet wird in seiner Heimat Pacierz [Aussprache in etwas patziesch] genannt, ein Wort, das wohl vom Pater noster stammt. Erst in seiner Jugend lernte er in einer katholischen (sic!) Erneuerungsbewegung sowohl die Verachtung für das mündliche, private Gebet im Sinne des bisherigen Pacierz als auch gegenüber dem vorformulierten Gebet im Allgemeinen kennen. Man solle, so sagte man ihm, sich bei einem „Dialog mit Gott“ keiner vorformulierten Gebete bedienen, sondern „frei aus dem Herzen heraus“ beten. Man solle mit Gott, „wie mit einem Freund sprechen“, da es Moses (vgl. Ex 33,11) auch so tat. Er lernte diese Einstellung natürlich bei den katholischen Charismatikern, aber eigentlich auch bei allen anderen katholischen Spiritualität (ignatianisch, dominikanisch und andere), die er kennenlernte, kennen.

Das mündliche Gebet ist als privates Gebet nicht mehr en vogue, man solle nach Höherem streben. Das liturgische, mündliche Gebet, wie das Brevier oder der Rosenkranz, wurde zwar vielerorts empfohlen, aber es wurde entweder im Sinne einer schweren äußeren Pflicht verstanden, welche den hart gebeutelten Klerikern, die es ja, so, so schwer haben, obliegt oder als eine Art Show betrachtet, welchen manche Laien oder dritter Orden öffentlich vorführen oder seine Mitglieder zwar privat beten, aber immer so, dass andere es mitgekommen. Der Schreiber dieser Zeilen hat noch niemals jemanden gesehen, der sein Brevier privat laut oder halblaut betet und so betete er auch jahrzehntelang sein nachkonziliares Brevier auch im Stillen, indem er fast immer die Worte nur las anstatt sie zu rezitieren.

Vorteile des lauten Betens

Erst als er die Rubriken der alten Breviere entdeckte, in welchen gefordert wird, dass man auch privat  laut oder halblaut, d.h. rezitierend[1] („so dass man sich selbst hören kann“, wie es die Rubriken formulieren) beten soll, entdeckte er die Kraft des lauten Gebets. Worin besteht diese? Er spürt, dass die halblaut gesprochenen Gebete einfach mehr wirken. Es geht also nicht nur um den subjektiven Gewinn, dass man beim Rezitieren schneller die Psalmen und andere Gebete auswendig lernt und aufmerksamer ist als beim stillen Beten. Die ausgesprochenen also die rezitierten Gebete wirken einfach mehr in einer geistigen und übernatürlichen Dimension. Es geht also nicht nur darum, dass die Menschen es hören, sondern auch darum dass Gott es hört und die Dämonen es auch tun. Hört denn Gott nicht die Gedanken, wie die Dämonen auch? Doch. Warum also laut beten? Weil man durch das laute Beten einen geistlichen Raum schafft. Die ausgesprochenen Gebete bleiben gleichsam im Raum und in der Zeit stehen. Man erweckt die rezitierten Buchstaben gleichsam zum Leben, es ist als würde man eine Partitur singen und nicht sich nur im Kopf (manche Menschen können es durchaus) die Melodie oder die Musik vorstellen. „Sprechen“, im Hebräisch dabār, bedeutet auch „erschaffen“. Man „erschafft“ sozusagen eine spirituelle Wirklichkeit, indem man die heiligen Worte ausspricht. Umgekehrt ist es genauso: bei den Okkultisten müssen bestimmte Beschwörungen oder Flüche ebenfalls laut ausgesprochen werden, damit die Dämonen es hören und diese Beschwörungen wirken.

Unsere nachkonziliare theologische Wahrnehmung ist extrem menschenzentriert (d.h. anthropozentrisch) und horizontal geworden. Liturgie und Gebet und vor allem das liturgische Gebet ist aber vor allem gottzentiert (d.h. theozentrisch) und vertikal und erst aus dieser Vertikalität herau werden den Menschen die Früchte der Gottverbundenheit zugeeignet. Man bringt also durch das laute Beten der traditionellen Gebete, insbesondere der liturgischen Gebete (natürlich der vor 1962) die objektive Heiligkeit zum Klingen. Es ist so als würde man eine große, heilige Partitur singen. Ohne Sänger – kein Gesang. Und deswegen wurden sowohl im Israel als auch in der Kirche die offiziellen Gebete immer laut verrichtet. Auch die einsam lebenden Wüstenväter rezitierten die Psalmen laut. Dass private Gebete im Alten Testament vornehmlich laut vorgetragen wurden, wird auch aus der Reaktion Helis auf die betende Anna deutlich, welche nur ihre Lippen bewegte, sodass Heli annahm, dass sie, das sie nicht wie üblich laut betet, betrunken sei (1 Sam 1, 13). Sogar Heli war also ein stilles Gebet unbekannt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das übliche und normale Gebet in der Kirche das laute Gebet war. Die betrifft auch das private Gebet.

Höhere, stille Gebetsstufen nicht allen zugänglich

Natürlich kann man auch still, nur im Gedanken beten, dies betrifft aber nicht das Breviergebet und das liturgische Gebet. Die Kirche kennt das:

  1. Diskursive Gebet, also das betrachtende Gebet mit Hilfe des Verstandes,
  2. Das meditative Gebet
  3. Das kontemplative Gebet.

Ad 1.

Das diskursive Gebet ist ein Gebet, in welchem ich mithilfe meines Verstandes beispielsweise das Attribut der göttlichen Allgegenwart betrachte. Pater Poulain SJ nennt es „das methodische oder erwägende Gebet“[2] und wir haben ebenfalls darüber geschrieben.[3] Die Aktivität bei dieser Art des Gebetes geht vom Menschen aus und dieses Gebet ist recht anstrengend. Versuchen Sie bitte eine halbe Stunde lang aktiv darüber nachzudenken, wo überall Gott ist, wie seine Überräumlichkeit aufzufassen sei etc. Die Kirche hat immer dieses Art des Gebetes anerkannt und seine  Herabsetzung seitens falscher Mystik verteidigt, wovon wirklich viele Denzinger-Stellen sprechen (DH 2218-2223, 2225, 2229, 2264, 2365-2368). Das diskursive Gebet wurde von denjenigen herabgesetzt, welche meinten, dass dieses Gebet für „vollkommene Seelen“ unnütz sei, da man sogleich mit der Stufe der Meditation anfangen sollte. Dazu muss man sagen, dass, wie Pater Poulain SJ bestätigt, der selbst ein geistlichen Leben führte, ein Seelenführer war und sicherlich auch viele Exerzitien gab, die meisten Menschen wirklich niemals zum Gebet der Betrachtung oder der Meditation kommen, es selbst wissen und darüber sehr frustriert sind. Und diese Menschen sollten einfach auf der Stufe des mündlichen Gebets und des diskursiven Gebets bleiben.

Ad 2.

Das betrachtende Gebet oder die Meditation[4] wurde ebenfalls von der Kirche anerkannt (DH 2181-2185), aber dieses Gebet wurde niemals als heilsnotwendig betrachtet. So lesen wir im Entwurf des Innozenz XI für eine Instruktion des Hl. Offizium zum Quietismus:

„[…] Gottlos <ist es> schließlich, <zu behaupten>, dass das geistige Gebet, sei es das meditative oder kontemplative, schlechthin notwendig zum Heil sei.“ (DH 2192)

Und warum ist es nicht heilsnotwenig? Weil nicht jeder dazu in der Lage ist.

Ad 3.

Ebenfalls wurde die Kontemplation oder das kontemplative Gebet von der Kirche in seiner Vortrefflichkeit immer anerkannt (DH 2182, 2185, 2188, 4862), aber dieses Gebet zu welchem noch viel weniger Menschen gelangen, als im Falle der Meditation, wurde niemals als für alle vorgeschrieben und somit als notwendig erachtet.

Und was kann jeder? Laut die vorgeschriebenen Gebete mündlich beten und über ihren Inhalt nachdenken. Dies ist möglich und deswegen auch notwendig. Wie immer im Falle, in welchem etwas als nicht allgemein zugänglich und als elitär bezeichnet wird, auch im Falle des fortgeschrittenen Gebets möchten die Menschen es erst recht haben.

Meditation nicht für alle geeignet

Da im Gebetsleben eine Zusammenarbeit zwischen Natur und Gnade stattfindet, so gibt es Menschen, die aufgrund ihrer gottgegeben Natur sich einfach nur sehr kurz konzentrieren können und über ein schwaches abstraktes Denken verfügen. Sie können sich auch schlecht in ihr Inneres zurückziehen und brauchen immer eine äußere Anregung. Bei manchen legt sich das im Laufe der geistlichen Entwicklung, bei manchen aber nicht. Es ist wirklich recht unwahrscheinlich, dass diese Menschen beim diskursiven Gebet große Fortschritte machen werden. Ebenso gibt es Menschen, welche ständig aktiv über etwas nachdenken müssen, sodass sie niemals innerhalb ihrer selbst die notwendige Leere schaffen können, um zum affektiven Gebet oder zum Gebet der Ruhe zu kommen. Daher scheinen sie für Meditation oder Kontemplation ungeeignet. Natürlich kann man dies nicht wissen, wenn man diese Gebetsarten nicht langjährig wenigstens versucht hat. Pater Poulain SJ beschreibt es wirklich sehr eingehend und wir wollen seinem Werk hier nicht vorgreifen. Es ist einfach so, dass manche Menschen trotz aller Anstrengung bestimmte Stufen niemals erreichen werden. Man kann diese Problematik in etwa mit Gegebenheiten der menschlichen Stimme vergleichen. Der Schreiber dieser Zeilen kann singen, die hohen Töne in seiner Stimmlage bereiten ihm Mühe, er hat eine sehr „kurze“ Kopfstimme, weil seine Stimmbänder einfach, wie er glaubt, zu kurz sind, damit er einen passablen Kontratenor abgeben würde. Er kann nur an seiner normalen Stimme arbeiten und das kompetente und schön klingende Singen mit der Kopfstimme anderen überlassen, zumal auch nicht jedermanns Kopfstimme gut klingt. Dies ist keine Diskriminierung, keine Herabsetzung, es sind Fakten. So kann man sich in etwa seine mögliche Gebetsentwicklung vorstellen. Gott gibt uns unsere natürlichen Anlagen und erwartet von uns nichts Unmögliches.

Deswegen auch ist die nachkonziliare Herabsetzung des mündlichen, vorformulierten Gebetes so  verhängnisvoll. Man wird, falls man es überhaupt wird, angeleitet gleich und sofort mit dem diskursiven oder gleich mit der Meditation anzufangen, mit Gebet der Ruhe oder dem affektiven Gebet. Es gibt tatsächlich Menschen, die es sogleich können, welche schnell die Stufe des mündlichen und des diskursiven Gebets überspringen, wie es auch Männer mit einer sehr schönen und „langen“ Kopfstimme gibt. Dies sind aber in beiden Fällen die Ausnahmen. Die meisten Menschen verwerfen die einzige Art des Gebetes, das ihnen zuträglich ist und beten überhaupt nicht, obwohl sie glauben, dass sie meditieren oder das Gebet eigentlich alles ist. Dieses unvorbereitete Meditieren führt leider meistens zum Kreisen um sich selbst, denn man will mit Gott „Dialog“ pflegen, es öffnet den Menschen auf den bösen Geist, der nicht schläft und es führt von irgendeinem Gebet weg, weil man „zu sich selbst finden“ möchte. Gebet ist aber der schuldige Kult Gottes, die Anrufung Gottes und nicht sich selbst. Das christliche Leben besteht auch in der Erfüllung des Willens Gottes und nicht im Eigenwillen oder in der Selbstverwirklichung. Wenn uns Gott keine Anlagen zu höheren Gebetsformen gegeben hat, was durchaus der Fall sein kann, dann ist es eben so. Die anderen gehen uns nichts an, denn es geht um unser Heil.

Natürlich haben die Menschen vor dem Konzil nicht alle gebetet und waren nicht alle heilig. Wenn sie aber beteten und wir sprechen hier von Laien, dann beteten sie morgens und abends vorformulierte Gebete, sie beteten halblaut den Rosenkranz, hier und da eine Litanei, ab und zu absolvierten manchen von ihnen Übungen zum diskursiven Gebet, indem sie den Anleitungen aus frommen Büchern folgten. Dann gab es noch den Kreuzweg und andere Andachten. Wahrscheinlich haben viele von ihnen, besonders beim Rosenkranz oder beim Kreuzweg, die Stufe des betrachtenden oder affektiven Gebetes erreicht, ohne es zu wissen. Wahrscheinlich haben viele von ihnen die Stufe des Gebetes der Ruhe bei der Messe, insbesondere der stillen Messen erreicht, was bei der Novus Ordo Messe, in der permanent geredet oder gesungen wird, nicht möglich ist. Da sie also auf diese Art und Weise, ausschließlich vom mündlichen Gebet ausgehend beteten, so hatten sie einen besseren Glaubenssinn als die meisten jetzt, da sie nach und nach die Glaubensgeheimnisse sozusagen sahen, was wir alle von unserem Pfarrer und seiner PastoralreferentInnen wirklich nicht sagen können.

Hochachtung des mündlichen Gebets

Das Fundament eines jeden Gebets ist das mündliche Gebet, welches von den geistlichen Ständen der Kirche durch das Breviergebet ohnehin gepflegt wird oder wenigstens wurde. Daher schreibt auch Innozenz XI. in der schon erwähnten Verurteilung des Quietismus:

„Keinem also, der dem meditativen bzw. kontemplativen Gebet zugetan ist, soll es erlaubt sein, das mündliche Gebet, das von Christus, dem Herrn, eingesetzt, von den Aposteln beobachtet und von der katholischen Kirche in unaufhörlicher Folge bei allen Gottesdiensten (in omnibus divinis ministeriis) immer angewandt wurde, entweder zu verachten oder als nutzlos und im Vergleich mit dem meditativen oder kontemplativen nichtig herabzusetzen; vielmehr sollen es, da der Prophet lehrt, der Herr sei in Hymnen und Gesängen zu loben, alle zusammen mit dem geistigen und kontemplativen <Gebet> loben und empfehlen.“ (DH 2181)

Leider wurde das schöne lateinische in omnibus divinis ministeriis „in allen göttlichen Diensten“ mit „Gottesdiensten“ übersetzt, was die Aussage des Papstes ein wenig verflachen lässt, da man zwangsläufig an den Kindergottesdienst in der eigenen Gemeinde denken muss, Mit göttlichen Diensten ist:

  • Die Messe,
  • Das Brevier,
  • Die Sakramente
  • Das Paraliturgische Gebetet (Rosenkranz, Maiandacht etc.) gemeint.

Wenn auch in der Tridentinischen Messe oder beim Brevier secreto also im stillen Gebet wird, so überwiegt doch das halblaute Beten, z.B. des Kanons, wo der Priester sich selbst hören muss.

Die laut gesprochenen liturgischen Gebete sind, wie wir schon erwähnten, wirkungsvoll, was die Enzyklika des Pius XI. Ad catholici sacerdotii vom 20. Dez. 1935 bestätigt. Sie sind wirkungsvoll besonders dann, wenn sie von Priestern dargebracht werden. Warum? Weil die geistlichen Stände bei Gott sozusagen einen höheren „Umrechnungsfaktor“ wegen des geistlichen Standes oder wegen der Weihe wegen haben. Die Sünden ebenso. Pius XI. schreibt:

„ […] Der Priester ist schließlich  – auch darin den Dienst Jesu Christi fortsetzend, der »die Nacht im Gebet zu Gott verbrachte« [Lk 6,12] und immer lebt, um für uns einzutreten [vgl. Hebr 7,25] – von Amts wegen der öffentliche Fürbitter für uns bei Gott: zu seinen Aufgaben gehört es nicht nur, der himmlischen Gottheit im Namen der Kirche das eigentliche und wahre Opfer des Altares darzubringen, sondern auch »das Opfer des Lobes« [Ps 50, 14] und die gemeinsamen Gebete; er versieht nämlich mit Psalmen, Fürbitten und Gesängen, die er großenteils aus der heiligen Schrift entlehnt, täglich wieder und wieder den Gott gebührenden Dienst der Anbetung und erfüllt für die Menschen die notwendige Aufgabe solchen Bittgebetes …“ (DH 3757)

Mit den „gemeinsamen Gebeten“ ist hier natürlich das Brevier gemeint, welches von einem Priester als dem qualifizierten Beter (diesmal keine Ironie) dargebracht wird. Die betenden Stände, d.h. die geistigen Stände der Kirche, müssen für uns Laien beten. Ja, ja, …nachdem wir alle jetzt herzlich gelacht haben, müssen wir feststellen, dass heutzutage die Laien, die noch einen Rest des Glaubenssinnes besitzen, für die Kirche und „für die Menschen die notwendige Aufgabe solchen Bittgebetes“ verrichten müssen, da es die Priester wirklich nicht tun. Siehe unsere Bußpsalmen! Sind denn unsere Gebete ebenso wirkungsvoll wie die der Priester oder der formell gottgeweihten Personen? Leider nicht, denn wir besitzen weder das Weihesakrament noch das Sakramentale der Ordensweihe und somit verfügen wir über einen kleineren „Umrechnungsfaktor“, den wir durch unsere persönliche Heiligkeit ausgleichen müssen. Da aber diejenigen, die es tun sollten (Kardinäle, Bischöfe, Priester, Ordensfrauen, Ordensmänner) kaum beten, so muss es jemand rausreißen.  Wahrscheinlich ist die Anzahl derjenigen Geistlichen, welche wissen, dass sie und nur sie die Aufgabe haben Gott das Opfer:

  • Des Lobes,
  • Des Dankes,
  • Der Bitte
  • Der Sühne

und zwar nicht nur durch die Messe, sondern auch durch das Brevier, ihr privates Gebet und ihr Leben darzubringen, sehr klein. Sollte uns jemand dieser Zielgruppe lesen, dann erfährt er oder sie es jetzt. Es geht um das Sein (esse), nicht um das Tun (agere), denn agere sequitur esse, das Wirken folgt aus dem Sein. Das Gebet im Namen der Kirche durch das Gebet der Kirche, sprich das Brevier, ist sehr wirkungsvoll (vi virtuteque), wie der Papst weiter schreibt:

„Wenn selbst das private Fürbittgebet sich so feierlicher und großer von Jesus Christus gegebener Verheißungen erfreut [vgl. Mt 7, 7-11, Mk 11, 24; Lk 11,9-13], dann verfügen die Gebete, die im Namen der Kirche, die ja die geliebte Braut des Erlösers ist, von Amts wegen verrichtet werden, zweifellos über eine noch größere Kraft und Stärke (vi virtuteque).“ (DH 3758)

Deswegen ist das alte Brevier so wirkungsvoll, was der Schreiber dieser Zeilen am eigenen Leibe seit einigen Jahren erfährt und je älter, desto wirkungsvoller, da länger. Betrachten wir die Argumentationskette:

  • Gebet der Kirche ist mündliches Gebet,
  • Gebet der Kirche ist wirkungsvoll,
  • Mündliches Gebet, wenn es das Gebet der Kirche ist, ist wirkungsvoll.

Wir sollen also auch mündlich beten, quod erat demonstrandum.

[1] Siehe Additione et Variationes in Rubricis Breviarri Ad norman bullae „Divino Afflatu“, Ti.t I Der ratione divini Officii recitandi, *35, in Breviarium Romanum, Pars Hiemalis, Ratisbonae 1922.

[2] https://traditionundglauben.files.wordpress.com/2015/08/poulain-2-1-a-e1438505612852.jpg

[3] https://traditionundglauben.wordpress.com/category/geistliches-leben/spirituelle-einzelthemen/vier-stufen-des-gebets/

[4] https://traditionundglauben.wordpress.com/category/geistliches-leben/spirituelle-einzelthemen/vier-stufen-des-gebets/ https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/08/03/die-vier-stufen-des-gebetes-als-geistliches-surfen/

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Gregory Di Pippo, Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961: Part 4 – 1629: The Hymns of Urban VIII


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Der Schreiber dieser Zeilen schämt sich nicht zu gestehen, dass er manchmal dichtet und er auch recht viele Gedichte oder Verse als Dichtung in seine Muttersprache übertragen hatte. Eigenes hat er auch geschrieben und beides war recht gut, was man ihm auch von kompetenten Seiten neidlos zuerkannte. Daher weiß er, dass ein jeder Dichter oder Literat bei Lektüre eines Textes denkt: “Ich kann es besser! Das klingt nicht”. Und manchmal kann man es wirklich besser. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass Urban VIII, seines Zeichens ein Literat und Klassizist, dachte, dass man die alt-erhrwürdigen Hymnen verbessern kann und er selbst es besser kann. Aber Liturgie ist keine Schöpfung, sondern Überlieferung. Das Beste kam anonym zu uns, damit die Autoren vor Stolz nicht ausrasten. Deswegen  wurden auch die Hymnen von Urban VIII. auf die lange Sicht nicht angenommen, weil sie eine Neuerung darstellten. Ob sie wirklich technisch und rhythmisch besser waren als die Alten bedarf einer eigenen Untersuchung, aber Kirchenlatein ist kein klassisches Latein, auch wenn sich die Klassizisten sträuben. Die Kirche hat den kleinen Ego-Trip eines Papstes recht gut verkraftet bis das Brevier von 1970 kam, in dem die meisten Hymnen von einem gewissen Dom Anselmo Lentini, O.S.B. stammen, der die alten Hymnen schlicht rauswarf und eigene, nachkonziliaren Kompositionen einführte. Während Urban VIII literatisch nicht unbegabt war, so war Lentini es nicht. Ohne Verneinung bedeutet es: er war unbegabt und diese Hymnen hören sich nach Nichts an. Als der Schreiber dieser Zeilen noch in seiner Studienzeit mit diesen latenischen Hymnen zusammen traf, so wunderte er sich insgeheim über ihre Banalität. Ganz im Gegenteil zu Vexilla Regis, Conditor alme, Adoro devote etc. Er rechnete sich diese Gedanken als Sünde an, da er nichts über Brevierreformen wußte und dachte, dass auch die Lentini-Hymnen alte, überlieferte Hymnen der Kirche darstellen. Wie banal sind doch die neuen Lieder der Gotteslobs, wie dünn und spärlich, wobei die alten, wie die von Pater Spee, immer mehr politisch-korrekt zensiert werden. Sollten jemand kein Latein können, dann kann er dasselbe bei seinem Gotteslob beobachten. Aber welch ein Stolz, Dünkel und Überheblichkeit müssen doch diesen Dom Anselmo Lentini, O.S.B.  geritten haben, dass er so etwas gewagt hatte! Wie die übrigen Liturgiereformer ja auch. Urban VIII hat ja nur ein wenig den Rhythmus und Stil verbessert, Lentini gleich das Meiste selbst geschaffen. Da die meisten nicht das nachkonziliaren Brevier auf Lateinisch beten, so hält sich der Schaden in Grenzen, aber die landessprachlichen Übersetzung der Hymnen sind ja auch schwach. Keine Dichtung, kein Schönheit, wenig rhythmisch und trocken. Es verhält sich wirklich so, dass die literarische und dichterische Begabung und Frömmigkeit wirklich selten Hand in Hand gehen und diejenigen, die es tun, schreiben ja keine liturgischen Texte für die ganze Kirche! Dem hl. Thomas von Aquin war es gegeben, dem hl. Ambrosius und Augustinus auch. Aber es war selten! Es ist wirklich wenig verwunderlich, dass viele ihr nachkonziliares Brevier nicht beten wollen oder es mit viel Selbtsüberwindung tun, wie sie auch die Neue Messe besuchen, weil das neue Brevier dermaßen literatisch und spirituell dürftig ist. Das Auge und das Ohr beten ja mit! Dabei finden wir besonders im Tridentinischen Brevier kleine literatische Kleinodien der patristischen Literatur. Denn der hl. Augustinus, Hieronymus, Gregor der Große oder Leo der Große haben nicht nur klug und fromm geschrieben, sondern auch sehr gut. Dieser Rhythmus, diese rhetorischen Mittel, welche manchmal nur im Lateinischen machbar sind, es ist wirklich ein Genuß! Es ist wirklich kein Wunder, dass alle, die früh Latein lernten, auch in ihrer Muttersprache einen besseren Stil hatten, weil sie einfach auch unbewußt guten Vorbildern nacheiferten.  In der Alten Liturgie kommen auch Ästheten auf ihre Kosten und der Schreiber dieser Zeilen traf auch Atheisten, welche von der Schönheit der Sprache dermaßen fasziniert waren, dass sie die Kirchenväter studierten. Und heute haben wir nur Häßlich und Banalität und der Teufel freut sich.

 

Part 4 – 1629: The Hymns of Urban VIII

Dokument2(1)In the context of the Divine Office, ‘hymnus’ means a metrically composed song, arranged in strophes, or ‘stanzas’ in the modern musical terminology derived from Italian. They are relative late-comers to the public worship of the Church; they were not accepted into general use in the Office at Rome until the 13th century, and were never adopted into the oldest forms of the Divine Office, Tenebrae, Easter, and the Office of the Dead. However, the complete rejection of them by the Council of Braga in 563, for example, or by Agobard of Lyon in the mid-9th century, is clearly a minority opinion. The approval of them by Saint Benedict in his Rule guaranteed that they must eventually become a constituent part of the Office, and one of the chief criticisms of Cistercians made in their earliest days was precisely the fact that they made notable changes to the well-established corpus of hymns.

Saint Benedict’s term for a hymn is ‘ambrosianum’, because it was Saint Ambrose who introduced their use into the West, in the famous episode of the Portian Basilica. (See the Confessions of Saint Augustine , book 9, chapter 7, and Paulinus’ Life of Saint Ambrose, chapter 13.) For this reason, a very large number of the commonly used hymns of the Office are attributed to him, while others were said to be the work of Saints Hilary of Poitiers or Gregory the Great. The great hymns of Passiontide are the work Saint Venantius Fortunatus, composed for the reception of some relics of the True Cross which his friend, Queen Radegund, received as a gift from the Byzantine Emperor and installed in the monastery of the Holy Cross at Poitier, where Venantius was bishop. The Vesperal hymn of Saints Peter and Paul, Aurea lucis was long attributed to Elpis, the legendary first wife of the philosopher Boethius, but this attribution, like so many others, is now rejected by the majority of liturgical scholars, (in the specific case of Elpis, because she did not exist.)

Poetry in the Latin and Greek classical tradition is not based on rhyme, which was considered a defect by the ancients, but on the length of syllables. The earliest Christian hymns in Latin, beginning with those of Saint Ambrose, were mostly composed in a meter called the iambic dimeter. The iamb consists of a short syllable followed by a long one, and is used in pairs; the first short syllable in a pair may be substituted by a long one. Other substitutions are also possible, making the dimeter, i.e. two pairs of iambs, quite flexible within a constant length of eight syllables. Other meters, such as the sapphic stanza, (named for its inventor, the poetess Sappho,) are also used. Each stanza of the iambic dimeter and the sapphic has four lines, as do most other meters, although a few have six.

Each hymn is concluded with a doxology, on the analogy of the Great Doxology “Glory be unto the Father”, which is sung in the Office at the end of every psalm and canticle. By the time of the Tridentine reform it had become the universal custom of the Western Rite to change the doxology according to the season, and feasts of the Virgin had a special doxology as well. Thus, for example, from Christmas day to the vigil of the Epiphany, the common doxology “Praesta, Pater piissime,” was everywhere substituted by “Gloria tibi, Domine, / qui natus es de Virgine.” (Glory to you, O Lord, that wast born of the Virgin.)

The medieval Church produced a truly vast number of hymns. A German-produced catalog of hymns written from 500 to 1400 A.D., the Analecta Hymnica Medii Aevi, was printed in 55 volumes over the course of fourty years, 1886 to 1926; the first volume, containing hymns written in Bohemia from the 13th to 15th centuries, has over 200 entries. However, the Church of Rome, as mentioned before, took a long time to accept the use of hymns in the Office, and in its habitual liturgical conservatism, adopted fewer of them than other medieval Rites. The hymns of Prime, Terce, Sext, None and Compline are the same every day of the year. Each of the great seasons, such as Advent or Lent, has three proper hymns, one for Matins, one for Lauds and one for Vespers. Many major feasts, however, such as Christmas and the Epiphany, have only two, the hymn of either Vespers or Lauds being sung also at Matins.

A similar conservatism is found among the hymns of the Saints. Of the 39 Saints named in the Roman Canon, (apart from the Virgin Mary) only John the Baptist and the Apostles Peter and Paul have their own hymns; all the rest have hymns taken from the common offices. Of the seven common offices of Saints, only that of Several Martyrs has a separate hymn for each of the three major hours. The Virgin Mary’s common office, adapted from the Office of the Assumption, also has three hymns, which are used on nearly all of Her feasts, in the Saturday Office, and in the Little Office as well.

As a result, some of the finest gems of medieval hymnody are not found in the historical Roman Rite, such as the Christmas hymn, Veni, Redemptor gentium, the Easter hymn, Chorus novae Jerusalem, the hymn of the Assumption, O quam glorifica, and the hymn of St. Stephen, Sancte Dei pretiose; all of these are commonly found in most other medieval breviaries. The use of Sarum, which predominated in pre-Reformation England , has four more hymns for Lent than the Roman use: a proper hymn for Compline, sung throughout the season, and different hymns for Matins, Lauds and Vespers of the third and fourth week. Greater variety of this sort is typical of non-Roman breviaries before Trent.

It would be unfair, however, to ascribe the relative paucity of hymns in the Roman Breviary to mere laziness or lack of interest. Any medieval collection of hymns, whatever its size, is in the final analysis highly repetitive; a limited corpus of hymns makes them easier to learn by heart, no small matter in an age in which books were not cheap to produce. The two hymns of the Common of Apostles, sung on all of the Apostles’ feasts, originated in Rome as hymns for the feast of the Roman Church’s founders, Saints Peter and Paul. By singing these hymns on the feasts of all of the Apostles, the Church signifies the unity of their evangelizing work, and the unity of the peoples throughout the world brought by them to Christ.

The corpus of hymns in the breviary of 1529 is carried over into the Pian breviary almost identically; as with the antiphons, the exceptions are mostly cases where the entire office of a particular feast is changed. Such is the case with the feast of the Holy Trinity, for which one Office was substituted with a different, earlier Office, and with the Presentation of the Virgin Mary, which had four proper hymns, (Matins, Lauds, and both Vespers), but was removed from the Calendar by St. Pius V. It may seem, therefore, all the more remarkable that in 1629, Pope Urban VIII appointed a commission for the revision of the hymns, and after three years of work, promulgated a new hymnal for use in the Roman Breviary, the last substantial revision of the Breviary until the reform of the Psalter in 1911.

Dokument3(2)Prior to his election to the papacy in 1623, Cardinal Maffeo Barberini had been well known as a scholar and a Latinist; a book of his Latin poems written before his election was published in 1637, and the Latin epigrams on the bases of two of Gian Lorenzo Bernini’s sculptures are also his work. As Pope, he personally composed the hymns of Saints Hermenegild, Martina and Elizabeth of Portugal, all in various classical meters, rather than in iambic dimeters. To him, as to many Latinists of the Renaissance before him, the simple diction of the traditional hymns, their disregard for the rules of classical metrics, and especially the large number of later Latin words not used by the great classical authors such as Virgil and Horace, or even an occasional non-Latin word, could only seem as blemishes on the public prayer of the Church. The job of the commission, therefore, was to conform the hymns to the vocabulary and metric forms of classical Latin poetry.

The commission consisted of four Jesuits, three Italians and a Pole, but Pope Urban appears to have done much of the work himself, although the precise degree of his contribution has been disputed. In the course of their work, hardly a single hymn was left untouched, notwithstanding their antiquity or the sanctity of their authors. The hymns of St. Ambrose, to whom far more were attributed at the time than modern scholars will now grant, had been in more or less continuous use in the Church for over 12 centuries. Even the magnificent Passiontide hymns of St. Venantius were substantially reworked.

In his History of the Roman Breviary, Msgr. Pierre Batiffol gives an example of the reformed text of the hymns, the very first hymn of the ecclesiastical year, Conditor alme siderum, placed side by side with the revised version of the same, without commentary. Following his example, it may be beneficial to examine a few of the specific changes made to this hymn, as examples of the work of Pope Urban and his commission.

The first stanza of the original reads:

Conditor alme siderum,

Aeterna lux credentium

Christe, Redemptor omnium,

Exaudi preces supplicum.

(Kindly creator of the stars, / Eternal light of believers, / Christ, redeemer of all, / Hear the prayer of your suppliants.)

The revised version of the same stanza reads:

Creator alme siderum,

Aeterna lux credentiuum,

Jesu, Redemptor omnium,

Intende votis supplicum.

The change of cónditor, accented on the first syllable, to creator, accented on the second, is more in keeping with the classical form of an iamb; it also avoids all possibility of misreading the word as condítor, although we may safely hope that few people in the preceding centuries thought they were addressing the “kindly embalmer of the stars”. The change of Christe to Jesu likewise conforms the verse to a more classical understanding of the iamb, although Christian poetry had always been much more flexible about the arrangement of syllables. Intende votis in place of Exaudi preces is also a metrical correction, and could not be a more perfect example of the exchange of a Christian Latin expression for a Ciceronian one.

The penultimate stanza of this same hymn begins with the words “Te deprecamur, Hagie, / Venture Judex saeculi,” – “we beseech Thee, o holy one, / judge of the world that art to come.” Hagie is Greek for sancte, the vocative of sanctus, and was commonly used in medieval Christian Latin. It is here chosen because its extra syllable neatly finishes the eight-syllable line of the iambic dimeter. The unknown 9th century author probably did not know, and certainly would not have cared if he did, that all three syllables of Hagie are short, where the fifth syllable of an iambic dimeter should, according to the classical rules, be long. It is a Greek word, the use of which is peculiarity of the Greek-born Christian tradition, alien to the prose of Cicero and the poetry of Horace and Ovid. The two verses are therefore revised to read:

“Te deprecamur ultimae / magnum diei judicem,” –

“we beseech Thee as the great judge of the last day.”

Examples of this sort could be multiplied at great length; apart from its doxology, the new version of Conditor alme siderum alone changes all but 15 words of the original sixty-four, and half of the 15 are in the first stanza. All together, there are several hundred metrical corrections in the hymnal, and some hymns, such as the two of the Dedication of a Church, and the three of Eastertide, were so drastically rewritten as to constitute entirely different works. The hymn of Saint Michael’s day, Tibi Christe, splendor Patris, was completely altered in both text and meter.

Although the new hymns became the standard text of the Roman Breviary, and remain so to this day in the Extraordinary Form of the Roman Rite, they were not everywhere received. The chapters of many major churches retained the use of the older hymns, not least among them that of Saint Peter’s Basilica itself. None of the religious orders which retained the use of their proper breviaries after Trent, such as the Premonstratensians, ever adopted the new text, nor did any of the monastic breviaries. Less than twenty years later, in 1647, the Cistercian abbot-general Claude Vaussin brought about a thorough revision of his Order’s liturgical books, but rejected the new hymns; this, despite the fact that his reason for reforming the books was to stave off a movement within the order to abandon the Benedictine use altogether in favor of the liturgical books of St. Pius V.

Since the days of Dom Guéranger, liturgical scholarship has been as unsparing in its criticism of the Urban VIII revision as the religious orders were unwelcoming of it. Msgr. Batiffol calls the new hymns “deformed”, likening them to the broken ancient statues discovered in Rome, which “the Barberini … and many others restored …, attaching to them new limbs which are a greater disfigurement to them than all the mutilations inflicted on them by the rude hand of time.” (p. 221) Fr. Adrian Fortescue is equally, characteristically severe. In the preface to a 1916 collection of Latin hymns and English translations by Alan G. McDougall, he writes (p. 27-28) “Whatever good the Renaissance may have done in other ways, there can be no question that it was…disastrous to Christian hymns. There came the time when no one could conceive anything but the classical meters and classical language. So they wrote frigid imitations of classical lyrics… There is nothing to be done with this stuff but to glance at it, shudder, and pass on. … (T)hose absurd Renaissance people did not realize that, because an original is beautiful, it does not follow that a bad imitation will be.” But not even Fr. Fortescue’s barbs can match the oft-quoted witticism of Pope Urban’s contemporaries, many of whom were less than impressed by the new hymns: “Accessit latinitas, recessit pietas. – Latinity came in, piety went out.”

The 1970 Liturgy of the Hours

There is a popular misconception that the new Liturgy of the Hours promulgated by Pope Paul VI in 1970 restored the hymns to their pre-Urban VIII text. This is only very partially true. It is true that the older text was the basis of the reform, and that most of what was done under Pope Urban did not find its way into the post-Conciliar version of the hymnal. In this sense, the criticism of Msgr. Batiffol and Fr. Fortescue, among many others, have been amply vindicated. However, a very large number of changes were made to the older texts by the committee responsible for a new selection and revision of the hymns.

In the year 1984, Dom Anselmo Lentini, O.S.B., the head of the committee published a very informative dossier of its work called Te decet hymnus, noting in the introduction that, of the numerous committees that produced the new liturgy, his was almost the only one to publish a complete record of its activities. The hymns are arranged in an order similar to the order in the Breviary itself: hymns of the Psalter, of the liturgical seasons, the Proper of the Saints, and the common offices. Each hymn is accompanied by a critical apparatus, indicating its author and age, if known, its meter, the critical editions of the hymn, where available, and the breviaries in which it was used after the Tridentine reform, where applicable. There then follow notes on the changes to the original text made by the committee.

As in the work of Pope Urban VIII, metrical corrections abound in the newest version of the hymnal; as a general rule, they are less intrusive than those of the 17th century, and the modern revisers clearly had a better understanding of medieval poetry. Many of the corrections are justified in the critical notes as rendering the hymns easier to sing; for example, a verse of the Christmas hymn Christe, Redemptor omnium, is changed from “Memento, salutis auctor” to “Salutis auctor, recole.” I cannot say from experience that this does in fact render the line easier to sing. It is perhaps worth noting, however, that the original version was sung five times a day every day for centuries in the hymn for the minor hours of the Little Office of the Virgin.

The vocabulary of the hymns is also retouched, although with much less severity, and much better taste, than in the 17th century reform. The line cited above from the Vesper hymn of Advent, “Te deprecamur, Hagie”, is re-written “Te, Sancte, fide quaesumus,” a metrical correction that eliminates the use of a Greek word branded “exotic” in the critical notes, although it was still being used by the Benedictines, Dominicans and others even as the committee did its work. Some of these changes are motivated by external factors. With the suppression of the Church’s discipline of Lenten fasting, the Latin word for fasting, ‘jejunium’, is removed from the original text of the traditional hymns of Lent, substituted by ‘abstinentia’.

Many of the hymns are shortened by the elimination of entire stanzas, “for the sake of brevity”, as the critical notes state repeatedly. The Christmas hymn Veni, Redemptor gentium is added to the repertoire of hymns for Advent, but without its fifth strophe. In the recording of this very beautiful hymn by the Schola Gregoriana Magyar, this strophe is sung in 17 seconds; in the Dominican chant, it takes a full 28 seconds.

The repertoire of hymns is very considerably expanded. For example, the new Liturgy of the Hours has nine proper hymns for Lent, two each for Matins (now known as the Office of Readings), Lauds and Vespers, and proper hymns for the minor hours of Terce, Sext and None. (Prime is of course suppressed in the new Office.) The great defect of Te decet hymnus is that it indicates which hymns or versions of hymns were used in post-Tridentine, non-Roman breviaries, but does not say anything about the pre-Tridentine sources from which hymns which have been added. The three Lenten hymns of the minor hours are noted as “author unknown, at least of the 8th century”, but no indication is given as to where and when they were actually used, if anywhere.

This rearrangement of the traditional order of the hymns is the origin of a number of oddities. Veni, Redemptor gentium was in use in four surviving proper breviaries in 1961; it had been used in almost all pre-Tridentine breviaries as well. In almost all of them it was sung at Vespers of Christmas, not in Advent. The three classic hymns of the Virgin Mary originated in the ancient Roman Office of the Assumption, from which the common Office is derived; in the Liturgy of the Hours, they are found in the common, but not on the Assumption. O quam glorifica was used on the feast of the Assumption by those churches which had it; it is now placed on the feast of Our Lady’s Queenship, and the Assumption has three completely different hymns. The hymn Agnoscat omne saeculum, traditionally attributed to St. Venantius, was used in some German breviaries and in Liège as a hymn of Christmas; it is now assigned to the Annunciation, which is no longer a feast of Our Lady.

There are also a very large number of new compositions; in several cases, they were made even where a welter of ancient hymns was ready available to chose from. The hymns of Christmas Matins, of the feast of the Holy Trinity, (which has two proper hymns in the Dominican Breviary) of Lauds of St. Bernard (who has three proper hymns in the Cistercian Breviary) are all newly made especially for the Liturgy of the Hours. As mentioned before, the hymns of the common of Apostles began as Roman hymns for the feast of Ss. Peter and Paul, and were used on the feasts of all the Apostles. In the new breviary, each Apostle, apart from Peter and Paul, gets a new proper hymn at Lauds; with the sole exception of Saint Andrew, they are all new compositions.

The very last thing in Te decet hymnus is an index of the authors; the single most represented author, by a margin of four-to-one over second-place Prudentius, and almost five-to-one over third-place St. Ambrose: Dom Anselmo Lentini, O.S.B.

— Copyright (c) Gregory DiPippo, 2009

The next two installments in our series of considerations of the reforms to the Roman breviary will consider the neo-Gallican Parisian breviary and its psalter.

For terms and their definitions, please see the associated Glossary which accompanies this compendium.

Gregory DiPippo, Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961: Part 3.2: 1529 versus 1568


sisters at night

Warum soll man zum Nachgebet der Matutin aufstehen? Hauptsache, um den Teufel auszutricksen, der als Macht der Finsternis in der Finsternis buchstäblich mehr Macht hat. Sehr viele besessene oder umsessene Menschen berichten, dass sie gerade gegen 3 Uhr oder genau um 3 Uhr Somme-oder Winterzeit aufwachen und von Alpträumen geplagt nicht aufwachen können. Warum gerade dann? Weil es die diabolische Verkehrung der Sterbestunde Christi ist. Deswegen, um dem Vorzubeugen, hielten schon die Wüstenväter Nachtwachen oder standen um 3 Uhr auf.  Es ist auch die praktische Möglichkeit alle 150 Psalmen am Tag zu beten oder den schwierigeren Teil bei einer absoluten Ungestörtheit zu beten.  Sollten Sie manchmal um diese Zeit aufstehen, so werden Sie merken, dass Sie wirklich hellwach sind und für eine kurze Zeit über eine sehr hohe Konzentration verfügen. Deswegen wachten manche Orden für die Matutin auf und legten sich dann schlafen, andere wachten frühmorgens auf und beteten mit der Matutin auch die Laudes. Auch heute wird es so gehandhabt. Es ist das ungestörte Gebet für die Welt, welche meistens gerades in der Nacht sündigt. Die Matutin mit ihren drei Nokturen im Tridentinischen Brevier stellt das zeitlich umfangreichste Gebet dar. Sie dauert zwischen 40 Minuten und 60 Minuten beim zügigen Beten ohne Gesang. Gerade dort gibt es die schönsten Lesungen und die wervollsten Kommentare der Kirchenväter. Diese Texte bleiben auch länger hängen, weil sie zuerst gebetet werden. Denn dann kommt der Tag mit seinen Zerstreungen und Eile. Daher die Matutin in der Nacht oder frühmorgens beten.

Part 3.2: 1529 versus 1568

Matins readings of the pre-Tridentine Breviary

In the Breviary of 1529, as in other medieval Breviaries, the readings are arranged in various ways according to the various liturgical days and seasons. On Sundays, the readings of the first nocturn are taken from the Sacred Scriptures; the order in which the books are read (Isaiah in Advent, St. Paul after Epiphany, etc.) dates back to the 7th century. In Advent and Lent, the second nocturn has readings from the Church Fathers appropriate to the season, but on most Sundays, the Scriptures of the first nocturn continue into the second. In the third nocturn, a homily from the Fathers is read on the Gospel of the day. On the ferias, the office of Matins has only one nocturn, and the readings are taken from the same Scriptural book (or group of books) that was read on the preceding Sunday. The exception to this is Lent, when every day of the week has its own proper Mass and Gospel; each of the Lenten Gospels has its own homily at Matins, and therefore, no Scriptural readings are provided for the weekdays of Lent.

On most feasts of the Lord, on the other hand, there is no Scripture in any of the nocturns. Instead, a sermon on the feast is begun in the first nocturn, and continued in the second, followed by a homily on the day’s Gospel in the third. In the Breviary of 1529, only Christmas and Epiphany are exceptions, having readings from Isaiah in the first nocturn. The octave of Epiphany, and the other feasts of the Temporale, (Easter, Ascension, Pentecost, Trinity and Corpus Christi, as well as their octaves) all have sermons and homilies, without any Biblical readings at all at Matins.

Some major feasts of the Saints, such as the Assumption, follow the same arrangement as the feasts of the Lord, with a sermon in the first and second nocturn, and a homily in the third. On most of them, however, the life of the Saint usually provides all three readings of a minor feast, and at least the first six (out of nine) on a more important feast. If there are six such readings from the life of a Saint, a homily on the Gospel of the feast is read in the third nocturn, but in very many cases, the life of the Saint occupies all nine of the readings at Matins. If the feast has an octave, the same pattern is generally observed on all eight days of the feast. The office of the Nativity of Mary is a very unusual exception; on the feast itself and each day of its octave, the Canticle of Canticles is read in the first nocturn.

Since the practical effect of this is that the Scriptures are rarely read at Matins at all, being displaced by sermons and the lives of the Saints, the 1529 Roman breviary provides very few readings from the Scriptures. For example, only one reading from the book of Isaiah is given for the ferias of the first week of Advent, and only one for the second; more readings are provided for the third and fourth week, since there are far fewer Saints to impede the ferial office. From Christmas Day to the octave of the Epiphany, only Christmas itself, the feast of St. Stephan and the Epiphany have readings from the Bible in the first nocturn. A similar situation holds for the time between the octave of Corpus Christi and Advent; the Scriptural readings provided for this period occupy a mere 37 pages of a 1460 page volume. In short, the pre-Tridentine Roman Breviary is heavily focused on the lives of the Saints and readings from the Church Fathers, and very much less focused on the Bible.

It is not, however, typical of pre-Tridentine breviaries. In other usages of the Middle Ages, the arrangement of readings provided for Matins was identical to that of the Roman use, although the readings themselves varied tremendously from one place to another. I have compared the 1529 Roman Breviary with roughly contemporary breviaries of Braga, Beauvais, Sarum, York, Salzburg, Bamberg, and the Dominican and Trinitarian Orders. Despite the fact that they all use the same system, in which the Biblical readings were frequently supplanted by other material, it is normal for a complete set of Scriptural readings to be provided for each day of the week.

Matins readings of the Tridentine Breviary

In the Pian Breviary, the most far-reaching change introduced is the new arrangement for the readings at Matins. Every office of nine readings, whether a Sunday or a feast day, is to have three from the Sacred Scriptures in the first nocturn. Scriptural readings are provided for every single day of the year, following the same ancient system present (in a much attenuated form) in the Breviary of 1529. The exceptions are ferial days which have a proper Gospel, such as those of Lent; on these days, no Scripture is provided, and the ancient custom of reading a homily at the nocturn is maintained. The very first rubric of the Pian Breviary indicates how notable such a change was; its fifth sentence reads, “In the first nocturn are read those readings occurring from the Scripture, which in the Office of the season has been distributed in such wise that some of it is read every day, even in an Office of the Saints.” (my emphasis)

Most Saints’ Offices borrow the readings of the first nocturn from the feria; if the feast is a simplex, having only one nocturn, at least the first reading, and usually the second as well, are taken from the daily Scriptural readings. Many feasts, including all those of the Lord, and all of the most important Saints’ feasts, have proper readings in the first nocturn, rather than those of the feria. This necessitated the creation of a whole new corpus of such ‘proper’ readings. In several cases, they are simply a longer version of the Epistle of the Mass; on the feast of Saint Andrew the Apostle, the first major feast of the year, the Epistle is Romans 10, 10-18, and this same passage is now lengthened (verses 4-21) to provide the readings of the first nocturn.

Although this arrangement had been used but rarely on feast days before the Tridentine reform, this change cannot be called a radical break with tradition. Rather, the well-established system of readings for major Sundays and a few major feasts is simply made the general system for the whole breviary. All Sundays are now to have a sermon from the Church Fathers in the second nocturn, commenting on the Scriptural readings of the first nocturn; this also necessitated the creation of a whole new corpus of readings from the Fathers. The ancient custom of having a sermon on the Gospel of the day in the third nocturn was left unaltered.

It should be obvious that this new arrangement is created as part of the Catholic Church’s response to the Protestant Reformation, which, at the time of the first promulgation of the Pian Breviary, had been going on for just over half a century. The early Protestants rejected the idea of tradition as a source of Christian belief, and claimed that all of the Church’s teaching should be grounded in Scripture alone. The breviary of 1568, based on a very ancient traditional model, everywhere associates the reading of the Sacred Scriptures with the great feasts of the liturgical year, the teaching of the Doctors of the Church, and the lives of the Saints, emphasizing the Catholic context in which alone the Scriptures can be properly understood.

Certain modifications to the corpus of sermons and homilies are also made in response to the new theology of the reformers. The most obvious example is the homily of the first Monday of Lent, on the Gospel of the day, St. Matthew 25, 31-46, in which Christ describes the rewards of the just and punishment of the unjust at the end of the world. In the 1529 Breviary, a passage is read from a homily falsely attributed to Saint Augustine, speaking of the joys of Heaven and the pains of Hell. The Pian Breviary substitutes for this a genuine passage from Saint Augustine’s book On Faith and Works in which the great Doctor (of whom John Calvin boldly stated “he belongs entirely to us,”) rejects the notion of salvation by faith alone. The substitution was also most likely motivated by awareness of the fact that the homily was not really by St. Augustine, which brings us to another problem in the revision of the breviary.

Many sermons and Saints’ lives which were well-known to and loved by the men of the Middle Ages, and inserted by them into the public prayer book of the Church, are not in fact the historical documents they purport to be. In the 16th century, a homily labeled as the work of a particular Saint, and discovered not to be genuinely his, was thought of only as a fraud, and as such could easily be attacked by the reformers. A classic case of such a ‘fraud’ is the sermon Cogitis me, in which Saint Jerome expounds his belief in the Assumption of the Virgin Mary to his friends Paula and Eustochium; in the breviary of 1529, it provided the lessons for the first and second nocturns of the Assumption and its entire octave, and it was read in almost all other medieval breviaries as well. The Dutch humanist Erasmus had demonstrated in his 1516 edition of Saint Jerome’s works that Cogitis me was not written by him; after much debate, it is now generally attributed to Saint Paschasius Radbertus. (786 – ca. 860) In the Breviary of 1568, it is substituted by passages from Saints Athanasius, John Damascene and Bernard, whose feast occurs during the octave of the Assumption. (Ironically, the sermon of Saint Athanasius chosen for the feast day itself is also not authentic, and was removed from the next edition. In a Wednesday audience last year, the Holy Father gave an interesting explanation of the problem of such falsehoods which is very much worth reading: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/audiences/2008/documents/hf_ben-xvi_aud_20080514_en.html).

What does constitute a notable break with tradition, however, is the new arrangement of the readings from the lives of the Saints on their feast days. These readings are now conformed to the pattern of the Sunday nocturns; those of the first nocturn are always to be lessons from the Bible, and those of the third are always to be a homily on the Gospel of the Saint’s Mass. The lives of the Saints, which in earlier breviaries frequently occupy all nine lessons, are now confined to the three lessons of the second nocturn. If the feast is a simplex, it may have one or two readings from the life of the Saint, but never three, since at least the first must be given over to the Biblical lessons of the day.

To fit the lives of the Saints into the new arrangement required that nearly the whole corpus of them be completely reworked. This was in point of fact done, and not only by simple abbreviation of the earlier text. The humanistic scholars of the Italian Renaissance had long discussed possible revisions of the Breviary to correct its rough, late-antique and medieval Latinity; there were even cardinals in the early 16th century who read parts of their breviary in Greek or Hebrew, so as to avoid praying in the non-Ciceronian Latin of Saint Jerome. The Pian reform gives no space to such concerns in the other parts of the Breviary, but the Latinity of the Saints’ lives is dramatically changed.

In an anonymously written historical lesson on the Dedication of a Church, the 1529 breviary reads:

Constantinus… alios ut suo hortaretur exemplo, in proprio Lateranensi palatio ecclesiam in honorem Salvatoris mundi fabricavit, et basilicam appendititiam juxta in honore beati Joannis Baptistae.

(Constantine, in order to urge others on by his example, built a church in his own palace of the Lateran, in honor of the Savior of the world, and a basilica added on next to it in honor of blessed John the Baptist.)

This sentence is rewritten thus:

Constantinus… non solum edicto, sed etiam exemplo ad sacram aedificationem est cohortatus. Nam, et in suo Lateranensi palatio ecclesiam Salvatori dedicavit, et ei continentem basilicam nomine sancti Joannis Baptistæ condidit.

(Constantine, not only by edict, but also by example urged (them) on to sacred building; for in his palace of the Lateran, he dedicated a church to the Savior, and founded a basilica next to it in the name of Saint John the Baptist.)

‘Est cohortatus’ rather than ‘ut hortaretur’, ‘condidit’ rather than ‘fabricavit’, and especially ‘continentem’ rather than the very odd ‘appendititiam juxta’, are all improvements, if the Latinity of the ancient Romans is the criterion by which a text is to be judged, as it was for the scholars of that era.

By the 16th century, scholars were also aware of the fact that many of the Saints’ lives rested on rather shaky historical foundations. As has already been mentioned, the feasts of Saints Anne and Joachim, along with the Presentation of the Virgin, were dropped from the Calendar of 1568 altogether, since they derive from an apocryphal Gospel. St. Barbara, one of the fourteen Holy Helpers, was widely venerated in the Middle Ages as the patron Saint against sudden death. In the breviary of 1529, her legend transplants her native city, the one-time imperial capital of Nicomedia, from Asia Minor to Egypt, where she is converted to the Christian faith by the “most wise priest, Origen of Alexandria.” In the Tridentine breviary, she is reduced to a mere commemoration, although her feast continued to be celebrated on local calendars. The legend of Constantine quoted above states in the original version that the basilica in honor of John the Baptist was built “in the place where, having been baptized, he merited to be cleansed of leprosy.” This story of Constantine’s leprosy was already known to be quite untrue in the 16th century, and in the rewritten version of 1568, he is cleansed in baptism “from the leprosy of unbelief.” (In reality, Constantine was baptized on his death bed in Constantinople many years after leaving Rome.)

Such revisions are not entirely confined to the readings of Matins. A medieval legend of uncertain date attributes the foundation of the church of Saint Mary Major in Rome to a miraculous snowfall on the fifth of August, which indicated to a rich patrician named John where the Virgin wished a church to be built in Her honor on the Esquiline hill. The prayer of the pre-Tridentine Breviary and Missal which referred explicitly to the snowfall is dropped, in favor of a generic prayer from the Little Office of Our Lady, although the legend of the snow remains at Matins in a much rewritten form.

In an even more interesting example, the medieval antiphon of the Magnificat at first Vespers of Saint Agatha reads “Mentam sanctam spontaneam, honorem Deo, et patriae liberationem.” (A holy and willing mind, honor to God, and the liberation of the nation.) This antiphon is a grammatical fragment, consisting of 3 nouns in the objective case and their modifiers, with no verb and no subject. According to her legend, a marble plaque with these words carved upon it was laid on the newly-martyred Saint’s grave by a young man dressed in silken garments, who remained nearby until the sepulcher was closed, and then was never seen again, “whence there is no doubt that he was an Angel of God.” In the Middle Ages, these words were frequently carved on church bells, which were rung in times of danger, in honor of Saint Agatha, who has on numerous occasions saved the Sicilian city of Catania from the eruptions of Mount Etna. In the breviary of 1568, the Angel, the plaque and the antiphon are all removed.

The problem of historically false statements in the lessons of the Breviary was not tackled in full by the Tridentine reform, nor by the successive revisions of it. As noted above, the story of Constantine’s leprosy was allegorized, while the inaccurate account of his baptism remained. Until 1941, the Roman Breviary continued to repeat the late and manifestly false identification of the first bishop of Paris with Denis the Areopagite, who was converted by Saint Paul in Acts 17, and to acknowledge him as the author of the 5th century corpus of writings which passed as authentically his throughout the Middle Ages. (The discourse of the Holy Father linked above deals specifically with the problem of Saint Denis.) In the post-Tridentine period, false legends of the Saints multiplied endlessly in local breviaries in France, giving rise to the famous French expression, ‘mentir comme une deuxième nocturne,’ – to lie like a second nocturn, the equivalent of ‘to lie like a rug.’

Writing a propos of later, more radical proposals for the reform of the Saints’ lives in the breviary, Fr. Pierre Batiffol offers the following quotation from his esteemed contemporary, the liturgist Dom Alexandre Grospellier: “It is, in my opinion, to form an erroneous idea of the breviary to require in it the scientific strictness of a collection of critical hagiography. Certain legends have become the inheritance of Christian tradition, not by virtue of their historical certitude, but because of their expression of lively and fervent piety in regard to the saints: they have influenced the way of thinking, feeling and praying, on the part of our forefathers, and they come to us charged with a spiritual life which is indeed sometimes characterized by simplicity, but often full of power, and almost always able to touch the heart. These legends, therefore, belong to the history of the Church just in the same way as legendary lays and ballads belong to the history of nations. It would be something like vandalism to banish them altogether from the book of public prayer, even as it would be vandalism to break the painted windows of cathedrals or tear the canvases of early masters, on the ground that the representations in those windows or pictures are not accurate historical documents like a charter or a monumental inscription.”

— Copyright (c) Gregory DiPippo, 2009

Stabunt iusti oder nach dem Supergau von Amoris laetitia


justin_martyr

Die Liturgie gibt uns den Rhythmus vor, die Liturgie hält uns am Leben. Heute am 14.04 feiert die Kirche (nach dem vorkonziliaren Kalender) das Fest des hl. Justins, des Märtyrers, eines Philosophen, des ersten christlichen Philosophen und den Patron der Philosophen.  Er kam, so die zweite Nokturn des Tridentinischen Breviers, nach philosophischen Wirrungen zum Glauben.[1] Dennoch war die Philosophie seine erste Liebe (philosophiae amore correptus est). Nachdem er den Irrtum der falschen Weisheit erkannte (fallacem tantum sapientiam erroremque reperisset) traf er einen Greis, der ihn über die wahre Weisheit belehrte, sodass er die wahre Philosophie des christlichen Glaubens umfing (verae christianae fidei philosophiam amplexus est). Soviel sagt, paraphrasiert, die heutige Matutin-Lesung. Wir haben hier eine Geschichte vom intellektuellen Suchen und Finden der Liebe, die Liebe zur Weisheit, welche in den Glauben mündet.

Justin war ein wahrer Philosoph, kein Amateur, was ihm auch neidlos weltliche Philosophiehistoriker zugestehen. Seine Werke zeugen von profunder Kenntnis des Platonismus, Heraklitismus und der Stoa. Er ist es, welcher die Theorie von logoi spermatikoi also den Samenkörnern des Logos entwickelte, also diesen Samen der Wahrheit, des Logos-Christus, welche auch den Heiden bekannt waren. Er ist es auch, welch den heraklitisch-stoischen Logos, der das All erschaffen hat und erhält mit Christus identifizierte. Bei Justin finden wir also die allererste Logos-Christologie und die ersten Überlegungen zu der Dimension der Gottheit Christi. Die Werke von Justin, die sich auch in der Bibliothek der Kirchenväter einfinden, sind sehr lesenswert.[2] Wie wurde aber Justin der Philosoph zu Justin dem Märtyrer? Er wurde vom Philosophen-Kollegen Crescentius, einem Kyniker und wohl auch Zyniker, angezeigt ein Christ zu sein und erlitt das Märtyrium. Wir wissen wenig über Crescentius und den tatsächlichen philosophischen Disput der beiden. Aber Crescentius war als Kyniker der Vertreter eines reinen Relativismus, weswegen Kyniker als Anarchisten par excellence nicht gerne von den anderen philosophischen Strömungen, aber auch nicht vom römischen Staat gern gesehen wurden.

Was in diesem Kontext auffällt, ist die Tatsache, dass in dem ungetrübten Pluralismus des römischen Reiches, welches jede mögliche Religion gleich nach Rom importierte und „inkulturierte“, wie man wohl deuterovatikanisch sagen würde, die religiöse Toleranz für Christen nicht galt. Christen waren aber nicht die einzigen Monotheisten, es gab auch Juden. Warum wurden aber nur Christen gezwungen, entgegen ihren Bräuchen, den Staatsgöttern zu opfern und die Juden nicht, wenigstens nicht um das Jahr 165 als Justin starb? Eine interessante Frage, welche geschichtlich nicht ohne weiteres erklärbar ist. Wegen des Absolutheitsanspruchs des Christentums? Das konnten aber die Heiden in so einer frühen Zeit, welche die christliche Lehre nicht kannten, denn als erster schrieb ja Justin seine Apologie, nicht wissen. Die Apologeten schreiben: fraus daemonica – die List der Dämonen als den wahren Grund, was wohl stimmt,  denn er Ausmaß des Christenhasses ist rational gesehen nicht erklärbar, weswegen die Aufklärung versuchte die Anzahl der Märtyrer und der Christenverfolgung zu relativieren und zu minimieren.

Justin wollte die absolute Wahrheit, die er durch Christus und in Christus erkannte, nicht den weltlichen Göttern des römischen Staates opfern. Er verfuhr also ganz anders als es Papst Franziskus mit der Adhortation Amoris laetitia und seinem sonstigen Lehramt tut.  Wir werden uns noch ausführlich der Adhortation widmen, welche, was wir jetzt schon leider sagen müssen, alle Merkmale einer formalen Häresie in forum externum trägt, aber vorher wollen wir uns etwas an der ewigen Liturgie laben, denn Papst Franziskus ist auch vergänglich.

Die Lesung der Laudes sagt heute folgendes:

Sap 5:1

Stabunt iusti in magna constántia advérsus eos qui se angustiavérunt et qui abstulérunt labóres eórum.

Weish 5,1

Es werden die Gerechten in großer Beständigkeit gegenüber denen stehen, die sich geängstigt haben und welche ihre Mühsale abgelegt haben.

Die Märtyrer, denn dies ist die Lesung der Märtyrerfeste, stehen also nicht nur wie ein Fels in der Brandung, sondern auch als Beispiel. Sie geben, denn Ängstlichen Mut. Es geht doch! Warum ängstigen sich denn die Anderen? Weil sie ihre Mühen (labores), den Arbeitsaufwand ihrer Heiligung abgelegt haben. Sie wollten das harte Training nicht. Sie sind der Acedia erlegen. Es ist wirklich im geistlichen Leben wie in den Märchen: das, was man sich an Mühen gespart hat, das bekommt man doppelt und dreifach zurück und zwar schon jetzt in diesem Leben, denn auf einmal braucht man Tugenden, die man sich niemals angeeignet hatte.

So beispielsweise die Tugend der Tapferkeit (fortitudo), welche zu ihrem Gegenstand (obiectum) das schwer erreichbare Gut (bonum arduum) hat. Hat sich aber jemand niemals mit seinen Ängsten gemessen und sie überwunden, denn dies muss man schon tun, dann wird er lebenslang ein Feigling bleiben. Wobei wir gleich bei unseren Kardinälen und Bischöfen wären. Papst Franziskus verbreitet Häresien und zwar im eigentlichen Sinne des Wortes. Er tut es mehr oder weniger seit Anfang des Pontifikats, aber mit Amoris laetitia tut er es direkt und unverhüllt. Es ist aber hauptsächlich die Pflicht der Kardinäle und nicht der katholischen Blogger gegen einen häretischen Papst vorzugehen. Regt sich denn jemand? Was haben sie schon zu verlieren? Ein Amt? Lieben sie überhaupt Christus, lieben sie die Kirche? Interessanterweise regen sich bei der Papst-Franziskus-Krise ausschließlich die Laien. Die sind aber finanziell viel weniger abgesichert als die Geistlichen es sind. Roberto de Mattei, Antonio Socci, die Macher von Rorate Caeli oder katholisches.info und andere. Wer bläst jetzt zum Sturm? Wird die Pietät eines Katholiken dem Papst gegenüber für die Entschuldigung für die eigene Feigheit dienen? Wie werden die Kardinäle und die Bischöfe dem richtenden Christus in die Augen schauen können?

Weish 5,1

Es werden die Gerechten in großer Beständigkeit gegenüber denen stehen, die sich geängstigt haben und welche ihre Mühsale abgelegt haben.

[1] http://divinumofficium.com/cgi-bin/horas/officium.pl

[2] https://www.unifr.ch/bkv/awerk.htm#Justin

Gregory DiPippo, Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961: Part 3.1: 1529 versus 1568


council of Trent

Auch das Tridentinische Konzil führte eine Liturgiereform durch. Sie war aber sehr behutsam und diente der Bewahrung und nicht der Zerstörung. Warum? Weil man den Wert der Routine kannte. Deswegen erlaubte das Konzil alle westlichen Messriten, die älter als 200 Jahre waren und somit nichts mit Protestantismus gemein haben konnten. Ebenso die monastischen Breviere vieler Orden. Nichts wurde zerstört, sondern vieles bewahrt. Es ist unwahrscheinlich, dass der Schreiber dieser Zeilen in den Erwerb eines monastischen vortridentinischen Breviers kommen wird, da es sich hierbei um extrem wertvolle Altdrucke handeln würde. Aber der Vergleich zwischen tridentinisch und vortridentinisch lässt sich bei divinum officium einsehen. Vortridentinisch ist zwar mehr, aber auch nicht viel anders. Warum sind die Reformen des Tridentinischen Konzils weitgehend gelungen? Weil es davon ausging der Kirche mehr Heiligkeit zu geben und nicht sich der Welt anzugleichen, wie das letzte Konzil. Die tridentinischen Konzilsväter würden sich doch im Grabe umdrehen, wenn sie von der deuterovatikanischen Prämisse hörten die Kirche „der Mentalität des modernen Menschen anzugleichen“. Die Mentalität eines jeden Weltmenschen ist sündig, da gibt es nicht anzugleichen! Der Mensch wird durch die Welt verformt und von Gott ferngehalten: ein wenig anders in der Antike, ein wenig anders im Mittelalter, ein wenig anders in der Neuzeit etc. Aber die menschliche Natur ist diegleiche, Gott ist dergleiche und die Dämonen sind diegleichen. Es ändert sich also nichts! Verstanden?!

Part 3.1: 1529 versus 1568

The Breviary reformed in the wake of the Council of Trent was promulgated by the authority of Pope Saint Pius V in 1568, and is for this reason often referred to as the Pian Breviary. The history of how and why the Tridentine reform came about is not the subject of this particular article; those who wish to read about such matters in greater detail should consult the interesting book of Msgr. Pierre Batiffol, The History of the Roman Breviary. (Translated from the French by Atwell Baylay; Longmans, Green and Co., London, 1912) My concern here is simply to compare the Breviary of 1568 with its immediate predecessor, the Breviary of the Roman Curia of 1529, and explain the changes made by the Pian reform.

The 1568 reform is, unsurprisingly, a very conservative reform indeed in almost every respect. In comparing the two breviaries, one sees immediately that nearly the entire body of material which has proper musical notation, namely, the invitatories, hymns, antiphons, and responsories, has been carried over from the earlier Breviary into the Pian. The same holds true for most of the chapters, versicles and prayers, parts which have no proper notation.

The exceptions are mostly instances where the entire Office of a particularly feast day has been replaced with a different Office. Such is the case on the feast of the Holy Trinity, where a 13th century office Sedenti super solium, (named for its first antiphon) is replaced with the much earlier Office Gloria tibi Trinitas. In the case of the Visitation, the proper Office granted to the whole of the Western Church in 1389 by Pope Urban VI was suppressed; in its place, the Office of Our Lady’s Nativity was to be said, replacing the word ‘Nativitas’ with ‘Visitatio’, and with proper readings at Matins. However, a new office with many new propers was soon granted for this feast by Pope Clement VIII (1592-1605).

A number of minor adjustments are made, but few genuinely notable changes. The unusually lengthy psalmody of Sunday Prime is redistributed though the days of the week, the first time the distribution of the psalms was changed since the days of Pope St. Gregory the Great. In the preces of Lauds, psalm 50, which is already said at the beginning of the hour, is replaced in the Pian Breviary by psalm 129; the preces of Terce, Sext and None are reduced to a new form which retains only very end of the preces of Lauds. The obligation to recite the Little Office of Our Lady, the Office of the Dead, and the Gradual and Penitential Psalms is mitigated, although not to the prejudice of local customs. The rubrics throughout are made much shorter and infinitely clearer; for example, the bizarrely complicated rubric of the 1529 Breviary which governs the end of Advent, and which occupies 3 and a half pages, is reduced to a mere twenty lines. A new general rubric, succinct and well-organized, is placed at the beginning of the book; in the original edition of 1568, it occupies only seven pages.

There are a few significant changes made to the Calendar of Saints. Perhaps most noteworthy is the suppression of the Presentation of the Virgin (November 21), and the feasts of both Saint Anne and Saint Joachim; this was done because the history of the Virgin’s parents and Her early life is not recorded in the canonical Gospels, but rather in the apocryphal Proto-evangelium of Saint James. (St. Anne was a favorite target of Luther’s scorn.) However, the devotion to them was so strong among Catholics that Saint Anne’s feast was swiftly restored by Saint Pius V’s successor, Gregory XIII, in 1584, the Presentation by Sixtus V the following year, and Saint Joachim by Gregory XV in 1622. A few other saints whose written lives were known to be at best untrustworthy, such as Saint Juliana of Nicomedia (February 16) and Saint Leonard of Noblac (November 6), were also removed, but the great majority of the popular saints of the Medieval church remain in their traditional places. One octave, of the feast of the Visitation, was suppressed, although it continued to be observed on many local calendars.

Many Saints, however, are knocked down a grade or two in the Tridentine Breviary, greatly reducing the number of Saints’ offices of nine readings; certain other Saints of the ‘unreliable’ category, such as Saint Barbara, were reduced to mere commemorations. One notable change is made to the celebration of the lowest grade of feast, the ‘simplex’; in the medieval breviaries, the single nocturn of such a feast had the nine psalms from the appropriate common office of a Saint, but in the Pian, the ferial nocturn of twelve psalms is now said. The psalmody of semiduplex and duplex feasts is not changed.

A change is made to the manner of keeping vigils in the Office, conforming the Breviary more closely to the Missal. A vigil is the day before a major feast, on which a Mass of penitential character (in purple vestments, without Gloria in excelsis or Alleluja) is celebrated after None, in preparation for the feast itself. In the Roman use before Trent , most such vigils, e.g. that of the Assumption, consisted solely of a Mass between None and First Vespers, and had no presence in the Office. In the Pian Breviary, vigils are given a full office, occupying the whole of the liturgical day from Matins to None. The office is mostly that of the feria; however, a homily on the Gospel of the Vigil Mass is read in place of the Scripture lessons at Matins. The ferial preces are said at all hours, and the prayer of the vigil Mass is said at Lauds, Terce, Sext and None. Although rare elsewhere, this was a common custom in Germany even before Trent.

The one aspect of the Breviary which is extensively changed in the Pian reform is the corpus of readings at Matins, which is almost completely re-worked from beginning to end.

We continue with the third part of our series on the compendium of reforms to the Roman breviary. This is the continuation and conclusion of the third part, begun yesterday.

For terms and their definitions, please see the associated Glossary which accompanies this compendium.