Proprium missae – Dominica III Post Epiphaniam


INTROITUS
Ps 96:7-8
Adoráte Deum, omnes Angeli eius: audívit, et lætáta est Sion: et exsultavérunt fíliæ Iudae.
Ps 96:1
Dóminus regnávit, exsúltet terra: læténtur ínsulæ multæ.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. Amen
Adoráte Deum, omnes Angeli eius: audívit, et lætáta est Sion: et exsultavérunt fíliæ Iudae.
Gott betet an, ihr Engel alle: Sion hört’s und freuet sich; die Töchter Judas jauchzen.
Der Herr ist König; jauchze, Erde; ihr vielen Inseln, freuet euch.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
R. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Gott betet an, ihr Engel alle: Sion hört’s und freuet sich; die Töchter Judas jauchzen.
GRADUALE
Ps 101:16-17
Timébunt gentes nomen tuum, Dómine, et omnes reges terræ glóriam tuam.
V. Quóniam ædificávit Dóminus Sion, et vidébitur in maiestáte sua.
Die Heiden werden Deinen Namen fürchten, Herr, und alle Könige der Erde Deine Herrlichkeit.
V. Denn neu erstehen läßt der Herr die Sionsstadt. Dort offenbart Er Sich in Seiner Majestät.
ALLELUIA
Allelúia, allelúia.
Ps 96:1
Dóminus regnávit, exsúltet terra: læténtur ínsulæ multæ. Allelúia.
Alleluja, alleluja.
Der Herr ist König; jauchze, Erde; ihr vielen Inseln, freuet euch. Alleluja.
OFFERTORIUM
Ps 117:16; 117:17
Déxtera Dómini fecit virtutem, déxtera Dómini exaltávit me: non móriar, sed vivam, et narrábo ópera Dómini.
Die Rechte des Herrn wirket Wunder, die Rechte des Herrn hat mich erhöht; ich sterbe nicht, ich werde leben und werde künden die Werke des Herrn.
COMMUNIO
Luc 4:22
Mirabántur omnes de his, quæ procedébant de ore Dei.
Alle staunten über die Worte aus Gottes Mund.
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Proprium missae – Dominica II post Epiphaniam


INTROITUS
Ps 65:4
Omnis terra adóret te, Deus, et psallat tibi: psalmum dicat nómini tuo, Altíssime.
Ps 65:1-2
Iubiláte Deo, omnis terra, psalmum dícite nómini eius: date glóriam laudi eius.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. Amen
Omnis terra adóret te, Deus, et psallat tibi: psalmum dicat nómini tuo, Altíssime.
Die ganze Erde bete Dich an, o Gott, und lobsinge Dir; ein Loblied singe sie Deinem Namen, Du Allerhöchster.
Jubelt Gott, ihr Lande all, singet Psalmen Seinem Namen; herrlich laßt Sein Lob erschallen.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
R. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Die ganze Erde bete Dich an, o Gott, und lobsinge Dir; ein Loblied singe sie Deinem Namen, Du Allerhöchster.
GRADUALE
Ps 106:20-21
Misit Dóminus verbum suum, et sanávit eos: et erípuit eos de intéritu eórum.
V. Confiteántur Dómino misericórdiæ eius: et mirabília eius fíliis hóminum.
Der Herr sandte Sein Wort und heilte sie; Er entriß sie ihrem Verderben. Drum sollen sie den Herrn für Sein Erbarmen und für Seine Wundertaten an den Menschenkindern preisen.
ALLELUIA
Allelúia, allelúia
Ps 148:2
Laudáte Dóminum, omnes Angeli eius: laudáte eum, omnes virtútes eius. Allelúia.
Alleluja, alleluja.
Lobet den Herrn, ihr all Seine Engel, lobet Ihn, ihr all Seine Heere. Alleluja.
OFFERTORIUM
Ps 65:1-2; 65:16
Iubiláte Deo, univérsa terra: psalmum dícite nómini eius: veníte et audíte, et narrábo vobis, omnes qui timétis Deum, quanta fecit Dóminus ánimæ meæ, allelúia.
Jubelt Gott, ihr Lande all, singet Psalmen Seinem Namen. Kommt und hört; euch allen, die ihr Gott in Ehrfurcht dient, will ich künden, was der Herr in meiner Seele Großes wirkte, alleluja.
COMMUNIO
Ioann 2:7; 2:8; 2:9; 2:10-11
Dicit Dóminus: Implete hýdrias aqua et ferte architriclíno. Cum gustásset architriclínus aquam vinum factam, dicit sponso: Servásti bonum vinum usque adhuc. Hoc signum fecit Iesus primum coram discípulis suis.
Der Herr spricht: «Füllet die Krüge mit Wasser und bringt davon dem Speisemeister.» Der Speisemeister kostete das zu Wein gewordene Wasser und sprach zum Bräutigam: «Du hast den guten Wein bis jetzt aufgehoben.» So wirkte Jesus Sein erstes Wunder vor Seinen Jüngern.

Proprium missae – In Epiphania Domini


INTROITUS
Malach 3:1; 1 Par 29:12
Ecce, advénit dominátor Dóminus: et regnum in manu eius et potéstas et impérium
Ps 71:1
Deus, iudícium tuum Regi da: et iustítiam tuam Fílio Regis.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. Amen
Ecce, advénit dominátor Dóminus: et regnum in manu eius et potéstas et impérium
 
Seht, der Gebieter, der Allherrscher ist da; in Seiner Hand ruht Königsmacht, Gewalt und Weltherrschaft.Gott, gib Dein Richterrecht dem König, dem Königssohn Dein Herrscherrecht.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.R.  Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.Seht, der Gebieter, der Allherrscher ist da; in Seiner Hand ruht Königsmacht, Gewalt und Weltherrschaft.
GRADUALE
Isa 60:6; 60:1
Omnes de Saba vénient, aurum et thus deferéntes, et laudem Dómino annuntiántes.
V. Surge et illumináre, Ierúsalem: quia glória Dómini super te orta est.
Alle kommen von Saba mit Gaben von Gold und Weihrauch, laut kündend das Lob des Herrn.
V. Auf! Werde licht, Jerusalem! Die Herrlichkeit des Herrn ging strahlend auf über dir.
ALLELUIA
Allelúia, allelúia
Matt 2:2.
Vídimus stellam eius in Oriénte, et vénimus cum munéribus adoráre Dóminum. Allelúia.
Alleluja, alleluja.
Wir haben Seinen Stern im Morgenland gesehen und sind mit Geschenken gekommen, den Herrn anzubeten. Alleluja.
OFFERTORIUM
Ps 71:10-11
Reges Tharsis, et ínsulæ múnera ófferent: reges Arabum et Saba dona addúcent: et adorábunt eum omnes reges terræ, omnes gentes sérvient ei.
Die Könige von Tharsis und die Inseln nahen opfernd mit Gaben; die Könige von Arabien und Saba kommen herbei mit Geschenken. Ihn beten an alle Könige der Erde, und alle Völker dienen Ihm.
COMMUNIO
Matt 2:2
Vídimus stellam eius in Oriénte, et vénimus cum munéribus adoráre Dóminum.
Wir haben Seinen Stern im Morgenland gesehen und sind mit Geschenken gekommen, den Herrn anzubeten. Alleluja.

Proprium missae – Dominica Infra Octavam Nativitatis


Introitus
Sap 18:14-15.
Dum médium siléntium tenérent ómnia, et nox in suo cursu médium iter háberet, omnípotens Sermo tuus, Dómine, de coelis a regálibus sédibus venit
Ps 92:1
Dóminus regnávit, decórem indútus est: indútus est Dóminus fortitúdinem, et præcínxit se.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. Amen
Dum médium siléntium tenérent ómnia, et nox in suo cursu médium iter háberet, omnípotens Sermo tuus, Dómine, de coelis a regálibus sédibus venit
Sap 18:14-15.
Tiefstes Schweigen hielt alles umfangen: die Nacht hatte in ihrem Lauf die Mitte ihres Weges erreicht: da kam, o Herr, aus dem Himmel vom Königsthrone herab Dein allmächtiges Wort.
Ps 92:1
Der Herr ist König, mit Hoheit hat Er Sich umhüllt, dem Herrn dient Heldenkraft als Kleid und Gurt.V.  Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
R. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Tiefstes Schweigen hielt alles umfangen: die Nacht hatte in ihrem Lauf die Mitte ihres Weges erreicht: da kam, o Herr, aus dem Himmel vom Königsthrone herab Dein allmächtiges Wort.
Graduale
Ps 44:3; 44:2
Speciósus forma præ filiis hóminum: diffúsa est gratia in lábiis tuis.
V. Eructávit cor meum verbum bonum, dico ego ópera mea Regi: lingua mea cálamus scribæ, velóciter scribéntis.
Ps 44:3; 44:2
Schöner bist Du als die Menschenkinder alle; Deine Lippen sind von Anmut übergossen.
V. Aus meinem Herzen strömt ein hohes Lied: ich weih mein Werk dem König. Voll Eifer ist meine Zunge wie des Schnellschreibers Griffel.
Alleluia
Allelúia, allelúia
Ps 92:1.
Dóminus regnávit, decórem índuit: índuit Dóminus fortitúdinem, et præcínxit se virtúte. Allelúia.
Alleluja, alleluja.
Ps 92:1.
Der Herr ist König, mit Hoheit hat Er Sich umhüllt; dem Herrn dient Heldenkraft als Kleid und Macht als Gurt. Alleluja.
Offertorium
Allelúia, allelúia
Ps 92:1-2
Deus firmávit orbem terræ, qui non commovébitur: paráta sedes tua, Deus, ex tunc, a saeculo tu es.
Alleluja, alleluja.
Ps 92:1-2
Gott gab der Erde ihren Halt; nie wird sie wanken. O Gott, seit Anbeginn steht fest Dein Thron: Du bist von Ewigkeit.
Communio
Matt 2:20
Tolle Púerum et Matrem eius, et vade in terram Israël: defúncti sunt enim, qui quærébant ánimam Púeri.
Matt 2:20
Nimm das Kind und Seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn die dem Kinde nach dem Leben trachteten, sind gestorben.

Der hl. Evangelist Johannes – der vom Herzen des Herrn getrunken hat


St. John Devotions

Und hier nochmals unser Beitrag, der, so glauben wir, jedes Jahr lesenswert ist.

Die heutige Liturgie feiert am 27.12 das Fest des Evangelisten Johannes. Ein Fest, welches ab der Reform von 1955 durch den Sonntag der Weihnachtsoktave gleichsam zugedeckt wird. Dies bedeutet, dass im Falle, dass das Johannesfest auf einen Sonntag fällt, die Messe vom Sonntag und das Brevier vom Sonntag gelesen werden. War es denn früher anders? Ja, denn bis zu den „Reformen“ von 1955 waren manche Heiligenfeste höher gestuft als ein Sonntag. Dies gilt ja auch heute beispielsweise für Weihnachten. Fällt es auf einen Sonntag, dann feiern wir Weihnachten und nicht einen Sonntag. Da die Heiligen den konkreten Weg der Christusnachfolge zeigen, waren sie und ihre Feste allen Häretikern und „Reformern“ ein Dorn im Auge. Nach den protestantischen Reformatoren waren es die Jansenisten, welche sich sehr lange darüber ärgerten, dass angeblich die Heiligenfeste die Sonntage „zudecken“. Diese Tendenz, die Heiligenfeste durch Sonntage zu eliminieren, ist expressis verbis von Pius VI. in der Konstitution Auctorem fidei verurteilt worden, welche sich mit den Irrlehren der Synode von Pistoia (1794) auseinandersetzte. Diese Verurteilung lautet wie folgt:

„74. Die Entscheidung der Synode, die über das Jahr hin festgelegten Feste auf einen Sonntag zu verlegen …“. (DH 2674)

Leider muss man feststellen, dass wirklich fast alle verurteilten Sätze der Synode von Pistoia nach dem letzten Konzil offiziell Einzug in die Kirche hielten und zu dem jetzigen Zusammenbruch führten. Aber dies werden wir an einer anderen Stelle besprechen, obwohl sich der häretische Strang: Protestanten, Jansenisten, „Konzilsreformer“ wirklich sehr gut liturgisch nachverfolgen lässt, wovon schon Dom Guéranger berichtete, der nur die Ähnlichkeit zwischen den Protestanten und den Jansenisten kannte.

Bis 1955 wurde also sowohl im Brevier als auch in der Messe am 27.12 der heilige Johannes gefeiert. Der Lieblingsjünger Christi gleich nach dem ersten Märtyrer, der sogleich nach dem Weihnachtsfest zelebriert wurde. Die Liturgie lässt uns einfach nicht in der Weihnachtstimmung schwelgen, denn der Glaube ist keine Stimmung. Sie zeigt zuerst den Preis der wahren Nachfolge Christi – das Martyrium. Sie zeigt auch das Vorbild des besten Bekenners; der hl. Johannes der Evangelist hat als einziger unter allen Aposteln sein Leben nicht als Märtyrer beendet. Da Johannes als einziger den Mut zum Märtyrium unter dem Kreuz bewies, schenkte ihm der Herr ein wirklich langes Leben, denn die fünfte Lesung des zweiten Nokturns der heutigen Matutin des Tridentinischen Breviers, welche leider noch nicht auf divinum officium ins Deutsche übertragen wurde,[1] spricht davon, dass der hl. Johannes 68 Jahre nach dem Tod Christi in Ephesus gestorben ist. Dies wäre also im Jahre 101, da Christus, nach unserer Zeitrechnung, im Jahre 33 gestorben ist.[2] Da Johannes beim Tode und Auferstehung Christi ein Jüngling war, was in der Antike einen Mann unter 40 bedeutete, aber wahrscheinlich um die 20 Jahre alt oder älter war, so ist er wirklich sehr alt geworden und war bei seinem Tode sicherlich über 90 Jahre alt.

Das heutige Brevier preist vor allem zwei Eigenschaften Johannes:

  • seine Jungfräulichkeit,
  • seine Christusnähe.

Das eine resultiert aus dem anderen. Denn nur er, Johannes, war würdig auf der Brust Christi zu ruhen. Die kurzen Responsorien des ersten Nokturns, die nach den Lesungen rezitiert werden und Gott sei Dank in allen vorkonziliaren Brevieren beibehalten wurden, sprechen wie folgt:

R. Valde honorandus est beatus Joannes, qui supra pectus Domini in cena recubuit:
* Cui Christus in cruce matrem virginem virgini commendavit.
V. Virgo est electus a Domino, atque inter ceteros magis dilectus.
R. Cui Christus in cruce matrem virginem virgini commendavit.

R. Hochgeehrt ist der heilige Johannes, der auf der Brust des Herrn beim Abendmahl geruht hat * Welchem Christus am Kreuz die jungfräuliche Mutter übergeben hat, einer Jungfrau.

V. Die Jungfrau [Johannes] ist vom Herrn ausgewählt worden und war unter den anderen [Aposteln] am meisten geliebt.

R. Welchem Christus am Kreuz die jungfräuliche Mutter übergeben hat, einer Jungfrau.

Natürlich kommt unsere deutsche Übersetzung nicht an das Wortspiel, die Präzision und der Knappheit des Lateinischen heran. Und zwar aufgrund der Eigenart der beiden Sprachen. Johannes war jungfräulich, eine Jungfrau (virgo). Da er als einziger unter den Aposteln jungfräulich war, so war ihm diese körperliche Nähe mit dem ebenfalls jungfräulichen Christus gegeben. Natürlich wird in unserer Zeit alles Reine und Keusche in den Dreck gezogen und welcher Mann überhaupt oder junger Mann wird schon zugeben, dass er eine Jungfrau ist? Aber gerade die Jungfräulichkeit des Evangelisten Johannes macht seine Nähe sowohl zu Christus als auch zu Maria, der Jungfrau, möglich. Denn wörtlich heißt es weiter: „einer Jungfrau [Johannes] hat er [Christus] eine Mutter Jungfrau [Maria] übergeben (matrem virginem virgini commendavit)“. Dem Reinen die Reine.

Das nächste Responsorium, welches nach der zweiten Lesung des ersten Nokturns gelesen wird, konzentriert sich auf das Johannesevangelium, welches eine Frucht seiner Gottesnähe und Jungfräulichkeit ist.

R. Hic est discipulus ille, qui testimonium perhibet de his, et scripsit haec:
* Et scimus quia verum est testimonium ejus.
V. Fluenta Evangelii de ipso sacro Dominici pectoris fonte potavit.
R. Et scimus quia verum est testimonium ejus.

R. Dies ist jener Jüngling, der ein Zeugnis darüber ablegt und dies geschrieben hat: * Und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.

V. Die Ströme des Evangeliums hat er von der heiligen Quelle des Herzens des Herrn selbst getrunken.

R. Und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.

Der erste Vers des Responsoriums stellt Joh 21, 24 also das Ende des Johannesevangeliums dar, wo der Evangelist in der dritten Person von sich sagt: „Ich selbst war dabei.“ Und die Kirche, die er ja selbst als Bischof verkörpert, bestätigt diese Aussage, indem sie sagt: „Und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.“ Aber der zweite Vers ist wirklich liturgisch und nicht ausschließlich biblisch und stellt die Reflexion der Kirche dar. Er ist von einer ungeahnten Tiefe und Schönheit, wie sie die wahre Liturgie bietet. Johannes hat seine Weisheit und sein Evangelium, welches das „theologischste“ aller drei ist, tatsächlich von der Brust Christi getrunken. Seiner zuerst körperlichen und dann geistigen Christusnähe verdanken wir seine Theologie! „Von der heiligen Quelle selbst (de ipso sacro fonte)“, also er war tatsächlich an der Quelle selbst, nicht am einen der Flüsse, und zwar der Quelle „des Herzens des Herrn (Dominici pectoris)“. Das lateinische pectus, pectoris – bedeutet „Brust“, „Brustbein“, „Busen“, „Herz“ aber auch die inneren Werte, welche mit dem Herzen verbunden werden, also „Einsicht“, „Verstand“, „Geist“, „Seele“. Schon hier ist der Anfang der Herz Jesu Frömmigkeit, welche recht spät liturgisch begangen wurde. Das Herz Jesu als die Quelle der Theologie.

Herz Jesu, in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis sind

Cor Jesu, in quo sunt omnes thesáuri sapiéntiae et scientiae, …

sagt, ganz im johanneischem Sinne, die Herz Jesu Litanei.

Das dritte Responsorium des ersten Nokturns handelt vom Privileg des Lieblingsjüngers Christi, denn sogar Christus hat manche Apostel den anderen vorgezogen, Johannes allen, Petrus, Johannes und Jakob den übrigen. Und er wusste schon, warum.

R. Hic est beatissimus Evangelista et Apostolus Joannes
* Qui privilegio amoris praecipui, ceteris altius a Domino meruit honorari.
V. Hic est discipulus ille, quem diligebat Jesus, qui supra pectus Domini in cena recubuit.
R. Qui privilegio amoris praecipui, ceteris altius a Domino meruit honarari.
V. Glória Patri, et Fílio, * et Spirítui Sancto.
R. Qui privilegio amoris praecipui, ceteris altius a Domino meruit honorari.

R. Dies ist der seligste Evangelist und Apostel Johannes * Welcher mit dem Privileg einer besonderer Liebe verdient hat vom Herr höher als die anderen geehrt zu werden.

V. Dies ist jener Jüngling, den Jesus geliebt hat, welcher der auf der Brust des Herrn beim Abendmahl geruht hat *

R. Welcher mit dem Privileg einer besonderen Liebe verdient hat vom Herrn höher als die anderen geehrt zu werden.

V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn * und dem Heiligen Geist.

R. Welcher mit dem Privileg einer besonderen Liebe verdient hat vom Herr höher als die anderen geehrt zu werden.

Ja, bei Gott und Christus sind doch nicht alle Menschen gleich, denn es ist kein Kommunismus. Gott liebt manche mehr und manche weniger, weil sich die einen mehr und die anderen weniger anstrengen. Und Heiligkeit kostet! Daher gibt es verschiedene Stufen der Heiligkeit im Himmel und der Läuterung im Fegefeuer. Dieses Responsorium spricht vom Privileg amoris praecipui – „einer besonderen Liebe“. Das lateinische Adjektiv praecipuus bedeutet „den anderen vorausgenommen“, „besonders“, „eigentümlich“, „ausschließlich“. Es ist also ein Vorziehen. Warum? Weil er seine Jungfräulichkeit bewahrte und obwohl er im Ölgarten mit den anderen floh, so stand er unter dem Kreuz. Der zarte, jungfräuliche Jüngling unter lauter Frauen. Die starken Männer standen weit entfernt oder waren geflohen. Er hat sich also diesen Vorzug mehr als verdient und nach Ostern erst recht. Ja, manchmal ist das Zarte viel stärker als das angeblich Starke.

Diese schönen nährenden Sätze konnte man in allen Brevieren vor dem Konzil beten und sich an ihnen ergötzten. Aber, „der Teufel stachelte böse Menschen an“, wie ein immer wiederkehrender Satz in den Heiligengeschichten lautet, und wir bekamen die Liturgiereform und ihre Konsequenzen. Wir können aber alle die alten Breviere beten oder wenigstens uns an den hier übersetzten Responsorien erfreuen. Und keine „Reform“ kann es uns wegnehmen!

[1] http://divinumofficium.com/cgi-bin/horas/officium.pl Vielleicht im nächsten Jahr.

[2] Da der Mönch Dionysius Exiguus bei der Berechnung des neuen christlichen Kalenders die Jahre des Julians des Apostaten, wie viele sagen, einfach übersprang, so entstand u.a. ein „Rechenfehler“ bei der Übertragung der alten Zeitrechnung, welche ab urbe condita, also seit der Gründung Roms (753 v. Chr.) berechnet wurde (bei den Griechen seit der ersten Olympiade 776 v. Chr.). So ist Christus eigentlich nicht im Jahre 0, sondern wahrscheinlich im Jahre 6 vor Christus geboren worden. Mehr dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Dionysius_Exiguus http://adsabs.harvard.edu/full/1984JHA….15..177T

26. Dezember – St. Stephanus Märtyrer


 

Introitus: Ps 118, 23, 86 i 23
Sederunt principes, et adversum me loquebantur: et iniqui persecuti sunt me: adjuva me, Dómine Deus meus, quia servus tuus exercebatur in tuis justificatiónibus. — Ps. Beati immaculati in via, qui ambulant in lege Domini f. Gloria Patri. Es sitzen die Fürsten zu Gericht und sprechen gegen mich; böse Menschen verfolgen mich. O hilf mir, Herr, mein Gott; denn treu ergeben ist Dein Knecht Deinen Geboten. -(Ps.) Selig die Makellosen auf dem Lebenswege, die wandeln nach des Herrn Gesetz. V Ehre sei dem Vater

 

Graduale Ps. 118,23, i 86, 6. 5
Sederunt principes, et adversum me loquebantur et iniqui persecuti sunt me. f. Adjuva me, Dómine Deus meus : salvum me fac propter misericórdiam tuam. Es sitzen die Fürsten zu Gericht und sprechen gegen mich; böse Menschen verfolgen mich. Hilf mir, mein Herr und Gott; um Deiner Barmherzigkeit willen errette mich.

 

Alleluja, alleluja. Akt. 7, 56
Video coelos apertos, et Je­sum stantem a dextris virtutis Dei, Alleluia. Ich sehe den Himmel offen, und Jesus zur Rechten der Kraft Gottes stehen. Alleluja. 

 

Offertorium Akt. 6, 5 i 7, 59
Elegerunt Apóstoli Stephanum Levitam, plenum fide et Spiritu sancto: quem lapidaverunt Judaei orantem, et dicentem: Dómine Jesu, accipe spiritum meum, alleluia. Die Apostel wählten den Stephanus zum Diakon, einen Mann voll Glaubens und Hl. Geistes. Ihn steinigten die Juden; er aber sprach betend: «Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!» Alleluja.

 

Communio Akt. 7, 56, 59 i 60
Video coelos apertos, et Jesutn stantem a dextris virtutis Dei: Dó­mine Jesu, accipe spiritum meum, et ne statuas illis hoc peccatum. «Ich sehe den Himmel offen, und Jesus zur Rechten der Kraft Gottes stehen. Herr Jesus, nimm meinen Geist auf, und rechne ihnen diese Sünde nicht an!»

Weihnachten Messe am Tage


 

Introitus: Is. 9, 6.
Puer natus est nobis, et filius datus est nobis: cu­jus imperium super humerum ejus: et vocabitur nomen ejus, magni consilii Angelus. — Ps. Cantate Domino canticum novum :quia mirabilia fecit. f. Gloria. Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt; auf Seinen Schultern ruhet die Weltherrschaft. Sein Name ist: Künder des großen Ratschlusses. (Ps. 97, 1) Singet dem Herrn ein neues Lied; denn Wunderbares hat Er getan. V Ehre sei dem Vater .. – Ein Kind ist uns geboren.

 

Graduale Ps. 97, 3 i 2
Viderunt om­nes fines terrae salutare Dei nostri: jubilate Deo omnis terra. f. Notum fecit Dóminus salutare suum: ante conspectum gentium revelavit justitiam suam. Alle Länder der Erde schauen das Heil unsres Gottes. Drum jauchzet Gott, ihr alle Lande. V Der Herr hat kundgetan Sein Heil, Er offenbarte Seine Gnade vor den Augen der Völker.

 

Alleluja, alleluja.
Dies sanctificatus illuxit nobis: venite gentes, et adorate Dóminum: quia hódie descendit lux magna super terram. Alleluia. Ein hochheiliger Tag ging leuchtend uns auf. Kommet, ihr Völker; betet an den Herrn: denn ein großes Licht ließ heut sich herab auf die Erde. Alleluja.

 

Offertorium Ps. 88, 12-15
Tui sunt caeli, et tua est terra, orbem terrarum, et plenitudinem ejus tu fundasti: justitia et judicium praeparatio sedis tuae. Dein sind die Himmel, Dein ist die Erde; Du schufest den Erdkreis und was er umschließt. Auf Recht und Gerechtigkeit ruhet Dein Thron.

 

Communio Ps. 97, 3
Viderunt om­nes fines terrae salutare Dei nostri. Alle Länder der Erde schauen das Heil unsres Gottes.