Hilary White: Wieviele Finger hält Franziskus gerade hoch? Amoris Laetitia und die Unterwerfung


the-10-worst-ways-to-die-in-a-hieronymous-bosch-painting-900x450

Nach einer Reihe von Beiträgen, welche der „Stärkung des geistlichen Immunsystems“ durch den Ausbau der Marienfrömmigkeit dienen sollten, kehren wir zur traurigen und wenigstens dämonisch inspirierten, wenn nicht gar dämonischen, Wirklichkeit des jetzigen Pontifikats zurück. Wir wollen nicht unsere Leser dadurch verlieren, dass wir, zu viel Wahres vom Franziskus-Pontifikat berichten, wie es katholisches.info passiert ist und passiert. Wir wollen sie auch nicht dadurch verlieren, dass wir ausschließlich polemische Schriften veröffentlichen, weil die Wahrheit wirklich sehr bitter ist. Seit kurzer Zeit gibt es einen italienischen Blog anonimi della croce, der recht viele Interna aus dem Vatikan veröffentlicht, die dermaßen negativ und verwirrend sind, dass sowohl Steven Skojec als auch Ann Barnhardt diesen Blog für eine Desiformationskampagne des Vatikans halten. Wir sind uns da nicht so sicher, zumal unser Italienisch recht mittelmäßig ist und wir beim ersten Lesen nicht alles verstehen. Die Menschen wollen jedoch nicht zu viel Negatives lesen, denn es erdrückt sie und treibt sie in die Verzweiflung. Katholiken sind auch Menschen. Auch der hl. Petrus ermahnte den Heiland, damit dieser die negativen Nachrichten unterdrückt, wie wir in Matthäusevangelium lesen können:

„Von dieser Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, dass er hingehen müsse nach Jerusalem, und von den Ältesten und Schriftgelehrten und Hohenpriestern vieles leiden, und getötet werden, und am dritten Tage wieder auferstehen.

Und Petrus nahm ihn zu sich, und fing an, es ihm zu verweisen, und sprach: das sei ferne von dir, Herr! Das wird dir nicht widerfahren.

Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche zurück hinter mich, Satan! Du bist mir zum Ärgernisse, denn du hast nicht Sinn für das, was Gottes ist, sondern für das, was der Menschen ist. (Mt 16, 21-23, Allioli)

Christus nannte ihn aber „Satan“, nicht weil Petrus es war, sondern weil er die satanische Agenda des Friede-Freude-Eierkuchens verfolgen wollte. Das ist aber nicht Gottes Plan. Zur Erlösung gehörte auch das Leiden und das Kreuz und so wird es im Leben eines jeden Christen, wie auch im Leben der Kirche werden. Negatives ist leider allzu Wahres und würde der Schreiber dieser Zeilen die meisten seiner Kirchenerfahrungen wiedergeben, so wären sie sowohl sehr negativ als auch wahr. Die Kirche ist aber trotzdem mehr; wenn wir an der irdischen Kirche zu verzweifeln scheinen, so haben wir immer noch die leidende Kirche im Fegefeuer und die triumphierende Kirche im Himmel. Dies ist die katholische Ekklesiologie, sodass 2/3 positiv und sozusagen über dem Meeresspiegel bleibt. Uns scheint, dass die katholischen Nachrichtenportale und Blogger, welche finanziell von den Anzeigen und der Anzahl der Klicks abhängig sind, sehr gerne etwas Positives über die jetzige Kirchensituation veröffentlichen würden, wenn es etwas Positives gäbe. Denn weniger Klicks, weniger Anzeigen, weniger Geld. Aber ist gibt wirklich nichts Positives unter Franziskus, außer dem Umstand, dass immer mehr konservative Katholiken zu Traditionalisten werden, weil sich ihre Augen für die Konsequenzen von Vat. II öffnen. Der Schreiber dieser Zeilen gehört auch dazu.

Positiv ist aber nicht positivistisch, wobei wir beim Aufsatz von Hilary White sind, wieder sehr schön von davilatollkuehn übersetzt, der wieder einmal alles auf den Punkt bringt. Bergoglio geht es nicht um Logik, sondern um die nackte Macht. Die jetzigen Hierarchen halten wirklich nichts von den Grundsätzen des Denkens und vom Satz vom Widerspruch, was sie mit dem hegelianischen Kommunismus gemeinsam haben. Obwohl Hilary White sehr gebildet ist, so macht sie hier einen philosophischen Fehler, welcher zwar bei einer kanadischen Nichtphilosophin verzeihlich, dennoch aber korrekturbedürftig erscheint. Dort wo sie „Positivismus“ schreibt, muss „erkenntnistheoretischer Idealismus“ stehen, denn der erkenntnistheoretische Gegensatz vom Realismus ist Idealismus und nicht Positivismus, wenigstens hier in Europa.

So lesen wir im Philosophischen Wörterbuch von Walter Brugger:

„Der Idealismus gerät aber in Gegensatz zum Realismus, wenn der Geist, das Denken, von dem das »gegenständliche«, materielle Seiende abhängt, mit dem menschlichen Denken gleichgesetzt wird. So komme es zum erkenntnistheoretischen Idealismus, der die menschliche Erkenntnis, wenigstens soweit sie sich auf »Gegenstände« bezieht, nicht als Sichangleichen an einen vorgegebenen Gegenstand, sondern als Hervorbringen des Gegenstands deutet; da aber das Denken allein den Gegenstand nicht als Ding an sich setzen kann, wird der bloß ideale Bewusstseinsinhalt zum eigentlichen Gegenstand“.[1]

Wem das zu hoch ist, dem machen wir es einfach. Ein Idealist hält das für die Wirklichkeit, was er selbst sich zurecht denkt, also das, was in seinem Kopf spukt. Wenn ich mir also denke:

„Ich bin sehr gutaussehend“,

dann bin ich es, gleich was die Anderen sagen, wie sie mich wahrnehmen, wie proportional mein Gesicht und meine Körpermaße sind etc. Ein Realist hingegen hält die Wirklichkeit für das, was außerhalb seiner Selbst ist und woran er sich angleicht. Ich bin gutaussehend,

  1. Wenn ich von anderen so wahrgenommen werde,
  2. Weil ich einem Muster eines gutaussehenden Mannes entspreche.
  3. Welches anhand der Proportionen dargestellt wird.

Somit ist die Wirklichkeit im Realismus verifizierbar, weil sie sich außerhalb des Denkens des Denkenden befindet. Im Falle des Aussehens könnte man 10 Männer und 10 Frauen befragen, wie sie mein Aussehen in der Skala von 0 bis 10 bewerten würden. Ferner könnte man meine Gesichtszüge und Proportionen ausmessen und diese in Verhältnis zu den Proportionen des goldenen Schnitts setzen, welche über die objektive Schönheit befinden.[2] Ja, ja meine Damen, alles ist Mathematik, meine Herren auch.

Dies wäre aber auch die einzige Ergänzung zu Hilary White, welche schwer traumatisiert und krank mit ihren Katzen eine neue Bleibe sucht und keine Zeit hat ihre philosophischen Kenntnisse zu erweitern, wofür wir jedes Verständnis haben. Beten wir für sie, damit sie uns lange erhalten bleibt und wir ihre Artikel übersetzen können.

Hilary White 10. Januar 2017

Wir hören immer mehr Klagen über die Spaltung. Warum, so die Klage, ist die Kirche geteilt? Warum können wir nicht einfach „unsere Unterschiede beiseitelegen“?

Ganz einfach, weil von zwei logisch entgegengesetzten Dinge nicht beide wahr sein können.

In dieser Woche wurden zwei Interviews veröffentlich, die die hauptsächlichen „Parteien“ der Kirche sehr hilfreich abgrenzen und begründen, dass die Kirche nun in zwei völlig unversöhnliche gegnerische Lager aufgeteilt ist, die sich zurzeit um die Vormachtstellung bemühen. Diese sind natürlich dieselben beiden Seiten, die nun seit 50 Jahren mit einem langwierigen Kalten Bürgerkrieg [Anspielung auf den Kalten Krieg Red.] beschäftig sind, der mit der Veröffentlichung von Amoris Laetitia in das öffentliche Bewusstsein gerückt ist, und in dem jetzt die Gewehre aufflammen.

In der Tat zeigen die beiden divergierenden Weltbilder der Interviews auch die große Kluft, die in allen Aspekten des gesellschaftlichen Diskurses in allen Ländern existiert, welche früher unter dem Namen Christenheit bekannt waren. Sie geben uns einen Einblick genau in das, warum Amoris Laetitia – und die schrillen Forderungen der Unterwerfung ihr gegenüber (an Amoris Laetitia (Anm. d. Übers.) – so wichtig ist als eine Demarkationslinie zwischen den Überresten der alten Welt und dem Schönen Neuen Paradigma,[i] das seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts um die Kontrolle unserer Zivilisation gekämpft hat.

Pater Antonio Spadaro, der enge Freund des Papstes, veröffentlichte heute in La Civilta Catholica ein Interview mit Christoph Kardinal Schönborn, dem Prälaten, den der Papst als autorisierten „Übersetzer“ von Amoris Laetitia bezeichnet hat. Noch am selben Tag erschien noch ein Interview mit Kardinal Burke (geführt) von Michael Matt, dem Redakteur des ehrwürdigen Remnant-Magazins.

Im ersten fragte Spadaro Kardinal Schönborn:

Einige haben von „Die Freude der Liebe“ als einem kleinen Dokument, einer persönlichen Meinung des Papstes, ohne vollen lehramtlichen Wert gesprochen. Welchen Wert besitzt diese Exhortation? Ist es ein Akt des Lehramts? Das scheint offensichtlich zu sein, aber es ist gut, es jetzt zu konkretisieren, um zu verhindern, dass einige Stimmen Verwirrung unter den Gläubigen stiften, wenn sie behaupten, dass dies nicht der Fall ist.

Seine Eminenz antwortete:

Es ist offensichtlich, dass dies ein Akt des Lehramts ist: es ist eine apostolische Exhortation. Es ist klar, dass der Papst hier seine Rolle als Hirte, als oberster Lehrer des Glaubens ausübt, nachdem er von der Konsultation der beiden Synoden profitiert hat.

In dem Remnant Interview, fragte Mike Matt Kardinal Burke im Wesentlichen die gleiche Frage:

Hat Amoris Laetitia eine Autorität im Sinne der Forderung des Glaubensgehorsams von den Gläubigen?

Der amerikanische Kardinal antwortete:

„Wie ich von Anfang an gesagt habe, zeigt die tatsächliche Form von Amoris Laetitia und tatsächlich auch die Worte des Papstes in diesem Dokument, dass es sich nicht um eine Ausübung des päpstlichen Lehramtes handelt. Und die Art und Weise, wie das Dokument notwendigerweise zu lesen ist, ist wie bei jedem Dokument: im Licht der beständigen Lehre und Praxis der Kirche. Und so sind die Aussagen in AL, die mit der ständigen Lehre und Praxis der Kirche übereinstimmen, sicherlich sehr schön. Aber es gibt eine Reihe von Erklärungen, die bestenfalls verwirrend sind, und sie müssen geklärt werden, und deshalb haben vier von uns Kardinälen nach der klassischen Praxis der Kirche fünf Fragen an den Heiligen Vater gestellt, die mit den Grundlagen des moralischen Lebens und der ständigen Lehre der Kirche in dieser Hinsicht zu tun haben.“

Schauen Sie sorgfältig auf diese beiden Antworten, um den großen Unterschied, in dem zugrunde liegenden Verständnis dessen, was der Katholizismus tatsächlich ist, zu erkennen. Burke hat sich mit dem Inhalt des Dokuments befasst und uns gefragt, ob das, was es sagt, objektiv katholisch ist.

Schönborn geht es nur darum, dass das Dokument selbst vom Papst kommt. Es ist katholische Lehre, weil der Papst sagt, dass es so ist. Sein Inhalt ist irrelevant. Wenn es im Widerspruch zu 2000 Jahren Praxis, wenn es sogar den Worten Christi in der Schrift widerspricht – irrelevant. Es ist der Papst, deswegen ist es von Autorität.

Erst nachdem er dies zum höchsten Kriterium gemacht hat, bemüht er sich den Inhalt des Dokumentes vorzustellen und sagt: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass es sich hierbei um ein päpstliches Dokument von großer Qualität handelt, einem authentischen Lehren der sacra doctrina, die uns zurück führt zu der zeitgenössischen Bedeutung des Wortes Gottes.“ Aber auch hier tut er seine positivistische Denkweise kund, was bedeutet, dass ein Widerspruch – ja, Ehebrecher können jetzt die Kommunion erhalten – irgendwie gerechtfertigt sein kann, einfach, weil es 2017 ist.

Wahrheit, Wirklichkeit, menschliche Natur, Gottes Absichten – und damit der Katholizismus – alle sind veränderlich, und es ist die Aufgabe der Kirchenmänner (gut, einiger Kirchenmänner), herauszufinden, was sie heute sind. Schönborn weiter:

„Wir werden in einer lebendigen Weise dahin geführt, eine Unterscheidung zwischen der Kontinuität der Lehrgrundsätze und der Diskontinuität von Sichtweisen oder von historisch bedingten Ausdrücken zu treffen. Dies ist die Funktion, die zum lebendigen Lehramt gehört: das Wort Gottes, ob geschrieben oder überliefert, authentisch zu interpretieren. „

Übrigens ist das ein Lehrbuchausdruck des Neo-Modernismus; Die Idee, dass die katholische Lehre „neu formuliert“ werden muss, d.h. sie soll in neuer Weise dem „modernen Menschen“ entsprechen.

Im nächsten Abschnitt spricht Schönborn noch deutlicher über die Absicht des Papstes, traditionell katholische philosophische Grundlagen über die Natur der Realität, einschließlich der menschlichen Natur, als unveränderlich aufzugeben:

„In diesem Bereich der menschlichen Wirklichkeiten hat der Heilige Vater den Diskurs der Kirche grundlegend erneuert – sicherlich nicht nur nach dem Vorbild seiner apostolischen Exhortation „Die Freude am Evangelium“, sondern auch nach der „Pastoralen Konstitution  über die Kirche in der modernen Welt“, die heute Lehrprinzipien und Überlegungen zum Menschen präsentieren, die sich in einer kontinuierlichen Evolution befinden. Es gibt eine tiefe Offenheit, die Realität (einfach) zu akzeptieren.

Uns wird nicht mitgeteilt, was genau diese „Lehrgrundsätze“ sind. Aber uns wird jeden Tag gesagt, dass, egal, was sie sind, wir verpflichtet sind, uns ihnen zu unterwerfen.

Die gegensätzlichen Aussagen in diesen beiden Interviews verdeutlichen, dass unsere Spaltungen auf zwei unversöhnlich gegensätzlichen Auffassungen über die Natur der Wirklichkeit und damit des Katholizismus in den höchsten Ebenen der Kirche beruhen.

Die erste dieser beiden divergierenden Weltanschauungen ist:

Positivismus [1] [Korrekt müsste es heißen Erkenntnistheoretischer Idealismus Red.]- Die Wahrheit, die Wirklichkeit ist das, wie wir sie wahrnehmen. Von daher ist die katholische Religion das, was wir sagen, dass sie ist. Sie hat überhaupt keine Beziehung zu der äußeren Wirklichkeit – die ihrerseits existieren kann oder auch nicht existieren kann und in jedem Fall irrelevant ist. Der Katholizismus kann und muss auch in seinen wesentlichen Belangen geändert werden, um den sich ändernden Bedürfnissen der Gesellschaft, den heutigen Männern und Frauen, oder jedem Kriterium, das wir festlegen, gerecht zu werden. Es gibt nicht nur keine unveränderliche menschliche Natur, die in der gesamten menschlichen Geschichte denselben moralischen Gesetzen unterworfen ist, sondern auch keine entsprechende Natur der Wahrheit oder gar Gottes. Gott kann seinen Geist ändern, und es liegt an uns, durch die Untersuchung der „Zeichen der Zeit“ oder der Tendenzen der Geschichte (oder was auch immer) zu unterscheiden, was sein neuer Wille für die Menschen ist.

Die Vorstellung, dass es eine unveränderliche Natur der Wahrheit gibt und dass sie in gleicher Weise für die unveränderliche menschliche Natur gilt, ist von Natur aus unterdrückend, regressiv und ungerecht, legalistisch, rigide und „unpastoral“.

Das einzige, was wir wissen müssen, ist, dass dieser veränderliche Wille Gottes durch den Papst, und nur den Papst, und / oder seine ausgewählten Vertreter übermittelt wird. „Tu, was dir gesagt wird“ soll das vollständige Gesetz für die Besten von uns sein.

Das zweite Weltbild ist:

Erkenntnistheoretischer Realismus [2] – Die Realität existiert in bestimmter Weise außerhalb unserer Wahrnehmungen und Vorstellungen von ihr. Der richtige Gebrauch des menschlichen Intellekts ist es, diese Wirklichkeit zu entdecken und zu artikulieren, einschließlich der endgültigen Wirklichkeit Gottes und seiner Beziehung zum Menschen. Daher ist der Katholizismus nichts weiter als eine genaue Beschreibung der objektiven, unveränderlichen, äußeren Wirklichkeit und kann nicht durch menschliches Fiat verändert werden. Der Katholizismus hat für den erkenntnistheoretischen Realisten die gleiche Wertschätzung, die er in Bezug auf die objektive Realität, die Mathematik und Physik hat.

Dies ist die „klassische“ philosophische Weltanschauung, die das Fundament dessen bildet, was wir heute „westliches“ Denken und Zivilisation nennen. In diesem Paradigma ist es der Kirche nicht möglich, eines Tages etwas zu sagen, was verboten ist, und dann zu behaupten, dass diese Sache durch „Entwicklung“ oder „pastorale Unterscheidung“ jetzt erlaubt ist. Ein „Nein“ kann sich nicht durch den bloßen Ablauf von Zeit oder kulturellen Unterschieden zu einem „Ja“ entwickeln.  Unter diesem Paradigma ist der Katholizismus, auch in seiner „pastoralen Praxis“ in „konkreten Fällen“,  ein einheitliches Ganzes, das rational ist; Es widerspricht oder verneint nie sich selbst – auch nicht seine(r) Vergangenheit – oder beobachtbare(n)  Phänomenen.

Erkenntnistheoretischer Realismus ist einfach ausgedrückt die Vorstellung, dass „die Wirklichkeit eine reale Sache ist“ und dass sie in gewisser Hinsicht durch die menschliche Wahrnehmung, durch die Vernunft erfasst werden kann. [3] Er (der Realismus (Anm. d. Übers.) erschien in der überlieferten Geschichte in Griechenland und wurde in einem kontinuierlichen Strom durch die mittelalterlichen Philosophen (weiter) entwickelt und hat katholisches Denken seit der Gründung der Kirche beeinflusst. Er ist auch die Grundlage aller modernen Naturwissenschaften von Euklids Geometrie bis zu Galileo und Kopernikus` astronomischen Beobachtungen, medizinischen und biologischen Wissenschaften bis zur NASA. Seine Anwendung im Katholizismus beruht auf der Prämisse, dass es so etwas wie eine göttliche und eine menschliche Natur gibt, die beide zu allen Zeiten und an allen Orten die gleichen sind.

Wir sehen, dass in zunehmendem Maße in der Kirche der Positivismus das philosophische Fundament der postkonziliaren Revolution ist. Deshalb haben wir, die wir über diese Situation schreiben, begonnen, den Begriff „päpstlicher Positivismus“ für die Idee zu verwenden, dass der Papst durch irgendeine mystische Kraft, die seinem Amt entspringen möge, entscheidet, dass es an der Zeit ist, die eucharistische Praxis im Gegensatz zur eucharistischen Lehre zu ändern.

Darüber hinaus zeigt uns die wütende Reaktion auf die Dubia von vielen Prälaten zu Gunsten des Papstes – mit hysterischen Anschuldigungen bis hin zu dem „Schisma“ das gegen die vier Kardinäle geschleudert wird – wohin Positivismus führt. Amoris Laetitia demonstriert, dass der päpstliche Positivismus als Leitgedanke zu einer Ausübung rein politischer Macht führt, die auf der Annahme der göttlichen Fähigkeit eines Papstes beruht, die Natur der Wirklichkeit zu verändern oder gar zu ignorieren.

Man könnte sagen, dass Amoris Laetitia das Orwellsche Hochhalten von vier Fingern vor der ganzen Kirche ist, verbunden mit der Aufforderung, dass wir alle sagen, es seien fünf.[ii] Der tatsächliche Inhalt, die tatsächliche Anzahl der Finger, ist irrelevant. Das Einzige, was zählt, ist unser Eifer, uns zu unterwerfen.

Vor ein paar Tagen, kurz bevor er dieses Interview veröffentlichte, erzählte Spadaro der ganzen Welt auf Twitter, dass die neue Theologie mit der objektiven Realität nichts zu tun hat und dass darauf zu bestehen, falsches Denken sei.

Die Tatsache, dass das neue Irrationalitäts-Paradigma noch nicht ordnungsgemäß eingefügt wurde, wurde dadurch demonstriert, dass diese Absurditäten im Twitter feed gezeigt und verlacht wurden. Er wurde ziemlich gnadenlos durch den Kakao gezogen.

Diese offensichtlich irrationale Aussage wurde zu Recht als Zeichen eines teilweise verformten Geistes oder eines so intellektuell verbogenen, unreifen Denkens gedeutet, noch dazu es irgendeiner Andeutung wertvoller Kommentaren entbehrte.

Darüber hinaus ist es erstaunlich, dass Spadaro dieses ihn in Verlegenheit bringende Posting nicht entfernte, was jeder getan hätte, der dabei erwischt worden wäre, etwas Dummes, das seiner Sache schadet, sorglos zu posten. Stattdessen verdoppelte er seine Anstrengungen und versuchte in weiteren Postings, diese „Position“ zu rechtfertigen und zu verteidigen. Es war offensichtlich, dass er darin nichts Unrechtes und Falsches sah, und nicht begreifen konnte, warum er eine solche Reaktion erhielt, und durch die vielen Korrekturen, die er ernsthafterweise als Antwort erhielt, offensichtlich  gar nichts lernte.

Als man nicht aufhörte zu lachen, antwortete er auf die einzige Art, die ein Positivist kennt: durch Gewalt. Er blockierte jeden, der hier kommentierte. Die Tatsache, dass er dachte, sein Posting mache irgendeinen Sinn, entfachte den Willen zur versuchten Verteidigung in ihm, und dann reagierte er mit Gewalt, und das war der lustigste Teil der ganzen Sache und auch der am meisten kommunizierte.

Wie ich schon sagte, war eine der hilfreichsten und fruchtbarsten Wirkungen dieses Pontifikats, die intellektuellen, lehrmäßigen und prägenden Fehlschläge der modernen katholischen Prälaten aufzudecken. Fahrt fort zu reden, so dass die ganze Welt es sehen und sich entscheiden kann. Wir sind in der Zeit der großen Klärung.

 Heute, dank Spadaro und Schönborn, die uns sagen, was sie wirklich denken, können wir es noch deutlicher verstehen als in der vergangenen Woche, in der Papst Bergoglio sie für die Auslegung und Verbreitung seiner Ideen verantwortlich beauftragte. Dies ist der Papst, der keine Schwierigkeiten sieht, von einem Tag auf den anderen wild divergierende und logisch entgegengesetzte Ideen vorzuschlagen. Der keine Skrupel hat, die 2000 Jahre alte katholische Lehre und Praxis zu ändern, die Schrift für diese oder jene Auslegung neu zu schreiben. (Nein, eure Heiligkeit, im Wunder der Brote und Fische ging es weder darum, zu teilen, noch war es ein „Gleichnis“.)

Was Menschen, die diese unfassbaren Widersprüche missachten, nicht verstanden haben, ist, dass „Bedeutung“ irrelevant ist. Der Zweck dieser Mitteilungen war nicht, die katholischen Gläubigen über die Gedanken oder Überlegungen des Papstes über die Schrift zu informieren. Der Inhalt ist irrelevant; nur die Unterwerfung zählt, nur Macht. Das bedeutet, je zweideutiger, je widersprüchlicher, je nichtssagender, je unlogischer, desto besser.

Und das ist es, was die Menschen vermissen. In allen seinen Reaktionen ist er vollkommen gleichbleibend gewesen, denn er sagt immer dasselbe: Unterwerft euch. Tatsächlich haben wir vor kurzem einen Bericht erhalten, dass er genau weiß, dass seine Arbeit, die alte Lehre der Kirche zu ändern, ausschließlich auf der reinen Ausübung der puren Macht beruht. Als Kardinal Müller fragte, warum Franziskus die abrupte Entlassung drei seiner besten Priester aus dem ehemaligen Heiligen Offizium verlangt habe, soll der Papst reagiert haben, wie es alle Tyrannen tun:

„ICH. BIN. DER. PAPST. Ich muss niemandem antworten. „

Der Positivismus, die Ablehnung einer objektiven Realität, muss letztlich zum Autoritarismus führen. Wenn es keine objektive Realität gibt, gibt es keine Notwendigkeit, irgendwelche Regeln zu beachten. Jede Vorstellung einer Rechtsstaatlichkeit ist bedeutungslos. Was haben wir im Laufe der Geschichte gesehen, als das Rechtsprinzip [Rule of Law][iii]  zusammenbrach? Es kann nur das Recht des Stärkeren, die Herrschaft der Macht geben. Deshalb muss der Papst, sobald das Prinzip des „mach die Realität zu dem, was du tust“ im päpstlichen Amt fest etabliert ist, so wütend auf „Widerspruch“ reagieren, sogar auf den leisen diplomatischen „Dissens“ der höflichen Bitten um eine Klarstellung.

Was bedeutet Amoris Laetitia?

„Es bedeutet, was ich sage, dass es bedeutet. Es bedeutet, halt die Klappe. „

Franziskus ist ein Papst unter vielen (Vorgängern), aber keiner von ihnen ist so wichtig wie der amtierende Papst, um das Papsttum dazu zu benutzen, den Katholizismus in seinen elementarsten, philosophischen Grundlagen zu zerstören. Er ist der erste Papst, der das Papsttum als Mittel der Einspritzung des neuen Irrationalitäts-Prinzips in die Kirche nutzt, der Übung einer fast unverständlichen Hybris. Darüber hinaus war so etwas bis vor 50 Jahren nicht möglich, wird aber nun durch den nahezu universellen Triumph der gleichen philosophischen Leere in unserer gesamten Zivilisation ermöglicht. Uns wurde unser ganzes Leben erzählt, dass die objektive Realität nicht zählt aber wir alle können es für uns selbst entscheiden.

Was wir nicht begreifen konnten, war, dass in einem Realitätsvakuum, derjenige, der die meiste Macht hat, für uns entscheiden wird.

Das Irrationalitäts-Prinzip ist in der Kirche auf dem aufsteigenden Ast, aber weil es ein unhaltbarer Ansatz ist, muss dieses Prinzip durch rohe Gewalt erzwungen werden; eine Situation, die nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden kann, wie die Kaiser und Tyrannen der Vergangenheit erfahren haben. Angesichts dieser Irrationalität kann ein ruhiger, sogar zurückhaltender Mann wie Kardinal Burke den Terror im Herzen eines Tyrannen dadurch treffen, indem er lediglich die offensichtliche Wahrheit sagt.

NOTIZEN:

[1] Positivismus ist die philosophische Theorie des Wissens, die behauptet: „Die Information wird aus der sinnlichen Erfahrung abgeleitet, interpretiert durch Vernunft und Logik, und bilden die ausschließliche Quelle aller maßgebenden Erkenntnis.“

[2] „Wahrheit besteht in einer Korrespondenz zwischen kognitiven Darstellungen und Wirklichkeit.“

[3] „Grund“ ist die Anwendung der Logik auf beobachtbare Phänomene, um die Realität genau wahrzunehmen. Es setzt also voraus, daß es eine unveränderliche, objektive Wirklichkeit gibt, die wahrgenommen werden kann.

[i] Anspielung auf den Roman von Aldous Huxley „Brave New World“, auf Deutsch „Schöne neue Welt“.

[ii] Anspielung auf die Schlüsselsszene auf George Orwells Roman „1984“.

[iii] Rule of Law ist ein Prinzip der Rechtsstaatlichkeit, wonach ein Staat nach Gesetzen und nicht nach Willkürakten der Regierenden regiert werden sollte. Die Verwurzelung des Rule of Law wird im Naturrecht gesehen. Vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Rule_of_law, welche viel aussagekräftiger als der deutsche Eintrag darüber ist https://de.wikipedia.org/wiki/Rule_of_law

Unsere Fußnoten [Red.]:

[1] Brugger, Walter, Philosophisches Wörterbuch, Freiburg: Herder 199823, 174.

[2] https://www.goldennumber.net/facial-beauty-new-golden-ratio/ https://www.google.de/search?q=beauty+is+about+proportions&espv=2&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwjP5N6J4fbSAhUK8RQKHaVDDYYQsAQIIw&biw=1344&bih=687&dpr=1.25 https://www.goldennumber.net/beauty/ https://www.realself.com/article/beauty-explained-proportions

Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (3 von 3)


turm-von-babel

III. DAS ÜBEL DES ÖKUMENISMUS

Den Ökumenismus nannten wir eine Ersatz–Liebe, eine Pseudoliebe. Wer, wenn nicht der Teufel, der Imitator Gottes und Meister aller Täuschung hat das erfunden? Es ist seine Erfindung, oder vielmehr eine neue Verwendung einer früheren Erfindung von ihm, die der falschen Religionen. Denn er schuf die falschen oder nicht-katholischen Religionen mit der Absicht, den Menschen von seinem letzten Ziel, dem Himmel, abzulenken und wegzuziehen. Zu diesem Zweck sorgte der „Herr der Fliegen“ dafür, einige Elemente der objektiven Wahrheit und Güte in ihnen zu bewahren, um sein Produkt für seine Opfer attraktiver und akzeptabler zu machen. In der heutigen Zeit verwendet er dieselben Elemente als etwas Positives – als das, „was wir gemeinsam haben“ -, um die große ökumenische Scharade der sinnlichen, sentimentalen Liebe zur Zersetzung des Katholischen Glaubens aufzubauen: Pseudo-Religionen für eine Pseudo-Evangelisation durch eine Pseudo–Liebe.

Welche Übel birgt diese Zersetzung des katholischen Glaubens?

  1. Das erste Übel der Ökumene ist, dass sie den Glauben verdunkelt. In der Tat ist der Ökumenismus als eine typische modernistische Initiative von Natur aus „mittelalterlich“ verdunkelnd. Wenn der Papst den Dalai Lama umarmt, wenn er mit ihm oder einem anderen religiösen Führer gemeinsam betet, wenn ein katholischer Priester die Worte der Konsekration in der Heiligen Messe zusammen mit einem protestantischen Pfarrer rezitiert, scheinen sie eine gemeinsame spirituelle Grundlage zu haben, aber worin genau besteht diese? Das ist unklar.

Die Einzigartigkeit des katholischen Glaubens ist das, was der Ökumenismus ganz besonders verdunkelt. Denn wenn man den katholischen Glauben auf die gleiche Ebene wie andere Glaubensrichtungen oder Religionen setzt, so verdunkelt das die Tatsache, daß er der eine wahre Glaube und die eine wahre Religion ist und der einzige, der den Menschen erlösen kann, da er in sich die Fülle der Lehren und Sakramente trägt, die zur Rettung notwendig sind.

  1. Der Katholik, der bei ökumenischen Gesten sich nur für das interessiert, was er mit anderen christlichen Konfessionen oder anderen Religionen gemeinsam hat und was ihn mit ihnen verbindet, schwächt den Glauben, (seinen eigenen und den jedes anderen, der Zeuge dieser Gesten sein kann) in den Artikeln, die er schweigend übergeht.

Wer z.B. nur daran interessiert ist, was ihn mit den Lutheranern verbindet, verschweigt und schwächt folgerichtig dadurch sowohl den Glauben an den Opfercharakter der Heiligen Messe und die sieben Sakramente, als auch die Verehrung Unserer Lieben Frau; wer z.B. daran interessiert ist, was ihn mit den Juden oder Muslimen verbindet, verschweigt und schwächt sowohl den Glauben an die Allerheiligste Dreifaltigkeit als auch an die Göttlichkeit und Erlösungsmission Unseres Herrn Jesus Christus, die den Kern des Glaubens bilden.

  1. Derjenige, der den Glauben verdunkelt und schwächt, minimiert die Möglichkeit der Erlösung (seine eigene und die jedes anderen, der Zeuge dieser Handlungen wird)
  1. Der Ökumenismus demütigt die Kirche durch die Gleichsetzung der unbefleckten Braut Christi mit den Erfindungen des Teufels.
  1. Er beleidigt unseren Herrn Jesus Christus als den Gründer der Kirche, indem er ihn auf die gleiche Ebene stellt, wie die Gründer der anderen „Religionen“, die ihn leugnen, ablehnen oder lästern.
  1. Indem der Ökumeniker den Glauben verdunkelt und verschweigt, die Kirche demütigt und unseren Herrn Jesus Christus beleidigt, wird ihm der Unmut des Herrn auferlegt, der sagt: „Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird der Menschensohn sich schämen, in seiner und des Vaters und der heiligen Engel Herrlichkeit“ (Lk 9 26 nach Allioli)
  1. Wer in diesem unrechtmäßigen Prozess der Annäherung an andere Konfessionen oder Religionen so weit geht, dass er auch nur einen Glaubensartikel leugnet, schwächt nicht allein seinen Glauben, sondern fällt in Häresie und verliert ihn (den Glauben) im Ganzen.
  1. Derjenige der den ganzen Glauben oder den Glaubenskern leugnet, landet im Glaubensabfall, in der Apostasie.
  1. Durch den inter-konfessionellen Ökumenismus kollabiert der Katholizismus auf globaler Ebene in eine Art vagen Humanismus, der vom Christentum leicht angefärbt ist, wie wir es schon schmerzlich erleben können
  1. Durch den interreligiösen Ökumenismus hingegen löst sich der Katholizismus in eine rein natürliche Religion auf, die vom Gnadenstrom abgeschnitten ist. Diese Religion kann eine von zwei Formen annehmen:

a) Ein Gemisch aller Religionen, welches zu einer Art vagen Humanismus ohne eine Spur von Christentum wird

b) Ein Gemisch der monotheistischen Religionen

Diese zweite Form der Religion hat zwei Typen: als erstes einen vagen Deismus; als zweites einen Monotheismus, der das, was die drei großen monotheistischen Religionen theologisch zumindest theoretisch im Alten Testament gemeinsam haben, behält.  Auf diese Weise löst sich der Katholizismus effektiv in das Judentum auf, genauer in die jüdisch-freimaurerische Weltreligion, die als Noachismus bekannt ist. War dies die Motivation der Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus, seines Lebens, seines Leidens und seines Todes am Kreuz inmitten der grauenhaftesten Schmerzenskrämpfe?

Zusammengefasst ist das Übel des Ökumenismus die Verdunkelung, das Verschweigen und die Schwächung des Glaubens. Der Ökumenismus minimiert die Möglichkeit der Erlösung, er demütigt die Kirche, beleidigt Unseren Herrn Jesus Christus und missfällt ihm, er neigt zu Häresie und Glaubensabfall und drängt den Katholizismus in Richtung Humanismus, Deismus und Noachismus. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Kirche bei den ersten Versammlungen zwischen den verschiedenen nichtkatholischen christlichen Konfessionen ausdrücklich durch den Mund des römischen Papstes Pius XI (Mortalium Animos 1928) erklärt hat:

„…es ist klar, dass weder der Apostolische Stuhl in irgendeiner Weise an ihren Konferenzen teilnehmen kann, noch dass es den Katholiken irgendwie erlaubt sein kann, diese Versuche zu unterstützen oder an ihnen mitzuarbeiten. Wenn sie das täten, so würden sie einer falschen christlichen Religion, die von der einen Kirche Christi grundverschieden ist, Geltung verschaffen.“

Das Prinzip, das hier auf die Beziehungen zwischen der Kirche und anderen Konfessionen zutrifft, gilt sinngemäß für die Beziehungen zwischen der Kirche und andere Religionen

Abschluss

Wir beschließen dieses Essay, indem wir kurz die Punkte zusammenfassen, in denen Ökumenismus und Evangelisierung konvergieren und divergieren.

Beide, sowohl der Ökumenismus als auch die Evangelisierung haben einen universellen Anspruch. Der erste Begriff, der sich aus einem griechischen Wort für „die Welt“ ableitet, bedeutet in Wirklichkeit die Anpassung des katholischen Glaubens an alle anderen Konfessionen oder Religionen der Welt. Letzterer bedeutet die Unterweisung, die Taufe und die Bekehrung der ganzen Welt zum Einen Katholischen Glauben, wie aus dem Blick auf das Ende aller synoptischen Evangelien hervorgeht.

Beide, sowohl der Ökumenismus als auch die Evangelisierung sind verschiedene Typen von Liebe, beide erstreben eine Vereinigung zwischen den Parteien im Hinblick auf ein potenzielles Gut. Die Ökumene sucht die Vereinigung auf der Grundlage gemeinsamer Überzeugungen, basierend auf einem „Perpetuum mobile artigen“ Dialog, und mit Umarmungen. Sie schaut auf ein rein irdisches oder politisches Gut. Die Evangelisierung dagegen sucht die Vereinigung auf der Grundlage des Einen wahren Glaubens, der sieben Sakramente und der Unterwerfung unter den Papst. Sie schaut auf das ewige Gut des Menschen im Himmel.

Ökumenismus und Evangelisierung unterscheiden sich am deutlichsten in Bezug auf die Wahrheit. Der Ökumenismus interessiert sich nicht für die Wahrheit; die Evangelisierung dagegen hält sie für das entscheidend Wichtige, denn die Evangelisierung besteht geradezu in der Bekanntmachung der Wahrheit: in ihrer Mitteilung an jemanden, der die Wahrheit nicht kennt, damit auch er sie in Besitz nehmen und auf diesem Weg gerettet werden kann. Diese Wahrheit in ihrem höchsten Sinne ist nichts anderes als die Allerheiligste Dreifaltigkeit, die den Menschen geschaffen hat, damit der Mensch, jeder Mensch ohne Ausnahme SIE auf Erden kennen und lieben lernt und so seine ewige Seligkeit im Himmel erreichen kann. Amen.

Bergoglio zerstört die Kirche und keiner tut was. Eine vorläufige Bestandsaufnahme.


sodom mueller

Der Stand der Dinge

Wie heute gloria.tv in Berufung auf anonimi della croce informierte, wird es keine öffentliche Ermahnung des Papstes geben, weil sich keine ausreichende Mehrheit der unterstützenden Kardinäle gefunden hat. Im Klartext bedeutet das, dass sich niemand traut öffentlich oder auch nicht gegen Bergoglio vorzugehen. Da der Blog anonimi della croce von römischen Priestern mit Insider-Informationen geleitet wird, so ist davon auszugehen, dass es sich um Kurienmitarbeiter handelt oder um jemanden, der Kontakte zu ihnen hat. Laut anonimi hat vor drei Wochen ein Treffen in Rom stattgefunden, währenddessen die Dubia-Kardinäle sich ihre Machtlosigkeit eingestehen mussten. Diese Entwicklung ist mehr als wahrscheinlich, da die angedrohte formelle Korrektur des Papstes wegen der Häresien von Amoris Laetitia, von der Kardinal Burke noch Mitte Dezember 2016 sprach auf sich warten lässt. Burke ist auf den Guam-Gulag verbannt worden und als Patron des Malteserordens praktisch entmachtet, der Orden und ein souveräner Staat gleich mit. Der Bergoglio Antipapst macht weiter, denn in der nächsten Zeit, so wird berichtet, kommt:

Nein, liebe Leserinnen und Leser, dies ist kein Witz und keine Übertreibung unserer Redaktion. Dies berichten seriöse Nachrichtenseiten wie onepeterfive oder Journalisten mit guten Quellen im Vatikan, wie Hilary White. Die Letztere gibt an, dass innerhalb der nächsten neun Monate die folgenden Änderungen, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, eintreffen werden:

  • irgendein nicht-kanonisches „Frauendiakonat“, welches nicht so genannt werden wird;
  • Wiedereinstellung von Priesters, welches sich laizisieren ließen, um später zu heiraten;
  • Formelle Erlaubnis der Interkommunion mit Nicht-Katholiken;
  • Dekrete, welche doktrinelle Entscheidungen den nationalen Bischofskonferenzen überlassen werden;
  • Erklärung einer konzilsähnlichen Versammlung von Anführern aller Weltreligionen, das eine vorher angefertigte Deklaration über ein globales, humanistisches, christenfreies Christentum verabschieden soll.

Und was ist das? Die Zerstörung der katholischen Kirche und zwar nicht, „wie wir sie kennen“, wie Ihre Pastoralassistentin um die Ecke es ausdrücken würde, sondern die Zerstörung der Kirche als solche. Genauso wie die Massenimmigration von Muslimen Europa zerstört und dies in der eigentlichen christlichen Identität dieses Kontinents, denn ohne Christentum kein Europa, sondern West-Orient. Die Massenimmigration wird, wie alles Destruktive, von Papst Franziskus befürwortet. Das Problem besteht zurzeit nicht nur darin, dass wir einen schlechten häretischen Antipapst –  Bergoglio – haben, welcher mit seinen Mannen Vatikan besetzt hält, sondern dass wir überhaupt über keine guten Kardinäle, Bischöfe oder Priester verfügen, die sich ihm wiedersetzen. Und wir schreiben nicht „widersetzen würden“, denn gäbe es welche, so  hätten sie es bereits getan, inter esse et posse est illatio.  Warum gibt es keine? Weil, wie Ann Barnhardt berichtet, die auch über Kontakte im Vatikan verfügt, Franziskus die Kardinäle, Kurienbischöfe und Bischöfe erpresst und zwar mit schmutzigen homosexuellen Geschichten. Da jeder Bischof und höher, wenn er nicht gerade selbst homosexuell ist und viele sind es, in seiner Diözese Pädophile Priester hat, die er nicht rechtzeitig absetzte oder andere Skandale vorweisen kann, so ist buchstäblich jeder erpressbar, da die Leute Bergoglios Zugang zu den Daten der Bischofskongregation oder der Glaubenskongregation haben und einfach wissen, wer sich wo, wann, über wen beschwert hatte. Sie wissen auch wieviele Pädophilen-Delikte wo strafrechtlich verfolgt werden. Daher ist es ihnen ein Leichtes den Hebel dort anzusetzen, wo es weh tut. Leider passiert es gerade unter Franziskus, dass diejenigen Mitarbeiter der Glaubenskongregation, welche die Pädophilen im Franziskus-Umkreis zu streng verfolgten, nach Hause geschickt wurden und Strafen gegen verurteile pädophile Priester reduziert worden sind. Es findet also eine Zerstörung der Kirche auf allen Ebenen statt, welche uns klar macht, dass das Novus-Ordo-Gift dermaßen jegliches Rückgrat aufgeweicht und zersetzt hat, dass wir keine Geistlichen haben, denn andernfalls hätten sich welche gemeldet, besonders jene in den Machtpositionen.

Deswegen sind solche Versuche der konservativen Portale wie katholisches.info oder onepeterfive starke katholische Hierarchen als Beispiele des wahren Glaubens zu konstruieren, bei katholisches.info ist es erstaunlicherweise immer wieder Kardinal – der Feigling – Müller oder natürlich der gute, alte Benedikt XVI., der dieses Schlamassel erst möglich gemacht hat. Onepeterfive oder lifesitenews handeln verhaltener, doch nicht anders. Wie richtigerweise Ann Barnhardt feststellt, muss man von der richtigen Prämisse ausgehen, dass Franziskus kein Papst ist und zwar nicht deswegen, weil die dämonische Prophetie der Mary of Divine Mercy es voraussagte, liebe Leser aus der Schweiz, sondern weil Benedikt nicht gültig zurückgetreten ist. Unserer Meinung nach spielte außer dem wesentlichen Irrtum auch der Zwang eine Rolle, da wir davon ausgehen, dass er zu seinem Rücktritt erpresst worden ist, eine These, die neuerdings andererseits wie es scheint bestätigt wurde. Und was hatte Benedikt getan? Etwas Unehrenhaftes, was ihn erpressbar machte. Wir wissen es nicht und sind froh darüber, da es recht ekelhaft sein gewesen muss. Deswegen hat Franziskus keine Standesgnade, weil er kein Papst ist, da Benedikt immer noch der Papst ist, ob er will oder nicht. Deswegen sind Entscheidungen von Franziskus nicht gültig und bindend, zumal viele, siehe Amoris Laetitia, häretisch sind. Er hat uns also nichts zu sagen!

Warum sagt es keiner laut? Aus Angst um sein Einkommen, wie bei kommerziellen Internetseiten und Blogs, wo man fürchtet, dass keine Anzeigen mit bspw. Benedikt-Memoiren oder dem Müller-Buch geschaltet werden, siehe katholisches.info oder die Spenden ausbleiben, wie bei fast allen, da die Leser wenigstens an Benedikt hängen und eine Kritik an ihm und die Darstellung der Ungültigkeit seines Rücktritts die Spendengelder verebben lassen würde. Theologen und Priester fürchten nicht nur um ihr Einkommen und das „akademische Ansehen“, was es auch sein mag, siehe Hitler-Deutschland und die Stalin-Ära, wer da alles angesehen war, sie fürchten auch als „fundamentalistische Spinner“ gebrandmarkt zu werden, sodass sie ihre Thesen dermaßen vage, schwammig und verklausuliert formulieren, siehe Klaus Obenauer oder Markus Büning, dass wirklich kein Mensch weiß, was sie wirklich meinen. Man weiß es nicht deswegen nicht, weil man zu ungebildet und dumm ist, sondern weil der Text missverständlich formuliert ist, siehe Amoris Laetitia, dass er für jede Interpretation offen bleibt und sich der Schreiber immer herauswinden kann.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass wir derzeit in der Kirche:

  • Keine Männer in leitenden Positionen mit katholischen Ansichten haben.
  • Keine Männer in leitenden Positionen mit Mut haben (No balls, sorry!).

Die Verweiblichung der Männer, über die sich Ann Barnhardt aber auch der Blogger mundabor ständig beklagen, ist eine Tatsache. Novus Ordo hat durch die hegelianische Dialektik des sowohl-als-auch des dennoch-aber-wenn-die-pastoralen-Gründe-Sie-wissen-schon-etc. nicht nur die Hirne, sondern auch das Rückgrat der Kirchenmänner aufgeweicht, da die meisten leider auch in Sünde leben, so sehen sie vieles theologisch und geistlich auch nicht. Wir müssen aber sagen, dass alle Päpste seit dem Konzil, obwohl sie gültige Päpste waren, immer mehr von der Wahrheit abirrten, dennoch versuchten sie den Zick-Zack-Kurs zwischen der überlieferten Lehre und der Neuen Religion zu wahren. Wenige haben es gemerkt, weil es dermaßen verklausuliert formuliert war und vieles auf dem Papier einen rechtgläubigen Eindruck machte. Wie verkaufte uns die Presse, aber vor allem der Vatikan, diese Päpste?

  • Johannes XXIII. war „der Gute“
  • Paul VI. war der humanistische „Konzilspapst“
  • Johannes Paul II. war „der Populäre“
  • Benedikt XVI. war „der Intellektuelle“
  • Franziskus wird auf dem Cover des Rolling Stones-Magazins abgebildet, was jeden Kommentar erübrigt.

Sie haben alle auf Franziskus hin gearbeitet, am meisten leider Johannes Paul II. und es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie demselben Netzwerk angehörten oder wenigstens von diesem gefördert wurden. Welchem Netzwerk? Einer Mischung aus Geheimgesellschaften, siehe die Pecorelli-Liste, welche viele hochstehende Hierarchen zeigt, die der Freimaurerei angehörten, aus Geheimdiensten und anderen einflussreichen Leuten, darunter sicherlich auch Satanisten und Okkultisten, denn solche gibt es auch unter den Hierarchen, wie glaubwürdige Quellen angeben: Rorate Caeli, Eponymous Flower oder Ann Barnhardt.

Das Ziel der „Franziskus-Revolution“

Was ist ihr Ziel? Die Schädigung des mystischen Leibes Christi hier auf Erden. Was ist die Kirche? Sie ist der mystische Leib Christi mit Christus als Haupt. Da Christus als Gott-Mensch nicht leidensfähig ist, da er verklärt zur rechten Vaters sitzt, so kann ihm der Teufel nichts anhaben. Deswegen wütet er gegen die irdische Präsenz des Erlösers:

  1. Gegen die irdische Kirche,
  2. Gegen die Eucharistie
  3. Gegen die Priester
Ad 1. Gegen die irdische Kirche

Da die katholische Kirche die Arche ist, welche die sündige Menschheit durch die wahre Lehre und die Sakramente retten soll, so stürzt die Versenkung dieser Arche, welcher seit dem Vat. II alle Schleusen geöffnet wurden, nicht nur Katholiken, sondern auch die ganze Welt ins Chaos, da sehr viele Seelen dadurch in die Hölle gehen, siehe Fatima, und es keine spirituelle Wehr gegen den Ansturm Satans, den Fürsten dieser Welt, gibt. Daher der enorme Anstieg des Satanismus und Okkultismus sein 1965. Die Church of Satan wurde 1966 gegründet, was kein Zufall ist.

Ad 2. Gegen die Hl. Eucharistie

Wie wir bereits schrieben, führt die Umsetzung von Amoris Latitia, wie sie, Gott sei’s geklagt, schon von der DBK vorgenommen wurde, dazu, dass unzählige sakrilegische Kommunionen gespendet und sakrilegische Beichten gehört werden, sodass:

  1. Die Empfänger dieser Sakramente eine Todsünde begehen und zwar des Sakrilegs.
  2. Die Spender dieser Sakramente, sprich die Priester, ebenfalls die Todsünde des Sakrilegs begehen.

Aber auch der eucharistische Christus, welcher wirklich, tatsächlich, wesentlich, real, substantiell und sakramental in jeder gültigen Messe unter den eucharistischen Gestalten anwesend ist, wird dadurch verunehrt und geschändet. Er wird durch die dreckigen Pfoten des sündigen Priesters in die Kloake des Gewissens des sündigen Kommunionempfängers geworfen. Es ist eine satanistische Messe mit Hostienschändung im Kleinformat.

Ad 3. Gegen die Priester

Durch das Sakrament der Priesterweihe ist Christus ontisch, d.h. seinsmäßig, mit jedem gültig geweihten Priester verbunden. Der Priester wird zu einem alter Christus – zu einem anderen Christus. Es ist Christus, welcher in diesem Priester wirkt, predigt, segnet, opfert, die Sünden vergibt. Die Priester verlängern quasi die körperliche Anwesenheit Christi in der Welt, wie sehr schön die Exerzitiengedanken oder gar eine Privatoffenbarung des belgischen Redemptoristen Pater Schrijvers CSSR Message de Jésus à son prêtre. Pensées de retraite. (Bruxelles, Ed. Universelle, 1933) theologisch korrekt darlegen. Deswegen soll ja ein Priester heilig und keusch leben, damit er dieser Ehre würdig wird, da jede seiner Sünden Christus beleidigt und verunehrt, der sich ontisch mit dem Priester vereinigt hat. Daher ist die sexuelle Sünde eines Priesters gleichzeitig ein Sakrileg, d.h. ein Gottesraub, da man Gott sein Eigentum – den Priester – raubt. Die Gnade, welche Gott durch den Priester leitet und die hauptsächlich durch die sakramentale Gnade der gespendeten Sakramente anderen, nicht dem Priester selbst, zugutekommt, lässt sich mit einem kristallklaren Bergwasser vergleichen, welches in eine Kloake gepumpt wird. Das Wasser kommt schon durch, wird aber verunreinigt durch die Sünde des Priesters. Ähnlich stellt es hl. Thomas dar (Summ. Theol. III, q. 64, a. 5, corp.):

Ich antworte, die Diener der Kirche seien wie Werkzeuge beim Spenden der Sakramente. Das Werkzeug aber wirkt nicht vermöge der eigenen Kraft, sondern auf Grund der Kraft desjenigen, von dem aus es in Bewegung oder Tätigkeit gesetzt wird. Dies ist also dem Werkzeuge unwesentlich, was es außer der Kraft, die demselben als einem Werkzeuge entspricht, an sich hat; wie es unwesentlich ist, ob der Leib des Arztes als Werkzeug der die Kunst besitzenden Seele krank oder gesund und ob die Röhre, durch die das Wasser geht, von Silber oder von Blei sei. Also wenn auch die Diener der Kirche schlecht sind, können sie gültig die Sakramente spenden.[2]

Das Sakrament ist gültig, es findet also statt, aber es ist gleichsam verdreckt. Stellen Sie sich vor Ihnen würde jemand eine Oblate mit dermaßen vor Schmutz verkrusteten Fingern reichen, dass diese Oblate selbst schmutzbeladen und verkrustet wird. Sie genießen die Oblate trotzdem, aber den Dreck gleich mit. So in etwa sind Sakramente der in Sünde lebenden Priester zu betrachten: gültig, aber nicht würdig. Wenn die Priesterehe über eine Hintertür eingeführt werden wird, wenn die Priester ihre Konkubinate legalisieren oder wenn verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden, dann werden wir es ständig mit einer Dreckkruste zu tun haben, obwohl Christus möchte, dass seine Priester rein sind und nur ihm gehören, was die Kirche immer so sah. Diese Lösung oder eher die „Endlösung“ würde dazu führen, dass noch mehr Priester ihr Amt aufgeben würden, weil die Gläubigen nicht für „Priesterfamilien“ zahlen würden, der „Markt würde es verifizieren“ und zwar dadurch, dass die Gläubigen zu den wenigen zölibatär lebenden Priestern reisen würden. Die anderen würden über kurz oder lang Pleite gehen und sich weltliche Berufe suchen müssen, „um die Familie zu ernähren“, die sie gezeugt haben.  Wir schätzen, dass nach solch einer Änderung wohl 90% aller Katholiken die Sonntagspraxis aufgeben werden, denn verheiratet sind die meisten selbst und wollen nicht für die „Priesterfrauen“ zahlen. Die vorhandene Priesterschaft würde sich weltweit wohl um 90% reduzieren und dadurch reinigen.

Wem haben wir aber paradoxerweise die geistliche Erneuerung im nachrevolutionären Frankreich des 19 Jhdts. zu verdanken? Denjenigen Priestern, welche zuerst, entgegen der Weisung des Papstes, den Eid auf die Zivilkonstitution des Klerus (1790) geschworen hatten und dadurch zum clergé assermenté wurden. Dies betraf 24.000 von 29.000 Priestern und 21 Bischöfe von 83, wobei 10 Bischöfe sogar heirateten, wie Romano Amerio angibt.[3] Anders ausgedrückt nur 5.000 Priester und 62 Bischöfe fielen nicht vom Glauben ab, d.h. 17,3% aller Priester und immerhin 75,6% Bischöfe blieben dem Glauben treu. Durch die Revolution und die nachfolgende Kirchenverfolgung schrumpfte sich die katholische Kirche in Frankreich gesund, da die humanistischen Revolutionäre viele guillotinierte Schrumpfköpfe hinterließen, was der späteren Entwicklung der Kirche bis zum unseligen Vat. II zugutekam. Diesmal wird es viel drastischer werden und die gesamte Kirche betreffen.

Was tun?

Wie soll man diesen Beitrag positiv beenden? Halten Sie sich im Gnadenstand, opfern Sie und sühnen Sie für die Sünden, denn jemand muss das ja tun, trösten Sie den Herrn bei der Eucharistischen Anbetung, denn er ist verraten und einsam. Vielleicht wird sich Gott der gläubigen  Seelen erbarmen und die Zeit der Prüfung abkürzen? Hilary White phantasiert über die Ermordung Caesars, deren Übertragung auf Franziskus unwahrscheinlich erscheint, denn die Römer waren Männer, unsere Kardinäle sind verweiblichte Weicheier, zu keinem Kampf fähig. Zitieren wir dennoch das witzige Zitat, das Hilary White anführt, welches im Original angeführt werden wird, damit es seine Würze nicht verliert:

People are losing the spirit of the Ides of March. It’s not about just stabbing. It’s about coming together to stab in groups.

Iden des März

Sie müssen selbst etwas schreiben. Schreiben Sie Beschwerdebriefe an Ihre Ordinariate, Bischöfe, den päpstlichen Nuntius, die vatikanischen Kongregationen. Diese feigen Kirchenmänner wissen, dass Franziskus nicht ewig ist und sich irgendwann alles zum Guten ändern wird, obwohl sie nichts dazu beigetragen haben. Dann werden sie als „die heimlichen Verteidiger des Glaubens“ vor uns treten und uns vorjammern, wie schwer sie es hatten und welchen Widerstand sie im Geheimen übten. Deswegen werden sie Ihre Briefe nicht zerstören, um für die Zukunft etwas in der Hand zu haben, um sich verteidigen zu können. Ändert sich die kirchliche Wetterlage, dann werden sie von diesen Informationen Gebrauch machen, aber diese müssen erst vorliegen. Also schreiben Sie! Sie werden sich Ihren Frust vor der Seele schreiben, was schon an sich nicht schlecht ist. Sie können aber auch an die weltliche Presse schreiben. „Die Sorgen eines Katholiken“ an Peter Seewald oder Matussek vom Spiegel. Journalisten sind immer auf der Suche nach einer interessanten Human interest story, weil echte Emotionen verkaufsfördernd wirken. So hatte die New York Times zum Erhalt der Tridentinischen Messe in Holy Innocent beigetragen, da sie sinngemäß schrieb: Die Leute zahlen dafür und wollen es. Lass sie!  Schreiben Sie Leserbriefe an Die Zeit nach dem letzten Franziskus-Interview und kündigen Sie die Kündigung Ihres Abos an, falls Sie welches besitzen oder damit, dass Sie diese Zeitung nie wieder kaufen werden. Es geht darum, dass diese Leute sehen, dass man Ihnen Ihr Heiligstes mit den Füssen zertrampelt, dass man ihr Ich schädigt. Sie müssen subjektivistisch argumentieren, nach dem Motto:

„Mir ist es wichtig und ich zahle meine Kirchensteuer, ohne dass ich dafür eine Leistung erhalte“.

Falls Sie ein pensionierter Beamter sind, so haben Sie viel Zeit und den richtigen Wortschatz. Tun Sie es. Jemand muss ja. Wir sind auf uns selbst gestellt. Amen.

[1] http://www.katholisches.info/2017/03/falscher-kult-im-petersdom-oekumene-strategie-von-franziskus-welche-konfession-oder-religion-ist-nicht-wichtig/  http://www.katholisches.info/2017/03/historisch-erste-anglikanische-vesper-im-petersdom-geruechte-um-neue-liturgiekommission/

[2] http://www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel770-5.htm

[3] Amerio, R., Iota Unum. Eine Studie über die Veränderungen in der katholischen Kirche im XX. Jahrhundert, Stuttgart 2011, 189.

Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (2 von 3)


turm-von-babel

II. Sentimentalität

1. Die Natur der ökumenischen Liebe

Mit seiner Suche nach dem irdischen Gut des Menschen wird vielleicht jemand versuchen, diesen falschen Ökumenismus zu verteidigen, in dem er behauptet, dass es wenn auch keine geistliche trotz allem eine Art der Liebe ist, in dem er sagt, „die Liebe ist ausreichend“. Denn letztendlich ist die Liebe der Grund für unser Leben und Gott selbst ist Liebe in dem Sinne, daß die Allerheiligste Dreifaltigkeit ein Geheimnis der Liebe zwischen den drei göttlichen Personen ist.

Lasst uns nun die Natur dieser ökumenischen Liebe genauer untersuchen, zuerst das Element der Vereinigung, dann das Gute, das diese Vereinigung hervorbringen soll.

a) Die Ökumenische Einheit

Was ist das, was die Parteien zu einer ökumenischen Initiative einigt?

Gemeinsame Überzeugungen und Ideale unter Ausschluss der lehrmäßigen Unterschiede. Dieses Prinzip wird typischerweise mit dem Slogan „Was wir gemeinsam haben, ist wichtiger als das, was uns trennt“ ausgedrückt. Insbesondere in der Beziehung zu anderen Religionen wird das oft durch die Formel „Wir verehren denselben Gott“ verdeutlicht.

Diese gemeinsamen Überzeugungen und Ideale bilden die Grundlage für den „Dialog“, einen Prozess, der nicht auf die Erreichung der objektiven Wahrheit ausgerichtet ist, sondern lediglich einen brüderlichen Austausch darstellt, einen Prozess, der beiden Parteien auf gleiche Augenhöhe setzt im unausgesprochenen Einverständnis, die jeweils  eigene Vision der Wahrheit dem anderen nicht aufzuzwingen. Sie bilden die Grundlage für gemeinsame Unternehmen wie interreligiöse oder interkonfessionelle Versammlungen oder diplomatische Gesten wie Baumpflanzungen und Umarmungen.

Was an der ökumenistischen Einigung bemerkenswert ist, ist, dass sie von der objektiven Wahrheit absieht. Das ist jedoch irrational, denn um mit anderen christlichen Konfessionen oder anderen Religionen vernünftig und realistisch umzugehen, müssen wir die ganze Wahrheit und nicht nur einen Teil davon in Betracht ziehen: nicht nur gemeinsame Überzeugungen und Ideale, sondern auch Lehrunterschiede

Nach kurzem Nachdenken können wir tatsächlich erkennen, dass es von dem Wichtigen weniger gibt, was uns mit Konfessionen und Religionen eint, als das, was uns trennt: nämlich der Glaube, der den Schlüssel zum ewigen Leben enthält.

Nehmen wir z.B. die anderen monotheistische Religionen: Judentum und Islam. Die Tatsache, dass sie „denselben Gott anbeten“, ist irrelevant. Denn der Gott, den sie anbeten, ist nur im philosophischen Sinne derselbe, wie der Gott des katholischen Glaubens: als in sich seiendes Sein, als Schöpfer und Ende aller Dinge; während der Gott, den sie anbeten, im theologischen Sinne der Gott ist, den sie leugnen, nämlich die Allerheiligste Dreieinigkeit, und damit nicht derselbe wie der Gott des katholischen Glaubens. Was hier wichtig ist, ist das, wie wir eben erklärt haben, was uns trennt: der Glauben an den Gott des katholischen Glaubens, weil nur dieser Glaube heilbringend ist.

b) Das Ökumenische Gut    

Welches Gut wird mit dem Ökumenismus geplant? Das irdische, politische Gut des Menschen. Dies würde in der Tat das ökumenische Unternehmen rechtfertigen, wenn es nicht um das Übel ginge, das dieses Unternehmen hervorbringt (vgl. Abschnitt III). Mit einem Wort, der Ökumenismus bietet dem Menschen ein irdisches Gut auf Kosten seines geistlichen Gutes

*

Wir schlussfolgern dass der Ökumenismus nicht die angemessene Art der Liebe zwischen der Kirche und den anderen Religionen oder Konfessionen ist. Die angemessene Art der Liebe ist vielmehr die Evangelisierung, da sie, wie jede Form der vernünftigen Liebe auf das wahre Gut des anderen zielt, ja auf sein höchstes Gut, seine Erlösung, die sie durch seine Bekehrung zu sichern sucht.

Dass die von der Ökumene vorgeschlagene Art der Liebe unangemessen ist, kann durch folgendes Bild illustriert werden: Eine Menge von Menschen versucht, einen Ozean zu überqueren. Ein Teil reist auf einem großen Boot, das gebaut wird, um Stürme und alle Arten von Gefahr zu überleben und mit allem ausgestattet, was für eine lange Reise notwendig ist. Andere reisen in kleineren Booten: Segelboote, Ruderboote; wieder andere auf Flößen oder Luftmatratzen; die übrigen schwimmen einfach. Nur das große Boot wird die andere Seite sicher erreichen; einige der anderen Boote können ankommen, aber nur mit großen Schwierigkeiten. Die übrigen Boote und Menschen werden sicherlich nicht auf die andere Seite erreichen. Diejenigen auf dem großen Boot versuchen nicht, die anderen davon zu überzeugen, an Bord zu kommen, sondern grüßen sie nur unbekümmert, wenn sie ihnen begegnen. Wie der Leser verstanden haben wird, ist das große Boot die katholische Kirche; der Ozean ist die Welt; die Menschen außerhalb des Bootes sind diejenigen, die nicht zur Kirche, oder zumindest nicht zum Leib der Kirche gehören.

Es ist offensichtlich leichter und mit mehr Spaß verbunden – zumindest für den Augenblick – zu winken und unverbindlich zu lächeln, als dem Betroffenen zu sagen, daß er einen Fehler begeht und ihn dazu zu überreden, sein Boot zu verlassen (was er vermutlich selbst schon erwogen hat) und selbst an Bord zu kommen. Außerdem wird es größere Mühe erfordern, sich um ihn zu kümmern, wenn er an Bord ist.

Wir sagten, dass der falsche Ökumenismus eine unangemessene Art der Liebe ist. Wie könnten wir das präzisieren? Insoweit er von der objektiven Wahrheit absieht, ist er irrational, wie wir oben andeuteten, begründet also keine vernünftige, sondern nur eine emotionale Liebe. Diese „Liebe“ kann genauer als Sentimentalität charakterisiert werden. Diese Sentimentalität hat ihren ersten offiziellen Auftritt in der Kirche in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils in ihrer weichen und versöhnlichen Sprache und Haltung gegenüber anderen Religionen und vor allem gegenüber der heutigen Welt und in einer neuen ethischen Lehre, in der das primäre Ziel der Ehe „Liebe“ ist. Als ein Ersatz der wahren Liebe, d.h. der Tugend der Liebe, ist diese sentimentale Liebe verweichlicht und entmannend. Infolge des Mangels an Bildung und infolge fehlender Wachsamkeit des Klerus und der Gläubigen, konnte sie sich im oben erwähnten Konzil als wahre Liebe ausgeben.

2. Der Metaphysische Irrtum des Ökumenismus

Der metaphysische Fehler, der dem Ökumenismus zugrundeliegt, ist der, dass er dem Guten Priorität vor dem Wahren einräumt.

a) Auf der natürlichen Ebene

Die Seele des Menschen hat zwei grundlegende Fähigkeiten: Verstand/Erkenntnisfähigkeit und Willen (oder vernünftige Liebe), und beide müssen in seinem Handeln zur Anwendung zusammenkommen. Der tiefste Grund dafür ist, daß diese beiden Fähigkeiten dem Menschen notwendig sind, um Gott vollkommen zu verherrlichen. Dem Einwand, daß die „Liebe genügt“, antworten wir mit der Versicherung, daß die Erkenntnisfähigkeit ebenso notwendig ist.

Es muss noch hinzugefügt werden, dass die Erkenntnis (logisch) Vorrang vor der Liebe hat, insofern die Liebe blind ist und durch Erkenntnis geleitet werden muss: man muss erkennen und wissen, was man und wie man liebt. Wenn ein Säufer mich um 100 € bittet und ich sie ihm gebe, liebe ich ihn nicht. Und wenn jemand versucht, den Ozean schwimmend zu überqueren, liebe ich ihn nicht, indem ich ihm nur von meiner schönen Yacht zuwinke, während ich vorbeikomme.

b) Auf der übernatürlichen Ebene

Auf der übernatürlichen Ebene entsprechen der Erkenntnisfähigkeit der Glaube und der Liebe die Nächstenliebe. Beide – Glauben und Nächstenliebe – müssen im menschlichen Handeln eingeschlossen sein. Der Glaube reicht nicht aus, um erlöst zu werden; es ist nicht ausreichend zu lieben, um gerettet zu werden: beides, Glaube und Nächstenliebe sind notwendig.

Darüber hinaus hat der Glaube (als übernatürliche Erkenntnis) logischen Vorrang gegenüber der Nächstenliebe (als übernatürliche Liebe). Der Gegenstand des Glaubens ist Gott, die Allerheiligste Dreifaltigkeit, und wir können ihn nicht mit der Nächstenliebe (und unseren Nächsten in Ihm und IHM zuliebe) lieben, bevor wir ihn durch den Glauben erkennen.

Zusammen mit Professor Romano Amerio in seinem bewundernswerten Buch Iota Unum können wir auf einer tieferen Ebene sagen, daß die Erkenntnis der Liebe letztendlich auch innerhalb der Allerheiligsten Dreifaltigkeit selbst vorausgeht, weil die Erkenntnis Gottes im Wort Gottes der Liebe im Heiligen Geist vorausgeht: Das Hervorgehen des Sohnes aus dem Intellekt des Vaters geht dem Hervorgehen des Heiligen Geistes aus der wechselseitigen Liebe des Vaters und des Sohnes voraus. In diesem Sinne können wir sagen, dass Gott vor dem Geheimnis der Liebe ein Geheimnis der Wahrheit ist. Die hier in Frage stehende Priorität ist wie bisher eine logische Priorität: Der Vater und der Sohn sind wesensgleich und ihre gegenseitigen Beziehungen sind zeitlich nicht verschieden.

Von daher sehen wir, dass die Ökumeniker falsch liegen, wenn sie so tun, als ob Liebe alles ist, was zählt, denn – wir wiederholen es – Wissen und Liebe sind notwendig, wobei die Erkenntnis logischen Vorrang vor der Liebe hat: der Glaube vor der Nächstenliebe: die Ordnung des Wahren vor der Ordnung des Guten.

Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (1 von 3)


turm-von-babel

Wir wollen hier wieder einmal einen Text von Don Pietro Leone vorstellen, welcher nach den neuesten Eskapaden von Kardinal Marx nicht  besser gewählt sein könnte. Es geht um den leidigen Ökumenismus.  Und was ist so falsch daran? Das, dass sich die logischen Werte „wahr“ und „falsch“ im Laufe der Jahre nicht verändern oder gilt das für den Satz von Pythagoras. Aber in Religion ist es anders, meinen Sie? Nein, den Religion ist eine geoffenbarte Wahrheit von Gott, der Wahrheit, schlechthin und deswegen können nicht die Irrlehren von Luther aus dem Jahre 1517 nur 500 Jahre später richtig und salonfähig gemacht werden. Denn sie sind genauso falsch heute, wie sie es gestern waren. Wer das leugnet, ist nicht mehr katholisch, lieber Kardinal Marx. Die wachsende Akzeptanz für die lutherische Häresien ist durch die Umstellung des katholischen Paradigmas nach Vat. II entstanden, welches den Katholizismus zur einer sich ständig verändernden Zeitgeistreligion machte. Siehe Papst Franziskus. Wahr und falsch spielt keine Rolle, es geht umd die Beliebtheit oder die leidige Kirchensteuer. Vielleicht denkt die cancelliera, wie sie auf Italienisch heißt, Angela Merkel, dass die Zusammenlegung der beiden Kirchen Geld sparen kann, welches für die islamischen Kulturbereicherer ausgegeben werden kann, damit wir bald hier überhaupt kein Christentum mehr haben. Wer weiß, wer weiß? In der Zeit als Don Pietro Leone diesen Aufsatz schrieb, war eine neue Einheitsmesse, die angeblich von Papst Franziskus geplant wird, noch nicht denkbar.  Durch den Ökumenismus hat die katholische Kirche ihre Identität verloren, das Papstum mit Franziskus auch. Schade.

Von Don Pietro Leone

Im Anfang war der Ökumenismus und der Ökumenismus war mit Gott und der Ökumenismus war über Gott.

(Aggiornamento per tutto compreso i vangeli, cap.iv, Ester Maria Ledda, 2013, Bonanno)

Das Original ist hier zu finden.

In der Waffen- und Rüstungsabteilung seiner Höllen-Werkstatt ist Satan sicherlich stolz auf den Ökumenismus. Bitten Sie Satan, Ihnen den Ökumenismus zu zeigen, wenn Sie jemals das Pech haben, dort zu enden. Diese mächtige Waffe ist jüngeren Datums. Sie wurde für die heutige Zeit, in der der Glaube zerfällt und erkaltet und für die Beschleunigung dieses Prozesses entwickelt. Ihre erste Reaktion wird eine bewundernde sein:

„Was für ein schönes Kunstwerk!“

werden Sie sagen. Ihre zweite Reaktion, wenn Sie es sich näher angesehen haben, wird eine überraschte sein, da es innerlich völlig hohl und leer ist.

„All unsere Waffen sind hohl“,

wird Er ihnen kurz antworten.

„Hast du die ganze Zeit nichts verstanden? Das Wichtige ist die Sichtweise auf die Dinge. Aber es ist wahr,“

wird er nach einem kurzen Moment einräumen,

„diese Waffe ist ganz besonders hohl.“

 

I. Die Hohlheit

 1. Logische Hohlheit   

Es gibt zwei Arten von Ökumenismus. Die erste zielt auf die Einheit aller christlichen Konfessionen, oder aller Glaubensbekenntnisse ab, voraussetzend, dass sie alle wahr sind, die zweite fokussiert auf die Einheit auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners.

Wir werden die logische Zusammenhanglosigkeit beider Typen im Folgenden aufzeigen

a) Die Zusammenhanglosigkeit der ersten Form des Ökumenismus

Was den ersten Typus anbelangt, so zitieren wir den Heiligen Pius X in Pascendi:

„Die Modernisten leugnen nicht, sondern geben tatsächlich zu, manche hinter vorgehaltener Hand, andere ganz offen, dass alle Religionen wahr sind.“

Der Papst bezieht sich auf eine subjektivistische Auffassung von Religion, die auf die persönliche Erfahrung reduziert wird, die jeder Mensch von Gott in seiner eigenen Religion hat, zusammen mit der Symbolik, die dazu gehört. Diese Auffassung wurde von ihm im Dekret Lamentabili und in der oben erwähnten Enzyklika Pascendi verurteilt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht viele gibt, die gerne behaupten, dass alle Glaubensbekenntnisse wahr sind, sogar als objektives Konzept von Glaube und Religion. Darauf muss aber erwidert werden, dass diese Behauptung gegen den Grundsatz des Nicht-Widerspruchs verstößt, da es nur eine Wirklichkeit gibt und jeder Glaube oder jede Religion eine andere und exklusive Sichtweise davon darstellt. Aus diesem Grund behauptet der überzeugte Gläubige jeder Religion oder jedes Bekenntnisses, dass seine Vorstellung richtig ist und die Vorstellungen der anderen Gläubigen falsch sind: Kurzum, er behauptet, dass sein Glaube oder seine Religion der einzige wahre Glaube und die einzig wahre Religion ist, die es gibt.

Die Eine Heilige Römisch Katholische Kirche kann in dem Sinne noch weiter gehen, als sie nicht nur sagt, dass sie den einzig wahren Glauben hat und die einzig wahre Religion ist, sondern dass es der einzige Glaube und die einzige Religion überhaupt ist. Denn die Kirche lehrt, dass der Glaube eine Art von Wissen ist, d.h. die Erkenntnis der Wirklichkeit: Die Realität, die Gott ist. Und da es nur eine Wirklichkeit und nur einen Gott gibt, kann es nicht mehr als eine Erkenntnis von dieser einen Wirklichkeit, die Gott ist, geben. Weiterhin lehrt die Kirche, dass nur der katholische Glaube (zusammen mit der Taufe) uns mit diesem Gott vereinigt, und dass deswegen der Katholische Glaube auch die einzige Religion ist, wenn Religion nichts anderes bedeutet, als das spirituelle System, das uns mit Gott verbindet (Lateinisch ligat).

Die Popularität der Theorie, dass alle „Glaubensbekenntnisse“ oder „Religionen“ objektiv wahr seien, zeigt uns das Ausmaß der Unfähigkeit zu rationalem Denken, zu dem der heutige Mensch gekommen ist – auch wenn die Absurdität solch einer Theorie ihre Respektabilität in den Augen der Modernisten sicher nicht mindert.

b) Die Zusammenhanglosigkeit der zweiten Form des Ökumenismus

Die zweite Form des Ökumenismus reduziert den Glauben zu einem Amalgam (zusammengekleisterten Gemisch) von unterschiedlichen Überzeugungen, um ihn dann mit dem Amalgam anderer „Glaubensbekenntnisse“ und „Religionen“ auf der Suche nach einer gemeinsamen Grundlage zu vergleichen. Die EINE, HEILIGE, RÖMISCH KATHOLISCHE Kirche lehrt im Gegensatz dazu, dass sich der Glaube als unteilbare Einheit konstituiert, als Einheit, die sich aus seinem Gegenstand, nämlich Gott selbst, ergibt. Aus diesem Grunde ist es unmöglich, von irgendeiner katholischen Lehre im Interesse der Übereinstimmung mit anderen abzusehen.

2. Moralische Hohlheit

Der Ökumenismus wird als eine Art geistige Vereinigung präsentiert, die auf ein geistliches Gut zielt. Mit einem Wort, es wird als eine Art spirituelle Liebe zwischen den Mitgliedern der katholischen Kirche und den Außenstehenden dargestellt. Aber der Ökumenismus stellt keine geistliche Liebe dar, weil er weder aus einer geistigen Vereinigung (was auch immer damit sinnvoll gemeint sein könnte), noch in irgendeiner Art von geistlichem Gut besteht.

a) Das Fehlen einer geistlichen Einheit

i) Der Katholischen Kirche wurde von Unserem Herrn die Anweisung gegeben, nur eine Art von geistlicher Vereinigung mit Nicht Katholiken zu entwickeln und das ist eine dreifache Vereinigung die besteht aus:

a) der Vereinigung unter der Autorität der katholischen Hierarchie

b) der Vereinigung in den sieben Sakramenten  und

c) der Vereinigung in dem einen Katholischen Glauben

Das ist die einzige Art der Einheit, die der Katholischen Kirche erlaubt ist, mit anderen zu etablieren, weil nur dieser Typ der Einheit das geistliche Gut, nämlich ihre Erlösung bewirken kann. Auf der anderen Seite ist die von der Ökumene gesuchte Einheit schlicht nur eine partielle Einheit, insoweit, als nur einer oder mehrere dieser drei Elemente fehlen. Deswegen hat sie nicht die Kraft zu erlösen.

ii)  Die geistliche Einheit, die vom Ökumenismus gesucht wird, wirkt also nicht erlösend. Bezeichnenderweise ist sie nicht übernatürlich, insoweit der Ökumenismus den Katholizismus typischerweise auf den Glauben (verstanden als eine Ansammlung von verschiedenen Überzeugungen) reduziert, und folgerichtig die Sakramente ignoriert, die notwendig sind, um uns mit Gott hier auf der Erde und im Himmel zu vereinigen. In den beiden Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils Ad Gentes und Nostra Aetate, die sich auf das Verhältnis zwischen Kirche und den nichtchristlichen Religionen beziehen, ist der Begriff „übernatürlich“ nirgendwo zu finden.

iii) Die geistliche Einheit, die vom Ökumenismus gesucht wird, ist bezeichnenderweise nicht moralisch, da sie dazu neigt, den Glauben auf jene Lehren zu reduzieren, die die Natur und die Wirklichkeit Gottes betreffen. Dabei vernachlässigt sie jedoch die moralischen Lehren, die ein wesentlicher Bestandteil des Glaubens sowohl als auch für das ewige Leben notwendig sind, denn der Glaube ist das Licht, das uns den Weg zum Himmel zeigt

b) Das Fehlen eines geistlichen Gutes

Die Art des Guten, das ausschließlich vom Ökumenismus gefördert wird, ist nicht die Erlösung, sondern nur der irdische Frieden und das Glück, die kein geistliches Gut sind. Beide sind auch nicht die primäre oder wesentliche Aufgabe der Kirche. Die Kirche, wie wir eben angedeutet haben, wurde für das ewige Heil des Menschen gegründet: für seine Erlösung. Der Ökumenismus hingegen zielt ausschließlich auf sein irdisches Gut. Dann aber ist es keine geistliche Initiative, sondern eine rein politische. Das irdische Wohlergehen des Menschen ist – als Folge ihrer Hauptaufgabe, die sein ewiges Heil ist –  höchstens eine Nebenpflicht der Kirche.

Ann Barnhardt: Über das gegenwärtige Gegen-Papsttum, die Priesterbruderschaft Sankt Pius X und andere völlig unaufgeregte Themen


judith_with_the_head_of_holofernes_by_cristofano_allori

Hier wieder einmal ein messerscharfer Text von Ann Barnhard, deren Beiträge immer mit einer Darstellung von Judith und Holofernes bebildert werden, da diese den Geist dieser Beiträge am Besten wiedergeben. Wir publizieren Ann Barnhardt, weil wir fast immer mit ihr übereinstimmen, obwohl wir dies und das, wie wir glauben, weniger scharf ausdrücken. So glauben wir, dass die FSSPX, welche kaum etwas wirklich Deutliches gegen Amoris Laetitia gesagt hat, sich wirklich jeglicher Autorität entledigt hat. Dass die Verhandlungen weiterhin dauern, stellt ihr kein gutes Zeugnis aus, denn im jetzigen Moment hat sie nichts zu verlieren. Sie ist bereits kanonisch irregulär. Jegliche Absprachen mit einem Antipapst oder einem häretischen Papst, der bald einer formalen Häresie beschuldigt werden wird, sind doch unsinnig. Wird das Pontifikat von Franziskus für null und nichtig erklärt und abrogiert werden, so besteht die Möglichkeit, dass sein Nachfolger, diesmal zur Abwechslung ein echter und würdiger Papst, manche seiner Entscheidungen validiert, also für rechtsgültig erklärt. Denn nicht einmal Franziskus kann alles falsch machen. Dennoch ist das Verhandeln eines Abkommens gerade mit Franziskus und gerade nach Amoris Laetitia mehr als unwürdig. FSSPX beraubt sich jeglicher Glaubwürdigkeit, denn auch Pragmatismus hat seine Grenzen. So waren Johannes Paul II. und Benedikt XVI. der Piusbruderschaft nicht katholisch genug, aber Franziskus ist es auf einmal.

1. Wenn Franziskus ein Antipapst ist, dann haben seine Entscheidungen, z.B. bezüglich der Beichtjurisdiktion, keine bindende Gewalt, weil er die petrinische Schlüsselgewalt nicht besitzt. Die Sünden werden also nicht vergeben.

2. Wenn Franziskus ein Antipapst ist, dann Garantiert ein Abkommen mit ihm keinen Durchfluss der Gnade, von welchem sich die FSSPX ja durch ihre irreguläre Stellung, getrennt hat. Somit kann unter Franziskus keine richtige Rekonziliation erfolgen.

3. Es ist kaum vorstellbar, dass Franziskus, sei er Papst oder Gegenpapst, welcher den Katholizismus bekämpft und die Tradition erst recht sich an das Abkommen mit der FSSPX halten wird. Wovor soll er sich denn fürchten? Vor der schlechten Presse?

4. Im Gegensatz zu Weihbischof Schneider raten wir der FSSPX nicht unter Franziskus ein Abkommen zu schließen, denn „die Person des Papstes spielt zwar keine Rolle“, wie es Weihbischof richtigerweise sagte, aber es spielt eine Rolle, ob jemand ein Papst ist oder kein Papst ist. Bergoglio wurde höchstwahrscheinlich unkanonisch gewählt, er hat durch Amoris Laetitia eine formale Häresie begannen und als Apostat und Häretiker kann er, nach dem hl. Robert Bellarmin und anderen kein Papst sein. Eine brüderlicher Ermahnung wird erfolgen und die darauffolgende Amtsenthebung mit dem Schisma wohl auch. Es ist also der denkbar schlechteste Zeitpunkt ein Abkommen zu schließen.

 

Über vieles gibt es hier zu berichten. Ich werde versuchen, es aus einem nicht linearen Bewußtsein heraus zu entwickeln.

Was wäre, wenn ich jemandem eine Landkarte geben würde, aber diese wäre in ihrer Orientierung um 90 Grad verdreht? Es gibt dann keine Möglichkeit, den Weg zu finden, OHNE DIE KORREKTE ORIENTIERUNG WIEDERHERZUSTELLEN. Niemals kann man seinen Weg mit einer Karte, oder im wirklichen Leben ohne die richtige Orientierung finden. Die Orientierung, die jemanden sicher durch Zeit und Raum führt, muss WAHR sein.

Laufend erhalte ich emails, laufend lese ich Kommentare verschiedener Beiträge auch auf anderen Websites – von sehr gläubigen Menschen – die ihren Glauben durch Bergoglio verloren haben. Eine Mail bekam ich von einer Frau, die erklärte, dass Bergoglio beweise, dass die gesamte Vorstellung des Lehramtes der Kirche unwirklich und fiktiv sei – nicht nur in den letzten 3 Jahren, nicht erst seit Vatikanum II, sondern schon während der gesamten 2000 Jahre der Kirche. So etwas resultiert aus der falschen Prämisse, Bergoglio sei der Papst.

Leute, der ganze Bergoglio Kram und die Situation der Kirche ist sehr, sehr einfach zu verstehen! Es gibt keinen Grund für seelische Crashs oder einen Glaubensabfall, wenn man einfach annimmt – und diese Annahme ist moralisch sicher  – dass Bergoglio ein Gegenpapst ist. Ratzingers Rücktritt wurde unter einem schweren Irrtum vollzogen. Die Frage des äußeren Zwanges in Bezug auf die Gültigkeit des Rücktritts, ist interessant und sicher einer eingehenden Untersuchung würdig, aber strittig. Ebenso strittig ist, ob Ratzinger glaubt oder nicht glaubt, dass Bergoglio Papst ist. Dieser Glaube Ratzingers ist nicht der Richter über die Realität. Ratzinger ist von der Wahrheit seines substanziellen Fehlers überzeugt – oder leugnet irgendjemand (von uns) die (subjektive) Richtigkeit seiner begangenen Fehler in dem Moment, wo er sie begeht? Haben Sie sich jemals festgelegt und mit völliger Überzeugung zu sich selbst gesagt: “Ich weiß dass meine Position, meine Überzeugung falsch ist, aber ich verdränge bewußt dieses Wissen um die Falschheit oder den Fehler und glaube jetzt, dass mein geglaubter Irrtum/ Fehler wahr ist?“ Nein – wir belügen uns selbst und glauben unseren Lügen. Wir kommen zu irrigen Schlußfolgerungen, aber wir denken, dass sie korrekt sind. Ratzinger hat sich selbst davon überzeugt, das Papsttum verzweigen zu können. Das ist der substanzielle Fehler.  Er, (Ratzinger) liegt falsch.

Nun, die Frage, an der sich die Leute verknoten ist: Spielt es eine Rolle, wer der Papst ist?

Die Antwort ist: JA. Es spielt die alles entscheidende Rolle. Sie sind nicht verrückt. Sie sind nicht dumm. Sie sind kein schlechter Katholik oder ein schlechter Mensch, wenn Sie denken, es ist unwichtig. Aber dass es eine riesige Rolle spielt, darüber muss diskutiert werden. Es tut mir leid, aber Leute, die sagen, dass diese Frage unwesentlich ist, sind sehr einfach gestrickt.

Die Wahrheit ist wesentlich                                                                                                                                      Die Realität ist wesentlich.

Für viele von uns, die zur (katholischen) Kirche konvertierten, ist das Papsttum im allgemeinen die letzte Hürde nach deren Klärung die Erkenntnis Raum greift, dass die Kirche wirklich DIE. EINE. WAHRE. KIRCHE ist.

Für mich war es ein “Altvorderer”, der mich das Viehgeschäft lehrte.  Eines Abends, als er über das Management und verschiedene Konzepte der Rinderhaltung sprach, redete er speziell über die menschliche Ressource. Er sagte sehr einfach: “Schau, jemand muss die Verantwortung übernehmen” Natürlich. Das wissen wir alle. In jeder größeren Organisation, muss es jemanden Verantworlichen geben, der letztendlich sagt, wo es lang geht. Es muss eine Person geben, die im Zweifelsfall letztgültige, bindende Entscheidungen trifft. Wenn nicht, resultiert Chaos und eventuell der Zusammenbruch.

Es ist undenkbar und auch schlicht unmöglich, hätte Christus die streitende Kirche, die Kirche hier auf Erden, ohne einen Verantwortlichen, der nötigenfalls letztgültige verbindliche Entscheidungen fällen kann, gegründet. Darüber hinaus sehen wir aus der Heiligen Schrift, dass Christus nicht nur ein solches Amt schuf, sondern es mit übernatürlichen Schutz ausstattete. Natürlich tat ER das. Weniger als das macht keinen Sinn. Und wir reden hier nicht über Viehzucht, sondern über den Leib Christi, von Christus gegründet, der das Geschenk Gottes an die Menschheit ist, um SEINE Wahrheit und Gnade mitzuteilen. Diese Lehre ist göttlichen Ursprungs und deswegen wurde sie vollkommen konzipiert und etabliert.

Wenn ich traditionelle Katholiken sehe, die völlig verzweifelt sind und leugnen, dass Bergoglio ein Gegenpapst ist aber gleichzeitig sagen, dass es keine Rolle spielt, kann ich nur mit dem Kopf schütteln

Lassen Sie mich hier einmal sehr direkt und unverblümt folgendes sagen: Leute, die bis vor wenigen Monaten die Institution des Papstamtes als einen integralen Bestandteil der streitenden Kirche verteidigten (welcher es in Wirklichkeit auch ist), und jetzt predigen, dass das Papsttum nicht wichtig sei, dass die Identität des Papstes keine Rolle spiele, so scheint es mir,  haben Angst, ihr Einkommen – sei es resultierend aus einer wirklichen Anstellung oder aus Spenden –  oder ihre soziale Reputation, oder ihre politischen und für ihre Karriere wichtigen Verbindungen zu verlieren. Kurz gesagt, sie fürchten sich vor dem Verlust des  MENSCHLICHEN RESPEKTES in irgendeiner Form.

Speziell Konvertiten zu erklären, die den Stuhl Petri unzweifelhaft als einen nicht verhandelbaren, definierten und integralen Bestandteil des Katholizismus ansehen (welcher er in Wirklichkeit ist) die Identität des Papstes sei nicht erkennbar und irrelevant, damit man den sozialen Status, das Einkommen und die für die Karriere wichtigen Verbindungen behält, ist absolut skandalös und unterhalb der Gürtellinie.

Das muss sofort aufhören.

Wenn das Papstamt keine Rolle spielt, ist die Kirche unwichtig.

Wenn die Kirche unwichtig ist, spielt Christus keine Rolle.

Wenn Christus keine Rolle spielt, dann ist er nicht Gott.

Wenn Christus nicht Gott ist, ist das Leben hoffnungs- und bedeutungslos, und es ist allein wichtig, die persönlichen Bedürfnisse unter allen Umständen zu befriedigen.

Noch einmal, ich kann nicht vehement genug betonen, dass es absolut entscheidend ist, von einer wahren Prämisse auszugehen.

Die Wahrheit ist objektiv, außerhalb meines Bewußtseins und erkennbar – vor allem in Bezug auf DIE KIRCHE, weil die Kirche SICHTBAR ist.

Wo Petrus ist, ist die Kirche. Wer Petrus ist, und wer er nicht ist, ist dafür nicht nur wichtig, sondern alles entscheidend. Ratzingers Leichtigkeit bei dem Versuch, seine VERANTWORTUNG aufzugeben – die Entschuldigungen dafür, warum er die weißen Gewänder weiterhin trägt, ”weil gerade keine schwarzen verfügbar waren” und – vielleicht sogar noch schlimmer – die schuldhafte Aufgabe seiner Pflichten beim Besuch des Weltjugendtages – einem neu-heidnischen Festival, das für immer verboten und vergessen gehört – aufgrund von “jet lag” – ist nicht nur skandalös, sondern beleidigend.

Genau deswegen, weil ich den Stuhl Petri liebe und respektiere, wehre ich mich gegen dessen unrechtmäßige Besetzung und verweigere mein Ohr dem Mann, der mit moralischer Sicherheit ein Gegenpapst ist. Es ist nicht Papolatrie zu behaupten, dass es einen Unterschied macht, wer der Papst ist oder wer nicht. Ich glaube, dass der einzige und derzeit regierende Papst Papst Benedikt XVI. Ratzinger ist, obwohl er aufgrund seiner katastrophalen Aktionen einer der schlechtesten, wenn nicht sogar der schlechteste Papst der Geschichte der Kirche ist. Aber er ist nach wie vor der Papst und man kann es sehen.

Das teuflische Finale: SCHISMA

Was Satan hier versucht, ist, so viele Menschen wie möglich aus der EINEN WAHREN KIRCHE zu vertreiben.

ZUERST: Der Gegenpapst Bergoglio führt lieber früher als später den gesamten Novus Ordo Flügel der Kirche ins Schisma. Amoris Laetitia ist in ihrem Kern vor allem dies: Eine ENTHEILIGUNG DER EUCHARISTIE. Wir alle wissen jetzt, dass Bergoglio einer Gruppe von argentinischen Klerikern SCHRIFTLICH mitteilte, dass die sakrilegische Entheiligung der Eucharistie durch Austeilung der Kommunion an unbußfertige Ehebrecher und Unzüchtige die einzig korrekte Interpretation dieses Dokumentes darstellt. Ein Dokument, welches, wir erinnern uns, keinerlei Bedeutung oder Vollmacht hat, weil Bergoglio als Gegenpapst keinerlei Autorität hat. Aber wieder zurück zu der Frage der wirklichen oder falschen Prämisse. Demnächst wird der Gegenpapst Bergoglio die Heilige Kommunion für Lutheraner öffnen, was dann folgerichtig weiterhin unweigerlich dazu führen wird, wirklich jeden, eingeschlossen Nicht Christen, zum Tisch des Herrn zuzulassen. Spätestens an diesem Punkt wird es absolut sicher sein, sagen zu können, dass Bergoglio mit Hilfe Satans komplett schismatisch ist und eine komplett neue, separierte universalistische “Eine Welt Religion” als Oberhaupt anführt.

Satan möchte, dass jeder einzelne Mensch innerhalb der Katholische Kirche Bergoglio ins Schisma folgt.

Was uns zur FSSPX (Piusbruderschaft) führt

Am anderen Ende des Spektrums haben wir den Traditionalismus; Leute, die Bergoglio NICHT in seine NeuFranziskanischeEineWeltReligion folgen wollen. Satan hat aber auch für sie das Schachspiel arrangiert: Die FSSPX hat Verhandlungen mit Gegenpapst Bergoglio begonnen.

Halten wir einen Moment inne: Piusbrüder, seht ihr das Problem hier? Ihr verhandelt euren Status MIT EINEM GEGENPAPST. Wie kann das jemals zu guten Früchten für euch, die Kirche oder irgendjemand führen? Wiederum sind wir bei der substanziellen Frage, der wirklich wahren Prämisse. Diese Verhandlungen basieren auf der falschen Voraussetzung, dass ihr in gutem Glauben mit dem Stellvertreter Christi verhandelt. Bitte erlaubt euch nicht, zu glauben, dass ihr unabhängig von Bergoglio mit Pozzo und Ecclesia Dei verhandelt. Das ist die Falle Bergoglios. Es ist Bergoglio der euch kreuzweise hereinlegen wird, unabhängig davon, wie präzise und wasserdicht eure schriftlichen Verträge mit Ecclesia Dei sind. Diese Männer sind abgrundtief  böse, ohne Ehre und Scham. Schriftliche Vereinbarungen bedeuten NICHTS für sie. Sie sind für sie ein Witz, ein Werkzeug im Umgang mit Männern, die sich an “die Regeln” halten. Wenn ihr ein Übereinkommen mit dem Gegenpapst Bergoglio eingeht, wird er es umgehend widerrufen und über euch kommen wie über die Franzsikaner der Immakulata und über andere kontemplative Gemeinschaften. Wenn ihr ein Übereinkommen mit dem Gegenpapst Bergoglio ablehnt, wird er Euch einseitig zu einem Teil der NeuFranziskanischenEineWeltReligion machen und über euch kommen wie ganze Tonnen von Felsblöcken.

Warum? Sehr einfach, Satan, der hinter all dem steht, möchte, dass alle Traditionalisten SICH SELBST INS SCHISMA FÜHREN.

Bischof Fellay weiß, daß, wenn er vor dem Gegenpapst Bergoglio kapituliert, ein Großteil seiner Priester und Gläubigen DIE FSSPX VERLASSEN WERDEN UND SICH SEDISVAKANTISITSCHEN SEKTEN ANSCHLIEßEN WERDEN; DIE SCHON SCHISMATISCH SIND.

Falls Bischof Fellay die Verhandlungen mit Gegenpapst Bergoglio beendet, wird Bergoglio einseitig erklären, dass die FSSPX dazugehört und sie dazu auffordern, vor seinen Forderungen zu kapitulieren. Falls sich die FSSPX dem verweigert, wird Bergoglio erklären, dass sie im Schisma sind. Und hier wird eine Nuance des satanischen Schachspieles offenbar: Es ist ein Bluff! Sehen Sie es nicht? Bergoglio IST NICHT DER PAPST. Seine Erklärungen haben dieselbe Macht wie meine eigenen. Bergoglio hat weder die Macht, dir irgendetwas zu befehlen, noch kann er erklären, dass Sie im Schisma sind, wenn Sie seinen Häresien und Blasphemien nicht folgsen. Satan versucht die FSSPX AUSZUTRICKSEN; DAMIT SIE GLAUBT IM SCHISMA ZU SEIN; WENN SIE IN WIRKLICHKEIT NICHT IM SCHISMA IST.

Noch einmal, all das hängt davon ab, von der wahren Prämisse her zu operieren, nämlich dass Bergoglio ein Gegenpapst und Ratzinger aufgrund seines spektakulären und schweren Irrtums und Fehlers Petrus ist. Und falls es ein Trost ist, sowohl für die FSSPX als auch für euch die Sie das hier lesen, meine römischen Kontakte versichern mir, dass öffentlich innerhalb der Kurie darüber diskutiert wird, ob Bergoglio ein Gegenpapst ist. Aber sie fürchten sich alle wegen ihrer Karriere und versichern dass “man da nichts machen kann” und “wir darauf zu warten haben, dass er stirbt”

Was sollte meiner Meinung nach der Weg für die FSSPX in der Zukunft sein? Wenn ich das äußere, weiß ich sehr gut, dass ich jeden, der das hier liest, schon verloren habe – aber es macht keine Unterschied mehr:

Die FSSPX sollte alle Verhandlungen mit Bergoglio abbrechen und öffentlich erklären, dass es eine moralische Gewißheit ist, dass Bergoglio nicht der Papst ist. Sie sollte öffentlich ihre Treue zu dem einzigen lebenden Vikar Christi Papst Benedikt XVI. bekunden.

Ratzinger wird niemals irgend etwas – im guten oder im schlechten – für die FSSPX tun, weil er es zurückweist, seine Verantwortung als Papst auszuüben. Weiterhin wird es klar werden, dass die FSSPX KEINERLEI Aktionen, die Bergoglio gegen sie unternimmt, anerkennen wird – UND so wird die FSSPX exakt dort verbleiben, wo sie ist: innerhalb DER KIRCHE gehorsam dem Heiligen Stuhl. Und dann wird, so hoffe ich, die FSSPX wirklich ein Rettungsboot werden, bevor das alles zu Ende geht.

Noch einmal auf das verweisend, was ich weiter oben über die öffentliche Diskussion in der Römischen Kurie darüber, dass Bergoglio möglicherweise ein Gegenpapst sei, sagte und in Bezug auf deren Hilflosigkeit – vielleicht kann eine mutige Aussage der FSSPX, dass es eine moralische Gewissheit ist, dass Bergoglio Gegenpapst ist, wie ein Eisbrecher wirken – und allen anderen in der Kurie und vielleicht dem Kardinalskollegium erlauben und helfen, öffentlich diese Frage zu diskutieren.

Der Schlüssel dazu ist das private und öffentliche Beharren des Weiterentwickelns der wahren Prämisse, und  – “Butter bei die Fische” – sollte es nicht in allen kleinen und großen Dingen, die wir auch sonst tun, so sein? Zuletzt bleibt mir noch zu sagen, dass Unser Herr uns fragt, ob wir im Glauben den Sprung wagen, unsere Loyalität zu dem vielleicht schlechtesten Papst in der Geschichte der Kirche zu erklären – zu Papst Benedikt, dem XVI.

Wenn ich Verantwortung tragen würde, was ich Gott sei Dank nicht tue, wäre es das, was ich tun würde. Aus meiner konsequenten persönlichen Verantwortung heraus, – und wer will meine persönliche Situation beurteilen? – ist es das, was ich erkannt habe und weiterhin tun werde.

Ich hoffe, es hilft.

Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns.

Ann Barnhardt am 12.09.2016 in: http://www.barnhardt.biz/2016/09/12/on-the-current-antipapacy-the-sspx-and-other-totally-non-inflammatory-topics/

 

Steven Skojec, Warum die Liturgie wirklich der Schlüssel zu allem anderen ist


messa-di-s-gregorio-magno-400x517-400x517

Wir präsentieren wieder einmal einen Aufsatz von Peter Skojec, dem Herausgeber von onepeterfive, in der ausgezeichneten Übersetzung von davillatollkuehn. Menschen und besondere Geistliche, die ausschließlich Novus Ordo kennen, wundern sich oft über die Hartnäckigkeit der Traditionalisten, mit welcher diese auf die Wichtigkeit der Tridentinischen Messe pochen. Sogar diese „toleranten“ Novus Ordo – Vertreter, welche die Alte Messe für zulässig und kein „Teufelswerk“ halten, denken sich:

„Messe hin oder her. So einen Unterschied kann es ja nicht machen, wenn beide gültig sind. Das andere ist bloß kulturell angewachsenes Brimborium. Es gibt Wichtigeres in der Kirche. Familie, Gesellschaft, Lehre und jetzt haben wir einen häretischen Papst. Wenn wieder alles ins Lot kommt, werden wir uns um die Liturgie kümmern. Jetzt aber gibt es Wichtigeres“.

Dieser Aussprucht könnten von einem „guten, konservativen Bischof“ stammen, den es in Deutschland nicht gibt, siehe die letzte Entscheidung der DBK Sakramente an die Ehebrecher, d.h. an Todsünder, zu spenden. Es ist ein Denken, das sicherlich sowohl von bona fide zeugt als auch von der Unkenntnis der Alten Messe gekennzeichnet ist, ein Denken, welches von der fehlenden Erfahrung geprägt wird, dass die Alte Liturgie wirklich wirkt. Sie wirkt gnadenbringender, erleuchtender, heiligender, die lässlichen Sünden mindernder als die Novus Ordo Liturgie. Dies ist auch die katholische Sakramentenlehre insbesondere über das Sakrament der Eucharistie, welche diese Wirkungen aufzählt. Und warum erfahren wir es meistens nicht? Weil die Novus Ordo Sakramente viel weniger wirken, insbesondere die Neue Messe wirkt kaum. Wie kann aber ein gültiges Sakrament „weniger wirken“? Weil ein Sakrament nicht nur aus der Gütligkeit besteht und die Messe viel mehr ist als die Wandlungsworte selbst, welche samt Materie und der Intention des Priesters das zu tun, was die Kirche mit diesem Sakrament tut, das eigentliche Sakrament ausmachen. Liturgie ist auch viel mehr als das Sakrament. Liturgie ist ein Sich-Einklinken in die göttlichen Wirklichkeit, an das himmlische Jerusalem, an der wir gerade durch die Liturgie teilnehmen. Der Schreiber dieser Zeilen hatte wirklich sein Leben lang mit allem Ernst nach der Wahrheit, warum es um die Theologie und die Kirche so schlecht steht, gesucht. Aber erst als er mit dem täglichen Beten der Alten Breviere auf Lateinisch anfing, also mit einer liturgischen Handlung, welche für ihn keine Pflicht war, begann er gleichsam „zu sehen“. Die Antworten kamen von selbst mit der Einsicht, wie und warum die Dinge so stehen wie sie stehen. Als hätte man mehr Licht erhalten, um die Unordnung in einem Zimmer zu sehen, wo man früher, in der Dunkelheit, nur gegen Möbel lief und sich fragte, was es wohl war. Es war als würde man sich immer höher erheben, um die Dinge aus der Vogelperspektive zu betrachten, um auf diese Art und Weise die verschlungenen Wege und die Sackgassen zu sehen. Es ist die Wirkung der Liturgie, nicht sein Verdienst oder nur insoweit, dass er sich dieser Liturgie, wie bei der Messe, aussetzte oder diese, wie beim Brevier, verrichtete. Die Alte Messe wird deswegen unterbunden und verfolgt, weil sie „sehend“ macht. Es ist so, als hätten Sie im tiefsten Kommunismus den Westen besucht und stellten fest, dass der „real existierende Sozialismus“ doch nicht das beste System war. Hilary White spricht von der nachkonziliaren Kirche als von dem „Novus Ordo Konzentrationslager“. Ein wenig übertrieben, wie wir finden, „Lager“ oder „Gulag“ hätten gereicht, doch Recht hat sie. Fahren wir zur Alten Messe, wenn wir können, scheuen wir nicht den Weg oder das Geld. Wir werden an göttlichen Mysterien teilnehmen und zwar so, wie die Kirche sie immer hielt, wir werden verständiger und schauender. Wir müssen Gnade horten, um bei dem kommendem Kampf bestehen zu können.

Der o.a. Aufsatz von Steven Skojec wurde ursprünglich hier publiziert.

Nichts ist so großartig wie die Eucharistie. Wenn Gott uns etwas Kostbareres zu geben hätte, hätte ER es getan.

– Saint Jean-Marie Vianney

Das erste Mal, als ich durch die Tore des Petersdomes in Rom ging, war ich überwältigt. Dieser größte Schatz der christlichen Architektur beeindruckte mich und erzeugte in mir ein unglaubliches und beeindruckendes Gefühl der Kleinheit. Als ich von draußen von der sonnigen Piazza in das gewaltige Innere der Kirche der Kirchen trat, wurde ich gleichsam verschlungen. Hier, in diesem majestätischen Testament aus Stein und Marmor, Silber und Gold, wurde mir die überwältigende Herrlichkeit Gottes und meine eigene Bedeutungslosigkeit klar.

Keine Religion in der Geschichte der Welt hat jemals solche Tempel inspiriert; keine heidnische Gottheit konnte die Ausgießung menschlicher Erfindungsgabe, handwerklichen Könnens und Leistungsfähigkeit hervorrufen, die sich im Dienst an der Ehre des einzig wahren Gottes manifestierte. Die Menge und Qualität der Architektur, der Kunst, der Musik, der Poesie und theologischen Darlegung, die der Welt in zwanzig Jahrhunderten des Katholizismus geschenkt wurde, macht den Geist taumeln.

Es gibt keine größere Inspirationsquelle als IHN, der uns alles gibt – unser Leben, unsere Talente, unsere Freuden, unsere Ewigkeit. Dadurch, dass wir durch die besten Werke unserer Kreativität IHN verehren, kehren wir selbst zu IHM zurück und geben IHM das wieder, was wir von IHM empfingen.

„Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von oben, herabsteigend vom Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung statthat, noch ein Schatten von Wandel ist.“ Jak 1: 17

Es ist daher nur passend, dass Gott uns befiehlt, IHN zu verehren. Wir sind geschaffen, um IHN in dieser Welt zu erkennen, zu lieben und IHM zu dienen und mit IHM für immer im Himmel glücklich zu sein. Aber glauben wir, dass diese Vorschriften zu unseren eigenen Bedingungen ausreichend zu erfüllen sind? Verlangt nicht Gott streng von uns das, wozu ER uns verpflichtet? Ist Gott nicht ein eifernder Gott, im wirklichen Sinn des Wortes, der das von uns erwartet, was IHM zusteht? Und ist das weniger als das Beste, was wir haben?

Es war schon immer so. Die meisten Menschen kennen die biblische Geschichte von Kain, der seinen Bruder Abel ermordet, aber nicht viele könnten sagen, was Kain zum Mord trieb. Es war Neid – Neid, der entstand, weil Abels Anbetung Gott wohlgefälliger als Kains eigene war.

Abel aber war ein Schafhirt, und Kain ein Ackerbauer. Es begab sich aber nach vielen Tagen, dass Kain von den Früchten der Erde dem Herrn Opfergaben darbrachte. Aber Abel brachte gleichfalls ein Opfer dar, von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fette. Da sah der Herr auf Abel und sein Opfer, aber auf Kain und sein Opfer sah er nicht, und Kain ergrimmte so heftig, dass sein Angesicht einfiel. Da sprach der Herr zu ihm: Warum bist du ergrimmt und warum ist dein Angesicht eingefallen? Wirst du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen? Tuest du aber Böses, wird nicht sogleich die Sünde vor der Tür sein? Aber ihre Begier soll unter dir sein und du sollst über sie herrschen. Und Kain sagt zu Abel, seinem Bruder: Lass uns hinausgehen! Als sie nun auf dem Felde waren, erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihn. (Gen 4, 2-8)

Warum bist du ergrimmt und warum ist dein Angesicht eingefallen? Wirst du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen?“ Als Abel Gott opferte, brachte er IHM sein Kostbarstes, sein Bestes dar. Er opferte seine Erstgeburt, gab Gott nicht nur das Beste aus der Herde, sondern das Fett der Schafe, das wertvollste, was sie zu bieten haben. Er hielt nichts zurück; insbesondere nicht die Teile, die er wirklich eigentlich für sich haben wollte. Es war ein Ausgießen, eine Entleerung des Selbst, sein Flehen vor Gott war IHM wohlgefällig in seiner Gesamtheit.

Wir wissen nicht, was Kain Gott anbot – nur, dass er IHM von den Früchten der Erde gab. Wir wissen auch, durch die Worte Gottes an Kain, dass sein Opfer Gott gefälliger gewesen wäre, wenn er großzügig gehandelt hätte. Es ist daher klar, dass nicht alle Opfer, die Gott dargebracht werden von ihm als gleich angesehen werden. Es gibt einen Unterschied zwischen einer Verehrung, die ihm gefällt und einer Verehrung, die er nicht akzeptiert.

Es ist nicht egoistisch von Gott, von uns unser Kostbarstes zu verlangen. Nicht nur hat er uns jede gute Sache gegeben, und nicht nur, dass er uns in jedem Moment, in dem wir atmen,  in unserer Existenz hält, sondern

„Er hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe“ (Joh. 3,16).

Während Gott den Engel zu Abrahm sandte, um dessen Hand zurückzuhalten und damit  Isaaks (dessen Sohn) Leben zu schonen, ließ er jedwede grausame Folter bis hin zum grausamen und schändlichen Tod am Kreuz an seinem eigenen göttlichen und unschuldigen Sohn Christus zu. Diesen Kelch des Leidens, wie Christus sich ausdrückte, trank ER bis zur Neige. Es ist die Wahrheit, dass es für uns nichts Wertvolleres gibt, als die Eucharistie, den Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit des gekreuzigten Christus. Gott liebt uns so sehr, dass er uns dieses unsagbar selbstlose Geschenk gab, um unsere Erlösung zu realisieren. Nichts ist größer, als seine Liebe zu uns, die er uns gibt, damit wir sie IHM zurückgeben

Aber behandeln wir dieses Geschenk als das größte Geschenk, das es überhaupt geben kann? Ehren wir die Eucharistie als das Kostbarste, was im Universum existiert? Erkennen wir, dass dieses Geschenk SEINER Selbst unsere ganze Hingabe an IHN fordert?

Jede Liturgie stellt uns aufs neue in diesem Zyklus des sich selber Schenkens. Gott gibt uns das Beste, was er hat, und er fragt nach dem Besten, das wir IHM im Gegenzug dafür geben können. Aber wir können IHM nicht wirklich angemessen etwas geben, dass auch nur annähernd mit dem vergleichbar ist, was ER uns gibt. In unserer Ohnmacht eines angemessenen Gegengeschenkes gibt Gott sich selbst uns als Geschenk an IHN. ER nimmt auch unseren Platz ein als der, der Gott dieses Opfer anbietet. Er ist beides: Priester und Opfergabe. Jeder Priester, der an jedem Altar steht, wird von Christus selbst umfangen und eingeschlossen. Es ist Christus, der das Allerheiligste Altarsakrament seines eigenen Leibes und Blutes konsekriert. Es ist Christus, der opfert und gleichzeitig ist Christus der, der dem Vater im Namen von uns armen Sündern geopfert wird.

Das heilige Messopfer ist keine Mahlzeit. Es ist ein totales und vollkommenes Opfer. Der Priester deckt nicht den Tisch für ein Abendessen. Er bringt das geschlachtete und mit Blut befleckte Opfer auf dem Opferaltar dar, weil ER durch seinen Tod den Tod besiegt hat – den ewigen Tod der Sünde – und weil ER uns durch seine Auferstehung zum ewigen Leben transformiert. Die Messe wird, wesenhaft verstanden, nicht gefeiert, sondern sie wird IHM aufgeopfert, um seinen göttlichen Zorn wegen unseren vielfältigen und schweren Sünden zu stillen. Dieses Opfer ist nicht nur vollkommen, sondern IHM so lieb und teuer, dass wenn Gott IHN (seinen geopferten Sohn – Gott) sieht, und uns sieht, die wir IHN empfangen, ER uns so mit seiner Gnade übergießt, wie Christus sein Blut vergoss.

Wenn wir zur Messe gehen, stellt das die intimste Erfahrung Gottes dar, die wir in diesem Leben jemals erfahren können. Wir kommen zum Altar, um an diesem göttlichen sich gegenseitig selbst  Ausgießen und Hingeben teilzuhaben. ER gibt uns SICH SELBST, SEIN ALLES, und obwohl das unendlich mehr ist, als wir zurückgeben können, können  wir IHM doch uns selbst, unser alles zurückgeben. Während sich ein Mann und eine Frau in der unvollkommenen Vereinigung der ehelichen Umarmung zu einem Fleisch vereinigen, erlaubt uns Gott, IHN selbst uns einzuverleiben, so dass er buchstäblich eins mit unserem Körper und unserer Seele werden kann und dadurch, das wir das vollziehen, kann er sich uns einverleiben. Das ist eine atemberaubende Erfahrung.

Sobald wir die Natur der Messe und unsere Bestimmung wirklich zu verstehen beginnen, wird es uns möglich, zu erkennen, wie wichtig es ist, dass sie in einer angemessenen Art und Weise gefeiert wird. Obwohl man sagen kann, dass die Messe um des Menschen willen gemacht wurde, geht es konkret darum, dass der Mensch eine angemessene Gabe bekommt, die er Gott anbieten kann. Der Gegenstand unserer Anbetung ist Gott, nicht wir selbst. Aus diesem Grund ist jede Messe, in welcher der Mensch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, eine gefährliche Verfälschung und Karikatur.

Einige argumentieren, dass die Form der Liturgie so lange keine Rolle spielt, wie Christus vorhanden ist. Es ist wahr, dass, wenn Christus gegenwärtig gemacht wird, das Gott angebotene Opfer selbst perfekt ist, aber das bedeutet nicht, dass das auch für unsere Anbetung oder unser Verständnis des Opfers gilt.

Die eucharistische Gegenwart Christi manifestiert sich durch göttliches Handeln. Es ist Christus, der Priester Christus, der das Opfer dem Vater im Himmel durch die Kraft des Heiligen Geistes anbietet. Das, was wir sehen, was auf dem Altar geschieht, ist ein Einblick in das innere Leben der Heiligsten Dreifaltigkeit, ein Einblick in die Liebe und die Interaktion zwischen den göttlichen Personen, – ohne irgendein eigenes Verdienst unsererseits. Wie der Priester im Quam oblationem Gebet des ALTEN Ritus betet:

Diese Opfergabe mache du, o Gott, wir bitten dich, huldvoll in jeder Hinsicht zu einer gesegneten, bei dir eingetragenen, gültigen, geistigen und genehmen, damit sie uns werde Leib und Blut deines vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.

Es ist Gott, der das Opfer Gott wohlgefällig macht, und zwar deswegen, weil Gott selbst das Opfer ist.

Was wir in der Liturgie bringen, was wir Gott anbieten, ist unsere Ehre, unsere Ehrfurcht, unser Flehen, unsere Zerknirschung, unsere Anbetung, und unser Lob. „Ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist, ein reuiges und gedemütigtes Herz wirst du, o Gott nicht verschmähen“ (Ps 51:19.). Der Priester, der die Gaben konsekriert, tut dies nicht durch eine Kraft, die er besitzt, sondern durch eine, die er aus der Vereinigung mit dem einzig wahren Priestertum Christi bezieht.

„Wenn ich die Messe zelebriere:“ sagte mir einmal ein junger traditioneller Priester: „bin ich ein Sklave der Liturgie. Die Kirche sagt mir, wo ich zu stehen, wie ich meine Hände zu legen habe, wann ich knie oder den Altar küssen soll … Mein Selbst verschwindet und Christus wirkt durch mich. „Das Opfer des Priesters ist eines der Demut, der Ehrfurcht, der Entleerung seiner selbst. „Schaff Recht mir, Gott“, fleht er am Fuße des Altars, die Worte des Psalmisten wiederholend, „und führe meine Sache gegen ein unheiliges Volk; von frevelhaften, falschen Menschen rette mich „

Auch wir kommen als demütige Bittsteller, mit einer empfänglichen und aufmerksamen Disposition. Die Liturgie geschieht unabhängig von uns, aber sie zieht uns in ihre Geheimnisse hinein und gewährt uns himmlische Gaben, um uns zu vervollkommnen und treibt uns in Richtung Himmel. Wir vereinen unser Gebet mit dem des Priesters, der in unserem Namen betet, der kraft seiner Vereinigung mit Christus das vollzieht, was wir nicht vollziehen können.

Es ist die wichtigste und schönste Sache auf dieser Seite des Himmels.

Von daher ist es unausweichlich, dass ein angemessenes Verständnis von Liturgie uns in einer richtigen Weise auf unseren Platz im Universum erdet. Eine Liturgie, die das Opfer unseres Herrn betont und uns mental und spirituell demütig unter das Kreuz auf dem Kalvarienberg stellt, macht uns empfänglich für unsere absolute Abhängigkeit von Gott, und offen für alle guten Dinge, vor allem für unser Heil. Eine Liturgie, in der der Priester und die Menschen sich gleichermaßen in Richtung Himmel orientieren und wo heilige Dinge verschleiert und verhüllt und in angemessener Weise verehrt werden, lehrt uns, wer wir sind – und welche Aufgaben wir haben – in Bezug auf IHN, von dem alle guten Dinge kommen und auf den wir vertrauen müssen. denn wir haben keine andere Wahl, als uns mehr durch unseren Glauben, als durch unseren Verstand leiten zu lassen. Liturgie sollte uns unsere Kleinheit fühlen lassen. So wie es die großen Bauten der Christenheit tun.

Der Angriff auf die Liturgie, den wir im letzten halben Jahrhundert erlebt haben, kann als nichts weniger als ein Versuch des Teufels verstanden werden, unsere wichtigste und innigste Verbindung mit unserem Schöpfer in unserem  Herzen zu zerschlagen, – und uns durch diesen Verlust der richtigen Perspektive zu verwirren und zu desorientieren. Wir sind damit zum Götzendienst übergegangen – zur Vergötterung unseres Selbst, so dass wir die Welt nur noch durch die Linse unserer eigenen Wünsche sehen.

Das Opfer Christi wurde durch ein Gemeinschaftsmahl ersetzt, Sein Opferaltar wurde zum Buffet, sein Priestertum wurde von Menschen verfälscht, die in den priesterlichen Bereich eindrangen, jedoch nicht die Fähigkeit besitzen, in Persona Christi zu handeln. Die universelle Ausrichtung des Priester und der Menschen auf Gott hin, wurde zueinander gekehrt, so dass sich im Wesentlichen alles um uns selbst dreht, und fast jedem Akt der Ehrfurcht der heilige Boden entzogen wurde.

Christus bleibt in dieser neu erfundenen, banalisierten, und Mensch-zentrierten Liturgie gegenwärtig, aber er wird ignoriert, vergessen, missbraucht, und ihm wird die Show gestohlen. Wie Kain bieten wir Gott nicht mehr unser Bestes an, sondern behalten es für uns. Jeder, der versucht, Gott das zu bieten, was er verdient, wird wie Abel, mit Neid, Verachtung und sogar Gewalt bedroht.

Die Krise in der Kirche ist offensichtlich eine Krise des Egoismus und des Anthropozentrismus. Es ist die Frucht dieser neuen Abgötterei. Wir sind dahin gekommen, zu glauben, dass wir besser als Gott wissen, was für uns am wichtigsten ist.

Das Zweite Vatikanische Konzil sagt uns:

„[A] lle Dinge auf der Erde sollten auf den Menschen als Zentrum und Höhepunkt bezogen sein“  (Gaudium et Spes 12, 1. Satz)

Das müssen wir ablehnen.

 Alle Dinge auf der Erde sollten auf Christus als ihr Zentrum und Höhepunkt bezogen sein. Wir sind nicht Verehrer des Menschen; wir sind Verehrer Jesu Christi! Verehrer der Heiligsten Dreifaltigkeit! Aber wenn unsere Liturgien nicht Gott als Gegenstand der Verehrung zeigen, ist es ein Wunder, dass wir von uns selbst besessen sind? Wir sprechen ständig darüber, wie wir Liturgie „erleben“ und was wir „aus ihr herausnehmen“ und ob sie „uns bewegt “ – aber wem wenden wir uns da zu?

Die Architekten der Neuen Liturgie wussten genau, was sie taten. Und sie waren erfolgreich. Sie haben mit einem einzigen Schlag das gesamte liturgische Gebäude der Kirche auf ein Fundament aus Sand gesetzt. Und jetzt, wo das Gebäude zusammenbricht, und der Glauben zusammen mit ihm, kommen sie, um uns zu sagen, dass die anderen Wahrheiten unseres Glaubens nichts anderes als ein „Ideal“ sind,  zu schwer, um sie zu leben bis dahin, dass, weil die Dinge so weit abgekommen sind, wir nun Wege finden müssen, diese zu akzeptieren und mit diesen Situationen zu arbeiten „wie sie sind.“ Dadurch dass sie den zentralen Akt des Gebetes der Kirche zerstört haben, haben sie unser Verständnis unserer Beziehung zu Gott und alles andere untergraben. Jetzt, nach einem halben Jahrhundert des Abrisses, sind sie ohne wesentlichen Protest dabei, auch das noch abzureißen, was vom Glauben übrigblieb.

Diejenigen, die die Krise in der Kirche wahrnehmen, haben das Recht, die Frage zu stellen:

„Warum können wir sehen, was passiert, wenn andere es nicht können? Warum scheint Gott dies nur uns wenigen zu zeigen? „Könnte es sein, dass es wegen dem ist, was er zu Kain sagte „Wirst Du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen?“

Jemand schrieb mir vor kurzem über das Ausmaß der Leugnung katholischer Weggefährten darüber, was in der Kirche geschieht „Es ist einzig die lateinische Messe „, sagte sie, „die mich das mit meinen Augen sehen lässt“.

Es ist nicht zu spät. Liebe katholische Weggefährten, verliert nicht die Orientierung! Lasst euch nicht täuschen. Gute Liturgie – und damit meine ich heilige, andächtige, gottesfürchtige Liturgie – wird Euer Leben verändern, auch wenn Ihr große Opfer bringen müsst, sie zu besuchen.

 Gibt es etwas wichtigeres als dein Heil, oder das deiner  Kinder? Wenn Du eine gute Messe besuchen kannst, spute dich! Wenn Du keine traditionelle lateinische Messe finden kannst, wende dich dem Osten zu, der von den Zerstörern weitgehend ignoriert worden ist!

Die Saboteure hatten einen Versuch, und so zerschlugen sie die eine Form der Liturgie, die die größte Zahl der Katholiken beeinflussen würde. Sie gaben alles, was sie hatten, aber, wie Gott es wollte, war es nicht der Todesstoß. Gott wird immer noch wirklich verehrt. Und wir sind verpflichtet, in dieser wahren Anbetung zu bleiben um seinetwillen und wegen unseres Heiles. Keine weiteren Entschuldigungen.

Zwar trifft es zu, dass eine gute Liturgie allein nie ein Allheilmittel sein wird, aber es gibt doch nichts wirkungsvolleres, was Sie für Ihren Glauben tun können, was Sie für Ihr Verständnis von dem tun können, was in der Welt geschieht, was Sie für das Wohl Ihrer Seele und das Ihrer Lieben tun können, als aufzuhören, an einer Liturgie teilzunehmen, die entworfen wurde, Sie selbst vom Allerheiligsten, dem man zu gedenken behauptet, zu trennen. Man kann nicht vergiftetes Wasser ohne schädliche Wirkung trinken, egal wie durstig oder wie belastbar man ist. Es wird nicht nähren, sondern auszehren.

Hier ist keine Zukunft.

Das neue Paradigma stürzt jetzt in sich selbst zusammen. Es wird noch zu unseren Lebzeiten aufgegeben werden, Es wird zu einer Karikatur seiner selbst werden, unkenntlich für alle, die den Glauben bewahren. Wie die arianischen „Christentümer“ des 4. Jahrhunderts wird dieses neue Paradigma zu einem ausschließlichen Wirkungsbereich der Feinde unseres Herrn werden.

Die Liturgie ist der Schlüssel unseres gesamten Verständnisses von dem, womit wir konfrontiert sind, wer wir sind, und von dem, was wir tun müssen.

Es wird auch keinen anderen Weg geben, um das Kommende zu überstehen. Die Liturgie ist unser wesentlicher und wirkmächtigster Begegnungsraum mit Gott. Wir haben die Pflicht, einen Ort zu finden, wo der Priester und das Volk Gott in einer Weise anbeten, die IHM wohlgefällig und angemessen für IHN ist.

Sobald dieser Ort gefunden ist, fliehe zu ihm. Klammere dich an ihn. Mach dir keine Sorgen über die Widerwärtigkeiten die du ertragen musst, um ihn zu erreichen, denn Gott weiß diese Dinge, und er wird dich für diese Mühen segnen.

Sei an deinen Platz im Universum erinnert. Unterwirf dich DEM, der es regiert. Liebe ihn aus deinem ganzem Herzen, deinem Verstand und mit aller  Kraft, und verehre ihn so, wie er es verdient. Es ist eine Entscheidung, die Du nie bereuen wirst.