Heute, am 26. Januar, beten wir die Bußpsalmen für das Wiederaufleben der Kirche in DE, AT und CH


1801-1-4 Champaigne Bon Pasteur

Es ist soweit: Die Bußpsalmen beten!

Praktische Anweisung

Man bete wie folgt:

  1. Man knie sich hin.
  2. Man mache das Kreuzzeichen.
  3. Man bete: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“
  4. Man lese einfach all das laut vor, was auf den Seiten 179 bis 188 geschrieben steht.
  5. Man beende das Gebet mit einem Kreuzzeichen und Punkt (3)

Ad 4.

Unter „lautem Beten“ verstehen die frühen Rubriken des Offiziums, dass man die Lippen bewegen soll und sich selbst wenigstens hören sollte. Man braucht also nicht zu schreien. Sollte man zusammen mit jemanden beten, so kann man sich bei den Versen, Anrufungen der Litanei und anderen Gebeten abwechseln und während der eine laut betet, betet der andere im Geiste mit bis er an die Reihe kommt. So bestimmen es die Rubriken der alten Ablassgebete und so wird es richtig sein. Man kann sich die Texte ausdrucken oder am Handy beten.

Wenn wirklich nicht knien kann?

Sollte jemand alt und gebrechlich sein oder im Rollstuhl sitzen und wirklich nicht knien können, dann kann er dies halt nicht tun. Er kann sich eine andere machbare Abtötung für die Dauer des Gebets einfallen lassen. Die Rubriken sagen: flexis genibus – „mit gebeugten Knien“, dies bedeutet, dass, wenn jemand nicht kann, er auch mit gebeugten Knien teilweise sitzen kann, wie es in jeder Kirchenbank der Fall ist. Man kann sich auch auf ein Kissen knien, um es sich ein wenig einfacher zu machen. Aber je mehr Busse, desto größer unser Verdienst, siehe unsere Reihe.

Was ist, wenn man kein Latein kann?

Dann lernt man es eben dadurch, dass man es betet: learning by doing. Die Aussprache des Kirchenlateins ist wie folgt:

  • C wird meistens wie K ausgesprochen (corpus – „korpusss“), außer
  • Vor e, i, y, ae, oe, eu dann wir C wie z, c ausgesprochen (caeli – „zeli“)
  • Q wird wie kw ausgesprochen (quoniam – „kwoniam“)
  • Ngu, su wir wie ngw, sw (sanguis – „ssangwis“), aber das „w“ ist sehr leicht.
  • X wie ks (capax – „kapaks“)
  • Z wie s, stimmhaft (zizania – „sisania“)
  • Ch wie ch (charta – „charta“)
  • Ph wie f (philosophia – „filozofia“)
  • Rh wie r (rhombus – „rombus“)
  • Th wie t (thalamus – „talamus“)
  • I am Wortanfang und vor einem Vokal wie j (iam – „jam“)
  • Y wie y (thymiana – „tymiana“)
  • V wie w (valde – „walde“)
  • S am Wortanfang und Wortende wie ss (super – „ssuper“)
  • S in Wortmitte wie das deutsche stimmhafte s (censebant – „zensebant“)

Man kann die lateinische Aussprache bspw. bei den Mönchen von Le Barroux hören[3] oder in anderen Klöstern, die das vorkonziliare Offizium auf Lateinisch beten. Die Akzentuierung ist im Text angegeben. Bei Gloria Patri et Filio am Ende eines Psalms mache man eine leichte Verbeugung zur Ehre der Heiligen Dreifaltigkeit.

Es geht hier um ein fürbittendes Gebet in einem wichtigen Anliegen und um keine Radioaufnahme. Auch wenn man Fehler macht, wird es Gott genehm sein und wenigstens wir – die Beter – werden dadurch geheiligt werden und vielleicht manch einer Bischof auch.

Man kann seine Erfahrungen auf unserem Forum oder anderswo mitteilen. Man solle sich auch auf irgendwelche unerwartet auftretende Probleme und Schwierigkeiten, wie z.B. plötzlicher Familienstreit oder Streit am Arbeitsplatz gerade an diesem Tag einstellen. Dies wird ein gutes Zeichen sein, dass die Mächte der Finsternis diese Initiative bekämpfen. Man solle sich auch auf alle möglichen Zweifel am Sinn dieses Gebetsaufrufs und der eigenen Mitarbeit vorbereiten. Aber von nichts kommt nichts und der Verfall der Kirche in den deutschsprachigen Ländern scheint kaum noch steigerungsfähig. Jemand muss es herausreißen. Packen wir es an!

[1] Und zwar mit diesen Beiträgen https://traditionundglauben.wordpress.com/category/gebetsaktion-bischofskonferenz/

[2] Beispielsweise hier: http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/09/deutschlandchurch-of-rich-or-church-of_16.html http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/04/the-german-catholic-collapse-priests.html http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/09/achtung-as-in-vatican-ii-germans-seem.html http://www.katholisches.info/2015/11/24/paepstliche-standpauke-fuer-deutsche-bischoefe-deutsche-kirche-nicht-die-fortschrittlichste-sondern-die-zerruettetste/

[3] http://www.barroux.org/fr/liturgie/ecoutez-nos-offices.html

 

Ant.: Ne reminiscaris, Dómine, delícta nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Psalmus 6

Dómine, ne in furore tuo árguas me, *neque in ira tua corípias me.

Miserére mei, Dómine, quóniam infírmus sum: * sana me, Dómine, quóniam conturbáta sunt ossa mea.

Et ánima mea turbáta est valde: * sed tu, Dómine, úsquequo?

Convértere, Dómine, et éripe ánimam meam: *

salvum me fac propter misericórdiam tuam.

Quóniam non est in morte qui memor sit tui: *

in inférno autem quis confitébitur tibi?

Laborávi in gémitu meo, lavábo per síngulas noctes lectum meum: *

lácrimis meis stratum meum rigábo.

Turbátus est a furóre óculus meus: *

inventerávi inter omnes inimícos meos.

Discédite a me, omnes, qui operámini iniquitátem: * quoniam exaudívit Dóminus vocem fletus mei.

Exaudívit Dóminus deprecatiónem meam, *

Dóminus oratiónem meam suscépit.

Erubéscant, et conturbéntur veheménter omnes inimíci mei: * convertántur et erubéscant valde velóciter.

Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto *

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.

Psalm 6

Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, *

Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Erbarm Dich meiner, Herr, den ich bin krank; * Mach mich gesund, o Herr, den morsch ist mein Gebein.

Gar sehr bestürzt ist mene Seele. *

Du aber, Herr, wie lange säumst du noch?

Herr, wende Dich zu mir, errette mich, *

Hilf mir in Deiner Güte!

Im Tode denkt ja keiner mehr an Dich, *

Und in der Unterwelt, wer möchte dort Dich preisen?

Wie matt bin ich von meinem Seufzen, + mit Weinen netz ich jede Nacht mein Bett, *

Mit Tränen bad ich meine Lagerstätte.

Mein Auge ist vor Kummer trüb geworden, *

Ich bin gealtert unter lauter Feinden.

Hinweg von mir, ihr Übeltäter alle, *

Mein lautes Weinen hat der Herr erhört!

Mein Flehen hat der Herr vernommen, *

Der Herr hat angenommen mein Gebet.

Sich schämen sollen alle meine Feinde; *

Sie sollen schamrot werden und in Hast entfliehen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 31

Beáti quorum remíssae sunt iniquitátes: *

et quorum tecta sunt peccáta.

Beátus vir, qui non imputávit Dóminus peccátum, * nec est in spíritu ejus dolus.

Quóniam tácui, inveteravérunt ossa mea, *

dum clamárem tota die.

Quóniam die ac nocte graváta est super me manus tua: *

convérsus sum in aerúmna mea, dum confígitur spina.

Delíctum meum cógnitum tibi feci: *

et injustítiam meam non abscóndi.

Dixi: Confitébor advérsum me injustítiam meam Dómino: *

et tu remisísti impietátem peccáti mei.

Pro hac orábit ad te omnis sanctus, *

in témpore opportúno.

Verúmtamen in dilúvio aquárum multárum, * ad eum non approximábunt.

Tu es refúgium meum a tribulatióne, quae circúmdedit me: *

exsultátio mea, érue me a circumdántibus me.

Inelléctum tibi dabo, et ínstruam te in via hac, qua gradiéris: *

firmábo super te òculos meos.

Nolíte fíeri sicut equus et mulus, *

quibus non est intelléctus.

In camo et fraeno maxíllas eórum constringe, *

qui non appróximant ad te.

Multa flagélla peccatóris, *

sperántem autem in Dómino misericórdia circúmdabit.

Laetámini in Dómino et exsultáte, justi, *

et gloriámini, omnes recti corde.

Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto *

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen.

Psalm 31

Wohl dem, dem seine Missetat vergeben, *

Und dem verziehen seine Sünden.

Wohl dem, den keiner Schuld der Herr mehr zeiht, *

In dessen Geist kein Falsch mehr ist.

Ich schwieg, da schwand mein Lebensmark dahin * Vor Seufzen Tag für Tag.

Denn Deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und Nacht;*

Ich wand mich hin und her in meinem Gram, doch tiefer drang der Stachel.

Da hab ich endlich mein Vergehen dir bekannt, *

Verbarg nicht länger meine Missetat.

Ich sprach: “Bekennen will dem Herrn ich meine Bosheit”,*

Und du vergabst mir meine Sündenschuld.

Drum soll sich jeder Fromme flehend zu Dir wenden, * Solang die Zeit der Gnade währt.

Bricht dann herein die mächt’ge Wasserflut, *

Ihn wird sie nicht erreichen.

Ja, Zuflucht bist du mir in meiner Not, die dräuend mich umgibt. *

Du meine Wonne, rette mich von meinen Drängern.

Ich will dir Einsicht geben und den Weg dir weisen, auf dem du gehen sollst, *

Will stets auf dich mein Auge richten:

Seid nicht wie Roß und Maultier, *

Wie unvernünft’ge Tiere.

In Zaum und Zügel mußt du ihre Backen zwängen, *

Sonst folgen sie dir nicht.

Den Frevler treffen viele Plagen; *

Doch wer auf Gott vertraut, den wird umfangen Seine Gnade.

So freuet euch im Herrn und jebelt, ihr Gerechten; *

Frohlocket all, die ihr geraden Herzens seid!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 37

Dómine, ne in furóre tuo árguas me, *

neque in ira tua corrípias me.

Quóniam sagíttae tuae infíxae sunt mihi: *

et confirmásti super me manum tuam.

Non est sánitas in carne mea a fácie irae tuae: * non est pax óssibus meis a fácie peccatórum meórum.

Quóniam iniquitátes meae supergréssae sunt caput meum: *

et sicut onus grave gravátae sunt super me.

Putruérunt et corrúptae sunt cicatríces meae, * a fácie insipiéntiae meae.

Miser factus sum, et curvátus sum usque in finem: * tota die contristátus ingrediébar.

Quoniam lumbi mei impléti sunt illusiónibus: *

et non est sánitas in carne mea.

Afflíctus sum, et humiliátus sum nimis: *

rugiébam a gémitu cordis mei.

Dómine, ante te omne desidérium meum: *

et gémitus meus a te non est abscónditus.

Cor meum conturbátum est, derelíquit me virtus mea: *

et lumen oculórum meórum, et ipsum non est mecum.

Amíci mei, et próximi mei * advérsum me appropinquavérunt, et stetérunt.

Et qui juxta me erant, de longe stetérunt: *

et vim faciébant qui quaerébant ánimam meam.

Et qui inquirébant mala mihi, locúti sunt vanitátes: * et dolos tota die meditabántur.

Ego autem tamquam surdus non audiébam: *

et sicut mutus non apériens os suum.

Et factus sum sicut homo non áudiens: *

et non habens in ore suo redargutiónes.

Quóniam in te, Dómine, sperávi: *

tu exáudies me, Dómine, Deus meus.

Quia dixi: Nequándo supergáudeant mihi inimíci mei: *

et dum commovéntur pedes mei, super me magna locúti sunt.

Quóniam ego in flagélla parátus sum: *

et dolor meus in conspéctu meo semper.

Quóniam iniquitátem meam annuntiábo: *

et cogitábo pro peccáto meo.

Inimíci autem mei vivunt, et confirmáti sunt super me. * et multiplicáti sunt qui odérunt me iníque.

Qui retríbuunt mala pro bonis, detrahébant mihi: * quóniam sequébar bonitátem.

Ne derelínquas me, Dómine, Deus meus: *

ne discésseris a me.

Inténde in adjutórium meum, *

Dómine, Deus salútis meae.

Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto *

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen.

Psalm 37

Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, *

Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Denn Deine Pfeile drangen tief in mich hinein, *

Und Deine Hand liegt schwer auf mir.

Nichts Heiles ist an meinem Leib vor Deinem Zorn, * Und mein Gebein ist ruhelos ob meiner Sünden.

Denn meine Schuld hat sich gehäuft ob meinem Haupte,*

Gleich einer überschweren Last drückt sie mich nieder.

Den Pesthauch der Verwesung atmen meine Wunden * Ob all der Torheit meiner Sünde.

Wie bin ich elend, tief gebeugt, * Den ganzen Tag geh traurig ich einher.

Von Brand verzehrt sind meine Lenden, *

Nichts Heiles ist an meinem Leib.

Zermalmt bin ich und ganz zerschlagen, *

Ich schreie auf in meiner Seelenqual.

Vor Dir, o Herr, liegt offen mein Verlangen, *

Dir ist das Seufzen meines Herzens wohlbekannt.

Mein Herz ist ganz verzagt, verlassen hat mich meine ganze Kraft;*

Geschwunden ist mir selbst das Licht der Augen.

Die Freunde, meine Lieben, *

Sie weichen scheu zurück vor meinem Unglück.

Und die mir nahestanden, rücken von mir ab. * Doch die mir nach dem Leben trachten, legen Schlingen.

Und die mir übel wollen, reden Lügen *

Und sinnen Ränke Tag für Tag.

Ich aber bin wie einer, der nich hört; *

Tu meinen Mund nicht auf gleich einem Stummen.

Ich bin geworden wie ein Tauber, *

Der keine Widerrede hat in seinem Munde.

Auf Dich allein, o Herr, vertraue ich; *

Du Herr, mein Gott wirst mich erhören.

Ich sprach bei mir: „Nicht sollen über mich frohlocken meine Feinde, *

Noch sollen sie sich stolz gebärden wider mich, wenn meine Füße straucheln.“

Ich bin wahrhaftig Geiselhieben ausgesetzt, *

Mein Schmerz verläßt mich nie.

Ja, meine Schuld muß ich bekennen, *

Mit Schmerz gedenken meiner Sünden.

Doch meine Feinde sind voll Kraft und Leben, *

Und zahlreich sind, die mich mit Unrecht hassen.

Das Gute lohnen sie mir mit Bösem, *

Und lästern mich, weil ich das Rechte suche.

O Herr, verlaß mich nicht, * Weich nicht von mir, mein Gott.

Herr, eile mir zu helfen, *

Du, meines Heiles Gott!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 50

Miserére mei, Deus, *

secúndum magnam misericórdiam tuam.

Et secúndum multitúdinem miseratiónum tuárum, *

dele iniquitátem meam.

Amplius lava me ab iniquitáte mea: * et a peccáto meo munda me.

Quóniam iniquitátem meam ego cognósco: *

et peccátum meum contra me est sémper.

Tibi soli peccávi, et malum coram te feci: *

 ut justificéris in sermónibus tuis, et vincas cum judicáris.

Ecce enim in iniquitátibus concéptus sum: *

et in peccátis concépit me mater mea.

Ecce enim veritátem dilexísti: *

incérta et occúlta sapiéntiae tuae manifestásti mihi.

Aspérges me hysóppo et mundábor: *

lavábis me, et super nivem dealbábor.

Audítui meo dabis gáudium et laetítiam: *

et exsultábunt ossa humiliáta.

Avérte fáciem tuam a peccátis meis: *

et omnes iniquitátes meas dele.

Cor mundum crea in me, Deus: *

et spíritum rectum ínnova in viscéribus meis.

Ne projícias me a fácie tua: * 

et spíritum sanctum tum ne áuferas a me.

Redde mhi laetítiam salutáris tui: *

et spíritu principáli confírma me.

Docébo iníquos vias tuas: *

et ímpii ad te converténtur.

Líbera me de sanguínibus, Deus, Deus salútis meae: *

et exsultábit lingua mea justítiam tuam.

Dómine, lábia mea apéries: *

et os meum annuntiábit laudem tuam.

Quóniam si voluísses sacrifícium, dedíssem útique: *

holcáustis non delectáberis.

Sacrifícium Deo spíritus contribulátus: * 

cor contrítum, et humiliátum, Deus, non despícies.

Benigne fac, Dómine, in bona voluntáte tua Sion: * ut aedificéntur muri Jerúsalem.

Tunc acceptábis sacrifícium justítiae, oblatiónes, et holocáusta: * tunc impónent super altáre tuum vítulos.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen. 

Psalm 50

Erbarm Dich meiner, Gott, *

Nach Deiner großen Milde.

In Deiner übergroßen Güte *

Vergib mir meine Sündenschuld.

Wasch meinen Frevel gänzlich von mir ab, *

Von meiner Sünde mach mich rein.

Denn meine Missetat erkenn ich wohl, *

Und bin mir meiner Schuld allzeit bewußt.

An Dir allein hab ich gesündigt und freventlich vor Dir gehandelt; * In Deinem Urteilsspruch sollt Du gerecht erscheinen, und recht behalten, wenn Du richtest.

Indes Du weißt, in Schuld bin ich geboren, *

In Sünden schon hat meine Mutter mich empfangen.

Die Wahrheit eines Herzens hat Du lieb, *

Und Einsicht gabst du mir in meinem Innern.

Besprenge mich mit Ysop und ich werd rein, *

Ja, wasche mich, dann werd ich weißer als der Schnee.

Laß Freud und Wonne wieder mich vernehmen, *

Auf daß frohlocke mein zerschlagenes Gebein.

Wend ab dein Angesicht von meinen Sünden, *

Und tilge huldvoll alle meine Missetaten.

Ein reines Herz erschaff in mir, o Gott, *

Den rechten Geist erneu in meinem Innern.

Verwirf mich nicht vor Deinem Angesicht * 

Und Deinen heil’gen Geist nimm nicht von mir.

Die Wonnen Deines Heiles gib mir wieder, *

Und mach mich stark in hochgesinntem Geiste.

Die Frevler will ich lehren Deine Wege, *

Und Sünder werden sich zu Dir bekehren.

Befrei mich von Befleckung, Herr, Gott meines Heiles, *

Und laut wird meine Zunge Dein gerechtes Walten preisen.

Herr, öffne meine Lippen * Auf daß mein Mund Dein Lob verkünde.

Schlachtopfer, wenn Du sie begehrst, hätt ich gebracht, *

Indes, Brandopfer finden Dein Gefallen nicht.

Als Opfer gilt vor Gott ein tiefzerknirschter Geist, * 

Ein reuig demutvolles Herz, o Gott, verschmähst Du nicht.

Sei Sion gnädig, Herr, in Deiner Huld, * Laß neu erstehn die Mauern von Jerusalem.

Dann wirst in Gnaden Du entgegennehmen rechte Opfer, Gaben und Brandopfer, * Dann wird man wieder Opfertiere bringen Dir auf den Altar.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 101

Dómine, exáudi oratiónem meam: * et clamor meus ad te véniat.

Non avértas fáciem tuam a me: * in quaecumque die tríbulor, inclína ad me aurem tuam.

In quaecúmque die invocávero te, * velóciter exáudi me.

Quia defecérunt sicut fumus dies mei: * et ossa mea sicut crémium aruerunt.

Percússus sum ut foenum, et áruit cor meum. * quia oblítus sum comédere panem meum.

A voce gémitus mei * adhaesit os meum carni meae.

Símilis factus sum pellicáno solitúdinis: * factus sum sicut nyctícorax in domicílio.

Vigilávi, * et factus sum sicut passer solitárius in tecto.

Tota die exprobrábant mihi inimíci mei: *

et qui laudábant me, advérsum me jurábant.

Quia cínerem tamquam panem manducábam, *

et potum meum cum fletu miscébam.

A fácie irae et indignatiónis tuae: *

quia élevans allisísti me.

Dies mei sicut umbra declinavérunt: *

et ego sicut foenum árui.

Tu autem, Dómine, in aetérnum pérmanes: * et memoriále tuum in generatiónem et generatiónem.

Tu exsúrgens miseréberis Sion: *

quia tempus miseréndi ejus, quia venit tempus.

Quóniam placuérunt servis tuis lápides ejus: *

et terrae ejus miserebúntur.

Et timébunt gentes nomen tuum, Dómine, *

et omnes reges terrae glóriam tuam.

Quia aedificávit Dóminus Sion: *

et vidébitur in glória sua.

Respéxit in oratiónem humílium: *

et non sprevit precem eórum.

Scribántur haec in generatióne áltera: *

et pópulus, qui creábitur, laudábit Dóminum:

Quia prospéxit de excélso sancto suo: *

Dóminus de caelo in terram aspéxit:

Ut audíret gémitus compeditórum: *

ut sólveret fílios interemptórum:

Ut annúntient in Sion nomen Dómini: *

et laudem ejus in Jerúsalem.

In conveniéndo pópulos in unum, *

et reges ut sérviant Dómino.

Respóndit ei in via virtútis suae: *

Paucitátem diérum meórum núntia mihi.

Ne révoces me in dimídio diérum meórum: *

in generatiónem et generatiónem anni tui.

Inítio tu, Dómine, terram fundásti: *

et ópera mánuum tuárum sunt caeli.

Ipsi períbunt, tu autem, pérmanes: *

et omnes sicut vestiméntum veteráscent.

Et sicut opertórium mutábis eos, et mutabúntur: *

tu autem idem ipse es, et anni tui non defícient.

Fílii servórum tuórum habitábunt: *

et semen eórum in saeculum dirigétur.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto *

sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Psalm 101

Erhöre, Herr, mein Flehen, * Und laß mein Rufen zu Dir kommen.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir * Zur Zeit der Trübsal neig Dein Ohr mir zu.

Erhör mich schnell am Tage, *

An dem ich zu Dir rufe.

Wie Rauch zerrinnen meine Tage, * Wie Reisig dürr ist mein Gebein.

Ich bin versengt wie Gras, verdorrt ist mir das Herz * Und selbst mein Brot vergesse ich zu essen.

Ob meines grimmen Stöhnens * Bin ich nur Haut und Bein.

Ich gleiche schier dem Pelikan der Wüste * Bin wie die Eule im Gemäuer.

Ich wach die ganze Nacht * Und sitze einsam wie ein Vöglein auf dem Dach.

Den ganzen Tag verhöhnen mich die Feinde *

Und die mich hassen, brauchen mich als Fluch.

Ich esse Asche gleichwie Brot, *

Und mische meinen Trunk mit Tränen.

Ob Deines Zornes Grimm *

In dem Du mich erfaßt und hingeschleudert.

Gleich Schatten schwinden meine Tage, *

Wie Gras verdorre ich.

Du aber, Her, bleibst ewig, *

Und Dein Gedenken währt durch alle Zeiten.

Erheben wirst du Dich und Sions Dich erbarmen, *

Denn angebrochen ist die Zeit des Heils, die Gnadenzeit.

Ja, Deine Knechte lieben seine Mauern, * Und trauern über seinen Schutt.

Dann werden Heiden Deinen Namen fürchten, *

Die Könige der Erde Deine Herrlichkeit.

Weil Du den Sion wieder hast erstehen lassen, *

Und dort erschienst in Deiner alten Herrlichkeit.

Du hast erhört der Armen Flehen *

Und ihre Bitten nicht verschmäht.

Aufzeichnen wird man dies dem späteren Geschlecht, * Und preisen wird den Herrn das Volk, das kommt,

Weil Er herabgeschaut von Seiner Höhe, *

Weil Er vom Himmel hinsah auf die Erde,

Zu hören auf das Seufzen der Gefangenen, *

Und zu befreien die dem Tod Geweihten,

Damit sie Seinen Namen künden auf Sion, *

Und Seine Ruhmestaten in Jerusalem,

Wenn dort die Völker einstens sich versammeln, *

Die Könige, dem Herrn zu dienen.

Er brach mir auf dem Wege meine Kraft, *

Verkürzte meine Tage.

Ich sprach: „Nicht raff mich weg in meiner Tage Mitte, * Du, dessen Jahre von Geschlechte zu Geschlecht.“

Du bist es, der gegründet einst die Erde, *

Und Deiner Hände Werke sind die Himmel.

Vergehen werden sie, doch Du bleibst ewig, *

Zerfallen allzumal wie ein Gewand.

Du wechselst sie gleich einem Kleid, sie ändern sich; *

Du aber bleibst derselbe, Deine Jahre enden nicht.

Die Kinder deiner Knechte werden friedlich wohnen, *

Ihr Same bleibt vor Dir für immer.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 129

De profúndis clamávi ad te, Dómine: *

Dómine, exáudi vocem meam:

Fiant aures tuae intendéntes, *

in vocem deprecatiónis meae.

Si iniquitátes observáveris, Dómine: *

Dómine, quis sustinébit?

Quia apud te propitiátio est: *

et propter legem tuam sustínui te, Dómine.

Sustínuit ánima mea in verbo ejus: *

sperávit ánima mea in Dómino.

A custódia matutína usque ad noctem: *

speret Israël in Domino,

Quia apud Deum misericordia *

et copiosa apud eum redemptio.

Et ipse redimet Israel *

ex ómnibus iniquitátibus ejus.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto *

sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Psalm 129

Aus Abgrundstiefen schrei ich, Herr, zu Dir, *

O Herr, erhör mein Rufen.

O neig dein Ohr in Gnaden *

Meinem lauten Flehen.

Wenn du nachtrügest, Herr, die Sünden, *

O Herr, wer könnte da bestehn?

Doch Dein, ich weiß, ist die Vergebung, *

Und Dein Gesetz gibt mir Vertrauen.

So baue, meine Seele, auf Sein Wort *

Und hoffe auf den Herrn.

Früh von der Morgenwache bis zur Nacht *

Harr Israel des Herrn.

Denn bei dem Herrn ist gnädiges Erbarmen, *

Bei Ihm ist Heil in Fülle.

Er selbst wird Israel erlösen *

Aus allen seinen Sünden.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 142

Dómine, exáudi oratiónem meam: áuribus pércipe obsecratiónem meam in veritáte tua: *

exáudi me in tua justítia.

Et non intres in judícium cum servo tuo: *

quia non justificábitur in conspéctu tuo omnis vivens.

Quia persecútus est inimícus ánimam meam: *

Humiliávit in terra vitam meam.

Collocávit me in obscúris sicut mórtuos saeculi: *

et anxiátus est super me spíritus meus, in me turbátum est cor meum.

Memor fui diérum antiquórum, meditátus sum in ómnibus opéribus tuis: *

in factis mánuum tuárum meditábar.

Expándi manus meas ad te: *

ánima mea sicut terra sine aqua tibi.

Velóciter exáudi me, Dómine: *

defécit spíritus meus.

Non avértas fáciem tuam a me: *

et símilis ero descendéntibus in lacum.

Audítam fac mihi mane misericordiam tuarm: *

quia in te sperávi.

Notam fac mihi viam, in qua ámbulem: *

quia ad te levávi ánimam meam.

Eripe me de inimícis meis, Dómine, ad te confúgi: *

doce me fácere voluntátem tuam, quia Deus meus es tu.

Spiritus tuus bonus dedúcet me in terram rectam: *

propter nomen tuum, Dómine, vivificábis me, in aequitáte tua.

Edúces de tribulatióne ánimam meam: *

et in misericórdia tua dipérdes inimícos meos.

Et perdes omnes, qui tríbulant ánimam meam: *

quóniam ego servus tuus sum.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto *

sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ant.: Ne reminiscáris, Dómine, delícta nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Psalm 142

Herr, höre mein Gebet, +

Vernimm mein Flehen in Deiner Treue, *

Erhöre mich, gerechter Gott.

Geh nicht mit Deinem Knechte ins Gericht, *

Den kein Lebendiger vermag vor Dir bestehen.

Der Feind bedrängt schon lange meine Seele, *

Er tritt mein Leben in den Staub.

In Finsternis verstößt er mich wie einen längst Verstorbenen. +

Mir bangt mein Geist *

Mein Herz ist ganz verzagt.

Ich denke der vergangnen Tage, +

Ich sinne über alle Deine Werke nach, *

Betrachte Deiner Hände tun.

Ich strecke meine Hände aus nach Dir; *

Wie lechzend Land, so harr ich Deiner.

Erhör mich rasch, o Herr, *

Der Geist entschwindet mir.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, *

Sonst gleich ich denen, die ins Grab gesunken.

O laß mich bald erfahren deine Huld, *

Denn ich vertraue fest auf Dich.

Zeig mir den Weg, auf dem ich wandeln soll, *

Nach Dir geht all mein Sehnen.

O Gott, errette mich von meinen Feinden, ich flüchte mich zu dir. *

Lehr Du mich Deinen Willen tun, den Du bist ja mein Gott.

Dein gutter Geist geleite mich auf rechter Bahn. *

Bei deinem Namen, Herr, erhalte mich am Leben.

In Deiner Treue hilf mir aus der Not. *

In Deiner Huld vernichte meine Feinde.

Vertilge alle, die mich hart bedrängen, *

Den ich bin ja Dein Knecht.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.

Psalmen entnommen aus: Das Tagzeitenbuch des monastischen Breviers (Diurnale monasticum) 3. Auflage 1955, Litanei entnommen einem Gebet- und Gesangbuch aus dem 19. Jahrhundert.

Litania omnium sanctorum

Kýrie eléison.

Christe, eléison.

Kýrie eléison.

Christe, audi nos.

Christe, exáudi nos.

Pater de caelis, Deus, miserére nobis.

Fili, Redémptor mundi, Deus, miserére nobis.

Spíritus Sancte, Deus, miserére nobis.

Sancta Trínitas, unus Deus, miserére nobis.

Sancta María, ora pro nobis.

Sancta Dei Génitrix, ora pro nobis.

Sancte Michaël, ora.

Sancte Gábriël, ora.

Sancte Raphaël, ora.

Omnes sancti Angeli et Archángeli, oráte pro nobis.

Omnes sancti beatórum Spirítuum órdines, orate.

Sancte Joánnes Baptísta, ora.

Sancte Joseph, ora.

Omnes sancti Patriárchae et Prophétae, orate.

Sancte Petre, ora.

Sancte Paule, ora.

Sancte Andréa, ora.

Sancte Jacóbe, ora.

Sancte Joánnes, ora.

Sancte Thoma, ora.

Sancte Jacóbe, ora.

Sancte Philíppe, ora.

Sancte Bartholomaee, ora.

Sancte Matthaee, ora.

Sancte Simon, ora.

Sancte Thaddaee, ora

Sancte Matthia, ora.

Sancte Bárnaba, ora

Sancte Luca, ora.

Sancte Marce, ora.

Omnes sancti Apóstoli et Evangelístae, orate.

Omnes sancti Discípuli Dómini, orate.

Omnes sancti Innocéntes, orate.

Sancte Stéphane, ora.

Sancte Laurénti, ora.

Sancte Vicénti, ora.

Sancti Fabiáne et Sebastiáne, orate.

Sancti Joánnes et Paule, orate.

Sancti Cosma et Damiáne, orate.

Sancti Gervási et Protási, orate.

Omnes sancti Mártyres, orate.

Sancte Silvester, ora.

Sancte Gregóri, ora.

Sancte Ambrósi, ora.

Sancte Augustíne, ora.

Sancte Hierónyme, ora.

Sancte Martíne, ora.

Sancte Nicoláë, ora.

Omnes sancti Pontífices et Confessóres, orate.

Omnes sancti Doctóres, orate.

Sancte Antóni, ora.

Sancte Benedícte, ora.

Sancte Bernarde, ora

Sancte Domínice, ora.

Sancte Francísce, ora.

Omnes sancti Sacerdótes et Levítae, orate.

Omnes sancti Mónaci et Eremítae, orate.

Sancta Maria Magdaléna, ora.

Sancta Agatha, ora.

Sancta Lúcia, ora.

Sancta Agnes, ora.

Sancta Caecília, ora.

Sancta Catharína, ora.

Sancta Anastásia, ora.

Omnes sanctae Vírgines et Víduae, orate.

Omnes Sancti et Sanctae Dei, intercédite pro nobis.

Propítius esto, exáudi nos, Dómine.

Ab omni malo, líbera nos, Dómine.

Ab omni peccáto, líbera.

Ab ira tua, líbera.

A subitánea et improvísa morte, líbera.

Ab insídiis diáboli, líbera.

Ab ira, et ódia, et omni mala voluntáte, líbera.

A spíritu fornicatiónis, líbera.

A fúlgure et tempestáte, líbera.

A flagéllo terraemótus, líbera.

A peste, fame et bello, líbera.

A morte perpétua, líbera.

Per mystérium sanctae Incarnatiónis tuae, líbera.

Per advéntum tuum, líbera.

Per baptísmum, et sanctum jejúnium tuum, líbera.

Per crucem et passiónem tuam, líbera.

Per mortem et sepultúram tuam, líbera.

Per sanctam resurrectiónem tuam, líbera.

Per admirábilem ascensiónem tuam, líbera.

Per advéntum Spíritus Sancti Parácliti, líbera.

In die judícii, líbera nos, Dómine.

Peccatores, te rogámus, audi nos.

Ut nobis parcas, te rogámus, audi nos.

Ut nobis indúlgeas, te rogámus, audi nos.

Ut ad veram poeniténtiam nos perdúcere dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut Ecclésiam tuam sanctam régere et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut domum Apostólicum et omnes ecclesiásticos órdines in sancta religióne conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut inimícos sanctae Ecclésiae humiláre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut régibus et princípibus christiánis pacem et veram concórdiam donáre dignéris, te rogamus, audi nos.

Ut cuncto pópulo christiáno pacem et unitátem largíri dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut omnes errántes ad unitátem Ecclesiae revocáre, et infidéles univérsos ad Evangélii lumen perdúcere dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut nosmetipsos in tuo sancto servítio confortáre et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut mentes nostras ad caeléstia desidéria érigas, te rogámus, audi nos.

Ut ómnibus benefactóribus nostris sempitérna bona retríbuas, te rogámus, audi nos.

Ut ánimas nostras, fratrum, propinquórum et benefactóroum nostrórum ab aetérna damnatióne erípias, te rogámus, audi nos.

Ut fructus terrae dare et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut ómnibus fidélibus defúnctis réquiem aetérnam donáre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut nos exaudíre dignéris, te rogámus, audi nos.

Fili Dei, te rogámus, audi nos.

Agnus Dei, qui tolis peccáta mundi, parce nobis, Dómine.

Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, exáudi nos, Dómine.

Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, miserére nobis.

Christe, audi nos.

Christe, exaudi nos.

Kyrie eleison.

Christe eleison.

Kyrie eleison.

(Priester) Pater noster qui es in caelis,

sanctificetur nomen tuum.

Adveniat regnum tuum.

Fiat voluntas tua sicut in caelo et in terra.

Panem nostrum quoditianum da nobis hodie

et dimitte nobis debita nostra sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.

Et ne nos inducas in tentationem

(R.) sed libera nos a malo.

Litanei von allen Heiligen Gottes

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, erbarme Dich unser!

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, höre uns!

Christe, erhöre uns!

Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser!

Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!

Gott, Heiliger Geist, erbarme Dich unser!

Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser.

Heilige Maria, bitt für uns!

Heilige Gottesgebärerin, bitt für uns!

Heiliger Michael, bitt …

Heiliger Gabriel, bitt …

Heiliger Raphael, …

Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns!

Alle heiligen Chöre der seligen Geister, bittet …

Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns!

Heiliger Josef, bitt …

Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet …!

Heiliger Petrus, …

Heiliger Paulus, …

Heiliger Andreas, …

Heiliger Jakobus, …

Heiliger Johannes, …

Heiliger Thomas, …

Heiliger Jakobus, …

Heiliger Philippus, …

Heiliger Bartolomäus, …

Heiliger Matthäus, …

Heiliger Simon, …

Heiliger Thaddäus, …

Heiliger Matthias, …

Heiliger Barnabas, …

Heiliger Lukas, …

Heiliger Markus, …

Alle heiligen Apostel und Evangelisten, …

Alle heiligen Jünger des Herrn, …

Alle unschuldigen Kindlein, …

Heiliger Stephanus, …

Heiliger Laurentius, …

Heiliger Vincentinus, …

Heilige Fabianus und Sebastianus, …

Heilige Johannes und Paulus, …

Heilige Kosmas und Damianus, …

Heilige Gervasius und Protasius, …

Alle heiligen Martyrer, …

Heiliger Sylvester, …

Heiliger Gregorius, …

Heiliger Ambrosius, …

Heiliger Augustinus, …

Heiliger Hieronymus, …

Heiliger Martinus, …

Heiliger Nikolaus, …

Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, …

Alle heiligen Kirchenlehrer, …

Heiliger Antonius, …

Heiliger Benedictus, …

Heiliger Bernardus, …

Heiliger Dominikus, …

Heiliger Franziskus, …

Alle heiligen Priester und Leviten, …

Alle heiligen Mönche und Einsiedler, …

Heilige Maria Magdalena, …

Heilige Agatha, …

Heilige Lucia, …

Heilige Agnes, …

Heilige Cäcilia, …

Heilige Katharina, …

Heilige Anasthasia, …

Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, …

Alle liebe Auserwählte Gottes, …

Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr!

Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr!

Von allem Übel erlöse uns, o Herr!

Von aller Sünde erlöse uns …

Von Deinem Zorne …

Von dem jähen und unversehenen Tode …

Von Nachstellungen des Teufels …

Von Zorn, Hass und allem bösen Willen …

Von dem Geiste der Unkeuschheit …

Von Blitz und Ungewitter …

Von der Geißel des Erdbebens ..

Von Seuche, Hunger und Krieg ..

Vom ewigen Tode …

Durch das Geheimnis Deiner heiligen Menschwerdung …

Durch Deine Ankunft …

Durch Deine Tauf’ und heiliges Fasten …

Durch Dein Kreuz und Leiden …

Durch Deinen Tod und Begräbnis …

Durch Deine heilige Auferstehung …

Durch Deine wunderbare Himmelfahrt …

Durch die Ankunft des Heiligen Geistes, des Trösters, …

Am Tage des letzten Gerichts…

Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns!

Dass Du unser verschonest, …

Dass Du uns die Sünden verzeihest, …

Dass Du uns zur wahren Buße führest, …

Dass Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, …

Dass Du den apostolischen obersten Hirten und alle geistlichen Stände in der heiligen Religion erhalten wollest, …

Dass Du die Feinde der heiligen Kirche demütigen wollest, …

Dass Du den christlichen Königen und Fürsten Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Dass Du Deinem ganzen christlichen Volke Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Dass Du alle, die von der Einheit der Kirche abirren zurückrufest und alle Ungläubigen an das Licht des Evangeliums führest..

Dass Du uns in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, …

Dass Du unsere Gemüter zu himmlischen Begierden erhebest, …

Dass Du all’ unsere Guttäter mit den ewigen Gütern belohnest, …

Dass Du unsere Seelen, die Seelen unserer Brüder, Freunde und Guttäter Seelen von der ewigen Verdammnis erretten wollest, …

Dass Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, …

Dass Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewig’ Ruhe verleihen wollest, …

Dass Du uns erhören wollest, …

Du Sohn Gottes, …

O Du Lamm Gottes, das hinnimt die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr!

O Du Lamm Gottes, …, erhöre uns, o Herr!

O Du Lamm Gottes, …, erbarme Dich unser, o Herr!

Christe, höre uns!

Christe, erhöre uns! 

Herr, erbarme dich.

Christus, erbarme dich.

Herr, erbarme dich.

Vater unser …

Psalmus 69

Deus in adjutórim meum inténde: * 

Dómine, ad adjuvándum me festína.

Confundántur et revereántur, * qui quaerunt ánimam meam.

Avertántur retrórsum, et erubéscant, * qui volunt mihi mala.

Avertántur statim erubescéntes, * qui dicunt mihi: Euge, euge.

Exsúltent et laeténtur in te omnes qui quaerunt te, * et dicant semper: Magnificétur Dóminus: qui díligunt salutáre tuum.

Ego vero egénus, et pauper sum: * Deus, ádjuva me.

Adjútor meus, et liberátor meus es tu: * Dómine, ne moréris.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

V. Salvos fac servos tuos.

R. Deus meus, sperántes in te.

V. Esto nobis, Dómine, turris fortitúdinis.

R. A fácie inimíci.

V. Nihil profíciat inimícus in nobis.

R. Et fílius iniquitátis non appónat nocére nobis.

V. Domine, non secúndum peccáta nostra fácias nobis.

R. Neque secúndum iniquitates nostras retríbuas nobis.

V. Orémus pro Pontífice nostro N.

R. Dóminus consérvet eum, et vivícet eum, et beátum fáciat eum in terra, et non tradat eum in ánimam inimicórum ejus.

V. Orémus pro benefactóribus nostris.

R. Retribuére dignárie, Dómine, ómnibus, nobis bona faciéntibus propter nomen tuum, vitam aetérnam. Amen.

V. Orémus pro fidélibus defúnctis.

R. Réquiem aetérnam dona eis, Dómine, et lux perpétua lúceat eis.

V. Requiéscant in pace.

R. Amen.

V. Pro frátribus nostris abséntibus.

R. Salvos fac servos tuos, Deus meus, sperántes in te.

V. Mitte eis, Dómine, auxílium de sancto.

R. Et de Sion tuére eos.

V. Dómine exáudi oratiónem meam.

R. Et clamor meus ad te véniat.

(Priester) Dóminus vobíscum.

R. Et cum spíritu tuo.

Orémus:

Deus, cui próprium est miseréri semper et párcere: Súscipe deprecatiónem nostram; ut nos, et omnes fámulos tuos, quos delictórum caténa constríngit, miserátio tuae pietátis cleménter absólvat.

Exáudi, quaesumus, Dómine, súpplicum preces, et confiténtium tibi parce peccátis: ut páriter nobis indulgéntiam tríbuas benígnus et pacem.

Ineffábilem nobis, Dómine, misericórdiam tuam cleménter osténde: Ut simul nos et a peccátis ómnibus éxuas, et a poenis, quas pro his merémur, erípias.

Deus, qui culpa offénderis, poeniténtia placáris: preces pópuli tui supplicántis propítius, réspice; et flagélla tuae iracúndiae, quae pro peccátis nostris merémur, avérte.

Omnípotens sempitérne Deus, miserére famulo tuo Pontífici nostro N., et dírige eum secúndum tuam cleméntiam in viam salútis aetérnae: ut, te donánte, tibi plácita cúpiat, et tota virtúte perfíciat.

Deus, a quo sancta desidéria, recta consília et justa sunt ópera: da servis tuis illam, quam mundus dare non potest, pacem; ut et corda Nostra mandátis tuis dédita, et hóstium subláta formídine, témpora sint, tua protectióne, tranquílla.

Ure digne Sancti Spíritus renes nostros et cor nostrum, Dómine: ut tibi casto córpore serviámus, et mundo corde placeámus.

Fidélum, Deus, ómnium cónditor et redémptor, animábus famulórum famularúmque tuárum remissiónem cunctórum tríbue peccatórum: ut indulgéntiam, quam semper optavérunt, piis supplicatiónibus consequántur.

Actiónes nostras, quaesumus, Dómine, aspirándo praeveni et adjuvando proséquere: ut cuncta nostra orátio et operátio a te semper incípiat, et per te coepta finiátur.

Omnípotens sempitérne Deus, qui vivórum domináris simul et mortuórum, omniúmque miseréris quos tuos fide et ópere futúros esse praenóscis: te súpplices exorámus: ut, pro quibus effúndere preces decrévimus, quosque vel praesens saeculum adhuc in carne rétinet vel futúrum jam exútos córpore suscépit, intercedéntibus ómnibus Sanctis tuis, pietátis tuae cleméntia, ómnium delictórum suórum véniam consequántur. Per Dóminum nostrum, Jesum Christum.

(Priester:) Dóminus vobíscum.

R. Et cum spíritu tuo.

V. Exáudiat nos omnípotens et miséricors Dóminus.

R. Amen.

V. Et fidelium ánimae per misericórdiam Dei requiéscant in pace.

R. Amen.

Ps 69

O Gott, merk’ auf meine Hilfe!

Herr, eile mir zu helfen!

Die meinem Leben nachstellen, * sollen schamrot und zuschanden werden.

Die mir Böses gönnen, * sollen zurückweichen und sich schämen.

Eilends sollen sie mit Schande zurückweichen, * die mir höhnisch zureden.

Alle aber, die Dich suchen, sollen sich in Dir erfreuen und frohlocken, * und die Dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Der Herr sei hoch gepriesen.

Ich bin elend und arm: * o Gott, hilf mir!

Du bist, Der mir hilft und mich erlöset. * Herr, verweile nicht!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, als es war im Anfange, jetzt und allweg und zu ewigen Zeiten. Amen.

V.: Hilf Deinen Dienern, mein Gott!

A.: Die auf Dich trauen.

V.: Sei uns, o Herr, ein starker Turm

A.: Vor dem Angesichte des Feindes.

V.: Lass den Feind nichts an uns gewinnen,

A.: Und der Boshafte schade uns nicht.

V.: Herr, verfahre nicht mit uns nach unsern Sünden,

A.: Und vergilt uns nicht nach unsern Missetaten.

V.: Lasst uns beten für unsern obersten Hirten N. N.:

A.: Der Herr bewahre und erhalte ihn beim Leben. Er beglücke ihn auf Erden und übergebe ihn nicht dem Willen seiner Feinde.

V.: Lasst uns beten für unsere Guttäter:

A.: Herr, schenke allen, die uns Gutes tun, wegen Deines Namens das ewige Leben. Amen.

V.: Lasst uns beten für die abgestorbenen Christ­gläu­bi­gen:

A.: Herr, schenke ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen.

V.: Sie ruhen in Frieden.

A.: Amen.

V.: Lasst uns beten für unsere abwesenden Brüder:

A.: Errette Deine Diener, o Gott, die auf Dich hoffen.

V.: Schicke ihnen Hilfe von Deinem Heiligtum,

A.: Und beschütze sie auf Sion.

V.: Herr, erhöre mein Gebet,

A.: Und lass mein Geschrei zu Dir kommen.

P: Der Herr sei mit euch.

A: Und mit deinem Geiste.

Gebet:

O Gott, Dem allezeit das Erbarmen und Verschonen eigen ist, nimm unser Gebet auf, damit uns und alle Deine Diener, die mit den Sündenketten gebunden sind, Deine Erbarmnis gnädig auflöse.

Wir bitten Dich, o Herr, erhöre das Gebet der Demütigen und schone derer, die ihre Sünden reumütig bekennen, auf dass Du uns die Verzeihung und zugleich den Frieden gnädigst erteilest.

Erzeige uns, Herr, Deine unaussprechliche Barmherzigkeit, auf dass Du uns von allen Sünden erledigst, und die Strafe, die wir dafür verdienen, schenkest.

O Gott, der Du durch die Sünde erzürnet und durch die Buße versöhnet wirst, sieh an das Gebet Deines demütigen Volkes und wende ab die Geißel Deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen.

Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme Dich Deines Die­ners, unsers obersten Hirten N. N. und leite ihn nach Deiner Güte auf dem Weg des ewigen Heils, damit er durch Deine Gnade nach dem, was Dir gefällt, trach­te, und es mit aller Kraft ins Werk richte.

O Gott, von Dem die heiligen Begierden, guten Anschläge und gerechten Werke entspringen, gib Deinen Dienern den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen sich Deinen Geboten er­geben und unsere Zeiten von der Furcht der Feinde befreiet und durch Deinen Schutz ruhig sein mögen.

O Herr, entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer des Heiligen Geistes, auf dass wir Dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen gefallen mögen.

O Gott, Du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, erteile den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen die Nachlassung aller Sünden, auf dass sie die Verzeihung, die sie allzeit gewünscht haben, durch das andächtige Gebet erhalten mögen.

O Herr, wir bitten Dich, Du wollest unserm Tun und Lassen mit Deiner Gnade zuvorkommen und dasselbe durch Deine Hilfe fortsetzen, damit all unser Gebet und unsere Werke von Dir jederzeit anfangen und durch Dich geendiget werden.

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du über die Lebendigen und Toten herrschest und Dich all jener erbarmest, von denen Du voraus weißt, dass sie durch den Glauben und durch die Werke Dir zugehören wer­den, wir bitten Dich demütig, dass diejenigen, für wel­che zu beten wir uns vorgenommen haben und die entweder noch auf dieser Welt sich befinden, auf die Fürbitte aller Deiner Heiligen, durch Deine gütigs­te Barmherzigkeit die Nachlassung aller ihrer Sün­den erlangen mögen. Durch Jesum Christum unsern Herrn, Deinen Sohn, Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und herrschet in Ewigkeit.

Amen.

V.: Der allmächtige und barmherzige Gott erhöre uns.

A.: Amen.

V.: Und die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden.

A.: Amen.

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Bischofsperlen: Bischof Schwarz „Auch Jesus musste Vielfalt lernen“.


Saint-Nicholas-With-The-Three-School-Children-And-A-Carthusian-Monk

Wir freuen uns hiermit auch unsere österreichischen Leser bedienen zu können, die sich völlig übergangen fühlen müssten und wohl bei sich dachten:

Wir haben auch Bischöfe, die Irrlehren verbreiten. Warum keine österreichische Bischofsperle?

Ja, hier ist sie und gleich von der Kategorie hard, ein Chartstürmer mit einer Platzierung in den Top Ten. Wir werden irgendwann einmal diese Bischofsperlen per Abstimmung auswerten und die Redaktion ahnt schon, dass der Österreicher, Bischof von Gurk-Klagenfurt Alois Schwarz wirklich gute Chancen auf eine hohe Platzierung hat. Tu autem felix Austria nube – beziehungsweise tu autem infelix Austria plange. Das erste ist natürlich der Wahlspruch der Habsburger „Du aber glückliches Österreich heirate“, anstatt Kriege zu führen, unser Spruch lautet hingegen: „Du unglückliches Österreich weine“ über solche Bischöfe. Womit haben sich die Österreicher so etwas verdient? Die wissen schon womit.

Was sagt Bischof Schwarz, nach kath.press.at[1]?

Auch Jesus musste Vielfalt erst aushalten lernen: Der Kärntner Bischof Alois Schwarz erinnerte zum Auftakt der diesjährigen Pastoraltagung an die Begegnung Jesu mit der als Heidin geltenden Syrophönizierin, die für den menschgewordenen Sohn Gottes zum Anstoß geworden sei, sich über die Grenzen des erwählten Volkes Israel hinaus auch „Fremden“ gegenüber zu öffnen und ihren Zugang zum Heil anzuerkennen.

Wir halten hier erst mal empört inne. Erstens:

  1. Jesus Christus musste als Gott-Mensch nichts lernen, da er als Gott schon alles wusste.
  1. Er musste sicherlich keine Vielfalt aushalten, da er im Israel, also ausschließlich unter Juden, wirkte.
  1. Christus, der Heiland, sagt ja ausdrücklich zu der Syrophönizierin, dass er nur zu den Schafen aus dem Hause Israel gesandt sei (Mt 15, 24). Die Zeit der Heidenmission steht noch bevor. Sie wird durch die Apostel mit der Aussendung des Heiligen Geistes eintreten.
  1. Die Aufgabe: Heidenmission wird durch die Wirkung Christi an Heiden (römischer Hauptmann, Syrophönizierin, Besessene aus Gerasa etc.) angedeutet und vorgelebt, aber auch den Aposteln, hauptsächlich durch Paulus, musste diese Richtung erstmals klar werden.
  1. Christus musste sich auf nichts öffnen oder von jemand etwas empfangen, da er und nur er der Heils-und Wahrheitsträger war und ist. Er heilt ihre Tochter ja doch vom Dämon und sagt durch die Blume auch, warum es zu dieser Besessenheit gekommen ist. Durch die Teilnahme an den orgiastischen Kybele-Kulten, wo die Mysten als Hunde verkleidet, sakrale Prostitution trieben. Wahrscheinlich ist dabei die Tochter gezeugt worden. Ansonsten ist der Text Mt 15, 26-27 unverständlich:

„Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“

Also beide, Christus und die Syrophönizierin wissen Bescheid und sie gibt es auch zu. Ja, es stimmt, aber habe Mitleid mit mir!

Die Punkte 1. Bis 4. stellen die überlieferte, katholische Lehre dar, der Punkt 5 ist unsere, patristisch untermauerte Exegese. Christus hat nämlich nicht „die kulturelle Eigenständigkeit“ der:

  • Israeliten,
  • Pharisäer,
  • Sadduzäer,
  • Zeloten,
  • Römer,
  • und anderer

anerkannt, dass es in ihnen auch „gottet“, sonst wäre er zuhause geblieben, sondern er hat ja die Israeliten bekehrt, was mit seinem Kreuzestod geendet ist. Mit welcher also, lieber Bischof Schwarz, „Anerkennung der Vielfalt“ haben wir es hier zu tun? Mit keiner. Wir lesen die Meldung weiter:

Gott bestärke darin, „Vielfalt auszuhalten“, sagte Schwarz am Donnerstag beim Eröffnungsgottesdienst der traditionsreichen Bildungsveranstaltung von 7. bis 9. Jänner 2016 im kirchlichen Bildungszentrum Salzburg-St.Virgil. Tagungsthema ist diesmal „Pluralität in Gesellschaft und Kirche“.

Unsinn, antworten wir! Dann gäbe es gar keine Offenbarung, keine Menschwerdung, Kreuzigung, Aussendung des Heiligen Geistes, keine Kirche, keine Kirchensteuer und Sie auch nicht, lieber Herr Bischof. Wir lesen aber weiter:

Alois Schwarz, in der Bischofskonferenz für das veranstaltende Österreichische Pastoralinstitut (ÖPI) zuständig, untermauerte den genannten „Lernprozess“ Jesu mit biblischen Berichten über wundersame Brotvermehrungen: Die Evangelien nach Matthäus und Markus erzählen von zwei Brotwundern. Das erste Mal reichen fünf Brote und zwei Fische zur Speisung von fünftausend Menschen, und es bleiben zwölf Körbe übrig, das zweite Mal ist die Rede von sieben übriggebliebenen Körben. In den zwölf – eine Analogie zu den zwölf Stämmen Israels – ist nach den Worten des Bischofs „Jesu eigene Tradition abgebildet“. Die Siebenzahl dagegen stehe für mehr – nämlich für die sieben Völker der biblischen Lebenswelt. Jesus habe somit durch die Syrophönizierin, deren Heilungsbitte er zunächst brüsk zurückwies und dann doch von ihrer Beharrlichkeit beeindruckt war, gelernt, „für alle dazusein“ und „Vielfalt zuzulassen“, wie Schwarz sagte.

Das ist doch ebenfalls Unsinn! Christus hat durch die Brotvermehrung keine „eigene Tradition“ irgendwelcher Stämme bestärkt, sondern seine Gottheit bewiesen und das Wunder der Eucharistie angedeutet. So die Tradition der Kirche, der Sie, lieber Herr Bischof, widersprechen.

Wir lesen aber weiter:

Wie heute „im Uneindeutigen leben“?

Was es bedeutet, heute „im Uneindeutigen zu leben“ und mit der kulturprägend gewordenen Pluralität zurechtzukommen, beleuchtete im Eröffnungsreferat Wilhelm Guggenberger vom Institut für Systematische Theologie der Uni Innsbruck. Um diese Aufgabe positiv bewältigen zu können, sei eine gelungene Orientierung und Identitätsfindung der einzelnen Mitglieder der Gesellschaft Voraussetzung. Religiöse Traditionen könnten dazu einen großen Beitrag leisten, sofern sie selbst pluralitätsoffen sind, betonte Guggenberger. Katholischerseits sei hier durch das Zweite Vatikanische Konzil „die Pluralitätsfähigkeit der eigenen Tradition entdeckt“ worden.

Dies ist zwar keine Aussage des Bischofs, sondern „katholischerseits“ die Vorbereitung auf die weitere Islamisierung und die Aufgabe der katholischen Mission, mit der Berufung, ja, wir ahnen es schon, auf das Zweite Vatikanische Konzil, welches angeblich „die Pluralitätsfähigkeit der eigenen Tradition entdeckt“ hat. Man kann das Konzil so deuten, dass heißt zersetzend und häretisch, man muss es aber nicht so deuten. Und was weiter?

Konfliktpotenzial ergebe sich freilich daraus, dass für nichtreligiöse Menschen der Glaube an Gott gesellschaftlich möglichst wenig oder kaum in Erscheinung treten soll, für religiöse Menschen jedoch alle Lebensbereiche durchdringt.

Und was heißt das übersetzt? Katholiken, seid still und unauffällig, um die kulturelle Eigenständigkeit des Islams nicht zu stören, welcher alle Lebensbereiche durchdringt, siehe Köln.

Was macht Bischof Schwarz? Er bereitet „katholischerseits“ die Einheits-Multi-Kulti-Religion vor, welche keine christliche oder gar katholische mehr ist, sondern entweder islamisch oder gnostisch. Wahrscheinlich wird es auf einen gnostischen Islamismus, eine quasi Neo-Sufismus, hinauslaufen, Stichwort: die noahdischen Religionen, zu denen Judentum, Christentum und Islam gehören und welche angeblich auf Noah zurückgehen, was ein kompletter Unsinn ist. Dies ist leider das Programm von Papst Franziskus, welches die deutschsprachigen Bischöfe und Bischofskonferenzen durchsetzen und ihre think tanks auch.

Beten wir also, am letzten Freitag dieses Monats die Bußpsalmen auf Lateinisch und auf den Knien für unsere Bischofskonferenzen und die Österreicher für ihre eigene, denn sie haben es bitter nötig.

[1] http://kathpress.at/goto/meldung/1335683/bischof-schwarz-auch-jesus-musste-vielfalt-erst-lernen

Schlußbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985 und seine Aktualität (5 von 5)


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8. Besondere Situationen

Vorbemerkung: Österreich, das ehemalige große Imperium bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, trägt noch immer an den Folgen der Zerschlagung dieses Staates. Dies heißt, daß die demokratische Einstellung erst spät zum Reifen kam, nämlich nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies erklärt die Unsicherheiten und das Fehlen einer echten Identität in der Kirche und in anderen Institutionen. Der Einfluß Deutschlands in der Theologie ist deutlich zu spüren. Lassen wir Statistiken und Umfragen, die zu widersprüchlichen Ergebnissen gelangen und die entweder kein objektives Urteil abgeben oder wichtige Punkte mit Schweigen übergehen, einmal beiseite. Dem Anschein nach ist die Kirche in Österreich in gutem Zustand. Man könnte sogar sagen: in zu gutem Zustand, wenn man die Zeit berücksichtigt, in der wir leben. Ihre historische Tradition, die sie freilich leicht mit „Josefinismus“ durchtränkt, hat sie in Treue zum Heiligen Stuhl bewahrt. Der Klerus wird in Österreich ziemlich respektiert. Die österreichiche Kirche wirkt ruhig und freundlich, zeigt aber alle Kompromisse, die in Mitteleuropa üblich sind. Dennoch gibt das Gewinnen von geistlichen Berufen zur Sorge Anlaß, besonders beim Diözesanklerus in Städten wie Graz, Klagenfurt und Wien. In anderen Orten beginnt man freilich langsam mit dem Wiederaufstieg. Die Ordensleute sichern auch weiterhin die spirituellen Werte in einem Gutteil der Pfarren und in anderen Bereichen, sodaß nicht wenige der Bischöfe aus Orden oder Kongregationen kommen. Die Institutionen, die Kardinal König ins Leben rief oder förderte, wie Caritas, Pro Oriente, Pro Scientia, Aide au Tiers monde, Afro Asiatisches Institut, blühen ziemlich und sind echte Kanäle der Großzügigkeit der österreichischen Kirche. Über ihre Wirkung in religiöser Hinsicht kann man diskutieren: es sind dabei so viele Funktionäre beschäftigt! Das Volk befolgt im allgemeinen die christliche Tradition, insbesondere die Alten und die im mittlem Alter Stehenden. Die Lage unter den Jungen müßte die Bischöfe freilich veranlassen, ihre Seelsorge zu ändern. Die Religionslehrer sind ziemlich gut bezahlt, es gibt nur wenige vollzeitig beschäftigte Geistliche in Schulen. Wien bleibt das Hauptproblem: ein im Jahr 1918 zerstückelter Körper. Die Pfarrhäuser sind fast leer. Aber es gibt dort zahlreiche Büros mit Kirchenfunktionären aus dem Laienstand ohne seelsorgliche Anliegen. Wien braucht einen Bischof, der die Flamme nährt und sie in der Seele des Volkes wieder anzündet. Die Aktivitäten des berühmten Kardinals auf dieser im Kreis drehenden Plattform, die die Hauptstadt nun einmal ist, trug entscheidend zum intellektuellen Aufschwung des ganzen Landes bei. Das ist ein Grund zur Freude. Der Heilige Geist nahm seinen Weg. Aber jetzt braucht man einen Oberhirten, der sich den Priestern widmet, der Spiritualität, der Jugend, dem Volk. In Wien gibt es riesige Reichtümer und viel guten Willen. Aber Eile tut not, wenn man nicht will, daß diese Stadt Stück für Stück dem Sterben entgegengeht.

Die Bundesländer: Sie haben sehr gute Diözesen (mit Ausnahme von Graz und Klagenfurt) mit zutiefst christlichen Familien, die die Situation retten. Berufungen freilich sind dünn gesät.

Die theologischen Fakultäten: Sie sind nicht alle auf dem gleichen Niveau und erinnern an die deutschen Richtungen. Die Strömung Klostermann und Küng und auch andere haben Rom, den Papst und die römischen Kongregationen in den Schmutz gezogen. Die Jungen neigen einer demagogischen, modischen Tendenz zu, meist ohne freilich den Grund dafür zu wissen. Die Lehrer kritisieren gerne den traditionellen Religionsunterricht und vernachlässigen den gelebten Glauben und die Spiritualität. Die philosophische Dialektik ist zu ausgeprägt, und die Bischöfe kümmern sich kaum darum, dies zu unterbinden.

Die materielle Lage der Kiche: In Österreich ist die Kirche reich und folgt dem Muster der großen Industrien, was ihr große Einkünfte verschafft, die direkt nichts mit der Glaubenslehre oder mit dem geistlichen Leben zu tun haben. Dieser Verwaltungsapparat wird von zahlreichen und gut bezahlten Laien geführt, was auch eine Protektionswirtschaft zu Ungunsten des Volkes Gottes bedeutet. Alles das kann man auch bei einzelnen Mitgliedern des Klerus erkennen, an ihrem Lebensstil, an den Autos(!), vornehmen Wohnungen wie bei Reichen, und das alles angesichts einer „Krise“ des Volkes. Ein enormer bürokratischer Apparat beschäftigt Funktionäre, die mit dem Geist Jesu Christi nichts zu tun haben. Und etwas über die Immobilien, über den Grundbesitz sagen… Die Theologieprofessoren werden üppig bezahlt und leben wie die Herren, sodaß in vielen Fällen sogar die Bischöfe übertroffen werden.

Beunruhigende Fragen: Die religiöse Praxis ist unter den Jungen recht schwach. Jene, die mit dem Papst in Wien zusammentrafen, stellen nur eine Minderheit dar, und auch unter diesen gehörte ein gewisser Teil zu den Nichtpaktizierenden. Da gab es eine große Hochstimmung.

  1. Abtreibungen: Legalisiert, auch unter Katholiken recht verbreitet. Man hat sich nunmehr daran gewöhnt.
  2. Ehescheidungen: Stetige Zunahme, besonders unter den Dreißig- bis Vierzigjährigen.
  3. Lebensgemeinschaften more uxorio: ohne Skrupel und in den Städten ziemlich verbreitet, wie von Ärzten angelegte Statistiken zeigen. Auch wenn es in diesem Bereich keine genauen Informationen gibt, bleibt doch ein Grund zur Beunruhigung, daß die Freizügigkeit in diesen Dingen auch die studierende Jugend betrifft, also jene Leute, die die Welt von morgen gestalten und lenken werden. Auch die katholischen Zentren akzeptieren liberal diese Situation. Ein Gesetz wird den Studenten bald völlige Freiheit über das gewähren, was sie in ihren Heimenmachen wollen. Man fragt sich, was mit den Familien geschehen wird, ja ob es in zwanzig Jahren überhaupt noch christliche Familien geben wird.
  4. Voreheliche Beziehungen: vervielfachen sich.
  5. Selbstmorde und Alkoholismus: in immer größerem Ausmaß.
  6. Zerrüttete Familien: in Wien immer häufiger. Dieses Problem rührt von der Zunahme der Ehescheidungen und der Instabilität zahlreicher Familien her. Österreich ist dabei, zur Gänze seine Traditionen im Bezug auf die Familien zu verlieren, besonders in den großen Städten.
  7. Geburtenkontrolle: Die empfängnisverhütende Pille ist legalisiert und auch unter den Minderjährigen als einfachste Lösung weit verbreitet. Es beginnen freilich junge Ärzte und gut informierte Personen die Probleme zu begreifen, die mit dieser Situation verbunden sind. Als intelligente Menschen denken sie an eine ausgewogene und auch ethisch und christlich verantwortete Sexualität. Aber es bleibt noch ein langer Weg, um die Lehre der Kirche in diesem Bereich zu verstehen und anzunehmen.
  8. Die Laientheologen: Obwohl gut ausgebildet, könnten sie schlußendlich einen Staat im Staate bilden, außer man ergreift energische Maßnahmen. Durch sie könnte es wie zu einem Geist der Gewerkschaft oder zu zwei parallelen Kirchen kommen.
  9. Religionsunterricht: zu theoretisch; wenig die Jugendseelsorge durch vollzeitig Beschäftigte. Die Lehrenden kümmern sich mehr um ihr Gehalt und die Unterrichtsstunden als um die Seelsorge zu jeder Zeit.

Der Episkopat: Seine Treue zum Heiligen Stuhl ist ohne Vorbehalte. Er ist für ein tiefes Verständnis der christlichen Caritas offen. Vielleicht in keiner anderen Kirche als der österreichischen gibt es eine ausgeprägtere Großzügigkeit gegenüber der Dritten Welt, den Ländern des Ostens und den Flüchtlingen. In ihrer Selsorge stellen viele Bischöfe ihre große Hingabe unter Beweis, freilich mit nicht wenigen Kompromissen. Sie kümmern sich nur wenig um die Pastoral der jungen Generation, besonders an den Universitäten. Sie wollen ihre Priester nicht für die Jugendseelsorge opfern. Um eine Brücke zwischen dem Volk und der Hierarchie zu schlagen, wird es nötig sein, die Hierarchie zu verjüngen. Es braucht dringend Seelsorger, die in Einfachheit mitten im Volk leben. Das Morgen des Großteils der Jugend und der Kirche selbst steht auf dem Spiel. Die Menschen warten. Österreich ist ein Missionsland.

Zusammenfassend: Angesichts der jetzigen Lage sollte man sich über eine rasche Genesung keine Illusionen machen. Dazu braucht es Jahre und mutige und heilige Bischöfe, die mit Vorsicht, Entschlußkraft und ohne Verzögerung die Strukturen und die Personen austauschen, die Seminare beleben, die guten Priester ermutigen, die schwachen und vom rechten Weg abgekommenen zurechtweisen, die Bürokratie ausdünnen, die rechte Lehre ausdauernd verkünden und überall die Angleichung an den Papst und sein Lehramt bestärken. All dies ist wirklich möglich, weil es viele gute Leute gibt, die beten und Opfer bringen, damit diese lange Prüfung ein Ende habe.

Mit unterwürfiger Ergebenheit

bin ich Eurer verehrungswürdigster Eminenz ergebenster Diener im Herrn Mario Cagna

Apostolische Nuntiatur in Österreich

Schlußrelation der Mission von Mons. Mario Cagna, 1976 – 1985

Wien, Januar 1985

An Seine Eminenz

Agostino Kardinal Casaroli

Staatssekretär Seiner Heiligkeit

Schlußbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985 und seine Aktualität (4 von 5)


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6. Die Bildungswerke und Medien

Die mehr oder weniger von der Kirche abhängigen Medien sind zahlreich und vielfältig: Radio, Fernsehen, diözesane Zeitungen, „Bildungswerft“, „Familienverband“, „Familienwerft“, Katholische Hochschuljugend, Katholischer Akademikerverband, Pädagogische Akademien, Sozialakademien, „Bibelwerft“, Verlagshäuser, Buchhandlungen etc. Alle erfreuen sich großer Freiheit in Organisation und Meinungsäußerung, die die kirchlichen Autoritäten auch respektieren… bis hin zum Unglaublichen, daß nämlich diese Medien oft das ungestörte Vehikel der Kirchenkritik sind und Meinungen verbreiten, die nicht jene der Kirche sind. Alle diese Bildungseinrichtungen zeigen, da sie deutlich „progressiv“ ausgerichtet sind, ein Gemisch von Meinungen, Thesen, Vorschlägen, Stellungnahmen, so unterschiedliche und voneinander abweichende, ja einander widersprechende Aussagen, daß im Gesamten die erzieherische und pastorale Funktion dieser wertvollen pastoralen Werkzeuge darunter schwer leidet.

Man muß auch sagen, daß die staatlichen Autoritäten der Kirche viele Möglichkeiten der Kommunikation im staatlichen Rundfunk/Fernsehen einräumen, aber diese Sendungen werden meist liberalen Priestern oder Laien, wenn nicht überhaupt radikalen oder ablehnenden Elementen, anvertraut. Die heiligen Messen und Betrachtungen, die das Radio sendet, sind im allgemeinen in Ordnung, obwohl die Betrachtungen von so unterschiedlichen Personen gehalten werden, daß daraus eine große Verwirrung im Glaubensgut entsteht. Obwohl unterschiedlich im Ton und mit einem großen Mischmasch an Mitarbeitern, sind die Kirchenzeitungen von Wien und St. Pölten ganz vernünftig (obwohl das Wiener Blatt von einem Ex-Priester geführt wird), während jene von Linz und Salzburg die ablehnendsten und provozierendsten sind. Deshalb wenden sich brave Gläubige oft an die Bischöfe mit der Bitte um geeignete Maßnahmen, um keine Abweichungen vom Lehramt, um ein gutes gesichertes Glaubensgut. Aber ihrer Stimme wird wenig Gehör geschenkt. Die oben genannten Einrichtungen religiöser Bildung (Bildungswerk, Familienwerk etc.) sind in ähnlichen Händen wie bei den Zeitungen und dem Rundfunk/Fernsehen und haben daher vielleicht noch in schlimmerer Weise eine ziemlich zersetzende Wirkung. Sie säen ein übles Gemisch an Ideen und Verhaltensweisen, sie laden zu ihren Tagungen, Vorträgen, Seminaren und öffentlichen Debatten zweifelhafte Persönlichkeiten ein, die bis hin zur offenen Opposition zur Kirche stehen, und auch Nicht-Katholiken. Unter den Eingeladenen befinden sich: Küng, Metz, Moltmann, Pinchas Lapide, Ernesto Cardenal, Böckle, der oben genannte Rotter, Zulehner und auch Wissenschaftler, die für ihre antikatholischen Aggressionen bekannt sind, wie der Psychiater Erwin Ringel (gegen die „repressive“ Sexualmoral), Rupert Riedl (ein Evolutionist durch und durch), um hier nur zwei Namen zu nennen, die zu den aufreizendsten und skandalösesten zählen. Es ist eine Art Masochismus, den, wie es scheint, niemand einzudämmen wagt, und der Tag für Tag den Glauben und die Moral des Volkes Gottes von allen Seiten bedrängt. Und so gibt es in allen diesen Informationsmedien keine garantierte Glaubenslehre; in den Buchhandlungen wird alles verkauft, von häretischen Büchern bis hin zu weltlichen und frivolen, von Werken der Liturgie und der Frömmigkeit bis hin zu allen Arten der Philosophie, der Soziologie und der Psychologie in einem Mischmasch, welches faktisch nur die solideren Arbeiten zur Spiritualität, zur Theologie und zur religiösen Bildung im allgemeinen diskriminiert. Dies gilt auch für die Texte des Lehramtes, die häufig nicht zu finden sind. Um noch ein aktuelles Beispiel zu liefern: Kaum hatten die Zeitungen über die Entscheidung des Lehramtes zu den Werken der Befreiungstheologie berichtet, tauchten in den Buchhandlungen die Werke von Boff, Gutierrez etc. auf, während man den Text der Lehrentscheidung nicht kaufen konnte. Glücklicherweise gibt es die Veröffentlichungen des Sekretariates der deutschen Bischofskonferenz (in Österreich freilich nur wenig verbreitet), die ein Vertiefen in die päpstlichen Dokumente rasch und genau erlaubt.

 7. Die Familienpastoral

Man muß feststellen, daß die Bischöfe, freilich spät und und wenig fest, die Moraltheologen, die diözesanen und interdiözesanen Gremien und die Familienverbände einhellig das Gesetz über die Abtreibung (Fristenlösung: Legalisierung der Abtreibung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten) bekämpft haben. Hingegen gab es keine vorbehaltlose Zustimmung zum Heiligen Stuhl in Fragen der Empfängnisverhütung, ja sogar wiederholte Erklärungen der Bischofskonfernz, einzelner Bischöfe und der katholischen Familienverbände, von den Professoren aus Moraltheologie ganz zu schweigen, die mündlich und schriftlich die Gewissensfreiheit in Fragen der Geburtenkontrolle verfochten und verfechten. Typisch sind die Ausdrücke, die in den Instruktionen für die Mitarbeiter des Institutes für Ehe und Familie der Erzdiözese Salzburg im Bezug auf die Enzyklika Humanae Vitae enthalten sind: „Eine Enzyklika ist eine qualifizierte Stimme, denn sie ist die Stimme dessen, der mehr Verantwortung für die Kirche trägt als der Christ ohne Amt. Daher schuldet der Christ einen Vertrauensvorschuß, eine begründete Vermutung (praesumptio) für die Wahrheit der Urteile des authentischen Lehramtes. Die schuldige Loyalität bezeugen wir einer Enzyklika durch Auseinandersetzung. Die Meinung des Theologen XY kann ich übergehen. Eine Enzyklika übergehen hieße, das qualifizierte Mitspracherecht des von Christus gestifteten Amtes bei der Bewußtseinsbildung der Gläubigen in der Kirche bestreiten. Abermehr als die loyale Auseinandersetzung fordern, hieße, eine Enzyklika faktisch doch als unfehlbar auslegen.

Einen erheblichen Einfluß in dieser Richtung hat der Linzer Diözesanpriester Bernhard Liss, der mehr oder weniger offen diese Gedanken durch verschiedene Veröffentlichungen der diözesanen Familienwerke und durch zahlreiche Eheberatungsstellen verbreitet. Dies geschieht auch bei den Eheseminaren (drei Abende), die für alle verpflichtend sind, die kirchlich heiraten wollen. Und seit wenigen Wochen erscheinen zehn „Ehebriefe“, die von der „Arbeitsgemeinschaft der katholischen Familienwerke Österreichs“ herausgegeben werden. Sie stehen unter der Verantwortung des Direktors des Pastoralinstituts der Wiener Erzdiözese, Mons. Rudolf Schwarzenberger, und enthalten den Text des vorhinzitierten Bernhard Liss(!), in welchem eine Lehre von der Ehe vertreten wird, die kaum Sakramentstheologie enthält, dafür aber vorwiegend psychologisch orientiert ist, ohne jeglichen Hinweis auf die Problematik der Geburtenregelung auskommt („zu sehr kontrovers“), aber mit einem ausgeprägt liberalen Akzent im Hinblick auf Sexualität und Eros versehen ist. Jedes Paar soll diesem in Freiheit jene Form geben und so weiterentwickeln, wie ihnen am besten scheint.

Um das Bild des religiösen Lebens im Land abzurunden, ist es notwendig hier anzufügen, daß die Beziehungen zwischen der Kirche und dem Staat gut sind. Obwohl die Gesetzgebung einer überdimensionalen Staatlichkeit und einer wachsenden Unmoral (im Namen der sogenannten „Wertfreiheit“) Vorschub leistet, erfreut sich die Kirche einer großen Handlungsfreiheit, wirtschaftlicher Unterstützung und großen Ansehens. Wie eine Gnade Gottes kommt einem der jetzige Bundespräsident, Rudolf Kirchschläger, vor, der von der sozialistischen Partei aufgestellt wurde, der aber ein vorzüglicher Katholik ist und der gesamten Nation in Wort und Tat ein Beispiel gibt.

Die Regierungen mehrerer Bundesländer sind in der Hand von Katholiken, weswegen viele Interessen der Kirche in jenen Gebieten im allgemeinen berücksichtigt werden. Im Land gibt es keine politische Partei, die die christlichen Werte voll und ganz verteidigt, obwohl die Österreichische Volkspartei diese christlich soziale Tadition hatte und sich zum Teil (im lokalen Bereich und in Bezug auf manche Themen) als solche deklariert; aber sie verfügt über keine herausragende Persönlichkeit, weder im allgemeinen noch in dieser Hinsicht. Die Katholische Aktion und die katholischen Studentenverbindungen („Cartellverband“) stellen dem öffentlichen Leben nicht mehr das Personal, das es eigentlich bräuchte.

Ein eifriges und zemlich ausgedehntes Apostolat betreiben die Movimenti „Focolare“, „Legio Mariae“, „Cursillos“, das Säkularinstitut von Schönstatt und die Charismatiker, die im Ganzen von einer gepflegten Spiritualität im Sinne des kirchlichen Geistes und der kirchlichen Voschriften sind. Die Personalprälatur Opus Dei wirkt in Österreich seit 1957 und hat in Wien (acht), in Graz, Salzburg und Linz seine Zentren, zusätzlich noch ein Einkehrhaus in Niederösterreich und eine Kirche in der Hauptstadt, und vollbringt ein weit gespanntes Apostolat in allen Gesellschaftsschichten, in den letzten Jahren auch unter den Weltpriestern mit Hilfe von Einkehrtagen, Exerzitien, Ausbildungslehrgängen etc. Dieser Eifer zieht immer mehr Berufungen an. Das Opus Dei hat auch Kritik über sich ergehen lassen müssen, die freilich viel weniger scharf und lautstark als in Deutschland ausfiel, vielleicht auch deshalb, weil Kardinal König ein guter Kenner und Freund des Opus Dei ist. Dies hängt wohl auch damit zusammen, daß die Bischöfe über die apostolische Basisarbeit dankbar sind, die die Personalprälatur ausführt, und daß die österreichische Gesellschaft sich nicht durch Fanatismen aufwiegeln läßt.

Schlußbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985 und seine Aktualität (3 von 5)


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3. Die Diözesanseminare

Im allgemeinen bieten diese Seminare keine Garantie für eine angemessene Ausbildung der Priesterkandidaten. Dies liegt an der dort herrschenden Permissivität. Die Leiter und die Spirituale sind wohl gut, aber schwach. Die Seminaristen erfreuen sich auf allen Gebieten großer Freiheiten. Nicht wenige beginnen ihre Studien in gutem Geist, aber dann verlieren sie gerade dort, im Seminar, ihre Berufung, entweder durch die liberalen Ideen, mit denen sie konfrontiert werden, oder durch die Kontakte mit Mädchen, die sie entweder in der theologischen Fakultät oder im Seminar selbst treffen, oder aber auch durch die bescheidene Spiritualität, die ihnen beigebracht wird. Die Zahl der Berufungen ist gering und kommt zu einem guten Teil aus den Knabenseminaren, die heute freilich ziemlich fruchtlos sind, da sie in gewöhnliche Gymnasien mit Koedukation umgewandelt wurden. Obwohl ihre Leiter guten Willen zeigen, beklagen sich einige bitter, daß die Früchte ihrer Arbeit dann im Priesterseminar gefährdet oder gar zerstört werden, sodaß sie es wohl vorziehen, daß die dort erweckten Berufungen sich eher dem Ordensklerus als dem Weltklerus zuwenden.

4. Die Orden

Im Bezug auf die Orden muß man nicht nur zwischen Orden und Orden, Kongregation und Kongregation, sondern sogar zwischen Konvent und Konvent unterscheiden. Sehr wenige Berufungen haben die Dominikaner, Jesuiten, Franziskaner, Redemptoristen und noch viele andere. Die Benediktiner weisen eine gewisse Blüte in Kremsmünster und in Göttweig auf, wo hervorragende Äbte es verstanden haben, eine ausgezeichnete Disziplin zu bewahren und zu erneuern. In anderen Abteien mit alten Traditionen (Wien Schottenstift, Melk, Admont, Salzburg St.Peter, Seitenstetten usw.) ist dies nicht so. Die Augustiner Chorherren scheinen sich allmählich zu erholen. Die Karmeliten hatten in den vergangenen Jahren, nach einer langen Periode desStillstandes, einen neuen Aufbruch an Berufungen.

Die unbeschuhten Karmelitinnen sind, zwar ohne übertriebene Schärfen, durch jene Spaltung gekennzeichnet, die man auch in anderen Ländern zwischen strengen Verfechterinnen der Klausur und des beschaulichen Lebens und den Kämpferinnen für eine apostolische Öffnung, die mit der theresianischen Tradition bricht, feststellen kann. Dies ist deshalb schade, weil es dort nicht zahlreiche Berufungen gibt, die für eine Kontinuität ausreichen. Die Schwestern, die sich dem Unterricht und der Krankenpflege widmen, sind wegen Überalterung und Nachwuchsmangel in einer Krise. Einige (Schwestern von Sacre Coeur) sind sehr verweltlicht, andere kämpfen ums Überleben. Traurig ist insbesondere, daß die Spitäler mehr und mehr von den Schwestern aufgegeben werden, obwohl sie dort äußerst wertvolle und geschätzte Arbeit in pastoraler und karitativer Hinsicht leisteten. Es scheint, daß viele weibliche Kongregationen mehr oder weniger die Agitation zu spüren bekommen, die von feministischen Bewegungen innerhalb der Kirche ihren Ausgang nehmen. Diese werden von offiziellen kirchlichen Bewegungen geschürt, und die Seelsorger sind nicht in der Lage, sie zu steuern. Um nicht wegen Konformismus kritisiert zu werden, fördern sie diese in der Tat.

 5. Feminismus

Der österreichische Pastoralrat, der seit vielen Jahren hochangesehen in Wien zu Ende jedes Jahres tagte, wurde nach dem Konzil und unter dem Einfluß von Laientheologen und Laienmitarbeitern des österreichischen Pastoralinstitutes – seit Jahren ist sein Generalsekretär H. Erharter, ein Laie, der in der Öffentlichkeit mehrfach die Enzyklika Humanae Vitae und andere Dokumente des Lehramtes kritisierte – zur Brutstätte verschiedener Revolten (zum Beispiel Aufweichung der Sexualmoral). Die letzte Tagung war dem Thema „Frau Partnerin in der Kirche“ gewidmet. Man sprach von „feministischer Theologie“ (Referent war der holländische Theologe Halkes), vom Zugang der Frauen zu den Weihen, zumindest zum Diakonat, zur Predigt, zur Mitverantwortung mit dem Priester in der Pastoral, von „einem intensiven Dialog mit dem Papst, damit er die westliche Frau verstehe, in ihr keine Gefahr für die Kirche erblicke etc., etc.“ Dies alles wurde lang und ausführlich diskutiert. Kardinal König ermutigte seit Beginn der Tagung, keine Angst vor den Debatten zu haben, an denen mehr als 600 Priester und Laien aus dreizehn Nationen teilnahmen. Der Grazer Bischof Weber versuchte aufzuzeigen, daß die Frauen wohl andere Probleme hätten als zu leitenden Positionen in der Kirche zu gelangen. Der Weihbischof von St. Pölten unterstrich, daß im Neuen Testament das Prinzip „In Christus gibt es weder Mann noch Frau“ klar sei, daß es aber noch nicht in die Praxis umgesetzt sei. Der Bischof von Klagenfurt, Kapellari, sagte schließlich, daß die Kirche bei der Frauenordination durch eine bis heute gängige Praxis gebunden sei, aber daß sich in der Zukunft für die Frauen viele Türen öffnen würden, die heute noch geschlossen seien. Es sei aber nicht die entscheidende Frage, ob man der Frau den Eintritt in bisher verbotene Bereiche gestatten werde, sondern ob sie überhaupt eintreten wolle. Schließlich wurde der Beschluß gefaßt, von dieser Tagung kein offizielles Schlußdokument zu versenden.

Einige Tage später fand in Salzburg eine andere feministische Tagung statt, die stärker vom Protest geprägt war und die auschließlich von Frauen organisiert wurde. An ihr nahmen vielen Frauen aus Deutschland, Schweiz und Österreich teil, und Professor Zulehner aus Wien, Präsident der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen, der die Sache der Frauenbewegung in der Kirche verteidigte. Am Ende feierte man einen Wortgottesdienst und nicht eine Messe, da, wie die Organisatorinnen erklärten, ihnen nicht gestattet wurde, das Heilige Opfer „von Frauen zu halten“.

Schlußbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985 und seine Aktualität (2 von 5)


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1. Der Religionsunterricht in den Schulen

Obwohl jede Verallgemeinerung auf diesem Gebiet auf jeden Fall wenig objektiv wäre, da die Lehrkräfte, die hier die Grundlage bilden, völlig unterschiedlich sind (Alte, Junge, Priester, Laien unterschiedlichster Herkunft, laisierte Priester), ist die am meisten verbreitete Strömung jene, die sich in pädagogische Modernität kleidet. Sie hat nicht nur die Katechismen durchdrungen, sondern gibt auch vor, bibelwissenschaftliche Grundlagen zu liefern, kritisches Denken und Kenntnis der Probleme der Gegenwart zu vermitteln, vermeidet aber dogmatische Aussagen und objektive moralische Normen, will eher Gemeinschaften als persönliches Glaubensleben bilden, betont vorzugsweise soziale Fragen und verschweigt dabei im Namen des Ökumenismus die apostolische Sendung. Viele Eltern beklagen sich, daß man in den Religionsstunden in den Schulenüber alles spricht und diskutiert „außer über Religion“. Man kann tatsächlich eine kulturelle und religiöse Leere feststellen, die diese Pädagogik bei den Jungendlichen geschaffen hat. Sie wird nicht nur in den theologischen Fakultäten, sondern auch in den diözesanen pädagogischen Akademien gelehrt und wird von den diözesanen Schulamtsleitern auch gewünscht. Diese ermahnen, ja verdrängen sogar jene Lehrkräfte, die traditionellen pädagogischen Linien folgen (Zehn Gebote, Glaubensbekenntnis, Sakramente, Gebete etc.). Die Schulbücher, die von der interdiözesanen Kommission approbiert sind und den Schülern von der Regierung geschenkt werden, liegen alle auf der angegebenen Linie, d.h., sie lassen eine klare Systematik vermissen, sind nicht präzise formuliert, weisen deutliche Lücken im Glaubensgut auf, sind nicht selten verbildend… Alle kritischen Punkte der Theologie spiegeln sich im Milieu der Katechese: liberal gegenüber dem Dogma, der Moral, der kirchlichen Disziplin, kritisch gegenüber der Institution Kirche, dem Lehramt, der Tradition, und sozial gesehen „links“ engagiert oder auf einer „grün pazifistisch futurologischen“ Linie angesiedelt.

 2. Die theologischen Fakultäten

Die staatlichen theologischen Fakultäten in Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck und die kirchliche in Linz bieten trotz des Fehlens aufsehenerregender Extremismen, sieht man von dem Entzug der vehia legendi bei den beiden Dozenten Holl und Mynarek ab, die a divinis suspendiert wurden und der eine in den Laienstand zurückversetzt wurde, ein ziemlich verwirrendes Bild. Der schwachen philosophischen Ausbildung der Studierenden entspricht eine Theologie ohne Profil und ohne Rückgrat. Sie ist stark von idealistischen und existenzialistischen Strömungen beeinflußt, hängt der Theorie der Entmythologisierung, der Soziologie und der gebräuchlichen Psychologie an, die in Österreich eine deutlich detenninistische Prägung aufweist. Auch hier wenig Systematisches, beiseitegeschobener und entwerteter Thomismus, ein abgewetzter „Modernismus“. Besorgniserregend ist besonders der Unterricht in Moraltheologie (in Innsbruck P. Hans Rotter SJ, in Linz Alfons Riedl, in Salzburg Günter Virt), der immer mehr im Gegensatz zur kirchlichen Lehre steht, d.h., relativistisch, subjektivistisch, konsequenzialistisch. Es ist unverständlich, daß die Bischöfe Leute dieser Qualität ernennen, und dann beklagen sie sich über die Professoren, die von ihnen ernannt werden, und lassen sich schließlich sogar von ihnen beeinflussen.

Die Vakanz des Lehrstuhles aus Moraltheologie in Wien scheint nun gelöst, weil der jetzige Professor aus Salzburg (ein bekannter Konsequenzialist) wahrscheinlich ernannt werden wird, weil er dem Vernehmen nach die Unterstützung des Kardinals von Wien genießt. Dies überrascht auch nicht, wenn man die Ernennungen in Betracht zieht, die er bisher gemacht hat. Es sind fast immer lauter zweifelhafte Theoretiker, die überhaupt nicht auf der Linie des kirchlichen Lehramtes stehen. (In Wien könnte diese Lehrkanzel der jetzige Dozent aus Moraltheologie, Andreas Laun, einnehmen, der ein Kollege von Virt und durch seine Veröffentlichungen bekannt ist, aber ihm …“zu römisch“ eingestellt ist!).

Unter den Moraltheologen kritisiert besonders der Jesuit Rotter oft den Papst und drückt die Äußerungen des Lehramtes auf „diskussionswürdige Meinungen“ herab. Dies machen oft auch die Pastoraltheologen (Zauner in Linz, der ziemlich schädlich ist, aber in der Diözese und beim jetzigen Bischof ziemlich große Autorität genießt. Dieser hat ihn sogar in einige verantwortungsvolle Posten in der Diözese gesetzt; auch Zulehner, vor kurzem in Wien berufen, ein 100%iger Soziologe, und noch auffallender, der Liturgiker von Salzburg, Franz Nikolasch, der der Protestgruppe SOG angehört. Diesem vertraut der liebe Salzburger Erzbischof heikle Aufgaben an. Erst vor wenigen Tagen hat Nikolasch der wichtigsten Zeitung der Stadt geschrieben, um den Ausdruck „Lehre der Kirche“ zu korrigieren, den der Chefredakteur im Hinblick auf die Empfängnisverhütung verwendete. Er sagte, dies sei eine Meinung des Papstes und einiger Theologen, die freilich nicht von der Mehrheit der Theologen in der Kirche geteilt würde.)

Diese Professoren, die unter Umständen die Priesterweihe der viri probati verteidigen, die Abschaffung des Pflichtzölibates, die Pille, die Sterilisation unter bestimmten Voraussetzungen, es gibt sogar ein Gutachten des Moraltheologen von Linz, Riedl, in dieser Richtung, die den Bischöfen bekannt ist und die sogar in den katholischen Spitälern viel verteilt wird, die Interkommunion und andere zumindest unüberlegte Thesen, diese Professoren haben schon zahlreiche Jahrgänge von Priestern, Laientheologen und Religionsprofessoren ausgebildet, nicht allein durch ihr Beispiel und ihren Unterricht, besonders in den Seminaren, wo einige von ihnen in engem Kontakt mit den Seminaristen leben.

Um den Bischöfen eine größere Freiheit bei der Auswahl der Professoren zu verschaffen, müßte jene Bestimmung des Konkordates geändert werden, die das Verfahren regelt. Dieses sieht nämlich nur vor, daß die Fakultät den Bischöfen eine Liste mit drei Kandidaten vorlegt, aus der der Bischof einen auswählt. So sind die Bischöfe an die Professoren der Fakultät gebunden. Da nun die Zusammensetzung der Fakultäten allzu bekannt ist, wird eine grundlegende Veränderung, die ziemlich notwendig ist, nicht zustandekommen, wenn die Bischöfe nicht die Möglichkeit (das Recht) haben, die gemachten Vorschläge abzulehnen und in Freiheit Kandidaten zu nennen, die ihnen für die Ausbildung der Seminaristen geeigneter scheinen. Sonst müßte man den Mut haben, die Seminaristen von den theologischen Fakultäten abzuziehen und ihnen eine komplette Ausbildung zu bieten (philosophisch, theologisch, menschlich, spirituell). Der Boom der Theologiestudenten, die nicht Priester werden wollen, und der weiblichen Theologiestudentinnen, der seit Jahren von der Hierarchie gefördert wird, hat sich als ziemlich negativer Bumerang erwiesen. Dies bezieht sich sowohl auf die theologischen Fakultäten, wo diese männlichen und weiblichen Laien mit ihrer oft polemischen Haltung gegenüber der Institution Kirche, mit ihren oft liberalen Denkweisen und Lebensstilen ein für die Seminaristen oft schädliches Ambiente erzeugen, als auch auf die Schulen, wo sie als Religionslehrer wirken, und sogar in den Pfarren, wo sie als Pastoralassistenten angestellt sind, und bis hin zu anderen Verwendungen in diözesanen und überdiözesanen Stellen. Sogar der Wiener Weihbischof Krätzl zögert nicht, diese Laientheologen zu einer inneren Gefahr für die Kirche zu erklären.

Ein gutes Ambiente hingegen ist in der philosophisch theologischen Hochschule der Zisterzienser in Heiligenkreuz in der Nähe von Wien zu erkennen, sowohl was die wissenschaftliche Ausbildung als auch die dort herrschende Frömmigkeit betrifft. Deren Studenten werden freilich von den österreichischen Bischöfen nicht als Priesteramtskandidaten akzeptiert (!).

Schlußbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985 und seine Aktualität (1 von 5)


Edition-Winkler-Hermaden-oesterreich-ungarn-02Der Schlussbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985, welchen wir hier in sechs kommentierten Teilen vorlegen, ist ein Schreiben, welches der Mehrheit der Leser bereits bekannt sein durfte, da es seit Langem im Internet zu finden ist.[1] Es stellt sich somit die Frage, worin der eigentliche Sinn besteht etwas Bekanntes und Historisches erneut ins Netz zu stellen. Die Antwort lautet: Weil es so gut ist! Der Bericht des Msgr. Mario Cagna macht der vatikanischen Diplomatie alle Ehre, welche damals über wirklich fähige, fromme und kirchlich denkende Diplomaten, die zugleich Geistliche waren, verfügte. Wahrscheinlich ist es auch heute noch der Fall, obgleich der traurige Fall des Nuntius Wesołowski in der Dominikanischen Republik eine andere Geschichte erzählt. Der Lagebericht des Nuntius Cagna lässt sich auch wohl grosso modo auf das heutige Österreich und das heutige Deutschland übertragen, obgleich die Sätze:

„Der österreichische Episkopat ist gut. Von allen Bischöfen kann man ohne Ausnahme sagen, daß sie persönlich fromm, ehrlich, fleißig, rechtgläubig, ihren Aufgaben hingegeben, nicht politisierend und fern von Extremismen aller Art sind.“

ihre Gültigkeit in Bezug auf die DBK und die ÖBK größtenteils verloren haben. Innerhalb der 30 Jahre, die seit diesem Schreiben vergangen sind, hat sich der Zustand der Kirche sowohl in Österreich als auch in Deutschland weitgehend verschlimmert, wovon die letzten Unternehmungen der DBK, sprich die Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts und eine selbstgemachte Umfrage zur Aufhebung der katholischen Ehelehre zeugen. Fügt man dem auch noch den Ausspruch von Kardinal Marx hinzu, wonach man keine Filiale von Rom sei, so ist der materielle, wenn auch noch nicht der formale Weg in die deutsche Nationalkirche schon sehr weit fortgeschritten. Da uns leider keine Abschlussberichte der Nuntien in Deutschland zur Verfügung stehen, ein Analogieschluss hier aber zulässig erscheint, so kann man wirklich schlussfolgern, dass Rom bzw. der Vatikan mindestens seit Mitte der 1980-ger Jahre sehr gut über die Situation in Österreich und wohl auch in Deutschland Bescheid wusste und wirklich wenig unternahm, um dieser Entwicklung entgegen zu arbeiten. Das stille und heimliche Schisma scheint in Deutschland und Österreich seit Langem vorzuliegen. Vielleicht sind die Geschichten, die man sich über kard. Casaroli erzählt, wirklich wahr, denn wenn jemand in den 1980-gern einen Einfluss auf die Bischofsernennungen hatte, dann war er es, da Johannes Paul II im „Außendienst“ tätig war und an den Angelegenheiten der Kurie, nach dem, was man so liest und hört, wenig Interesse zeigte. Daher ist mit der Zeit ein Machtvakuum entstanden, welches von den falschen Leuten ausgefüllt wurde.

In der kommunistischen Zeit gab es einen Witz, der folgendermaßen ging: „Was wird passieren, wenn in der Sahara-Wüster der Kommunismus eingeführt werden würde? Ein Jahr lang nichts und danach geht der Sand aus“. Und uns allen geht heute der Sand aus.

Schlußbericht des Nuntius

Abschließende Beurteilung des Zustandes der Kirche Österreichs

 Hochverehrte Eminenz,

ich habe die Ehre, Ihnen in einer kurzen und vollständigen Synthese einige Bemerkungen über die Lage der Kirche in Österreich mitzuteilen. Diese beruhen auf Beobachtungen, die ich in den achteinhalb Jahren meiner Leitung der Apostolischen Nuntiatur in Wien machen konnte. Wenn man sich ein Gesamtbild der Kirche in Österreich machen will, riskiert man freilich, die aufsehenerregendsten Elemente, meist die negativen, hervorzuheben und alles oder fast alles beiseitezulassen, was es an Gutem gibt, was still, verborgen und sogar leidend ist, und damit einseitig und ungerecht zu werden.

Man muß in der Tat vorausschicken, daß sowohl der städtische und ländliche Klerus als auch die Laien, besonders jene, die in den verschiedenen Untergruppen der Katholischen Aktion organisiert sind, aber auch jene, die außerhalb jeder Organisation stehen, treu zum christlich-römisch-katholischen Geist stehen. (Deutlich wurde dies durch den überaus herzlichen Empfang, der dem Heiligen Vater bei seinem jüngst vergangenen Besuch zuteil wurde und der alle, sogar die Hierarchie, durch seine Wärme und Spontaneität überraschte.) Dies ist eine feste, freilich anonyme Grundlage, die bei guter Leitung zu einem wahren und tiefen Wiederaufstieg in der Zukunft führen kann. Das Übel liegt teilweise in den Gesetzen und den Gesellschaftsstrukturen, die ein politischer Laizismus seit langer Zeit herbeigeführt hat („Aufklärung“, Sozialismus in der Gegenwart). Dieser zersetzt das christliche Wertesystem, das im Lande eine große Tradition hat. Andererseits ist er auch im Geist des katholischen Teils der Gesellschaft eingewurzelt, der allmählich seine Leitungsfunktion aufgegeben hat. Es ist außerdem nicht leicht, in wenigen Seiten das zusammenzufassen, was in dieser alten und bunten Nation geschieht, die klein ist und zugleich Menschen hervorbringt, die in allen Gebieten der Kultur hervorragen, die aber abgestanden und paradox wirkt. Dieses festliebende Volk ist nicht fröhlich. Dieser gebieterische Sozialismus (in Wien hält er die Macht seit langem fest in Händen) mildert nicht den ausgeprägtesten Individualismus. Dieser Liberalismus des „Leben und Lebenlassens“ läßt die einen nicht mit den anderen in Verbindung treten. Dieses Land ohne Extremismen oder gewaltsame Proteste, das Papst Paul VI. „Insel der Seligen“ nannte, zählt eine äußerst hohe Selbstmordrate und vermerkt ein Ansteigen der Abtreibungen (seit 1975 bis heute etwa eine Million) und eine Zunahme des Verbrauchs von Antidepressiva. Es ist nicht leicht, in die österreichische Seele einzudringen, die zwischen einem barocken Katholizismus und einer müden, genußsüchtigen und fatalistischen Skepsis geteilt ist. Viele Ausländer haben in den Wiener Kirchen den Eindruck einer tiefen und ausgeprägten Frömmigkeit, die jedoch eher traditionell und stereotyp ausgerichtet ist. In Wirklichkeit ist der Glaube nur wenig gebildet und heute von den Übeln der Zeit erschüttert. Die Treue gegenüber Taufe, Firmung, auch gegenüber dem kirchlichen Begräbnis und der kirchlichen Trauung bleibt aufrecht, obwohl gerade die letztere in den vergangenen Jahren ebenso wie die Ziviltrauung abnahm. Gewisse Riten wie die Aschenauflegung am Aschermittwoch, Besuch der Gräber, Primizsegen werden praktiziert, aber nicht selten handelt es sich um Bräuche, gesellschaftliche Formalitäten, die man nicht gerne unterläßt. Es gibt freilich auch das äußerst traurige Phänomen des Kirchenaustrittes, das sich auf eine Erklärung vor der weltlichen Behörde beschränkt, von der dann die Pfarrer als einem vollzogenen Akt erfahren. Das unmittelbare Motiv dieses überaus zahlreichen Abfalles ist die verhaßte Kirchensteuer, die in Wirklichkeit nicht besonders schwer ist, die aber für Menschen mit einem schwankenden Glauben unerträglich ist. Auch die Begleitumstände wirken in diese Richtung: direkte Zahlung an diözesane Finanzstellen, zivilgerichtliche Verfahren gegen Säumige etc. Der Glaube dieses traditionell katholischen Volkes ist in weiten Gebieten mit den oben genannten Mängeln und Lücken aufrecht, aber er hat in den letzten Jahrzehnten besonders unter der Jugend wegen der ungenügenden religiösen Unterweisung abgenommen. Der moralische Verfall freilich entfremdet ihm in Wirklichkeit sehr viele (Verlust des Sündenbewußtseins im allgemeinen, Krise der Familie, Hedonismus, sexuelle Freizügigkeit, Korruption etc.) Man muß unterstreichen, daß dort, wo die Priester eifrig und entschlossen sind, ein deutliches Aufblühen zu sehen ist. Wenn es auch wahr ist, daß jedes Volk die Priester hat, die es verdient, so ist es ebenso wahr, daß ein Wiederaufstieg des christlichen Lebens nur von einer tiefgreifenden Erneuerung des priesterlichen Amtes zu erwarten ist.

Der österreichische Episkopat ist gut. Von allen Bischöfen kann man ohne Ausnahme sagen, daß sie persönlich fromm, ehrlich, fleißig, rechtgläubig, ihren Aufgaben hingegeben, nicht politisierend und fern von Extremismen aller Art sind. Aber von allen muß man sagen, daß sie zu vorsichtig sind, ängstlich gegenüber den Theologen, den pastoralen Gremien, den Journalisten, der öffentlichen Meinung, weswegen sie selten Festigkeit in ihren Stellungnahmen zeigen und in die Permissivität fallen. Sie flüchten sich in gemeinsame Erklärungen der Bischofskonferenz, die eher undeutlich ausfallen oder sogar an den drängenden religiösen Problemen des Augenblicks vorbeigehen. Die päpstlichen Dokumente werden an das Volk nicht mit der geschuldeten Kraft, Geschwindigkeit und Verbreitung weitergeleitet; manchmal werden sie faktisch ignoriert und sogar abgeschwächt (insbesondere jene, die sich auf die Katechese, auf den Ökumenismus, die Ehemoral, die Befolgung liturgischer Regeln etc. beziehen). Es erscheint geradezu unglaublich, daß sich Hirten, die unbezweifelbar gut und fromm sind, von irregeleiteten und widersetzlichen Professoren, Priestern und Laien nicht nur übertölpeln lassen, sondern sie an verantwortungsvollen Stellen dulden, sie dorthin nominieren und sie unterstützen, während jene, die treu zum Papst und zur Hierarchie stehen, geächtet werden.

[1] Wir zitieren nach: http://www.diewahrheit.com/Rundbrief_nr_70.htm Die Originalschreibweise wird beibehalten.