Litanei von der Liebe Gottes


Herr, erbarme Dich unser!

Christe, erbarme Dich unser!

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, höre uns! Christe, erhöre uns!

Gott Vater vom Himmel, – erbarme Dich unser!

Gott Sohn, Erlöser der Welt, – erbarme Dich unser!

Gott heiliger Geist, –

Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, –

Der Du die unendliche Liebe bist, –

Der Du uns mit deiner Liebe vorgekommen bist, –

Der Du uns Dich zu lieben gebietest, –

Der Du uns zu Lieb deinen eingebornen Sohn

dargegeben hast, –

Aus ganzem Herzen, – lieben wir Dich, o Gott!

Aus ganzer Seele, –

Aus ganzem Gemüthe, –

Aus allen Kräften, –

Ueber alle Güter und Ehren, –

Ueber alle Menschen und Engel, –

Ueber alles Erschaffene im Himmel und auf Erden, –

Nur allein wegen Deiner selbst. –

Weil Du das allerhöchste Gut bist, –

Weil Du unendlich liebenswürdig bist, –

Weil Du unendlich vollkommen bist, –

Wenn Du uns auch den Himmel nicht versprochen hättest, –

Wenn Du uns auch die Hölle nicht androhetest, –

Wenn Du uns auch mit Trübsal prüfen solltest, –

In Ueberfluß und Armuth, –

Im Glück und Unglück, –

In Freuden und Leiben, –

In Gesundheit und Krankheit, –

Im Leben und Tode, –

In der Zeit und Ewigkeit, –

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, erbarme Dich unser!

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, höre uns! Christe, erhöre uns!

Vater unser.

Gebet.

O Gott! der Du in einem unbegreiflichen Uebermaaße alles besitzest, was immer vollkommen und liebenswürdig seyn kann; lösche in uns aus alle sündhafte Liebe und zünde in unsern Herzen das Feuer deiner reinen und thätigen Liebe an, auf daß wir einst mit allen Auserwählten Dich ohne alles Ende lieben werden! Amen.

Was können wir für die Kirche tun? Die sieben Bußpsalmen beten (2). Bischofskonferenz und die Gauss-Kurve


 

Procession to transfer the relics of the Holy Bishops to the Old Cathedral of St Peter, 1656, by Francesco Maffei (1605-1660), painting, Old Cathedral...
Procession to transfer the relics of the Holy Bishops to the Old Cathedral of St Peter, 1656, by Francesco Maffei (1605-1660), painting, Old Cathedral…

Wie man im ersten Beitrag nachlesen kann:

  • ist es eine Tat der Nächstenliebe für andere zu beten;
  • man soll für alle Menschen beten,
  • da man nicht weiß, wer erwählt und wer verworfen ist.

Es ist sicherlich sehr löblich für die Hirten der Kirche zu beten, da man durchaus davon ausgehen kann, dass nicht alle Bischöfe der jeweiligen Bischofskonferenz zu den Verworfenen gehören. Manche hingegen schon, da das Verbreiten von Häresien oder der Häresie nahen Aussagen durch einen katholischen Bischof sicherlich nicht für seine Prädestination spricht.

Wie viele Bischöfe sind noch katholisch? oder Die Aussagen der deutschen Bischöfe!

 

Diese zugegeben recht direkt gestellte Frage, d.h. nach der Katholizität der Bischöfe, lässt sich mathematisch recht exakt, aufgrund der Gaus-Kurve, beantworten. Dazu noch später. An der Katholizität der deutschen, österreichischen oder schweizerischen Bischöfe lässt sich dennoch, aufgrund der Aussagen ihrer Vertreter, durchaus zweifeln. Unter der Katholizität verstehen wir hier:

  • Die Anerkennung und Vertretung des katholischen Lehramtes, womit der ganze Denzinger und alle Konzilien der Kirche, nicht nur das letzte pastorale, gemeint sind.
  • Ein Lebenswandel, welche dem geistlichen Stand eines katholischen Bischofs entspricht.

Dass es weder mit dem Einen, noch dem Anderen zum Besten bestellt ist, weiß man seit langem (siehe die berühmte Homo-Lobby). Was den Lebenswandel anbelangt, können wir einiges, was wir wissen aus rechtlichen Gründen, hier nicht veröffentlichen. Veröffentlichen können wir aber einige Aussagen der deutschen Bischöfe, welche wohl für sich, bzw. gegen sich sprechen. Bei den österreichischen oder schweizerischen Bischöfen, die wir jetzt auslassen, ist es auch nicht besser.

Beispiel Bischof Bode – Hamburg

Hier ein Auszug aus dem Interview, welches Bischof Bode, einer der deutschen Synodalen, der Katholischen Nachrichten Agentur (KNA) gegeben hat. Wir sparen uns an dieser Stelle, die Aufregung sowie die Konfrontation der Aussagen des Bischofs mit der katholischen Glaubenslehre, stellen aber fest, dass ein deutscher Bischof hier über:

  • Ehebrecher,
  • Homosexuelle,
  • Konkubinarier

spricht, welchen er de facto einen Segen für ihren weiteren Lebensweg in der Todsünde spendet, sowie die Chance auf die kirchliche Anerkennung einer sakrilegischen Kommunion für nicht einmal gebeichtete und bereute Sünden öffnet. Die Unterstreichungen stammen von uns.

KNA: Ein großes Thema sollen die wiederverheirateten Geschiedenen sein. Sie selbst haben sich dafür ausgesprochen, Betroffene unter bestimmten Bedingungen wieder zum Kommunionempfang zuzulassen. Welche?

Bode: Die Ehe ist nach dem Willen Jesu unauflöslich. Mit einer sakramentalen Ehe ist etwas geschlossen, was sich niemals einfach auflöst. Durch die Schwäche der Menschen kann diese Lebensbeziehung dennoch zerbrechen und scheitern. Menschen können zu einer neuen Beziehung kommen, die reifer ist, aber sakramental nicht die gleiche Wertigkeit hat wie die erste. Die Frage ist, ob diese neue Wirklichkeit, die vielleicht besser dem Bund Gottes mit den Menschen entspricht als die erste, immer den Ausschluss von Beichte und Kommunion zur Folge haben muss. Wir sollten die Frage einbeziehen, welche Umstände zum Bruch der Ehe geführt haben. Bislang behandeln wir alle gleich, ob jemand Schuld trägt oder nicht. Zudem verbindet sich damit eine Frage nach dem Verständnis der Eucharistiefeier. Ist sie wirklich ausschließlich die Darstellung einer vollkommenen Einheit in Glaube und Kirche oder ist sie auch Hilfe für Lebenswege, die ihre Wunden haben? Und dass Menschen das nicht in der Beichte ausdrücken und Vergebung dafür erlangen können, finde ich fast noch schwieriger als die Frage nach der Kommunion.

KNA: Großes Thema wird auch der Umgang mit Homosexuellen und eine kirchliche Wertschätzung ihrer festen Partnerschaften sein. Zeichnet sich dafür eine Lösung ab?

Bode: Der Katechismus macht deutlich, dass wir diese Menschen nicht diskriminieren. Wie bei anderen, die vor der Ehe zusammenleben, geht es auch bei ihnen darum, ihre Stärken zu erkennen und nicht nur ihre Schwächen und Defizite. Eingetragene Lebenspartnerschaften sind aber nicht der Ehe gleichzusetzen. Ehe ist für uns die Beziehung von Mann und Frau, aus der auch Kinder hervorgehen können. Kirche kann den Lebenspartnerschaften in Gesprächen und in positiver Begleitung helfen und ihnen beistehen. Es wird jedoch nichts geben können, was einer Trauung gleichkommt. Aber mit Gebet und einer privaten Form von Segen wird man ihren Weg begleiten können.

KNA: Wo Treue und Verlässlichkeit gelebt werden, kann es eine Anerkennung von der Kirche geben?

Bode: Anerkennung dessen, was da gelebt wird. Ein Sakrament ist das nicht. Aber wenn ich grundsätzlich die Offenheit habe, nicht immer nur alles oder nichts einzufordern, dann gilt das auch für die Homosexualität. Wobei das natürlich auch abhängig ist von kulturellen und politischen Zusammenhängen. Schon die vergangene Synode hat die Unterschiede in der Weltkirche aufgezeigt. Vielleicht muss man da unterschiedliche Wege gehen.

KNA: Welche Chancen sehen Sie für einheitliche Lösungen in der katholischen Kirche weltweit?

Bode: Die Chance gibt es immer, weil wir gemeinsam an den einen Christus glauben, weil die Grundlage die Heiligen Schrift ist und weil wir eine Tradition der Kirche insgesamt haben. Das war ja immer der Vorteil der Kirche, dass sie über Grenzen hinweg, über die Kulturen hinaus eine Gemeinschaft bildet. In der grundgelegten Auffassung von Ehe und Familie herrscht doch Einmütigkeit. Bei den homosexuellen Lebensformen wird man eine größere Verschiedenheit in den Kulturen annehmen müssen.[1]

Erzbischof Koch – Berlin

Auch Bischof Kochs Erklärungen über Homosexualität sprechen wohl für sich, aber gegen dessen Katholizität:

Frage: Stichwort Homosexualität: Hält die Kirche gleichgeschlechtliche Partnerschaften für Leben in Sünde?

Koch: Homosexualität als Sünde darzustellen, ist verletzend. Die Kirche braucht eine andere Sprache, wenn es um Homosexuelle geht. Wichtig ist vor allem ein gutes Miteinander, vor Ort in den Pfarreien. Vieles lässt sich nicht über Thesen in Zeitungen lösen, sondern im Gespräch und Austausch. Ich kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben.[2]

Kardinal Woelki – Köln

Kardinal Woelki spricht ebenfalls zum Thema Homosexualität, welches viele Hierarchen besonders zu interessieren scheint, und meint in einem Interview im Dom-Radio:

„Homosexuelle gehören natürlich genauso zur Kirche wie alle anderen auch“, sagte Woelki am Sonntag im WDR-Radio. „Wir reduzieren niemanden auf seine Sexualität.“[3]

Aber nach der überlieferten katholischen Morallehre gibt es keine „Sexualität“ als solche, sondern es gibt bestimmte Taten, die unter bestimmten Umständen begannen werden und davon hängt ihre moralische Qualifikation ab. Dies im Lichte des Naturrechts, der ewigen Gebote Gottes und der unwandelbaren menschlichen Natur. Alles andere ist Situationsethik und Relativismus. Ein geschlechtlicher Akt ist nur dann moralisch zu verantworten also gut, wenn er innerhalb einer Ehe, zwischen Mann und Frau, der Kinderzeugung dient oder darauf hin geordnet ist. Alles andere:

  • Heterosexuell mit Empfängnisverhütung in der Ehe,
  • Heterosexuell mit Ausschluss der Zeugung in der Ehe,
  • Heterosexuell vor der Ehe,
  • Heterosexuell außerhalb der Ehe,
  • Homosexuell jeglicher Art .
  • Wie auch immer anders sexuell

ist sündhaft.

Deswegen spielt es keine Rolle, ob die „Homosexuellen füreinander Verantwortung übernehmen“, wie Kard. Woelki sich auszudrücken beliebte,[4] da sie dauerhaft in einer schweren Sünde gegen die Natur leben und somit in diesen Zustand verbleiben wollen, wie die heterosexuellen Konkubinarier es auch tun.

Kardinal Marx – München

Kardinal Marx leugnet praktisch die Hölle, indem er sagte:

„Die Kirche habe mit Bildern wie dem vom Fegefeuer und der Hölle, Angst vor dem Tod gemacht, „und dafür müssen wir Buße tun“.[5]

Natürlich hat die Kirche richtig gehandelt, indem sie den Menschen ihr Ende vor Augen stellte. Diejenigen, die nicht an die Hölle glauben, landen ja meistens dort, weil sie niemand warnte. Vielleicht findet sich Kardinal Marx bald in dieser Gesellschaft, wenn er nicht umkehrt.

Die Gauss-Kurve als Rettung

Wenn also die drei Synodalen, welche aufgrund ihres Ansehens, ihrer irgendwelcher Qualitäten, die sich uns nicht erschließen, von den übrigen Bischöfen der DBK gewählt wurden, wie muss es um diese Bischofskonferenz stehen? Gibt es innerhalb der 67 Bischöfe,[6] denn die Weihbischöfe zählen auch dazu, die zur Vollversammlung der DBK gehören, noch überhaupt irgendwelche Bischöfe mit katholischen Ansichten? Rein mathematisch und statistisch gesehen, sollte es dennoch dort zwischen 6 bis 7 Katholiken geben. Warum gerade so viel? Weil die Gauss-Kurve (siehe unten) es sagt.

gauss-kurve

Was ist die Gauss-Kurve? Es ist eine vom genialen Mathematiker Carl Friedrich Gauß (1777-1885) entworfene, aber eigentlich entdeckte,[7] Funktion (auch die Glockenkurve genannt), welche die Wahrscheinlichkeitsverteilungen bzw. die Wahrscheinlichkeitsdichte wiedergibt.[8] In einfachen Worten ausgedrückt alles, wirklich alles auf der Welt, vom Gott dem großen Mathematiker entworfen, verhält sich gemäß der Gauss-Kurve, so z.B.:

  • Die Körpergröße,
  • Der BMI,
  • Der IQ,
  • Das Einkommen,
  • Die Größe der Regenwürmer in Thüringen

Dies bedeutet, dass in jeder Population 2/3 dem Durchschnitt entspricht, ungefähr 10% über–oder unterdurchschnittlich sind und davon ca. 2% wirklich, über-über oder auch unter-unterdurchschnittlich. Dies bedeutet, dass bei 67 Bischöfen der DBK es 6 bis 7 weniger schlimme als der Rest geben muss, wovon vielleicht ein bis zwei wirklich fromm sind, natürlich alles im Rahmen der Normen oder der Normverteilung der DBK und nicht des Himmels oder es vollumfänglichen katholischen Lehramts (leider). Nichtdestotrotz geht unser Gebet nicht an die jeweilige Bischofskonferenz verloren, denn ein paar Bischöfe werden doch im Gnadenstand sein und für die Gnaden des fürbittenden Gebets empfänglich. Wenn es also so ist, warum sagen sie nichts? Weil sie zu feige sind, vielleicht bekommen sie durch unsere Gebet Kraft zur Einsicht und Mut zum Bekenntnis, so mal zur Abwechslung.

Außerdem ist es mit der göttlichen Weltregierung, auch Vorsehung genannt, nicht vereinbar, wenn die deutschsprachigen Völker überhaupt keine gläubigen Bischöfe besitzen würden. Denn die Standesgnade haben sie durchaus, dazu müsste noch die aktuelle, persönliche Gnade kommen.

[1] http://www.domradio.de/themen/weltkirche/2015-09-11/bischof-bode-ueber-seine-erwartungen-die-familiensynode-rom

[2] http://www.nwzonline.de/interview/homosexualitaet-als-suende-darzustellen-ist-verletzend_a_24,0,1242641575.html http://www.domradio.de/themen/ethik-und-moral/2015-02-21/dresdner-bischof-koch-zu-homosexuellen

[3] http://www.express.de/koeln/im-wdr-gespraech-erzbischof-woelki—homosexuelle-gehoeren-zur-kirche-,2856,28403402.html

[4] http://gloria.tv/media/eouVvHk5auv

[5] https://www.erzbistum-muenchen.de/Page023722.aspx

[6] http://www.dbk.de/themen/themen-vollversammlung/

[7] Wir befürworten hier den mathematischen Realismus, was bedeutet, dass die Mathematik die Wirklichkeit abbildet, welche mathematisch angeordnet ist. Vom wem? Von Gott, natürlich.

[8] https://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeitsverteilung

Was können wir für die Bischofskonferenzen tun? Die sieben Bußpsalmen beten (1). Fürbitte als Nächstenliebe


Canesso2882006T164634

[Das Bild stammt Giovanni Battista Gaulli, genannt Il Baciccio (1639 – 1709)

Der Triumph des Namens Jesu]

Einleitung – beten für die Bischofskonferenz

Vor einiger Zeit hat einer Leserin unseres Blogs den Einwand erhoben, dass die dargestellten Inhalte zur Lage der Kirche im deutschsprachigen Raum, d.h. in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz (natürlich sind Liechtenstein und Südtirol nicht ausgenommen) dermaßen betrüblich sind, dass man wirklich nicht weiß, was man persönlich zu tun hat, um es besser zu machen. Denn nicht jeder kann oder sollte einen religiösen Blog führen. Es gibt verschiedene Aufgaben und Gaben. Es fiel ein Vorschlag ein Gebet auszusuchen, welches zu einer gegebenen Zeit alle Leser dieses Blogs gemeinsam verrichten könnten. Die Redaktion des Blogs sagte zu diesem Vorschlag, dass sie ihn in Erwägung ziehen werde und über das geeignete Gebet nachdenken werde.

Nun ist es soweit. Wir schlagen hiermit vor an jedem letzten Freitag des Monats (ausgehend vom 27.11.2015) für die eigene Bischofkonferenz zu beten und mit dieser Intention insbesondere auch den eigenen Bischof und den eigenen Pfarrer zu umfassen. Das Gebet soll aus den lateinischen Sieben Bußpsalmen samt der Allerheiligenlitanei bestehen, welche im Knien, laut und auf Lateinisch gebetet werden sollen. So kann sich wirklich niemand vorwerfen lassen, dass er für seine eigene Kirche nichts tut. Das Gebet wird immer am betreffenden Freitag bei uns angekündigt und vorerst ein Jahr dauern also bis zum 25.11.2016. Dann sehen wir weiter. Vielleicht tut sich da was. Es handelt sich also um zwölf Mal im Jahr sieben Bußpsalmen samt der Litanei zu beten, was wirklich für jeden bewältigbar zu sein scheint.

Sicherlich wird sich manch ein Leser am Kopfe fassen und sagen:

Für die ….Bischofskonferenz beten? Da ist Hopfen und Malz verloren. Da hilft alles nichts!

Dies ist aber eine recht verzweifelte und dämonische Sicht der Dinge, welche allem Guten wehren will, denn Gebet hilft wenigstens den Betenden und denen, für die gebetet wird, hilft es auch, sofern sie es zulassen. Wir werden damit einen geistlichen Raum schaffen, welche sicherlich der katholischen Kirche in den betreffenden Ländern hilft.

Bevor wir die Einzelheiten zu diesem Gebet und zu seiner Ausführung nennen, hier ein paar Bemerkungen über das fürbittende Gebet als solches.

Was ist ein fürbittendes Gebet?

Es ist ein Gebet, in welchem wir Gott um etwas Gottgefälliges für jemanden bitten. Dies etwas kann sein:

  • Bekehrung,
  • Ausharren in der Standesgnade,
  • Erkenntnis des Willens Gottes,
  • Wachstum in der Tugend etc.

Sollen wir für andere beten?

Natürlich ja, denn alle getauften und nicht exkommunizierten Katholiken bilden den einen mystischen Leib Christi – die Kirche, in welcher man einander die geistlichen Güter und Verdienste vermitteln kann. Dies betrifft nicht nur die Seelen im Fegefeuer, welche ja die leidende Kirche bilden,[1] sondern auch alle, die zur irdischen, d.h. zum kämpfenden Kirche gehören. Was ist aber, im spirituellen Sinne, ein Gebet? Es ist die Erlangung und der Zuwachs der aktuellen Gnade, welche:

  • Gott
  • dem Beter
  • aufgrund bestimmter Gebete zueignet.

Somit ist jedes Gebet (oratio) für den Beter, der im Gnadenstand ist, verdienstvoll (meritoria). Dies bedeutet, dass der Beter durch jedes Gebet geheiligt wird, dass Gott ihm noch mehr Gnaden schickt und dass er durch diesen Gnadenzuwachs sozusagen das Konto der Belohnung in der Ewigkeit anwachsen lässt. Somit bleibt kein Gebet unbelohnt, wenn es bestimmte „Parameter“, die wir noch darstellen werden, erfüllt. Der Hl. Thomas von Aquin (Summ. Theol. IIª-IIae q. 83 a. 7) fasst es (im Nachfolgenden dunkelblau dargestellt und mit mit genauen Thomas-Stellen versehen,) wie folgt:

Wir müssen für andere beten.

a) [Die Gegenthese] Das wird bestritten. Denn:

[IIª-IIae q. 83 a. 7 arg. 1]

Wir müssen dem Beispiele des Herrn folgen, der da betete:

„Unser tägliches Brot gib uns heute;“

also nicht den anderen.

[IIª-IIae q. 83 a. 7 arg. 2]

Man betet, um erhört zu werden. Eine Bedingung dafür ist aber die, daß man für sich selbst bete; weshalb zu Joh. 16. (Si quid petieritis) Augustin (102. in Joan.) bemerkt:

„Alle werden erhört für sich selbst, nicht aber für alle; wonach hier nicht einfach gesagt ist: Er wird geben, sondern: Er wird euch geben.“

[IIª-IIae q. 83 a. 7 arg. 3]

III. Sind die anderen böse, so ist es uns verboten für sie zu beten, nach Jerem. 7.:

„Du also bete nicht für dieses Volk … und widerstehe mir nicht; denn ich werde dich nicht erhören.“

Für die Guten aber brauchen wir nicht zu beten; denn dieselben beten für sich selber und werden sonach erhört. Also müssen wir nicht für andere beten.

[IIª-IIae q. 83 a. 7 s. c.]

[Sed contra, d.h. der Einwand der sich auf eine Autorität bezieht]

Auf der anderen Seite ermahnt Jakobus (5, 16.):

„Betet für einander, daß ihr gerettet werdet.“

[Thomas Gegenargumente]

[IIª-IIae q. 83 a. 7 co.]

b) Ich antworte, wonach wir verlangen dürfen, darum dürfen wir bitten. Wir sollen aber Gutes nicht für uns allein verlangen, sondern auch für andere; denn dies gehört zur Nächstenliebe. Also erfordert die heilige Liebe, daß wir füreinander beten. Deshalb sagt Chrysostomus (hom. 14. in Matth. op. imp.):

„Für sich zu beten, das erfordert die Notwendigkeit; für andere zu beten, das erfordert die Liebe. Süßer vor Gott aber ist das Gebet, welches von der Liebe des Bruders, als jenes, das von der Notwendigkeit eingegeben ist.“

c) [Erwiderung der Einwände]

[IIª-IIae q. 83 a. 7 ad 1]

Ad I. Chrysostomus erklärt zum Vaterunser:

„Deshalb sagen wir nicht: Mein Vater; und nicht: Gib mir; sondern: Gib uns, und: Unser Vater, weil der Herr nicht wollte, daß jeder bloß privatim für sich bete; der eine soll für alle beten, wie der Herr in Sich, dem Einen, alle getragen hat.“

[IIª-IIae q. 83 a. 7 ad 2]

Ad II. Daß man für sich bete, wird als Bedingung des Gebetes angesetzt; nicht zwar als eine notwendige für diese Wirkung, daß man damit ein Verdienst erwerbe, sondern wegen der Sicherheit des Erhörtwerdens. Denn bisweilen erlangt man nichts, wenn man für einen anderen betet, mag man auch fromm und beharrlich beten und für das zum Heile Zugehörige, weil von seiten desjenigen, für den gebetet wird, ein Hindernis besteht. Deshalb heißt es Jerem. 15.:

„Wenn Moses und Samuel vor mir ständen, meine Seele ist nicht mit diesem Volke.“

Nichtsdestoweniger ist ein solches Gebet verdienstvoll für den betenden, wenn dieser aus Liebe betet, nach Ps. 34.:

„Mein Gebet wird in meinen Busen zurückkehren.“

[IIª-IIae q. 83 a. 7 ad 3]

Ad III. Für die Sünder muß man beten, daß sie sich bekehren; für die Guten, daß sie beharrlich seien und geistig fortschreiten. Nicht aber für alle Sünder werden die Betenden erhört, sondern nur für einige; für jene nämlich, die vorausbestimmt sind (pro praedestinatis) zum ewigen Leben, nicht für jene, die voraus gewußt sind für den ewigen Tod (pro praescitis ad mortem). So auch folgt der Mühe, die wir haben, um unsere Brüder zu bessern, ihre Wirkung nur in den Vorherbestimmten (non in reprobatis), nach Ekkles. 7.:

„Niemand kann bessern, wen Gott zurückgewiesen.“

Und deshalb sagt Johannes (1 Joh 5, 16):

„Wer da weiß, daß sein Bruder sündige in einer Sünde, die nicht zum Tode ist, bete; und das Leben dessen, der nicht gesündigt hat zum Tode, wird ihm geschenkt werden.“

Weil wir aber (Aug. de corr. et grat. 15.) von niemandem auf Erden wissen, ob er vorherbestimmt ist zum Leben oder vorhergewußt zum Tode, so dürfen wir niemandem die Wohlthat des Gebetes oder der Besserung entziehen. Für die Gerechten müssen wir ebenso beten: 1. weil vieler Gebete leichter erhört werden, so daß zu Röm. 15. (adjuvetis me orationibus vestris) die Glosse sagt:

„Der Apostel bittet auch die geringeren, daß sie für ihn beten; viele Geringe, zusammen verbunden, werden etwas Großes und vieler Gebet kann unmöglich unerhört bleiben;“

— 2. damit von vielen Gott für die den Gerechten verliehenen Gnaden gedankt werde, was vielen nützlich ist, nach 2. Kor. 1.; — 3. damit die Größeren nicht stolz werden, wenn sie bedenken, sie haben die Fürbitte der Kleinen notwendig.[2]

Fürbitte ändert nicht den Willen

Da Thomas für die Meisten eine schwere Kost ist, so wollen wir diese, wie die Mutter dem Kind, sie ein wenig vorkauen und zerkleinern. Aus diesem Zitat folgt, dass das Gebet für andere eine Tat der Nächstenliebe ist. Wir senden jemandem die göttliche Gnade zu, welche wir von Gott für ihn erfleht haben. Jedoch ändert ein fürbittendes Gebet nicht den freien Willen. Es ist in etwa so, als würde jemand eine Geldüberweisung auf sein Konto erhalten diese aber nicht ausgeben wollen, sondern sie ablehnen. Ein frommer Priester verglich die Wirkung der Fürbitte mit einem Licht, welches man jemanden im Zimmer anzündet oder mit einem Seil, welches man jemanden, der in einer Höhle (noch nicht der Hölle) sitzt, zuwirft. Bei einem Höhlenforscher würden diese beiden Vergleiche eintreffen: eine Taschenlampe und ein Seil. Aber derjenige muss dieses Seil fassen oder mit diesem Licht sich zum Ausgang leuchten. Er kann es aber auch lassen. Das fürbittende Gebet verändert nicht den Willen. Auf den menschlichen freien Willen hat nicht einmal Gott einen Einfluss, der Wille bleibt frei, sonst wäre der Mensch nicht frei. Deswegen schreibt auch der Aquinate (IIª-IIae q. 83 a. 7 ad 2), wie oben bereits zitiert:

„Denn bisweilen erlangt man nichts, wenn man für einen anderen betet, mag man auch fromm und beharrlich beten und für das zum Heile Zugehörige, weil von seiten desjenigen, für den gebetet wird, ein Hindernis besteht. Deshalb heißt es Jerem. 15.:

„Wenn Moses und Samuel vor mir ständen, meine Seele ist nicht mit diesem Volke.“

Nichtsdestoweniger ist ein solches Gebet verdienstvoll für den Betenden, wenn dieser aus Liebe betet, nach Ps. 34.:

„Mein Gebet wird in meinen Busen zurückkehren.“

Ein Hindernis (impedimentum) ist der freie Willen, der Entschluss weiterhin in der Sünde zu verharren, denn die Kröte liebt den Sumpf. Nichtdestotrotz dem Beter nimmt es nichts, es ist „verdienstvoll für den Betenden“, d.h. wir gewinnen dadurch an Heiligkeit, an Gnade und kommen dem Himmel näher.

Den „vorhergewußten zum Tode“ nützt alles Beten nichts

Es ist die Erfahrung unser aller, dass wir für bestimmte Menschen jahre- oder jahrzehntelang gebetet haben, ohne dass eine Besserung eingetreten ist. Sogar der hl. Johannes sagt in der o.a. Stelle (1 Joh 5, 16), dass man für manche Menschen nicht beten sollte? Für welche? Für diejenigen, die sowieso in die Hölle kommen. Welche sind es? Das weiß nur Gott, welcher ihre Entscheidung und Ende vorausweiß (praescit), aber sie nicht zur Hölle vorausbestimmt, in dem calvinistischen Sinne, dass Gott ihre Verwerfung wirkt. Ohne hier auf die extrem schwierige Thematik der Prädestination, d.h. der Vorausbestimmung zum Ewigen Leben und der Reprobation, d.h. der Vorausbestimmung zu Hölle, eingehen zu wollen, müssen wir doch sagen, dass:

  1. manche Menschen sicherlich in der Hölle sind und andere noch in die Hölle kommen,
  2. Gott alles vorausweiß, so
  3. Gott auch weiß, wer in die Hölle kommt.

Für diese Menschen zu beten ist faktisch eine Verschwendung, da wir aber nicht wissen, wer gerettet und wer verworfen wird, so sollten wir für alle beten. Denn praktisch gesehen hätte wohl niemand einem Saulus eine Bekehrung vorhergesagt, einer Hl. Magdalena, Margarete von Cortona oder einem Hl. Augustinus oder Franziskus in der Jugendzeit ebenso wenig. Es ist aber durchaus legitim mit dem Beten für jemanden irgendwann aufzuhören und sich klar zu machen, dass wir für die Rettung der Anderen nur bedingt verantwortlich sind. Sie haben einen freien Willen und alle mögliche Gnadenhilfe Gottes noch dazu. Wir können uns nicht für die Sünden der Anderen verantwortlich machen, weil wir „zu wenig für sie gebetet haben“, wie manche Frommen sagen. Denn warum sündigen die Priester? Weil die Gläubigen zu wenig für sie beten. Vielleicht beten die Gläubigen auch zu wenig, aber die Priester sündigen, weil sie es wollen und es freiwillig tun. Man soll die Gläubigen mit der Verantwortung für seine eigenen Sünden nicht behelligen. Punkt.

(Fortsetzung folgt)

Die Sieben Bußpsalmen und die Allerheiligen Litanei zum Download Sieben Bußpsalmen

[1] Vgl. https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/11/15/was-konnen-wir-fur-die-toten-von-paris-tun-das-tridentinische-totenoffizium-beten/

[2] Deutsche Fassung nach: http://www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel599-7.htm