Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (3 von 10). Häresien bei JP2?


774f84c41c06465ccf9c848fee76047b

Häresien in den Lehren von Johannes Paul II?

Der Satz, dass Christen und Muslime an denselben Gott glauben, hatte aber doch tatsächlich Johannes Paul II, im Stadion Mohammed V. von Casablanca (Marokko) vor 80.000 islamischen Jugendlichen am 19. August 1985 gesagt:

Wir haben als Christen und Muslime viele Dinge gemeinsam, als Gläubige und als Menschen. […] Wir glauben an denselben Gott, an den einzigen Gott, an den lebendigen Gott, an den Gott, der die Welten schafft und Seine Geschöpfe zu ihrer Vollendung führt. […]

Es ist also Gott, auf Den sich mein Denken bezieht und zu Dem sich mein Herz erhebt: von Gott selbst möchte ich vor allem zu euch sprechen; von Ihm, weil Er es ist, an Den wir glauben, ihr Muslime und wir Katholiken, und ich möchte zu euch auch über menschliche Werte sprechen, die ihr Fundament in Gott haben, die Werte, welche die Entfaltung unserer Personen betreffen, aber auch die unserer Familien und unserer Gesellschaften wie auch die der Internationalen Gemeinschaft. […] So komme ich zu euch heute auch als Glaubender. Ich möchte hier ganz einfach ein Zeugnis davon geben von dem, was ich glaube, von dem, was ich für das Wohl meiner Menschenbrüder wünsche, von dem, was ich aus Erfahrung für alle als nützlich ansehe.“

Der Papst sagt also, dass wir Christen und Muslime „an denselben Gott glauben“. Dies ist sachlich falsch, denn Christen glauben an die Trinität und Muslime nicht. Außer der Dreifaltigkeit, so lehrt die Kirche, gibt es keine göttliche Natur (DH 188, 851). Aber es ist dennoch keine Häresie (sententia haeretica), weil die Kirche nirgend definiert hat:

„Wer behauptet, dass Christen und Muslime an denselben Gott glauben, der sei ausgeschlossen“.

Kein Mensch ist auf Idee gekommen, besonders im ordentlichen Lehramt eines Papstes, so etwas zu behaupten. Wenn es stimmen würde, dann wäre der Gott der Christen nicht trinitarisch und sie würden einen nicht näher spezifizierten Monotheismus vertreten, was sie nicht tun. Dies sagt der Papst aber nicht, indem er etwa behauptet:

Der christliche Gott ist einer, aber er ist nicht trinitarisch.

Deswegen ist die Aussage des Papstes keine Häresie, im Sinne einer sententia haeretica.

Unserer Einschätzung nach erfüllt der päpstliche Satz aus der Casablanca-Rede, nach dem o.a. Schema der Zensuren, die folgenden Kriterien:

I. Was die Glaubenslehre selbst (doctrina ipsa) anbelangt:

  1. Der Häresie nahe Meinung (sententia haeresi proxima)

II. Was die Art und Weise (modum) der Darstellung der Glaubenslehre anbelangt:

  1. Mehrdeutige Meinung (aequivoca)
  2. Unklare Meinung (ambigua)
  3. Vermessene Meinung (praesumptuosa)
  4. Trügerische Meinung (captiosa)
  5. Verdächtige Meinung (suspecta)
  6. Übel klingende Meinung (male sonans)
  7. Fromme Ohren verletzende Meinung (piarum aurium offensiva

III. Was die Auswirkung (effectum), welche diese Meinung auf die Gläubigen ausüben könnte.

  1. Ärgernis erregende Meinung (scandalosa)

Hat denn Papst Johannes Paul II eine formelle Häresie in forum externum durch diese Aussage begangen? Nein, er hat der Häresie nahe Meinung (sententia haeresi proxima) öffentlich geäußert, das zweitschlimmste Vergehen also.

 Man muss bei diesen Zensuren wie bei der Bestimmung des Strafmaßes im Strafrecht denken. Im deutschen Rechtskreis besteht eine Straftat aus drei Bestandteilen::

  1. Tatbestand,
  2. Rechtswidrigkeit und
  3. Schuld.

Angenommen jemand pustet jemandem bei einem Streit ins Gesicht. Ist der Tatbestand einer schweren Körperverletzung damit erfüllt? Nein.  Jemand gibt jemanden eine leichte Ohrfeige? Körperverletzung  – ja, schwere – nein. Jemand schlägt jemanden, der vorher Box trainiert hatte mit einem Schlagring ins Gesicht. Schwere Körperverletzung? Ja.

Ebenso muss man bei der Bestimmung der theologischen Zensuren zuerst den Tatbestand bestimmen:

  1. Hat er es geschrieben.
  2. Har er es tatsächlich gesagt und es autorisiert.
  3. Hat er offiziell und nicht privat gesprochen.

Danach die Rechtswidrigkeit anhand des Denzingers und der Notae theologicae, sowie die Schuld, welche bei einem Papst, also einem studierten Theologen recht hoch ist, einzuschätzen. Dennoch muss ein Papst tatsächlich eine Häresie sensu stricto im Sinne einer sententia haeretica begehen, wie es Franziskus mehrmals in Amoris Laetitia getan hat, um der Häresie angeklagt werden zu können, was leider niemand tut.

Um auf JP2 zurückzukommen, so sagt er den muslimischen Jugendlichen, quasi seine private Meinung, indem er seinen, persönlichen Glauben mit ihnen teilt. Er tut dies mit den Worten:

Es ist also Gott, auf Den sich mein Denken bezieht und zu Dem sich mein Herz erhebt: von Gott selbst möchte ich vor allem zu euch sprechen; von Ihm, weil Er es ist, an Den wir glauben, ihr Muslime und wir Katholiken, und ich möchte zu euch auch über menschliche Werte sprechen, die ihr Fundament in Gott haben

Der Papst spricht also hier von seiner eigenen Gottesvorstellung, die leider keine katholische Gottesvorstellung ist. Und er tut dies als Papst. Dies ist dennoch immer noch keine Häresie. Unserer Meinung nach hat die assistentia negativa auch Johannes Paul II, da er Papst und kein Antipapst war, davor bewahrt formelle Häresien zu verkünden, obwohl ihm, unseres Erachtens, die zweit schlimmste theologische Zensur – der Häresie nahe Meinung (sententia  haeresi proxima) mehr als einmal zugeschrieben werden kann. Dennoch zog Gott die Reißleine und, unseres Erachtens, ist es bei JP2 zu keiner Häresie gekommen, was nicht bedeutet, dass er orthodoxe katholische Lehre lehrte. So kompliziert kann es werden nach Vat. II.

Advertisements

Correctio filialis, der Volkssturm und die falsche Prämisse


Beata_vergine_maria_della_mercede

Correctio filialis – Wortbedeutung

Gestern am 24. Oktober, dem Fest Beatæ Mariæ Virginis de Mercede (Bild oben), der Heiligen Jungfrau Maria von der Barmherzigkeit und einen Tag nach der interessanten, marianischen Sternkonstellation, die nur alle 7000 Jahre vorkommt, veröffentlichten 62 katholische Akademiker und Geistliche eine öffentliche Zurechtweisung des „Papstes“ Franziskus, welche sie die Correctio filialis zu Deutsch die „kindliche“ Ermahnung des Papstes nennen.

Das Adjektiv filialis kommt von filius – „Sohn“ oder filia – „Tochter“ und bezeichnet adjektivisch etwas, was vom Sohn oder von der Tochter herkommt. Die bekannte Stelle in der das Adjektiv filialis vorkommt, ist die Gegenüberstellung der „sklavischen oder knechtischen Furcht“ (timor servilis), die der Sünder seiner Sünden wegen Gott gegenüber hegt und der „kindlichen Furcht“ (timor filialis), welche der Gerechte hegt, der sich fürchtet den geliebten Vater zu beleidigen und seinen Ansprüchen nicht gerecht zu werden (Summ. Theol. 2.2. q. 19, a.11).  Der Begriff der Correctio filialis scheint ein theologisches Novum zu sein, da die bisherige Theologie lediglich die Correctio fraterna – die „brüderlicher Ermahnung“ kennt. Während die brüderliche Ermahnung unter Gleichrangigen stattfindet und zwar unter Gleichrangigen im Bischofs- oder Priesteramt, so findet die Correctio filialis von unten nach oben statt, was die Autoren der Kindlichen Ermahnung selbst zugeben.

Marianische Umstände

Bevor wir uns der Correctio näher widmen, ein paar tröstende Worte zu den marianischen Umständen. Obwohl es ein Falschglaube oder Aberglaube (superstitio) ist anzunehmen, dass Sterne auf unser Schicksal Einfluss haben, so ist es durchaus die Lehre der Kirche, dass die göttliche Vorsehung alles verwaltet und das Sichtbare ein Abbild des Unsichtbaren darstellt. Ferner ist es eine verbreitete Theologenmeinung, dass sich Gott zur Weltregierung der Engel bedient, welche auf physikalische Geschicke Einfluss haben. Wenn also etwas dermaßen Ungewöhnliches stattfindet, dass ein gesamtes Sternenbild der Jungfrau bildlich die Worte der Offenbarung darstellt, dann hat es auch im Übernatürlichen etwas zu bedeuten. Diese Worte lauten wie folgt:

„Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf goldenen Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Kindesnöten und hatte große Qual zur Geburt.“ (Off 12, 1-2)

Obwohl der Schreiber dieser Zeilen gewillt ist die Offenbarung des Johannes metaphorisch und nicht wörtlich zu interpretieren und schon gar nicht astronomisch, so hatten wir doch tatsächlich am 23. September das Phänomen, dass

„ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf goldenen Sternen im Himmel“

zu sehen war. Und dies das erste Mal seit Christi Geburt, bzw. das erste Mal seit 7000 Jahren, wie man liest. Das gestrige Fest der Mutter der Barmherzigkeit, welche oft mit dem Schutzmantel dargestellt wird, geht auf die Marienerscheinung die St. Raymund von Penafort und Petrus Nolasco unabhängig zuteilwurde, welche den Mercedarierorden (Ordo Beatae Mariae de Mercede Redemptionis Captivorum, ital. Ordine della B. M. Vergine della Mercede ) gründeten, die dem Loskauf der christlichen Sklaven aus der islamischen Gefangenschaft diente.

schutzmantel

Am 24. September fand in der Bundesrepublik Deutschland, deren Kirche durch die Kirchensteuer die katholischen Kirche weltweit am meisten korrumpiert, eine Bundestagswahl statt, welche wenigstens eine starke Machtverschiebung vom Merkelismus weg zufolge hatte. Obwohl die Correctio filialis am 16. Juli 2017 verfasst und dem Papst in August übergeben wurde, so scheint der Augenblick ihrer Veröffentlichung nach dem 23. September und am Marienfest vom 24 September ein glücklicher Umstand zu sein. Denn Gott bereitet etwas geistlich vor, bevor man aufgrund der empfangenen Gnaden faktisch tätig werden kann. Der Schreiber dieser Zeilen glaubt nicht an ein kommendes Wunder, aber er hält es für möglich, dass die Sternenkonstellation vom 23. September, welchem ein doppeltes marianisches Fest folgte, da es an einem Mariensamstag stattfand, eine positive übernatürlich-natürliche Wende in der Kirche einleitet, für welche wir noch viel kämpfen und leiden werden müssen.

Warum denn kindlich?

Warum haben wir aber eine Correctio filialis also eine Ermahnung der Kinder, die sich an den Vater richtet anstatt einer Correctio fraternalis, einer brüderlichen Ermahnung, die unter Gleichgestellten erteilt wird. Weil alle fratres – Brüder, d.h. Kardinäle, Bischöfe und Erzbischöfe gekniffen haben. Die von Kardinal Burke, einem der beiden „Überlebenden“ der Dubia-Kardinäle angekündigte formelle Ermahnung des Papstes fand nicht statt. Dann mussten die Laien ran, da sonst niemand will. Unter den Unterzeichnern der Correctio (Stand vom 25.09. 2017 19:11) befindet sich nur ein emeritierter Bischof, der im Nachhinein dazugekommen ist, aber unter den Erstunterzeichnern ist außer Weihbischof Fellay von der Piusbruderschaft kein Bischof, und da Bischof Fellay weiterhin kein offizielles Amt in der Kirche innehat, so kann man sagen, dass sich unter den Erstunterzeichnern kein katholischer Bischof befindet. Welche praktische Bedeutung hat es denn, wenn Kinder den Vater ermahnen, der ein absoluter Tyrann ist, wie ihn richtigerweise Ann Barnhardt beschreibt. So gut wie keine, leider, höchstens eine symbolische. Sollten Sie einen solchen Vater gehabt haben und z.B. 8 alt Jahre gewesen sein als Sie sich zum ersten Mal gegen ihn wehrten, dann wissen Sie, wie nutzlos es gewesen ist und welche sadistische Strafe es nach sich zog. Es blieb abzuwarten, größer zu werden oder die Polizei zu rufen. Aber hinsichtlich eines Papstes, keines Antipapstes wohlgemerkt, sind wir alle wie Kinder, da wir ihm untergeordnet sind. Kann er denn alles mit uns machen? Nein, denn er ist an das Gesetz Christi gebunden. Wenn er sich aber nicht daran hält? Dann muss man ihn irgendwie loswerden, bevor er die Kirche vollends zerstört. Um dies tun zu können, muss man aber über irgendwelche Machtmittel verfügen, welche leider die Unterzeichner der Ermahnung nicht haben, Kardinäle und Bischöfe aber schon.

Der „Volkssturm“ der Kirche

Wer sind denn die Unterzeichner? Ich will sie, nicht abfällig, den „Volkssturm“ oder die „Volkswehr“ der Kirche nennen. Wenn die richtigen Soldaten oder Offiziere, denn Kriegsführung ist ein Handwerk, nicht mehr vorhanden waren, so kam es ab und zu vor, dass bei massiver Bedrohung wirklich alle Alte, Junge, Frauen und Kinder am Krieg teilnahmen, siehe die ersten Kreuzzüge, um den Feind irgendwie zu bekämpfen. Unsere Offiziere, d.h. Kardinäle und Bischöfe, sind desertiert oder zum Feind übergelaufen, unsere Soldaten – Priester- sind größtenteils untätig, so bleiben nur ungeübte Zivilisten, Laien, übrig, um in die Schlacht zu ziehen. Die 61 Unterzeichner sind vielleicht nicht völlig unbekannt, aber größtenteils Nonames und emeritierte Akademiker. Der Titel former – „ehemaliger“ kommt dort am häufigsten vor und wir haben es von fünf bis sechs Leuten abgesehen mit Menschen zu tun, von denen niemand irgendwann etwas gehört hat. Es sind Akademiker des Mittelbaus, aber niemand ist darunter, der wirklich Macht und Einfluss ausübt, leider. Natürlich haben alle Angst, denn Franziskus wird bittere Rache an ihnen nehmen und eine Exkommunizierung ist nicht ausgeschlossen, aber wenn ein katholischer Akademiker nicht bei so etwas mitmacht, dann sollte er seinen Lehrauftrag aufgeben, denn sein Katholizismus ist nichts wert und Gott wird ihn schon zur Rechenschaft ziehen. Da Rorate Caeli nach Unterzeichnern mit akademischen Titeln sucht, so ist es möglich, dass sich noch welche finden. Der Schreiber dieser Zeilen hat sich auch gemeldet, da er aber keine Stelle zurzeit inne hat, so weiß er nicht, ob er genommen wird. Falls doch, hat er sich seine Anstellungschancen im deutschsprachigen Raum wohl verspielt, was ihm aber gleich ist. Die Wahrheit ist wichtiger, das Seelenheil auch. Es ist doch wichtiger im Kampf zu fallen, als niemals gekämpft zu haben. Gott wird es uns schon vergelten, wenn die irdische Kirche es nicht tut. Dennoch ist die Kirche hierarchisch gegliedert und alle Macht, wie wir jetzt leidvoll unter Antipapst Franziskus erfahren, kommt von oben. Daher glaubt der Schreiber dieser Zeilen, dass die Correctio vom Propaganda-Effekt abgesehen praktisch nichts bewirken wird. Franziskus will die Kirche ruinieren und spalten, denn er treibt das Schisma voran. Denn:

  • Wenn die Leute ihn anklagen, hat er sein Ziel erreicht.
  • Wenn ein juristisches – denn faktisch ist es schon der Fall- Schisma ausbricht, hat er sein Ziel erreicht.
  • Wenn nichts unternommen wird, hat er sein Ziel erreicht.

Das Ziel lautet: die Zerstörung der Kirche. Was wäre die Lösung? Eine Pressekonferenz von Kardinälen und Bischöfen, welche öffentlich erklären, dass Papst Franziskus der Häresie verfallen ist und ipso facto aufhört ein Papst zu sein und dass sie ihm die Treue kündigen, weil die Treue zu Christus wichtiger ist. Danach würde wohl ein kurzzeitiges Schisma folgen bis Antipapst Franziskus stirbt, wonach ein, hoffentlich katholischer Papst gewählt wird, der das Franziskus Pontifikat abrogiert und Vat. II hoffentlich auch. Wie wahrscheinlich ist es, dass dies eintritt? Sehr unwahrscheinlich bei der jetzigen Zusammensetzung des Kardinalskollegiums und der Bischofskonferenzen. Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Sternenkonstellation, wie die am 24. September 2017 eintritt? Sehr unwahrscheinlich, alle 7000 Jahre einmal, aber die Sterne sind vorhersehbar und Franziskus nicht.

Falsche Prämisse

Der Schreiber dieser Zeilen hat die Correctio filialis bereits gelesen, für gut befunden und wir werden sie hier kommentiert wiedergeben. Dennoch gehen die Unterzeichner von der falschen Prämisse aus, dass Bergoglio der Papst ist, sodass sie seine Häresien zu ernst nehmen. Sie schreiben zwar richtigerweise:

Heiliger Vater, das Petrusamt wurde Ihnen nicht anvertraut, damit Sie den Gläubigen seltsame Lehren auferlegen, sondern damit Sie als treuer Diener, das anvertraute Gut bis zur Wiederkunft des Herrn bewahren (Lk 12; 1 Tim 6). […]

Dennoch werden jene Katholiken, die die Grenzen der päpstlichen Unfehlbarkeit nicht klar erfassen, durch die Worte und Handlungen Eurer Heiligkeit in einen von zwei katastrophalen Irrtümern getrieben: entweder machen sie sich die Häresien zu eigen, die nun verbreitet werden, oder sie werden im Bewusstsein, dass diese Lehren dem Wort Gottes widersprechen, an den Vorrechten der Päpste zweifeln oder sie leugnen. Andere Gläubige sind verleitet, die Gültigkeit des Amtsverzichts des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zu bezweifeln. Auf diese Weise wird das Petrusamt, das der Kirche von Unserem Herrn Jesus Christus für das Wohl der Glaubenseinheit verliehen wurde, missbraucht, der Häresie und dem Schisma einen Weg zu öffnen.

Die Unterzeichner stellen also fest, dass der Papst das Amt und die Kirche schädigt. Sie schreiben aber nichts von der Assistentia negativa, von dem Schutz Gottes also, welcher auch einen schlechten Papst daran hindert die Kirche zu zerstören. Aber es hat doch schon häretische Päpste gegeben? Ja, die gab es: Vigilantius, Liberius, Honorius I., Johannes XXII., wenigstens die Letzteren. Aber es geht um das Maß der Häresie. Honorius I. wurde nach dem Tod verurteilt (DH 550-552), Johannes XXII. hatte vor dem Tod widerrufen. Nach den postkonziliaren Maßstäben gemessen, waren diese verurteilten Häresien Peanuts. Wir wären heute froh Männer zu haben, die in solchen Kategorien überhaupt denken können, wenn auch häretisch. Aber keiner der bisherigen Päpste, auch der schlechtesten Päpste, hat sich programmatisch vorgenommen die Kirche zu zerstören und eine Blasphemie und Häresie nach der anderen von sich gegeben. Dies ist der große Unterschied. Warum denn die Henne erlegen, die goldene Eier legt? Warum den Geldhahn zudrehen? Bergoglio schützt aber, im Gegensatz zu den schlechtesten Päpsten, die dennoch keine Häresien verbreiteten, keine assistentia negativa, weil er kein Papst ist, deswegen wird er auf keine Apelle hören.

Deswegen sollte man irgendwie seine Amtsenthebung betreiben, obwohl er sich mit Zähnen und Klauen dagegen wehren wird. Vielleicht wäre ein Marsch auf Rom die richtige Lösung? Angenommen zwei Millionen Menschen marschieren ein, die Italiener bringen es nicht über sich, sie über den Haufen zu schießen, weil sie von Franziskus wegen seiner Immigrations-Islam-Politik ebenfalls genug haben, man stürmt den Vatikan, die Schweizer Garde läuft über, man bringt Franziskus in die Engelsburg und verurteilt ihn. Der deutsche heilige Kaiser Heinrich verfuhr so mit einem Gegenpapst, woran wir alle ein Beispiel nehmen können. Wunschvorstellung? Vielleicht, aber haben Sie bessere Vorschläge? Zwar steht auf die Gewalt gegen den Papst eine Exkommunikationsstrafe, dies gilt aber für Päpste, nicht für Gegenpäpste. Ätsch! Wir hoffen stark, dass die Unterzeichner der Correctio filialis noch einen Plan B haben, aber in der Zwischenzeit beten wir für sie, denn Sie werden sicherlich verfolgt werden. Ave Maria ….

 

Die Kardinäle sterben aus oder immer noch vom guten Tod


dubia demons

Auf eine providentielle, d.h. von der göttlichen Vorsehung vorgesehene, Weise fällt der heutige Beitrag vom 13.09.2017 Gebet um einen guten Tod, der vor mehreren Wochen verfasst wurde, mit Nachrichten über die Todesumstände von Kardinal Caffara zusammen. Kardinal Caffara ist der zweite der vier Dubia-Kardinäle, der innerhalb von wenigen Monaten verstorben ist. Zur Erinnerung Kardinal Meisner starb unerwartet am 5. Juli 2017, Kardinal Caffarra am 6. September 2017. Auf frommen Seiten wie katholisches.info  oder gloria.tv, ebenso wie bei onepeterfive.com wird mehr oder weniger verdeckt spekuliert, hauptsächlich in den Kommentaren, dass es sich vielleicht um keine normalen Todesfälle gehandelt hat, sondern, dass klipp und klar, diese „guten, unerschrockenen, katholischen Männer“ umgebracht wurden.

Kann man das ausschließen? Nein, man kann es nicht ausschließen, wie man unter Bergoglio nichts ausschließen kann, aber wir halten es für recht unwahrscheinlich. Warum? Weil diese vier Kardinäle, davon drei emeritiert und wirklich in jeglicher Hinsicht abgesichert, für Franziskus keine Bedrohung darstellen. Was haben Sie denn bewirkt? Sie haben fünf Dubia, d.h. Zweifel vorgetragen, ob Amoris Laetitia mit der restlichen Lehre der Kirche übereinstimmt. Mehr kam nicht. Bevor wir dies analysieren, wollen wir an dieser Stelle unterlassen fromme Kommentare über „den beispiellosen Mut“, „engagierte Courage“ und wie auch immer der Kardinäle zu zitieren, wie sie bspw. auf katholisches.info und woanders erschienen sind. Was gibt es denn in den Dubia zu zweifeln? Können die Kardinäle nicht lesen? In Amoris Laetitia stehen Häresien im eigentlichen Sinne des Wortes, wie schön u.a. der Brief der 45 Theologen es herausgearbeitet hat. Was haben die Kardinäle gemacht, dass sie Franziskus so gefährlich wurden?

Haben sie den Papst der Häresie angeklagt? Nein.

Haben sie ihn formal zurechtgewiesen? Nein.

Haben sie eine Pressekonferenz zusammengerufen und erzählt, dass sie bedroht werden? Nein.

Haben sie eine Palastrevolution angezettelt? Nein.

Haben sie eine Großmacht (z.B. USA) zur Hilfe gerufen, um den Papst zu entmachten? Nein.

Haben sie ihn in der Engelsburg eingesperrt? Nein.

Warum sollte man sie denn umbringen? Sie sind doch völlig harmlos. Ein bisschen Schaum schlagen, aber keine Taten folgen lassen. Mundabor nennt die vier Kardinäle zu Recht die „miauenden Kätzchen“. Sie sind doch nicht gefährlich, denn wären sie es, dann hätten sie in der Zeit seit Amoris Laetitia, von der sie ja früher wussten, als der Rest von uns, etwas unternommen. Sie müssen doch viel genauer wissen, was Franziskus noch alles vorhat, um die kämpfende Kirche zu zerstören. Welche Kirche? Ja, genau, es gibt sie kaum, die kämpfende Kirche, weil kein Mensch kämpft, am wenigsten die Kardinäle. In der langen Geschichte der Kirche hat es im Vatikan immer schon Morde oder zweifelhafte Todesfälle gegeben. Da der Vatikan, wie jeder Staat, einen Geheimdienst besitzt, der  sich natürlich ganz anders nennt, so ist es auch möglich, dass er auch über professionelle Killer verfügt oder dass man sich dazu fremder Geheimdienste oder der Mafia bedient. Hat es schon alles in der letzten Zeit gegeben, Stichwort: Banco Ambrosiano. Technisch ist es natürlich möglich jemanden umzubringen und es gibt Mittel seinen Tod natürlich aussehen zu lassen. Kardinal Caffarra meinte, dass er überwacht werde, was durchaus möglich sein kann, aber wenn man jemanden wirklich überwacht, dann macht man es professionell so, dass das Opfer nichts merkt. Man muss ein ausgebildeter Spion sein, um Beobachter überhaupt feststellen zu können, was eindrucksvoll bspw. Wiktor Suworow in seinem autobiographischen Buch Aquarium beschreibt. Normale Menschen merken es nicht und deswegen ist ein Durchschnittsbürger beim Kampf gegen Geheimdienste recht machtlos. Wenn das Opfer etwas bemerkt, dann will man ihm Angst einjagen oder es bildet sich einfach etwas ein. Menschen in einer dauernden Stresssituation entwickeln einen mehr oder stärker ausgeprägten Verfolgungswahn, wie viele Gefängnisinsassen, und sehen sich umzingelt, obwohl alles völlig normal ist. Man weiß auch, dass bei der ersten Schlacht 25% aller Soldaten völlig kampfunfähig ist, weil sie vor Angst gelähmt sind, was sich auch körperlich recht unangenehm äußert. Wer Kriegsliteratur kennt, weiß Bescheid. Aber mit jeder kommenden Schlacht oder Gefechtssituation härtet man sich ab bis man tadellos und fehlerfrei auch in Lebensgefahr handeln kann. Übung ist halt alles und wenn man die erste Angst überwindet, dann ist der Rest halb so schlimm.

Es ist aber sehr einfach jemanden zu bedrohen, der sich immer gefürchtet hatte, immer zurückgewichen ist, immer gehorchte. Unsere Geistlichen, wie wir hier permanent feststellen, sind es nicht gewohnt zu kämpfen. Der nachkonziliare Kuschelkurs mit dem JP2-Triumphalismus hat sie wirklich entmannt. Jetzt, wo wir es wirklich mit einem häretischen, die Kirche zerstörenden Papst zu tun haben, gibt es niemanden, buchstäblich niemanden, der ihm trotzt. Es geht jetzt wirklich ans Eingemachte und niemand ist da. Jeder, der im Leben mit einem Uniformdienst zu tun hatte, sei es Militär, sei es Polizei, weiß, dass diese Arbeit  vorwiegend von Menschen gesucht und ausgeübt wird, die in einem sicheren System abgesichert sein wollen und dazu mehr oder weniger Macht ausüben möchten. Kämpfer? Fehlanzeige. Bei denjenigen Truppen, die wirklich Krieg führen mag es anders sein, aber diese stellen höchstens 10% einer, jeden Berufsarmee dar. Der Rest gammelt herum, unterhält sich, wartet auf Feierabend und ist finanziell gut abgesichert. Und was ist der Unterschied zur Kirche? Gar keiner, es ist genauso. Man kann auch nicht behaupten, dass die kämpfende Kirche auch vor dem Konzil besonders kämpferisch war, nach Vat. II ist sie es überhaupt nicht. Nachdem die Kirche seit Vat. II wirklich in allen Bereichen das Feld geräumt hat und so vieles, was „früher“ heilig war für unerheblich erklärte, um den „Dialog“ mit der Welt nicht zu gefährden, ist jetzt buchstäblich nichts geblieben, wofür es sich zu kämpfen lohnt und zwar gegen einen Antipapst, der keine Skrupel hat. Es ist wirklich wie im Fußball. Der Gegner spielt so, wie sie ihn lassen. Sie lassen ihn spielen, weil sie feige sind und hoffen, dass er stirbt, dabei sterben sie vor ihm.

Der Schreiber dieser Zeilen glaubt nicht, dass die beiden Kardinäle eines unnatürlichen Todes gestorben sind, Kardinal Meisner war 84, Kardinal Caffarra war 79. Menschen sind sterblich und so sterben sie. Es waren alte Männer, die ihm Leben kaum Stress erlebt hatten und deren Organismus dem Bergoglio-Druck vielleicht nicht gewachsen war. Aber sollten sie auch umgebracht worden sein, dann hat Gott es zugelassen. Warum? Um zu zeigen, dass er sie abstraft, weil sie seinen heiligen Willen, die Kirche wirklich zu retten, nicht erfüllt hatten.

Was hätten sie noch tun können?

Und was haben sie getan? Nichts.

Formelle Anklage, eine Pressekonferenz halten und dem Hinweis, wenn wir uns nicht melden, dann wisst ihr Bescheid. Tausende Menschen fallen vom Glauben ab, weil sie niemanden sehen, dem sie glauben könnten, der eine wirkliche Autorität ist. Auch wenn sich die katholischen Medien bemühen künstlich einen katholischen Helden aufzubauen, so ist dieses Unterfangen erfolglos, weil es keine gibt. Es bringt nichts die Menschen anzulügen und ihnen ein X für ein U vorzumachen. Bergoglio verursacht einen Skandal nach dem anderen und es gibt niemanden, dessen Standespflicht es gewesen wäre, ihn zurückzuhalten. Ein Kardinal schwört doch die Treue der Kirche und nicht der Person des jeweiligen Papstes, dem nur so viel zu gehorchen ist, wie dieser Papst die Kirche repräsentiert und diese nicht zerstört. Fakten sprechen eine klare Sprache. Gott spricht eine klare Sprache. Wenn Gott gewollt hätte, dass Kardinal Meisner und Kardinal Caffarra unter den Lebenden weilen würden, dann hätte er sie am Leben erhalten. Punkt. Er hat es nicht und es ist gleich, ob sie auf natürliche Weise gestorben sind oder nicht.  Eine körperliche Unsterblichkeit hat ihnen ja nicht gedroht. Gott hat sie, so glaubt der Schreiber dieser Zeilen, deswegen abberufen, weil sie versagt haben und seinen Willen nicht erfüllten. Woher wissen denn die Blogs katholisches.info und onepeterfive.com, dass diese Kardinäle uns vom Himmel aus beistehen werden? Woher wissen sie, dass sie es überhaupt ins Fegefeuer geschafft haben? Gott ist sehr gerecht und auf ein maximales Versagen folgt eine maximale Strafe, siehe der Engelssturz.

Sie haben getan, was sie konnten, sagen Sie.

Nein, sie haben kaum etwas getan.

Manches können nur manche Menschen tun, weil sie diese Gewalt besitzen. Manches kann nur eine Mutter oder ein Vater tun, manches kann nur ein Richter oder Polizist tun, manches kann nur ein Kardinal tun, kein katholischer Blogger, leider. Man hört in der letzten Zeit aus Rom, dass viele Leute unter Bergoglio Angst um ihr Leben haben. Dies mag sein, aber haben diese Leute keine Angst um ihre Ewigkeit, dass in der Hölle landen werden? Das ist doch viel schlimmer, denn ewig lebt keiner und sterben werden wir doch alle. Was sagt die Schrift?

Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. (Lk 12, 47)

Das sind die Worte Christi. Kennt denn ein Kardinal den Willen Christi nicht? Gut, viele sind ungläubig, glauben an diesen Bullshit nicht und hassen Gott. Aber doch nicht die Dubia-Kardinäle, so hoffen wir. Ihr Versagen muss Christus doch besonders schmerzen. Der Verrat des Judas hat ihn doch mehr geschmerzt als die Schläge der Soldaten, doch noch mehr geschmerzt hat ihn die Verleumdung Petri. Je näher man jemandem ist, desto mehr kann man ihn verletzen. Es ist möglich, dass durch all diese Todesfälle samt den jüngsten Naturkatastrophen Gott uns allen noch eine Warnung zukommen lassen möchte, denn:

Denn jetzt ist die Zeit, in der das Gericht beim Haus Gottes beginnt; wenn es aber bei uns anfängt, wie wird dann das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen?

Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird man dann die Frevler und Sünder finden?

Darum sollen alle, die nach dem Willen Gottes leiden müssen, Gutes tun und dadurch ihr Leben dem treuen Schöpfer anbefehlen. (1 P 4, 17-19)

Man sagt, dass Gott den Menschen in einem Augenblick zu sich ruft, an dem dieser Mensch am meisten auf den Tod vorbereitet ist, also in einem Augenblick des Gnadenstandes. Sehr viele Heilige haben richtig den Augenblick ihres Todes vorausgesagt und sich auf diesen vorbereitet. Der Teufel, mit Gottes Zulassung, holt aber eine Seele dann, wenn der Mensch am wenigsten darauf vorbereitet ist. Daher ist ein jäher und unvorbereiteter Tod kein Segen. Und was hat der Teufel damit zu tun? Dies, dass ein schwerer Sünder dem Teufel zur Bestrafung übergeben wird, auch in diesem Leben. Der Spruch: „der Teufel soll ihn holen“, kann durchaus wörtlich aufgefasst werden. Auch eine Unterlassungssünde kann eine schwere Sünde sein und unseres Erachtens ist das fehlende Vorgehen gegen Bergoglio eine schwere Unterlassungssünde aller Kardinäle, insbesondere der Dubia-Kardinäle. Starke Worte? Ja, durchaus. Aber aus dieser Perspektive wird ersichtlich, warum die Kardinäle so unerwartet sterben. Denn so unerwartet ist es gar nicht. Leben wir im Gnadenstand und beten wir um einen guten Tod. Amen.

Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (2 von 10). Häresien bei Vat. II?


774f84c41c06465ccf9c848fee76047b

Was ist Häresie?

Eine Häresie im eigentlichen Sinne ist in der Theologie sehr eng umrissen. Wir haben dazu bereits folgendes geschrieben.

Ad 1. Häretische Meinung (sententia haeretica) oder Häresie

Dies ist die schwerstwiegende Zensur. Eine häretische Meinung (sententia haeretica) ist diejenige Meinung, welche sich direkt (directe) und unmittelbar (immediate) der geoffenbarten katholischen Glaubenswahrheit widersetzt und zwar

  • (i.) als ihr entgegengesetzt (contrarie) oder
  • (ii.) ihr widersprechend (contradictorie).

Im Falle, dass die Glaubenswahrheit lautet:

            „alle Menschen werden auferstehen“

lautet (i.) die entgegengesetzte Meinung (propositio contraria):

            „kein Mensch wird auferstehen“

die (ii.) widersprechende Meinung (propositio contradictoria) hingegen lautet:

            „ein bestimmter Mensch wird nicht auferstehen“.

Sowohl (i.) als auch (ii.) sind häretisch, denn sie negieren die oben angeführte Glaubenswahrheit, prädikatenlogisch ausgedrückt mit Hilfe (ii) eines Existenzquantors ( oder ˅) „es gibt mindestens einen Menschen, der nicht aufersteht…“ oder mit Hilfe (i) eines Allquantors (“ oder ˄)  „Für alle (Menschen) gilt: sie werden nicht auferstehen.“[2]

Besteht eine Glaubensaussage aus mehreren Elementen wie z.B.:

„Christus ist (A) wahrer Gott, (B) wahrer Mensch, (C) geboren von der (D) Jungfrau Maria“

dann ist die Negierung nur eines Element die Negierung der ganzen Aussage, denn man kann nicht behaupten, dass (A) bis (C) zwar stimmen, aber (D) nicht, dass Maria keine Jungfrau war.

Der Gegenstand einer Häresie ist also die direkte Verneinung dessen, was lehramtlich als verbindlich definiert wurde und vereinfacht ausgedrückt eine Häresie richtet sich dagegen, was im Denzinger-Hünermann (Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen) steht. Es muss also etwas explizit definiert worden sein, um explizit als Häresie, im Sinne von (i.) und (ii.), verneint zu werden. Nur dann kann man von einer Häresie oder einer häretischen Meinung (sententia haeretica) sprechen.[1]

Häresien in den Dokumenten des Vat. II?

Bei der Bestimmung einer Häresie muss man logisch-juristisch vorgehen und zuerst nachprüfen, ob es ein katholisches Dogma gibt, gegen die sich die vermeintliche häretische Aussage (sententia haeretica) richtet. Anders formuliert, muss man untersuchen, ob die zu untersuchende Aussage (sententia) eine Lehraussage de fide betrifft.[2] Betrifft die zu untersuchende Meinung eine niedrigere Kategorie der Notae theologicae, dann ist es keine Häresie (sententia haeretica), sondern sie erfüllt, juristisch ausgedrückt, ein kleineres Strafmaß, da die Reihenfolge derjenigen Aussagen, welche die Glaubenslehre selbst (doctrina ipsa) betreffen wie folgt lautet:

  1. Häretische Meinung (sententia haeretica) oder Häresie
  2. Der Häresie nahe Meinung (sententia haeresi proxima)
  3. Nach Häresie schmeckende Meinung (sententia haeresim sapiens)
  4. Die Häresie begünstigende Meinung (sententia haeresi favens)
  5. Irrige Meinung (sententia erronea)
  6. Leichtfertige Meinung (sententia temeraria)

Um es noch anders zu formulieren: „Häresie“ ist ein theologischer und kirchenrechtlicher Fachbegriff, welche die höchste Verfehlung gegen die kirchliche Lehre bezeichnet, der aber höchst sparsam verwendet werden sollte, weil er wirklich höchst selten zutrifft. Daher zeugt der inflationäre Gebrauch des Häresie-Begriffes, wie z. B. hier angeführt,  leider von geringen theologischen Fachkenntnissen. Unsinn und Häresie sind zwei verschiedene Paar Schuhe, denn nicht alles, was den Glauben schädigt und die Gläubigen verwirrt, was natürlich schlimm ist, erfüllt den Tatbestand der Häresie.

Untersuchen wir in diesem Zusammenhang eine Leserzuschrift, die wir hier abschnittsweise anführen:

Also das hier ist doch eine Häresie der höchsten Kategorie:

Dogmatische(!) Konstitution Lumen Gentium 16:

„Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“

Dieser Satz ist keine Häresie, denn die Kirche lehrt: „Der Heilswille Gottes umfasst alle Menschen“. Wir zitieren hier ausschließlich zwei Aussagen des vorkonziliaren Lehramts, welche diese Lehre dogmatisch bestätigen:

So sagt die Synode von Quiercy, Mai 853

Kap. 3. Der allmächtige Gott »will, daß alle Menschen« ohne Ausnahme »gerettet werden« [1 Tim 2,4]; gleichwohl werden nicht alle gerettet. Daß aber manche gerettet werden, ist das Geschenk dessen, der rettet; daß aber manche zugrunde gehen, ist die Schuld derer, die zugrunde gehen. (DH 623)

 

Synode von Arles, i. J. 473: Unterwerfungsschreiben des Priesters Lucidus

„Auch hat Christus, unser Gott und Erlöser, was den Reichtum seiner Güte anbelangt, das Lösegeld des Todes für alle dargebracht; er will auch, daß keiner zugrunde gehe, er, der Erlöser aller Menschen ist, vor allem der Gläubigen, reich gegenüber allen, die ihn anrufen [Röm 10,12]. Und weil in so wichtigen Dingen dem Gewissen Genüge zu tun <ist>, erinnere ich mich, zuvor gesagt zu haben, daß Christus nur für die gekommen sei, von denen er vorherwußte, daß sie glauben werden [unter Berufung auf Mt 20,28; 26,28; Hebr 9,27]. Jetzt aber bekenne ich gerne aufgrund der Autorität der heiligen Zeugnisse, die sich im Bereich der göttlichen Schriften überreich finden und aufgrund der Lehre der Alten erschlossen sind, daß Christus auch für die Verlorenen gekommen ist; denn sie gingen zugrunde gegen seinen Willen. Es ist nämlich nicht recht, daß der Reichtum unermeßlicher Güte und die göttlichen Wohltaten nur auf die eingeschränkt werden, die offensichtlich gerettet sind. Denn wenn wir sagen, Christus habe nur denen Heilmittel gebracht, die erlöst sind, werden wir den Eindruck erwecken, die nicht Erlösten freizusprechen, die bekanntlich für die Verschmähung der Erlösung zu bestrafen sind.“ (DH 340)

Also, da der Heilswille Gottes alle Menschen umfasst, so umfasst er auch die Bekenner anderer Religionen. Gott möchte, dass sich alle zu Christus bekehrten und sich seiner Heiligen und einzigen Kirche, der katholischen Kirche anschließen. Natürlich umfasst der Heilswille Muslime, wie auch Vodoo-Anhänger oder Zoroastierner, denn er umfasst alle Heiden.

Also:

  1. Gott will, von seiner Seite aus, dass alle Menschen gerettet werden.
  2. Christus ist auch „für die Verlorenen“ gekommen, also auch für die, die, aufgrund ihrer eigenen Sünden, in der Hölle landen werden.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass alle gerettet werden, weil Menschen einen freien Willen haben, nach dem sie sich richten. Denn „umfassen“ bedeutet nicht „zum Heil“ oder zur visio beatifica (beglückende Anschauung) gelangen. Kein Mensch ist von vornherein von Gott ausgeschlossen, also jeder hat eine Chance, es liegt an ihm, was er damit macht. Wir wissen aber nicht, wen der Heilswille Gottes „besonders“ umfasst, denn das vorkonziliare Lehramt lehrt es nicht, und ob es Muslime sind oder es nicht sind. Die Kirche lehrt, dass die Vorauswahl Gottes, Seine freie Entscheidung ist (DH 1540, 1565, 1567, 628), die wir nicht kennen können, sodass jede Spekulation darüber obsolet ist.  Da es vor Vat. II keine dogmatische Aussage über Muslime gab, so kann der obige Satz keiner Lehre widersprechen, welche ausdrücklich als verbindlich zum Glauben vorgelegt wurde. Der o.a. Satz ist demnach keine Häresie.

Der Schreiber dieser Zeilen würde sich am meisten am Adverb „besonders“ stören, denn wir wissen nicht, warum ausgerechnet die Muslime, die von Anbeginn an zu den größten Feinden des Christentums gehörten „besonders vom Heilswillen Gottes umfasst werden“. An dieser Stelle scheinen die folgenden Zensuren angebracht:

I. Was die Glaubenslehre selbst (doctrina ipsa) anbelangt:

6. Leichtfertige Meinung (sententia temeraria)

II. Was die Art und Weise (modum) der Darstellung der Glaubenslehre anbelangt:

  1. Trügerische Meinung (captiosa)
  2. Verdächtige Meinung (suspecta)
  3. Übel klingende Meinung (male sonans)
  4. Fromme Ohren verletzende Meinung (piarum aurium offensiva)
  5. Wenigstens irrige Meinung (ad minus erronea)

III. Was die Auswirkung (effectum), welche diese Meinung auf die Gläubigen ausüben könnte, betrifft.

  1. Ärgernis erregende Meinung (scandalosa)

Fahren wir mit der Leserzuschrift fort:

Das wird sogar innerhalb der Konzilstexte selbst widerlegt:

Erklärung Nostra Aetate 3:

„Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, …“

Die Muslime glauben eben nicht nur an den einen Schöpfergott, von dem sie sonst nichts wissen; sondern sie sagen ausdrücklich in Bezug auf Jesus Christus, dass Gott keinen Sohn hat und dass Jesus Christus nicht Gott ist. Sie leugnen also ausdrücklich die Heilige Dreifaltigkeit.

Aber der oben zitierte Satz

„Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“ (Lumen gentium 18)

sagt aber gar nichts über den Glauben an Jesus Christus aus und deswegen ist er nicht auf die Erklärung aus Nostra Aetate 3 zu beziehen. Diese Erklärung ist auch richtig, Muslime glauben nicht an Jesus und verehren ihn als Propheten. Fahren wir weiter mit der Zuschrift fort:

Lumen Gentium behauptet aber, Katholiken und Muslime beten zum selben Gott. Lumen Gentium behauptet also, Gott wäre sowohl dreifaltig und nicht dreifaltig.

Das ist eine Verleugnung eines Glaubensdogmas. Zensur: Häresie.

Aber Lumen Gentium behauptet nirgends, dass sie es tun, was oben dargelegt wurde. Ebenso wenig wird in Lumen gentium die Heiligste Dreifaltigkeit in Frage gestellt.

[1] https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/05/24/was-ist-eine-haresie-die-kirchlichen-zensuren-2-zensuren-welche-die-glaubenslehre-selbst-betreffen/

[2] Siehe: https://traditionundglauben.wordpress.com/2017/08/11/notae-theologicae-oder-die-dogmatische-gewissheit-3-von/  https://traditionundglauben.wordpress.com/2017/08/14/notae-theologicae-oder-die-dogmatische-gewissheit-4-von/

Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (1 von 10) Einführung. Assistentia negativa.


774f84c41c06465ccf9c848fee76047b

Da man gemachte Versprechen einlösen sollte, so fangen wir hiermit unsere Reihe an, die abwechselnd mit anderen Beiträgen präsentiert werden wird, in der wir darlegen werden, warum Bergoglio ein Antipapst ist. Wir fangen sozusagen von hinten an, indem wir die Konsequenzen darlegen und so scholastisch ex effectibus, von den Auswirkungen her schließen. Er ist ein Gegenpapst, weil ihm die Standesgnade fehlt, die ihn vom Irren abhält. Er irrte in Amoris Laetitia, indem er formale Häresien in einem Dokument des Lehramtes verbreitete, was in dieser Art und Weise kein Papst getan hat, er zerstört systematisch und mutwillig die Kirche, in einer Art und Weise, die unumkehrbar sein soll, so ist er kein Papst, denn kein Papst vor ihm hat dies getan oder versucht.

Die Ausgangslage

Jedem, der die Geschehnisse in der katholischen Kirche seit der Thronbesteigung von Jorge Bergoglio beobachtet, der am 13.03.2013 (Achtung Freimaurersymbolik im Datum) als der 266 (Achtung: zwei sechsen) den päpstlichen Thron bestieg, wird zumindest ein großer Unterschied zwischen dem Vorher, also der Zeit vor Bergoglio und dem Nachher, also der Zeit seit Bergoglio, sichtbar. Sogar die weltliche Mainstreampresse, von der katholischen Presse ganz abgesehen, hat festgestellt, dass Bergoglio nicht besonders fromm ist, das Religiöse an der Religion meidet und ständig fromme Katholiken („Neo-Pelagianer“, „Rosenkranzzähler“, „Karnickel“, „Selbstgerechte Pharisäer“ etc.) beleidigt.[1] Jemand, welcher der katholischen Kirche völlig unbefangen gegenüber stehen würde, z.B. ein Marsmensch, der plötzlich unseren Planeten besucht, würde sich die Frage stellen, warum der Chef einer so großen Organisation diese gegen die Wand fährt, seine eigenen Leute beleidigt und sein Verhalten dazu führt, dass der innere Widerstand gegen ihn wächst. Für gläubige Katholiken ist diese Situation noch schwieriger, weil Bergoglio seit seiner Wahl dermaßen viele Blasphemien und Häresien von sich gibt, dass sich ein ganzes Team von Theologen zum Blog Denzinger-Bergoglio zusammenfand, welches die bergoglianischen Häresien zusammenstellt und kommentiert. Andere Blogger wie Call me Jorge oder Pope Francis the Destroyer kommentieren dieses Pontifikat auch auf ihre eigene, weniger wissenschaftlich fundierte Art und Weise, indem sie eine Parallele zwischen einem Auftritt von Franziskus und einer nachfolgenden Katastrophe ziehen. Qualifizierter kritisieren das jetzige Pontifikat solche Blogs und Internetseiten wie onepeterfive, Rorate Caeli, Ann Barnhardt, Hilary White und Andere, darunter auch wir, obwohl wir, so gut wir können, hier auf Tradition und Glauben Papst Franziskus ausklammern, um das Katholische hochhalten zu können. Manchmal geht aber kein Weg an Franziskus vorbei.

Aus einer rein atheistisch-pragmatischen Sicht betrachtet, schädigt Papst Franziskus immens die Organisation, welcher er vorsteht, da er:

Dies ist eine rein äußerliche Sicht der Dinge, der jeder unvoreingenommen zustimmen wird. Eine Lage, über die sich ein jeder Kirchengegner freut, was die Popularität von Papst Franziskus in den Mainstream-Medien erklärt. Wir wollen aber jetzt auf eine andere Argumentations- und Überlegungsebene gehen, die darlegen wird, wer der Papst, theologisch betrachtet, wirklich ist.

Der Sinn des petrinischen Primats

Wir wollen an dieser Stelle nicht die Lehre vom Primat des Petrus darlegen, da wir davon ausgehen dass sie der Mehrheit unserer Leser mehr oder weniger bekannt ist.[3] Wir wollen uns vielmehr mit den geistigen und spirituellen Auswirkungen des Petrusamtes befassen. Nach der Dogmatik von Ott,

„[…] ist der Primat seiner Natur nach ein Amt zu Regierung der Kirche und [hat] den Zweck, die Einheit und Festigkeit der Kirche zu wahren, die Kirche […] nach dem Willen ihres Stifters zur Fortführung des Heilswerkes Christi für alle Zeiten unveränderlich fortbestehen [zu lassen]“.[4]

Was ist also der Zweck des Primats?

  1. Die doktrinäre und institutionelle Einheit und Festigkeit der Kirche zu wahren.
  2. Die Fortführung des Heilswerkes Christi unveränderlich fortbestehen zu lassen.

Was ist der Grund und die Folge der päpstlichen Unfehlbarkeit bei päpstlichen ex cathedra Urteilen?

Nach Ott:

„Der Hl. Geist hält den Träger des obersten Lehramtes vor einer falschen Entscheidung zurück (assistentia negativa) und führt ihn, wenn und soweit es nötig ist, durch äußere und innere Gnaden zur rechten Erkenntnis und Vorlage der Wahrheit hin (assistentia positiva). Der göttliche Beistand entbindet den Träger der unfehlbaren Lehrgewalt nicht von der Verpflichtung, sich mit natürlichen Mitteln, besonders durch Studium oder Offenbarungsquelle, um die Erkenntnis der Wahrheit zu bemühen. (Vgl. DH 3069 f.)

Die Folge der Unfehlbarkeit ist, dass die Kathedralentscheidungen der Päpste „aus sich“, d.h. ohne das Hinzutreten einer weiteren Autorität, unabänderlich sind, nicht erst auf Grund der Zustimmung der Gesamtkirche […]“.[5]

Schon an dieser Stelle bleibt einzuwerfen, dass die Argumente zur päpstlichen Unfehlbarkeit bei Franziskus im engeren Sinn nicht greifen, weil er, Gott sei Dank, bisher noch kein ex cathedra Urteil vorgelegt hat. Nichtsdestotrotz ist die von Christus gewollte und vom Hl. Geist begleitete Aufgabe des Papstes:

  1. Die doktrinäre und institutionelle Stärkung der Einheit der Kirche.
  2. Sicherung der Fortdauer des Heilswerkes Christi.
  3. Oberste Garantie des Erhalts der katholischen Wahrheit durch einen engeren Gottesbezug.

Unter dem Strich also dient das petrinische Primat oder das Papstamt dazu, dass ein Papst, so schlimm er persönlich auch sein mag, niemals die Kirche und ihre Lehre gänzlich korrumpieren kann, was ihre Lehre und Disziplin anbelangt. Wenn ein Papst Papst ist, dann hält ihn Gott davon durch die assistentia negativa – „die negative Assistenz“ zurück, sodass die Kirche auch sehr schlimmen Päpsten etwas Gutes verdankt. Nennen wir ein paar Namen, eins aus der Vergangenheit, andere aus der Gegenwart:

  • Alexander VI. – Ritus missae und Ordus servandus: heilsame liturgische Dokumente, Bekämpfung der Häresien in der Lombardei.
  • Johannes XXIII. – Blut Christi Verehrung, Veterum sapientia.
  • Paul VI – Humane vitae, “Agatha Christi – Indult”
  • Johannes Paul II. – ex cathedra Verbot der Frauenweihe, Lebensrecht, Indult-Politik,
  • Benedikt XVI. – Summorum pontificum

Wozu dient also das petrinische Primat auch beim ordentlichen Lehramt des Papstes? Es dient dazu, dass ein Papst bestimmte Grenzen niemals überschreiten kann, weil ihn die göttliche Allmacht durch seine Standesgnade davon abhält.

Wie sieht dies bei Bergoglio aus?

Ad 1. Stärkt er doktrinell und institutionell die Einheit der Kirche?

  • Nein, er produziert Häresien, Blasphemien, bewirkte eine de facto Kirchenspaltung durch die gegensätzliche Umsetzung oder Ablehnung von Amoris Laetitia durch verschiedene Bischofskonferenzen (Polen dagegen, Malta, Deutschland und Argentinen dafür).
  • Er hebt katholische Orden auf (Franziskaner der Immaculata) oder ersetzt ihre Führung (Ritter von Malta).
  • Er zerstört die kontemplativen Orden (Vultum Domini quaerere).[6]

Ad 2. Sichert er die Fortdauer des Heilswerkes Christi?

  • Nein, denn durch die sakrilegische Kommunion im Zustand der schweren Sünde werden sehr viele Seelen in der Hölle enden.
  • Durch die Abnahme der Priesterberufungen und de facto Aufhebung der kontemplativen Orden werden in absehbaren Zeit kaum Sakramente gespendet werden können und es wird auch kaum jemanden geben, der gottgeweiht, im Orden für die Kirche beten wird.
  • Das Heilswerk Christi wird nicht gesichert, weil der Inhalt des Glaubens nicht verkündet wird oder häretisch verändert worden ist.

Ad 3. Erhält er die katholische Wahrheit durch seinen Gottesbezug?

  • Er hat keinen Gottesbezug, seinen Blasphemien nach zu urteilen.

Bergoglio alias „Papst“ Franziskus hat also ein Antipontifikat kreiert, welcher keinen wie auch immer gearteten Abglanz des petrinischen Amtes durchscheinen lässt.  Wenn wir also annehmen, dass

1.Bergoglio tatsächlich Papst ist,

2. Und er das pertinische Amt inne hat, welches ihn vor Irrtümern schützt und den Fortbestand der Kirche sichert

dann müssen wir annehmen, dass

3. Gott sich selbst widerspricht, weil er zum Petrusamt jemanden berufen hat, der seine Kirche zerstört und seine Offenbarung verändert (Ehebruch ist erlaubt, Amoris Laetitia).

Zwar wird es immer noch ein paar nachkonziliaren Novus Ordo Theologen geben, welche erklären werden, dass „Papst“ Franziskus zwar die Kirche verändert, aber der Heilige Geist, der unvorhersehbar durch ihn wirkt, die Kirche zum Positiven verändert, was wir aber noch nicht sehen können, weil wir:

  1. zu blöd.
  2. zu sündig sind.

Sie werden uns also dieselbe Erklärung präsentierten, wie bei allen Päpsten der nachkonziliaren Zeit und bei der Umsetzung des Konzils. „Des Kaisers neue Kleider“: nur Dumme und schlechte Beamten können sie nicht sehen! Der Unterschied aber zwischen den nachkonziliaren Päpsten und Bergoglio besteht jedoch darin, dass sich, unseres Erachtens, weder in den Konzilstexten selbst noch im nachkonziliaren ordentlichen Lehramt eindeutige Häresien im Sinne einer sententia haeretica finden lassen.[7]

Ein sehr treffendes Argument bringt Ann Barnhardt in ihrem letzten Blog-Beitrag. Sie schreibt, dass angenommen, dass das petrinische Amt so weit reichen würde, dass ein Papst aufgrund seiner von Christus verliehenen Vollmacht auch die kämpfende Kirche zerstören könnte, so muss man die Frage stellen, warum dies in der Vergangenheit, auch bei sehr schlechten Päpsten, nicht eingetroffen ist. Die Antwort von Barnhardt lautet:

Weil sie Päpste und keine Antipäpste waren und sie deswegen über die assistentia negativa verfügten, welche sie vom Schlimmsten abhielt.

Sehr richtig argumentiert, auch wenn natürlich die Ausgangsprämisse falsch ist. Christus hat nicht das Petrusamt geschaffen, damit der Petrus-Nachfolger die Kirche zerstören kann.  Auch wenn es manchen schwer zu glauben fällt. Gott ist wirklich allmächtig und wenn Gott etwas nicht will, dann passiert dies nicht. Bei geweihten Personen hilft die Standesgnade, bei uns allen hilft die Standesgnade und die göttliche Vorsehung, welche uns durch verschiedene Mittel, manchmal auch natürliche, von etwas abhält, was man im Nachhinein erst erkennen kann.

Als Frage und Antwort zusammengefasst, lässt sich folgendes sagen:

Frage: Warum hält also Gott Bergoglio durch die päpstliche Standesgnade nicht davon ab, das zu tun, was er tut?

 

Antwort: Weil Bergoglio kein Papst ist und demzufolge über keine Standesgnade als Papst verfügt. Die assistentia negativa, „die negative Assistenz“, die ihn vom Irren abhält, steht ihm nicht zu.

Frage: Warum lässt Gott Papst Franziskus zu?

 

Antwort: Um uns alle und die nachkonziliare Entwicklung abzustrafen und ihre Konsequenzen zu zeigen.

[1] http://theweek.com/articles/685573/why-conservative-catholics-think-pope-francis-fraud http://www.latimes.com/world/europe/la-fg-pope-conservatives-2017-story.html https://www.theguardian.com/world/2017/feb/23/pope-francis-better-to-be-atheist-than-hypocritical-catholic http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2017-14/artikel/papst-allerlei-die-weltwoche-ausgabe-142017.htmlhttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/franziskus-und-die-katholische-kirche-der-sponti-papst-a-1143566.html

[2] https://gloria.tv/article/U9Gt4SRgQcvo3M9tPeyxzDSVf http://benoit-et-moi.fr/2017/actualite/breve-de-sainte-marthe.html

[3] Falls nicht: Ott, Ludwig, Grundriss der Dogmatik, Bonn 201011, 396-408; Tanquerey, Adolphe, Synopsis Theologiae Dogmaticae, Vol. I, Paris 1937, 453-493. Hier gut und einfach in einer Predigt formuliert: http://www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/1999/19991219/ Sehr kurz auf Deutsch und ausbaufähig: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Primat Gründlich auf Englisch: http://www.newadvent.org/cathen/12260a.htm

[4] Ott, 400.

[5] Ott, 406.

[6] https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/12/12/hilary-white-der-fruehling-ist-vorueber-meine-damen-1-von/ https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/12/21/warum-die-revolutionaere-immer-als-erstes-kontemplative-nonnen-zerschlagen/

[7] https://traditionundglauben.wordpress.com/category/kirchenkrise/zensuren/

Der Fall Müller oder warum „die Wirklichkeit beißt“? (3 von 3)


6a00d8341c464853ef019103d9935c970c-500wi

 

Nachtrag, Umkehr und Welt-Interview

All diejenigen, die meinen wir hätten zu scharf und dazu noch anonym über Kardinal Müller geurteilt, mögen sich sein neuestes Interview in der Welt durchlesen. Noch weltlicher geht es wirklich nicht, obgleich Müller jetzt wirklich nichts zu verlieren hat. Aber vielleicht gelangt er durch diese Auszeit oder eher Verbannung zur Besinnung und entdeckt das Katholische am Katholischen. Der Schreiber dieser Zeilen war schon immer recht konservativ gewesen, für deutsche Verhältnisse viel zu konservativ und wunderte sich, warum ihn Gott so züchtigte, was Er auch weiterhin tut. Es stellte sich heraus, dass er zwar an weltlichen Maßstäben gemessen rechtgläubig, konservativ und fromm gewesen ist, aber nicht nach den Maßstäben Gottes. Diese sind viel strenger und viel höher. Weiterlesen!

Die Zeit kritisiert Kardinal Marx oder vielleicht wirken die Bußpsalmen wirklich?


Francis birds

Schon die Alten (Äsop, Fabel 304) meinten, dass eine Schwalbe keinen Sommer macht, dennoch ist es schön nach dem tiefsten Winter eine Schwalbe beobachten zu können. Da es sich bei Schwalben um Zugvögel handelt, so sind sie im Winter in Europa nicht anzutreffen, wovon die alten „marianischen“ Bauerregeln zeugen:

„Am Tage von Maria Geburt fliegen die Schwalben furt [d.h. fort Red.].“ (8. September)

„Marienverkündigung kommen sie wiederum.“ (25. März)

Kurz und gut: wenn Sie eine Schwalbe sehen, dann ist kein Winter mehr, aber lange noch kein Sommer. Wir haben unsere Bußpsalmen-Gebetsaktion am 20.11.2015 ausgerufen, ohne bis jetzt sichtbare Erfolge zu sehen, denn um unsere, d.h. die deutsche, österreichische oder schweizerische Bischofskonferenzen ist es schlimmer denn je bestellt. Siehe die Reaktionen zu, nach und wegen Amoris Laetitia. Es ist sicherlich schwierig, sowohl im Natürlichen als auch im Übernatürlichen, motiviert zum bleiben, wenn man gar keine Erfolge sieht.

Dennoch scheint sich der Herrscher dieser Welt, d.h. der Teufel, seiner Maskottchen und Marionetten zu entledigen, da vor kurzem die Zeit, das Mainstream-Medium in Deutschland schlechthin, auf das Versagen von Kardinal Marx in einem Mißbrauchsfall aufmerksam machte.[1] Die Zeit macht auch nicht zum ersten Mal auf diesen Fall aufmerksam.[2] Hier also zum Mitschreiben: die Zeit schreibt von dem Super-Dupper-Weltfreundlichen-C-9-Schweinshaxen-Kurienkardinal Marx nicht in höchsten Tönen. Was ist denn passiert? Woher diese Verstimmung? Ist es nicht der erste Schritt zur Bischofsabsetzung nach einem Szenario, das wir von den Bischöfen Mixa und Tebartz-von-Elst schon können. Wann ziehen andere Medien mit? Wann wird in den Mainstream-Medien der „Bauprotz“ des Kardinals: das Münchener Ordinariat zu 130 Millionen und die Kardinalsvilla in Rom für schlappe 10 Milionen Euro thematisiert werden? Ja, diese Zahlen stammen auch aus der Presse, aber sie wurden bislang noch nicht in eine stringente Reihe des Bischofs-Bashing gestellt, weil Kardinal Marx „der Gute“ war und Papst „der barmherzige“ Franziskus ihn mochte. Wann können wir wieder das gesammelte Vorgehen: der FAZ, der Welt, der Bild und der Zeit erwarten? Vielleicht ist die Zeit-Publikation tatsächlich die erste Schwalbe eines neuen Anti-Marx-Kurses?

Von einer ähnlichen Schwalbe kann man bei der Publikation des Wall Street Journals sprechen, wo behauptet wird, dass Franziskus der Führer der Welt-Linken geworden ist. Dies ist natürlich zutreffend und etwas, was ein Blinder mit Krückstock sieht, aber wenn es ausgerechnet die Wall Street Journal publiziert, so geschieht dies nicht von ungefähr. Auch andere englischsprachige Mainstream-Medien sind Bergoglio immer weniger gewogen,[3] Matthias Matussek ist es auf Deutsch ebensowenig.[4] Das, was bisher „verrückte traditionalistische Verschwörungsfanatiker“ behaupteten, dass Benedikts Rücktritt erzwungen worden ist, wird auf einmal von einem italienischen Militärtheoretiker Professor Dottori auf Umwegen bestätigt.[5] Wir sehen jedoch, im Gegensatz zu unseren Freunden von katholisches.info, Benedikt nicht als den „Guten“ und „das Opfer“ an, sondern glauben, dass dieser amerikanische Druck den Teil eines größeren Komplexes darstellte und das Benedikt durch etwas Schwerwiegenderes erpresst wurde als durch das SWIFT-System. Dass aber jetzt überhaupt solche Stimmen hörbar werden, lässt auf einen politischen Umschwung schließen, welcher der Trump-Wahl in den USA geschuldet sein durfte. Viele machen sich auch Sorgen über die Zeit nach Franziskus, der selbst von einer fünfjährigen Regierungszeit sprach.[6] Dies bedeutet nicht, dass der Nachfolger von Franziskus besser sein wird, wenn man auf die Zusammensetzung des Kardinalskollegiums schaut. Dennoch scheint es eine weltweite Wende bezüglich Franziskus und seiner Mannen, wie Marx, zu geben, was uns ermutigen sollte weiterhin die Bußpsalmen auf den Knien zu beten.

Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer, aber sicherlich auch keinen Winter. Amen.

[1] http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kardinal-marx-sieht-versaeumnis-in-missbrauchsskandal-leider-erst-im-nachhinein-a2109923.html  http://de.radiovaticana.va/news/2017/05/04/d_marx_%C3%BCbt_selbstkritik_bei_missbrauchskandal/1309964

[2] http://www.zeit.de/2016/36/kardinal-marx-missbrauchsvorwuerfe-deckung http://www.zeit.de/thema/reinhard-marx

[3] http://theweek.com/articles/685573/why-conservative-catholics-think-pope-francis-fraud http://www.latimes.com/world/europe/la-fg-pope-conservatives-2017-story.html https://www.theguardian.com/world/2017/feb/23/pope-francis-better-to-be-atheist-than-hypocritical-catholic

[4] http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2017-14/artikel/papst-allerlei-die-weltwoche-ausgabe-142017.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/franziskus-und-die-katholische-kirche-der-sponti-papst-a-1143566.html

[5] http://www.katholisches.info/2017/05/ratzinger-von-usa-zur-abdankung-gezwungen-obama-intrige-fuer-den-islam-und-gegen-russland/ http://www.freiewelt.net/nachricht/wurde-papst-benedikt-xvi-von-obama-zum-ruecktritt-gezwungen-10070334/

[6] http://remnantnewspaper.com/web/index.php/fetzen-fliegen/item/3208-the-path-to-rome-and-the-ascendency-of-pope-peter-ii