Traditionalismus, David Berger und der sensus fidei


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Der Schreiber dieser Zeilen nimmt sich vor manche Bücher nur dann durchzulesen, wenn sie wirklich ganz billig gebraucht zu erwerben sind. Es handelt sich meistens um sog. „Einmalbücher“, in die man selten ein zweites Mal schaut, wie es bei Urlaubskrimis zum Beispiel der Fall ist. Auch Biographien und Memoiren gehören zu dieser Kategorie, weil es wirklich kaum einen gibt, der sich selbst zum  Gegenstand seines Werkes wählt und darüber hinaus über eine solch gute Feder verfügt, um sich selbst unvoreingenommen zu beschreiben.

„Biographie lügt immer, Fiktion nie“,

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„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (4 von 4)


Bonifatius

Novus Ordo – ein Werk von besessenen Geistlichen?

Wir haben auf diesem Blog mehr als einmal die Frage gestellt, wie es möglich sei, dass die nachkonziliaren Reformen dermaßen gründlich und effizient die Kirche zerstörten. Als wüsste jemand ganz genau, wo man den Hebel anzusetzen habe oder die Schraube drehen sollte, damit der Welt durch die Kirche weniger Gnade und Heiligung zukommt. Wie wir aus der gegenwärtigen exorzistischen Praxis wissen, wirkt wirklich all das antidämonisch, was nach dem Konzil abgeschafft wurde. Man lese beim Fall Klingenberg nach. Es handelt sich um:

  • Die Gebete zum Erzengel Michael
  • Verehrung der Jungfrau Maria
  • Kruzifixe
  • Weihwasser
  • Knien
  • Rosenkranz
  • Prolog des Johannesevangeliums
  • Und vieles, vieles mehr.

Der Prolog des Johannesevangeliums (J 1, 1-14), das Schlussevangelium der Tridentinischen Messe, bildet, wie vielleicht nicht alle wissen, einen festen Bestandteil des großen Exorzismus, sodass es als erstes Evangelium, nach Psalm 53 und den nachfolgenden Gebeten gebetet wird.[1] Da das Rituale romanum erst im Jahre 1614 als für die ganze Kirche verbindlich kodifiziert wurde, die Exorzismen aber auch vorher stattfanden, so muss man davon ausgehen, dass das im Rituale festgehalten wurde, was besonders antidämonisch wirkt und was die Exorzisten im Laufe der Jahrhunderte ausprobieren konnten.

Warum hasst der Teufel den Johannesprolog? Weil er die Menschwerdung Gottes beschreibt. Satan kann es nicht aushalten, dass sich Gott mit dem Menschen, der ontisch unterhalb der Engelshierarchie steht, verbunden hatte und dass die menschliche Natur seine Engelsnatur besiegt hatte. Das Schlussevangelium wurde zwar erst durch Papst Pius V. in das Missale verbindlich für die ganze Kirche eingefügt. Aber, wie Michael Fiedrowicz angibt,

„wurde hierdurch nur ein Brauch geregelt und kodifiziert, der schon weitaus älter war. Das Schlussevangelium findet sich erstmals 1256 in den Missalien des Dominikaner-Ordens, wo es der Priester nach der Privatmesse bei Ablegen der Paramente oder auch anschließend sprach. Der Brauch der Verlesung verbreitete sich im 13. Und 14. Jh., insofern viele Gläubige nach der Messe verlangten, diesen Prolog zu hören, dem zunächst eine besondere Segnungsfunktion zuerkannt wurde. Der darüber hinaus aber auch von seinem Inhalt her bestens geeignet war, zum Abschluss der Opferfeier noch einmal den Glauben an das göttliche Wort, seine Menschwerdung und sein Wirken voll Gnade und Wahrheit dankbar zu bekennen“.[2]

Da Prof. M. Fiedrowicz nolens volens trotz allem dem nachkonziliaren Mainstream angehört, so verwendet er eine Wortwahl, die wir doch ein wenig übersetzen müssen.

  • Der Johannesprolog ist also als Schlussevangelium spätestens 1256 nachweisbar, da man damals aber recht spät etwas aufschrieb, da Pergament/Papier sehr teuer war – noch dazu waren die Missale mit Buchmalereien verziert -, so muss man davon ausgehen, dass dieser Brauch viel früher stattfand.
  • Warum „verlangten“ Gläubige danach? Weil sie eine heiligende Wirkung spürten, vielleicht eine antidämonische.
  • Da die Exorzismen zu den Benedictiones – d.h. den Segnungen der Kirche sensu lato gehören, indem sie die Adiurationes – Beschwörungen bilden,[3] so kann man nicht ausschließen, dass es sich bei den „Segnungsfunktionen“ um Exorzismen handelte.

Michael Davies gibt in seinem monumentalen Werk Pope Paul’s New Mass,[4] welches interessanterweise nicht auf Deutsch übersetzt wurde und bezeichnenderweise nur in einer einzigen deutschen Universitätsbibliothek (Tübingen) aufzufinden ist, den folgenden Verlauf der Abschaffung des Schlussevangeliums an:

  1. Pius XII ordnete mit seinem Dekret De Rubricis ad Simpliciorem Formam vom 23 März 1955 an, dass das Schlussevangelium nicht:
    1. bei der dritten Messe an Weihnachten
    2. bei der Messe vom Palmsonntag

gebetet werden sollte.

  1. Diese Anordnung wurde von Johannes XXIII mit seinem Motu proprio Novum Rubricarum vom 26 Juli 1960 ratifiziert.[5]
  1. Die Instruktion Inter Oecumenici der Heiligen Ritenkongregation zur ordnungsgemäßen Durchführung der Konzilskonstitution  über die heilige Liturgie Sacrosanctum concilium vom September 1964 bestimmt[6] aber im Punkt 48 (Messordo):

j) Das letzte Evangelium entfällt; die Leoninischen Gebete werden abgeschafft.

Interessanterweise wirken die Leontinischen Gebete, die nach der stillen Messe gebetet wurden, ebenfalls antidämonisch. Interessanterweise wurde die Kniebeuge beim Credo bei den Worten Incarnatus est – „Hat Fleisch angenommen“ auch verboten.[7]

Wie kann aber ein Mensch, sei er auch ein kommunistischer Agent, ein CIA-Mann, ein modernistischer Gelehrter einen dermaßen guten umgekehrten sensus fidei entwickeln, dass er ganz genau weiß, was abzuschaffen ist, weil es antidämonisch wirkt. Das ist doch ein übernatürliches Wissen im Sinne der occulta, d.h. der verborgenen Dinge, welche das Rituale romanum als ein Zeichen der Besessenheit darstellt.[8] Woher dieses destruktive liturgische Antiwissen, welches mit der Liturgiereform überliefert wurde? Ein Evangelium mehr oder weniger, eine Kniebeuge hier oder dort macht doch „den Kohl auch nicht fett“, könnte man sagen. Ja für uns ist es belanglos, aber für die Dämonen wohl nicht. Wenn es sie nicht gibt, dann ist es doch gleich, was man betet und was man nicht betet. Wenn es sie aber gibt, dann muss es Dinge geben, welche ihnen schaden oder welche ihnen zuträglich sind.  So einfach ist das.

Wenn es also Dämonen gibt und sie die Menschen in Besitz nehmen können um ihre Agenda zu verwirklichen, dann wäre der beste Weg, die Kirche zu zerstören, diese Priester zu besitzen und ihnen eine hohe kirchliche Karriere zu ermöglichen. Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass Bergoglio besessen ist.[9] Wie ist es aber mit anderen nachkonziliaren Päpsten, Theologen, Periti und Würdenträgern? Ja, es ist durchaus möglich, wenn man von den Wirkungen auf die Ursachen (ex effectibus) schließt.  Interessanterweise sehen fast alle uns bekannten Autoritäten: Bischofsberger, Poulain und Görres den Übergang zwischen Umsessenheit und Besessenheit als fließend an. Der Mensch kann sich unter dem Einfluss eines Dämons befinden und besessen sein, ohne dies zu wissen. Bei der Besessenheit ist es sogar recht lange der Fall, da der Teufel es nicht zulässt, entdeckt zu werden. Bei den Besessenen, welche nicht den Weg der Bekehrung bestreiten, kann es sehr lange keine Manifestationen geben. Sie können normal kommunizieren, beichten und ein normales Leben führen. Bei all diesen Dingen ist es wichtig festzuhalten, dass die Besessenheit oder Umsessenheit keine Krankheit oder kein physikalischer Zustand ist, welcher immer mit den richtigen Instrumenten feststellbar ist.  Es spielen hier drei Willen eine Rolle:

  1. Der Wille Gottes
  2. Der Wille des Teufels
  3. Der Wille des Menschen

Will der Mensch nicht umkehren, dann hält ihn der Teufel mit Zulassung Gottes fest. So einfach ist es.

Wodurch wird ein Mensch besessen?

In den häufigsten Fällen durch die eigene Sünde, durch welche er ein Band mit dem Teufel knüpft.  Geben wir doch Görres selbst das Wort:

„Die Sünde also ist in der Regel das eigentliche und wahre Band, in dem diese Verhältnisse [des Menschen zu dem Dämon] sich knüpfen; und in diesem Sinne sagt der hl. Augustin: »Die feindliche Macht gewaltig und unterjocht niemand, außer durch die Gemeinschaft des Vergehens; und wieder: Die Dämonen können niemanden besitzen, außer den, welchen sie zuvor betrügerisch hintergangen.« (De civ. X c. 22 und IV. c. 32)“.[10]

Durch eine schwere Sünde lässt Gott also Besessenheit zu, so Görres und andere. Welche Sünden sind es aber?

Apostasie und sakrilegische Kommunion

„Die Vergehen, die am häufigsten in solcher Weise [durch Besessenheit Red.] gestraft werden, sind daher jene, die gegen Gott selbst verübt werden. So berichtet Cyprianus: viele seien zu seiner Zeit besessen worden, die vom Glauben abgefallen; da diese das Licht [des wahren Glaubens] nicht gewollt, führte dieser Abscheu sie ganz natürlich in Rapporte [Görres verwendet diesen Begriff zur Kennzeichnung der Verbindung des Menschen mit dem Dämonen Red.] mit dem Geiste der Finsternis. Derselbe fügt hinzu: Männer und Frauen seien von diesem Übel befallen worden, weil sie ohne gehörige Vorbereitung durch Beichte und Reue, zu dem Tische des Herrn hinzugegangen.« (De lapsis aus Ruadra, L. 4. c. 7)“

Die Stelle aus Cyprian von Karthago, die Görres wohl hier anführt, lautet wie folgt:

„Wie viele werden täglich von unreinen Geistern erfüllt, indem sie keine Buße tun und die Schuld ihres Verbrechens nicht bekennen! Wie viele werden bis zu geistiger Umnachtung verblendet und mit Raserei und Wahnsinn geschlagen! Doch es ist nicht nötig, das Ende einzelner zu erzählen, da bei dem mannigfaltigen Verderben, das über die Welt hereinbricht, die Strafe für die Sünden ebenso verschiedenartig ausfällt, wie die Menge der Sünder zahlreich ist.“ (De Lapsis cap. 26)[11]

Sakrilegische Sakramentenspendung

Weiter führt Görres ein Beispiel eines besessenen Priesters aus den Heiligenakten des hl. Johannes Gualbertus an:

„Ein besessener Priester, hoher Körpergestalt, wurde aus Romandiola nach Valumbrosa gebracht, und dort beschworen [Exorzismen unterzogen Red.]. Vom Exorzisten gefragt:  »Wie er [der Dämon] so verwegen gewesen, in Christi Priester zu fahren«? Erwiderte er: »Auf Gottes Geheiß habe ich diesen ergriffen, halte ihn und werde ihn halten, bis er sein verdientes Ende genommen«. Als der Beschwörer [Exorzist] darauf bestand, dass er ausfahre und dem hl. Geiste Raum lasse, rief er: »Ich will nicht und kann nicht; denn dieser ist durch Gottes Zulassung mein!« [Exorzist:] »Wie wagst du Vermaledeiter das zu sagen: Ist er nicht Gottes Geschöpf und ein Priester des Herrn?« »Es wird sich ausweisen«, erwiderte der Dämon. […] »Dieser muss untergehen, denn er hat einen Menschen umgebracht, und die göttlichen Sakramente gotteslästerlich mit unzerknirschten Herzen, ohne Beichte und Lossprechung, Anderern zu reichen, und sie selbst zu nehmen sich nicht gescheut.« […]“[12]

Der Priester wurde nicht befreit und nachdem er das Kloster des Heiligen verlassen hatte, vom Dämon erwürgt.[13]

Blasphemie, Verfolgung der Heiligen und Kirchenraub

Auch Blasphemie wird mit Besessenheit bestraft,[14] ebenso wie die Versündigung an den Heiligen.[15]

„Offener Diebstahl, am meisten Kirchenraub, besonders gar von Priestern ausgeübt, wird daher ebenfalls in solcher Weise heimgesucht. Im Leben des Abtes Euthymius erzählt Paulus, ein von der Besessenheit geheilter Mönch, wie diese an ihn gekommen. Als er Diakon im Kloster geworden, habe der Geiz, etwas zu besitzen, ihn angewandelt; und er sei Raths geworden, einige der heiligen Gefäße sich anzueignen. Er habe deswegen die Schlüssel vom Altare genommen, und den Vorsatz ausgeführt […].“[16]

Ein (sexuelles?) Laster

Aber nicht nur der Kirchenraub kann Besessenheit verursachen, sondern wohl auch die sexuellen Sünden, welche Görres nicht beim Namen nennt.

„Überhaupt aber ist bei allen Lastern die Befreiung häufig an die Besserung von denselben geknüpft; und das Übel kehrt wieder, wenn diese sich versäumt. Der Bischof Altmann in Passau heilte in solcher Weise einen besessenen Kleriker; sagte ihm aber dabei voraus: dass wenn er wieder in das Laster verfalle, wegen dessen er besessen worden, auch die Strafe abermal über ihn kommen werde. Er gebietet ihm deswegen, im Kloster mit den Brüdern ein besseres Leben zu führen. Später bitten die Brüder den Bischof, dass er ihn zum Priester weihe; dieser aber erwidert: dass es ihm nicht gedeihen werde. Zuletzt jedoch gibt er den Brüdern nach, und weiht ihn wirklich; fügt jedoch abermal die Warnung bei: er werde Gottes schrecklichem Urteil nicht entgehen, wenn er das Laster nicht einstelle. Einige Jahre hütet der Gewarnte sich wohl; nach deren Verlaufe verfällt er aber wieder in dasselbe Laster, und wird sogleich besessen. Der Heilige erbarmt sich seiner, und befreit ihn abermal, zum drittenmal ihn warnend. Der Mönch, gewizigt, enthält sich eine Zeit lang. Als aber der Bischof gestorben war, gibt er wieder sich der Sünde hin. Nun nimmt der unreine Geist sieben andere, die ärger sind denn er; sie fahren ein in ihn, peinigen ihn Tag und Nacht, und nötigen ihn, seine Schande selbst vor aller Welt auszurufen. Er wird gefesselt, endlich zwar durch die Gebete der Brüder befreit; stirbt aber am dritten Tage mit allen Heilmitteln der Kirche versehen“.[17]

Um welches Laster, dessen man sich enthalten kann, es sich handelt, bleibt uns verborgen. Wir tippen aber entweder auf Masturbation oder auf Sodomie, denn, wenn dieser Mönch, zu seiner Schande gezwungen wurde, diese Sünde auszurufen, so muss es sich um etwas Substantielles gehandelt haben.

Soweit Görres. Nehmen wir für einen Moment an, dass es sich hier um keine Spinnereien, keine ausgedachten, frommen moralisierenden Legenden, um keine literarische Fiktion, sondern um Tatsachenberichte handelt. Nehmen wir ferner an, dass sich weder der modus operandi Gottes, der die Besessenheit zulässt, noch der modus operandi der Dämonen, welche in den Sünder einfahren und von ihm Besitz ergreifen, geändert hat. Wenn wir diese Prämisse der Unveränderlichen annehmen, dann muss es heutzutage massenweise Besessene geben und auch besessene Priester und höher. Dass es Epidemien der Besessenheit gibt, lässt sich sogar in der weltlichen Presse nachlesen.[18] Die Anzahl der Exorzisten erhöhte sich bspw. in Polen innerhalb der Jahre (1998-2013) von 4 auf 120 und sie alle haben zu tun,[19] wobei der Leidensweg eines Besessenen wirklich lange dauert, bis er den richtigen Exorzisten findet. Wenn also:

  1. Die Anzahl der Besessenen objektiv steigt,
  2. So muss doch auch die Anzahl der besessenen Priester steigen.

Wir haben doch seit Jahrzehnten die von Görres beschriebenen Sünden und wohl nicht nur diese bei unseren Geistlichen im Übermaß:

  1. Sünde als solche.
  2. Apostasie und Häresie in jedem erdenklichen Ausmaß
  3. Sakrilegische Kommunion
  4. Sakrilegische Sakramentenspendung
  5. Blasphemie
  6. Verfolgung der „Dunkelkatholiken“ und „Fundamentalisten“
  7. Kirchenraub wie die nachkonziliare Verschleuderung der Paramente und anderen Kirchenbesitzes, Zweckenteignung der Kirchen etc.
  8. Sexuelle Sünden jeglicher Art.

Wenn wir all die o.a. Punkte betrachten, dann muss die Anzahl der besessenen Kleriker immens sein. Franziskus kann ja kaum den Mund aufmachen, ohne eine Blasphemie auszuspeien. Aber dieser Zustand des Klerus währte schon lange vor dem Konzil, da die den Dämonen konformen Konzilsreformen ja vor dem Konzil vorbereitet wurden.

Das Barnhardt-Axiom

An dieser Stelle schreiten wir zum Barnhardt-Axiom, welches nach der vorangegangenen dämonologischen Einführung nun die Zusammensetzung unserer Bischofskonferenzen, der römischen Kurien und des Kardinalskollegiums erklärt. Das Barnhardt-Axiom, von unserer Mitstreiterin Ann Barnhardt entworfen, lautet im Original wie folgt:

The fact that a given person is holding or seeking high-level public office is, in and of itself, proof that said person is morally and/or psychologically UNFIT to hold public office.

Die Tatsache, dass eine konkrete Person ein hohes öffentliches Amt inne hat oder anstrebt, beweist an sich und durch sich, dass die besagte Person moralisch und/oder psychologisch UNFÄHIG ist, dieses öffentliche Amt zu bekleiden.

Bevor einige an dieser Stelle zu verneinen anfangen, weil diese Definition sie irgendwie trifft, fassen wir hier zusammen:

  • Es handelt sich um tatsächliche Personen.
  • Es handelt sich um hohe öffentliche Ämter. Um keine Stellen der Privatwirtschaft also.
  • Es handelt sich um Personen, die dieses Amt bereits inne haben.
  • Oder es anstreben.

Fällt denn ein Bischof, Erzbischof oder Kardinal der katholischen Kirche unter das Kriterium eines high-level office, eines hohen öffentlichen Amtes? Ja, durchaus. Schauen wir uns einmal um:

  • Bergoglio,
  • Paglia
  • Marx
  • Koch
  • Bode
  • Schönborn
  • Wollen Sie wirklich mehr?

Mit der Politik wollen wir gar nicht erst anfangen:

  • Kohl
  • Schröder
  • Merkel
  • Putin
  • Bush
  • Clinton
  • Obama
  • Trump
  • Wir geben es auf, weil die Liste unendlich sein kann.

Ist es denn nicht immer so gewesen? Wir hoffen nicht, denn in der Politik mit ihrer immerwährenden Unmoral richtet man sich nach den moralischen Kriterien der Mehrheit, die mal höher (Innozenz III.), mal niedriger (Alexander VI.) ausfallen kann. Je unmoralischer die Zeit, z.B. die Kaiser nach Nero, desto unmoralischer die Herrschenden und vice versa. Ohne ein Sinngefüge und die moralische Ausrichtung verkommt doch alles. Und deswegen ist die theoretische und praktische Entmachtung Gottes durch die Französische Revolution 1789 so verhängnisvoll gewesen, weil sich seitdem jeder seine moralische und rechtliche Ordnung selbst schafft. Diese Lehre ist leider durch das Vat. II in die Kirche eingedrungen und treibt unter Franziskus und Amoris Laetitia seine unmoralischen Blüten. Aber Gott ist Gott und wird seiner nicht spotten lassen. Die Strafe wird kommen und sie wird schrecklich ausfallen. Was sollen Sie tun? Gehen Sie beichten, tun Sie irgendwelche Sühnewerke und hören Sie damit auf sich damit zu entschuldigen, dass die von der Kirchensteuer lebenden Kleriker noch viel schlimmer sind  als Sie. Ja, das sind sie, aber Sie werden für Ihre eigenen Sünden und Unterlassungen gerichtet werden, nicht für die der Anderen. Freuen Sie sich, dass Sie so viel geistliche Literatur in der deutschen Sprache zur Verfügung haben und auch viele theologischen Werke. Sie können von vielem zehren, wovon andere Nationen nur träumen können. Eine Generalbeichte ist auch zu empfehlen, denn der islamische Terrorismus kann jederzeit und überall auch in Deutschland zuschlagen und Sie sollen im Gnadenstand sterben. Amen.

[1] Rituale romanum, Roma 1944, 330.

[2] Fiedrowicz, Michael, Die überlieferte Messe. Geschichte. Gestalt. Theologie, Mühlheim 2011, 122-123.

[3] Müller, Theologia moralis, Vol. III, Wien 1895, 539-542.

[4] Davies, Michael, Pope Paul’s New Mass. Liturgical Revolution. Volume Three, Kansas City: Angelus Press 20094. Muss leider in den USA bei amazon.com bestellt werden. Aber es lohnt sich, trotz der Lieferzeit bis zu 6 Wochen.

[5] Davies, 13.

[6] Davies, 31-32.

[7] Davies, 325. Vgl. https://www.remnantnewspaper.com/Archives/archive-2007-0430-waiting_for_the_universal_indult.htm http://www.catholictradition.org/Eucharist/revolution10.htm

[8] Rituale, Titulus XI. Caput 1., Punkt 3., 326.

[9] https://traditionundglauben.wordpress.com/2017/01/20/ann-barnhardt-und-die-lage-der-dinge/ https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/11/24/warum-papst-franziskus-die-abtreibung-banalisiert-oder-das-umgekehrte-opfer/

[10] Görres, J., Christliche Mystik, Achtes Buch: Die Besessenheit  [Bd. 4.1], Regensburg 1842, 91.

[11] Kapitel 25 De lapsis ist auch sehr interessant:

[12] Ebd., 92-93. Die zitierte Quelle ist: Hieronymus Radiolensis, Miracula S. Joannis Gualberti,  s. 388. Auch darin zu finden: PL 147, 811-960.

[13] Görres, 94.

[14] Görres, 94. Primärquelle: Hieronymus Radiolensis, ebd. p. 412.

[15] Görres, 94. Primärquelle : Acta Sanctorum 28 Julii, p. 528.

[16] Görres, 95-96. Primärquelle : Vita Scti. Euthym. Magni Abbat 20. Januar., p. 324.

[17] Görres, 99. Primärquelle: Vita b. Altmanni, Episc. Confess. A.S. S. Augusti, p. 383.

[18] http://www.news.com.au/lifestyle/parenting/school-life/dozens-of-children-from-elsa-perea-flores-school-in-peru-in-outbreak-of-contagious-demonic-possession/news-story/2d5172b98a69028bd61f8c8b2bfd8209 http://www.mirror.co.uk/news/world-news/exorcist-reveals-how-tell-someone-8030769 http://www.mirror.co.uk/news/weird-news/22-schoolgirls-suffered-mass-demonic-8405568 http://www.telegraph.co.uk/news/2016/09/26/urgent-need-for-more-exorcists-as-increasing-number-of-people-da/ http://www.telegraph.co.uk/news/2016/09/26/leading-us-exorcists-explain-huge-increase-in-demand-for-the-rit/ https://agensir.it/chiesa/2016/12/04/exorcists-in-italy-and-in-the-rest-of-the-world-the-priests-engaged-in-the-extremely-difficult-fight-against-the-devil/

[19] http://natemat.pl/80661,egzorcysta-potrzebny-od-zaraz-w-polsce-dynamicznie-rosnie-liczba-egzorcystow-rownie-szybko-wzrasta-zainteresowanie-ich-pomoca

„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (3 von 4)


Bonifatius

Joseph Görres und das katholische Deutschtum

Da, wie bereits erwähnt, die fast gesamte deutschsprachige Geschichtsschreibung vom Primat und der absoluten Gutheit der Französischen Revolution ausgeht, hegelianisch oder nur pekuniär-pragmatisch unterfüttert, so sind Abhandlungen zu denjenigen Autoren, welche nicht der breiten Straße der Geschichte folgten, sehr dürftig. Der Schreiber dieser Zeilen hat die überaus reiche Görres-Sekundärliteratur weder gelesen noch ausgewertet, er geht aber davon aus, dass er mit seiner Anfangsthese nicht so falsch liegen kann. Görres wird höchstens als ein Mann seiner Zeit gewürdigt, der sich der Französischen Revolution, und somit der „Moderne“, entgegenstellte irgendwie aber selbst modern war. Als Beispiel dieser Einstellung soll das Fazit aus der Wikipedia dienen:

Görres war einer der einflussreichsten (katholischen) politischen Publizisten der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Motivation, eine christlich inspirierte Demokratie in einem vereinten Deutschland zu schaffen, veranlasste Görres in einer späten Publikation, eine anti-judaistische Position einzunehmen. In dem von ihm gemeinsam mit dem Kirchenrechtler Georg Phillips herausgegebenen Pamphlet Der ewige Jude in Sachsen und das Concil in Schwaben sind entsprechende Tendenzen zu erkennen (in: Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland, Bd. 16, 1845, S. 503–505). Sie wurden nach Görres‘ Tod kaum mehr beachtet, da sie in seinem Gesamtwerk keine Rolle spielen. Hier zeigte sich Görres vielmehr tolerant und aufgeschlossen gegenüber andersartigen Kulturen, die er systematisch und mit großem Eifer erforschte (Mythengeschichte der asiatischen Welt). Der Katholik vertrat dabei die These, dass sich kulturelle Besonderheiten und Mentalitäten in den politischen Systemen widerspiegeln sollten.

Andere Görres-Hommagen sprechen ähnliche Sprache,  eine moderne eben. Wir wollen uns hier nicht dem gesamten und überaus reichen Görres-Werk widmen, wollen aber dennoch diesen Namen im Zusammenhang der Maxime

„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“

nennen. Warum? Weil Görres durch seine komplette Enttäuschung durch die Französische Revolution und den Kult des Menschen erst katholisch wurde, was der mit vielen Konvertiten der nachnapoleonischen Zeit in Deutschland teilte. Thomas Mann schildert diese Bewegung in seinem Roman „Lotte in Weimar“, wo er eine Person sagen lässt, dass ihr

„das Römische doch näher als das Wittenbergsche sei“.

Ja, genauso ist es: das Römisch-Katholische ist das Allgemeine, das Protestantisch-Wittenbergsche ist das Provinzielle. Wir glauben, dass wir alle diese Lektion durch die kommende Abschlachtung der Europäer durch den Islam lernen werden, durch den Islam, der „zu Deutschland gehört“ und den Mutti Merkel noch zusätzlich nach Deutschland holt, damit er noch mehr zu Deutschland gehört. Was Görres Größe ausmacht und für die katholische Kirche groß macht ist sein monumentales Werk Christliche Mystik, welches auf amerikanischen Servern auf Deutsch in altdeutscher Schrift zum downloaden bereit steht. Falls wir nichts übersehen haben, so besteht dieses Werk, in seiner Ausgabe von 1842, aus sieben nochmals unterteilten Teilen, wobei der vierte Teil aus vier Unterteilen 4.1 bis 4.4 besteht.[1] Der Schreiber dieser Zeilen hat noch nicht die gesamte Christliche Mystik gelesen, er hat jedoch tatsächlich alle Seiten des vierten Teiles zusammengerechnet:

4.1 – 424 Seiten

4.2 – 712 Seiten

4.3 – 779 Seiten

4.4 – 712 Seiten

Insgesamt: 2627 Seiten. Und was ist am vierten Teil so besonders? Das, dass er überaus genau von der Besessenheit, Umsessenheit und anderen paranormalen Phänomenen handelt. Was macht das Werk von Görres aus? Die deutsche Gründlichkeit, mit welcher er alte mittelalterliche Quellen hinsichtlich der Besessenheit auswertete und übersetzte, was zu dieser imposanten Seitenzahl führte. Die Christliche Mystik von Görres ist also eine quellenfundierte Enzyklopädie des Übernatürlichen, in welcher man nachschauen kann, ob bestimmte paranormale Phänomene, wie sie tagtäglich in der Esoterik stattfinden und von welchen Exorzisten berichten oder manche Menschen am eigenen Leib erfahren (manche schreiben uns deswegen auch an), schon in der Menschheitsgeschichte erwähnt wurden. Ja, das wurden sie und Görres berichtet darüber. Diese Quellenbelege bilden, unserer Meinung nach, das eigentlich Positive des dargestellten Werkes, dann das philosophische Rahmenwerk ist leider recht dürftig, nicht scholastisch, vom deutschen Idealismus und der Naturphilosophie Schellings leider verseucht, sodass Görres leider ins Psychologisieren gerät und irgendwie, obgleich nicht expressis verbis, all diese Phänomene, deren Wirklichkeit er nicht bezweifelt, zu einer Manifestation des Ichs qua Manifestation der verschiedenen Seelenkräfte erklärt. Wir mögen diese Erklärungsversuche nicht, da sie irgendwo bei Freud und C.G. Jung enden und dem Dämonischen jegliche objektive und subjektunabhängige Realität absprechen. Ferner erinnern manche Erklärungsversuche von Görres an das, leider Gottes, recht gnostisch angehauchte Oeuvre von Hildegard von Bingen. Es ist alles andere als scholastisch-präzise, vielleicht nicht an sich ganz falsch, aber eben wenig kommunikativ und theologisch verwertbar. Der Schreiber dieser Zeilen ist auf Seite 134 von 424 des 4.1 Bandes, welches von der Besessenheit handelt, angelangt und ist von der Quellenfundierung der dargestellten Fälle begeistert, zumal er Literatur findet, welche den Ausgangspunkt zur weiteren Forschung bietet. Da der Schreiber dieser Zeilen auch wissenschaftlich arbeitet und schon manch ein Quellenstudium betrieben hat, ist er auch in der Lage das enorme Arbeitspensum zu beurteilen, welches dem Auffinden einer einzigen Quellenperle zugrundeliegt. Ja, ein Historiker oder Geisteswissenschaftler ist wie ein Goldwäscher: er wäscht, wäscht und wäscht, bis ihm ein größerer oder kleinerer Goldklumpen in die Hände fällt. Man ist wirklich allein, mit Büchern und in Büchern „vom wahren Leben“, wie es die Pastoralassistentin ausdrücken würde, abgeschottet und wird wirklich von fast allen verlacht. Man findet manchmal jahrelang nichts oder nur wenig. Und 2627 Seiten über ein Thema zu schreiben, in einer Zeit, wo man noch mit der Feder schrieb, diese Seiten druckreif vorzubereiten ist ein immenses Unterfangen. Es sind hauptsächlich die Deutschen des XIX Jhdt., welche auf allen Ebenen des Wissens solch eine Arbeitsleistung hinlegten: Theodor Mommsen (römische Geschichte), Gebrüder Grimm (Märchen, deutsche Grammatik, Wörterbuch der deutschen Sprache), Alexander von Humboldt (breitgefasste Naturforschung) und viele, viele mehr. Und all diese Leute waren verheiratet, hatten Kinder, arbeiteten im Staatdienst und schafften es dennoch. Man könnte noch andere Namen aus anderen Wissenschaftszweigen anführen und es sind fast immer nur deutsche Namen, welche dermaßen gute und genaue Grundlagenforschung darlegten und Standards der Wissenschaftlichkeit setzten. Ja, in diesem Bereich gilt wirklich der Ausspruch: „Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“, denn in anderen Ländern ist es wirklich weniger gründlich. Sie, lieber deutscher Leser, können wirklich auf die Leistungen des Deutschtums stolz sein, obwohl sie diese wahrscheinlich, im Gegensatz zu einem Ausländer, nicht kennen werden.

Warum ist Görres wichtig?

Die Christliche Mystik von Joseph Görres, insbesondere ihr vierter Teil, ist insofern wichtig, weil sie uns als ein Nachschlagewerk oder ein Fachbuch für Differentialdiagnostik für Fälle der dämonischen Besessenheit (possessio) oder Umsessenheit (circumsessio) dienen wird. Warum dies? Weil wir nach der katholischen Lehre von:

  1. Existenz Gottes,
  2. Existenz der Engel
    1. Der guten Engel
    2. Der gefallenen Engel, scil. der Dämonen

ausgehen.

Die gefallenen Engel haben durch die Zulassung Gottes und aufgrund der Sünden der Menschen die Möglichkeit, auf die Welt und die Menschen als malum physicum einzuwirken.  Aufgrund der Tatsache aber, dass seit 1965 die Kirche fast alle antidämonischen Waffen aus der Hand gelegt hat, solche wie:

  • Die Tridentinische Messe
  • Andere Sakramente im Vetus Ordo
  • Sakramentalien
  • Reliquienkult
  • Vieles mehr

so wüten die Dämonen wie niemals zuvor. Die große Botschaft von La Salette hat es vorausgesagt, die Kirche Satans in Los Angeles, nur ein Jahr nach dem Konzil im Jahre 1966 gegründet, Satanismus und die Zunahme von Besessenheit und Umsessenheit ist leider eine Tatsache, worüber wir mehr als einmal geschrieben haben.[2] Unsere beiden Redaktionen schreiben Menschen an, welche am eigenen Leib paranormale Phänomene erfahren, wir erfahren sie manchmal auch und es ist wirklich nichts Angenehmes. Nein, wir sind nicht psychisch krank und durchaus zurechnungsfähig, dies sind leider Tatsachen, an die wir selbst nicht glaubten, bis es uns widerfuhr. Das Problem mit der Abwehr des Dämonischen aber besteht darin, dass auch im Falle, dass man daran glaubt, weil man es erfährt, kaum irgendwoher theoretische oder praktische Hilfe erfahren kann. Warum?

  1. Weil nur wenige theologisch fundierte Werke über Exorzismen geschrieben worden sind.
  2. Weil fast alle Beispiele für Besessenheit oder Umsessenheit aus den Heiligenlebensläufen stammen.

Ad 1.

Die erste Aussage kann man vielleicht insofern relativieren, dass der Schreiber dieser Zeilen nur von wenigen Werken weiß, die er für theologisch korrekt und empfehlenswert hält diese wären:

a. Girolamo Menghi O.F.M, Flagellum daemonum, Bologna, G. Rossi, 1577.

b. Theobald Bischofsberger, De benedictionibus et exorcismis ecclesiae catholicae. Libri duo. In Suevica Gemunda 1854.

c. Poulain, A. S.J, The Graces of Interior Prayer. A Treatise on Mystical Theology,  Cap. XXIV, Westminster 1949.

 Alle drei sind im Internet einzusehen, leider aber nicht auf Deutsch. Die Bücher b. und c. liefern den theologischen Hintergrund, das Werk von Pater Menghi außerdem noch das Handwerk des Exorzisten. Leser, die hier haarsträubende Geschichten erwarten, werden enttäuscht sein. Es sind sehr nüchterne, scholastische Schriften, mathematisch präzise und daher wahr. Dem Dämon ist am besten mit Logik beizukommen, niemals mit Gefühl. Dennoch haben all die o.a. Werke den Nachteil, von Pater Poulain SJ abgesehen, dass sie kaum Fälle der dämonischen Umsessenheit abdecken, mit welchen die allermeisten von uns zu tun haben. Besessenheit ist nach wie vor selten. Alle haben jedoch den Nachteil, dass sie keine Beispiele aus dem Leben von normalen, also nicht heiliggesprochenen Leuten bieten. Warum? Weil, wenn Sie auch auf einen gläubigen und einigermaßen in mystischen Literatur belesenen Beichtvater treffen sollten, so wird er Ihnen sagen:

„Umsessenheit (circumsessio)? Ha, ha… Machen Sie sich nichts vor, schmeicheln Sie sich nichts. Das ist höchstens großen Heiligen passiert: Pfarrer von Ars, Pater Pio […], aber nicht Ihnen. Es sind die Nerven, wissen Sie.“

Ein Beichtvater, der es gut mit Ihnen meint, lässt Sie spazieren gehen, ein anderer wird Sie zum Psychiater oder Psychologen schicken. Denn wird es nichts fruchten, weil die Diagnose falsch ist. Bei geistlichen Symptomen helfen geistliche Mittel, bei körperlichen Symptomen – körperliche Mittel. So einfach ist es. Wir werden noch mehr als einmal darüber schreiben. Das Problem besteht aber darin, dass ein Beichtvater, der es überhaupt mit seiner Berufung Ernst meint, wirklich kaum Werke finden kann, wo:

  • Besessenheit (possessio) oder
  • Umsessenheit (circumsessio)

historisch glaubwürdig beschrieben worden ist. Wenn wir aber davon ausgehen, dass der Teufel existiert und wirkt und das Letztere höchst effizient tut, so muss er denselben modus operandi haben, den wir zu entdecken haben. Und es ist Görres, der als einziger, wenigstens in der deutschen Sprache und überaus reichlich (2672 Seiten) solche Fälle beschreibt. Wenn wir also in der Zukunft eine These bezüglich einer dämonischen Aktivität vorlegen werden, so wird dies auf folgende Art und Weise stattfinden:

  1. Es ist etwas passiert.
  2. Dies ist dämonischen Ursprungs.
  3. Dies ist theologisch möglich.
  4. Bei Görres sind Präzedenzfälle beschrieben worden.

Sicherlich werden wir mit der fortlaufenden Lektüre von Görres und seiner Quellen immer kundiger werden, aber wir haben mit seiner Christlichen Mystik einen Anfang gefunden.

[1] Inhaltsverzeichnis einer früheren Ausgabe findet sich hier: http://www.etika.com/d18b/18b6.htm

[2] Vgl. https://traditionundglauben.wordpress.com/?s=Satanismus https://traditionundglauben.wordpress.com/?s=Besessenheit

 

 

„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (2 von 4)


Bonifatius

Der Untergang des katholischen Staates und die Alternative

Das Fehlen einer Identität, auch einer nationalen Identität, ist gefährlich, weil jeder Mensch eine Identität braucht wie die Luft zum Atmen. Man ist als „der Mensch an sich“ kein Abstraktum. Man ist Mann oder Frau, dort und dort geboren, dieser und dieser Herkunft, dieser Sprache, Nationalität etc. Zwar ist es möglich sich eine autark-autonome Identität zu schaffen, ein solipsistisches Ich sozusagen, welches jedoch mit der Außenwelt, die es leider Gottes auch gibt, nicht kompatibel sein wird, weil eine absolute ideelle Selbstversorgung nicht möglich ist. Man braucht Bezugspunkte, Ausrichtung, Identität, was sicherlich Variablen sind und innerhalb eines Sinngefüges gut oder schlecht sein können. Und was ist das richtige Sinngefüge? Ein katholischer Staat, der innerhalb eines katholischen Staatsgefüges verwurzelt und der rechten katholischen Lehre (natürlich der vorkonziliaren) und einem katholischen Papst als dem Stellvertreter Christi untergeordnet ist. Das soziale Königtum Jesu Christi, lautet das Stichwort. Warum? Weil im Falle, dass sich die Staaten nicht Jesus Christus und Seiner Kirche unterordnen, sie sich jemandem anderen unterordnen müssen und zwar dem „Herrscher dieser Welt“, Satan, welcher viele politische Systeme schuf und inspirierte, um die Menschen zu versklaven. Schauen wir uns diese Entwicklung verkürzt historisch an:

  • Der protestantische Staat (nach 1517), bei dem der politische Herrscher auch der höchste religiöse Gesetzesgeber ist. Nach Luther ist der Landesherr der Bischof. So entstehen die protestantischen Staaten mit einer Staatskirche und dem Herrscherkult als dem Religionsersatz. Wir haben also den Menschenkult Nr. 1. Beispiele:
    • Deutsche Konfessionsstaaten
    • Skandinavische Staaten
    • England
    • Preußen
    • Andere
  • Der katholische absolutistische Staat, der mit dem Ausspruch von Ludwig XIV. „der Staat bin ich“ (l’etat c’est moi) zusammenzufassen ist. Konsequenterweise gab es in allen absolutistischen, katholischen Staaten (Frankreich, Österreich, deutsche Staaten etc.) eine sehr starke „Weg-von-Rom“-Bewegung, welche sich als Gallikanismus, Jansenismus, Febronianismus und Josephinismus äußerten.
  • Der nachnapoleonische nationale Staat, welcher sich, nachrevolutionär und liberal, als die höchste Einheit gebärdete, die höchste Souveränität auch im Bereich der Moral und Sitten beanspruchte, sodass er keine Belehrung seitens der Kirche dulden wollte. Dies stellt die Lage fast aller Staaten bis 1945 dar und von dieser Perspektive aus lässt sich die Bekämpfung des Liberalismus seitens der Kirche verstehen.
  • Die ideologieabhängigen Staaten zwischen 1945 bis 1989, welche entweder der Ideologie des Kommunismus oder des Liberalismus angehörten. Da die katholische Kirche praktisch den Leitungsanspruch über die Staaten nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil aufgab, was die Revision aller Konkordate nach sich führte,[1] betrachteten die Staaten und ihre „Gutmenschen“ eine Ideologie (Marxismus oder Liberalismus) und nicht die katholische Wahrheit als ihr höchstes Gut.
  • Die NGO-„Soros“-Neue Weltordnung Staaten nach 1989. Durch den Zusammenbruch des Kommunismus entstand eine Neue Weltordnung (New World Order), in der sich die Staaten an die wohl geheimen oder höchst undurchsichtigen Vorgaben irgendwelcher Eliten halten. Was daraus kommt ist:
  1. Antichristliche und antikatholische Einstellung.
  2. Legalisierung der Verhütung und Abtreibung, konsequenterweise Entvölkerung.
  3. Legalisierung der Scheidung, konsequenterweise kein Familienbild durch die „Alleinerziehenden“.
  4. Legalisierung der Homosexualität, konsequenterweise Abgleiten in noch schwerwiegendere sexuelle Perversionen: Pädophilie, Zoophilie, etc.
  5. Legalisierung der Euthanasie, konsequenterweise Selbstmord auf Verlangen und wohl auch die „Endlösung“ des Altenproblems. Die Alten und psychisch Kranken werden in den Altersheimen „auf ihren Wunsch hin“ euthanasiert.
  6. Masseneinwanderung des Islams, konsequenterweise islamischer Terrorismus und Aufhebung der christlich-kulturellen Identität Europas.
  7. „Environmentalismus“, der Umweltschutz als Religion, konsequenterweise Eliminierung des Menschen als des ökologischen Hauptstörers und Vergöttlichung der Natur.

Die oben genannten sieben Stichpunkte sind sicherlich jeder Ausführung wert, dennoch ist es ersichtlich, dass die liberale Verhütungs- und Abtreibungsmentalität Nr. 2 die nachfolgenden Punkt 3. bis 7. erst möglich machte. Wenn Sex an sich moralisch zu billigen ist und nicht der Zeugung der Nachkommenschaft dient, sondern Lustgewinn seinen primären Zweck bildet, dann ist sexuell alles möglich (anything goes), was die nachfolgende Entwicklung in Sachen Homosexualität, Pädophilie, Zoophilie und des Pansexualismus zeigt. Weil aufgrund dieser Einstellung erstens weniger Kinder gezeugt werden und somit keine Familien oder Großfamilien entstehen können, so gibt es weniger Menschen, welche etwas produzieren und das soziale Gefüge, somit auch die Renten, schultern können. Daher ist, seitens der eigentlichen Machthaber, eine Masseneinwanderung nötig, koste es, was es wolle und eine schöngeistig verpackte Euthanasierung der „unnützen Esser“ ist es auch: der Alten und der Kranken, wie im Dritten Reich. Weil ferner der Mensch nichts gilt, obwohl alle oben dargestellten Entwicklungen von der Reformation angefangen des Menschen wegen ausgingen und zum Menschenkult führten, so braucht man im Jahre 2017 einen Religionsersatz, welcher durch die Umwelt dargestellt wird und welchen wir hier den Environmentalismus nennen wollen. Was ist heutzutage gut? Etwas, was „gut für die Umwelt ist“. Daher die Betreibung der Depopulation, d.h. der Entvölkerung, durch die NGO und die UN, in der letzten Zeit auch durch Papst oder eher Antipapst Franziskus.

Was wir durch all diese Beispiele sagen wollen, ist dies: unterwirft sich der konkrete Mensch, der sozial in einem nationalen Staat organisiert wird, nicht unter die Wahrheit Jesu Christi und der katholischen Religion, so unterwirft er sich, durch das soziale Gefüge des Staates bedingt, dem er nolens volens angehört, unter eine Ideologie der Lüge, welche letztendlich vom Teufel stammt. Während die Wahrheit aber, liebe Nachkonziliaristen, unveränderlich ist, so ist die Lüge wandelbar und wird uns in verschiedener Verpackung oder Aufmachung präsentiert. Auf diese Art und Weise zerstört der Mensch, der sich von Gott abwendet, sich selbst. Er tut es nicht nur im irdischen Leben, siehe die Leichenberge der Französischen Revolution, der napoleonischen Kriege, des Nationalsozialismus, des Kommunismus, die Milliarden-Abtreibungen des Liberalismus, sondern er bereitet sich auch die ewige Qual in der Hölle vor, da er, durch diese Ideologien verblendet, wohl kaum gerettet werden wird und somit nicht zur Anschauung Gottes kommt. Satan denkt halt sehr langfristig. Er möchte nicht nur die Menschen auf dieser Welt quälen, auch wenn er manche von ihnen recht gut leben lässt, sondern er möchte so viele, wie es geht, zu sich in die Hölle kommen lassen, damit sie sein Los teilen.

„Die Seelen fallen wie Schneeflocken in die Hölle“,

sagte Schwester Lucia, die Seherin von Fatima, womit wir die echte Lucia meinen, ohne in die ganze Kontroverse hier einsteigen zu wollen.[2] Das ist Satans Ziel: die Verderbnis möglichst vieler Seelen.  Um wieder auf die politische Ebene zurückzukommen, muss man sagen, dass im Falle, dass ein Staat, wie beispielsweise das Dritte Reich (1933-1945), sich als eine autarke Einheit betrachtet, welche sich seine Moral selbst macht, so kann diese Moral eine von dem Machthabern willkürlich gewählte sein, weil sie nichts und niemanden über sich selbst haben wollen. Der Staat wird zur Religion und der oberste Machthaber wird zu Gott mit dem absoluten und totalitären Anspruch. Wir haben dieses Schema schon oft in der Geschichte gesehen:

  • Der quasi-göttliche Kult aller absolutistischen Herrscher vor der Französischen Revolution:
    • Gott-Ludwig der XIV.
    • Göttin Katharina die Große
    • Gott- Friedrich II
    • andere
  • Gott-Napoleon
  • Gott-Bismarck
  • Gott Hitler
  • Gott Stalin
  • Gott Mao Tse Tung
  • Gott Kim Il-Sung
  • andere

Inwiefern sich aber die vorabsolutistischen Herrscher dem Papst in Sachen Sitten und Religion (nicht der Politik) unterordneten, welcher den höchsten sittlichen Garanten darstellte, insofern war eine der Politik übergeordnete, moralisch-religiöse Einheit gegeben und ein totalitärer Staat an sich war langfristig unmöglich. Dies änderte erst die Französische Revolution mit der Lehre von der angeblichen Volkssouveränität, wobei Gott als der höchste Garant der moralischen und rechtlichen Norm abgeschafft wurde und die politische Klasse samt ihrer aufklärerischen Ideologie, die recht schnell und abwechselnd auf der Guillotine endete, zum Gott  erhoben wurde, bevor der Gott-gleiche Napoleon auftrat. Wenn man die päpstlichen Schreiben durchliest, welche die Französische Revolution und den nachfolgenden Liberalismus verurteilen,[3] so entdecken wir den o.a. verurteilenden Duktus.[4] Er findet sich:

  • Bei Pius VI.
    • Quod Aliquantum(1791) – Verurteilung der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte
    • Caritas (1791) – Verurteilung der Zivilkonstitution des Klerus
  • Bei Pius VII.
    • Diu satis (1800) – Aufruf zur Rückkehr zur den Werten des Evangeliums
    • Ecclesiam a Jesu Christo (1821) – Verurteilung der Carbonari und der Freimaurer
  • Bei Gregor XVI.
    • Mirari vos (1832) – Gegen Liberalismus und religiösen Indifferentismus
  • Bei anderen päpstlichen Schreiben bis ca. Johannes XIII.[5]

Während die Französische Revolution den herrschenden Anspruch der katholischen Kirche über die Politik eher praktisch änderte, denn der philosophische Hintergrund der Revolution war eher dürftig und die Guillotine erledigte, wie bei allen Revolutionen, das Praktische, so kam die eigentliche philosophische Begründung des vergöttlichten Staates erst durch Hegel (1770-1831), der die Gleichung Gott = Welt = Geschichte = der Staat aufstellte. Ja, liebe Leserinnen und Leser, nach Hegel ist die höchste Manifestation Gottes auf Erden der preußische Staat. Weil Gott qua Welt veränderlich ist, so ist der Lauf der Geschichte göttlich und notwendig zu nennen. Deswegen ist der moderne Mensch immer das Primäre, welchem alles untergeordnet werden muss. Erkennen wir hier etwas? Jawohl, es ist der „Geist des Konzils“ es ist der Duktus der Schriften des Vat. II. Dies ist der eigentliche philosophische Hintergrund der konziliaren und nachkonziliaren Aufgabe des unveränderlichen, transzendenten Gottes zugunsten des ewig wandelbaren, modernen Menschen. Nicht der unveränderliche, transzendente Gott und seine Offenbarung sind das Primäre, sondern „die heutigen Zeiten“, „die Zeichen der Zeit“, das Hier und Heute, siehe Amoris Laetitia.  Wie äußert sich aber praktisch das Hier und Heute? In der Gesellschaft. Und konkreter? Im Staat und in der Politik. Das ist auch der Grund, weswegen die heutigen Kirchenfürsten, wie Marx, Kasper, Martini und die jesuitischen think tanks etc., womit wir hier diejenigen meinen, die noch nachdenken können – Bergoglio schließen wir davon aus -, überhaupt kein Problem damit haben, als Handlanger der Politik zu fungieren, weil sie über diesen hegelianischen mind set, wie der Amerikaner sagen würde, verfügen, welchen sie seit Mitte des XIX. Jhdts. auf den deutschen Universitäten lernen konnten. Ja, ja, wir sind wieder bei den Deutschen und Hegel kann als ein Beispiel eines entwurzelten Deutschen fungieren, der nur eine kleine Heimat (Stuttgart, Württemberg, Tübingen, Jena, Bamberg, … Berlin) kannte, über keine deutsche Identität verfügte, wie wohl kaum einer in seiner Zeit und sich diese Identität, zu Leidwesen uns aller, in seiner Philosophie erschuf.

[1] Treffend dargestellt von Romano Amerio, Iota unum. Eine Studie über die Veränderung in der katholischen Kirche im XX. Jahrhundert, Stuttgart 20112, Punkte 75-76 [falls jemand eine andere Ausgabe besitzt], 176-181. Durch Umkehrschluss wird die Aufgabe der katholischen Positionen auf der folgenden Seite aufgezeigt: http://www.concordatwatch.eu/showsite.php?org_id=843 Vgl. http://www.pass.va/content/dam/scienzesociali/pdf/acta17/acta17-fumagalli.pdf http://www.concordatwatch.eu/showtopic.php?org_id=851&kb_header_id=38321 https://www.nzz.ch/schweiz/noch-kein-konkordat-liechtensteins-mit-dem-vatikan-1.18451279

[2] http://www.traditioninaction.org/polemics/F_03_Lucy02.html Vgl. https://onepeterfive.com/?s=Fatima https://whatisupwiththesynod.com/?s=Fatima

[3] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Entchristianisierung http://www.historytoday.com/gemma-betros/french-revolution-and-catholic-church

[4] Vgl. http://www.history1700s.com/index.php/articles/12-french-revolution/126-pope-pius-vi-and-the-french-revolution.html

[5] http://www.newadvent.org/cathen/09212a.htm Unter: Condemnation of Liberalism by the Church. Päpstliche Schreiben, leider meistens nur auf Italienisch, finden sich hier: http://w2.vatican.va/content/vatican/de.html

 

„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (1 von 4)


Bonifatius

Nach einer Reihe der leichteren, frauenfreundlichen Beiträge, gehen wir wieder zum „harten Tobak“ über, da wir der kämpfenden Kirche angehören und es an der jetzigen kirchlichen Lage wirklich nichts zu beschönigen gibt. Dieser nachfolgende Beitrag, der über die erwarteten Maße hinaus angewachsen ist, ist eine theoretische Untermauerung eines Beitrags über den eigentlichen Zweck von Amoris Laetitia und der vorangegangenen Herbstsynode. Obwohl dieser Beitrag einen sehr großen Bogen schlägt und vieles an ihm ausarbeitungswürdig erscheint, bitten wir alle, geduldig zu Ende zu lesen, denn wir kommen schon auf den Punkt.

Das nichtvorhandene Deutschtum der Deutschen

Der Vorteil ein Ausländer in Deutschland zu sein, besteht unter anderem darin, das Deutschtum, das deutsche Wesen oder die deutsche Kultur überhaupt loben zu dürfen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass viele Leser bei dem Wort „Deutschtum“ zusammenzucken, da es nach 1945 kaum mehr verwendet wird. Auch der oben erwählte Spruch wird heutzutage höchstens ironisch verwendet, was wir in diesem Beitrag nicht zu tun beabsichtigen. Der Schreiber dieser Zeilen ist kein Deutscher, obwohl er einen deutschen Pass besitzt, er hat auch direkt oder indirekt einen Teil seiner Familie durch das verzerrte „deutsche Wesen“, welches zwischen 1939 und 1945 in seiner Heimat wütete, verloren. Dennoch bemüht er sich auch im Falle des Deutschtums um eine objektive, rationale und keine emotionale Haltung zur Realität.

Die Deutschen sind unpatriotisch, sie lieben ihr Vaterland nicht, ihre Heimat schon. Die Deutschen sind deswegen ein armes Volk, weil sie niemals über ein gewachsenes Vaterland, sondern immer über die partikuläre Heimat verfügten. Die verschiedenen Germanenstämme, die eine andere, obzwar grammatikalisch verwandte, Sprache sprachen, wurden 962 bis 1806 im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation vereinigt. Sie waren also Reichsbürger, wie die Mähren oder die Einwohner von Spoleto auch. Der Zusatz „deutscher Nation“ kam erst im XV. Jhdt. auf, um die deutsche Bevölkerungsmehrheit und die meistens deutschen Kaiser, welche verschiedenen Fürstengeschlechtern entstammen, zu kennzeichnen. Wer, was und warum „deutsch“ war, ist wirklich sehr schwer zu bestimmen und von der gewählten Definition des „Deutschen“ abhängig. Wir wollen hier die Mindestdefinition eines deutschsprachigen Bewohners des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation anwenden. Jedoch wurde aufgrund der Reformation und des darauffolgenden Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) der ursprüngliche Partikularismus der germanischen Stämme und der deutschsprachigen Reichsbürger noch erheblich gesteigert, da sich anschließend konfessionelle Zwergstaaten bildeten, die über eine partikuläre und keine allgemein deutsche Identität verfügten. Die deutsche Identität entdeckten die Deutschen, die wir doch an dieser Stellen voraussetzen, erst aufgrund der Aggression der revolutionär-napoleonischen Truppen der „Welschen“ und was als romantische Anwandlung anfing, endete 1871 mit dem Deutschen Kaiserreich, mit einem preußisch-protestantischen-aufoktroyiertem Deutschtum, welches der Stärkung des hegelianischen Staates, sprich Preußens, dienen sollte. Die Wirren der Weimarer Republik trafen Deutsche, die höchstens über eine post-bismarcksche „Reichsidentität“ verfügten, aber über keine eigentliche deutsche Identität, hart. Weil die meisten von ihnen über keine tatsächlich deutsche Identität verfügten, so konnte Hitler und Co., früher aber die ganze völkisch-okkulte Strömung, ihnen ein X für ein U vormachen, d.h. dem Adjektiv „deutsch“ einen beliebigen Inhalt unterstellen. Da leider die gesamte deutsche akademische Geschichtsschreibung nachaufklärerisch (d.h. die Französische Revolution preisend) und links ist, so durfte die konservativ-rechte Kritik am „Deutschtum-Begriff“ des Nationalsozialismus kaum bekannt sein. Thomas Mann legt in seinen politischen Schriften diese Kritik vor, andere wohl auch. Da der Schreiber dieser Zeilen kein Historiker ist und zurzeit wirklich nicht die Zeit hat sich auch noch damit zu befassen, so kann er in diesem Kontext keine anderen Namen nennen. Vielleicht können andere Leser diesbezüglich helfen.

Unsere These lautet, dass die Deutschen eigentlich niemals eine deutsche Identität hatten, denn diese war:

  • partikulär: bayrisch, fränkisch, westfälisch etc.
  • heimatgebunden: Bischofsstaat, Residenzstaat, etc.
  • konfessionell: katholisch, evangelisch andere
  • reichsgebunden: Hl. Römisches Reich, Bismarck-Reich, das Dritte Reich
  • parteigebunden: nationalsozialistisch, kommunistisch, sozialistisch, christdemokratisch, grün
  • DDR
  • bundesrepublikanisch
  • Nach-der-Wende: bundesrepublikanisch-offen, „Wir sind ein Volk“, multikulti, Mutti Merkel, „niemanden ausgrenzen“, Lass-die-„Flüchtlinge“-ins-Land-damit-sie-uns-abschlachten-wir-Deutsche-haben-es-verdient.

Warum haben denn die Deutschen keine deutsche Identität? Weil sie viel zu selten von anderen überfallen und besetzt worden sind, sodass sie kaum um ihre eigene Identität kämpfen mussten. Die erste Invasion kam mit den Napoleonischen Kriegen, die letzte nach 1945. Ja, es gab auch vorher Kriege und recht viele, aber mit einer Invasion meinen wir die Überschwemmung des Eigenen mit dem Fremden, wobei das Fremde den Anspruch erhebt das Eigene auszurotten und es zu ersetzen. So ersetzte das französische Heer der französischen Revolution:

  1. Die Religion: Katholizismus mit dem „Revolutionskult“, Aufhebung der Klöster, Beschlagnahmung des Kirchenbesitzes, Plünderungen der Kirchen etc.
  1. Die Staatlichen Gefüge: Auflösung der Zwergstaaten und aller Staaten, hauptsächlich der katholisch-konfessionellen Staaten.
  1. Das Rechtsystem: Einführung des Code Napoleon.
  1. Die Sitten: Einführung der Institution der Scheidung z.B.
  1. Die Kultur: Revolutionsbegeisterung und Frankreichbegeisterung vieler Deutschen, Verdrängung vieler deutschen Ausdrücke durch Lehn-und Fremdwörter aus dem Französischen.

Die Invasion vom Osten und Westen im Jahre 1945 bis zur Rückführung der amerikanischen und sowjetischen Truppen hatte, außer Punkt 1., dieselben Effekte. Ja, der Schreiber dieser Zeilen ist sehr froh, dass das Dritte Reich gefallen ist und die Deutschen oder die Pseudo-Deutschen den Krieg verloren haben, sonst wäre er nicht da. Es lässt sich aber auch nicht leugnen, dass die Deutschen ihre kaum vorhandene deutsche Identität, denn das groteske Dritte Reich (1933-1945) lassen wir schön außen vor, in der Zeit nach 1945 völlig eingebüßt haben. Sie wurden entweder sowjetisiert oder amerikanisiert und fanden es: „gut so“.

Den ersten Punkt, der Ersetzung der Religion, haben jedoch nicht direkt die Invasionsmächte, sondern dies hat das Vaticanum II besorgt. Diese Wende geschah nicht ohne amerikanischen und sowjetischen Einfluss. Die gute Beziehung zwischen Johannes Paul II und dem immerwährenden Präsidentenberater Zbigniew Brzeziński ist bekannt.[1] Da Hendrik Houthakker der Ehemann der, Gott sei’s geklagt, Papst Freundin Maria Teresa Tymieniecka ein Wirtschaftsberater der Regierung Johnson und Nixon war, so ist es absolut ausgeschlossen, dass die CIA nichts von der Korrespondenz zwischen Tymieniecka und Kardinal Wojtyła/JPII wusste, da Berater mit solch einem Sicherheitszertifikat samt ihren Familienangehörigen sicherlich gründlich von allen möglichen Geheimdiensten überprüft worden sind.[2] Wenn man zwei und zwei zusammenzählt, so muss man davon ausgehen, dass Tymieniecka für die US-Regierung arbeitete, diese ganze Papstkorrespondenz und Papstbeziehung von der CIA angezettelt und überwacht worden ist und Tymieniecka sicherlich ein agent of influence war. Denn hat Johannes Paul II zum Zusammenbruch des Kommunismus beigetragen? Ja. Wer war der Gewinner des Kalten Krieges? Die USA. Konnte die USA ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss erweitern? Ja. War dies ein geschickter Zug der CIA? Ja und wie! Aber im Vatikan hat auch lange vor dem Konzil eine sowjetische Agentur bestanden, welche sicherlich auf das Vat. II eingewirkt hatte.[3] Der jetzige Papst Franziskus macht aus seinen pro-kommunistischen Sympathien keinen Hehl, aber auch die nachkonziliare Theologie der Befreiung öffnete dem Kommunismus, hauptsächlich in Lateinamerika, Tor und Tür.  Wir wollen uns dieser Thematik woanders ausführlicher widmen, wenn aber der Schreiber dieser Seiten sich lange Zeit nicht melden sollte, dann können Sie davon ausgehen, dass die These mit dem CIA-Einfluss im Vatikan stimmt.[4] Das eigentliche Problem besteht jedoch darin, dass die katholische Kirche durch und mit dem Vat. II gewollt zum Spielball der weltlichen Mächte wurde und zwar auf dem Feld der Doktrin und nicht der Politik, denn das Letztere hat es immer gegeben. Das Schlimme ist, dass die wahre Religion durch einen übergeordneten Staat ersetzt wurde, in der letzten Zeit durch die NGO-Weltregierung, die sich noch versteckt hält.

Um wieder auf die Deutschen von heute zurückzukommen, so verfügen diese aufgrund der oben skizzierten Entwicklung über gar keine deutsche Identität oder ein nationales Bewusstsein, sodass man ihnen wieder, wie zwischen 1933 und 1945, ein X für ein U vormachen kann. Die armen ostdeutschen Rechtsradikalen verfügen ebenso wenig über eine deutsche Identität wie der Rest der Deutschen, da sie in ihrer Einfalt und immenser Unbildung an das Dritte Reich anknüpfen wollen, das ein undeutsches, horrendes, künstlich aufgeblähtes, ideologisches Konstrukt war. Es war gleichermaßen als totalitäre Ideologie getarnte Neureligion wie eine Neureligion, die als eine totalitäre Ideologie getarnt war. Schauen Sie sich doch die Filme von Leni Riefenstahl an: der Reichsparteitag war eine Liturgie und Hitler war Gott. Die Begrüßung: „Heil Hitler“ war auch nicht zufällig gewählt.

[1] http://www.delawareonline.com/story/opinion/contributors/2017/05/30/zbigniew-brzezinski-man-picked-pope/102314434/ http://www.msz.gov.pl/en/p/nowyjork_us_k_en/c/MOBILE/news/private_correspondence_of_professor_zbigniew_brzezinski_with_john_paul_ii https://catholickulchur.com/2017/02/25/john-paul-ii-and-the-zbigniew-bryzinski-connection/

[2] http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/dokumentation-der-bbc-das-ist-die-frau-zu-der-papst-johannes-paul-ii-eine-intensive-beziehung-pflegte/12963726.html http://www.bbc.com/news/magazine-35552997

[3] http://www.catholicworldreport.com/2012/12/10/why-did-vatican-ii-ignore-communism/ https://churchmousec.wordpress.com/2011/07/12/more-on-the-communist-infiltration-of-the-catholic-church/ http://www.inatoday.com/20030728.htm

[4] Es gibt Stimmen, dass Johannes Paul I deswegen ermordet worden ist, weil er sich gegen den Einfluss der CIA im Vatikan stellte : http://www.crisismagazine.com/2009/a-quiet-death-in-rome-was-pope-john-paul-i-murdered

Welche Kirche braucht der deutsche Staat? Eine die Gegenwerte vermittelt.


Duerer_Karl_der_Grosse

Dieser Eintrag entstand einige Tage vor dem Terroranschlag  in München und wir freuen uns, dass wir vor diesem tragischen Ereignis unseren  Beitrag über die 9 Herz-Jesu-Freitage und über den guten Tod veröffentlichen konnten. Den Opfern von München hat es wahrscheinlich nichts gebracht, aber wir können für sie das Totenoffizium beten. Wir werden sicherlich noch dazu kommen dieses Totenoffizium noch oft für verschiede Terroropfer in Europa und woanders auch zu beten. Der Schreiber dieser Zeilen stellte sich seit Langem die Frage, warum Deutschland so lange von Terrorangriffen verschont geblieben ist und ging davon aus, dass die die Regierung-Merkel irgendwie davon freikaufen konnte. Damit scheint es aber vorbei zu sein. Also beichten wir oft, leben im Gnadenstand, führen die 9 Herz-Jesu-Freitage durch, wer es noch nicht getan hat, denn mehr können wir, was die eigene Todesvorbereitung anbelangt, wirklich nicht tun.

 Das Staatskirchentum in Deutschland

Die Verquickung des Staatskirchentums in Deutschland und in Österreich ist zwar zu beklagen, aber es ist nun mal eine Tatsche. Eigentlich ist es in der Geschichte des Christentums keine Neuheit, dass die Kirche die Stütze der Gesellschaft bildet und mit dem Staat mitregiert. Seit der Ära Konstantin versuchte die Kirche einen Gottesstaat zwar zu meiden, aber ein mehr oder minder entwickeltes Staatskirchentum war immer schon vorhanden. Interessanterweise konnte die Westkirche aufgrund des Primats des Papstes und des späteren Kirchenstaates auch ihre politische Eigenständigkeit viel länger als die Ostkirche wahren, welche einem Cäsaropapismus unterlag  und, wie in Russland immer noch der Fall, zu einer Agenda des Staates wurde. Durch die jahrhundertlang ausgefochtene Gregorianische Reform, welche eigentlich das ganze Mittelalter beherrschte, kämpfte die Kirche mit den Ziel dem Staat die moralischen Maßstäbe darzustellen und manchmal zu diktieren zu können, siehe Dictatus Papae. Die Kirche kämpfte also darum keine staatliche Agenda zu werden und somit nicht vom politischen Tagesgeschäft beeinflusst zu werden und ihm unterzugehen. Dies gelang auf dem Wege die Investitur der Bischöfe, die auch Landesherren und so gesehen Diener des Staates waren, vom Papst und nicht vom Kaiser vornehmen zu lassen.

„Denn  hat erst der Staat das Sagen“, das wusste man aus der Vergangenheit, „so wird er einen jeden christlichen und sonstigen Wert so aushöhlen und umändern, wie es ihm passt“.

Man hielt dagegen und es gab Märtyrer. Interessanterweise steht die deutsche oder deutschsprachige Geschichtsschreibung auch die kirchengeschichtliche irgendwie traditionell in der Schuld des Staates, nicht der Kirche, was man wirklich von den Briten oder Amerikanern und von anderen Nationen wirklich nicht sagen kann. Der Deutsche ist irgendwie genetisch staattreu, was man wohl nicht ändern kann. Daher hat ein deutscher Katholik meistens instinktiv kein Problem damit, dass der Staat, auch „das Miteinander“ genannt, gegenüber der Kirche die übergreifende Einheit bildet. Dem 30-jährigen Krieg, dem Cuius-regio-eius-religio, dem Kirchenkampf, dem Dritten Reich und der DDR zum Trotz. Die Gene sind halt stärker. Vielleicht ist diese Diagnose nicht 100% zutreffend, denn es gibt auch in Deutschland einige meist süddeutsche Inseln eines katholisch, Antipreußentum, aber diese Einstellung ist in den Massmedien, in den Ordinariaten, in den Akademien, auf den Universitäten nicht vorhanden.  Da geht es um den Staat und um ihn allein.

Was liefert also die katholische Kirche Anno Domini 2016 dem Staat in Deutschland?

  • Religionslehrer, welche die staatliche Agenda in ihrem Unterricht umsetzen.
  • Akademische Lehrer, welche die staatliche Agenda in ihrem Unterricht umsetzen.
  • Bischöfe und Priester, welche ebenfalls diese Agenda umsetzen und als Wahlhelfer, hauptsächlich für die CDU/CSU dienen.
  • Sozialdienstleister aller Art. Manchmal gefügiger und billiger als der Staat und andere privaten Dienstleister, z.B. Orden.
  • Brain-Pool für die Regierenden.
  • Nachwuchsorganisation für Politiker.
  • Renten- und Aussonderungsstelle für ehemalige Politiker.

Dieses System funktioniert prächtig seit die Volkparteien an der Macht sind, d.h. seit 1945. Dieses System funktioniert aber nur äußerlich gut, weil es äußerst  pragmatisch ist und sich an keinen moralischen Werten richtet. Die Verfassung ist ja rein rechtspositivistisch. Sie kann jederzeit in eine Scharia-Islamische-Republik Deutschland umgewandelt werden, wenn die nötige Stimmmehrheit stimmt. In diesem System geht es nur um die eigene Stelle und damit alles ruhig bleibt. Dieses System verliert seine Funktionsfähigkeit, wenn entweder eine Partei an die Macht gerät, welche die Kirche nicht braucht oder eine Religionsgemeinschaft, beispielsweise der Islam, den ganzen Staat übernimmt. Dann braucht man keine Kirche mehr.

„Bis dahin bin ich in Rente“, denkt sich Kard. Marx und pafft seine Zigarre.

 „Wenn es bis dahin noch Rente gibt und Sie am Leben sind“, antworten wir.

„Dann gehe ich nach Rom“, sagt er weiter.

 „Wenn die ISIS noch etwas übrig gelassen hat“, antworten wir.

„Hirngespinste“,

sagt der Kardinal und hört mit der Lektüre auf, aber ein wenig Unruhe und Unmut befällt ihn schon.

Es sind jedoch keine Hirngespinste: ISIS hat versprochen Rom zu erobern, wie sie schon vor Jahren versprach den Westen mit Flüchtlingswellen zu destabilisieren. Das Letztere ist ihr ja wunderbar gelungen, das Erstere ist auch machbar. Es muss ja kein richtiger Krieg geführt werden, ein intensiver, lokal begrenzter Terroranschlag, wie der am 11 September in den USA, genügt.

Werteschwäche der Demokratie

Der heutige Bund zwischen Staat und Kirche funktioniert so lange keine Fragen gestellt werden. Wie beispielsweise diese: Welche Werte hat der Westen? Die Antwort ist denkbar einfach: Keine. Keine richtigen. Hedonismus, Toleranz, hauptsächlich sexueller Natur, Freizeitkultur etc. Das sind doch keine Werte, an denen sich der Mensch ausrichten kann. Kein Gott, keine Moral, kein gar nichts. Was soll man den Neo-Islamisten entgegenstellen? Den Terror der Französischen Revolution? Ja, es ist dasselbe. „Freiheit. Gleichheit. Brüderlichkeit“, aber nicht für Aristokraten und den Klerus. Nicht für die Royalisten. Diese beiden Stände wurden niedergemetzelt, wie später auch halb Europa, dem man die revolutionäre Freiheit, d.h. Atheismus und Antiklerikalismus brachte. Und dies sollen die Urwerte der Demokratie sein? Die Demokratie ist ein rein pragmatisches Regierungssystem. Sie hat als solche keine Werte, sie übernimmt nur welche. Dies haben schon die Politiker der Weimarer Republik erkannt als sie gegen die Roten und die Braunen wie gegen die Wand redeten.  Warum werden den die Moslems der dritten oder vierten Generation Islamisten? Weil sie hier keine Werte finden und natürlich auch entwurzelt sind, aber ihre islamistischen Kampfgenossen in Jemen, Saudi Arabien und wo auch immer sind nicht entwurzelt, sind nicht arm, sind gebildet, oft in westlichen Hochschulen und sie lehnen wegen des Islams die ganze westliche Pseudokultur ab. Wir haben keinen Respekt vor uns selbst, vor unseren Familien, Alten, Frauen, weil wir kein gottgebundenes Wertesystem besitzen – wir Europäer. Und warum nicht?

Weil die katholische Kirche, die wahre Kirche Gottes, welche ein Fels in der Brandung sein sollte, seit 1962 anfing ihre eigene Lehre und den gesunden Menschenverstand zu verleugnen, indem sie theoretisch und praktisch die Religionsfreiheit annahm. Während die Religionsfreiheit bis zum letzten Konzil so aufgefasst wurde, dass die wahre Religion, sprich der Katholizismus, alle Freiheiten und Rechte genießen sollte und den Staat, weil sie wahr ist, mitgestalten sollte, drehte man nach und durch Vat. II den Spieß um und erklärte, entgegen die bisherige Tradition und Lehre der Kirche, dass absolut jede, unsinnige, blasphemische, Menschen mordende wie auch immer Religion dieselben Rechte wie die Kirche im Staat genießen sollte, weil jetzt die Toleranz herrscht. Während die Kirche nach der Reformation in manchen Ländern in der Minderheit war, so war sie dort gezwungen sich tolerieren zu lassen, was beispielsweise in Großbritannien kaum von statten ging. Man führte aber den Grundsatz der religiösen Toleranz überall ein. Auch in ursprünglich rein katholischen Staaten. Und was haben wir jetzt? Die zunehmende Islamisierung Europas, eine Sinnleere und natürlich die maßgebliche Islamisierung Deutschlands. Die katholische Kirche vermittelt keine Werte und hält nichts dagegen, weil sie es seit dem Vat. II nicht darf. Es geht doch um Toleranz und das Miteinander. Man solle doch seine Religion, um Gottes Willen, niemanden, aber auch niemanden aufdrängen. Man solle keine Juden und schon gar keine Moslems missionieren, weil das für die Letzteren  den Tod bedeuten kann und wir wollen doch nicht, dass ihnen was passiert? Oder?  Auch wenn einer unserer Leser ein Atheist sein sollte, der nicht an die Unsterblichkeit der Seele und an das ewige Leben glaubt, so lässt sich doch nicht verleugnen, dass wir in einem ideologischen und auch militärischen Religionskrieg stecken, bei welchem das Christentum, sprich die katholische Kirche, nichts beizutragen hat, weil das Christentum in Europa nicht mehr funktioniert. Und das katholische Christentum funktioniert in Deutschland auch nicht! Es funktionier nicht für einen Preis von 15 Milliarden Euro jährlich! Nicht etwa für 15 Miliarden in einem Jahrzehnt, meine Damen und Herren Politiker, die uns vielleicht jetzt lest, sondern für 15 Miliarden im Jahr! Und nichts kommt bei all dem Geld dabei raus. Keine Werte, keine langzeitige Terrorismusvorsorge, keine Islamismus-Vorsorge, kein gar nichts. Nichts für 15 Milliarden pro Jahr! Welch eine grandiose Steuergeldverschwendung. Ja, ja, ich weiß, Sie verschwenden auch größere Summen, aber wir sprechen jetzt von dieser.

 Ein Nachtgespräch mit einem Politiker

„Sagen Sie doch ganz ehrlich, meine Damen und Herren Politiker, wenn Sie von all diesen kleinen, schmutzigen politischen Deals nach Hause kommen, ja, ja, oft auf dem Umweg über ein Escort-Girl/Boy, auch steuerfinanziert, natürlich, wenn Sie irgendwie genug haben von all dem Schmutz, diesem Pragmatismus, diesem An-dem-Ruder-Bleiben, wenn Sie dann noch nicht gänzlich betrunken oder sonst wie berauscht sind, um es überhaupt ertragen zu können, sehnen Sie sich dann nicht nach etwas Licht, Reinheit und Wahrheit? Nach Gott und Wahrheit? Kurz und bündig nach der wahren Kirche? Ja, ja es gibt sie wirklich. Sie ist eine versunkene Kathedrale unter dem Meer des zweiten Vatikanischen Konzils. Wen braucht ein Politiker, um nicht gänzlich zu einem degenerierten, zynischen Schwein zu werden? Einen Heiligen.“

Vinzenz_von_Paul

Heute, am 19.07, feiern wir im alten liturgischen Kalender das Fest des Vinzenz a Paulo (1581-1660), einem Heiligen auf dem Ludwig XII. bis Ludwig XIV. hörten, der auf den französischen Hof von der Margarete von Valois (1553-1615) geholt wurde, welche durch ihren abenteuerlichen und skandalösen Lebenswandel viele abendfüllende Fernsehserien für Erwachsene hätte füllen können. Sie hatte sich doch bekehrt, ist im Gnadenstand gestorben, dem Heiligen Vinzenz oblag die Erziehung des künftigen Königs, er genoss das höchste Vertrauen der Mächtigen, weil er so anders war, arm, fromm, demütig, abgetötet. Einer der nicht dazu gehört, weil er die Welt längst verlassen hatte und über die Weltkinder nachsichtig lächelt. Ein Vertreter der wahren Religion, des vorkonziliaren Katholizismus. Würden Sie ihre Seele vor Kardinal Marx ausbreiten?

„Dieser Harpyie? Ich bin doch nicht verrückt“,

werden Sie antworten und Sie werden recht haben. Er ist doch genauso wie Sie. Ein reiner hedonistischer Machtpolitiker, der schön geölt reden kann, wie man in Mafiakreisen sagt. Je verkommender die Politik, desto mehr Gegengewicht an Heiligkeit braucht sie. Und sagen Sie bitte nicht, dass Berlin nicht verkommen ist. Wir wissen doch Bescheid!

Und deswegen sollten Sie, meine Damen und Herren der Politik, anfangen die konservativen, traditionellen Katholiken zu unterstützen, denn nur diese können langfristig ein Gegengewicht gegen den Islam bilden und Ihnen Ihren Kopf und Kragen und zwar wörtlich gesprochen, retten. Denken Sie darüber nach!

Was können wir für die Kirche tun? Die sieben Bußpsalmen beten (2). Bischofskonferenz und die Gauss-Kurve


 

Procession to transfer the relics of the Holy Bishops to the Old Cathedral of St Peter, 1656, by Francesco Maffei (1605-1660), painting, Old Cathedral...
Procession to transfer the relics of the Holy Bishops to the Old Cathedral of St Peter, 1656, by Francesco Maffei (1605-1660), painting, Old Cathedral…

Wie man im ersten Beitrag nachlesen kann:

  • ist es eine Tat der Nächstenliebe für andere zu beten;
  • man soll für alle Menschen beten,
  • da man nicht weiß, wer erwählt und wer verworfen ist.

Es ist sicherlich sehr löblich für die Hirten der Kirche zu beten, da man durchaus davon ausgehen kann, dass nicht alle Bischöfe der jeweiligen Bischofskonferenz zu den Verworfenen gehören. Manche hingegen schon, da das Verbreiten von Häresien oder der Häresie nahen Aussagen durch einen katholischen Bischof sicherlich nicht für seine Prädestination spricht.

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