Der Seiko-Mariensamstag (5 von 5): Mariensamstag im Brevier


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Mariensamstag im Brevier

Aber die Messe am Mariensamstag ist nur ein Kennzeichen dessen, dass der Samstag Maria gewidmet ist. Ein anderes Kennzeichen ist das Marienoffizium am Samstag im Brevier. Die Grundregel für alle vorkonziliaren Breviere lautet:

An Samstagen, an welchen kein Fest der höheren Klasse zelebriert wird, beten man das Offizium vom Mariensamstag.

Was „ein Fest der höheren Klasse“ bedeutet, werden wir noch erläutern. An dieser Stelle bleibt festzuhalten, dass natürlich das nachkonziliare Brevier mit dieser Tradition bricht, wie mit vielen anderen auch, und einen Mariensamstag bloß zu einer Option macht, nach dem berühmten Spruch: „Alles kann nichts muss“. Wie wir nämlich in der Institutio generalis de Liturgia Horarum des Breviers von Paul VI. im Punkt 240 nachlesen können:

c) Über das Gedächtnis der Heiligen Maria am Samstag

An Samstagen im Jahreskreis, an welchen ein Gedächtnis ad libitum erlaubt ist, kann nach demselben Ritus das Gedächtnis ad libitum der Heiligen Maria mit ihrer eigenen Lesung zelebriert werden.[1]

Dies bedeutet im Klartext, dass man ein Offizium von der Hl. Jungfrau Maria am Samstag aufsagen kann, aber nicht muss.  Wahrscheinlich tut es kaum jemand. Der Schreiber dieser Zeilen hatte es in seinen Novus Ordo-Brevier-Tagen auch nicht getan, weil er es schlichtweg nicht wusste. Er hatte zwar etwas über den Mariensamstag klingen hören, die Übertragung auf das Brevier war ihm aber nicht bekannt. Im Gegensatz dazu ist man in allen vorkonziliaren Brevieren zum Gedenken des Mariensamstages mit einem Marien-Offizium verpflichtet.  So sprechen bspw. die Rubriken des Breviers von Johannes XXIII., welches nach Summorum pontificum wieder legal ist, eine klare Sprache. Wir lesen im Kapitel IX De Sancta Maria in Sabbato folgendes:

  1. An Samstagen, in welchen ein Offizium der Tage der IV. Klasse eintrifft, wird das Offizium von der Heiligen Maria am Samstag aufgesagt.[2]

Diese Regelung gilt mutatis mutandis für das Brevier des Pius XII., für das Divino afflatu-Brevier des Pius X. und für das Tridentinische Brevier. Wenn an einem Samstag kein höheres Fest stattfindet, soll das Samstags-Marienoffizium rezitiert werden und zwar immer. Natürlich sind die Rubriken viel genauer, wir wollen an dieser Stelle diese Details ersparen, welche u.a. woanders nachgelesen werden können.[3] Kurz und gut: Wenn Sie das vorkonziliare Brevier, am Besten in der Form des Tridentinischen Breviers beten, dann erfahren Sie wirklich sehr oft, dass Samstag ein Marientag ist, weil Sie sehr oft, obzwar nicht immer, das Marien-Samstagsoffizium beten. Fängt man den Tag mit Brevierbeten an, so weiß man, dass man es mit einem Mariensamtag zu tun hat, vorausgesetzt, dass tatsächlich einer ist. Betet man am Handy, so zeigt die divinum officium Seite diesen Tag in Blau an. Obwohl außer schwarz die Rubriken sowohl im Missale als auch im Brevier rot gekennzeichnet werden, so kann sich der Schreiber dieser Seiten daran erinnern irgendwo den Mariensamstag auch im Brevier in Blau gekennzeichnet gesehen zu haben.

Die erste Farbe, die man in der Buchdruckkunst angewandt hatte und zwar im Kontext der Messbücher war rot, daher auch die Bezeichnung „Rubrizistik“. Wahrscheinlich kommt die rote Kennzeichnung von irgendetwas, bspw. in den Kalendern oder aber der rote Sonntag bei den meisten Uhren von ebendiesen roten Rubriken.

Der blauen Samstag kommt aber, wie schon erwähnt wurde, fast ausschließlich bei Seiko-Uhren vor. Wenn man auch frühmorgens den Mariensamstag im Brevier nicht beten sollte, was dies wirklich die Wenigsten tun, dann erinnert trotzdem die Seiko-Uhr einen den ganzen Tag lang durch ihren blauen Wochentag an den Mariensamstag. Da der Schreiber dieser Zeilen zurzeit auch am Wochenende arbeitet, so verliert er schnell die Orientierung, welcher Wochentag es ist, da er nicht den üblichen Arbeitswoche- Wochenende-Rhythmus lebt. Diese Uhr erinnert ihn aber nicht nur an den Wochentag, sondern auch an den liturgischen Wochentag, an den blauen Samstag-Marientag und an den roten Christus-Auferstehungssonntag. Auf diese Art und Weise kann er sich auch bei seinen Tagespflichten an die marianischen Geheimnisse am Samstag oder auch an das Sonntagsevangelium erinnern, wenn er auf seine Uhr schaut. Es ist gut sich innerhalb des Tagesablaufs Fixpunkte einzubauen, welche uns an die Gegenwart Gottes oder an die göttliche Liturgie erinnern. Im Himmel hat man einen anderen Rhythmus – die Ewigkeit. Und deswegen erinnert uns die liturgische Fülle, die wir bis zum letzten Konzil mehr oder weniger hatten, an diese Fülle der Ewigkeit, weil wir nacheinander das erleben, was dort wohl auf einmal erlebt wird. Seit der Schreiber dieser Zeilen des Marien-Samstags liturgisch gedenkt also so ca. seit 2012, ist seine Kenntnis der marianischen Geheimnisse gewachsen, aber mehr nach Innen als nach Außen. Wir wollen aber diese inneren liturgischen Inhalte woanders behandeln und wollen hier nur beim äußeren Impuls der Seiko-Uhr bleiben. Ist es nicht verwunderlich, dass eine heidnisch-japanische Uhr uns das liturgische Lob Mariens singt, welcher nach dem Konzil in der allumfassenden – katholischen – Kirche verebbte? Ja, die göttlichen Vorsehung hat manch ein Ass im Ärmel oder Uhr am Handgelenk metaphorisch gesprochen natürlich. Wenn der Schreiber dieser Zeilen den blauen Mariensamstag in seiner Seiko-Uhr betrachtet, dann weiß er, dass alles gut wird, dass das Unbefleckte Herz Mariens triumphieren wird, dass nach der Dunkelheit der Kreuzigung der Kirche ihre Auferstehung stattfinden wird, auf die er mit Maria warten wird. Die Seiko-Uhr hat also eine theologische Durchhalte-Aussage.

Sollten Sie eine Uhr tatsächlich brauchen, die liturgisch orientiert ist, dann ist Seiko eine gute Wahl. Nein, dieser Beitrag ist nicht von dieser Firma gesponsert, was von Nachteil für Seiko, nicht für uns ist, da Seiko an der breitgefassten Mission teilnehmen könnte, dennoch sind diese Uhren sehr zu empfehlen und sie werden auch von Kennern, Sammlern und Fachleuten was ihre Zuverlässigkeit und Robustheit anbelangt hoch gelobt. Da sich die Uhren mit Tages-und Datum-Anzeige im unteren Preissegment bewegen, können Sie sich auf einen Preis zwischen 70 € bis max. 350 € einstellen, die meisten mit einem blauen Mariensamstag kosten um die 150 €, was in der europäischen Uhrenwelt, wenn man deutsche oder schweizerische Marken berücksichtigt, sehr moderat ist. Für ein europäisches Fabrikat dieser Qualität müssten Sie mindestens das Vierfache bezahlen. Die Auswahl bei den Herrenuhren mit Tagesanzeige scheint ein wenig größer als bei Damenuhren zu sein.  So kann Sie eine simple Uhr näher zu Maria und durch Maria zu Jesus führen. Ist das nicht schön?

[1] Liturgia horarum iuxta Ritum Romanum editio typica latera, Vol. I, Libreria Editrice Vaticana 1985, 84.

[2] Breviarium Romanum, T. I, Rubricae Breviarii Romani, 20*, Nova & Vetera 2012.

[3] http://divinumofficium.com/www/horas/Help/Rubrics/R08.txt http://divinumofficium.com/www/horas/Help/rubrics.html

Der Seiko-Mariensamstag (4 von 5): Votivmesse am Samstag und Maria


Votivmesse an Samstag ist Maria gewidmet

Schon im VIII Jhdt. sind Votivmessen zur Ehren der Mutter Gottes nachweisbar. Im 9. Jahrhundert verbreitete sich die Gewohnheit, den Samstag ganz Maria zu weihen.[1] Es war aber der Hl. Alkuin (735-804), der Benediktiner, welcher am Hof Karls des Großen wirkte und die karolingische Liturgiereform vorantrieb, diesmal zur Abwechslung eine positive, welcher wir den Mariensamstag verdanken. Wie der Seite Marian Catechist Apostolate, die wir hier fast wörtlich zitieren zu entnehmen ist:

„Alkuin verfasste verschiedene Formeln für Votivmessen für jeden Tag der Woche, darunter zwei zur Ehren Mutter Gottes am Samstag. Diese Praxis wurde schnell und begeistert sowohl von Klerus und Laien angenommen, die Messe [Alkuins] zur Ehre der seligen Jungfrau Maria am Samstag wurde wahrscheinlich zum Commune[2] zur Ehre der seligen Jungfrau Maria der nachfolgenden Messbücher.

Es gab mehrere theologische Gründe diesen Tag Maria zu widmen. Ein Missale aus dem XV. Jhd. gibt mehrere dieser Gründe in einem Hymnus an: Samstag ist der Tag, an dem die Schöpfung vollendet wurde; daher wird er auch als Tag der Erfüllung des Heilsplans gefeiert, dessen Verwirklichung durch Maria stattfand. Sonntag ist der Tag des Herrn, so schien es angebracht, den Vortag als den Tag Mariens zu begehen. Darüber hinaus, wie Genesis beschreibt, Gott ruhte am siebten Tag, Samstag. Der siebte Tag, und der jüdische Sabbat ist Samstag; wir ruhen am Sonntag, weil wir die Auferstehung als unseren Sabbat feiern. Parallel dazu ruhte Jesus im Schoß Mariens und anschließend in ihren liebenden Armen von der Geburt an bis zu dem Zeitpunkt, als sie seinen leblosen Körper am Fuße des Kreuzes hielt; so lässt sich sagen, dass Christus-Gott in Maria ruhte.

Die großen Theologen des 12. und 13. Jahrhunderts, Hl. Bernhard von Clairvaux , Thomas von Aquin und Bonaventura, erklärten die Widmung des Samstags an Maria durch die Grabesruhe  Christi. An diesem ersten Karsamstag, während alle anderen Christus verlassen hatten, hielt Maria an ihrem Glauben fest, indem sie nicht für einen Moment am Versprechen ihres Sohnes aufzuerstehen zweifelte. Wie in dem päpstlichen Dokument Direktorium zur Volksfrömmigkeit und Liturgie angegeben wurde, wird der Samstag als Gedenken der Jungfrau Maria gefeiert als „eine Erinnerung an das mütterliche Vorbild und Jüngerschaft der Seligen Jungfrau Maria, welche, durch Glauben und die Hoffnung gestärkt, am Karsamstag an dem unser Herr im Grabe lag, die einzige unter den Jüngern Jesu war, welche eine Wache in der Erwartung der Auferstehung des Herrn hielt; Samstag ist also ein Auftakt und Einführung in die Feier des Sonntags, welcher das wöchentliche Gedenken der Auferstehung Christi ist; der Samstag ist ein Zeichen dafür, dass die „Jungfrau Maria ständig gegenwärtig und wirksam im Leben der Kirche ist.“

Der Brauch Samstagsmessen Maria zu widmen, wurde vor allem in den Klosterkirchen von verschiedenen Ordensgemeinschaften gefördert und  konnte sich schnell in der ganzen Kirche verbreiten. Daher erhielt in den frühen christlichen Jahrhunderten  der Samstag einen marianischen Unterton und gerade dieser Tag wurde mit Maria verbunden.

Während des zweiten Jahrtausend des Christentums, haben andere große Seelen diese frommen Andachten gefördert und verfeinert. Kardinal Petrus Damiani († 1072) förderte die Feier der Marien-Samstage. Während der Zeit der Kreuzzüge, startete Petrus von Amiens mit einer Vortruppe der Kreuzritter Richtung Konstantinopel an einem Samstag, dem 8. März 1096, wobei er sich  unter den Schutz der seligen Jungfrau stellte. Papst Urban II (1088-1099) ermahnte die Gläubigen die kleinen Horen zu Ehren der allerseligsten Jungfrau für die Kreuzfahrer zu beten.

In den folgenden Jahrhunderten wurden die Mariensamstage in mehreren Andachten der Partikularkirchen zum Ausdruck gebracht. Dies war der Tag, an dem die Gläubigen zu pilgern anfingen. Sodalitäten tagten an Samstagen und nannten es die Bruderschafts-Samstage oder Kongregations-Samstage. Die sieben Farben oder Schmerzen Mariens wurden an einigen Orten an sieben aufeinander folgenden Samstagen bedacht. Die 15 Samstage zu Ehren von Maria der Rosenkranz-Königin, welcher vor dem Fest am 7. Oktober gehalten wurden, erinnerten an die fünfzehn Absätze des Rosenkranzes; in einigen Gegenden war dies der Tag, an dem die Pflanzen und die Ernte gesegnet wurde. Eine irische Version der Samstag-Andachten zu Maria ist unter der Bezeichnung fünfzehn Samstage des Rosenkranzes bekannt. Die Andacht besteht darin die heilige Kommunion zu empfangen und mindestens fünf Gesätze des Rosenkranzes irgendwann im Laufe des Tages oder am Abend an fünfzehn aufeinander folgenden Samstagen aufzusagen oder in anderer Weise diese Geheimnisse zu betrachten. Die Drei Golden Samstage, die auf das Fest des heiligen Michael folgten und festlich in Österreich, Böhmen und Bayern gefeiert wurden hingen mit dem Empfang der Sakramente zusammen und wurden feierlich, meistens an Pilgerstätten, begangen. Die Spuren der Feste sind immer noch heute in diesen Kulturkreisen zu finden.

Die wachsende Andacht zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis, welche durch die Franziskaner eingeführt wurde, trug auch dazu bei die Marien-Samstage zu fördern. Im Jahr 1633 bestimmt das Kapitel dieses Ordens, dass eine heilige Messe zu Ehren dieses Geheimnis gefeiert werden sollte.

Vatikanum II mit seinen liturgischen Reformen hat die Praxis der Messen zu Ehren Unserer Lieben Frau nicht abschafft. Ein neues Sacramentar und Lektionar wurden mit 46 Optionen für Votivmessen zu Ehren Unserer Lieben Frau veröffentlicht. […]“[3]

Zwar stimmt es, dass das Vat. II die Mariensamstage nicht abgeschafft hatte, sie kommen aber kaum vor, besonders nicht in deutschsprachigen Ländern. Sie haben Samstag eine Sonntagsvorabendmesse. Das war’s dann schon. In anderen Ländern gibt es am Samstag einen „liturgischen Pluralismus“, denn Sie treffen Priester, welche:

  1. Eine normale Samstagsmesse zelebrieren nach ihrem Gutdünken.
  2. Eine Messe zum nichtobligatorischen Heiligenfest, der auf diesen Samstag fallen kann.
  3. Eine Mariensamstags-Messe.
  4. Eine Sonntagvorabendmesse.

All das ist legal und verstößt nicht gegen die Novus Ordo Rubriken, da sich der Priester, nach den „pastoralen Bedürfnissen“ ausrichten sollte, was meistens seiner eigenen Faulheit gleichkommt, denn die gefallene Natur wählt den Weg des geringsten Widerstandes, wenn sie partout nicht zu etwas gezwungen wird. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass kaum ein Katholik oder ein katholischer Priester, der U-70 Generation, weiß, dass Samstag der Marientag ist und warum er es ist. Wir hoffen auf diesem Wege diese Lücke zu schließen.

[1] http://mariadichlieben.blogspot.de/2011/11/mariensamstag.html

[2] Unter Commune (lat. gemeinsam) versteht man die gleichbleibenden Teile einer Messe, welche zum Ehren bspw. eines Bekenners, einer Jungfrau, der Hl. Jungfrau Maria zelebriert werden. Dies gilt für die kleineren Feste von Heiligen, welche keine eigene Messtexte, des Propriums, haben.

[3] http://www.mariancatechist.com/formation/mary/saturdays/

Der Seiko-Mariensamstag (3 von 5): Permutationen des Novus Ordo


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Permutationen der NOM

Warum ist es bei NOM nicht möglich in die Tiefe zu gehen? Aus zweierlei Gründen. Es ist entweder immer dasselbe: Zweiter Messkanon oder es ist ein permanentes Chaos bzw. zu viele neue Informationen auf einmal, da man auch ganz genau nach den nachkonziliaren Rubriken zelebrierend, schier eine unendliche Permutation- oder Optionsmöglichkeit hat. Ein polnischer Blogger hat es doch tatsächlich ausgerechnet wie viele legale, also rubrizistisch-korrekte, Optionen es für die Novus Ordo Messe gibt.[1] Das Adjektiv „polnisch“ ist insofern wichtig, dass es in anderen Ländern auch mehr oder weniger Optionen geben kann, welche von den jeweiligen Bischofskonferenzen zugelassen wurden und von der Ritenkongregation approbiert worden sind. Es hat noch kein begnadeter Mathematiker errechnet wie viele legale Novus Ordo Optionen es für die ganze Kirche gibt, wozu wir jetzt anstiften. Für Polen gibt es sage und schreibe 516.096.000fünfhundertsechzehn Millionen sechsundneuzigtausend Optionen, welche sich wie folgt zusammensetzen:

  • Begrüßung – 5 Varianten
  • Bußakt –
    • 4 Varianten
    • Dritte Variante des Bußaktes – 11 verschiedene Anrufe zur Wahl (+ Möglichkeit eigene zu kreieren)
    • Insgesamt: 14 Varianten
  • Kyrie – 2 Varianten
    • Sogar 3, denn wenn die 3 und 4 Variante des Bußaktes gewählt wurde, so entfällt das Kyrie
  • Credo – 2 Varianten
    • Sogar 3, wenn eine Taufmesse stattfindet
  • Fürbitten – 4 Varianten (man kann eigene kreieren)
  • Gabenbereitung – 2 Varianten
  • Präfation – 10 Varianten
  • Hochgebet – 18 Varianten (in Polen)
  • Doxologie [„Durch Ihn und mit Ihm etc.“] – 2 Varianten
  • Einführung zum Vater unser – 8 Varianten
  • Domine, qui dixisti [„meinen Frieden etc.“] – 5 Varianten
  • Gebet vor der hl. Kommunion – 2 Varianten
  • Aussendung – 2 Varianten

All dies ergibt die staatliche Zahl der möglichen Permutationen von: 5x4x14x2x2x4x2x10x18x2x8x5x2x2 = 516.096.000.

Und deswegen, lieber deutschsprachiger Leser, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen andere katholische Nationalitäten, die in Ihrem Land leben, wie Portugiesen, Kroaten, Polen, Filipinos oder andere ausschließlich oder vorwiegend in ihre eigene quasi nationale oder muttersprachliche Messe. Es ist nicht nur deswegen, weil sie kein Deutsch können, Sie und ihr Land ablehnen oder bei dieser Messe ein wenig Heimatgefühl vorfinden wollen. Die Ausländer haben einfach bei den NOM-Messen in ihrer Landessprache denselben liturgischen Rhythmus, der ihnen beim Beten hilft! Bei osteuropäischen Messen werden alle festen Teile wie Kyrie, Gloria, Credo etc. entweder ganz rezitiert oder ganz gesungen und zwar nach denselben Melodien und nicht wie in Deutschland oder in Österreich der Fall ist nach verkürzten, schrecklichen Liedfassungen, die ständig abwechseln und keine liturgische Handlung im eigentlichen Sinne darstellen sowie gegen die NOM-Rubriken verstoßen. Diese bestimmen nämlich wie folgt:

„Der Text dieses Hymnus kann nicht gegen einen anderen ausgetauscht werden. […] Wird es nicht gesungen, ist es von allen gemeinsam oder von zwei sich abwechselnden Gruppen zu sprechen.“ (53)[2]

Aber sollten Sie exakt nach den Rubriken zelebrieren, so bieten Ihnen diese einfach sehr viele legale Möglichkeiten, sodass die Messe vom Priester X immer legalerweise anders sein kann als die vom Priester Y. Spaltung, Neid und Feindschaft sind da vorprogrammiert. Aber Novus Ordo macht es möglich, sodass es kaum möglich ist, dass auf der ganzen Welt an demselben Tag exakt dieselbe katholische Messe zelebriert wird. Deswegen ist auch keine „Reform der Reform“ möglich, weil die Ausgangsprämissen der Liturgiereform, pardon, der Liturgierevolution Zerstörung und Entkatholizisierung waren! Bei der Einheit des Kultes ist eine Einheit des Glaubens möglich, bei der Spaltung oder beim Schisma des Kultes kommt es zu keiner Einheit des Glaubens, was uns jetzt mehr als deutlich Papst Franziskus vor Augen führt. Vor dem Konzil war alles durchreguliert und Sie hatten die Votivmessen, welche jetzt theoretisch auch möglich sind, dennoch praktisch kaum stattfinden.

[1] http://www.traditia.fora.pl/zmiany-po-svii-nom-novus-ordo-missae,6/na-ile-sposobow-mozna-odprawic-nowa-msze,10136.html

[2] Missale Romanum Editio Typica Tertia 2002, Grundordnung des römischen Messbuchs, Vorabpublikation

zum  Deutschen Messbuch (3.Auflage), Hsg. Deutsche Bischofskonferenz 2007.

Der Seiko-Mariensamstag (2 von 5): Votivmessen an Wochentagen


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Samstag der Marientag oder die Votivmessen an Wochentagen

Warum ist eigentlich Samstag Maria gewidmet? Dies hängt mit den Rubriken des Missale und des Breviers zusammen. Da das Jahr 365 Tage hat und nicht jeder Tag einem Heiligen gewidmet war, je früher die Zeit z.B. IX Jhdt. desto weniger Heiligenfeste, so entstand wenigstens sei dem VIII Jhdt. der Brauch Messen an bestimmten Wochentagen, an denen kein Christus- oder Heiligenfest fiel und es sich natürlich um keine hohen Feste wie Ostern, Weihnachten etc. handelte, die sog. Votiv-Messen zu zelebrieren.[1] Unter Votiv-Messen (vom lat. votum – „Gelübde, Anliegen, Bitte“) versteht man Messen, die in besonderen Anliegen an einen speziellen Fürsprecher zelebriert werden. Ohne jetzt im Detail auf die Entwicklung der Votivmessen innerhalb der ganzen Kirchengeschichte eingehen zu wollen, so lässt sich sagen, dass vor dem letzten Konzil an bestimmten Wochentagen Votivmessen zelebriert werden konnten und sollten. Dies bedeutet klipp und klar, da in der vorkonziliaren Liturgie wirklich alles durchreguliert war, was nicht nur ein japanisches Herz erfreute, dass ein Priester an einem Wochentag, an dem kein Fest der I. oder II. Klasse fällt, an einem liturgischen Wochentag der III. oder IV. Klasse eine Votivmesse zelebrieren sollte. Soweit die Rubriken des letzten vorkonziliaren Missale aus dem Jahre 1962,[2] wie es in den früheren Messbüchern angeordnet wurde, entzieht sich zurzeit unserer Kenntnis. Es wird aber ähnlich gewesen sein, obwohl sich die rubrizistische Terminologie änderte, da man z. B. von Duplex oder Simplex-Festen sprach. Votivmessen für die Wochentage sehen aber wie folgt aus:

Montag

Zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit

Dienstag

Zu Ehren der heiligen Engel

Mittwoch

Zu Ehren des heiligen Joseph

Zu Ehren des heiligen Apostel Petrus und Paulus

Zu Ehren aller Apostel

Donnerstag

Zu Ehren des Heiligen Geistes

Zu Ehren des Allerheiligsten Altarsakramentes

Zu Ehren des ewigen Hohenpriesters Jesus Christus

Freitag

Zu Ehren des Heiligen Kreuzes

Zu Ehren der Passion des Herrn

Zu Ehren des Heiligsten Herzens Jesu

Samstag

Zu Ehren der Heiligen Mutter Gottes

Da uns im Moment nur die Votivmessen an bestimmten Wochentagen interessieren, so lassen wir andere Votivmessen, also Messen in besonderen Anliegen, an dieser Stelle aus.[3] All diejenigen, welchen im Religionsunterricht oder im Studium gesagt wurde, dass die vorkonziliare Liturgie „langweilig“ war, weil „immer dasselbe“ kam, wird hier eines Besseren belehrt. Es war natürlich umgekehrt: jeden Tag kam etwas anderes, von den festen Teilen der Messe abgesehen und Sie wurden durch die Liturgie immer tiefer in das Geheimnis der Kirche eingeführt. Heute hören Sie nur den Zweiten Messkanon, weil der kürzeste ist, manche basteln sich ihre eigenen Kanones zurecht, meistens sind schlohweiße Alt-Jesuiten, die mit einem eigenen Ordner, statt des Missale auf dem Altar erscheinen, sodass Sie geistlich gesehen immer an den Rändern der Oberflächlichkeit bleiben, ob Sie wollen oder nicht, seitdem es die Priester sind, welche „die Liturgie machen“ und nicht mehr die Kirche.  Wir werden uns an dieser Stelle auch nicht der Frage widmen: wann, welche Votivmesse wo, durch wen und warum eingeführt worden ist, obwohl diese Informationen durchaus eruierbar sind und manche unserer Leser es auch sicherlich wissen. Wir wollen nur sagen, dass auch an den Tagen, an denen es kein Heiligengedenken gab, was am Anfang des XX Jhdts. immer seltener wurde, die Gläubigen an jedem einzelnen Wochentag auf eine andere Art und Weise geheiligt wurden. Da es sich zyklisch wiederholte, so ging man in die Zeit in die Tiefe, wozu uns die nachkonziliare Liturgie wirklich keine Chance gibt.

[1] http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/schottintro/index.html#SECTION02240000000000000000

[2] http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/schottintro/index.html#SECTION02240000000000000000

[3] Nachzulesen z.B. hier. http://www.peterskirche.at/messbuch/Messen.htm http://www.praxis-gottesdienst.net/lexikon/lexikon_detail.html?k_beitrag=3443264&bstabe=3382095

Der Seiko-Mariensamstag (1 von 5): Seiko und Katholizismus


Da heute am 18.03.2017, dem Fest des Hl. Cyrill von Jerusalem, eine Schreckensmeldung aus Rom die nächste jagt, so wollen wir hier ab und zu praktische Tipps zur eigenen Frömmigkeit und zur Herzenserwärmung vorstellen, welche, da sie an den deutschprachigen Leser gerichtet sind, informativ und praktisch gehalten werden. Die arianische Krise, welche kirchenintern startete, wie das Vat. II, konnte erst dann beendet werden, als die römischen Kaiser katholisch wurden und aufhörten die Arianer zu unterstützen. So verbrachte auch der Hl. Cyrill eine Großzeit seines Pontifikats im Exil bevor er erst unter Theodosius nach Jerusalem zurückkehrte. Leider haben wir jetzt keinen katholischen Kaiser, der Franziskus und seine Mannen absetzen könnte. Vielleicht ist Hoffnung bei Trump? Die Zeit wird es zeigen. Wenn wir metaphorisch und wörtlich in die Wüste ziehen, um dort Einsiedler zu werden, wie es während der von Klerikern verursachten arianischen Krise der Fall war, so hoffen wir auch praktische Tipps:

„Wie baue ich mir eine Einsiedelei?“

oder

„Wie flechte ich Körbe?“

irgendwann einmal vorstellen zu können. Nein, es ist kein Witz. Geistliches Leben hat etwas mit Praxis zu tun und es kann von denen erlernt werden, welche es praktizieren. Ansonsten erhalten Sie diese Art von Ratschlägen wie bei Ihrer letzten Beichte. Seufz. Wir haben es derzeit leider mit keiner „Kirchenkrise“ zu tun, wie es die Piusbruderschaft euphemistisch formuliert, wir haben es mit einer massenweisen Apostasie zuerst des Klerus und dann der Gläubigen zu tun, welche 1962 angefangen hatte und jetzt eine destruktive Beschleunigung erfährt. Manche sprechen ganz im Ernst vom geplanten Vatikanum III., welches wohl die Existenz Gottes abschaffen wird, unsere Vermutung, aus pastoralen Gründen, wie üblich. Und was taten die Gläubigen als die Arianer die Macht übernahmen? Sie zogen in die Wüste, wie der hl. Paulus der erste Einsiedler und unterwiesen auf diese Art und Weise die kommenden Generationen. Wir haben auf Vieles kein Einfluß und sollten bemüht sein unsere eigene Seele zu retten.

„Was nutzt es mir für die Ewigkeit?“, fragte sich der hl. Aloysius.

Lernen wir von den japanischen Katholiken, welche viele Jahrhunderte ohne Priester durchhielten. Wie sind praktisch in derselben Lage, weil wir kaum welche haben und die, die wir haben, taugen nichts. Suchen wir uns Gebetshilfen im Alltag, damit wir unsere eigene Seele retten können.

Seiko und Katholizismus

Der Schreiber dieser Zeilen trägt eine Seiko-Uhr, welche schon unter anderen Gesichtspunkten beschrieben worden ist. Seiko-Uhren zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie in ihrer Day-Date Version,[1] also bei denjenigen Uhren, welche sowohl den Tag als auch das Datum anzeigen, den Samstag blau, den Sonntag rot anzeigen, andere Tage hingegen schwarz. Das Seiko-Blau ist aber nicht irgendein blau, sondern ein marianisches Blau. Eine heidnisch-japanische Uhr zeigt demnach nicht nur den blauen Mariensamstag, sondern auch den quasi rubrizistischen (vom lat. rubrum – „rot“) roten Sonntag an. Und all das immerhin 50 Jahre nach dem Vatikanum II, wovon die japanische Uhrenindustrie augenscheinlich unberührt geblieben ist. Ist das nicht schön? 20160514_163740_resized(1)Es gibt auch andere Uhrenmarken, welche auch den Sonntag rot zeigen, der blaue Samstag ist aber fast ausschließlich eine Seiko-Spezialität. Der Schreiber dieser Zeilen weiß nicht, wann die Seiko-Uhren damit anfingen und woher die Inspiration dazu stammte, denn es gibt alle mögliche Farben, welche dem Samstag zugeeignet hätten werden können, außer dem katholisch-marianischen Blau. Seiko hat sich dennoch für diese Farbe entschieden, was davon zeugen kann, dass sich der langjährige, japanische Untergrundkatholizismus durch das marianische Blau präsent zeigt. Ein Katholizismus, der mindestens zwischen 1640 und 1865 ohne Priester auskommen mussten. Wie die deutschsprachige Wikipedia informiert:

Am 22. Januar 1863 begann in Nagasaki zum ersten Mal nach dem Verbot von 1613 der Bau einer christlichen Kirche (大浦天主堂, Ōura tenshudō, englisch The Church of the 26 Martyrs Catholic Oura Church) für die dort anwesenden Franzosen, die am 29. Dezember 1864 vollendet wurde. Am 17. März 1865 bekam Bernard Thadee Petitjean, der Seelsorger der Kirche, Besuch von fünfzehn Japanern. Eine Frau mit dem Namen Yuri Sugimoto teilte ihm mit, sie seien Christen – mehr als 250 Jahre nach dem offiziellen Verbot und über 200 Jahre nach dem Verlust aller Kontakte nach außen.[2]

Wie erhielten sich die japanischen Katholiken ihren Glauben? Sie tauften Erwachsene oder Kinder, unterwiesen sie im Glauben, beteten den Rosenkranz, verehrten die Heilige Jungfrau Maria und warteten auf bessere Zeiten, die dann nach nur 250 Jahren für sie auch eintraten. Lernen wir also von den Japanern, denn vielleicht kommt nach Franziskus dasselbe auf uns zu. Da im Jahre 1873 das Christentum offiziell in Japan zugelassen wurde, im Jahre 1891 das japanische Erzbistum Tokio entstand, welches im Jahre 1937 an japanische Geistliche, denn es gab schon oder wieder welche, übergeben wurde,[3] so ist es durchaus möglich, dass die Firma Seiko, welche im Jahre 1881 in Tokio gegründet worden ist sich irgendwie an der katholischen Liturgie orientieren konnte. Der richtige, also vorkonziliare Katholizismus und all seinen Regeln und Rubriken muss doch auf die Japaner einen großen Reiz ausgeübt haben, da in der damaligen Zeit Konversionen durchaus stattfanden. Es erübrigt sich zu sagen, dass nach dem Vat. II die katholische Kirche in Japan zusammenbrach und die modernen Jesuiten, welche theoretisch für die Japan-Missionen zuständig sind, keinen Sinn in der Mission sehen, wie neulich der Ex-Jesuitengeneral bekannte, es sei denn:

„Evangelisierung Japans nur durch Allianz mit Buddhismus und Shintoismus“ (sic!)[4]

Ja, ja der Kreis schließt sich. Es waren die Jesuiten, welche die Japaner zu Christus brachten und es sind die Jesuiten, welche sie in die Apostasie führen. Da wir uns aber vorgenommen haben in diesem Beitrag etwas Positives zu schreiben, so wollen wir uns bei dem traurigen Thema: nachkonziliare Jesuiten nicht aufhalten, sondern wollen zum Mariensamstag übergehen.

[1] Gilt tatsächlich für alle Seiko-Uhren mit Ausnahme der Seiko 5 mit schwarzer Scheibe: https://uhrforum.de/zeigt-her-euren-blauen-samstag-t75272-2

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_Japan#R.C3.B6misch-Katholische_Kirche_in_Japan

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_Japan#R.C3.B6misch-Katholische_Kirche_in_Japan

[4] http://www.katholisches.info/2017/02/13/ex-jesuitengeneral-evangelisierung-japans-nur-durch-allianz-mit-buddhismus-und-shintoismus-keine-jesuiten-mehr-als-bischoefe/

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (5 von 5): Selbstzentriertheit des Novus Ordo und Mantilla


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Ad c. Ist Selbstzentriertheit Novus Ordo?

Warum wurde das letze Konzil, Gott sei’s geklagt, veranstaltet? Um es dem „modernen Menschen“ gerecht zu machen. Was gerecht zu machen? Alles, wirklich alles. Aber warum? Weil der moderne Mensch dermaßen wertvoll, weil modern ist, dass er es einfach verdient. Die anderen, die nicht-modernen Neandertaler, waren ja nur behindert! So unmodern! Um an dieser Stelle die unvergleichliche Ann Barnhardt, sicherlich keine Tussi, zu zitieren:

Es ist egal, wie die Messe vorher war, und es ist egal, was die Kirchenväter und die Heiligen früher gelehrt haben, denn die MENSCHHEIT SELBST war anders und nicht nur anders, aber MINDERWERTIGER und VOLL BEHINDERT. Folglich ist alles „Alte“ ein Bündel Bullshit, und alles „Neue“ ist gut, und demzufolge muss die Kirche auch neu sein, also anders. Nichts von diesem lächerlichen alten Bullshit könnte möglicherweise zu dem neuen, höheren modernen Menschen sprechen, der, befreit von neunzehnhundert Jahren Bullshit, nun Christus „entgegentreten“ kann und „Dialog halten“ kann mit „ihm“ als Ebenbürtiger.

Gut erkannt, Miss Ann. Es ist die Überhöhung des Egoismus zur n-ten Potenz, denn jetzt geht es um die moderne Menschheit. Weil es also nach dem Konzil um den „modernen Menschen“ und nicht um den ewigen und allmächtigen Gott geht, so wurde sowohl die Liturgie als auch alles in der Kirche „kundenfreundlich“ gemacht und zwar so, dass die „Kunden“ die Kirche fliehen. Die Kirche hat sich um die Gläubigen zu bemühen, wie der Kellner um den Gast.

Diese Rechnung geht seit 50 Jahren nach hinten los und nur ein naiver Mensch würde sagen, dass die Kirchenfürsten es nicht sehen. Sie sehen es, sie wollen es so, siehe Amoris Laetitia, weil sie Gott hassende Atheisten, Sodomiten und manche auch Satanisten sind. Deswegen wollen sie den mystischen Leib Christi, der auch aus der irdischen Kirche besteht, zerstören und Christus selbst – Kommunion für Ehebrecher – profanieren. Nur aus dieser zerstörerischen Perspektive heraus macht das alles Sinn, was wir schon vor längerer Zeit hier und hier geschrieben haben. Wie wird es uns aber seit 50 Jahren „verklickert“: als Sorge um den modernen Menschen, siehe Amoris Laetitia. Dies ist wirklich eine teuflische Agenda, zuerst will der Teufel dienen, am Ende fordert er die Seele und zwar auf ewig. Für ihn ist es ein guter Deal: diese paar Jahre oder Jahrzehnte für die Ewigkeit. Und Menschen gehen darauf freiwillig ein. Die Novus Ordo Liturgie und die Novus Ordo Kirche ist dermaßen selbstzentriert, denn es geht ja immer um „Dialog“ und „die Früchte des Konzils“ und nicht um Gott oder das ewige Heil der Seelen, was uns Franziskus schön vorexerziert, der das Wort „Gott“ höchst selten verwendet. Er mag ja nicht das Religiöse an der Religion, wie ihm recht scharfsinnig ein Journalist bescheinigte.

Aber macht der ganze Novus Ordo uns nicht schrecklich selbstbezogen? Für den Schreiber dieser Zeilen war es ein Befreiungsschlag als er irgendwo in der Einführung zur „Geschichte des Breviers“ las, dass der Kult Gottes ein Werk der Gerechtigkeit sei. Es ist also egal, wie es uns dabei geht, wir haben es zu erbringen. Es geht um Gott, das Objektive schlechthin. Da Gott selbst und nicht der Mensch im Vat. II das Maß des richtigen und objektiven Gotteskultes festlegte, siehe die liturgischen Vorschriften des AT, so ist das Richtige gleichzeitig das Schöne und das Wahre. Die Tridentinische Messe ist nicht nur erträglich, was man wirklich nur selten von einer Novus Ordo Messe sagen kann, sie ist auch schön, erhebend, ästhetisch, beseelend, die Sinne ansprechend und anscheinend auch die Weiblichkeit und die Männlichkeit stärkend, weil man sich an Etwas und nicht an sich selbst ausrichtet und darüber hinaus, was auch unsere überaus weibliche amerikanische Autorin schreibt, sich selbst vergisst. Wie wohltuend das doch ist!

 Wenn man sich an Gott ausrichtet und in Gott versenkt, dann hört man auf

in einer eigenen Welt mit eigenen Gesetzen und eigenen Buntstiften“

zu leben, um es mit Kishon zu sagen, nicht einmal

„eine Plastikspange, […], [welche die] Haare unterhalb des Kleinhirns zusammenbündelt“

hat dann eine Bedeutung, weil man weder an die Spange, noch an das Kleinhirn denkt. Wie wunderbar! Dies betrifft natürlich mutatis mutandis auch Männer: weg von der Subjektivität, hin zur Objektivität. Deswegen ist auch in der Tridentinischen Messe alles, wirklich alles, rigoros durchreguliert, damit man aufhört ständig an sich selbst und an das „Und wie war ich?“ zu denken. Es scheint wirklich so zu sein, dass die Katholiken vor 1962 objektiver waren, weil sie die Messe hatten und zwar die richtige Messe. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, wie sehr wir vom objektiven Gott und seiner Wahrheit, die wir ja in der Todesstunde sehen und erfahren werden, entfernt sind. Durch das eigene Geschlecht, durch die nachcartesianische Moderne und den Novus Ordo, also durch das Fleisch, die Welt und den Teufel, der sich bei der Entstehung der neuen Liturgie rege betätigte. Und wenn man sich klarmacht, was man nicht hat und kann, dann kann man sich auf dem Weg zur Objektivität hin machen. Dazu helfe uns Gott. Amen.

Nachtrag und Mantilla

Um jetzt die wirklich wichtige Frage unserer Leserinnen zu beantworten:

  1. Brauche ich wirklich eine Mantilla bei der Tridentinischen Messe?
  2. Wo bekomme ich eine her?
  3. Ist eine Katholikin mit einer Mantilla besser als eine Katholikin ohne?

So antworten wir wie folgt:

Ad 1. Brauche ich eine Mantilla?

Absolut notwendig ist es nicht, in Deutschland eher unüblich und wie es vor dem Konzil war, ist uns nicht bekannt. Diesen Brauch hat es in den romanischen Ländern gegeben, woher er wohl in die USA gekommen ist. Aber es wäre gut diesen Brauch einzuführen, um sich erstens von dem Novus Ordo Volk zu unterscheiden, die Festlichkeit und Heiligkeit der Heiligen Messe zu unterstreichen und etwas zu haben, was man nur in der Kirche tragen kann. Die Frage, ob die Frisur sitzt, stellt sich nicht, weil man sie kaum sieht und sollten Sie zu unserem allem Leidweisen den Mecki-Bürstenschnitt tragen, so wird er durch die Mantilla verdeckt. Sie werden wie eine Frau aussehen, was wirklich von Vorteil ist, falls Sie eine sind.

Ad 2. Wo gibt’s eine?

Sie bekommen welche bei ebay.de, die größte Auswahl haben Sie in den USA wie hier oder hier.  Sie können welche auch in Polen bestellen und die Firma auf Englisch anschreiben. Wir haben zwei in Polen bestellt, Eugenia Roth wird sie tragen und die Qualität der Spitze, nach Aussage derjenigen Menschen, die sich da auskennen, ist sehr gut. Eugenia Roth wird ein Mantilla-Experiment starten und es dokumentieren, sodass wir bald alle es wissen werden. Sollten auch Sie, werte Leserin, Mantilla tragen wollen, so beruhigen wir Sie hiermit, dass es schlimm nicht aussehen wird und besser als Bürstenschnitt ohnehin. Natürlich muss der Rest der Kleidung zur Mantilla passen, also Kleid, Kostüm, elegant, keine Lederjacke mit Springerstiefeln, bitte. Gott ist die Schönheit schlechthin und die Menschen sind nicht blind! Eine Katholikin ist zum guten Geschmack, wenigstens bei der Messe, verpflichtet. Punkt!

Ad 3. Mit Mantilla zu beten besser als ohne?

Ob besser kann man auf den ersten Blick nicht sagen, aber sie sieht besser aus, was schon viel wert ist. Die Schönen werden die Männer nicht ablenken und die neidischen Blicke der weniger Schönen auf sich ziehen, die Letzteren können sich mit der Mantilla bedecken. Wenn das, was Mary Donnelan schreibt, stimmt, dann werden Sie sich wie eine geistliche Braut fühlen, die auf ihren eigentlichen Bräutigam, Christus, wartet, für den sie schön sein wird. Sie werden wohl in ihrer eigenen Gebetswelt bleiben und schööööön aussehen. Wenn das nichts ist?

Wie Sie also sehen, hat der Schreiber dieser Zeilen durchaus ein Herz für Frauen und weiß, was ihnen wichtig ist. Das Gott die Schönheit schlechthin ist, so müssen wir für ihn schön aussehen, zuerst äußerlich und dann innerlich. Amen.

Traditionelle Messe ist frauenfreundlich (4 von 5): Selbstzentrietheit nachcartesianisch?


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Ad b. Ist Selbstzentriertheit modern nachcartesianisch?

Als der arme René Descartes (1596-1650) sein berühmtes Cogito ergo sum aufschrieb, so dachte er wohl nicht, dass er in diesem Moment allen Menschen einen Freibrief für das Kreisen um sich selbst ausstellte. Dem Schreiber dieser Zeilen sind wirklich alle philosophischen Implikationen und Hintergründe des cartesianischen Denkens bekannt, er hatte mehr als einmal darüber doziert, wir wollen uns aber hier nicht damit aufhalten, was Descartes eigentlich schreibt und meinte, sondern wie es breit aufgenommen wurde. Es wurde so aufgenommen, dass das Subjekt nicht nur seine eigene, sondern die Welt überhaupt schafft. Der Durchbruch des Individuellen, des Subjektivismus, des Individualismus bis zum Solipsismus, wonach nur das Subjekt existiert und sich seine Welt [aus]denkt. Wenn ein deutscher Theologe „modern“ sagt, dann meint er eben nachcartesianisch, wo sich alles um das Dünken des jeweiligen Subjekts dreht.

„Mein Ich ist wichtig“,

sagt man.

„Ich bin wichtig, weil ich ich bin“.

Die traditionelle katholische Philosophie, der thomistische Realismus sagt aber:

„Du bist ein Nichts vor Gott und ansonsten ist auch nicht viel mit Dir los. Du bist nur ein Teil eines hierarchischen Ganzen und Dein Wert hängt von Deiner Stellung in dieser Hierarchie ab und von Deiner Ausrichtung nach dem objektiv Guten“.

„Unmöglich!“,

sagt der moderne Mensch, der seitdem unentwegt um sich selbst kreist. Der Subjektivismus wurde natürlich durch die protestantische Reformation vorbereitet und er kam kunstgeschichtlich erst in der Romantik zur Geltung, mit all den Revolutionen und der grauenhaften Vormärz Ära, mit der wir seit der marxistischen Frankfurter Schule im Deutschunterricht gemartert werden. Mit Descartes wurde die Selbstzentriertheit philosophisch untermauert und salonfähig gemacht, was sei 1962 in die Kirche hinüber schwappte und mit Franziskus‘ Amoris Laetitia samt Kommunion für Ehebrecher von DBK verabschiedet, endete. Vielleicht ist diese Selbstzentriertheit, welche unsere junge amerikanische Autorin an den Tag legt, einfach unsere moderne Bürde, welche so selbstverständlich ist, dass wir sie gar nicht wahrnehmen? Wenn wir aber wirklich nichts Objektives haben woran wir uns ausrichten können, so ist es auch nicht verwunderlich. Denn:

  1. Keine einheitliche, objektivierende Philosophie.
  2. Keine einheitliche, objektivierende Metaphysik.
  3. Keine einheitliche, objektivierende Religion.
  4. Kein einheitliches, objektivierendes Recht.

Um an dieser Stelle Goethes Genialisch Treiben zu zitieren:

So wälz‘ ich ohne Unterlaß

Wie Sankt Diogenes mein Faß.

Bald ist es Ernst, bald ist es Spaß;

Bald ist es Lieb, bald ist es Haß;

Bald ist es dies, bald ist es das;

Es ist ein Nichts und ist ein Was.

So wälz‘ ich ohne Unterlaß

Wie Sankt Diogenes mein Faß.

Dieses Treiben ist aber nicht „genialisch“, sondern durch und durch relativistisch, sowie wohl sehr ermüdend, besonders, wenn sich „ein Nichts“ und „ein Was“ abwechseln. Es gibt wirklich keinen besseren Weg jemanden zu manipulieren, als ihm oder ihr vorzugaukeln, wie wichtig er oder sie sei und wie sehr wir, da wir in seinem oder ihrem Schatten sind, ihm oder ihr dienen wollen. Nur zu seinem oder ihrem Besten, natürlich. Da der dumme Mensch denkt, dass er das Maß aller Dinge ist, so kann der Teufel ihn an der Nase führen. „Du bist ja so wichtig, Du bist ja so viel wert…“