Hilary White: Wieviele Finger hält Franziskus gerade hoch? Amoris Laetitia und die Unterwerfung


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Nach einer Reihe von Beiträgen, welche der „Stärkung des geistlichen Immunsystems“ durch den Ausbau der Marienfrömmigkeit dienen sollten, kehren wir zur traurigen und wenigstens dämonisch inspirierten, wenn nicht gar dämonischen, Wirklichkeit des jetzigen Pontifikats zurück. Wir wollen nicht unsere Leser dadurch verlieren, dass wir, zu viel Wahres vom Franziskus-Pontifikat berichten, wie es katholisches.info passiert ist und passiert. Wir wollen sie auch nicht dadurch verlieren, dass wir ausschließlich polemische Schriften veröffentlichen, weil die Wahrheit wirklich sehr bitter ist. Seit kurzer Zeit gibt es einen italienischen Blog anonimi della croce, der recht viele Interna aus dem Vatikan veröffentlicht, die dermaßen negativ und verwirrend sind, dass sowohl Steven Skojec als auch Ann Barnhardt diesen Blog für eine Desiformationskampagne des Vatikans halten. Wir sind uns da nicht so sicher, zumal unser Italienisch recht mittelmäßig ist und wir beim ersten Lesen nicht alles verstehen. Die Menschen wollen jedoch nicht zu viel Negatives lesen, denn es erdrückt sie und treibt sie in die Verzweiflung. Katholiken sind auch Menschen. Auch der hl. Petrus ermahnte den Heiland, damit dieser die negativen Nachrichten unterdrückt, wie wir in Matthäusevangelium lesen können:

„Von dieser Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, dass er hingehen müsse nach Jerusalem, und von den Ältesten und Schriftgelehrten und Hohenpriestern vieles leiden, und getötet werden, und am dritten Tage wieder auferstehen.

Und Petrus nahm ihn zu sich, und fing an, es ihm zu verweisen, und sprach: das sei ferne von dir, Herr! Das wird dir nicht widerfahren.

Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche zurück hinter mich, Satan! Du bist mir zum Ärgernisse, denn du hast nicht Sinn für das, was Gottes ist, sondern für das, was der Menschen ist. (Mt 16, 21-23, Allioli)

Christus nannte ihn aber „Satan“, nicht weil Petrus es war, sondern weil er die satanische Agenda des Friede-Freude-Eierkuchens verfolgen wollte. Das ist aber nicht Gottes Plan. Zur Erlösung gehörte auch das Leiden und das Kreuz und so wird es im Leben eines jeden Christen, wie auch im Leben der Kirche werden. Negatives ist leider allzu Wahres und würde der Schreiber dieser Zeilen die meisten seiner Kirchenerfahrungen wiedergeben, so wären sie sowohl sehr negativ als auch wahr. Die Kirche ist aber trotzdem mehr; wenn wir an der irdischen Kirche zu verzweifeln scheinen, so haben wir immer noch die leidende Kirche im Fegefeuer und die triumphierende Kirche im Himmel. Dies ist die katholische Ekklesiologie, sodass 2/3 positiv und sozusagen über dem Meeresspiegel bleibt. Uns scheint, dass die katholischen Nachrichtenportale und Blogger, welche finanziell von den Anzeigen und der Anzahl der Klicks abhängig sind, sehr gerne etwas Positives über die jetzige Kirchensituation veröffentlichen würden, wenn es etwas Positives gäbe. Denn weniger Klicks, weniger Anzeigen, weniger Geld. Aber ist gibt wirklich nichts Positives unter Franziskus, außer dem Umstand, dass immer mehr konservative Katholiken zu Traditionalisten werden, weil sich ihre Augen für die Konsequenzen von Vat. II öffnen. Der Schreiber dieser Zeilen gehört auch dazu.

Positiv ist aber nicht positivistisch, wobei wir beim Aufsatz von Hilary White sind, wieder sehr schön von davilatollkuehn übersetzt, der wieder einmal alles auf den Punkt bringt. Bergoglio geht es nicht um Logik, sondern um die nackte Macht. Die jetzigen Hierarchen halten wirklich nichts von den Grundsätzen des Denkens und vom Satz vom Widerspruch, was sie mit dem hegelianischen Kommunismus gemeinsam haben. Obwohl Hilary White sehr gebildet ist, so macht sie hier einen philosophischen Fehler, welcher zwar bei einer kanadischen Nichtphilosophin verzeihlich, dennoch aber korrekturbedürftig erscheint. Dort wo sie „Positivismus“ schreibt, muss „erkenntnistheoretischer Idealismus“ stehen, denn der erkenntnistheoretische Gegensatz vom Realismus ist Idealismus und nicht Positivismus, wenigstens hier in Europa.

So lesen wir im Philosophischen Wörterbuch von Walter Brugger:

„Der Idealismus gerät aber in Gegensatz zum Realismus, wenn der Geist, das Denken, von dem das »gegenständliche«, materielle Seiende abhängt, mit dem menschlichen Denken gleichgesetzt wird. So komme es zum erkenntnistheoretischen Idealismus, der die menschliche Erkenntnis, wenigstens soweit sie sich auf »Gegenstände« bezieht, nicht als Sichangleichen an einen vorgegebenen Gegenstand, sondern als Hervorbringen des Gegenstands deutet; da aber das Denken allein den Gegenstand nicht als Ding an sich setzen kann, wird der bloß ideale Bewusstseinsinhalt zum eigentlichen Gegenstand“.[1]

Wem das zu hoch ist, dem machen wir es einfach. Ein Idealist hält das für die Wirklichkeit, was er selbst sich zurecht denkt, also das, was in seinem Kopf spukt. Wenn ich mir also denke:

„Ich bin sehr gutaussehend“,

dann bin ich es, gleich was die Anderen sagen, wie sie mich wahrnehmen, wie proportional mein Gesicht und meine Körpermaße sind etc. Ein Realist hingegen hält die Wirklichkeit für das, was außerhalb seiner Selbst ist und woran er sich angleicht. Ich bin gutaussehend,

  1. Wenn ich von anderen so wahrgenommen werde,
  2. Weil ich einem Muster eines gutaussehenden Mannes entspreche.
  3. Welches anhand der Proportionen dargestellt wird.

Somit ist die Wirklichkeit im Realismus verifizierbar, weil sie sich außerhalb des Denkens des Denkenden befindet. Im Falle des Aussehens könnte man 10 Männer und 10 Frauen befragen, wie sie mein Aussehen in der Skala von 0 bis 10 bewerten würden. Ferner könnte man meine Gesichtszüge und Proportionen ausmessen und diese in Verhältnis zu den Proportionen des goldenen Schnitts setzen, welche über die objektive Schönheit befinden.[2] Ja, ja meine Damen, alles ist Mathematik, meine Herren auch.

Dies wäre aber auch die einzige Ergänzung zu Hilary White, welche schwer traumatisiert und krank mit ihren Katzen eine neue Bleibe sucht und keine Zeit hat ihre philosophischen Kenntnisse zu erweitern, wofür wir jedes Verständnis haben. Beten wir für sie, damit sie uns lange erhalten bleibt und wir ihre Artikel übersetzen können.

Hilary White 10. Januar 2017

Wir hören immer mehr Klagen über die Spaltung. Warum, so die Klage, ist die Kirche geteilt? Warum können wir nicht einfach „unsere Unterschiede beiseitelegen“?

Ganz einfach, weil von zwei logisch entgegengesetzten Dinge nicht beide wahr sein können.

In dieser Woche wurden zwei Interviews veröffentlich, die die hauptsächlichen „Parteien“ der Kirche sehr hilfreich abgrenzen und begründen, dass die Kirche nun in zwei völlig unversöhnliche gegnerische Lager aufgeteilt ist, die sich zurzeit um die Vormachtstellung bemühen. Diese sind natürlich dieselben beiden Seiten, die nun seit 50 Jahren mit einem langwierigen Kalten Bürgerkrieg [Anspielung auf den Kalten Krieg Red.] beschäftig sind, der mit der Veröffentlichung von Amoris Laetitia in das öffentliche Bewusstsein gerückt ist, und in dem jetzt die Gewehre aufflammen.

Keep on reading!

Hilary White, Den Ast absägen


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Geschrieben von  Hilary White am 30.12.2016

Original hier: http://remnantnewspaper.com/web/index.php/articles/item/2962-sawing-off-the-branch

Vorschlag eines Neujahrs Mottos: Bewahre den Glauben, trotze dem Wahnsinn

Vor zwei Jahren hätte die Verwendung des Begriffs „Schisma“ in Bezug auf die Mätzchen des Vatikans Sie automatisch als Schismatiker oder Sedisvakantist gebrandmarkt. Nun wird es häufig und von fast jedem, einschließlich hoher Prälaten in Rom gebraucht. Das ist nicht deswegen so, weil die Kirche auseinanderfällt. Es ist nicht so, weil die Katholiken ihren Glauben verlieren. Es ist so, weil sie ihn (den Glauben) finden. Denn die Realitäten haben endlich begonnen, die falsche Propaganda der letzten fünf Jahrzehnte zu überwinden.

Lesen Sie weiter!

Hilary White: Warum die Revolutionäre immer als erstes kontemplative Nonnen zerschlagen


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Ein neuer, sehr trauriger und wahrer Text von Hilary White. Der Papst Franziskus zerstört noch die kontemplativen Frauenorden, deren sehr kleine oder beständige Anzahl trotz der nachkonziliaren Reformen Gott das Opfer der Anbetung darbringen konnte. Jetzt geht es auch ihnen an den Kragen. Die Parallele von „Erledigung der Rest-Tschechei“ macht sich breit.

Die seligen Märtyrer von Nowogrodek, die von der Gestapo im August 1943 im besetzten Polen exekutiert wurden, waren Mitglieder der Schwestern der Heiligen Familie von Nazareth.

nowogrodekEin Italienischer Priester: “Ihr kontemplativen Nonnen, sucht das Gesicht Gottes, so lange ihr könnt!”

Die uralte christliche Berufung der immerwährenden Kontemplation Gottes, der freiwillige Rückzug aus der Welt und ihren zeitlichen Sorgen, die Selbstaufopferung und die Versenkung in das Gebetsleben werden wohl bald effektiv von den derzeitigen Besatzern des Heiligen Stuhles, die die gesamte Sphäre des katholischen Lebens determinieren und in die Konformität mit den säkulären Trends des 2. Vatikanums treiben,  unterdrückt werden. Das kürzlich von der Kongregation für das Ordenswesen herausgegebene Dokument schreibt viele der  kanonischen Normen für kontemplative weibliche Gemeinschaften neu und wird die Kontrolle über das klösterliche Leben zentralisieren.

Ein italienischer Priester äußerte die Ängste vieler, dass es das Ziel sei, die wenigen abtrünnigen traditionellen oder traditionell denkenden Nonnen dazu zu zwingen in das Neue Paradigma der Franziskus-Kirche einzuwilligen. Klöster, die traditionell weitgehende Autonomie genossen haben, werden zentralisiert.

Wenige innerhalb und fast niemand außerhalb der Kirche, nahm von der apostolischen Konstitution “Vultum dei quaerere,” überhaupt Notiz, die allen Klöstern mitteilt, dass sie sich “Verbänden” anschließen müssen, die ihre Strukturierung und Ausbildung leiten sollen. Bei Nichteinwilligung wird wahrscheinlich Ihr Haus für nicht lebensfähig erklärt und geschlossen.

Don Giorgio Ghio gab den Nonnen den naheliegenden Rat: macht weiter! Egal was passiert, ignorieren Sie die Attacken des Neuen Regimes und fahren Sie fort, das Angesicht Gottes zu suchen! Sie können euch nicht vom Beten abhalten, Sie können euer Kloster wegnehmen. Sie können euch zwingen, euren Habit auszuziehen. Sie können euch modernistische Ketzer als Obere vorsetzen und neue “Ausbildungs-” regeln erlassen. Aber weil sie nicht glauben, können sie nicht wissen, dass nichts davon euch von der Verwirklichung eurer Berufung wahrhaft abbringen kann.

Das kontemplative Leben als diamantene Krone der Kirche bezeichnend, schreibt Don Giorgio dass “die Einsätze aus einer übernatürlichen Sichtweise heraus, welche die einzig angemessene ist, kirchliche Entscheidungen zu verwirklichen,” wirklich die besten sind (altissimi im Original).

Diejenigen, die mit postkonziliaren Texten vertraut sind, “riechen” in diesem Dokument die „Ideen, Absichten und typischen Bewegungen der »Erneuerung«des religiösen Lebens“, die fast überall die „himmelschreiende Dekadenz“ in Konventen und Klöstern verursacht haben. Diese falsche Erneuerung, so sagt er, habe „dazu geführt, das religiöse Leben auf eine Art bürgerliches Leben zu reduzieren, dass sich von seinem weltlichen Äquivalent nur in der bequemen Befreiung von der Notwendigkeit der Arbeit und der fehlenden Wahrnehmung echter Verantwortung unterscheidet.“

Von Anfang an schlägt das Dokument eine Reihe von vagen Zielen vor: „Zeugnis, Zeichen, Prophezeiung …“ – und nicht Gott selbst als das Ziel des kontemplativen religiösen Lebens.

Aus dieser verzerrten Perspektive„, fährt er fort,

“werden oft vage oder abstrakte Normen etabliert, die darauf abzielen, Probleme zu lösen, die meistens nicht real, sondern aus ideologischen Gründen entstanden sind, die aus unrealistischen Idealen stammen und möglicherweise geeignet sind, ein Deckmantel für schleichende Intentionen zu sein.

Es ist auch anzumerken, dass die im Text enthaltenen Zitate (Schriftstelle, Väter, Lehramt) oft gewaltsam dahin verbogen werden, die Sprache, die in Ihrem Ton typisch modernistisch ist, zu bestätigen: da das Klosterleben eine Herausforderung für unsere Zeit ist, müssen wir es ändern.

Es ist nicht leicht, die Logik solch einer stillschweigenden Annahme zu verstehen, es sei denn, sie wollen die Berufung, die von Anfang an ein wirksames Gegenmittel gegen die Korruption und eine Lauheit [“intiepidimento”]  des christlichen Volkes ist, deformieren

Dieser Verdacht wird durch das Insistieren des Dekretes auf a) der Notwendigkeit eines lebenslangen Lernens, b) der Zusammenarbeit zwischen den Klöstern, die zu einem Verband gehören, gestärkt: es fällt sehr schwer, darin nicht den Versuch zu sehen, sich in das Klosterleben einzumischen oder Indoktrinierungsmethoden zu etablieren, angesichts der effektiven Resultate unter den Ordensleuten, die sich aus dem Studium einer schlechten Theologie und dem Einfluss lokaler Vereinigungen ergeben…”

Er geht auf Details über die Abschnitte des Dokuments ein, nach denen der beständige Glaube der Kirche geleugnet wird, dass das kontemplative Leben ein vollkommeneres christliches Leben sei: „Die betende Gemeinschaft und vor allem das kontemplative Leben … bietet keine vollkommenere Verwirklichung des Evangeliums „, eine Vorstellung, die er „offensichtlich falsch“ nennt.

Das Dokument fordert eine [§§ 7-8] „angemessene Erneuerung der veränderten Zeitverhältnisse, Veränderung soziokultureller Bedingungen …“ Don Giorgio fragt:

„Evangelische Vollendung ist nicht immer und überall gut?“

Auf den außergewöhnlichen Paukenschlag des Dokumentes hin, nach dem das kontemplative Leben nun eine neun- bis zwölfjährige Ausbildung vor den Gelübden“ erfordere, fragt Don Giorgio „Braucht man eine Promotion, um eine klausurierte Nonne zu werden?

Er ergänzt:

“Es ist nicht bekannt, dass die Heilige Theresa von Avila in Salamanca studiert hat, während sie Gebrauch von gelehrten geistlichen Führern machte.”

Schlussendlich, sagt Don Giorgio, entbehrt das Dokument; “vollständig der Perspektive auf die  Rechte Gottes und auf den selbstlosen Dienst, der IHM keine Bedingungen setzt.“

Weil seine (des Dokumentes) einzigen konkreten Bestimmungen über die Formung, die Natur der geweihten Klausur und deren Autonomie handeln, „riecht es nach einem verschleierten Versuch der Manipulation, der Strukturierung und der Kontrolle„.

Bedrohlicher ist es, da das weibliche Klosterleben sich „generell in guter Gesundheit befindet,“ dass die neuen Einschränkungen nur auf die Klöster der aufkeimenden „traditionellen Tendenz“ gerichtet sind. Von daher ist es „schwierig, den Verdacht loszuwerden, dass genau diese Klöster in die düstere Landschaft des heutigen geweihten Lebens »normalisiert« werden sollen, das heißt, „eingeebnet in die kahle Landschaft des heutigen geweihten Lebens“.  Das bedeutet, „sich vor der Vision der Aufklärung, die das [religiöse Leben] nur in Abhängigkeit von sozialen und humanitären Zwecken erlaubt, zu beugen.“

„Berüchtigterweise sind Institutionen, die nicht mit den Launen des Regimes übereinstimmen, verurteilt, eine nach der anderen, von einem Kommissar plattgewalzt zu werden.“

Er fordert die Nonnen dazu auf, es zu “erdulden”, weil “dieser Sturm vorübergehen wird und all die Gefängniswärter, einer nach dem anderen, sich vor dem göttlichen Gericht verantworten müssen.”

“Diejenigen, die, wie in den Tagen der Französischen Revolution, trotz allem ausharren, können in der Heiligkeit wachsen und die Belohnung der treuen Diener und Freunde Gottes erlangen.”

Don Giorgio, ein Priester der Erzdiözese Toulouse, der ursprünglich in Rom inkardiniert wurde, veröffentlicht regelmäßig auf Italienisch Beiträge auf traditionellen katholischen Blogs und Online-Magazinen. (Im Übrigen stelle ich fest, dass sein Brief an die Nonnen auf einer Website veröffentlicht wurde, die die offensichtlich falschen Medjugorje „Erscheinungen“ fördert, aber es gibt keinen Grund zu denken, dass Don Giorgio dem selbst zustimmt.)

Gläubige Katholiken sind zutiefst beunruhigt über diesen sehr gezielten Angriff auf die Nonnen. Das wenige Leben, das in den katholischen Institutionen überlebte, ist weitgehend das Ergebnis der Gnade und Barmherzigkeit Gottes, die aufgrund der Macht der Gebete in diesen Häusern gesucht und ausgegossen wird. Katholische Gläubige haben genau dies immer als die Rolle der kontemplativen Orden verstanden. Und es ist bezeichnend, dass Rom genau diesen rein übernatürlichen Zweck gezielt eliminieren will. Dieser Zweck speist nicht die Armen, wie alle weltlichen Ideologen immer betont haben, er ist wertlos – und mehr als das – gefährlich.

Es gibt einen Grund, weshalb säkularistische Regime immer Häuser kontemplativer Nonnen schließen. Sehr oft in der Geschichte seit der Französischen Revolution, sind sie auf rücksichtsloseste Weise behandelt worden, bis hin zur öffentlichen Exekution, aufgrund des totalen Gegensatzes zu den Zielen der Neuen Ordnung, die ihr Lebensstil darstellt.

martyrs-of-compiegneEs gab viele Spekulationen darüber, weshalb der Franziskus Vatikan insbesondere die kontemplativen Nonnen anvisierte und dabei aktive Orden und Männerklöster ausnahm. Viele haben auf die Starrheit und Unnachgiebigkeit der Franziskanerinnen der Unbefleckten Empfängnis als eine Irritation, als Peinlichkeit und als eine Straßensperre der Franziskus Agenda hingewiesen. Aber vielleicht kann eine einfachere Begründung in folgendem Fakt gefunden werden: die (nicht kontemplativen) aktiven Schwestern – jedenfalls das, was von ihnen übriggeblieben ist – sind mit dem NEUEKIRCHE Programm fast zu 100 Prozent einig.

Sie sterben auch aus. Statistisch sind nahezu die einzigen Orden, von denen man sagen kann, dass sie überleben – eine Handvoll, die aktuell im Hinblick auf Berufungen gedeihen – die kontemplativen Klöster, die ihre alten Traditionen und ihre Anhänglichkeit an die Katholische Religion bewahrt haben.

Im nächsten Monat werden die Benediktiner-Äbte und Leiter der männlichen Klöster ihr regelmäßiges Treffen in Rom haben.

Es ist vorgesehen, sich mit dem Papst auszutauschen. Wir werden sehen, was daraus wird.

Inzwischen hat Pater Daniel Couture, der regionale Obere der kanadischen FSSPX, einen Brief aufgesetzt, der die Katholiken dazu ermutigt, sich in ihrem Rosenkranzkreuzzug für das soziale Königtum Christi in der Welt einzubringen.

Er zitiert Schwester Lucia. die zu Pater Fuentes im Jahr 1957 sagte:

„Der Heilige Rosenkranz und die Hingabe an das Unbefleckte Herz Mariens sind unsere beiden letzten Hilfen und unsere Zuflucht, und das bedeutet, dass es keine anderen mehr geben wird … Mit einer gewissen Beklommenheit bietet Gott uns das endgültig letzte Heilmittel an: seine Allerheiligste Mutter.“

Pater Couture fügt hinzu, dass wir in der Botschaft von Fatima

„…ein wahres Gegenmittel finden gegen den schändlichen Irrtum der Trennung von Kirche und Staat, die auch Säkularisierung, d.h. die Trennung zwischen der geistigen und den zeitlichen Ordnung genannt wird. Diese ist das Übel unserer Tage, welches perfekt im Titel des Buches von Erzbischof Lefebvre zusammengefasste ist: „Sie haben Ihn entthront“.

Das von Bischof Bernard Fellay gesetzte Ziel ist ein Strauß von 12 Millionen Rosenkränzen und 50 Millionen Opfern für Unsere Liebe Frau von Fatima.“Es scheint, dass wir in diesen zunehmend dunkler werdenden Zeiten dazu gedrängt werden, zu diesen letzten Hilfen unsere Zuflucht zu nehmen

Besuchen Sie hier den Aufruf zu diesem Kreuzzug.

 

Ursprünglich veröffentlicht in: http://remnantnewspaper.com/web/index.php/fetzen-fliegen/item/2749-why-revolutionaries-always-crush-contemplative-nuns-first

Hilary White, Der Frühling ist vorüber, meine Damen (3 von 3)


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Die Totmanneinrichtung: Zu viele Alte? Zu viele Tradis? Sie sind erledigt.

Art. 8 §1. Der rechtlichen Selbständigkeit muss eine echte Selbständigkeit des Lebens entsprechen, das heißt: eine – auch geringe – Anzahl von Schwestern, vorausgesetzt, dass der größte Teil nicht fortgeschritten Alters ist; die notwendige Lebendigkeit, das Charisma zu leben und weiterzugeben; die echte Fähigkeit zur Ausbildung und zur Leitung; die Würde und die Qualität des liturgischen, schwesterlichen und geistlichen Lebens; die Bedeutung für und die Eingliederung in die Ortskirche; die Möglichkeit des Unterhalts; eine entsprechende Struktur des Klostergebäudes. Diese Kriterien sind in ihrer Gesamtheit und in einer Zusammenschau zu betrachten.

§2. Falls die Voraussetzungen für eine echte Selbständigkeit eines Klosters nicht bestehen, wird die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gemeinschaften apostolischen Lebens beurteilen, ob es angemessen ist, eine Kommission ad hoc einzurichten, die von dem Ordinarius, der Präsidentin der Föderation, der Assistentin der Föderation und von der Äbtissin oder Priorin des Klosters gebildet wird. In jedem Fall soll dieser Schritt zum Ziel haben, einen Begleitprozess in Gang zu setzen, um das Kloster neu zu beleben oder um seine Schließung einzuleiten.

Und auch kein hinterhältiges Anwerben von anderen Ländern …

Art 3 §6. Obgleich die Konstitution von internationalen und multikulturellen Gemeinschaften die Universalität des Charismas zum Ausdruck bringt, muss man unbedingt vermeiden, dass Kandidatinnen aus anderen Ländern mit dem einzigen Ziel, das Überleben des Klosters zu sichern, angeworben werden. Um sicherzustellen, dass dies erfüllt wird, sollen Kriterien ausgearbeitet werden.

Dies ist der entscheidende Punkt für beinahe jedes Kloster in Italien. Dieses Land hat die weltweit größte Dichte kontemplativer Klöster, und beinahe alle Gemeinschaften bestehen aus einem, zwei oder drei älteren Italienern, der Rest der Bewohner sind Philippinos, Inder oder Afrikaner. Wenn man durch das italienischsprachige Internet surft und nach „monache Benedettine” sucht, findet man diese Zusammensetzung in beinahe jedem Haus des Landes. Das Anwerben aus anderen Ländern ist der einzige Grund, warum die Klöster in Italien noch offen sind.

Diese Reihe von Klauseln gibt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens, derzeit von einem Mann geführt, der das traditionelle Klosterleben und den Heiligen Katholischen Glauben ablehnt, all die Macht die sie [die Kongregation für die Institute geweihten Lebens Anm. d. Übers.] braucht, einfach an einem Ende des italienischen Stiefels mit Entlassungen zu beginnen und sich mit der Axt durchzuarbeiten bis zum anderen Ende, und so fast jedes Haus im Land zu schließen.

Überdies ist diese kleine Notiz über “die Bedeutung für und die Eingliederung in die Ortskirche;” wichtiger als sie klingt. In das „Leben der Ortskirche passen“ bedeutet, dass man beim örtlichen Novus Ordo Priester und seiner kleinen Gruppe dominierender Pfarrgemeinderats-Damen keinen Anstoß erregen darf. Das bedeutet, wenn man Latein wünscht, man sichergehen muss, dass die „Ortskirche“ damit einverstanden ist. Und hier ist ein Hinweis; sie sind es nicht. Das bedeutet, dass ein Kloster, das die alte Messe möchte, dies nur tun kann, wenn die Idee von der „Ortskirche“ bewilligt wird, was [wiederum] bedeutet, die dem Novus Ordo verhafteten Gemeinden in der Nachbarschaft.

Bevor nun jeder anfängt zu jammern und zu klagen, ich glaube wirklich, dass dies ein gutes Zeichen ist, und zwar aus verschiedenen Gründen. Erstes ist der derzeitige miserable Zustand des Ordenslebens etwas, das nicht geheilt werden kann, solange die Kirche diese falsche Pseudoreligion innerhalb ihrer Institutionen aufrechterhält. Eines der größten Bollwerke gegen diese neue Pseudoreligion, “Novusordoismus,” Neo-Modernismus, Deuterovatikanismus …, wie auch immer Sie das nennen möchten, war das Ordensleben. Die Klöster akzeptierten die neue Ordnung, und diejenigen, die überlebt haben, wurden durch sie verschieden stark korrumpiert. Umso früher wir die Ordensleute zwingen, zu wählen zwischen Auslöschung und Rückkehr zum wahren Glauben, zwischen dem Schubs vom Vatikanischen Hang um gänzlich den Glauben zu zerstören und sich selbst zu reformieren [nach den Vorstellungen von Papst Franziskus Red.], desto besser. So oder so gewinnen wir.

Der Gedanke, dass ein Mann wie Cardinal João Braz de Aviz die Erlaubnis des Papstes hat, den italienischen Stiefel auf und ab zu gehen und jedes Kloster zu schließen, das er nicht mag, klingt entsetzlich, bis man die Realität des Lebens in italienischen Klöstern erkennt. Ich hatte heute eine Unterhaltung mit einem Priester, der einen freundschaftlichen Umgang mit einer Nonne in einem Römischen Kloster pflegt. Sie wollte ein neues Kloster Gründen, das keinen Fernseher erlaubt. Sie sagt: „Die italienischen Nonnen sehen sich zweimal täglich Seifenopern auf RAI an“, dem staatlichen weltlichen Fernsehsender. Diese Schwester konnte nicht mehr als vier Kandidatinnen finden, die willens waren, ihr Leben zu erneuern und zu einem glühenden, frommen, traditionellen Ordensleben zurückzukehren. Ich sagte meinem Priesterfreund: „Der Grund, warum Ihre Freundin keine Berufungen finden konnte ist, dass ihre Anforderungen katholisch sind und sie nach Kandidaten suchte in einer Bevölkerung, welcher der katholische Glaube mit der Wurzel gezogen wurde.“

Das Ordensleben in Italien stirbt von innen an der Pilzinfektion, welche durch die neue Religion verursacht wurde. [Glaubens-] Eifer ist nicht wirklich etwas, das man in jeder Ecke der italienischen Novus Ordo-Kirche finden kann. Offen gesagt, ist es höchste Zeit für eine Beschneidung.

Zweitens ist es klar, dass dies ein Schlag gegen das Wachstum weiterer neuer „konservativer“ und traditionell gesinnter Gemeinschaften ist. Dies scheint eine schlechte Sache zu sein, aber denken Sie einen Augenblick nach. Warum würde ein solcher Schlag [gegen die neuen traditionellen Orden Red.] diesen Männern angebracht erscheinen, wenn es nichts gäbe, was man niedermachen müsse? Die Promulgation dieses Dokumentes, offensichtlich dazu gedacht, ein solches Revival [Wiederbelebung] zu zerquetschen, bedeutet, dass es tatsächlich eine Erweckung gibt … Das Dokument soll die Keime zerquetschen. Es bedeutet, dass den Hundert Jahren Winter nun Zeichen des Frühlings folgen. Die besten Neuigkeiten, die ich die ganze Woche gehört habe.

Überdies wurde dies schon eine zeitlang erwartet. Seit die neue Leitung der Kongregation für die Institute geweihten Lebens eingesetzt wurde, hat der Franziskus-Vatikan dunkle Hinweise gegeben, dass die Nonnen sich nur an das Programm zu halten brauchen, ansonsten … Wäre man ein LCWR Anti-Nonnen Häretiker, Marxist, Unterstützer von Abtreibung und Frauenordination, wäre alles Dialog, Begleitung und Obstkörbe. Aber wenn man die Franziskanerinnen der Immakulata ist, heißt es aufpassen …

Kurz gesagt ist das Dokument ein Versuch, Wege der Opposition und der Flucht vor dem neuen Paradigma zu verschließen, das Franziskus und seine Freunde eilig in der Kirche eingesetzt haben, die ultraliberale Richtung zementierend und, in den Worten seines Leutnats Cardinal Maradiaga, sie [die Kirche] so zu machen, dass ihre Veränderungen nie mehr ungeschehen gemacht werden können. Die permanente Umstrukturierung der gesamten Kirche von Kopf bis Fuß, die Einsetzung eines radikal anderen religiösen Paradigmas, war von Anfang an das Ziel.

Das Regime ist in der Tat so entschlossen, sicherzustellen, dass es keinen Zweifel darüber gibt, dass das kontemplative Leben verändert wird, dass Franziskus in dem Text bekundet hat, dass dieses Dokument sogar über dem Kanonischen Recht steht. Er bestimmt, dass alle Kanons, die „direkt irgendeinem Artikel der gegenwärtigen Konstitution widersprechen“ aufgehoben werden.

Und denken Sie nicht, dass mit diesem Dokument alles gesagt ist; eine seiner Klauseln ist, dass wir auf ein Gesetzesdokument direkt von der Kongregation für die Institute geweihten Lebens warten müssen, das im Einzelnen regelt, wie die Nonnen ihre Konstitutionen zu „revidieren“ haben, um dieser neuen Gesetzesregelung zu genügen.

Was tun wir dagegen? Eine Zeitlang habe ich den Gedanken einer generellen Erweckung des Ordenslebens in der Kirche nicht mitgetragen. Es gab da ein Großteil emotionalen Kapitals, das in die kleinen Sprosse investiert wurde, die hier und da aufsprossen, und sie sind unleugbar ein gutes Zeichen. Aber eine Erweckung des Ordenslebens in der ganzen Kirche, in jeder Form, wird nicht möglich sein, bis es eine Erweckung des Glaubens in der Institution gibt, bis Rom, kurz gesagt, zum Glauben unserer Väter zurückkehrt. Bis dahin wird jeder kleine Spross verwundbar sein durch die launenhafte Unbeständigkeit von Bischöfen und ihrer Meister im Vatikan.

Ich  habe einen Vorschlag, falls jemand Interesse hat. Ich glaube, dass der einzige Weg, auf dem das kontemplative Leben – die Mitochondrien des Leibes Christi – durch den kommenden Sturm hindurch bewahrt werden kann, derselbe ist, in dem – wie man sagt – Säugetiere den Asteroiden überlebt haben, der die Dinosaurier ausgelöscht hat. Ich spreche von Gruppen, die so klein und flexibel und anpassungsfähig sind, dass sie uns nicht finden können, um uns zerquetschen können.

Das ist die Guerillalösung der Untergrundchristenheit. Gebete unter Verfolgung sind kraftvoller als jede andere Art [davon]; tatsächlich wurde unsere gesamte Zivilisation auf sie gegründet. Es erscheint möglich, dass Gott uns für genau diese Art der Eventualität vorbereitet. Und wir müssen uns erinnern, dass es nicht die bürgerliche oder kirchliche Freiheit und Ermutigung ist, die das Erblühen des Ordenslebens oder gar der Laienspiritualität bringen wird, sondern es ist die Gnade des Heiligen Geistes.

Denken Sie darüber nach: Private Gelübde müssen nicht vor einem Bischof abgelegt werden, sondern können direkt bei einem Priester oder Abt abgelegt werden. Man muss nicht nach Kanon 603 von einem Bischof anerkannt werden, um  als Laie das Eremitenleben zu führen, unter der Betreuung durch einen Abt oder Prior oder sogar einen einfachen Gemeindepfarrer. Kein Bischof braucht irgendetwas davon zu wissen. Tatsächlich ist eine solche private Betreuung etwas, wovon niemand außer den Schwestern und ihren Oberen etwas zu wissen brauchen. Sie können die kontemplativen Gebets-Ninjas der katholischen Kirche sein. Und mit dem Internet beschenkt können wir ein solches Heilmittel überall ausbreiten.

Hilary White, Der Frühling ist vorüber, meine Damen (2 von 3)


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Föderationen: Autonomie? Welche Autonomie?

29. »Niemand baut die Zukunft auf, indem er sich absondert, noch allein aus eigenen Kräften, sondern indem er sich mit der Wahrheit einer Gemeinschaft identifiziert, die sich immer öffnet für die Begegnung, den Dialog, das Zuhören, die gegenseitige Hilfe «. Dieser Tatsache bewusst, sollt ihr euch vor der »Krankheit der Selbstbezogenheit« hüten und den Wert der Gemeinschaft zwischen verschiedenen Klöstern als einen auf Zukunft hin offenen Weg bewahren. Auf diese Weise aktualisiert und verwirklicht ihr die bleibenden festgeschriebenen Werte eurer Selbständigkeit.

30. Die Föderation ist eine wichtige Struktur der Gemeinschaft zwischen Klöstern, die das gleiche Charisma teilen, damit sie nicht isoliert bleiben.

Der Hauptzweck der Föderationen besteht darin, das kontemplative Leben in den dazugehörenden Klöstern gemäß den Erfordernissen des eigenen Charismas zu fördern und durch den Austausch von Nonnen und das Teilen von materiellen Gütern Hilfe bei der Anfangsausbildung und der Weiterbildung sowie bei konkreten Bedürfnissen zu gewährleisten. Im Hinblick auf diese Zwecke sollen die Föderationen gefördert und vermehrt werden.

Für den Fall, dass irgendjemand sich fragt, ob existierende Klöster in Ruhe gelassen werden könnten, denken Sie noch einmal selbst darüber nach. Die Betonung der Föderationen ist sehr wichtig und sehr unheilverkündend … buchstäblich. Die meisten benediktinischen Föderationen sind z. B. hoffnungslos von neomodernistischem „Liberalismus“ verdorben und üben enormen Druck aus gegen jedes einzelne Haus, das zu den traditionellen liturgischen oder monastischen Praktiken zurückkehren könnte. Gegenwärtig haben die Entscheidungen der Föderationen keine bindende Rechtskraft. Praktisch wird jedes Haus unabhängig regiert und die Mitgliedschaft in der Föderation ist freiwillig und konsultativ; dies ist aber wirklich nur auf dem Papier wahr. In der Praxis wird der Druck, sich anzupassen, als Waffe gegen die traditionell Gesinnten benutzt. Falls Franziskus versucht, jeden in eine Föderation zu zwingen, können Sie Ihren letzten Cent verwetten, dass er beabsichtigt, die Macht der Föderationen über die einzelnen Mitgliedshäuser zu stärken.

Und ja, der Zweck ist ganz klar, jeden in eine Föderation zu zwingen. Der letzte Teil des Dokuments macht es klar: Man ist in einer Föderation, wenn nicht der Heilige Stuhl die Erlaubnis gibt, dort nicht zu sein.

Art. 9 §1. Anfangs werden alle Klöster an einer Föderation teilnehmen. Wenn ein Kloster aus besonderen Gründen nicht föderiert sein kann, soll nach der Abstimmung im Kapitel der Heilige Stuhl um Erlaubnis anfragt werden, dem das entsprechende Urteil zusteht, dem Kloster zu gestatten, keiner Föderation anzugehören.

Ein traditionell gesinnter Freund in Rom, der sowohl theologischer Berater für eine Anzahl von Gruppen als auch Angestellter in einem Büro des Vatikans ist, sagte, dass dies ein „zentralistisches Dokument“ ist, mit dem Ziel, die Autorität von unabhängigen, autonomen Ordensgemeinschaften zurück nach Rom umzulenken. Er sagte, es sei „hauptsächlich damit befasst, die Strukturen zu stärken“.

Es war auch die Bewertung des links-außen Magazins Tablet im Vereinigten Königreich, das schrieb:

„Dies ist nicht das erste Dokument mit zentralisierendem Charakter des Jesuitenpapstes bezüglich der Ordensleute: früher dieses Jahr bestimmte er, dass Bischöfe den Vatikan konsultieren müssen, bevor sie einen diözesanen Orden errichten.“

In der Tat ist der Abschnitt mit den Bestimmungen voll dieser kleinen Klauseln, dass für diese oder jene Dispens oder Änderung die Zustimmung oder Erlaubnis der Kongregation für das Geweihte Leben erbeten werden muss. Hier eine weitere, bezüglich dem Klostertyp, den eine Gemeinschaft annehmen möchte:

Art. 10 §1. Jedes Kloster hat nach ernsthafter Prüfung und unter Achtung der eigenen Tradition sowie dessen, was die Konstitutionen verlangen, vom Heiligen Stuhl die Form der Klausur zu erbitten, die es ergreifen will, falls man eine Form beantragt, die von der geltenden verschieden ist.

Und selbstverständlich müssen die [vom Orden] revidierten und angepassten Konstitutionen, um mit diesem Dokument konform zu gehen, „zum Appell antreten“:

Art 14 §2. Die Artikel der Konstitutionen oder der Regeln der einzelnen Institute müssen, wenn sie einmal an die neuen Vorschriften angepasst wurden, zur Approbation durch den Heiligen Stuhl vorgelegt werden.

Wenn man dieses Micromanaging vergleicht mit den verwandten Klauseln in einem der Hauptdokumente, so setzte es Verbi Sponsa, 1999 außer Kraft. Interessante Unterschiede in der Wortwahl. Verbi Sponsa hat auch eine Notiz darüber, was zu tun ist, wenn man die Form des Klosters ändert: „Jede Anpassung der Formen der Trennung von der Außenwelt muss so erfolgen, ‚dass die materielle Trennung gewahrt bleibt‘, und unterliegt der Approbation durch den Heiligen Stuhl.“

Feiner, aber wichtiger Unterschied her zu “vom Heiligen Stuhl die Form der Klausur zu erbitten, die es ergreifen will …” Das alte Paradigma setzte voraus, dass Klöster ihren Bedarf bedenken würden und entscheiden, was sie möchten, und dann um Genehmigung bitten. Im Bergoglianischen Paradigma beginnt man damit, den Heiligen Stuhl zu fragen, „welche Form von Kloster“ man „annehmen“ möchte und dann lernt man sie zu lieben.

Mein Freund kommentiert: „Auf kurze Sicht wird dies vermutlich problematisch für kleinere Gemeinschaften sein, und für Menschen, die eine Gemeinschaft gründen möchten.

“Insbesondere Gruppen mit Verbindung zu größeren Religionsgemeinschaften, wie Franziskanische Gruppen, mit lockerer Verbindung zu den größeren Ordensfamilien, werden möglicherweise Versuche sehen, sie den größeren Gruppen konform zu machen.“

„Neue Gruppen, sagen wir Leute, die Dominikaner werden möchten oder Passionisten, werden es schwerer haben zu beginnen, bis sie bereit sind, die vorherrschende Einstellung größerer Gemeinschaften anzunehmen.“

Und derzeit sind nahezu alle existierenden Zusammenschlüsse aller Orden entschiedene Vatikan II-Liberale, wenn nicht „Ultraliberale“. Dies bedeutet, kurz gesagt, dass wenn man ein neues benediktinisches Haus gründen möchte, das so ähnlich ist wie Fontgombault oder Le Barroux oder Clear Creek, man gewiss eine sehr, sehr schwere Zeit haben wird. Und sogar noch schwerer wird es sein, ein Haus, das Teil einer dieser Föderationen ist, weg von den liberalisierenden und entsakralisierenden Trends zu bewegen. Wenn man in einem existierenden Haus ist, dessen flower-power trendies jedoch ausgestorben sind, und man zurückkehren möchte zu traditioneller Ordenstracht, Latein oder dem Gregorianischen Gesang, wird man kein Glück haben.

Mein Bekannter hob geradezu diesen Punkt hervor und sagte: „Unter praktischen Gesichtspunkten scheint es, dass dies es geradezu unmöglich macht, einen neuen Orden nach ‚Tridentinischer Art zu gründen.“

Jemand fragte mich heute: „Wie gründet man einen neuen Orden, der per definitionem immer klein und alleine ist, wenn er von Anfang an Teil einer Föderation sein muss?“ Das ist eine gute Frage. Wie kann man von jemandem erwarten, dies unter diesen Bedingungen zu tun? Offensichtlich tun sie das nicht. Dies ist der Zweck der Sache, sicherzustellen, dass es eine Obergrenze oder einen Bruch geben wird, bezüglich dem, was offensichtlich ein Trend ist, der die Männer im Bergoglianischen Vatikan alarmiert.

Jemand anders wies darauf hin, dass unter diesem Dokument keines der gegenwärtigen blühenden konservativen oder „traditionellen“ Klöster oder Gemeinschaften hätte gegründet werden können. Dies schließt die spezifisch traditionellen  Benedictines of Mary Queen of Apostles in Missouri ein, oder dem „Mainstream“ nähere „konservative“ Gruppen wie die Sisters of Life in New York.

Hilary White, Der Frühling ist vorüber, meine Damen (1 von 3)


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Franziskus‘ Plan für die „Neuen Konservativen“ Religiösen Orden

Geschrieben von   Hilary White

 Der Papst hat „neue Richtlininien” für kontemplative Nonnen herausgebracht, und dies hat jeden meiner [inneren] Alarme ausgelöst, lang, laut und furchterregend wie eine Fliegeralam-Sirene. Dies ist möglicherweise eines der unheilvollsten Dinge, die ich bis jetzt von Bergoglio habe kommen sehen, aber ich denke, dass wenige Menschen verstehen werden, wie ernst dies für uns ist oder sein könnte.

Kaum jemand denkt auch nur einen Augenblick an klausurierte Nonnen. Wenn sie mal drin sind, vergisst die Welt sie. Aber das kontemplative Ordensleben ist für die Kirche wie die Mitochondrien für die Zellen. Die Kraftquelle der Zellen, die dafür sorgt, dass alle anderen Systeme funktionieren. Die Mitochondrien sind die unauffälligsten und verborgensten aller Organellen des Körpers, und für eine sehr lange Zeit wurde ihr Zweck nicht ganz verstanden. Aber jetzt wissen wir, dass unser Leben von der Gesundheit dieses winzigen, heimlichen und verborgenen kleinen Dings abhängt. Und eine Erkrankung der Mitochondrien – wenn die Mitochondrien nicht funktionieren – ist verheerend.

Ich glaube, dass einer der Hauptursachen für den großen Kollaps des Katholizismus die Torpedierung des Ordenslebens ist. Und, täuschen Sie sich nicht, dies wurde absichtlich, wissentlich und mit großer Niedertracht getan. Ich glaube, dass die beiden Dinge, die geschehen mussten, um das Ergebnis hervorzubringen, das wir gesehen haben, die Attacke zunächst auf die Heilige Messe und dann auf die Orden sein mussten. Es war notwendig, die beiden großen Gnadenkanäle in das Leben der Gläubigen hinein zu verstopfen, das Heilige Opfer und das Leben, das dem Gebet und der Buße geweiht ist. Beide wurden von den Revolutionären beinahe zerstört, und was von den beiden überlebt steht nun erneut unter Beschuss.

Lassen Sie uns zuerst einen Blick auf die wichtigen Teile des Dokumentes werfen, das wir an der Hand haben. Überschrieben mit Vultum Dei Quaerere, wurde es heute [am 23.06.2016 Red.] herausgegeben, am Fest der Hl. Maria Magdalena (kürzlich wiederbelebt für das Novus Ordo Konzentrationslager [so sieht die Autorin die nachkonziliare Kirche Red.]). Wie jemand heute sagte, „nachdem sie erstmal den Zuckerguß abgekratzt haben [die Autorin macht darauf aufmerksam, dass dieses äußerlich wohlgefällige Schreiben Gefahrenpunkte oder „Zeitbomben“ birgt Red.] gibt es einige zutiefst verstörende Punkte darin, wenn man etwas darüber weiß, wie es mit dem Ordensleben an sich bestellt ist und darüber bescheid weiß, welche Art von Männern derzeit in der Verantwortung sind.

Vorgeschriebene Ausbildungszeit: „Nicht weniger als neun Jahre“

Zunächst hat das Dokument etwas vorgeschrieben, was kein Papst je versucht hat, eine einheitliche Länge der Formation [d. h. Postulat/Juniorat, Noviziat, zeitliche Gelübde] für alle kontemplativen Gemeinschaften zu verlangen, und zwar eine, die bedeutend länger ist als jene, welche die meisten Gemeinschaften derzeit haben. Dies war das erste, was ich von einem Kontakt in Rom hörte, der mich heute Morgen anrief, um mich zu fragen, wie lange die Ordensformation üblicherweise dauert. Ich sagte, dass sie von Orden zu Orden und von Haus zu Haus variiert, aber generell sind es sechs Monate Postulat, zwei Jahre Noviziat und dann drei für „zeitliche“ Gelübde.

Seit den Tridentinischen Reformen ging der Trend dahin, die Vorbereitungszeit immer weiter zu verlängern, und einige der klausurierten Orden dehnen sie bis zu sieben Jahren aus. Es gab einige Theologen, die diesen Trend verwarfen indem sie sagten, dass dies schädlich für die Ordensleute und die Klostergemeinschaft sei.

Aber das ist nun alles vorbei. Abschnitt 15 sagt:

„Sie sollen sicherstellen, dass die Kandidatinnen individuell begleitet und durch geeignete Ausbildungsprogramme gefördert werden. Nach wie vor muss für die Anfangsausbildung und die Ausbildung nach der ersten Profess » ein ausreichender Zeitraum vorgesehen werden « möglichst nicht weniger als neun und nicht länger als zwölf Jahre.“

In der langen Geschichte des Ordenslebens hat die Kirche immer die Details der Ausbildung in weiser Voraussicht der einzelnen Gemeinschaft überlassen, unter Berücksichtigung der üblichen Regeln. Das Kirchenrecht verlangt nur, dass das Noviziat ein „kanonisches Jahr“ beinhalten soll. Der Gedanke „zeitlicher Gelübde“ ist ein neuer (d. h., vor dem 15. Jhd. legte man die Gelübde nach dem Noviziat ab und das war es dann), und ihr Wert wird noch lang und breit diskutiert. Es gibt eine Schulmeinung, die sagt, dass solch eine lange Zeit in einem Kloster in einer „vorübergehenden“ Situation zu sein es an sich hat, destabilisierend zu wirken, sowohl für die Person als auch für die Gemeinschaft. Die neue Regel von Franziskus bedeutet, dass es mindestens neun Jahre dauert, bis man endlich weiß, ob eine Nonne in der Gemeinschaft bleiben wird.

Dies ist doppelt bezeichnend, denn in unseren Zeiten sind Klöster oft kleine Gruppen und es gibt viele Aufgaben in einem Kloster, die nicht von einem Mönch oder einer Nonne übernommen werden kann, der oder die nicht die ewige Profess abgelegt hat. In Benediktinerklöstern können nur Professen im Kapitel oder einem regierenden Klosterrat sitzen. Nur Professen können zur Äbtissin oder Priorin oder Subpriorin gewählt werden. In manchen Häusern können sogar nur Professen einen festen Platz im Chor der Kirche haben. Man ist schlicht und einfach bis zu den ewigen Gelübden kein volles Mitglied der Gemeinschaft.

Dies hat eine Menge Auswirkungen, aus verschiedenen Perspektiven, aber bedenken Sie dies für einen Moment: Einige kontemplativen Gemeinschaften nehmen Frauen bis 45 Jahre auf (Karmelitinnen und Benediktinerinnen in England und Visitantinnen [Orden von der Heimsuchung Mariens] überall). Eine Person mit „später“ Berufung, welche in diesem Alter eintritt, wird nicht vor einem Alter von 54 Jahren wissen, ob sie bleiben können wird, „ihr Leben für Gott verzehren“ zu können. Sie wird bis dahin sogar nicht wissen, ob sie als Mitglied der Gemeinschaft aufgenommen werden wird. Was für einen Schaden wird dies sowohl für die innere als auch für die äußere Stabilität anrichten, welche ja den Grundstein des kontemplativen Lebens darstellt?

Zweitausend Jahre lang hat die Kirche verstanden, dass solche Regeln, in Übereinstimmung mit der christlichen Freiheit, der Kommunität überlassen werden muss. Bis jetzt, bis Papst Franziskus entschieden hat, dass all diese Nonnen, die Entscheidungen für ihre Gemeinschaften treffen, doch ein klein wenig zu viel Autonomie haben. In Anbetracht all der Reden von Franziskus über „Dezentralisierung“ und „Synodalität“ entwickelt er sich gerade in einen der skrupellosesten und himmelschreiendsten Grabscher [dieses Wort hat im Englischen durchaus einen „delikaten“ Ruch Anm. d. Übers.] nach Macht, und er zertritt die historischen Rechte der Gläubigen.

Hilary White, Die Bischöfe treten in den Krieg ein


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Wir präsentieren anbei wieder einmal einen sehr treffenden Text von Hilary White in der Übersetzung von davilatollkühn. Oben sehen wir das Bild von Jacopodo Tintoretto (1518-94) „Moses spendet Wasser vom Felsen“. Moses könnte für einen katholischen Hierarchen stehen, der endlich einmal nicht einmal den reinen Wein, sondern das reine Wasser der reinen Lehre einschenkt. Ist dies tatsächlich passiert? Wohl kaum. Was ist geschehen:

  • vier Kardinäle, darunter drei emeritierte, Nicht-Papstwähler
  • ein polnischer Weihbischof Bischof Józef Wróbel;[1]
  • ein polnischer Diözesanbischof Bischof Jan Wątroba, einer provinziellen Diözese;
  • Weihbischof Athanasius Schneider aus Kasachstan

haben doch tatsächlich öffentlich und wirklich sehr verhalten Stellung bezogen. Kurz und gut: außer Schneider keine Spitzenbischöfe, keine Männer von Einfluß, keine Vorsitzende von irgendetwas. Dies bedeutet die Kardinäle haben „vorgelegt“, indem sie ausschließlich das nachkonziliare Lehramt von Johannes Paul II zitieren ihre Zweifel äußern, wobei die o.a. Bischöfe zustimmend nicken. Die katholische Welt kann sich kaum vor Begeisterung halten über so viel „Bekennermut“ oder wie man es auch formulieren mag. Ja, es ist ein Anfang, da sich 4 von 212 Kardinälen, was 1,886% aller Kardinäle ausmacht und drei von 5237 Bischöfen[2], was 0,057% aller Bischöfe (sic!) ausmacht, haben sich zaghaft zu Wort melden. Wir, die nachkonziliaren Katholiken sind wirklich nicht verwöhnt, wenn wir uns darüber freuen. Den vier Kardinälen kann sogar ihr Kardinalshut aberkannt werden. Dem Schreiber dieser Zeilen schaudert es! So schlimm kann es werden.

Der hl. Andreas Apostel, dessen fest wir am 30. November feierten, hat zwei Tage lang am Kreuz gehangen und daraus das Volk belehrt, der hl. Papst Klemens kam in den Marmorbergwerken um und ein unlängst verstorbener chinesischer Bischof, dessen Name uns entfallen ist, hatte während seiner langen Gefängnisstrafe den Rosenkranz an seiner Kette, an die er mehrere Jahre angekettet war, gebetet. Es gibt also wirklich Schlimmeres als einen Kardinalshut und nicht den Kopf zu verlieren und wer das Martyrologium Romanum, wie es wenigstens das Brevier von 1960 vorschreibt, täglich betet, der weiß, wie viel das Christusbekenntnis kostet und womit man alles auch selbst zu rechnen hat. Ja, wir freuen uns, aber der eigentliche Skandal besteht nicht darin, dass sich 1,886% aller Kardinäle und 0,057% aller Bischöfe endlich gegen die Häresie von Amoris Laetitia zu Wort melden, sondern dass, 98,114% der Kardinäle und 99,943% der Bischöfe es nicht tut! Und die haben keine Frau und Kinder zu ernähren und keinen Brotberuf auszuüben! Die Apostasie an der Kirchenspitze könnte nicht deutlicher gemacht werden. Wo bleibt das Wasser in der Wüste? Die Laien und Blogger sind nicht nur katholischer als der Papst, sie sind auch katholischer als ihre Kardinäle und Bischöfe, was auch Roberto de Mattei in seinem neuesten, hervorragenden Aufsatz durch die Blume sagt. Es ist schrecklich. Wir, die wir im deutschsprachigen Sprachraum leben, beneiden Hilary White um ihre Kenntnis von guten, gläubigen katholischen Priestern, denn sie schreibt:

Die Priester werden noch einmal dazu befähigt, den Glauben zu predigen, ungehindert von einer neomodernistischen Hierarchie, die mehr daran interessiert ist, der Gunst der Welt zu schmeicheln.

In der Diözese des Schreibers dieser Zeilen gibt es solche Priester nicht, manche haben die notwendige Intention, um die Sakramente gültig zu spenden, es gibt ein paar, die tatsächlich nicht in der Sünde leben, aber Eifer für die Seelen – Fehlanzeige. In anderen deutschsprachigen Diözesen ist es nicht besser. Die Priester brauchen nicht von ihren neumodernistischen Bischöfen gebremst zu werden, denn da gibt es nichts zu bremsen. Vielleicht ist es in den Kreisen von Hilary White besser, was wirklich sehr schön wäre. Ja, das, was sie sich wünscht und beschreibt kann eintreten, aber erst in ein paar Jahrzehnten, nachdem diese künftigen Priester bei jemand gelernt haben, was eigentlich katholisch sei. Wir stellen uns gerne zur Verfügung und versuchen uns in guter Gesundheit zu halten, denn die Bischöfe ziehen in den Krieg.

[1] Ehemaliger Bischof von Helsinki, der sein Amt aufgab wegen „unüberwindbaren Differenzen“ mit finnischen Katholiken, wobei zwei extrem verschiedene Mentalitäten aufeinander trafen.

[2] Nach: https://en.wikipedia.org/wiki/Catholic_Church

vom 30.11.2016 von Hilary White

Die Woche vom 14. Bis 21. November wird in Erinnerung bleiben als die Woche, in der die beiden schon lange streitenden Parteien in der Katholischen Kirche schließlich den offenen Krieg erklärten. Und während das eine Menge Jammern und Klagen verursacht hat, ist es wahr, daß ich niemals so glücklich und zufrieden gewesen bin, ein traditioneller Katholik zu sein wie unter diesem Pontifikat des Irrsinns.  Alles, was ich über die moderne, nachkonziliare Kirche dachte, wird nun jeden Tag als wahr demonstriert.

Vier hochrangige Kardinäle offenbarten der katholischen Welt die Tatsache dass Papst Franziskus sich grundsätzlich weigert  zu sagen, ob er ein Katholik ist oder nicht, oder ob er weiterhin der Papst der katholischen Kirche sein will. Franziskus Bergoglio hat sich geweigert auf ihre 5 quälenden kanonisch korrekten Fragen über die größeren Implikationen und Interpretationen seiner knalligen Exhortation, Amoris Laetitia zu antworten.

Die Menschen sind in Panik. Aber die Realität ist so, dass wir in diesem Papst und diesem Dokument und diesem Konflikt letztendlich und Gott sei es gedankt den Punkt überwunden haben, an dem die Revolutionäre, welche die Kirche lange kontrollierten und manipulierten, vorgaben, gut-katholische Menschen zu sein.  Sie haben – gerade zu der Zeit, als die vier Kardinäle ihre Fragen der Öffentlichkeit vorlegten – ihre Masken fallen lassen, und sie bestehen darauf, dass von nun an ihre neue Religion – von der sie nun öffentlich zugeben dass sie im Gegensatz zu Christus selbst ist – die einzig erlaubte in der Kirche ist. Jedem, dem das nicht gefällt – von Kardinälen bis hin zu Trittbrettfahrern – wird die Tür gewiesen. Die harte Entscheidung liegt jetzt unmittelbar vor uns; Christus und die Religion die ER der Welt gab, vollendet mit ihren Verfolgungen, oder diese sich entwickelnde und zunehmend triumphierende Sekte die die Institution der Katholischen Kirche kontrolliert.

Seit dem 14. November und dem Konsistorium des Schweigens hatten wir einen regelrechten Wirbelsturm, so stark, daß es unmöglich wurde, das Smartphone zu halten ohne es am Kopf festzukleben. Kardinäle und neu kreierte Kardinäle, Bischöfe und Bischöfe, tragen einem öffentlichen und offenen Konflikt darüber aus, ob die Sakramente denen gespendet werden können, die in einem objektiven Stand der Todsünde sind, oder ob die Kirche noch glaubt und lehrt, wie sie immer gelehrt hat, daß Sünde und Tugend nicht das gleiche sind und dass es keinen bequemen Mittelweg zwischen ihnen geben kann. Die Seiten – die von Christus und die von Belial – richten sich, kurz gesagt, für den Krieg aus und tatsächlich wurden die Eröffnungssalven schon abgefeuert.

Die vom Papst auserwählten Männer – seine Proxies [ihm nahe stehende Menschen Red.]– starten sophistische Attacken auf Twitter (über alle Dinge!); wir haben die neu kreierten Kardinäle Cupich und Farrel ihre älteren Kollegen schelten und öffentlich züchtigen gesehen, weil diese es gewagt haben, nach Klarheit zu fragen. In den letzten paar Tagen hatten wir zwei polnische Bischöfe, die die vier Kardinäle öffentlich und formell unterstützten, und ein Bischof in Deutschland gab eine Erklärung ab, in der er den Papst ebenfalls um Klärung seiner Intentionen bat. Ebenfalls in dieser Woche brachte sich Kardinal Humme – einer der alten Wächter des neuen Paradigmas – öffentlich in Verlegenheit, indem er die unverschämte Behauptung machte, dass kein einziges Mitglied des Kardinalskollegiums gegen die Intentionen des Papstes sei (welche auch immer es sind, er scheint sie zu kennen, während der Rest von uns im Zweifel verbleibt).

Das Letzte geschah gestern; die Untergebenen des Papstes zogen eine Haubitze in Form von Erzbischof Pio Vito Pinto heraus, Dekan der Römischen Rota, der auf einer Konferenz in Spanien mitteilte, dass die vier querulantischen Kardinäle ihren den Verlust ihres roten Hutes riskierten, weil sie es gewagt haben, um Klarheit zu bitten. Zur gleichen Zeit verband Erzbischof Chaput seinen Namen mit der kleinen Liste der Bischöfe, die den Papst formell darüber befragen, ein und für allemal zu sagen, ob oder ob nicht die Priester die Heilige Kommunion denen spenden können, die im objektiven Stand der Todsünde sind. Chaput, auf die Frage eines Reporters, sagte: „Wenn das Dokument Elemente enthält, die jeder ernsthafte katholische Gelehrte als zweideutig betrachtet, müssen die Probleme, die sich ergeben, in einer ehrlichen und unkomplizierten Weise angesprochen werden.“

So haben wir nun eine Krieg in der Frage des Dogmas bekommen zwischen Männern, die christgläubig und treu der Lehre der Kirche bleiben wollen und dem Papst. So ziemlich das schlimmste Szenario, das bisher nur spekulativ  von den größten Denkern der Kirche als theoretische Möglichkeit diskutiert wurde. Und wer weiß, was morgen kommt – bei diesem Pontifikat, das zu einer Lachnummer wurde.

Viele, viele Menschen sind von all dem zutiefst aufgewühlt. Aber ich glaube, dass ihr Klagen deplatziert ist. Tatsächlich ist Bergoglio der Papst meiner Freude – und, wie ich glaube, die größte Hoffnung auf ein Ende des de facto Schismas, das in den letzten 5 Jahrzehnten in der Kirche existierte. Zum ersten Mal seit meinem Wiedereintritt in das Katholische Leben in den späten 90ern habe ich eine reale konkrete Hoffnung für die Zukunft der Kirche. Diese Hoffnung hatte ich unter den „konservativen“ Pontifikaten von Benedikt XVI: und Johannes Paul II nicht.

Endlich wird der „dritte Weg“ des komfortablen „Konservatismus“ seiner Falschheit überführt. „Konservative“ katholischen Bischöfe erhalten eine lange überfällige Lektion im dritten und am meisten negierten und verleugneten Gesetz der Gesetze des  rationalen Denkens: dass es zwischen ja und nein nichts drittes geben kann. Es gibt mir Hoffnung, dass der Papst diese Bischöfe aus ihrem konservativen Niemandsland vertreibt. Das widerwärtige, verlogen glückliche Gesicht des JPII Konservatismus ist in den Dreck der Schlacht gefallen. Franziskus zwingt alle dazu, eine Seite auszuwählen, und selbst der entschlossenste des „es gibt hier nicht zu sehen“ Episkopats kann nicht länger bestreiten, dass es einen Krieg gibt.

Weitergehend will ich sagen, dass ich glaube, dass Bergoglio Gottes eigene Wahl für unsere Zeiten war. Wie ich immer und immer wieder sagte, wäre ein weiterer „konservativer Papst, der den falschen Status quo der glücklichen Widersprüche und des Behaltens der Bequemlichkeit für alle in der nachkonziliaren Kirche eine viel größere Katastrophe gewesen. Genau so, wie der US-Immobilienmarkt 2008 gelernt hat, wird die konkrete Realität – egal wie bequem es Sie es sich jetzt machen – nicht anderes tun, als später eine noch größere Katastrophe aufzubauen.

Unter den „großen“ konservativen Pontifikaten von Johannes Paul II. Und Benedikt XVI. erlaubte die Verleugnung diesem eitrigen Krebs unkontrolliert in jede Faser der Kirche einzudringen. Die Effekte des wehrhaften Terrors der Konfrontation die von so vielen Kirchenmännern demonstriert wurden – ihre jahrzehntelangen Weigerungen, für den Glauben aus Angst vor dem „Trennungen“ einzustehen – sind im Hühnerhaus gelandet. Es sind nicht die sogenannten „Liberalen“, die diese Situation geschaffen haben; es sind die guten Männer, die fünfzig Jahre damit verbracht haben, nichts zu tun.

Ich freue mich, weil es klar ist, dass die Zeiten der schmerzlichen kognitiven Dissonanz vorbei sind. Die Periode, in der wir versuchten lächelnd vorzutäuschen, dass es keinen Widerspruch gibt, während die Kräfte der „Irreligion“ ihre Übel hinausposaunten, ist vorbei Hallelujah! Seit 50 Jahren versuchen wir, in einem Leib die Kirche und die Antikirche zu beherbergen; die irre Vorstellung vom „großen Regenschirm“ der sich weigert, von der Wahrheit im Gegensatz zum Irrtum zu sprechen. Das und nicht Bergoglio, wäre der Tod der Kirche.

Dieses Rosten war es, was die Kirche zerstört, das sie wie eine Säure zersetzt. Es ist die päpstliche Abrissbirne Bergolio der die Lösung für dieses falsche NeuKirche ist, der wir erlaubt haben zu wachsen und die Kirche Christi zu verfinstern. Er packt diese „konservativen“ Bischöfe an den Schultern, schreit ihnen buchstäblich modische Häresien in ihre Gesichter und wehe, sie leugnen!  Der Witz ist, dass die Dinge, die er jeden Tag behauptet nichts anderes sind als die gleichen Ketzereien, denen diese Bischöfe all die Jahre zu blinkerten, zulächelten und zunickten. Bergoglio wagt es einfach, sie vor die Wahl gegen Ihn oder gegen Christus zu stellen – und erlaubt ihnen nicht mehr auszuweichen.

Einstmals vor langer, langer Zeit ging ich zu einer Buchhandlung, die von den Töchtern von St. Paul geführt wurde. Auf den Regalen sah ich einen Mischmasch von Heiligen und Ketzern, alle mit schönen glänzenden Buchdeckeln. Ich fragte die Nonne, warum in einer katholischen Buchhandlung so viele Autoren in ihren Regalen waren, die dem katholischen Glauben widersprachen. Sie antwortete: „Nun, wir müssen jeder Meinung Raum geben.“ Diese unglaubliche Aussage verkörpert perfekt den „konservativen“ Ansatz – der im Wesentlichen ein politischer ist – und der einen Versuch darstellt, ein drittes neutrales Ding zwischen „ja“ und „nein“ zu setzen “ und zu verkünden, dass genau das die Balance verkörpert.

Tatsächlich ist es eine Leugnung der Wirklichkeit

Es war nicht die sogenannte „liberale“ katholische Kirche, die die große Mehrheit der katholischen Laien in Laster, Irrtum und Gleichgültigkeit einlullte. Es waren diese „Konservativen“, einschließlich der Päpste, die versuchten, alle zu überzeugen, dass wir alle nur miteinander auskommen konnten, dass die Realität etwas war, mit dem wir uns nicht konfrontieren müssen, dass es eine Harmonie zwischen Christus und Belial geben konnte. Sie waren diejenigen, die die gefährlichste Lüge von allen verewigten.

Nun, diese Illusion ist nun endgültig zerschmettert, und Francis Bergoglio hat im Wesentlichen gesagt: „Tertium non datur.“ Es gibt keinen „dritten Weg“, es gibt nur meinen Weg oder du fliegst raus. Schlussendlich ist die wahre Landmarke vor uns – klar und unleugbar. Den Bischöfen und Priestern, die lamentierend den Verlust des komfortablen „Konservativen“ Paradigmas Johannes Paul II. beklagten, würde ich sagen: „Gentlemen, willkommen in der Wüste der Realität.“ Es ist vielleicht nicht hübsch und nett, aber nur in der Realität kann man als Diener Christi fungieren.

Ich denke, dass wirklich die einzigen Leute, die klagen, diejenigen sind, die vorher nicht im Krieg gewesen sind. Für uns Engländer, die wir bei gekürzten Rationen in unseren Bombentrichtern leben ist es gut zu hören, dass die Amerikaner letztlich sich entschieden haben, mitzumachen. Diese Schlacht ist einfach das, was sie immer schon war: die zwischen der katholischen Orthodoxie und dem „Neuen Paradigma“ des Neomodernismus. Mit dieser Realität und diesem Elend werden nun die einzigen Männer konfrontiert, die wirklich die Macht haben, den Krieg herumzureißen. Es bedeutet, kurz gesagt, dass es fast vorbei ist, dass sehr bald der Wiederaufbau beginnen kann.

Vielleicht beginnen die Lamentierer gerade erst zu verstehen wie wenig von der Kirche übriggeblieben ist, und sind ängstlich darüber, wie es aussehen wird, wenn es vorbei ist. Bis jetzt haben wir die tröstliche Illusion von Gebäuden, Kunst und Liturgie, die es so aussehen lassen, als ob der Glaube am Leben ist. Das Ödland des nachchristlichen Katholizismus wird ihnen jetzt klar. Und es ist hässlich. Hier will sicher niemand leben..

Sehr, sehr bald wird, wie ich glaube, das lange Exil der Katholischen Religion aus der Kirche, die ihren Namen trägt vorbei sein. Die Verfolgung von treuen Katholiken durch ihre eigenen Bischöfe wird aufhören. Die Priester werden noch einmal dazu befähigt, den Glauben zu predigen, ungehindert von einer neomodernistischen Hierarchie, die mehr daran interessiert ist, der Gunst der Welt zu schmeicheln. Die Berufungen werden gedeihen, das religiöse Leben wird wieder blühen. Dies sind die Prälaten und Kleriker, die mit der Bergoglio Sekte gehen werden. Die Arbeit der Kirche, die Welt zur Rettung der Seelen zu bekehren kann nach einem sterbenden halben Jahrhundert von Schweigen und Angst wieder begonnen werden. Das neue Paradigma ist im Begriff, besiegt zu werden, durch seine eigene Arroganz heruntergewirtschaftet. Ich sehe hier nichts, was mich animieren würde, zu klagen.