Correctio filialis, der Volkssturm und die falsche Prämisse


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Correctio filialis – Wortbedeutung

Gestern am 24. Oktober, dem Fest Beatæ Mariæ Virginis de Mercede (Bild oben), der Heiligen Jungfrau Maria von der Barmherzigkeit und einen Tag nach der interessanten, marianischen Sternkonstellation, die nur alle 7000 Jahre vorkommt, veröffentlichten 62 katholische Akademiker und Geistliche eine öffentliche Zurechtweisung des „Papstes“ Franziskus, welche sie die Correctio filialis zu Deutsch die „kindliche“ Ermahnung des Papstes nennen.

Das Adjektiv filialis kommt von filius – „Sohn“ oder filia – „Tochter“ und bezeichnet adjektivisch etwas, was vom Sohn oder von der Tochter herkommt. Die bekannte Stelle in der das Adjektiv filialis vorkommt, ist die Gegenüberstellung der „sklavischen oder knechtischen Furcht“ (timor servilis), die der Sünder seiner Sünden wegen Gott gegenüber hegt und der „kindlichen Furcht“ (timor filialis), welche der Gerechte hegt, der sich fürchtet den geliebten Vater zu beleidigen und seinen Ansprüchen nicht gerecht zu werden (Summ. Theol. 2.2. q. 19, a.11).  Der Begriff der Correctio filialis scheint ein theologisches Novum zu sein, da die bisherige Theologie lediglich die Correctio fraterna – die „brüderlicher Ermahnung“ kennt. Während die brüderliche Ermahnung unter Gleichrangigen stattfindet und zwar unter Gleichrangigen im Bischofs- oder Priesteramt, so findet die Correctio filialis von unten nach oben statt, was die Autoren der Kindlichen Ermahnung selbst zugeben.

Marianische Umstände

Bevor wir uns der Correctio näher widmen, ein paar tröstende Worte zu den marianischen Umständen. Obwohl es ein Falschglaube oder Aberglaube (superstitio) ist anzunehmen, dass Sterne auf unser Schicksal Einfluss haben, so ist es durchaus die Lehre der Kirche, dass die göttliche Vorsehung alles verwaltet und das Sichtbare ein Abbild des Unsichtbaren darstellt. Ferner ist es eine verbreitete Theologenmeinung, dass sich Gott zur Weltregierung der Engel bedient, welche auf physikalische Geschicke Einfluss haben. Wenn also etwas dermaßen Ungewöhnliches stattfindet, dass ein gesamtes Sternenbild der Jungfrau bildlich die Worte der Offenbarung darstellt, dann hat es auch im Übernatürlichen etwas zu bedeuten. Diese Worte lauten wie folgt:

„Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf goldenen Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Kindesnöten und hatte große Qual zur Geburt.“ (Off 12, 1-2)

Obwohl der Schreiber dieser Zeilen gewillt ist die Offenbarung des Johannes metaphorisch und nicht wörtlich zu interpretieren und schon gar nicht astronomisch, so hatten wir doch tatsächlich am 23. September das Phänomen, dass

„ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf goldenen Sternen im Himmel“

zu sehen war. Und dies das erste Mal seit Christi Geburt, bzw. das erste Mal seit 7000 Jahren, wie man liest. Das gestrige Fest der Mutter der Barmherzigkeit, welche oft mit dem Schutzmantel dargestellt wird, geht auf die Marienerscheinung die St. Raymund von Penafort und Petrus Nolasco unabhängig zuteilwurde, welche den Mercedarierorden (Ordo Beatae Mariae de Mercede Redemptionis Captivorum, ital. Ordine della B. M. Vergine della Mercede ) gründeten, die dem Loskauf der christlichen Sklaven aus der islamischen Gefangenschaft diente.

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Am 24. September fand in der Bundesrepublik Deutschland, deren Kirche durch die Kirchensteuer die katholischen Kirche weltweit am meisten korrumpiert, eine Bundestagswahl statt, welche wenigstens eine starke Machtverschiebung vom Merkelismus weg zufolge hatte. Obwohl die Correctio filialis am 16. Juli 2017 verfasst und dem Papst in August übergeben wurde, so scheint der Augenblick ihrer Veröffentlichung nach dem 23. September und am Marienfest vom 24 September ein glücklicher Umstand zu sein. Denn Gott bereitet etwas geistlich vor, bevor man aufgrund der empfangenen Gnaden faktisch tätig werden kann. Der Schreiber dieser Zeilen glaubt nicht an eine kommendes Wunder, aber er hält es für möglich, dass die Sternenkonstellation vom 23. September, welchem ein doppelt marianisches Fest folgte, da es an einem Mariensamstag stattfand, eine positive übernatürlich-natürliche Wende in der Kirche einleitet, für welche wir noch viel kämpfen und leiden werden müssen.

Warum denn kindlich?

Warum haben wir aber eine Correctio filialis also eine Ermahnung der Kinder, die sich an den Vater richtet anstatt einer Correctio fraternalis, einer brüderlichen Ermahnung, die unter Gleichgestellten erteilt wird. Weil alle fratres – Brüder, d.h. Kardinäle, Bischöfe und Erzbischöfe gekniffen haben. Die von Kardinal Burke, einem der beiden „Überlebenden“ der Dubia-Kardinäle angekündigte formelle Ermahnung des Papstes fand nicht statt. Dann mussten die Laien ran, da sonst niemand will. Unter den Unterzeichnern der Correctio (Stand vom 25.09. 2017 19:11) befindet sich nur ein emeritierter Bischof, der im Nachhinein dazugekommen ist, aber unter den Erstunterzeichnern ist außer Weihbischof Fellay von der Piusbruderschaft kein Bischof und da Bischof Fellay weiterhin kein offizielles Amt in der Kirche innehat, so kann man sagen, dass sich unter den Erstunterzeichnern kein katholischer Bischof befindet. Welche praktische Bedeutung hat es denn, wenn Kinder den Vater ermahnen, der ein absoluter Tyrann ist, wie ihn richtigerweise Ann Barnhardt beschreibt. So gut wie keine, leider, höchstens eine symbolische. Sollten Sie einen solchen Vater gehabt haben und z.B. 8 Jahre gewesen sein als Sie sich zum ersten Mal gegen ihn wehrten, dann wissen Sie, wie nutzlos es gewesen ist und welche sadistische Strafe es nach sich zog. Es blieb abzuwarten, größer zu werden oder die Polizei zu rufen. Aber hinsichtlich eines Papstes, keines Antipapstes wohlgemerkt, sind wir alle wie Kinder, da wir ihm untergeordnet sind. Kann er denn alles mit uns machen? Nein, denn er ist an das Gesetz Christi gebunden. Wenn er sich aber nicht daran hält? Dann muss man ihn irgendwie loswerden, bevor er die Kirche vollends zerstört. Um dies tun zu können, muss man aber über irgendwelche Machtmittel verfügen, welche leider die Unterzeichner der Ermahnung nicht haben, Kardinäle und Bischöfe aber schon.

Der „Volkssturm“ der Kirche

Wer sind denn die Unterzeichner? Ich will sie, nicht abfällig, den „Volkssturm“ oder die „Volkswehr“ der Kirche nennen. Wenn die richtigen Soldaten oder Offiziere, denn Kriegsführung ist ein Handwerk, nicht mehr vorhanden waren, so kam es ab und zu vor, dass bei massiver Bedrohung wirklich alle Alte, Junge, Frauen und Kinder am Krieg teilnahmen, siehe die ersten Kreuzzüge, um den Feind irgendwie zu bekämpfen. Unsere Offiziere, d.h. Kardinäle und Bischöfe, sind desertiert oder zum Feind übergelaufen, unsere Soldaten – Priester- sind größtenteils untätig, so bleiben nur ungeübte Zivilisten, Laien, übrig, um in die Schlacht zu ziehen. Die 61 Unterzeichner sind vielleicht nicht völlig unbekannt, aber größtenteils Nonames und emeritierte Akademiker. Der Titel former – „ehemaliger“ kommt dort am häufigsten vor und wir haben es von fünf bis sechs Leuten abgesehen mit Menschen zu tun, von denen niemand irgendwann etwas gehört hat. Es sind Akademiker des Mittelbaus, aber niemand ist darunter, der wirklich Macht und Einfluss ausübt, leider. Natürlich haben alle Angst, denn Franziskus wird bittere Rache an ihnen nehmen und eine Exkommunizierung ist nicht ausgeschlossen, aber wenn ein katholischer Akademiker nicht bei so etwas mitmacht, dann sollte er seinen Lehrauftrag aufgeben, denn sein Katholizismus ist nichts wert und Gott wird ihn schon zur Rechenschaft ziehen. Da Rorate Caeli nach Unterzeichnern mit akademischen Titeln sucht, so ist es möglich, dass sich noch welche finden. Der Schreiber dieser Zeilen hat sich auch gemeldet, da er aber keine Stelle zurzeit inne hat, so weiß er nicht, ob er genommen wird. Falls doch, hat er sich seine Anstellungschancen im deutschsprachigen Raum wohl verspielt, was ihm aber gleich ist. Die Wahrheit ist wichtiger, das Seelenheil auch. Es ist doch wichtiger im Kampf zu fallen, als niemals gekämpft zu haben. Gott wird es uns schon vergelten, wenn die irdische Kirche es nicht tut. Dennoch ist die Kirche hierarchisch gegliedert und alle Macht, wie wir jetzt leidvoll unter Antipapst Franziskus erfahren, kommt von oben. Daher glaubt der Schreiber dieser Zeilen, dass die Correctio vom Propaganda-Effekt abgesehen praktisch nichts bewirken wird. Franziskus will die Kirche ruinieren und spalten, denn er treibt das Schisma voran. Denn:

  • Wenn die Leute ihn anklagen, hat er sein Ziel erreicht.
  • Wenn ein juristisches, denn faktische ist es schon der Fall, ein Schisma ausbricht, hat er sein Ziel erreicht.
  • Wenn nichts unternommen wird, hat er sein Ziel erreicht.

Das Ziel lautet: die Zerstörung der Kirche. Was wäre die Lösung? Eine Pressekonferenz von Kardinälen und Bischöfen, welche öffentlich erklären, dass Papst Franziskus der Häresie verfallen ist und ipso facto aufhört ein Papst zu sein und dass sie ihm die Treue kündigen, weil die Treue zu Christus wichtiger ist. Danach würde wohl ein kurzzeitiges Schisma folgen bis Antipapst Franziskus stirbt, wonach ein, hoffentlich katholischer Papst gewählt wird, der das Franziskus Pontifikat abrogiert und Vat. II hoffentlich auch. Wie wahrscheinlich ist es, dass dies eintritt? Sehr unwahrscheinlich bei der jetzigen Zusammensetzung des Kardinalskollegiums und der Bischofskonferenzen. Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Sternenkonstellation, wie die am 24. September 2017 eintritt? Sehr unwahrscheinlich, alle 7000 Jahre einmal, aber die Sterne sind vorhersehbar und Franziskus nicht.

Falsche Prämisse

Der Schreiber dieser Zeilen hat die Correctio filialis bereits gelesen, für gut befunden und wir werden sie hier, kommentiert wiedergeben. Dennoch gehen die Unterzeichner von der falschen Prämisse, dass Bergoglio der Papst ist, sodass sie seine Häresien zu ernst nehmen. Sie schreiben zwar richtigerweise:

Heiliger Vater, das Petrusamt wurde Ihnen nicht anvertraut, damit Sie den Gläubigen seltsame Lehren auferlegen, sondern damit Sie als treuer Diener, das anvertraute Gut bis zur Wiederkunft des Herrn bewahren (Lk 12; 1 Tim 6). […]

Dennoch werden jene Katholiken, die die Grenzen der päpstlichen Unfehlbarkeit nicht klar erfassen, durch die Worte und Handlungen Eurer Heiligkeit in einen von zwei katastrophalen Irrtümern getrieben: entweder machen sie sich die Häresien zu eigen, die nun verbreitet werden, oder sie werden im Bewusstsein, dass diese Lehren dem Wort Gottes widersprechen, an den Vorrechten der Päpste zweifeln oder sie leugnen. Andere Gläubige sind verleitet, die Gültigkeit des Amtsverzichts des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zu bezweifeln. Auf diese Weise wird das Petrusamt, das der Kirche von Unserem Herrn Jesus Christus für das Wohl der Glaubenseinheit verliehen wurde, missbraucht, der Häresie und dem Schisma einen Weg zu öffnen.

Die Unterzeichner stellen also fest, dass der Papst das Amt und die Kirche schädigt. Sie schreiben aber nichts von der Assistentia negativa, von dem Schutz Gottes also, welcher auch einen schlechten Papst daran hindert die Kirche zu zerstören. Aber es hat doch schon häretische Päpste gegeben? Ja, die gab es: Vigilantius, Liberius, Honorius I., Johannes XXII., wenigstens die Letzteren. Aber es geht um das Maß der Häresie. Honorius I. wurde nach dem Tod verurteilt (DH 550-552), Johannes XXII. hatte vor dem Tod wiederrufen. Nach den postkonziliaren Maßstäben gemessen, waren diese verurteilten Häresien Peanuts. Wir wären heute froh Männer zu haben, die in solchen Kategorien überhaupt denken können, wenn auch häretisch. Aber keiner der bisherigen Päpste, auch der schlechtesten Päpste, hat sich programmatisch vorgenommen die Kirche zu zerstören und eine Blasphemie und Häresie nach der anderen von sich gegeben. Dies ist der große Unterschied. Warum denn die Henne erlegen, die goldene Eier legt? Warum den Geldhahn zudrehen? Bergoglio schützt aber, im Gegensatz zu den schlechtesten Päpsten, die dennoch keine Häresien verbreiteten, keine assistentia negativa, weil er kein Papst ist, deswegen wird er auf keine Apelle hören.

Deswegen sollte man irgendwie seine Amtsenthebung betreiben, obwohl er sich mit Zähnen und Klauen dagegen wehren wird. Vielleicht wäre ein Marsch auf Rom die richtige Lösung? Angenommen zwei Millionen Menschen marschieren ein, die Italiener bringen es nicht über sich, sie über den Haufen zu schießen, weil sie von Franziskus wegen seiner Immigrations-Islam-Politik ebenfalls genug haben, man stürmt Vatikan, die Schweizer Garde läuft über, man bringt Franziskus in die Engelsburg und verurteilt ihn. Der deutsche heilige Kaiser Heinrich verfuhr so mit einem Gegenpapst, woran wir alle ein Beispiel nehmen können. Wunschvorstellung? Vielleicht, aber haben Sie bessere Vorschläge? Zwar steht auf die Gewalt gegen den Papst eine Exkommunikationsstrafe, dies gilt aber für Päpste, nicht für Gegenpäpste. Ätsch! Wir hoffen stark, dass die Unterzeichner der Correctio filialis noch einen Plan B haben, aber in der Zwischenzeit beten wir für sie, denn Sie werden sicherlich verfolgt werden. Ave Maria ….

 

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Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (7 von 7) Damit sie nicht in der Hölle landen.


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Was ist die Konsequenz der Umsetzung der jetzigen Sexualiethik wie sie seit Amoris Laetitia angeblich gilt? Die Hölle und die ewigen Höllenquallen. Warum? Weil Theologie die Mathematik des Übernatürlichen ist.

  • Wenn es Gott gibt, dann ist er vollkommen, sonst wäre er nicht Gott.
  • Wenn es Gott gibt, dann hat er sich geoffenbart, damit wir wissen, dass es Ihn gibt, wie Er ist und was er von uns fordert.
  • Wenn er Gott ist, dann ist er unveränderlich und seine Offenbarung, welche einen Teil seiner Selbst und seiner ewigen Ordnung darstellt, ist es auch.
  • Wenn es die Offenbarung gibt, deren Höhepunkt in Jesus Christus stattfand und mit dem Tod des letzten Apostels niedergeschrieben wurde, dann ist sie ebenfalls unveränderlich.
  • Wenn es die Offenbarung gibt und eine von Christus gestiftete Kirche, welche diese Offenbarung interpretiert, dann ist die Lehre der Kirche, was die Offenbarung an sich betrifft, ebenfalls unveränderlich.
  • Es ist doch unmöglich, dass etwas bis zum Jahr 2016 falsch war und ab dem Jahr 2016 richtig wird.
  • Es ist unmöglich, dass der unveränderliche und unveränderbare Gott, und seine Offenbarung gleich mit, sich auf einmal ändern, damit wir es bequem haben.

Göttliche Gesetze sind unveränderlich! Es spielt keine Rolle, ob Sie jetzt daran glauben, Sie werden es sowieso erleben! Dann ist es aber zu spät.

Ann Barnhardt sagte etwas Schönes, was der Schreiber dieser Zeilen ein wenig abgewandelt für sich selbst in Anspruch nimmt:

Get me right! I don’t like most people, but I care. I don’t want them to go to hell, literally!

Verstehen Sie mich richtig! Ich mag die meisten Menschen nicht, aber ich sorge mich um sie. Ich will nicht, dass sie buchstäblich in die Hölle gehen!

Dem Schreiber dieser Zeilen sind die meisten Menschen emotional gleichgültig, er kann aber nicht sagen, dass er sie nicht mag, denn dies wäre eine emotionale Wertung, aber er sorgt sich um sie, damit sie nicht in der Hölle landen.

Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (6 von 7) Amoris Laetitia.


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III.  AMORIS LAETITIA

Wie können wir daran zweifeln, dass diese Enzyklika, die von demselben Kardinal Caffara, dem Schwester Lucia geschrieben hatte, öffentlich in Frage gestellt wurde, keinen Anteil hat am Zusammenprall zwischen der Kirche und Satan, wie wir oben erwähnt haben?

In diesem kurzen Blick auf Amoris Laetitia betrachten wir Ehe, Ehebruch und „Sexualerziehung“.

          1)    Ehe

a) Ehe in sich selbst

         Die Exhortation Amoris Laetitia

Die Exhortation Amoris Laetitia sagt in § 80: Die Ehe ist an erster Stelle eine »innige Gemeinschaft des Lebens und der Liebe«, die ein Gut für die Ehegatten selbst darstellt, und die Geschlechtlichkeit ist »auf die eheliche Liebe von Mann und Frau hin geordnet … Trotzdem ist diese Vereinigung »durch ihre natürliche Eigenart auf die Zeugung ausgerichtet.«.

      In den Fußnoten sind für diesen Text vier Referenzen angegeben: Gaudium et Spes § 48 in Bezug auf die „intime Gemeinschaft“; Der Kodex des kanonischen Rechts (1983) c.1055 im Hinblick auf das „Wohl der Ehegatten“[1]; Der Katechismus der katholischen Kirche § 2360 im Hinblick auf die Ordnung der Sexualität in der  ehelichen Liebe; Gaudium et Spes § 48 wieder im Hinblick auf die Hinordnung der Ehe auf die Fortpflanzung.

    Es gibt zwei Dinge zu beachten beim Vergleich dieser Passage der Exhortation mit dem jüngeren Lehramt:

    1)  Es stellt einen „Schritt nach vorn“ dar, insofern es nun explizit die eheliche Liebe als das primäre Ziel der Ehe darstellt („Heirat ist erstens … eheliche Liebe“);

    2)  Diese Lehre ist ein weiteres Beispiel für die erotisierende Tendenz des jüngsten Lehramtes, die sich hier auch in der Wiederholung dreier Lehrsätze (die wir oben behandelt haben), die die Ehe als „intime Partnerschaft des Lebens und der Liebe“ und ein „Gut“ für die Ehegatten bezugnehmend auf die Hinordnung der Sexualität zur ehelichen Liebe beschreibt. Der Vorschlag, daß die eheliche Liebe im Wesentlichen sexuellen Inhaltes ist, wird in der Folge auch in § 150 mit dem Titel „Die erotische Dimension der Liebe“ in ausschliesslich weltlichen Begriffen ausgearbeitet.

 

b) Ehe im Bezug zu Jungfräulichkeit oder Zölibat

Gerade haben wir gesehen, wie Papst Franziskus das jüngste Lehramt einen Schritt weiter gehen lässt, indem er ausdrücklich “Liebe” als primäre Zielsetzung der Ehe bezeichnet und und dieser „Liebe“ ausdrücklich einen erotischen Inhalt verleiht.

Im folgenden werden wir sehen, wie er die Ehe jetzt genau so und explizit auf die gleiche Ebene setzt wie Jungfräulichkeit und Zölibat (Exhortation § 159 Papst Johannes Paul II aus seinem Diskurs vom 14. April 1982 zitierend: „…dass die biblischen Texte »weder einen Grund dafür [liefern], die „Minderwertigkeit“ der Ehe zu behaupten, noch dafür, die „Überlegenheit“ der Jungfräulichkeit bzw. des Zölibats zu vertreten.«

   Dadurch, dass er das Zitat hier enden lässt und durch die Einsetzung von Anführungszeichen um die Worte Minderwertigkeit und Überlegenheit vermittelt Papst Franziskus den Eindruck, dass sowohl die Heilige Schrift als auch Papst Johannes Paul II. diese beiden grundlegenden Lebensweisen auf die gleiche Ebene setzen, mit anderen Worten sie als gleichwertig betrachten. Das aber ist nicht wahr. Die Heilige Schrift und die Tradition, die im Konzil von Trient ihren Höhepunkt finden (wie wir oben zeigten), lehren, dass die letztgenannte Lebensweise überlegen ist.

        Unter Bezugnahme auf Johannes Paul II. erkennt er hier die letztere Wahl als überlegen an, wie wir oben gesehen haben, und erklärt am Ende des fraglichen Absatzes, dass der Herr: „…seinen Jüngern das Ideal der Mäßigung und die Berufung dazu schenkt, weder wegen der Minderwertigkeit noch wegen Vorurteilen gegen die ehelich leibliche Vereinigung, sondern allein um des Himmelreiches willen.“[2]

Es ist wahr, daß Papst Franziskus später in diesem Abschnitt von der Vollkommenheit des geweihten Lebens spricht, aber er tut dies nicht im absoluten Sinne, in dem diese Vollkommenheit von der Tradition verstanden wird, sondern nur in einem relativen Sinn in einer kurzen Betrachtung der jeweiligen Stärken und Schwächen der beiden verschiedenen Stände, welche, wie er behauptet, sich der Gleichwertigkeit erfreuen.

   Kurz gesagt, Papst Johannes Paul II. neigt dazu, die beiden Lebensstände als gleichwertig zu betrachten, während Papst Franziskus diese These ausdrücklich feststellt. Das entspricht sicher der Bedeutung, die er auch der ehelichen Liebe zukommen lässt.

2. EHEBRUCH

   Es ist sicherlich der Geist der Erotik, der sich bereits in den obigen Zitaten manifestiert, die hinter der nachsichtigen Haltung des Papstes gegenüber dem Ehebruch steht.

a) Die Befürwortung des Ehebruchs

             In dem Dokument Amoris Laetitia § 298 spricht der Papst von „geschiedenen und wiederverheirateten“ Paaren wie folgt: „Die Kirche weiß um Situationen, in denen »die beiden Partner aus ernsthaften Gründen – zum Beispiel wegen der Erziehung der Kinder – der Verpflichtung zur Trennung nicht nachkommen können«. (Familiaris Consortio § 84) Und er fügt in der Fußnote 329 an: „Viele, welche die von der Kirche angebotene Möglichkeit, „wie Geschwister“ zusammenzuleben, kennen und akzeptieren, betonen, dass in diesen Situationen, wenn einige Ausdrucksformen der Intimität fehlen, »nicht selten die Treue in Gefahr geraten und das Kind in Mitleidenschaft gezogen werden [kann].« (Zweites Vatikanisches Konzil, Past. Konst. Gaudium et spes über die Kirche in der Welt von heute).

    Kommentar

   ‘Ausdrucksformen der Intimität’ bezieht sich auf sexuelle Beziehungen wie aus einer Lektüre der vollständigen Passage von Gaudium et Spes hervorgeht, und aus der Tatsache, dass die „Ausdrucksformen der Intimität“ dem Zusammenleben als Bruder und Schwester gegenübergestellt werden. Folglich kann der Text wie folgt zusammengefasst werden: Viele geschiedene und wiederverheiratete Paare, die zum Wohle ihrer Kinder zusammenleben, finden, dass die sexuellen Beziehungen (d.h. der Ehebruch) für ihre Beziehung und für das Wohl ihrer Kinder fruchtbar sind.

Wir sehen, dass dann:

i) Ehebruch gerechtfertigt ist; und zwar:

ii) als Mittel zum Zweck: nämlich wegen der Treue des Paares und wegen des Wohls der Nachkommenschaft;

iii) in einer bestimmten Situation, ja insbesondere in einer Situation, die von „vielen“ erfahren wird;

iv) in der angeblichen Kontinuität mit dem vorangehenden kirchlichen Lehramt

.
Wir können auf jeden der Punkte wie folgt antworten:

i) Ehebruch wird expressis verbis im Alten Testament im 6. Gebot und von unserem Herrn Jesus Christus selbst im Neuen Testament verurteilt (Mt 19,9, Mk 10,11-12). Darüber hinaus spezifiziert Unser Heiland den Ehebruch als eine der Sünden, die den Sünder vom ewigen Leben ausschließen (Mt. 19,17-18), also als Todsünde. Von daher ist er ein intrinisches (in sich selbst bestehendes (Anm. d. Übers.)) Übel, das in keiner Weise gerechtfertigt sein kann.

ii) Der hl. Paulus (Röm 3,8) erklärt ausdrücklich, dass ein Übel nicht als Mittel zum Guten getan werden kann;

iii) Hier ist die Situationsethik mit dem Grundsatz am Werk, dass das Gewissen eine Norm nach der Situation erschaffe, in der sich das Individuum befindet. Die Kirche hat im Gegensatz dazu die Situationsethik verurteilt, und versteht das Gewissen als Urteilsvermögen, das objektive moralische Prinzipien auf bestimmte Handlungen anwendet.

iv) Der Papst (oder seine Mitarbeiter) unterdrücken wesentliche Teile der Passagen, aus denen er zitiert.  In der ersten Passage erklärt Papst Johannes Paul II., wenn er von den „wiederverheiratet Geschiedenen“ spricht, die aus Motiven zusammenleben, die das Wohl ihrer Kinder einschließen, dass sie in vollkommener Keuschheit leben müssen: wenn sie es nicht tun, können sie die Heilige Kommunion nicht empfangen. In der zweiten Passage befürwortet das Konzil die sexuellen Beziehungen aus Gründen der Treue und dem Wohl der Kinder, aber nur bei denen, die sakramental verheiratet sind.

Mit anderen Worten, sagt Papst Johannes Paul II., dass  „wiederverheiratet Geschiedene“ als Paar für das Wohl ihrer Kinder zusammen leben können, jedoch in vollkommener Keuschheit; Das Konzil sagt, dass die sexuellen Beziehungen die Treue eines Paares und das Wohl ihrer Kinder in der Ehe fördern können. Durch die Kombination beider Passagen, unter Ausschluss der Verweise auf Keuschheit und Ehe, behauptet Papst Franziskus, den Ehebruch auf der Grundlage des vorangegangenen Lehramtes zu rechtfertigen.

b) Der kirchliche Status der Ehebrecher

     Die Ermahnung besagt in § 299, dass die „wiederverheiratet Geschiedenen“ als lebendige Glieder der Kirche leben und reifen können, „und schlägt vor, dass sie in das öffentliche Leben der Kirche integriert werden, zum Beispiel als Paten. Die Tradition der Kirche zusammen mit dem hl. Thomas von Aquin auf der anderen Seite betrachten sie als tote Mitglieder der Kirche, wie abgestorbene  Zweige eines lebendigen Baumes. Aus diesem Grunde und wegen ihres schlechten Beispiels ist es eindeutig unangebracht, daß Ehebrecher im öffentlichen Leben der Kirche Positionen übernehmen noch war es ihnen je erlaubt, dies zu tun.

c) Die Zulassung der Ehebrecher zur Heiligen Kommunion

    Wir können aus § 298 und Fußnote 329, die wir oben analysierten, schlussfolgern, dass, wenn Ehebruch nicht mehr als Todsünde gilt, die Ehebrecher das Recht haben, in das Leben der Kirche integriert zu werden, auch wenn es um die heilige Kommunion geht. Lassen Sie uns nun eine der Passagen des Dokuments untersuchen, das ausdrücklich sagt: „[…] dass die Konsequenzen oder Wirkungen einer Norm nicht notwendig immer dieselben sein müssen. […] Auch nicht auf dem Gebiet der Sakramentenordnung, da die Unterscheidung erkennen kann, dass in einer besonderen Situation keine schwere Schuld vorliegt. (§ 300 mit Fußnote 336).

     Welche Art von Rechtfertigung für den Zugang zur heiligen Kommunion hat der Papst hier im Auge? „Situationsethik“? Aber diese Ethik ist, wie wir bereits erklärt haben, null und nichtig. Oder ist es vielleicht die Unwissenheit seitens des Paares, dass Ehebruch eine Todsünde ist oder dass (der Empfang der… (Anm. d. Übers.) die heilige Kommunion im Stand der Todsünde eine weitere Todsünde ist? Es ist wahr, dass eine Todsünde einem Sünder dann nicht angerechnet wird, wenn er nicht wusste, dass es eine solche war; dennoch ist die fragliche Sünde objektiv eine Todsünde und ein schweres Vergehen gegen Gott. Aus diesem Grunde muß jede Form von geistlicher Hilfe, Unterscheidung, Unterrichtung oder Intervention seitens der Kirche darauf gerichtet sein, das Paar über das objektive natürliche und göttliche Gesetz zu unterrichten und sie dazu zu führen, in der Gnade Gottes zu leben, und sie nicht aus Angst, ihre Empfindungen zu beleidigen, in Unwissenheit und Sünde zurückzulassen. Kurzum, die Aufgabe der Kirche ist es nicht zu vermeiden, die Gläubigen zu kränken, sondern zu vermeiden, dass Gott beleidigt wird.

3. Sexualerziehung

    Jetzt, wo die europäischen Schulen mit „Sexualerziehungs“-Programmen einer unmoralischen und rein hedonistischen Ordnung überschwemmt worden sind (und wir fürchten, dass es noch schlimmer kommen wird), wird ein Eingriff der Heiligen Mutter Kirche mit jedem Tag, der vergeht, zunehmend dringender und notwendiger. Mit der Veröffentlichung von Amoris Laetitia hätte man vielleicht gehofft, dass die Hierarchie eine wahrhaft katholische Haltung in Bezug auf die Frage eingenommen hätte, zum Beispiel:

i) Einen Vorschlag (zu unterbreiten), neue und wirklich katholische Schulen zu gründen oder zumindest neue Institute, um die katholische Lehre in den vorhandenen Schulen zu lehren;

ii) ein Appell an die Eltern, die Kinder selbst zu unterrichten oder zumindest die Ausbildung ihrer Kinder dahingehend zu überwachen, dass dieser Unterricht tatsächlich in Übereinstimmung mit dem primären Ziel der Ehe (d. h. der Fortpflanzung und der Erziehung der Kinder) stattfindet.

iii) Eine klare Darstellung der katholischen Lehre über die Ehe, über die ihr entgegengesetzten Handlungen, über die Reinheit, über die Unreinheit und über die Tatsache, dass alle Sünden gegen die Reinheit Todsünden sind.

Stattdessen fehlen dem Abschnitt § 280-286 mit dem Titel „Die Notwendigkeit der Sexualerziehung“ seltsamerweise all diese Punkte.

i) Weit davon entfernt, Alternativen zu den gegenwärtigen „Sexualerziehungs“-Programmen aufzuzeigen, beschränkt sich das Dokument darauf, bestimmte Modifikationen oder Abänderungen einiger Akzente (innerhalb dieser Programme) vorzuschlagen

ii) Die erzieherische Rolle der Eltern wird nicht einmal erwähnt, im markanten Gegensatz zu dem Dokument „Die Wahrheit und Bedeutung der menschlichen Sexualität“, das der Vatikan etwa 20 Jahre zuvor (1995) promulgiert hat, welches angesichts der Gefahren, dieses Thema in der Schule zu behandeln, streng die Sexualerziehung innerhalb der Familie anordnet.[3] In der fraglichen Passage ignoriert Amoris Laetitia tatsächlich die primäre Zielsetzung der Ehe und konzentriert sich (mit Ausnahme eines einzigen Verweises auf das „natürliche Ziel der Sexualität: die Fortpflanzung“) auf den sekundären Ehezweck, d.h. auf die Liebe: ja auf eine Liebe exklusiv verstanden in einem emotionalen und vor allem sexuellen Sinne. Man liest zum Beispiel über die „Erziehung zur Liebe, zum gegenseitigen Sich-Schenken“ (§ 280); Über die „Liebesfähigkeit“ (§ 281-2) und die Art und Weise, wie „junge Menschen Liebe zeigen“ (§ 284)

iii) In Bezug auf die katholische Lehre über Ehe und Reinheit[4] wird überhaupt gar nichts gesagt. Die Sexualität wird in einer ausschließlich psychologischen Weise behandelt, ohne die klitzekleinste Anspielung auf Moral. Das Übel, das vermieden werden soll, ist keine Sünde mehr, sondern es sind eher soziale oder psychische Probleme wie: „Banalisierung und Verarmung“ (§ 280) „die außer Kontrolle geratene Pornographie und die auf Krankhaftigkeiten herabgewürdigte Sexualität, die unsere Liebesfähigkeit entstellt“ (§ 281-2) „narzissitische Aggressivität“, „mit ihrem Körper und ihren Begierden zu spielen“ (§ 283); „Unreife“ (§ 284) „die Einschließung in die eigenen Grenzen“ (§284-5), „den eigenen Körper nicht zu akzeptieren aus Angst vor der Verschiedenheit“ (§ 285).

   Wir sehen, dass Sexualität außerhalb der Ehe nicht verurteilt wird. Vielmehr wird, so scheint es, dazu aktiv ermutigt, so dass der Abschnitt in seiner endgültigen Analyse mit Sexualerziehungsprogrammen kompatibel ist, die bereits stattfinden und mit solchen, die den Kindern noch übergestülpt werden sollen: „Der Sexualtrieb kann geschult werden in einem Weg der Selbsterkenntnis und der Entwicklung einer Fähigkeit zur Selbstbeherrschung, die helfen können, wertvolle Fähigkeiten zur Freude und zur liebevollen Begegnung zu Tage zu fördern.“ (§ 280) „Es ist hingegen wichtig, ihnen einen Weg aufzuzeigen zu verschiedenen Ausdrucksformen der Liebe, zur gegenseitigen Fürsorge, zur respektvollen Zärtlichkeit, zu einer Kommunikation mit reichem Sinngehalt[5] zu kommen”, in der Vorbereitung „für die sexuelle Vereinigung in der Ehe als Zeichen einer allumfassenden Verpflichtung durch alles bereichert, was dem vorausging“ (§ 283, siehe auch § 284).

   Tatsächlich ist der Abschnitt auch mit „Gender[6]“ kompatibel, da der Verfasser die Sexualerziehung nicht nur für Jugendliche, sondern auch für „Kinder“ in Betracht zieht (§ 280 und 281); und er sich freut zu behaupten: „Wir können auch nicht ignorieren, dass die Gestaltung unserer eigenen Seinsart, sei es männlich oder weiblich, nicht einfach das Ergebnis biologischer oder genetischer Faktoren[7] ist, sondern von mehreren Elementen, die mit Temperament zu tun haben, Familiengeschichte, Kultur usw. […]; Aber es ist auch wahr, dass Männlichkeit und Weiblichkeit keine starren Kategorien sind […]. Der Abschnitt endet mit einer Warnung vor der „legitimen Freiheit und der Verstümmelung der echten Entwicklung der konkreten Identität der Kinder oder ihrer Möglichkeiten“ (§ 286)[8]

[1] Vgl. die Fußnote 9 oben

[2] Die Schwierigkeiten dieses Statements haben wir weiter oben ausgeführt

[3] Dieses Dokument atmet einen authentischen katholischen Geist, abgesehen von einem übermäßigen persönlichen Beharren auf die „Liebe“.

[4] Wiederum in einem markanten Gegensatz zu „der Bedeutung und Wahrheit der menschlichen Sexualität“

[5] Es ist unklar, worüber hier gesprochen wird. Sicherlich hätten sich die griechischen und römischen „Liebesdichter“ z.B. vorgestellt, in solch eine Kommunikation mit einbezogen zu werden, allerdings in völliger Abwesenheit von Keuschheit.

[6] Einer Ideologie – so dumm, wie verabscheuungswürdig

[7] Aber in welchen Fällen und warum ist das Gebet ein Problem, „den eigenen Körper nicht zu akzeptieren“ (vgl. § 285)?

[8] Die schädliche Wirkung dieser Passage wird nicht durch die päpstliche Missbilligung von „Gender“ bei anderen Gelegenheiten vermindert, da die letztgenannten Aussagen nur einen verwirrenden Effekt haben und nicht die Korrektur früherer Aussagen bewirken.

Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (6 von 7) Der Untergang oder Amoris Laetitia als Ziel.


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Wenn man sich die nachkonziliare Ehe- und Sexuallehre näher anschaut, wird einem im Nachhinein deutlich, dass seit mindestens 50 Jahren auf Amoris Laetitia hingearbeitet wurde. Wer konkret hat darauf hingearbeitet?

  1. Vat. II mit Gaudium et Spes 48 und 49: Gleichstellung des ersten (Kinder) und zweiten (gegenseitige Hilfe) Ehezweckes
  2. Paul VI. Humanae vitae: Anerkennung und Zulassung der natürlichen Verhütung, deren Anwendung so ausgeweitet wurde, dass sie zu einer legitimen Verhütung avansierte.
  3. Johannes Paul II. Theologie des Leibes: Ehelicher Sex als Selbstzweck und als Weg zu Gott
  4. Johannes Paul II. Familiaris consortio (1981): Zusammenleben von Ehebrechern wird zwecks Erziehung der Kinder geduldet, wenn sie keusch leben. (84)
  5. Johannes Paul II. Codex iuris canonici (1983): Umkehrung des ersten und zweiten Ehezweckes im Canon 1055 § 1:

Der Ehebund, durch den Mann und Frau unter sich die Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen, welche durch ihre natürliche Eigenart auf (1) das Wohl der Ehegatten und (2) auf die Zeugung und die Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet ist, wurde zwischen Getauften von Christus dem Herrn zur Würde eines Sakramentes erhoben.“ (Can. 1055 § 1)

  • Da also laut dem nachkonziliaren Eherecht (CIC 1983, Can. 1055 § 1) die Ehe hauptsächlich Sex wegen geschlossen wird und die Kinder als eine Beigabe erscheinen, so steht Amoris Laetitia  – der „Freude am Sex“ nichts mehr im Weg. Sex erscheint also als das, was er für die Welt ist: das Höchste auf Erden, ein Menschenrecht, etwas Unabdingbares, das niemand missen sollte.
  • Da Johannes Paul II in Familiaris Consortio 84 erlaubte, dass:
    • Ehebrecher zusammen wohnen dürfen,
    • zur Kommunion gehen dürfen, obzwar nicht in der eigenen Gemeinde, wenn sie sich vor ihrem Pfarrer verpflichtet haben, keusch zu leben,
    • da sie sich aus wichtigen Gründen nicht trennen können, falls sie
    • beispielsweise gemeinsame Kinder haben.

Diese Erlaubnis ist widersinnig und stellt wieder einmal ein trojanisches Pferd und eine Zeitbombe da. Denn:

  • Wenigstens einmal wurde schon die Ehe gebrochen, denn wenigstens einer der „wiederverheirateten Geschiedenen“ begingt Ehebruch und begeht ihn mit dem „neuen Partner“ immer wieder.
  • Wenn diese Menschen zusammen wohnen, sorgern sie für Ärgernis, da alle annehmen, dass sie Sex haben und zwar ehebrecherischen Sex.
  • Kinder sind entweder aus der ersten Ehe da und fragen: „Wo ist Mutti?“ „Wo ist Vati?“, falls es gemeinsame Kinder sind, lernen Sie, dass Ehen nicht ewig dauern und haben ihr ganzes Leben lang Angst verlassen zu werden.
  • Inwieweit Keuschheit bei Menschen praktizierbar ist, die zusammen wohnen, gemeinsame Kinder haben und miteinander Sex hatten, sodass wenigstens in der Vergangenheit sexuelle Anziehung vorhanden war, sei dahin gestellt, wahrscheinlich bleibt sie in den meisten Fällen auf dem Papier. Keuschheit ist nur dann praktizierbar, wenn man Gelegenheit meidet und nicht mit der „Gelegenheit“ zusammenwohnt.
  • Entweder man kommuniziert in einer Gemeinde, wo man unbekannt ist, als müsste man sich für etwas schämen oder man geht zur Kommunion, hoffentlich im Gnadenstand, in der eigenen Gemeinde, wo alle annehmen, dass man im Ehebruch lebt, sollte man auch keusch leben.

Und was haben wir? Jawohl, Skandal und Verwirrung. Johannes Paul II hat mit Familiaris consortio eine de facto kirchlichen Anerkennung der „Zweit-“ oder „Drittehe“ geschaffen, sodass Franziskus und seine Mannen oder dieselben Mannen, welche hinter Johannes Paul II standen nur einen weiteren Schritt zu gehen brauchten. Amoris Laetitia fiel nicht vom heiteren Himmel, liebe Nachkonzilsbrüder.  Es ist doch wirklich unsinnig, Menschen, die im Ehebruch leben mit Familiaris consortio 84 zu einer Josephsehe im Ehebruch zu zwingen. Nur eine Handvoll von Heiligen, ja Heiligen, hat die Josephsehe, also Ehe ohne Sex praktiziert, aber sie haben nicht zusammen mit dem Ehepartner gelebt. So legte die hl. Elisabeth von Thüringen, welche bevor sie sich zur keuschen Ehe entschied, mit ihrem Ehegatten sechs Kinder hatte, großen Wert darauf nicht mit ihm alleine zu bleiben und sah ihn nur in Begleitung ihrer Hofdamen und zwar recht selten. Das waren aber meistens Adelige mit großen Häusern, die als Heilige die Josephsehe praktizierten, was wirklich nicht jedem gegeben ist, und sie lebten nicht mit zwei Kindern in einer Drei- oder Vierraumwohnung.

Wahrscheinlich kommt bei den Ehepaaren, welche dennoch „der Kinder wegen“ zusammenwohnen doch regelmässig zum Sex, was sie vielleicht beichten, bevor sie zur Kommunion gehen, obwohl der Vorsatz recht zweifelhaft ist. Ein Beichtvater, der es richtig machen wollte, könnte Menschen, die Unverheiratet sind oder im Ehebruch leben, Sex haben und zusammenwohnen, keine Absolution erteilen, da sie wieder fallen werden. Nach Familiaris consortio 84 darf er aber dies tun, da diese Ehebrecher oder Konkubinarier „der Kinder wegen“ zusammenbleiben und Familiaris consortio diese Lösung erlaubt. Schauen wir uns hier zwei hypothetische Fälle an:

Fall 1:

Zwei Studenten, wohnen zusammen, beide unverheiratet, haben vorehelichen Sex. Lösung des Beichtvaters na dem geltenden Kirchenrecht: während sie zusammenwohnen, keine Absolution, da fehlender Vorsatz.

Fall 2:

Ein geschiedener Mann, ehemals kirchlich verheiratet, nennen wir ihn z.B. Mulff und eine ledige Frau, seine ehemalige Sekräterin, nennen wir sie. z.B. Armina. Angenommen Sie würden sich zu einer katholischen Ehe nach Familiaris Consortio entscheiden:

  • sie wohnen zusammen, „der Kinder wegen“, ein gemeinsames und eins aus der „vorigen Beziehung“,
  • sie geben sich Mühe kein Sex zu haben, haben aber doch welchen,
  • Mulff will zur Kommunion, da er auf seinen katholischen Schützenverein einen katholischen Eindruck machen möchte, damit sie ihn wiederwählen,
  • Armina will auch zur Kommunion, weil sie dann ein schönes Kleid tragen kann,
  • ein katholischer, nachkonziliarer Beichtvater muss diesen Fall, anhand der „Unterscheidung“ ganz anders wägen, als es beim Studentenpärchen der Fall ist,
  • denn Mulff und Armina können sich, „aus wichtigen Gründen“ (FC 84), „der Kinder wegen“ (FC 84) nicht trennen, sie geben sich Mühe, wollen „es“ seltener tun,
  • der nachkonziliare Beichtvater gibt die Absolution „bis zum nächsten Mal“.

Ist diese Lossprechung gültig? Unserer Meinung nach nicht, da der Vorsatz der Besserung fehlte. Ist das eine sakrilegische Beichte? Ja, der dann eine sakrilegischen Kommunion folgt. Wir gehen hier vom Idealfall aus, dass die Menschen ihren Fall beichten, was kaum der Fall ist. Was tut also Amoris Laetitia auf der doktrinellen Ebene? Jawohl, sie legalisiert eine überkommene Praxis. Also jetzt nicht mehr „unter der Hand“, sondern offiziell. Ehebruch wird geduldet, denn es gibt keine Sünde. Die zwei oben genannten Fälle unterscheiden sich nur darin, dass der Fall von Mullf und Armina Ehebruch (adulterium) ist, denn er ist immer noch kirchlich verheiratet und bleibt so bis zum Tod seiner Ehefrau, bei den Studenten ist es Unzucht (fornicatio), weil beide miteinander nicht verheiratet ist. Wessen Sünde ist schlimmer? Die von Mulff und Armina, weil es Ehebruch ist. Weil sie zusammenleben und ein gemeinsames Kind haben, er aber immer noch gebunden ist, verursacht es mehr Sünden als im Falle der Studenten, denn die können sich jederzeit trennen, haben sich gegenüber keine Verpflichtungen, können zwar nicht rein in die sakramentale Ehe eingehen, aber es ist nicht so schlimm. Mulff und Armina geben vor eine „normale“ Ehe zu führen und eine katholische noch dazu, die keine ist: weder Ehe, denn er ist verheiratet, noch katholisch, da in Todsünde.  Dies war der Zustand bis Amoris Laetitia, welche jede Unterscheidung zwischen Ehe und Konkubinat, Ehe und Ehebruch, Ehe und Unzucht aufhob, „aufgrund der pastoralen Unterscheidung“. Aber Amoris Laetitia wurde durch das Konzil und die nachkonziliare Entwicklung vorbereitet.

Es spielt wirklich keine Rolle, ob Armina und Mulff es bequem haben, ob ihr Pfarrer sie segnet und ob alle so leben. Es spielt eine Rolle ob sie in der Hölle landen werden, weil sie objektiv gegen das objektive Gesetz Gottes:

Du sollst nicht ehebrechen!

verstoßen haben. Es spielt auch keine Rolle, ob Franziskus es mit Amoris Laeitita absegnet, denn ein Papst macht das göttliche Gesetz nicht. Und deswegen ist Amoris Laetitia und das jetzige Pontifikat so verheerend, weil es so viele Seelen in die Hölle leitet.

Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (5 von 7) „Überhöhung der ehelichen Liebe“.


asmodeus

B. Die Überhöhung der ehelichen Liebe

 1. Vergöttlichung und Zielsetzung

       Wir haben erklärt, wie die eheliche Liebe durch ihre Vergöttlichung erhöht wurde, durch ihre Angleichung an die göttliche Liebe der Barmherzigkeit.

        Durch die Angleichung der ehelichen Liebe an die Nächstenliebe, vergöttlicht sie der Papst nicht nur, sondern legt sie auch dadurch fest, dass er sie als einen Weg zur Verwirklichung des Sinns des menschlichen Lebens präsentiert. Denn da Gott die Summe alles Guten und Vollkommenen ist, ist die raison d’être (die Daseinsberechtigung) jedes gegebenen Dinges durch die Nachahmung des Gutseins und der Vollkommenheit Gottes selbst bestimmt. Die Vollkommenheit Gottes, zu deren Nachahmung der Mensch imstande ist, ist sein (Gottes) Wissen über und vor allem die Liebe zu sich selbst. Diese Liebe, wie wir oben erklärt haben, ist eine totale sich selbst hingebende Liebe. Indem er behauptet, dass die eheliche Liebe einer total sich selbst hingebenden Liebe gleich kommt, behauptet der Papst dann, dass der Mensch seine raison d’être, Daseinsberechtigung,  durch die eheliche Liebe (einschließlich des dazugehörigen Aktes) erfüllen kann. Tatsächlich behauptet der Papst ausdrücklich, dass die totale Selbsthingabe in der Ehe (dem Menschen (Anm. d. Übers.) die „Verwirklichung des eigentlichen Sinns seines Seins und seiner Existenz“ (16 Jan. 1980) ermöglicht.

2. Konsequenzen der unangemessenen Überhöhung der ehelichen Liebe

Es gibt zwei Arten von Konsequenzen, die aus dieser unangemessenen Überhöhung der ehelichen Liebe fließen: eine interne, das heißt eine Art von Konsequenz für andere Lehren, die die Theologie des Leibes ausmachen, und eine externe, für die Art und Weise, wie dieses System generell im Ganzen verstanden wird.

a) Interne Konsequenzen 

Wenn nun die eheliche Liebe auf das Niveau erhoben wird, das wir beschrieben haben, so kann sie klarerweise in keinerlei Weise als negativ dargestellt werden, sei es wegen der Begierde (im Sinne der inhärenten Störung des sinnlichen Begehrens) oder in ihrer Beziehung zu Jungfräulichkeit und Zölibat.

i) Begierde

     Die sexuelle Begierde wird mit der Tugend der Keuschheit bekämpft: das bedeutet totale Abstinenz außerhalb der Ehe oder Mäßigung innerhalb der Ehe. Die totale Abstinenz, die mit der Wachsamkeit über den Willen und die Phantasie verbunden ist, reicht aus,  um den Makel der Begierde in unserem Handeln zu vermeiden. Mäßigung bei der Verwendung der sexuellen Befähigung innerhalb der Ehe ist im Gegensatz dazu unzureichend, um diesen Makel vollständig zu vermeiden, wegen der der Natur innewohnenden Unordnung dieser Befähigung als Folge der Erbsünde. Die Ehe bietet jedoch einen Kontext für die nicht-sündhafte Ausübung der sexuellen Fakultät, trotz ihrer inhärenten Störung. Dies ist, was der Begriff „Abhilfe oder Heilmittel der Begierde“ bedeutet (siehe oben).

    Papst Johannes Paul II. leugnet natürlich nicht die Existenz der Begierde als Quelle der Sünde, sondern vernachlässigt, dass sie dem ehelichen Akt innewohnt, wenn auch nicht in sündhafter Weise. Aus diesem Grund kann er sagen (Diskurs 29. Oktober 1980):

„Durch die Gnade durchtränkt der Heilige Geist das sexuelle Verlangen mit allem, was edel und schön ist“,

und (26. September 1979) kann von „ursprünglicher Unschuld“ sprechen als etwas, das in gewissem Sinne dem Menschen (heute) noch zugänglich ist.

ii) Ehe in Beziehung zu Jungfräulichkeit und Zölibat

Das Konzil von Trient erklärt dogmatisch (Sitzg. 24 Can. 10):

Wer sagt, … es sei nicht besser und seliger, in der Jungfräulichkeit und dem Zölibat zu bleiben, als sich in der Ehe zu verbinden der sei mit dem Anathema belegt.

Si quis dixerit… non esse melius ac beatius manere in virginitate aut caelibatu, quam matrimonio: Anathema sit.

    In Übereinstimmung mit dieser Lehre referiert Johannes Paul II. die Worte des Heiligen Paulus (Diskurs, 7. Juli 1982), dass: derjenige, der sich für die Ehe entscheidet, „gut handelt”, während der, der die Jungfräulichkeit wählt, “besser” handelt. (1 Kor 7, 38) Das “dem Herrn gefallen” hat als Hintergrund die Liebe. Dieser Hintergrund wird an einer weiteren Gegenüberstellung sichtbar: Der Unverheiratete sorgt sich darum, wie er dem Herrn gefallen könne, während der verheiratete Mann sich auch darum sorgen muss, wie er seine Frau zufriedenstellen kann.”

     Der gleiche Papst erklärt in einer weiteren Passage (Diskurs 14. April 1982), während er die Aussage unseres Herrn (Mt 19. 12):

“Es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreiches willen”, referiert, dass diese Worte “weder einen Grund dafür liefern, die “Minderwertigkeit“ der Ehe zu behaupten, noch dafür, die “Überlegenheit” der Jungfräulichkeit bzw. des Zölibats zu vertreten, weil diese ihrer Natur nach darin bestehen, sich der ehelichen leiblichen Vereinigung zu enthalten … einzig allein um des “Himmelreiches” willen.“

In dieser zweiten Passage gibt er die Überlegenheit der Jungfräulichkeit oder des Zölibats wieder zu, und zwar um des „Himmelreiches“ willen (was eindeutig eine Entsprechung der Liebe Gottes ist). Aber er präzisiert dahingehend, dass der Grund für deren Überlegenheit genau das ist und nicht die Enthaltung vom ehelichen Akt. Und doch ist es unmöglich, das eine Motiv von dem anderen zu trennen. Die Jungfräulichkeit oder der Zölibat um des Himmelreiches/um der vollkommenen Gottesliebe willen besteht wesentlich in der Enthaltung von der ehelichen Liebe, welche buchstäblich das ist, was diesem Lebensstand seinen Charakter des übernatürlichen Opfers verleiht, in dem seine Überlegenheit liegt.

Diese Zurückhaltung, den ehelichen Akt in irgendeiner Weise zu erniedrigen, entspricht einer Tendenz, die beiden Lebensstände ein und derselben Ebene zuzuordnen. Und der Papst erklärt (Familiaris Consortio § 11) in der Tat:

„Die christliche Offenbarung kennt zwei besondere Weisen, die Berufung der menschlichen Person zur Liebe ganzheitlich zu verwirklichen: die Ehe und die Jungfräulichkeit“.[1]

     Diese dritte Passage präsentiert beide Lebensstände als Berufungsziele, als Wege, in einem totalen Sinn zu lieben, die dann folglich ein und denselben moralischen Wert haben. Folglich kann man sagen, wird beiden Ständen die selbe Ebene zugewiesen. Das steht sowohl im Widerspruch zum Konzil von Trient als auch zu der zweiten oben genannten Passage. Diese (die 2. og Passage (Anm. d. Übers.)) hatte den Stand der Jungfräulichkeit oder des Zölibates als dem verheirateten Stand auf der Grundlage  einer Verschiedenheit der Liebe als überlegen präsentiert, während die 3. Passage (aus Familiaris Consortio) beiden Ständen dieselbe Ebene aufgrund einer Gleichwertigkeit der Liebe zuweist.

Abschließend verzeichnen wir die Zusammenhanglosigkeit in der Art und Weise, wie der Papst die beiden Lebensstände zu einander in Beziehung setzt: Einmal die Jungfräulichkeit / den Zölibatsstand als überlegen; andererseits die beiden Stände als gleichwertig anzusehen. Die letztgenannte Sichtweise muss, wegen ihrer Grundlegung in einem zentralen Grundsatz seines Denkens, nämlich der sich total hingebenden Liebe, als die vorherrschende Ansicht angesehen werden.[2]

b) Externe Konsequenzen der Überhöhung der ehelichen Liebe 

      Die Überhöhung der ehelichen Liebe hat ebenfalls Konsequenzen für die Art und Weise, wie die Theologie des Leibes grundsätzlich zu verstehen ist.

     Papst Johannes Paul II. vergöttlicht die eheliche Liebe, wie wir erklärt haben, indem er sie als “sich total selbst hingebende Liebe” bezeichnet. Aber während die eheliche Liebe von der Welt als sexuelle Liebe verstanden wird und auch so vom jüngsten Lehramt (s.o.) präsentiert wird, wird diese Vergöttlichung generell als Vergöttlichung der sexuellen Liebe aufgefasst.

Derselbe Papst vergöttlicht gleichermaßen den Akt der ehelichen Liebe, indem er ihn als „totale Selbsthingabe“ bezeichnet, aber da die totale Selbsthingabe des ehelichen Aktes (insoweit er von den Ehegatten in gegenseitiger Hingabe und Zuwendung verwirklicht wird, siehe oben) auch außerhalb der Ehe bestehen kann, wird diese Vergöttlichung grundsätzlich als Vergöttlichung der sexuellen Liebe verstanden.

   Die Vergöttlichung des Eheaktes (in der Lehre des Papstes), die Vergöttlichung des sexuellen Aktes und der sexuellen Liebe im allgemeinen (wie die Lehre des Papstes generell verstanden wird) ist mit dem katholischen Empfinden eindeutig unvereinbar und stimmt weniger mit dem Katholischen Glauben und dem Katholischen Gefühlen als mit den verwirrten Launen der gefallenen Natur überein, wenn eine solche Liebe als ein Ausdruck des inneren Lebens der Allerheiligsten Dreifaltigkeit dargestellt wird.[3]

   Die Tatsache, daß diese Vergöttlichung auf Kosten der wahren göttlichen Liebe, der Caritas, erfolgte, stellt eine Ersetzung oder Verdunkelung der Caritas (und deren Vervollkommnung, der Heiligkeit) durch die Sexualität dar. Das entspricht auch dann der Wahrheit, wenn der Papst keinen solchen Effekt beabsichtigte, und selbst wenn er der Sexualität in seinem Pontifikat weniger Gedanken und Worte als der Heiligkeit widmete.

 

C. Der Wurzelfehler der Theologie des Leibes

     Wir haben behauptet, daß das formale Prinzip der Theologie des Leibes das Konzept der ehelichen Liebe als »totale Selbsthingabe« sei. Das ist ein personalistisches Prinzip der moralischen Ordnung. Es ist in einem personalistischen Grundsatz der ontologischen Ordnung begründet, nämlich dem, dass die Liebe die Persönlichkeit ursächlich bestimmt.[4]

   Diese Prinzipien leiten sich offensichltich von der trinitarischen Theologie her, die lehrt, dass:

  1. innerhalb der Allerheiligsten Dreifaltigkeit die Beziehungen die Personen konstituieren (so formt zum Beispiel die göttliche Vaterschaft den himmlischen Vater);
  2. die Liebe zwischen den göttlichen Personen eine sich total selbst hingebende ist.

   Wenn wir diese beiden Prinzipien auf die eheliche Ethik anwenden, sehen wir, wie Papst Johannes Paul II. behaupten kann, dass die Liebe zwischen den Ehegatten eine der totalen Selbsthingabe sei und dass diese Liebe ihre Persönlichkeit konstituiert: und sie zu dem macht, was sie als Personen sind.

   Jedoch müssen wir einwenden, dass das, was für die Allerheiligste Dreifaltigkeit wahr ist, weder für die Eheethik, noch für zwischenmenschliche Ethik im allgemeinen gilt. Was den ersten Punkt angeht, so haben wir oben argumentiert, daß die eheliche Liebe keine totale Selbsthingabe ist, zum zweiten Punkt, dass die Liebe die menschliche Person nicht ontologisch, sondern nur moralisch bestimmt. Ontologisch ist die Person eine Einheit aus Leib und Seele und ihre Handlungen (wie ihre Liebe) sind eine Folge ihrer Natur (agere sequitur esse), anstatt ihre Natur bestimmend.

In der Zusammenschau ist der Grundirrtum der Theologie des Leibes die missbräuchliche Anwendung der trinitarischen Theologie auf die Eheethik.

   Vom theologischen Standpunkt aus folgt dieser Irrtum der Verwirrung der übernatürlichen und natürlichen Ordnung, philosophisch gesehen ist er ein Irrtum des Subjektivismus: eine Missachtung der objektiven Ordnung – der konkreten objektiven Wirklichkeit der Dinge – sei es des Glaubens oder der Vernunft, zugunsten des Subjekts.

Weiter oben haben wir die Beweise dafür gesehen, dass dieser Subjektivismus die Person (nur) im Sinne ihrer  Liebe unter Missachtung ihrer menschlichen leib-seelischen Natur versteht, die Ehe sich im Sinne der totalen Selbsthingabe unter Missachtung des Sakramentes, des Bundes und der Gnade erdenkt; in ihrer Überhöhung ohne Berücksichtigung der Begierde oder ihrer Unterlegenheit gegenüber dem Zölibat/der Jungfräulichkeit; und in seiner Vereinnahmung der Liebe Christi zur Kirche in einer untraditionellen uind erotisierenden Art und Weise.

                                                           *

Bevor wir die Enzyklika von Papst Franziskus untersuchen, werden wir kurz den Einfluß des Geistes der Welt auf die Eheethik im jüngsten Lehramt im Lichte unserer kurzen Zusammenschau dieses Geistes oben erforschen.

Im ersten Teilabschnitt, bei Gaudium et Spes und im angepassten Kodex des Kanonischen Gesetzes, sahen wir, wie der Begriff der Zielsetzung der Ehe unterdrückt und wie die „Fortpflanzung“ dann in den Hintergrund und die „eheliche Liebe“ in den Vordergrund gerückt wurde. Wir haben dann beobachtet, wie diese Liebe einen erotischen Inhalt erwarb, der sich in den folgenden Jahren verstärken sollte.

    Im zweiten Abschnitt über die liturgischen Veränderungen und einen neuen Kodex des Kanonischen Rechts erkannten wir, wie die Schwere der Todsünde (indirekt) verniedlicht wurde.

      Im dritten Teil über die »Theologie des Leibes«, sahen wir, wie die eheliche Liebe und besonders der Eheakt verherrlicht und die »negative« Begierde heruntergespielt wurde. Wir haben eine völlige Offenheit, oder Bereitschaft seitens des Papstes erlebt, über diese Dinge zu sprechen, gleichzeitig hörten wir in seinen Worten nichts, was die Schwere der Unreinheit zu vermindern suchte. In der Tat – eine der großen Stärken des moralischen Lehre dieses Papstes ist seine Aufrechterhaltung des Naturrechts und sein konsequentes Beharren auf der Tugend der Reinheit.[5]

[1] In ähnlicher Weise lesen wir von einer „Berufung zur Ehe“ im Katechismus der Katholischen Kirche (1603).

[2] In Zusammenhang mit diese Sichtweise nehmen wir die Initiative Johannes Paul II. zur Kenntnis, einzelne verheiratete Personen und Ehepaare zu Ehren der Altäre zu erheben.

[3] Etwa vor einem Dutzend Jahren gab ein Angestellter der Kongregation für die Glaubenslehre gegenüber dem Autor informell und wortreich den Irrtum der „Theologie des Leibes“ in einer Konversation im Heiligen Offizium zu. Die Tatsache, dass dieses theologische System eine trinitarische Doktrin von der Art enthält, die wir eben erwähnt haben, genügt, um jedem, der eine katholische Sensibilität besitzt, ihren Irrtum zu zeigen, auch wenn er von unserer Kritik ihr gegenüber nicht überzeugt ist. Solche Konzepte im Katholischen Lehramt zu finden und aus dem Mund des Vikars Christi zu hören, ist ein Zeugnis für die bemerkenswerte Ausweitung der Erotik im Schoß der Katholischen Kirche  in den zwanzig Jahren nach der Verkündung von Gaudium et Spes.

[4] Vgl. unsere Diskussion des ethischen Personalismus in “Angriff auf die Ehe”

[5] Wir leugnen nicht, daß Johannes Paul II. vieles schrieb, das katholisch und wahr war, und zur Verteidigung der Nächstenliebe und Reinheit (beitrug), auch in seinen Diskursen zur Theologie des Leibes.

Die Kardinäle sterben aus oder immer noch vom guten Tod


dubia demons

Auf eine providentielle, d.h. von der göttlichen Vorsehung vorgesehene, Weise fällt der heutige Beitrag vom 13.09.2017 Gebet um einen guten Tod, der vor mehreren Wochen verfasst wurde, mit Nachrichten über die Todesumstände von Kardinal Caffara zusammen. Kardinal Caffara ist der zweite der vier Dubia-Kardinäle, der innerhalb von wenigen Monaten verstorben ist. Zur Erinnerung Kardinal Meisner starb unerwartet am 5. Juli 2017, Kardinal Caffarra am 6. September 2017. Auf frommen Seiten wie katholisches.info  oder gloria.tv, ebenso wie bei onepeterfive.com wird mehr oder weniger verdeckt spekuliert, hauptsächlich in den Kommentaren, dass es sich vielleicht um keine normalen Todesfälle gehandelt hat, sondern, dass klipp und klar, diese „guten, unerschrockenen, katholischen Männer“ umgebracht wurden.

Kann man das ausschließen? Nein, man kann es nicht ausschließen, wie man unter Bergoglio nichts ausschließen kann, aber wir halten es für recht unwahrscheinlich. Warum? Weil diese vier Kardinäle, davon drei emeritiert und wirklich in jeglicher Hinsicht abgesichert, für Franziskus keine Bedrohung darstellen. Was haben Sie denn bewirkt? Sie haben fünf Dubia, d.h. Zweifel vorgetragen, ob Amoris Laetitia mit der restlichen Lehre der Kirche übereinstimmt. Mehr kam nicht. Bevor wir dies analysieren, wollen wir an dieser Stelle unterlassen fromme Kommentare über „den beispiellosen Mut“, „engagierte Courage“ und wie auch immer der Kardinäle zu zitieren, wie sie bspw. auf katholisches.info und woanders erschienen sind. Was gibt es denn in den Dubia zu zweifeln? Können die Kardinäle nicht lesen? In Amoris Laetitia stehen Häresien im eigentlichen Sinne des Wortes, wie schön u.a. der Brief der 45 Theologen es herausgearbeitet hat. Was haben die Kardinäle gemacht, dass sie Franziskus so gefährlich wurden?

Haben sie den Papst der Häresie angeklagt? Nein.

Haben sie ihn formal zurechtgewiesen? Nein.

Haben sie eine Pressekonferenz zusammengerufen und erzählt, dass sie bedroht werden? Nein.

Haben sie eine Palastrevolution angezettelt? Nein.

Haben sie eine Großmacht (z.B. USA) zur Hilfe gerufen, um den Papst zu entmachten? Nein.

Haben sie ihn in der Engelsburg eingesperrt? Nein.

Warum sollte man sie denn umbringen? Sie sind doch völlig harmlos. Ein bisschen Schaum schlagen, aber keine Taten folgen lassen. Mundabor nennt die vier Kardinäle zu Recht die „miauenden Kätzchen“. Sie sind doch nicht gefährlich, denn wären sie es, dann hätten sie in der Zeit seit Amoris Laetitia, von der sie ja früher wussten, als der Rest von uns, etwas unternommen. Sie müssen doch viel genauer wissen, was Franziskus noch alles vorhat, um die kämpfende Kirche zu zerstören. Welche Kirche? Ja, genau, es gibt sie kaum, die kämpfende Kirche, weil kein Mensch kämpft, am wenigsten die Kardinäle. In der langen Geschichte der Kirche hat es im Vatikan immer schon Morde oder zweifelhafte Todesfälle gegeben. Da der Vatikan, wie jeder Staat, einen Geheimdienst besitzt, der  sich natürlich ganz anders nennt, so ist es auch möglich, dass er auch über professionelle Killer verfügt oder dass man sich dazu fremder Geheimdienste oder der Mafia bedient. Hat es schon alles in der letzten Zeit gegeben, Stichwort: Banco Ambrosiano. Technisch ist es natürlich möglich jemanden umzubringen und es gibt Mittel seinen Tod natürlich aussehen zu lassen. Kardinal Caffarra meinte, dass er überwacht werde, was durchaus möglich sein kann, aber wenn man jemanden wirklich überwacht, dann macht man es professionell so, dass das Opfer nichts merkt. Man muss ein ausgebildeter Spion sein, um Beobachter überhaupt feststellen zu können, was eindrucksvoll bspw. Wiktor Suworow in seinem autobiographischen Buch Aquarium beschreibt. Normale Menschen merken es nicht und deswegen ist ein Durchschnittsbürger beim Kampf gegen Geheimdienste recht machtlos. Wenn das Opfer etwas bemerkt, dann will man ihm Angst einjagen oder es bildet sich einfach etwas ein. Menschen in einer dauernden Stresssituation entwickeln einen mehr oder stärker ausgeprägten Verfolgungswahn, wie viele Gefängnisinsassen, und sehen sich umzingelt, obwohl alles völlig normal ist. Man weiß auch, dass bei der ersten Schlacht 25% aller Soldaten völlig kampfunfähig ist, weil sie vor Angst gelähmt sind, was sich auch körperlich recht unangenehm äußert. Wer Kriegsliteratur kennt, weiß Bescheid. Aber mit jeder kommenden Schlacht oder Gefechtssituation härtet man sich ab bis man tadellos und fehlerfrei auch in Lebensgefahr handeln kann. Übung ist halt alles und wenn man die erste Angst überwindet, dann ist der Rest halb so schlimm.

Es ist aber sehr einfach jemanden zu bedrohen, der sich immer gefürchtet hatte, immer zurückgewichen ist, immer gehorchte. Unsere Geistlichen, wie wir hier permanent feststellen, sind es nicht gewohnt zu kämpfen. Der nachkonziliare Kuschelkurs mit dem JP2-Triumphalismus hat sie wirklich entmannt. Jetzt, wo wir es wirklich mit einem häretischen, die Kirche zerstörenden Papst zu tun haben, gibt es niemanden, buchstäblich niemanden, der ihm trotzt. Es geht jetzt wirklich ans Eingemachte und niemand ist da. Jeder, der im Leben mit einem Uniformdienst zu tun hatte, sei es Militär, sei es Polizei, weiß, dass diese Arbeit  vorwiegend von Menschen gesucht und ausgeübt wird, die in einem sicheren System abgesichert sein wollen und dazu mehr oder weniger Macht ausüben möchten. Kämpfer? Fehlanzeige. Bei denjenigen Truppen, die wirklich Krieg führen mag es anders sein, aber diese stellen höchstens 10% einer, jeden Berufsarmee dar. Der Rest gammelt herum, unterhält sich, wartet auf Feierabend und ist finanziell gut abgesichert. Und was ist der Unterschied zur Kirche? Gar keiner, es ist genauso. Man kann auch nicht behaupten, dass die kämpfende Kirche auch vor dem Konzil besonders kämpferisch war, nach Vat. II ist sie es überhaupt nicht. Nachdem die Kirche seit Vat. II wirklich in allen Bereichen das Feld geräumt hat und so vieles, was „früher“ heilig war für unerheblich erklärte, um den „Dialog“ mit der Welt nicht zu gefährden, ist jetzt buchstäblich nichts geblieben, wofür es sich zu kämpfen lohnt und zwar gegen einen Antipapst, der keine Skrupel hat. Es ist wirklich wie im Fußball. Der Gegner spielt so, wie sie ihn lassen. Sie lassen ihn spielen, weil sie feige sind und hoffen, dass er stirbt, dabei sterben sie vor ihm.

Der Schreiber dieser Zeilen glaubt nicht, dass die beiden Kardinäle eines unnatürlichen Todes gestorben sind, Kardinal Meisner war 84, Kardinal Caffarra war 79. Menschen sind sterblich und so sterben sie. Es waren alte Männer, die ihm Leben kaum Stress erlebt hatten und deren Organismus dem Bergoglio-Druck vielleicht nicht gewachsen war. Aber sollten sie auch umgebracht worden sein, dann hat Gott es zugelassen. Warum? Um zu zeigen, dass er sie abstraft, weil sie seinen heiligen Willen, die Kirche wirklich zu retten, nicht erfüllt hatten.

Was hätten sie noch tun können?

Und was haben sie getan? Nichts.

Formelle Anklage, eine Pressekonferenz halten und dem Hinweis, wenn wir uns nicht melden, dann wisst ihr Bescheid. Tausende Menschen fallen vom Glauben ab, weil sie niemanden sehen, dem sie glauben könnten, der eine wirkliche Autorität ist. Auch wenn sich die katholischen Medien bemühen künstlich einen katholischen Helden aufzubauen, so ist dieses Unterfangen erfolglos, weil es keine gibt. Es bringt nichts die Menschen anzulügen und ihnen ein X für ein U vorzumachen. Bergoglio verursacht einen Skandal nach dem anderen und es gibt niemanden, dessen Standespflicht es gewesen wäre, ihn zurückzuhalten. Ein Kardinal schwört doch die Treue der Kirche und nicht der Person des jeweiligen Papstes, dem nur so viel zu gehorchen ist, wie dieser Papst die Kirche repräsentiert und diese nicht zerstört. Fakten sprechen eine klare Sprache. Gott spricht eine klare Sprache. Wenn Gott gewollt hätte, dass Kardinal Meisner und Kardinal Caffarra unter den Lebenden weilen würden, dann hätte er sie am Leben erhalten. Punkt. Er hat es nicht und es ist gleich, ob sie auf natürliche Weise gestorben sind oder nicht.  Eine körperliche Unsterblichkeit hat ihnen ja nicht gedroht. Gott hat sie, so glaubt der Schreiber dieser Zeilen, deswegen abberufen, weil sie versagt haben und seinen Willen nicht erfüllten. Woher wissen denn die Blogs katholisches.info und onepeterfive.com, dass diese Kardinäle uns vom Himmel aus beistehen werden? Woher wissen sie, dass sie es überhaupt ins Fegefeuer geschafft haben? Gott ist sehr gerecht und auf ein maximales Versagen folgt eine maximale Strafe, siehe der Engelssturz.

Sie haben getan, was sie konnten, sagen Sie.

Nein, sie haben kaum etwas getan.

Manches können nur manche Menschen tun, weil sie diese Gewalt besitzen. Manches kann nur eine Mutter oder ein Vater tun, manches kann nur ein Richter oder Polizist tun, manches kann nur ein Kardinal tun, kein katholischer Blogger, leider. Man hört in der letzten Zeit aus Rom, dass viele Leute unter Bergoglio Angst um ihr Leben haben. Dies mag sein, aber haben diese Leute keine Angst um ihre Ewigkeit, dass in der Hölle landen werden? Das ist doch viel schlimmer, denn ewig lebt keiner und sterben werden wir doch alle. Was sagt die Schrift?

Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. (Lk 12, 47)

Das sind die Worte Christi. Kennt denn ein Kardinal den Willen Christi nicht? Gut, viele sind ungläubig, glauben an diesen Bullshit nicht und hassen Gott. Aber doch nicht die Dubia-Kardinäle, so hoffen wir. Ihr Versagen muss Christus doch besonders schmerzen. Der Verrat des Judas hat ihn doch mehr geschmerzt als die Schläge der Soldaten, doch noch mehr geschmerzt hat ihn die Verleumdung Petri. Je näher man jemandem ist, desto mehr kann man ihn verletzen. Es ist möglich, dass durch all diese Todesfälle samt den jüngsten Naturkatastrophen Gott uns allen noch eine Warnung zukommen lassen möchte, denn:

Denn jetzt ist die Zeit, in der das Gericht beim Haus Gottes beginnt; wenn es aber bei uns anfängt, wie wird dann das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen?

Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird man dann die Frevler und Sünder finden?

Darum sollen alle, die nach dem Willen Gottes leiden müssen, Gutes tun und dadurch ihr Leben dem treuen Schöpfer anbefehlen. (1 P 4, 17-19)

Man sagt, dass Gott den Menschen in einem Augenblick zu sich ruft, an dem dieser Mensch am meisten auf den Tod vorbereitet ist, also in einem Augenblick des Gnadenstandes. Sehr viele Heilige haben richtig den Augenblick ihres Todes vorausgesagt und sich auf diesen vorbereitet. Der Teufel, mit Gottes Zulassung, holt aber eine Seele dann, wenn der Mensch am wenigsten darauf vorbereitet ist. Daher ist ein jäher und unvorbereiteter Tod kein Segen. Und was hat der Teufel damit zu tun? Dies, dass ein schwerer Sünder dem Teufel zur Bestrafung übergeben wird, auch in diesem Leben. Der Spruch: „der Teufel soll ihn holen“, kann durchaus wörtlich aufgefasst werden. Auch eine Unterlassungssünde kann eine schwere Sünde sein und unseres Erachtens ist das fehlende Vorgehen gegen Bergoglio eine schwere Unterlassungssünde aller Kardinäle, insbesondere der Dubia-Kardinäle. Starke Worte? Ja, durchaus. Aber aus dieser Perspektive wird ersichtlich, warum die Kardinäle so unerwartet sterben. Denn so unerwartet ist es gar nicht. Leben wir im Gnadenstand und beten wir um einen guten Tod. Amen.

Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (2 von 10). Häresien bei Vat. II?


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Was ist Häresie?

Eine Häresie im eigentlichen Sinne ist in der Theologie sehr eng umrissen. Wir haben dazu bereits folgendes geschrieben.

Ad 1. Häretische Meinung (sententia haeretica) oder Häresie

Dies ist die schwerstwiegende Zensur. Eine häretische Meinung (sententia haeretica) ist diejenige Meinung, welche sich direkt (directe) und unmittelbar (immediate) der geoffenbarten katholischen Glaubenswahrheit widersetzt und zwar

  • (i.) als ihr entgegengesetzt (contrarie) oder
  • (ii.) ihr widersprechend (contradictorie).

Im Falle, dass die Glaubenswahrheit lautet:

            „alle Menschen werden auferstehen“

lautet (i.) die entgegengesetzte Meinung (propositio contraria):

            „kein Mensch wird auferstehen“

die (ii.) widersprechende Meinung (propositio contradictoria) hingegen lautet:

            „ein bestimmter Mensch wird nicht auferstehen“.

Sowohl (i.) als auch (ii.) sind häretisch, denn sie negieren die oben angeführte Glaubenswahrheit, prädikatenlogisch ausgedrückt mit Hilfe (ii) eines Existenzquantors ( oder ˅) „es gibt mindestens einen Menschen, der nicht aufersteht…“ oder mit Hilfe (i) eines Allquantors (“ oder ˄)  „Für alle (Menschen) gilt: sie werden nicht auferstehen.“[2]

Besteht eine Glaubensaussage aus mehreren Elementen wie z.B.:

„Christus ist (A) wahrer Gott, (B) wahrer Mensch, (C) geboren von der (D) Jungfrau Maria“

dann ist die Negierung nur eines Element die Negierung der ganzen Aussage, denn man kann nicht behaupten, dass (A) bis (C) zwar stimmen, aber (D) nicht, dass Maria keine Jungfrau war.

Der Gegenstand einer Häresie ist also die direkte Verneinung dessen, was lehramtlich als verbindlich definiert wurde und vereinfacht ausgedrückt eine Häresie richtet sich dagegen, was im Denzinger-Hünermann (Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen) steht. Es muss also etwas explizit definiert worden sein, um explizit als Häresie, im Sinne von (i.) und (ii.), verneint zu werden. Nur dann kann man von einer Häresie oder einer häretischen Meinung (sententia haeretica) sprechen.[1]

Häresien in den Dokumenten des Vat. II?

Bei der Bestimmung einer Häresie muss man logisch-juristisch vorgehen und zuerst nachprüfen, ob es ein katholisches Dogma gibt, gegen die sich die vermeintliche häretische Aussage (sententia haeretica) richtet. Anders formuliert, muss man untersuchen, ob die zu untersuchende Aussage (sententia) eine Lehraussage de fide betrifft.[2] Betrifft die zu untersuchende Meinung eine niedrigere Kategorie der Notae theologicae, dann ist es keine Häresie (sententia haeretica), sondern sie erfüllt, juristisch ausgedrückt, ein kleineres Strafmaß, da die Reihenfolge derjenigen Aussagen, welche die Glaubenslehre selbst (doctrina ipsa) betreffen wie folgt lautet:

  1. Häretische Meinung (sententia haeretica) oder Häresie
  2. Der Häresie nahe Meinung (sententia haeresi proxima)
  3. Nach Häresie schmeckende Meinung (sententia haeresim sapiens)
  4. Die Häresie begünstigende Meinung (sententia haeresi favens)
  5. Irrige Meinung (sententia erronea)
  6. Leichtfertige Meinung (sententia temeraria)

Um es noch anders zu formulieren: „Häresie“ ist ein theologischer und kirchenrechtlicher Fachbegriff, welche die höchste Verfehlung gegen die kirchliche Lehre bezeichnet, der aber höchst sparsam verwendet werden sollte, weil er wirklich höchst selten zutrifft. Daher zeugt der inflationäre Gebrauch des Häresie-Begriffes, wie z. B. hier angeführt,  leider von geringen theologischen Fachkenntnissen. Unsinn und Häresie sind zwei verschiedene Paar Schuhe, denn nicht alles, was den Glauben schädigt und die Gläubigen verwirrt, was natürlich schlimm ist, erfüllt den Tatbestand der Häresie.

Untersuchen wir in diesem Zusammenhang eine Leserzuschrift, die wir hier abschnittsweise anführen:

Also das hier ist doch eine Häresie der höchsten Kategorie:

Dogmatische(!) Konstitution Lumen Gentium 16:

„Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“

Dieser Satz ist keine Häresie, denn die Kirche lehrt: „Der Heilswille Gottes umfasst alle Menschen“. Wir zitieren hier ausschließlich zwei Aussagen des vorkonziliaren Lehramts, welche diese Lehre dogmatisch bestätigen:

So sagt die Synode von Quiercy, Mai 853

Kap. 3. Der allmächtige Gott »will, daß alle Menschen« ohne Ausnahme »gerettet werden« [1 Tim 2,4]; gleichwohl werden nicht alle gerettet. Daß aber manche gerettet werden, ist das Geschenk dessen, der rettet; daß aber manche zugrunde gehen, ist die Schuld derer, die zugrunde gehen. (DH 623)

 

Synode von Arles, i. J. 473: Unterwerfungsschreiben des Priesters Lucidus

„Auch hat Christus, unser Gott und Erlöser, was den Reichtum seiner Güte anbelangt, das Lösegeld des Todes für alle dargebracht; er will auch, daß keiner zugrunde gehe, er, der Erlöser aller Menschen ist, vor allem der Gläubigen, reich gegenüber allen, die ihn anrufen [Röm 10,12]. Und weil in so wichtigen Dingen dem Gewissen Genüge zu tun <ist>, erinnere ich mich, zuvor gesagt zu haben, daß Christus nur für die gekommen sei, von denen er vorherwußte, daß sie glauben werden [unter Berufung auf Mt 20,28; 26,28; Hebr 9,27]. Jetzt aber bekenne ich gerne aufgrund der Autorität der heiligen Zeugnisse, die sich im Bereich der göttlichen Schriften überreich finden und aufgrund der Lehre der Alten erschlossen sind, daß Christus auch für die Verlorenen gekommen ist; denn sie gingen zugrunde gegen seinen Willen. Es ist nämlich nicht recht, daß der Reichtum unermeßlicher Güte und die göttlichen Wohltaten nur auf die eingeschränkt werden, die offensichtlich gerettet sind. Denn wenn wir sagen, Christus habe nur denen Heilmittel gebracht, die erlöst sind, werden wir den Eindruck erwecken, die nicht Erlösten freizusprechen, die bekanntlich für die Verschmähung der Erlösung zu bestrafen sind.“ (DH 340)

Also, da der Heilswille Gottes alle Menschen umfasst, so umfasst er auch die Bekenner anderer Religionen. Gott möchte, dass sich alle zu Christus bekehrten und sich seiner Heiligen und einzigen Kirche, der katholischen Kirche anschließen. Natürlich umfasst der Heilswille Muslime, wie auch Vodoo-Anhänger oder Zoroastierner, denn er umfasst alle Heiden.

Also:

  1. Gott will, von seiner Seite aus, dass alle Menschen gerettet werden.
  2. Christus ist auch „für die Verlorenen“ gekommen, also auch für die, die, aufgrund ihrer eigenen Sünden, in der Hölle landen werden.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass alle gerettet werden, weil Menschen einen freien Willen haben, nach dem sie sich richten. Denn „umfassen“ bedeutet nicht „zum Heil“ oder zur visio beatifica (beglückende Anschauung) gelangen. Kein Mensch ist von vornherein von Gott ausgeschlossen, also jeder hat eine Chance, es liegt an ihm, was er damit macht. Wir wissen aber nicht, wen der Heilswille Gottes „besonders“ umfasst, denn das vorkonziliare Lehramt lehrt es nicht, und ob es Muslime sind oder es nicht sind. Die Kirche lehrt, dass die Vorauswahl Gottes, Seine freie Entscheidung ist (DH 1540, 1565, 1567, 628), die wir nicht kennen können, sodass jede Spekulation darüber obsolet ist.  Da es vor Vat. II keine dogmatische Aussage über Muslime gab, so kann der obige Satz keiner Lehre widersprechen, welche ausdrücklich als verbindlich zum Glauben vorgelegt wurde. Der o.a. Satz ist demnach keine Häresie.

Der Schreiber dieser Zeilen würde sich am meisten am Adverb „besonders“ stören, denn wir wissen nicht, warum ausgerechnet die Muslime, die von Anbeginn an zu den größten Feinden des Christentums gehörten „besonders vom Heilswillen Gottes umfasst werden“. An dieser Stelle scheinen die folgenden Zensuren angebracht:

I. Was die Glaubenslehre selbst (doctrina ipsa) anbelangt:

6. Leichtfertige Meinung (sententia temeraria)

II. Was die Art und Weise (modum) der Darstellung der Glaubenslehre anbelangt:

  1. Trügerische Meinung (captiosa)
  2. Verdächtige Meinung (suspecta)
  3. Übel klingende Meinung (male sonans)
  4. Fromme Ohren verletzende Meinung (piarum aurium offensiva)
  5. Wenigstens irrige Meinung (ad minus erronea)

III. Was die Auswirkung (effectum), welche diese Meinung auf die Gläubigen ausüben könnte, betrifft.

  1. Ärgernis erregende Meinung (scandalosa)

Fahren wir mit der Leserzuschrift fort:

Das wird sogar innerhalb der Konzilstexte selbst widerlegt:

Erklärung Nostra Aetate 3:

„Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, …“

Die Muslime glauben eben nicht nur an den einen Schöpfergott, von dem sie sonst nichts wissen; sondern sie sagen ausdrücklich in Bezug auf Jesus Christus, dass Gott keinen Sohn hat und dass Jesus Christus nicht Gott ist. Sie leugnen also ausdrücklich die Heilige Dreifaltigkeit.

Aber der oben zitierte Satz

„Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“ (Lumen gentium 18)

sagt aber gar nichts über den Glauben an Jesus Christus aus und deswegen ist er nicht auf die Erklärung aus Nostra Aetate 3 zu beziehen. Diese Erklärung ist auch richtig, Muslime glauben nicht an Jesus und verehren ihn als Propheten. Fahren wir weiter mit der Zuschrift fort:

Lumen Gentium behauptet aber, Katholiken und Muslime beten zum selben Gott. Lumen Gentium behauptet also, Gott wäre sowohl dreifaltig und nicht dreifaltig.

Das ist eine Verleugnung eines Glaubensdogmas. Zensur: Häresie.

Aber Lumen Gentium behauptet nirgends, dass sie es tun, was oben dargelegt wurde. Ebenso wenig wird in Lumen gentium die Heiligste Dreifaltigkeit in Frage gestellt.

[1] https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/05/24/was-ist-eine-haresie-die-kirchlichen-zensuren-2-zensuren-welche-die-glaubenslehre-selbst-betreffen/

[2] Siehe: https://traditionundglauben.wordpress.com/2017/08/11/notae-theologicae-oder-die-dogmatische-gewissheit-3-von/  https://traditionundglauben.wordpress.com/2017/08/14/notae-theologicae-oder-die-dogmatische-gewissheit-4-von/