Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (13 von 13)


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Wir müssen Ihnen widerstehen

An diesem Punkt in Ihrer turbulenten Amtszeit als „Bischof von Rom“ kann man nicht mehr bestreiten, dass ihre Präsenz auf dem Stuhl Petri eine klare und akute Gefahr für die Kirche darstellt. Im Angesicht dieser Gefahr müssen wir fragen:

Werden Sie nicht im Geringsten beunruhigt durch den Skandal und die Verwirrung, die Ihre Worte und Taten in Bezug auf die Heilssendung der Kirche und deren Lehre über Glauben und Moral verursacht haben, vor allem im Bereich der Ehe, Familie und Sexualität?

Ist es Ihnen niemals eingefallen, dass der endlosen Applaus der Welt für die „Franziskus Revolution“ das böse Omen ist, vor dem Unser Herr so dringend warnte?: „Wehe, wenn euch die Menschen lobpreisen! Denn ihre Väter haben ebenso an den falschen Propheten getan. (Lk 6:26 Allioli)“

Haben Sie kein Empfinden für die Spaltungen, die Sie innerhalb der Kirche provoziert haben dadurch, dass Sie sich mit einigen Bischöfen von der Lehre Ihrer Vorgänger über Geschiedene und „Wiederverheiratete“ abgewendet haben gestützt auf ihre angebliche Autorität, während andere die zweitausendjährige Lehre und Praxis, die Sie bemüht sind, zu stürzen, zu halten versuchen?

Fällt Ihnen nichts zu den zahllosen sakrilegischen Kommunionen ein, die aus Ihrer Genehmigung des Empfanges der Heiligen Kommunion für objektive öffentliche Ehebrecher und Andere in „irregulären Situationen“ resultieren, und die Sie schon en masse als Erzbischof von Buenos Aires erlaubt haben?

Erkennen Sie eigentlich, dass der Empfang der Heiligen Kommunion durch Menschen, die im Ehebruch leben eine Entweihung, eine direkte Sünde gegen „den Leib des Herrn“ ist, die die Verdammung verdient, und sowohl als auch ein öffentlicher Skandal ist, der den Glauben anderer bedroht, worauf beide, Benedikt XVI und Johannes Paul II im Einklang mit ihren Vorgängern bestanden?

Glauben Sie ganz im Ernst, Sie hätten die Macht, „barmherzige“ Ausnahmen von göttlich offenbarten moralischen Geboten in „bestimmten Fällen“  zu gewähren, um sie Ihren persönlichen Vorstellungen von „Inklusion“, ihrem offensichtlich wohlwollenden Blick auf Scheidung und Zusammenleben und Ihrer falschen Vorstellung von dem, was Sie in Ihrem Brief an die Bischöfe von Buenos Aires „pastorale Nächstenliebe“ nennen, anzupassen?

Haben Sie keinerlei Respekt für die gegenteilige Lehre all Ihrer Vorgänger im Papstamt?

Schlussendlich – haben Sie keine Angst vor dem Herrn und Seinem Urteil, welches sie in Ihren Predigten und spontanen Bemerkungen ständig herabsetzen und bestreiten, und dabei sogar– exakt im Gegensatz zum Glaubensbekenntnis –  erklären, dass „der Gute Hirte…bemüht ist, nicht zu richten, sondern zu lieben?“

Wir müssen der Bewertung der oben genannten katholischen Journalisten bezüglich Ihrem irrsinnigen Bestreben der (Freigabe der) Kommunion für Menschen in amoralischen sexuellen Beziehungen beipflichten: „Diese ganze Angelegenheit ist bizarr. Anders kann man das nicht ausdrücken.“ Darüber hinaus hat Ihr gesamtes bizarres Pontifikat zu einer Situation geführt, der die Kirche niemals vorher gegenüberstand: Ein Inhaber des Petrusstuhles dessen Bemerkungen, Erklärungen und Entscheidungen Angriffe auf die Integrität der Kirche sind, gegen die sich die Gläubigen ständig wappnen müssen. Der gleiche Autor kommt zu dem Schluss: „Ich sage das mit Trauer, aber ich aber ich habe Angst, dass der Rest dieses Papsttums jetzt durch Banden von Abtrünnigen, die Last der päpstlichen Häresie, durch ein drohendes – oder offenes – Schisma verscherbelt wird. Herr, erbarme Dich.“ Doch fast die gesamte Hierarchie leidet entweder schweigend oder feiert jubelnd dieses Debakel. Aber so war es während der großen arianischen Krise des 4. Jahrhunderts, wie Kardinal Newman bemerkenswerterweise beobachtete:

„Das Bischofskollegium war seiner Berufung untreu, während die Laien Ihrem Taufversprechen treu blieben, (und) zu einer Zeit sagten der Papst, zu einer anderen Zeit der Patriarch, der Metropolit und andere Kirchenfürsten, zu mancher Zeit ganze Konzilien etwas, was sie nicht sagen sollten oder taten etwas, was die geoffenbarte Wahrheit verdunkelte und kompromittierte, während andererseits das christliche Volk unter dem Schutz der Vorsehung ohne die kirchliche Stärke von Athanasius, Hilarius, Eusebius von Vercelli und anderen großartigen einzigartigen Bekennern im Stich gelassen worden wäre.“

In dem Maße, wie wir unserem Tauf- und Firmversprechen treu bleiben, sind wir als Laien zwar unwürdige Sünder, können aber nicht schweigen oder passiv bleiben angesichts Ihrer Verwüstungen. Wir sind aus Gewissensgründen gezwungen, Sie vor unseren Mitkatholiken öffentlich zu beschuldigen, wie es die geoffenbarte Wahrheit, das göttliche – und Naturrecht sowie das kirchliche Gemeinwohl einfordert. Um die o.g. Lehre des Heiligen Thomas zu zitieren, gibt es für den Papst keine Ausnahme vom Prinzip des Naturrechts, dass Einzelne Ihre Oberen rügen können, und das sogar öffentlich, wenn es eine „drohende Gefahr des Skandals bezüglich des Glaubens“ gibt. Ganz im Gegenteil, die Vernunft selbst zeigt uns, dass der Papst mehr als jeder andere Prälat korrigiert werden muss, sogar von denen, die „vom geraden Pfad“ abweichen.

Wir wissen, dass die Kirche keine bloß menschliche Institution ist und dass Ihr von Christus Unzerstörbarkeit verheißen ist. Päpste kommen und gehen, und die Kirche wird sogar dieses Pontifikat überleben. Aber wir wissen auch, dass Gott sich herablässt, durch menschliche Werkzeuge zu arbeiten und das vor allem durch die grundlegenden und nicht ersetzbaren Mittel des Gebetes und der Buße. Er erwartet von den Gliedern der streitenden Kirche, sowohl von Klerikern als auch von Laien, eine militante Verteidigung des Glaubens und der Moral gegen Bedrohungen aus jedweder Quelle – sei diese sogar ein Papst, wie die Kirchengeschichte mehr als einmal bewiesen hat.

Bei der Liebe zu Gott und der Allerseligsten Jungfrau, der Mutter der Kirche, die Sie bekennen, zu verehren, rufen wir Sie dazu auf, Ihre Fehler und Irrtümer zu widerrufen und den immensen Schaden, den Sie der Kirche, den Seelen und der Botschaft des Evangeliums zugefügt haben, rückgängig zu machen, damit sie nicht dem Beispiel von Papst Honorius folgen- einem Helfer und Anstifter zur Ketzerei, der von einem ökumenischen Konzil und seinem eigenen Nachfolger verurteilt wurde – und damit „den Zorn des Allmächtigen Gottes und der Heiligen Apostel Petrus und Paulus“ auf sich ziehen.

Aber wenn Sie Ihre prahlerischen „Vision“ einer mehr „barmherzigeren“ und evangelischeren Kirche im Gegensatz zu der einen von Christus gegründeten, deren Lehre und Disziplin sie unter Ihren Willen zu beugen suchen, nicht aufgeben, lassen sie die Kardinäle, die den Fehler Ihrer Wahl bereuen, ihrem Bluteid [in dem sie sich verpflichten den Glauben bis zum Vergießen ihres Blutes hin zu verteidigen, Red.] die Ehr erweisen und schlussendlich fordern wir öffentlich, dass sie Ihren Kurs ändern oder das Amt, dass sie Ihnen so sorglos anvertraut haben, aufgeben

Mittlerweile sind wir verpflichtet, Ihren Irrtümern aufgrund unserer eigenen Stellung in der Kirche zu widerstehen und unsere Mitkatholiken aufzufordern, sich mit uns in diesem Widerstand zu vereinigen und alle uns zur Verfügung stehenden legitimen Mittel zu  nutzen, den Schaden, den Sie entschlossen scheinen, dem Mystischen Leib Christi zuzufügen, abzumildern. Alle anderen Rekurse sind gescheitert, kein anderer Weg ist für uns offen.

Möge Gott Erbarmen mit uns, mit Seiner Heiligen Kirche und mit Ihnen als Ihrem irdischen Haupt haben!

Maria, Hilfe der Christen, bitte für uns!

 

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Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (12 von 13)


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Alle Beschwörungen ignorierend schmieden sie weiter an Ihrer „Revolution“

Während Sie Ihr Werk der Zerstörung fortführten, ignorierten Sie jedes persönliche Flehen, das an Sie gerichtet war, darunter unzählige Anfragen dahingehend, dass sie versichern, dass Amoris Laetitia nicht vom Stand der Lehre abweicht, sowohl als auch ein Dokument, das von einer Gruppe katholischer Gelehrter vorbereitet, ketzerische und fehlerhafte Sätze in Amoris identifiziert, die man sie bat zu verurteilen und zurückzuziehen. Es ist offensichtlich, dass Sie nicht die Absicht haben, brüderliche Zurechtweisung von wem auch immer zu akzeptieren, seien es auch die Kardinäle, die sie baten, die Gleichförmigkeit Ihrer Lehre mit dem unfehlbaren Lehramt zu klären.

Im Gegenteil, je mehr die Gläubigen beängstigt und alarmiert waren, desto kühner handelten Sie. Während sie Ihre programmatische Lockerung in der Praxis der moralische Lehre der Kirche bezüglich der Sexualität fortsetzten, haben Sie den Päpstlichen Rat für die Familie ermächtigt, das erste schulische „Sexualerziehungs“ Programm zu veröffentlichen, das jemals vom Heiligen Stuhl verbreitet worden war. Der Laienverband, der sich erhob, den Glauben gegen Ihren Ansturm von zersetzenden Neuheiten angesichts des allgemeinen Schweigens der Hierarchie zu verteidigen, hat eine Zusammenfassung dieses schrecklichen Lehrplanes veröffentlicht, der eklatant die beständige Lehre der Kirche bezüglich der Zurückweisung jedweder Form von explizitem schulischen Sexualkundeunterricht verletzt:

  • Übergabe der Sexualerziehung der Kinder an Erzieher, während die Eltern gleichsam daraus entlassen werden.
  • Das Versagen sexuelle Verhaltensweisen, wie Unzucht, Prostitution, Ehebruch, Verhütung, homosexuelle Aktivitäten und Selbstbefriedigung als objektiv sündige Handlungen, die die Liebe im Herzen zerstören und denjenigen von Gott trennen, zu benennen und zu verurteilen.
  • Das Versagen, die Jugend vor der ewigen Trennung von Gott (der Verdammung) durch ein Praktizieren schwerer sexueller Sünden zu warnen. Die Hölle wird nicht einmal erwähnt.
  • Das Versagen, zwischen lässlicher Sünde und Todsünde zu unterscheiden.
  • Das Versagen über das Sechste und Neunte oder irgendein anderes Gebot zu sprechen.
  • Das Versagen, über das Sakrament der Beichte als Weg zur Wiederherstellung der Beziehung zu Gott nach Begehen von Todsünden zu lehren.
  • Einen gesunden Sinn für Scham zu missachten, wenn über den Körper und Sexualität gesprochen wird.
  • Mädchen und Jungen zusammen in einer Klasse zu unterrichten.
  • Über den „Prozess der [sexuellen] Erregung“ zu sprechen.
  • Explizit sexuelle Bilder und solche, die Sex suggerieren in Arbeitsmappen zu verwenden (hierhier, and hier).
  • Empfehlungen für verschiedene explizit sexuelle Filme als Sprungbretter zur Diskussion ….
  • Das Versagen über Abtreibung als sehr schwerwiegendes Übel zu sprechen, sondern nur zu erwähnen, dass sie „eine starke psychische Schädigung“ verursacht.
  • Die Jugendlich verwirren, in dem man Phrasen wie „sexuelle Beziehung“ dafür verwendet, nicht den sexuellen Akt, sondern eine Beziehung, welche die ganze Person im Blickpunkt hat, zu charakterisieren.
  • Von „Heterosexualität“ als etwas zu sprechen, dass „entdeckt werden“ muss.
  • Als Beispiel für eine begabte berühmte Person einen prominenten Homosexuellen zu benennen.
  • Das „Dating“ Paradigma als Schritt in Richtung Ehe zu unterstützen.
  • Den Zölibat nicht als höchste Form der Selbsthingabe, der die Bedeutung der menschlichen Sexualität darstellt, zu betonen.
  • Das Versagen, die Lehre Christi über die Ehe zu erwähnen.

Der gleiche Verband stellt fest, dass der Lehrplan „Normen, die von ebendemselben Päpstlichen Rat verkündet wurden, verletzt“. Ein weiterer Laienverband protestiert dagegen, dass er (der Lehrplan) häufigen Gebrauch von explizit sexuellen und moralisch verwerflichen Bildern macht, während er (gleichzeitig) versäumt, die katholische Lehre mit ihren elementaren Quellen der Zehn Gebote und dem dem Katechismus der Katholischen Kirche klar zu identifizieren und daraus her zu erklären. Er kompromittiert die Unschuld und Integrität der jungen Menschen, welche der rechtmäßigen Fürsorge ihrer Eltern anvertraut ist. Die Laienanführer der katholischen Familienbewegung haben ihn zu Recht als „durch und durch unmoralisch“, „völlig unangemessen“ und „ziemlich tragisch“ gebrandmarkt. Wie einer von ihnen erklärte: „Eltern dürfen sich keiner Illusion hingeben: das Pontifikat von Papst Franziskus markiert die Kapitulation der Vatikanischen Autoritäten gegenüber der weltweiten sexuellen Revolution und bedroht direkt ihre eigenen Kinder.“

Aber diese radikale Abkehr von der früheren Lehre und Praxis ist ausschließlich nur im Einklang mit den Neuartigkeiten von Amoris zu sehen, die, während sie komplett die traditionelle Lehre der Kirche ignoriert – der Lehre, dass die Eltern und nicht die Lehrer in den Klasssenräumen die Hauptverantwortung für die notwendige Aufklärung ihrer Kinder in diesem höchst sensiblen Gebiet tragen, und Sorge tragen, nicht in „Details abzusteigen“ sondern vielmehr „solche Heilmittel einzusetzen, die den doppelten Effekt des Öffnens der Tür zur Tugend der Reinheit und des Verschließens der Tür zum Laster erzeugen –  „die Notwendigkeit für Sexualerziehung “ in „Bildungseinrichtungen “ verkündet.

Ihre „Revolution“ ist aber kaum auf sexuelle Angelegenheiten beschränkt. Sie haben vor kurzen eine Komission, darunter sechs Frauen, einberufen, das Thema der weiblichen „Diakone“ zu studieren, das bereits von einer vatikanischen Kommision im Jahre 2002 untersucht wurde. Diese Komission schlussfolgerte, dass der Diakonat zusammen mit dem Priestertum und dem Episkopat zum geweihten Klerikerstand gehört und dass so genannte „Diakonissen“ in der frühen Kirche nicht geweihte Diener [ministri Red.], sondern nur kirchliche Helfer mit höchstens so viel Autorität wie Nonnen waren, die „begrenzte Dienste für Frauen“ durchführten, aber sicher nicht Taufen oder Hochzeiten. Die Diakonissen würden also in Ihren Augen nicht mehr als in klerikale Gewänder verkleidete Frauen sein, da Frauen unmöglich irgendeinen Grad des Weihesakraments empfangen können.

In dem Maße, wie Sie fortfahren den Respekt gegenüber der völligen Ernsthaftigkeit und dem übernatürlichen Charakter der sakramentalen Ehe zu untergraben, bereiten Sie die Maximierung des Respektverlustes des bereits drastisch missachteten männlichen Priestertums vor. Was kommt als nächstes? Vielleicht eine „Entspannung“ der apostolischen Tradition des klerikalen Zölibates, von der Sie schon erklärten, sie sei „auf meiner Agenda“

Und nun, wo sich Ihre Revolution weiter beschleunigt, bereiten Sie sich für Ihre Abreise im Oktober nach Schweden vor, wo Sie an einem gemeinsamen „Gebet“ mit einem verheirateten luterischen „Bischof“ teilnehmen werden, dem Chef des Abtreibungs- und Homoehe-freundlichen Lutherischen Weltbundes, um „der so genannten Reformation, die von Martin Luther ins Leben gerufen wurde, zu „gedenken“ .

Es ist unvorstellbar, dass ein römischer Pontifex die Erinnerung an diesen Wahnsinnigen ehren könnte, den zerstörerischsten Häretiker in der Geschichte der Kirche, der die Einheit der Christenheit zerschlug und den Weg für endlose Gewalt und Blutvergießen und den Zusammenbruch der Moral in ganz Europa öffnete. Wie Luther berühmt-berüchtigterweise erklärte: „Wenn ich Erfolg in der Beseitigung der Messe habe, dann will ich glauben, dass ich den Papst vollständig bezwungen habe. Wenn der frevelhafte und verfluchte Gebrauch der Messe überwunden ist, dann wird das Ganze fallen“ Es ist bemerkenswert ironisch, dass der Erz-Häretiker, den Sie mit Ihrer Anwesenheit zu ehren beabsichtigen, diese Worte in einem Brief an Heinrich VIII. aussprach, der alle in England ins Schisma führte, weil der (damalige) Papst seinen Wunsch nach Scheidung und „Wiederverheiratung“ einschließlich des Zugangs zu den Sakramenten nicht aufnahm.

Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (11 von 12)


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„Ausnahmen“ des Moralischen Gesetzes können nicht begrenzt werden

Merkwürdigerweise, wie auch immer, scheint Ihre neuartiges moralisches Kalkül nicht auf die anderen Sünden angewendet zu werden, die Sie ständig verurteilen, während Sie dabei sorgfältig die Grenzen der politischen Korrektheit beachten. Nirgendwo, zum Beispiel, weisen Sie auf „komplexe Umstände“ oder „Grenzen, die die Verantwortung und Schuld verringern“ hin, die die Mafiosi entschuldigen würden, die Sie rhetorisch en masse exkommunizierten und vor der Hölle warnten. Die Reichen verurteilen Sie als Blutsauger. Haarsträubender Weise klagen Sie sogar die treuen Katholiken der „Sünde der Wahrsagerei“ und der „Sünde des Götzendienstes“ an, weil sie die „Überraschungen Gottes“ – so bezeichnen Sie Ihre Neuartigkeiten – nicht akzeptieren wollen.

Ihr gesamtes Pontifikat scheint auf die Erklärung einer Amnestie für Sünden des Fleisches zentriert zu sein, diejenigen Sünden, die mehr als jede andere Sünde, wie Unsere Liebe Frau von Fatima warnte, Seelen in die Hölle schicken. Was lässt Sie denken, dass den moralischen Dschinn-den Flaschengeist, den Sie aus der Flasche rausließen, und das Sie den „Gott der Überraschungen“ nennen, nur auf die moralischen Vorschriften beschränkt werden kann, auf deren Anwendung Sie überaus rigide zu harren scheinen? Ausnahmen für das eine, ausnahmslose moralische Gesetz zu kreieren führt zur Aufhebung aller Gesetze. Ihre Neuerungen greifen die Grundlage des Glaubens an und drohen, das gesamte Gebäude der Moral der Kirche „wie ein Kartenhaus“ zusammenfallen zu lassen – genau das, was treue Katholiken Ihre Meinung nach erreichen wegen Ihres angeblichen „Rigorismus“ und der Bindung an „kleinkarierte Regeln“.

Doch solche offensichtlichen Konsequenzen missachten Sie. Als Sie nach Ihrem Grund zur Gegnerschaft gegenüber den „Ultra Konservativen“, damit sind die rechtgläubigen Bischöfe und Kardinäle gemeint, gefragt wurden, erwiderten Sie mit der sorglosen Arroganz, die ein Markenzeichen Ihrer Kirchenregierung ist:

„Sie machen Ihren Job und ich mache meinen. Ich möchte eine Kirche, die offen ist, die versteht, die verwundete Familien begleitet. Sie sagen zu Allem Nein. Ich gehe vorwärts ohne über meine Schulter zu blicken“

In einer erstaunlichen Zurschaustellung von hochmütiger Verachtung für die Kirche, zu deren Haupt Sie gewählt wurden, wagten Sie zu sagen:

„Die Kirche folgt manchmal selbst einer harten Linie, sie fällt in die Versuchung, einer harten Linie zu folgen, in die Versuchung, nur die moralischen Regeln zu betonen, die viele Menschen ausschließen.“

Niemals vorher hat ein Papst erklärt, dass er persönlich dem Mangel der Kirche an Offenheit und Verständnis und ihrer „Versuchung“ eine „harte Linie“ der Moral, die Leute ausschließt, einzunehmen, abhilft. Solch alarmierend anmaßenden Äußerungen geben zu dem deutlichen Eindruck Anlass, dass Ihre unerwartete Wahl eine fast apokalyptische Entwicklung darstellt.

Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (10 von 12)


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Eine „Pastorale Praxis“ im Krieg mit dem Lehramt

Sie haben als die einzig richtige Interpretation von Amoris Laetitia ein moralisches Kalkül abgesegnet, das in der Praxis die gesamte Moralordnung unterminieren würde, nicht nur die Normen der Sexualmoral, die sie offensichtlich versuchen zu untergraben. Für die Anwendung von wirklich jeder moralischen Norm kann eine „Undurchführbarkeit“  aufgrund einer talismanartigen Beschwörung von „komplexen Umständen“ die von einem Priester oder einem Bischof in der „pastoralen Praxis“ „erkannt“ werden, während die Norm als allgemeine Regel fromm als unverändert  und unveränderbar verteidigt wird.

Das nebulöse Kriterium der „Einschränkungen, die Verantwortung und Schuld verringern“ könnte auf alle Arten von gewöhnlichen Todsünde angewendet werden, einschließlich dem (nicht ehelichen) Zusammenleben – das sie schon mit einer „wahre Ehe“ verglichen haben – „homosexuellen Partnerschaften“ – deren Legitimierung Sie sich verweigert haben, entgegenzutreten – und Empfängnisverhütung, zu der Sie unglaublicherweise erklärten, sie sei moralisch zulässig, um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern, was der Vatikan später als Ihre Ansicht in der Tat bestätigte

So würde die Kirche „in bestimmten Fällen“ in der Praxis dem widersprechen, was sie in den Prinzipien der Moral lehrt. Das bedeutet einen praktischen Umsturz des Moral Prinzips. Inmitten der „Schein“ Synode, aber ohne auf Sie Bezug zu nehmen verurteilt Kardinal Robert Sarah zu Recht eine solch fadenscheinigen fehlenden Zusammenhänge zwischen moralischen Vorschriften und ihrer „pastorale Anwendung“:

„Die Idee, das Lehramt in eine hübsche Kiste zu packen, wobei die pastorale Praxis von ihm abgetrennt wird – ein Lehramt, das sich hin zu den Umständen, Moden und Leidenschaften weiterentwickeln könnte– ist eine Form der Häresie, eine gefährliche schizophrene Pathologie.“

Und dennoch, wie Sie es gerne haben wollten, basierend auf der „Unterscheidung“ örtlicher Priester oder Bischöfe, können bestimmte Leute, die im objektiven Zustand des Ehebruches leben für subjektiv unschuldig erachtet werden und zur Heiligen Kommunion zugelassen werden, ohne jegliche Verpflichtung ihr Leben zu bessern, obwohl sie wissen, dass die Kirche lehrt, dass ihre Beziehung ehebrecherisch ist. In einem kürzlich erschienenen Interview hat der renommierte österreichische Philosoph Josef Seifert, ein Freund Johannes Paul II. und einer der vielen Kritiker von Amoris, deren privates Ersuchen für eine Korrektur oder das Zurückziehen des Dokumentes Sie ignoriert haben, öffentlich die moralische und pastorale Absurdität dessen, was Sie jetzt ausdrücklich genehmigen, festgestellt:

„Wie soll das umgesetzt werden? Soll der Priester zu dem einem Ehebrecher sagen: „Sie sind ein guter Ehebrecher. Sie sind im Stand der Gnade. Sie sind eine sehr fromme Person, so dass sie meine Absolution erhalten, ohne Änderung ihres Lebens und sie können die heilige Kommunion erhalten.“ Und wenn ein anderer kommt, wird (der Priester) sagen: „ Oh sie sind eine wirklicher Ehebrecher. Sie müssen zuerst beichten. Sie müssen Ihren Lebenswandel widerrufen und ihr Leben ändern und dann können Sie zur Heiligen Kommunion gehen“. Wenn aber ein anderer [Ehebrecher] kommt, dann sagt [der Priester]: ‚Oh, Sie sind ein wirklicher Ehebrecher. Sie müssen beichten. Sie müssen Ihrem Lebenswandel widersagen. Sie müssen Ihr Leben ändern und dann können Sie zur Kommunion gehen‘“.

„Ich meine, wie soll das funktionieren? ….Wie kann ein Priester ein Richter der Seele sein (und) sagen, daß der eine ein richtiger Sünder und der andere nur ein unschuldiger, guter Mann ist? Ich denke, dass scheint völlig unmöglich zu sein! Einzig ein Priester, der eine Art der Seelenschau wie Pater Pio besäße, könnte möglicherweise so etwas sagen, aber er (Pater Pio) würde so etwas nicht sagen…“

Mit Ihrem Lob und Ihrer Zustimmung suggerieren die Bischöfe von Buenos Aires sogar, dass die Kinder dadurch leiden werden, dass ihren geschiedenen und „wiederverheirateten“ Eltern im Weiteren nicht mehr erlaubt sein wird, ihre sexuellen Beziehungen außerhalb der Ehe fortzusetzen, während sie (gleichzeitig) das Allerheiligste Altarsakrament entweihen. Ein kasuistischer Verteidiger Ihrer Abkehr von der gesunden Lehre mutmaßt, dass das bedeutet, dass Ehebruch nur eine lässliche Sünde sei, wenn ein Partner im Ehebruch „gezwungenermaßen“ die ehebrecherische sexuelle Beziehung fortführt, weil der andere Partner damit droht, die Kinder zu verlassen, wenn er (der andere) nicht zur sexuellen Befriedigung bereit sei. Nach dieser moralischen Logik würde jede Todsünde, eingeschlossen Abtreibung zur lässlichen Sünde nur deswegen werden, weil eine Partei damit droht, die ehebrecherische Beziehung dann zu beenden, wenn die Sünde nicht begangen wird.

Schlimmer noch sogar – wenn das möglich wäre – wagen es, die Bischöfe von Buenos Aires unter Berufung auf Ihre Neuheiten zu behaupten, dass Menschen die weiterhin habituell in ehebrecherischen sexuellen Beziehungen engagiert sind, in der Gnade wachsen werden, während sie sakrilegisch die Heilige Kommunion erhalten.

Sie haben weniger eine „Änderung der Disziplin“ als eine radikale Umwandlung der zugrundeliegenden moralischen Lehre ausgeklügelt, die schlussendlich eine Form der Situationsethik in der Kirche institutionalisieren würde die allgemein verbindliche, objektive moralische Vorschriften zu bloßen allgemeinen Regeln dadurch reduzieren würde, dass angeblich durch unzählige subjektive „Ausnahmen“ auf der Basis von „komplexen Umständen“ und „Beschränkungen“ Todsünden zu lässlichen Sünden oder bloßen Fehlern minimiert werden, die kein Hindernis für die Heilige Kommunion mehr darstellen.

Aber der inkarnierte Gott hat keine dieser „Ausnahmen“ erlaubt, als er mit seiner göttlichen Autorität anordnete: „Ein jeder, der sein Weib entlässt, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe, und wer eine vom Manne Entlassene heiratet, bricht die Ehe“. [nach Allioli Red.] Jeder.

Außerdem, wie die Kongregation für die Glaubenslehre unter Johannes Paul II in der Ablehnung des „Kasper Vorschlags“, der die ganze Zeit ganz klar schon Ihr Vorschlag war, erklärte:

„Diese Norm (öffentliche Ehebrecher von den Sakramenten auszuschließen) ist keineswegs eine Strafe oder eine Diskriminierung der Geschiedenen und Wiederverheirateten, sondern spricht vielmehr eine objektive Situation an, die in sich selbst den Empfang der heiligen Kommunion unmöglich macht.“

Das heißt, die Kirche kann niemals denen, die im Ehebruch leben, erlauben, so behandelt zu werden, als ob ihre amoralischen Verbindungen als wahre Ehen gelten würden, sogar auch dann nicht, wenn die Partner im Ehebruch in unplausibler Weise behaupten, subjektiv unschuldig zu sein, während sie wissentlich in Verletzung des unfehlbaren Lehramtes der Kirche leben. Der daraus resultierende Skandal würde den Glauben der Menschen sowohl an die Unauflöslichkeit der Ehe, als auch an die reale Gegenwart Christi in der Eucharistie aushöhlen und definitiv zerstören. Mit Ihrer vollen Zustimmung jedoch haben die Bischöfe von Buenos Aires die Mahnung Johannes Paul II. in Familiaris consortio abgelehnt, dass, „wenn diese Menschen zur Eucharistie zugelassen werden, die Gläubigen in den Irrtum und die Verwirrung in Bezug auf die Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe geführt werden.“

Genau in diesem Moment der Geschichte der Kirche führen Sie daher die Gläubigen „in den Irrtum und die Verwirrung in Bezug auf die Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe.“ Tatsächlich sind Sie entschlossen, Ihren verirrten Willen der Kirche aufzuzwingen, dass Sie in Amoris (Nr. 303) es wagen zu behaupten, das Gott selbst die fortgesetzten sexuellen Beziehungen der geschiedenen „Wiederverheirateten“ duldet, wenn diese in ihren „komplexen“ Umständen nichts Besseres tun können:

„Doch dieses Gewissen kann nicht nur erkennen, dass eine Situation objektiv nicht den generellen Anforderungen des Evangeliums entspricht. Es kann auch aufrichtig und ehrlich das erkennen, was vorerst die großherzige Antwort ist, die man Gott geben kann, und mit einer gewissen moralischen Sicherheit entdecken, dass dies die Hingabe ist, die Gott selbst inmitten der konkreten Vielschichtigkeit der Begrenzungen fordert, auch wenn sie noch nicht völlig dem objektiven Ideal entspricht.“

Dadurch, dass Sie in Ihrem Brief an die Bischöfe von Buenos Aires ausdrücklich die Heilige Kommunion für ausgewählte öffentliche Ehebrecher erlauben, untergraben Sie auch die Möglichkeit der konservativeren Bischöfe die traditionelle Lehre der Kirche beizubehalten. Wie können Bischöfe in Amerika, Kanada und Polen, zum Beispiel, weiterhin auf der 2000jährigen kirchlichen Disziplin bestehen, die untrennbar mit der geoffenbarten Wahrheit verbunden ist, wenn Sie mit der Autorität Ihrer „apostolischen Exhortation“ in Buenos Aires davon dispensiert haben? Auf welcher Grundlage werden diese Bischöfe angesichts einer Flut von Einsprüchen stehen, jetzt, wo Sie die Basis der Tradition unter ihren Füßen entfernt haben?

Zusammenfassend erklären Sie jetzt nach Jahren der kunstvollen Zweideutigkeit bezüglich der Stellung der öffentlichen Ehebrecher zu Beichte und Heiliger Kommunion genau so kunstvoll den angeblichen Sturz der Lehre und Praxis der Kirche durch den Einsatz eines „vertraulichen“ Briefes, von dessen Durchsickern sie gewusst haben müssen. Dieser Brief, den Sie als Antwort auf ein Dokument aus Buenos Aires sendeten, ist ein Teil des von Ihnen geführten Prozesses, den Sie seit der Schanden-„Synode über die Familie“ ankündigten.

Wie der katholische Intellektuelle und Autor Antonio Socci schrieb: „Es ist das erste Mal in der Geschichte der Kirche, dass ein Papst einen Umsturz des moralischen Gesetzes unterschrieben hat.“ Kein früherer Papst hat jemals eine solche Schandtat begangen.

Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (9 von 12)


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Ein schwerer sittlicher Irrtum wird nun ausdrücklich genehmigt

Und nun, um die hinterhältige Verwendung einer Mehrdeutigkeit hinter sich zu lassen, haben Sie hinter den Kulissen ausdrücklich zugelassen, was Sie in der Öffentlichkeit zweideutig tolerierten. Ihr „vertraulicher“ Brief an die Bischöfe der Pastoralregion Buenos Aires hat ein Licht auf die Regelung geworfen, in der Sie als Erzbischof bereits Sakrilegien in den Heiligen Messen in den villas (Slums) genehmigten.

In diesem Brief loben Sie das Dokument der Bischöfe über die „Grundlegende Kriterien der Anwendung von Kapitel Acht von Amoris Laetitia“ – als gäbe es die Pflicht, dieses Dokument anzunehmen und so eine Änderung der 2000jährigen kirchlichen Sakramentendisziplin zu erzeugen. Sie schreiben: „Das Dokument ist sehr gut und erklärt vollständig die Bedeutung von Kapitel VIII von Amoris Laetitia. Es gibt keine andere Interpretation.“ Ist es ein Zufall, dass diese Dokument gerade von der Erzdiözese kommt, in der Sie als Erzbischof schon längst öffentliche Ehebrechern und in eheähnlichen Verhältnissen Lebende zur Heiligen Kommunion zugelassen haben?

Was vorher nur angedeutet war, ist nun eindeutig geworden, und diejenigen, die darauf bestanden, dass sich durch Amoris Laetitia nichts ändert, haben sich lächerlich gemacht. Das Dokument, das Sie als die einzig korrekte Interpretation von Amoris Laetitia loben, unterminiert radikal die von Ihren Vorgängern verteidigte Lehre und Praxis der Kirche. Erstens reduziert sie den moralischen Imperativ –  dass geschiedene und „wiederverheiratete“ Paare „in völliger Enthaltsamkeit, d.h. die Akte, die Ehepaaren vorbehalten sind, meidend, leben sollen.“ – zu einer bloßen Möglichkeit. Nach Ansicht der Bischöfe von Buenos Aires – und mit Ihrer Zustimmung – ist es nur noch „möglich, vorzuschlagen, dass diese Paare die Absicht haben, enthaltsam zu leben. Amoris Laetitia ignoriert nicht die Schwierigkeiten dieser Option.

Die Kongregation für die Glaubenslehre deklariete definitiv vor nur 18 Jahren, in der Herrschaft desselben Papstes, den Sie heiliggesprochen haben: „Wenn die erste Ehe von zwei geschiedenen und wiederverheirateten gläubigen Personen gültig war, kann unter keinen Umständen Ihre neue Verbindung als rechtmäßig anerkannt werden und deshalb ist der Empfang der Sakramente für Sie in sich selbst unmöglich. Das Gewissen des Einzelnen ist ohne Ausnahme an diese Norm gebunden.“ Das ist die beständige Lehre der katholischen Kirche seit zwei Jahrtausenden.

Außerdem hat weder ein Gemeindepfarrer noch ein Bischof die Macht, im so genannten „Forum internum“ die Behauptung von demjenigen der im Ehebruch lebt, anzuerkennen und anzunehmen. Die Behauptung nämlich, dass sein Gewissen Ihm mitteilt, dass seine sakramentale Ehe wirklich ungültig war. Die Glaubenskongregation ermahnt weiter: „Die Ehe hat einen fundamental öffentlichen kirchlichen Charakter und das Axiom, dass nemo iudex in propria causa (niemand Richter in seinem eigenen Fall ist) gilt. Wenn geschiedene und wiederverheiratete Gläubige meinen, dass ihre frühere Ehen ungültig seien, sind sie deswegen verpflichtet an ein zuständiges Ehegericht zu appellieren, dass diese Frage objektiv und mit allen verfügbaren rechtlichen Möglichkeiten untersuchen wird.“

Nachdem die Bischöfe von Buenos Aires eine moralische Norm, die keine Ausnahmen kennt, die in der göttlichen Offenbarung verwurzelt ist die unter Berufung auf Amoris Laetitia als einziger Autorität reduziert haben und das, was die Kirche seit 2000 Jahren lehrt, zu einer Möglichkeit machten, erklärten sie als Nächstes: „Andererseits, bei noch komplexeren Umständen und wenn es unmöglich ist, eine Nichtigkeitserklärung zu erhalten, ist die oben genannte Option tatsächlich nicht anfechtbar.“ Eine universelle moralische Norm wird somit zu einer Kategorie einer bloßen Richtlinie degradiert, wenn der örtliche Priester in bestimmten, nicht näher definierten, „komplexen Umständen“ diese Norm für undurchführbar hält.“  Was bedeuten exakt diese „komplexen Umstände“ und was hat die Komplexität mit ausnahmslosen moralischen Normen, die auf der Offenbarung gründen, zu tun?

Schlussendlich erreichen die Bischöfe die desaströse Schlussfolgerung, die Sie von Beginn der „synodalen Reise“ beabsichtigten über die Kirche zu verhängen:

„Dennoch ist es ebenso möglich, eine Reise der Unterscheidung zu unternehmen. Wenn jemand zu der Erkenntnis kommt, dass es in einem bestimmten Fall Einschränkungen gibt, die die Verantwortung und Schuld (301-302 in Amoris Laetitia) verringern, vor allem dann, wenn eine Person einschätzt, dass sie durch Folgehandlungen die Kinder der neuen Beziehungen schädigen würde, eröffnet Amoris Laetitia die Möglichkeit des Empfanges der Sakramente der Versöhnung und der Eucharistie (Fußnoten 336 and 351 in Amoris Laetitia). Diese wiederum befähigen diese Person weiter zu reifen und mit Hilfe der Gnade zu wachsen.“

Mit Ihrem Lob und Ihrer Zustimmung erklären die Bischöfe von Buenos Aires erstmals in der Geschichte der Kirche, dass eine nicht näher definierte Gruppe von Menschen, die im Ehebruch leben, absolviert werden und die heilige Kommunion empfangen können, während sie in diesem (ehebrecherischen) Zustand verbleiben. Die Konsequenzen sind katastrophal.

Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (8 von 12)


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Amoris Laetitia: das Wirkliche Motiv für die Synode der Schande

Diese Krise erreichte ihren Höhepunkt nach dem Abschluss Ihrer katastrophalen „Synode über die Familie.“ Obwohl sie dieses Ereignis von Anfang bis Ende manipulierten, um das Ergebnis, das sie sich gewünchst hatten, zu erreichen – die Heilige Kommunion für öffentliche Ehebrecher „in bestimmten Fällen“ – verfehlte es Ihre Absicht wegen des Widerstandes der konservativen Synodenväter, die Sie als solche demagogisch denunzierten , „die verschlossene Herzen … haben, die sich oft sogar hinter den Lehren der Kirche oder hinter den guten Absichten verstecken, um sich auf den Stuhl des Mose zu setzen und – manchmal mit Überheblichkeit und Oberflächlichkeit – über die schwierigen Fälle und die verletzten Familien zu richten“

In einem brutalen Missbrauch von Rhetorik verglichen Sie Ihre rechtgläubigen Bischofs-Gegner mit den Pharisäern, die Scheidung und „Wiederverheiratung“ entsprechend den mosaischen Gesetzen praktizierten. Aber das waren vor allem diejenigen Bischöfe, welche die Lehre Christi gegen die Pharisäer – und gegen Ihre eigenen Entwürfe verteidigten. Tatsächlich aber scheint es Ihre Absicht zu sein, durch einen Weg der „neo-mosaischen Praxis“ eine pharisäische Akzeptanz der Scheidung wiederzubeleben.  Ein renommierter katholischer Journalist, der für seinen moderaten Ansatz zur Analyse der kirchlichen Angelegenheiten bekannt ist, protestierte gegen Ihr verwerfliches Verhalten: „Für einen Papst ist es bizarr, diejenigen, die gläubig dieser Tradition treu bleiben als unbarmherzig zu charakterisieren und sie mit den hartherzigen Pharisäern zu vergleichen, sowie sie  gegen den barmherzigen Jesus auszuspielen.“

Letztendlich wurde der Synodenbericht, den Sie so sehr angepriesen haben, als eine Farce enthüllt, der die schon vorher festgelegte Schlussfolgerung Ihrer entsetzlichen „Apostolischen Exhorattion“ Amoris laetitia vorwegnehmend offenbarte. Darin öffneten Ihre Ghostwriter mit kunstvoller Vieldeutigkeit weit die Tür zur Kommunion für öffentliche Ehebrecher, in dem sie das naturrechtliche Verbotes des Ehebruches zu einer „allgemeine Regel“ reduzierten, die Ausnahmen für Leute kennt, die „große Schwierigkeiten im Verständnis der ihm (dem Naturrecht)  innewohnenden Werte“  haben, oder „in konkreten Situationen leben, die ihnen nicht erlauben, anders zu handeln“…(¶¶ 2, 301, 304)” Amoris Laetitia ist ein durchsichtiger Versuch, eine abgemilderte Form der Situationsethik in die Sexualmoral einzuschmuggeln, als ob der Irrtum dadurch begrenzt werden könnte.

Ihre offensichtliche Besessenheit, die Heilige Kommunion für öffentliche Ehebrecher zu legitimieren, hat Sie dazu geführt, dem beständigen Lehramt der Moral und dem darin eingeschlossenen Lehramt Ihrer beiden unmittelbaren Vorgänger zu trotzen. Diese Disziplin basiert auf der Lehre unseres Herrn Jesus Christus selbst über die Unauflöslichkeit der Ehe, sowohl als auch auf der Lehre des Heiligen Paulus über die göttliche Strafe beim unwürdigen Kommunionempfang. Um Johannes Paul II. in diesem Zusammenhang zu zitieren:

„…Die Kirche bekräftigt jedoch ihre auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, wiederverheiratete Geschiedene nicht zum eucharistischen Mahl zuzulassen. Sie können nicht zugelassen werden; denn ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse stehen in objektivem Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht. Darüber hinaus gibt es noch einen besonderen Grund pastoraler Natur: Ließe man solche Menschen zur Eucharistie zu, bewirkte dies bei den Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe Irrtum und Verwirrung.                                                                                                                                                                                                               

Die Wiederversöhnung im Sakrament der Buße, das den Weg zum Sakrament der Eucharistie öffnet, kann nur denen gewährt werden, welche die Verletzung des Zeichens des Bundes mit Christus und der Treue zu ihm bereut und die aufrichtige Bereitschaft zu einem Leben haben, das nicht mehr im Widerspruch zur Unauflöslichkeit der Ehe steht. Das heißt konkret, dass, wenn die beiden Partner aus ernsthaften Gründen – zum Beispiel wegen der Erziehung der Kinder – der Verpflichtung zur Trennung nicht nachkommen können, „sie sich verpflichten, völlig enthaltsam zu leben, das heißt, sich der Akte zu enthalten, welche Eheleuten vorbehalten sind“ (Johannes Paul II., Homilie zum Abschluß der VI. Bischofssynode (25.10.1980), 7: AAS 72 (1980) 1082). [Familiaris consortio, n. 84]

Sie haben die weltweiten Bitten von Priester, Theologen und Moralphilosophen, katholischen Vereinigungen und – Journalisten und sogar die Bitten einer Anzahl von couragierten Prälaten inmitten einer sonst schweigenden Hierarchie ignoriert, die tendenziöse Zweideutigkeiten und die klaren Irrtümer von Amoris Laetitia insbesondere in Kapitel Acht zurückzuziehen oder zu „klären“ .

Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (7 von 12)


christus-pantokrator

Ein unerbittlicher Drang, der sexuellen Amoral ein Heimrecht in der Kirche zu geben

Aber nichts übersteigt die Arroganz und Dreistigkeit, mit der Sie der universalen Kirche die gleiche böse Praxis auferlegen, wie sie es als Erzbischof von Buenos Aires verfolgt haben: die sakrilegische Erlaubnis, das Allerheiligste Altarsakrament Menschen zu reichen, die in ehebrecherischen „Zweitehen“ leben, oder solchen zu geben, die ohne standesamtliche Trauung zusammenleben.

Fast vom ersten Augenblick Ihrer Wahl an haben Sie den „Kasper Vorschlag“ gefördertder wiederholt vom Vatikan unter Johannes Paul II. zurückgewiesen wurde. Kardinal Kasper, ein Erzliberaler sogar innerhalb der deutschen Hierarchie, hatte schon lange für die Zulassung von geschiedenen und „wiederverheirateten“ Personen zur Heiligen Kommunion in „bestimmten Fällen“ argumentiert. Es sollten diejenigen zum Sakrament zu gelassen werden, die nach einen fingierten und unwahren „Bußweg“ weiterhin ihre ehebrecherischen sexuellen Beziehungen aufrechterhalten. Kasper gehörte zur „St. Gallen Gruppe“, die für Ihre Wahl geworben hat, und Sie belohnten sein Beharren in diesem Irrtum fürstlich damit, ihn vor der Presse als „päpstlichen Theologen“ zu nominieren.

Es scheint, Sie nehmen auf die sakramentale Ehe als objektive Tatsache wenig Rücksicht, im Gegensatz zu dem, was die Leute subjektiv bei dem Status der unmoralischen Beziehungen empfinden, welche die Kirche niemals als Ehe anerkennen kann. In den Bemerkungen, die für sich allein genommen Ihr bizarres Pontifikat bis zum Ende der Zeit diskreditieren werden, erklärten Sie, dass „die übergroße Mehrheit der sakramentalen Ehen ungültig“ seien, während gleichzeitig Leute, die ohne Heirat zusammenleben, eine „wahre Ehe“ aufgrund ihres Glaubens haben können. Sind diese Bemerkungen vielleicht eine Reflexion auf Ihre geschiedene und „wiederverheiratete“ Schwester und ihrem („wild“) zusammenlebenden Neffen?

Diese Ihre absurde Meinung – eine der vielen, die Sie seit Ihrer Wahl geäußert haben – provozierte weltweite Proteste eines Teiles der Gläubigen. In dem Bemühen, den Skandal zu minimieren, veränderte der Vatikan Ihre Worte in dem „offiziellen Dokument“ von: „einer großen Mehrheit unserer sakramentalen Ehen“ zu „einem Teil der sakramentalen Ehen“, ließ aber ihre schändliche Zustimmung zu dem unmoralischen Zusammenleben als „wahre Ehe“ unangetastet.

Ebenso wenig scheinen Sie über den Sakrileg besorgt, in den öffentliche Ehebrecher und Personen, die in eheähnlichen Beziehungen leben eingebunden sind, wenn sie den Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit Christi in der heiligen Eucharistie empfangen. So gaben sie einer Frau in Argentinien telefonisch die „Erlaubnis“, die Kommunion zu empfangen, obwohl Sie ehebrecherisch mit einem geschiedenen Mann zusammenlebt: „Ein wenig Brot und Wein schadet nicht“. Den Bericht dieser Frau haben Sie nie bestritten, und es passt auch mit Ihrer Weigerung, bei der Konsekration des Allerheilgsten Altarsakrament und vor der ausgesetzten Eucharistie zu knien zusammen, obwohl sie andererseits keinerlei Schwierigkeiten haben, während Ihrer grotesken Parodie der traditionellen Gründonnerstagsliturgie (des Mandatum), die sie aufgegeben haben, kniend die Füße von Muslimen zu küssen. Es stimmt gleichfalls mit Ihren Bemerkungen, die sie gegenüber eine lutherischen Frau in einer lutherischen Kirche, die Sie an einem Sonntag besuchten überein,  das Dogma der Transsubstantiation (Wesensverwandlung) sei ein bloße „Interpretation“ dessen, „dass das Leben größer ist als Erklärungen und Interpretationen“ und dass sie doch „mit dem Herrn (darüber) sprechen“ solle, ob sie nicht die Kommunion in der Katholischen Kirche empfangen kann – was sie später auf Ihre offensichtliche Ermutigung hin auch tat.

Im Einklag mit Ihre mangelhaften Rücksicht auf die sakramentale Ehe steht Ihre überstürzte und geheimnisvolle „Reform“ des Ehenichtigkeitsverfahrens, die Sie ohne Rücksprache mit einem der zuständigen vatikanischen Dikasterien, der Kirche aufgedrängt haben. Ihr Motu Proprio „Mitis Iudex Dominus Iesus“ errichtet den Rahmen für eine veritable weltweite Nichtigkeitserklärungs“lawine“ durch ein beschleunigtes Verfahren und „erfindet“ nebulöse neue Gründe für die Tempoerhöhung diese Verfahrens. Wie der Kopf Ihrer im Geheimen geplanten  Reform später erklärte, war es ihre erklärte Absicht, unter den Bischöfen „eine Bekehrung, eine Änderung der Mentalität zu erreichen, die – wenn sie der Einladung Christi folgend – die Ihr Bruder, der Bischof von Rom erhielt, sie davon zu überzeugen, im Vergleich zu der beschränkten Zahl von ein paar tausend Aufhebungen der unermesslichen Zahl von Unglücklichen eine Nichtigkeitserklärung zu ermöglichen.

Das heißt, der „Bischof von Rom“ fordert von Seinen Bischöfen eine überproportionale Ausweitung der Zahl der (Ehe)„Annulierungen“. Ein angesehener katholischer Journalist berichtete später über das Auftauchen eines  siebenseitigen Dossiers, in dem offizielle Kurienmitarbeiter das päpstliche Motu proprio juristisch zerpflückten…und den Heiligen Vater anklagten, ein wichtiges Dogma aufzugeben. Sie behaupten darin, dass er „de facto die katholische Scheidung eingeführt habe.“ Diese Mitarbeiter beklagen eine kirchliches „Führerprinzip“, wie der Journalist berichtet, dass „von oben per Dekret, ohne Absprache und ohne jegliche Kontrolle nach unten durch regiert.“ Dieselben Kurienangestellten befürchten, dass das „Motu proprio zu einer Flut von Eheannulierungen führt und dazu verleitet, dass Paare ganz einfach und ohne Probleme Ihre katholische Ehe  beenden könnten. Sie [die Kurienangestellten Red.] sind „außer sich“ und fühlen sich verpflichtet, „darüber zu sprechen…“

Aber Sie tun nichts anderes als dass Sie konsequent Ihre Ziele verfolgen. Schon früh in Ihrem Pontifikat, während einer der „fliegenden Pressekonferenzen“, in denen Sie zuallererst Ihre Pläne offenbarten, sagten Sie: „Die Orthodoxie folgt dem Prinzip des theologischen „Pragmatismus“, wie sie es nennen, und sie geben eine Chance zur (Wieder)Heirat (sic), sie erlauben es. Ich glaube, dieses Problem sollte studiert werden.“ Für Sie ist das Fehlen einer „Chance zur (Wieder)Heirat“ in der katholischen Kirche das Problem, das studiert werden soll. Sie haben die letzen 3,5 Jahre ganz klar damit verbracht einzufädeln, der Kirche diese Praxis der Orthodoxie aufzudrängen.

Ein angesehener Kirchenrechtler, der die Apostolische Signatur berät, hat gewarnt, dass als Ergebnis Ihrer rücksichtslosen Missachtung der Realität der sakramentalen Ehe:

„eine Krise (im ursprünglich griechischem Sinne des Wortes) der Ehe wird sich in der Kirche entfalten, und das wird eine Krise sein, die, davon bin ich überzeugt, wird sich über die Ehedisziplin und das Eherechtes zuspitzen…Ich denke, dass die Krise der Ehe, die er (Franziskus) auslöst, in einen Zusammenbruch der kirchlichen Lehre über die Ehe mündet, die jeder hochzuhalten bekennt, und die konkret und effektiv im Kirchenrecht geschützt wird. Oder die kirchenrechtlichen Kategorien, die die Ehe behandeln, werden so sehr verzerrt (oder einfach außer Acht gelassen), dass im Wesentlichen die Beendigung der Ehe und das Eheleben in den Bereich der persönlichen Meinung und des individuellen Gewissens überlassen wird.“