Der Seiko-Mariensamstag (5 von 5): Mariensamstag im Brevier


japanese 4

Mariensamstag im Brevier

Aber die Messe am Mariensamstag ist nur ein Kennzeichen dessen, dass der Samstag Maria gewidmet ist. Ein anderes Kennzeichen ist das Marienoffizium am Samstag im Brevier. Die Grundregel für alle vorkonziliaren Breviere lautet:

An Samstagen, an welchen kein Fest der höheren Klasse zelebriert wird, beten man das Offizium vom Mariensamstag.

Was „ein Fest der höheren Klasse“ bedeutet, werden wir noch erläutern. An dieser Stelle bleibt festzuhalten, dass natürlich das nachkonziliare Brevier mit dieser Tradition bricht, wie mit vielen anderen auch, und einen Mariensamstag bloß zu einer Option macht, nach dem berühmten Spruch: „Alles kann nichts muss“. Wie wir nämlich in der Institutio generalis de Liturgia Horarum des Breviers von Paul VI. im Punkt 240 nachlesen können:

c) Über das Gedächtnis der Heiligen Maria am Samstag

An Samstagen im Jahreskreis, an welchen ein Gedächtnis ad libitum erlaubt ist, kann nach demselben Ritus das Gedächtnis ad libitum der Heiligen Maria mit ihrer eigenen Lesung zelebriert werden.[1]

Dies bedeutet im Klartext, dass man ein Offizium von der Hl. Jungfrau Maria am Samstag aufsagen kann, aber nicht muss.  Wahrscheinlich tut es kaum jemand. Der Schreiber dieser Zeilen hatte es in seinen Novus Ordo-Brevier-Tagen auch nicht getan, weil er es schlichtweg nicht wusste. Er hatte zwar etwas über den Mariensamstag klingen hören, die Übertragung auf das Brevier war ihm aber nicht bekannt. Im Gegensatz dazu ist man in allen vorkonziliaren Brevieren zum Gedenken des Mariensamstages mit einem Marien-Offizium verpflichtet.  So sprechen bspw. die Rubriken des Breviers von Johannes XXIII., welches nach Summorum pontificum wieder legal ist, eine klare Sprache. Wir lesen im Kapitel IX De Sancta Maria in Sabbato folgendes:

  1. An Samstagen, in welchen ein Offizium der Tage der IV. Klasse eintrifft, wird das Offizium von der Heiligen Maria am Samstag aufgesagt.[2]

Diese Regelung gilt mutatis mutandis für das Brevier des Pius XII., für das Divino afflatu-Brevier des Pius X. und für das Tridentinische Brevier. Wenn an einem Samstag kein höheres Fest stattfindet, soll das Samstags-Marienoffizium rezitiert werden und zwar immer. Natürlich sind die Rubriken viel genauer, wir wollen an dieser Stelle diese Details ersparen, welche u.a. woanders nachgelesen werden können.[3] Kurz und gut: Wenn Sie das vorkonziliare Brevier, am Besten in der Form des Tridentinischen Breviers beten, dann erfahren Sie wirklich sehr oft, dass Samstag ein Marientag ist, weil Sie sehr oft, obzwar nicht immer, das Marien-Samstagsoffizium beten. Fängt man den Tag mit Brevierbeten an, so weiß man, dass man es mit einem Mariensamtag zu tun hat, vorausgesetzt, dass tatsächlich einer ist. Betet man am Handy, so zeigt die divinum officium Seite diesen Tag in Blau an. Obwohl außer schwarz die Rubriken sowohl im Missale als auch im Brevier rot gekennzeichnet werden, so kann sich der Schreiber dieser Seiten daran erinnern irgendwo den Mariensamstag auch im Brevier in Blau gekennzeichnet gesehen zu haben.

Die erste Farbe, die man in der Buchdruckkunst angewandt hatte und zwar im Kontext der Messbücher war rot, daher auch die Bezeichnung „Rubrizistik“. Wahrscheinlich kommt die rote Kennzeichnung von irgendetwas, bspw. in den Kalendern oder aber der rote Sonntag bei den meisten Uhren von ebendiesen roten Rubriken.

Der blauen Samstag kommt aber, wie schon erwähnt wurde, fast ausschließlich bei Seiko-Uhren vor. Wenn man auch frühmorgens den Mariensamstag im Brevier nicht beten sollte, was dies wirklich die Wenigsten tun, dann erinnert trotzdem die Seiko-Uhr einen den ganzen Tag lang durch ihren blauen Wochentag an den Mariensamstag. Da der Schreiber dieser Zeilen zurzeit auch am Wochenende arbeitet, so verliert er schnell die Orientierung, welcher Wochentag es ist, da er nicht den üblichen Arbeitswoche- Wochenende-Rhythmus lebt. Diese Uhr erinnert ihn aber nicht nur an den Wochentag, sondern auch an den liturgischen Wochentag, an den blauen Samstag-Marientag und an den roten Christus-Auferstehungssonntag. Auf diese Art und Weise kann er sich auch bei seinen Tagespflichten an die marianischen Geheimnisse am Samstag oder auch an das Sonntagsevangelium erinnern, wenn er auf seine Uhr schaut. Es ist gut sich innerhalb des Tagesablaufs Fixpunkte einzubauen, welche uns an die Gegenwart Gottes oder an die göttliche Liturgie erinnern. Im Himmel hat man einen anderen Rhythmus – die Ewigkeit. Und deswegen erinnert uns die liturgische Fülle, die wir bis zum letzten Konzil mehr oder weniger hatten, an diese Fülle der Ewigkeit, weil wir nacheinander das erleben, was dort wohl auf einmal erlebt wird. Seit der Schreiber dieser Zeilen des Marien-Samstags liturgisch gedenkt also so ca. seit 2012, ist seine Kenntnis der marianischen Geheimnisse gewachsen, aber mehr nach Innen als nach Außen. Wir wollen aber diese inneren liturgischen Inhalte woanders behandeln und wollen hier nur beim äußeren Impuls der Seiko-Uhr bleiben. Ist es nicht verwunderlich, dass eine heidnisch-japanische Uhr uns das liturgische Lob Mariens singt, welcher nach dem Konzil in der allumfassenden – katholischen – Kirche verebbte? Ja, die göttlichen Vorsehung hat manch ein Ass im Ärmel oder Uhr am Handgelenk metaphorisch gesprochen natürlich. Wenn der Schreiber dieser Zeilen den blauen Mariensamstag in seiner Seiko-Uhr betrachtet, dann weiß er, dass alles gut wird, dass das Unbefleckte Herz Mariens triumphieren wird, dass nach der Dunkelheit der Kreuzigung der Kirche ihre Auferstehung stattfinden wird, auf die er mit Maria warten wird. Die Seiko-Uhr hat also eine theologische Durchhalte-Aussage.

Sollten Sie eine Uhr tatsächlich brauchen, die liturgisch orientiert ist, dann ist Seiko eine gute Wahl. Nein, dieser Beitrag ist nicht von dieser Firma gesponsert, was von Nachteil für Seiko, nicht für uns ist, da Seiko an der breitgefassten Mission teilnehmen könnte, dennoch sind diese Uhren sehr zu empfehlen und sie werden auch von Kennern, Sammlern und Fachleuten was ihre Zuverlässigkeit und Robustheit anbelangt hoch gelobt. Da sich die Uhren mit Tages-und Datum-Anzeige im unteren Preissegment bewegen, können Sie sich auf einen Preis zwischen 70 € bis max. 350 € einstellen, die meisten mit einem blauen Mariensamstag kosten um die 150 €, was in der europäischen Uhrenwelt, wenn man deutsche oder schweizerische Marken berücksichtigt, sehr moderat ist. Für ein europäisches Fabrikat dieser Qualität müssten Sie mindestens das Vierfache bezahlen. Die Auswahl bei den Herrenuhren mit Tagesanzeige scheint ein wenig größer als bei Damenuhren zu sein.  So kann Sie eine simple Uhr näher zu Maria und durch Maria zu Jesus führen. Ist das nicht schön?

[1] Liturgia horarum iuxta Ritum Romanum editio typica latera, Vol. I, Libreria Editrice Vaticana 1985, 84.

[2] Breviarium Romanum, T. I, Rubricae Breviarii Romani, 20*, Nova & Vetera 2012.

[3] http://divinumofficium.com/www/horas/Help/Rubrics/R08.txt http://divinumofficium.com/www/horas/Help/rubrics.html

Der Seiko-Mariensamstag (4 von 5): Votivmesse am Samstag und Maria


Votivmesse an Samstag ist Maria gewidmet

Schon im VIII Jhdt. sind Votivmessen zur Ehren der Mutter Gottes nachweisbar. Im 9. Jahrhundert verbreitete sich die Gewohnheit, den Samstag ganz Maria zu weihen.[1] Es war aber der Hl. Alkuin (735-804), der Benediktiner, welcher am Hof Karls des Großen wirkte und die karolingische Liturgiereform vorantrieb, diesmal zur Abwechslung eine positive, welcher wir den Mariensamstag verdanken. Wie der Seite Marian Catechist Apostolate, die wir hier fast wörtlich zitieren zu entnehmen ist:

„Alkuin verfasste verschiedene Formeln für Votivmessen für jeden Tag der Woche, darunter zwei zur Ehren Mutter Gottes am Samstag. Diese Praxis wurde schnell und begeistert sowohl von Klerus und Laien angenommen, die Messe [Alkuins] zur Ehre der seligen Jungfrau Maria am Samstag wurde wahrscheinlich zum Commune[2] zur Ehre der seligen Jungfrau Maria der nachfolgenden Messbücher.

Es gab mehrere theologische Gründe diesen Tag Maria zu widmen. Ein Missale aus dem XV. Jhd. gibt mehrere dieser Gründe in einem Hymnus an: Samstag ist der Tag, an dem die Schöpfung vollendet wurde; daher wird er auch als Tag der Erfüllung des Heilsplans gefeiert, dessen Verwirklichung durch Maria stattfand. Sonntag ist der Tag des Herrn, so schien es angebracht, den Vortag als den Tag Mariens zu begehen. Darüber hinaus, wie Genesis beschreibt, Gott ruhte am siebten Tag, Samstag. Der siebte Tag, und der jüdische Sabbat ist Samstag; wir ruhen am Sonntag, weil wir die Auferstehung als unseren Sabbat feiern. Parallel dazu ruhte Jesus im Schoß Mariens und anschließend in ihren liebenden Armen von der Geburt an bis zu dem Zeitpunkt, als sie seinen leblosen Körper am Fuße des Kreuzes hielt; so lässt sich sagen, dass Christus-Gott in Maria ruhte.

Die großen Theologen des 12. und 13. Jahrhunderts, Hl. Bernhard von Clairvaux , Thomas von Aquin und Bonaventura, erklärten die Widmung des Samstags an Maria durch die Grabesruhe  Christi. An diesem ersten Karsamstag, während alle anderen Christus verlassen hatten, hielt Maria an ihrem Glauben fest, indem sie nicht für einen Moment am Versprechen ihres Sohnes aufzuerstehen zweifelte. Wie in dem päpstlichen Dokument Direktorium zur Volksfrömmigkeit und Liturgie angegeben wurde, wird der Samstag als Gedenken der Jungfrau Maria gefeiert als „eine Erinnerung an das mütterliche Vorbild und Jüngerschaft der Seligen Jungfrau Maria, welche, durch Glauben und die Hoffnung gestärkt, am Karsamstag an dem unser Herr im Grabe lag, die einzige unter den Jüngern Jesu war, welche eine Wache in der Erwartung der Auferstehung des Herrn hielt; Samstag ist also ein Auftakt und Einführung in die Feier des Sonntags, welcher das wöchentliche Gedenken der Auferstehung Christi ist; der Samstag ist ein Zeichen dafür, dass die „Jungfrau Maria ständig gegenwärtig und wirksam im Leben der Kirche ist.“

Der Brauch Samstagsmessen Maria zu widmen, wurde vor allem in den Klosterkirchen von verschiedenen Ordensgemeinschaften gefördert und  konnte sich schnell in der ganzen Kirche verbreiten. Daher erhielt in den frühen christlichen Jahrhunderten  der Samstag einen marianischen Unterton und gerade dieser Tag wurde mit Maria verbunden.

Während des zweiten Jahrtausend des Christentums, haben andere große Seelen diese frommen Andachten gefördert und verfeinert. Kardinal Petrus Damiani († 1072) förderte die Feier der Marien-Samstage. Während der Zeit der Kreuzzüge, startete Petrus von Amiens mit einer Vortruppe der Kreuzritter Richtung Konstantinopel an einem Samstag, dem 8. März 1096, wobei er sich  unter den Schutz der seligen Jungfrau stellte. Papst Urban II (1088-1099) ermahnte die Gläubigen die kleinen Horen zu Ehren der allerseligsten Jungfrau für die Kreuzfahrer zu beten.

In den folgenden Jahrhunderten wurden die Mariensamstage in mehreren Andachten der Partikularkirchen zum Ausdruck gebracht. Dies war der Tag, an dem die Gläubigen zu pilgern anfingen. Sodalitäten tagten an Samstagen und nannten es die Bruderschafts-Samstage oder Kongregations-Samstage. Die sieben Farben oder Schmerzen Mariens wurden an einigen Orten an sieben aufeinander folgenden Samstagen bedacht. Die 15 Samstage zu Ehren von Maria der Rosenkranz-Königin, welcher vor dem Fest am 7. Oktober gehalten wurden, erinnerten an die fünfzehn Absätze des Rosenkranzes; in einigen Gegenden war dies der Tag, an dem die Pflanzen und die Ernte gesegnet wurde. Eine irische Version der Samstag-Andachten zu Maria ist unter der Bezeichnung fünfzehn Samstage des Rosenkranzes bekannt. Die Andacht besteht darin die heilige Kommunion zu empfangen und mindestens fünf Gesätze des Rosenkranzes irgendwann im Laufe des Tages oder am Abend an fünfzehn aufeinander folgenden Samstagen aufzusagen oder in anderer Weise diese Geheimnisse zu betrachten. Die Drei Golden Samstage, die auf das Fest des heiligen Michael folgten und festlich in Österreich, Böhmen und Bayern gefeiert wurden hingen mit dem Empfang der Sakramente zusammen und wurden feierlich, meistens an Pilgerstätten, begangen. Die Spuren der Feste sind immer noch heute in diesen Kulturkreisen zu finden.

Die wachsende Andacht zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis, welche durch die Franziskaner eingeführt wurde, trug auch dazu bei die Marien-Samstage zu fördern. Im Jahr 1633 bestimmt das Kapitel dieses Ordens, dass eine heilige Messe zu Ehren dieses Geheimnis gefeiert werden sollte.

Vatikanum II mit seinen liturgischen Reformen hat die Praxis der Messen zu Ehren Unserer Lieben Frau nicht abschafft. Ein neues Sacramentar und Lektionar wurden mit 46 Optionen für Votivmessen zu Ehren Unserer Lieben Frau veröffentlicht. […]“[3]

Zwar stimmt es, dass das Vat. II die Mariensamstage nicht abgeschafft hatte, sie kommen aber kaum vor, besonders nicht in deutschsprachigen Ländern. Sie haben Samstag eine Sonntagsvorabendmesse. Das war’s dann schon. In anderen Ländern gibt es am Samstag einen „liturgischen Pluralismus“, denn Sie treffen Priester, welche:

  1. Eine normale Samstagsmesse zelebrieren nach ihrem Gutdünken.
  2. Eine Messe zum nichtobligatorischen Heiligenfest, der auf diesen Samstag fallen kann.
  3. Eine Mariensamstags-Messe.
  4. Eine Sonntagvorabendmesse.

All das ist legal und verstößt nicht gegen die Novus Ordo Rubriken, da sich der Priester, nach den „pastoralen Bedürfnissen“ ausrichten sollte, was meistens seiner eigenen Faulheit gleichkommt, denn die gefallene Natur wählt den Weg des geringsten Widerstandes, wenn sie partout nicht zu etwas gezwungen wird. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass kaum ein Katholik oder ein katholischer Priester, der U-70 Generation, weiß, dass Samstag der Marientag ist und warum er es ist. Wir hoffen auf diesem Wege diese Lücke zu schließen.

[1] http://mariadichlieben.blogspot.de/2011/11/mariensamstag.html

[2] Unter Commune (lat. gemeinsam) versteht man die gleichbleibenden Teile einer Messe, welche zum Ehren bspw. eines Bekenners, einer Jungfrau, der Hl. Jungfrau Maria zelebriert werden. Dies gilt für die kleineren Feste von Heiligen, welche keine eigene Messtexte, des Propriums, haben.

[3] http://www.mariancatechist.com/formation/mary/saturdays/

Der Seiko-Mariensamstag (3 von 5): Permutationen des Novus Ordo


japan 2

Permutationen der NOM

Warum ist es bei NOM nicht möglich in die Tiefe zu gehen? Aus zweierlei Gründen. Es ist entweder immer dasselbe: Zweiter Messkanon oder es ist ein permanentes Chaos bzw. zu viele neue Informationen auf einmal, da man auch ganz genau nach den nachkonziliaren Rubriken zelebrierend, schier eine unendliche Permutation- oder Optionsmöglichkeit hat. Ein polnischer Blogger hat es doch tatsächlich ausgerechnet wie viele legale, also rubrizistisch-korrekte, Optionen es für die Novus Ordo Messe gibt.[1] Das Adjektiv „polnisch“ ist insofern wichtig, dass es in anderen Ländern auch mehr oder weniger Optionen geben kann, welche von den jeweiligen Bischofskonferenzen zugelassen wurden und von der Ritenkongregation approbiert worden sind. Es hat noch kein begnadeter Mathematiker errechnet wie viele legale Novus Ordo Optionen es für die ganze Kirche gibt, wozu wir jetzt anstiften. Für Polen gibt es sage und schreibe 516.096.000fünfhundertsechzehn Millionen sechsundneuzigtausend Optionen, welche sich wie folgt zusammensetzen:

  • Begrüßung – 5 Varianten
  • Bußakt –
    • 4 Varianten
    • Dritte Variante des Bußaktes – 11 verschiedene Anrufe zur Wahl (+ Möglichkeit eigene zu kreieren)
    • Insgesamt: 14 Varianten
  • Kyrie – 2 Varianten
    • Sogar 3, denn wenn die 3 und 4 Variante des Bußaktes gewählt wurde, so entfällt das Kyrie
  • Credo – 2 Varianten
    • Sogar 3, wenn eine Taufmesse stattfindet
  • Fürbitten – 4 Varianten (man kann eigene kreieren)
  • Gabenbereitung – 2 Varianten
  • Präfation – 10 Varianten
  • Hochgebet – 18 Varianten (in Polen)
  • Doxologie [„Durch Ihn und mit Ihm etc.“] – 2 Varianten
  • Einführung zum Vater unser – 8 Varianten
  • Domine, qui dixisti [„meinen Frieden etc.“] – 5 Varianten
  • Gebet vor der hl. Kommunion – 2 Varianten
  • Aussendung – 2 Varianten

All dies ergibt die staatliche Zahl der möglichen Permutationen von: 5x4x14x2x2x4x2x10x18x2x8x5x2x2 = 516.096.000.

Und deswegen, lieber deutschsprachiger Leser, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen andere katholische Nationalitäten, die in Ihrem Land leben, wie Portugiesen, Kroaten, Polen, Filipinos oder andere ausschließlich oder vorwiegend in ihre eigene quasi nationale oder muttersprachliche Messe. Es ist nicht nur deswegen, weil sie kein Deutsch können, Sie und ihr Land ablehnen oder bei dieser Messe ein wenig Heimatgefühl vorfinden wollen. Die Ausländer haben einfach bei den NOM-Messen in ihrer Landessprache denselben liturgischen Rhythmus, der ihnen beim Beten hilft! Bei osteuropäischen Messen werden alle festen Teile wie Kyrie, Gloria, Credo etc. entweder ganz rezitiert oder ganz gesungen und zwar nach denselben Melodien und nicht wie in Deutschland oder in Österreich der Fall ist nach verkürzten, schrecklichen Liedfassungen, die ständig abwechseln und keine liturgische Handlung im eigentlichen Sinne darstellen sowie gegen die NOM-Rubriken verstoßen. Diese bestimmen nämlich wie folgt:

„Der Text dieses Hymnus kann nicht gegen einen anderen ausgetauscht werden. […] Wird es nicht gesungen, ist es von allen gemeinsam oder von zwei sich abwechselnden Gruppen zu sprechen.“ (53)[2]

Aber sollten Sie exakt nach den Rubriken zelebrieren, so bieten Ihnen diese einfach sehr viele legale Möglichkeiten, sodass die Messe vom Priester X immer legalerweise anders sein kann als die vom Priester Y. Spaltung, Neid und Feindschaft sind da vorprogrammiert. Aber Novus Ordo macht es möglich, sodass es kaum möglich ist, dass auf der ganzen Welt an demselben Tag exakt dieselbe katholische Messe zelebriert wird. Deswegen ist auch keine „Reform der Reform“ möglich, weil die Ausgangsprämissen der Liturgiereform, pardon, der Liturgierevolution Zerstörung und Entkatholizisierung waren! Bei der Einheit des Kultes ist eine Einheit des Glaubens möglich, bei der Spaltung oder beim Schisma des Kultes kommt es zu keiner Einheit des Glaubens, was uns jetzt mehr als deutlich Papst Franziskus vor Augen führt. Vor dem Konzil war alles durchreguliert und Sie hatten die Votivmessen, welche jetzt theoretisch auch möglich sind, dennoch praktisch kaum stattfinden.

[1] http://www.traditia.fora.pl/zmiany-po-svii-nom-novus-ordo-missae,6/na-ile-sposobow-mozna-odprawic-nowa-msze,10136.html

[2] Missale Romanum Editio Typica Tertia 2002, Grundordnung des römischen Messbuchs, Vorabpublikation

zum  Deutschen Messbuch (3.Auflage), Hsg. Deutsche Bischofskonferenz 2007.

Der Seiko-Mariensamstag (2 von 5): Votivmessen an Wochentagen


japanesemadonnafall

Samstag der Marientag oder die Votivmessen an Wochentagen

Warum ist eigentlich Samstag Maria gewidmet? Dies hängt mit den Rubriken des Missale und des Breviers zusammen. Da das Jahr 365 Tage hat und nicht jeder Tag einem Heiligen gewidmet war, je früher die Zeit z.B. IX Jhdt. desto weniger Heiligenfeste, so entstand wenigstens sei dem VIII Jhdt. der Brauch Messen an bestimmten Wochentagen, an denen kein Christus- oder Heiligenfest fiel und es sich natürlich um keine hohen Feste wie Ostern, Weihnachten etc. handelte, die sog. Votiv-Messen zu zelebrieren.[1] Unter Votiv-Messen (vom lat. votum – „Gelübde, Anliegen, Bitte“) versteht man Messen, die in besonderen Anliegen an einen speziellen Fürsprecher zelebriert werden. Ohne jetzt im Detail auf die Entwicklung der Votivmessen innerhalb der ganzen Kirchengeschichte eingehen zu wollen, so lässt sich sagen, dass vor dem letzten Konzil an bestimmten Wochentagen Votivmessen zelebriert werden konnten und sollten. Dies bedeutet klipp und klar, da in der vorkonziliaren Liturgie wirklich alles durchreguliert war, was nicht nur ein japanisches Herz erfreute, dass ein Priester an einem Wochentag, an dem kein Fest der I. oder II. Klasse fällt, an einem liturgischen Wochentag der III. oder IV. Klasse eine Votivmesse zelebrieren sollte. Soweit die Rubriken des letzten vorkonziliaren Missale aus dem Jahre 1962,[2] wie es in den früheren Messbüchern angeordnet wurde, entzieht sich zurzeit unserer Kenntnis. Es wird aber ähnlich gewesen sein, obwohl sich die rubrizistische Terminologie änderte, da man z. B. von Duplex oder Simplex-Festen sprach. Votivmessen für die Wochentage sehen aber wie folgt aus:

Montag

Zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit

Dienstag

Zu Ehren der heiligen Engel

Mittwoch

Zu Ehren des heiligen Joseph

Zu Ehren des heiligen Apostel Petrus und Paulus

Zu Ehren aller Apostel

Donnerstag

Zu Ehren des Heiligen Geistes

Zu Ehren des Allerheiligsten Altarsakramentes

Zu Ehren des ewigen Hohenpriesters Jesus Christus

Freitag

Zu Ehren des Heiligen Kreuzes

Zu Ehren der Passion des Herrn

Zu Ehren des Heiligsten Herzens Jesu

Samstag

Zu Ehren der Heiligen Mutter Gottes

Da uns im Moment nur die Votivmessen an bestimmten Wochentagen interessieren, so lassen wir andere Votivmessen, also Messen in besonderen Anliegen, an dieser Stelle aus.[3] All diejenigen, welchen im Religionsunterricht oder im Studium gesagt wurde, dass die vorkonziliare Liturgie „langweilig“ war, weil „immer dasselbe“ kam, wird hier eines Besseren belehrt. Es war natürlich umgekehrt: jeden Tag kam etwas anderes, von den festen Teilen der Messe abgesehen und Sie wurden durch die Liturgie immer tiefer in das Geheimnis der Kirche eingeführt. Heute hören Sie nur den Zweiten Messkanon, weil der kürzeste ist, manche basteln sich ihre eigenen Kanones zurecht, meistens sind schlohweiße Alt-Jesuiten, die mit einem eigenen Ordner, statt des Missale auf dem Altar erscheinen, sodass Sie geistlich gesehen immer an den Rändern der Oberflächlichkeit bleiben, ob Sie wollen oder nicht, seitdem es die Priester sind, welche „die Liturgie machen“ und nicht mehr die Kirche.  Wir werden uns an dieser Stelle auch nicht der Frage widmen: wann, welche Votivmesse wo, durch wen und warum eingeführt worden ist, obwohl diese Informationen durchaus eruierbar sind und manche unserer Leser es auch sicherlich wissen. Wir wollen nur sagen, dass auch an den Tagen, an denen es kein Heiligengedenken gab, was am Anfang des XX Jhdts. immer seltener wurde, die Gläubigen an jedem einzelnen Wochentag auf eine andere Art und Weise geheiligt wurden. Da es sich zyklisch wiederholte, so ging man in die Zeit in die Tiefe, wozu uns die nachkonziliare Liturgie wirklich keine Chance gibt.

[1] http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/schottintro/index.html#SECTION02240000000000000000

[2] http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/schottintro/index.html#SECTION02240000000000000000

[3] Nachzulesen z.B. hier. http://www.peterskirche.at/messbuch/Messen.htm http://www.praxis-gottesdienst.net/lexikon/lexikon_detail.html?k_beitrag=3443264&bstabe=3382095

Der Seiko-Mariensamstag (1 von 5): Seiko und Katholizismus


Da heute am 18.03.2017, dem Fest des Hl. Cyrill von Jerusalem, eine Schreckensmeldung aus Rom die nächste jagt, so wollen wir hier ab und zu praktische Tipps zur eigenen Frömmigkeit und zur Herzenserwärmung vorstellen, welche, da sie an den deutschprachigen Leser gerichtet sind, informativ und praktisch gehalten werden. Die arianische Krise, welche kirchenintern startete, wie das Vat. II, konnte erst dann beendet werden, als die römischen Kaiser katholisch wurden und aufhörten die Arianer zu unterstützen. So verbrachte auch der Hl. Cyrill eine Großzeit seines Pontifikats im Exil bevor er erst unter Theodosius nach Jerusalem zurückkehrte. Leider haben wir jetzt keinen katholischen Kaiser, der Franziskus und seine Mannen absetzen könnte. Vielleicht ist Hoffnung bei Trump? Die Zeit wird es zeigen. Wenn wir metaphorisch und wörtlich in die Wüste ziehen, um dort Einsiedler zu werden, wie es während der von Klerikern verursachten arianischen Krise der Fall war, so hoffen wir auch praktische Tipps:

„Wie baue ich mir eine Einsiedelei?“

oder

„Wie flechte ich Körbe?“

irgendwann einmal vorstellen zu können. Nein, es ist kein Witz. Geistliches Leben hat etwas mit Praxis zu tun und es kann von denen erlernt werden, welche es praktizieren. Ansonsten erhalten Sie diese Art von Ratschlägen wie bei Ihrer letzten Beichte. Seufz. Wir haben es derzeit leider mit keiner „Kirchenkrise“ zu tun, wie es die Piusbruderschaft euphemistisch formuliert, wir haben es mit einer massenweisen Apostasie zuerst des Klerus und dann der Gläubigen zu tun, welche 1962 angefangen hatte und jetzt eine destruktive Beschleunigung erfährt. Manche sprechen ganz im Ernst vom geplanten Vatikanum III., welches wohl die Existenz Gottes abschaffen wird, unsere Vermutung, aus pastoralen Gründen, wie üblich. Und was taten die Gläubigen als die Arianer die Macht übernahmen? Sie zogen in die Wüste, wie der hl. Paulus der erste Einsiedler und unterwiesen auf diese Art und Weise die kommenden Generationen. Wir haben auf Vieles kein Einfluß und sollten bemüht sein unsere eigene Seele zu retten.

„Was nutzt es mir für die Ewigkeit?“, fragte sich der hl. Aloysius.

Lernen wir von den japanischen Katholiken, welche viele Jahrhunderte ohne Priester durchhielten. Wie sind praktisch in derselben Lage, weil wir kaum welche haben und die, die wir haben, taugen nichts. Suchen wir uns Gebetshilfen im Alltag, damit wir unsere eigene Seele retten können.

Seiko und Katholizismus

Der Schreiber dieser Zeilen trägt eine Seiko-Uhr, welche schon unter anderen Gesichtspunkten beschrieben worden ist. Seiko-Uhren zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie in ihrer Day-Date Version,[1] also bei denjenigen Uhren, welche sowohl den Tag als auch das Datum anzeigen, den Samstag blau, den Sonntag rot anzeigen, andere Tage hingegen schwarz. Das Seiko-Blau ist aber nicht irgendein blau, sondern ein marianisches Blau. Eine heidnisch-japanische Uhr zeigt demnach nicht nur den blauen Mariensamstag, sondern auch den quasi rubrizistischen (vom lat. rubrum – „rot“) roten Sonntag an. Und all das immerhin 50 Jahre nach dem Vatikanum II, wovon die japanische Uhrenindustrie augenscheinlich unberührt geblieben ist. Ist das nicht schön? 20160514_163740_resized(1)Es gibt auch andere Uhrenmarken, welche auch den Sonntag rot zeigen, der blaue Samstag ist aber fast ausschließlich eine Seiko-Spezialität. Der Schreiber dieser Zeilen weiß nicht, wann die Seiko-Uhren damit anfingen und woher die Inspiration dazu stammte, denn es gibt alle mögliche Farben, welche dem Samstag zugeeignet hätten werden können, außer dem katholisch-marianischen Blau. Seiko hat sich dennoch für diese Farbe entschieden, was davon zeugen kann, dass sich der langjährige, japanische Untergrundkatholizismus durch das marianische Blau präsent zeigt. Ein Katholizismus, der mindestens zwischen 1640 und 1865 ohne Priester auskommen mussten. Wie die deutschsprachige Wikipedia informiert:

Am 22. Januar 1863 begann in Nagasaki zum ersten Mal nach dem Verbot von 1613 der Bau einer christlichen Kirche (大浦天主堂, Ōura tenshudō, englisch The Church of the 26 Martyrs Catholic Oura Church) für die dort anwesenden Franzosen, die am 29. Dezember 1864 vollendet wurde. Am 17. März 1865 bekam Bernard Thadee Petitjean, der Seelsorger der Kirche, Besuch von fünfzehn Japanern. Eine Frau mit dem Namen Yuri Sugimoto teilte ihm mit, sie seien Christen – mehr als 250 Jahre nach dem offiziellen Verbot und über 200 Jahre nach dem Verlust aller Kontakte nach außen.[2]

Wie erhielten sich die japanischen Katholiken ihren Glauben? Sie tauften Erwachsene oder Kinder, unterwiesen sie im Glauben, beteten den Rosenkranz, verehrten die Heilige Jungfrau Maria und warteten auf bessere Zeiten, die dann nach nur 250 Jahren für sie auch eintraten. Lernen wir also von den Japanern, denn vielleicht kommt nach Franziskus dasselbe auf uns zu. Da im Jahre 1873 das Christentum offiziell in Japan zugelassen wurde, im Jahre 1891 das japanische Erzbistum Tokio entstand, welches im Jahre 1937 an japanische Geistliche, denn es gab schon oder wieder welche, übergeben wurde,[3] so ist es durchaus möglich, dass die Firma Seiko, welche im Jahre 1881 in Tokio gegründet worden ist sich irgendwie an der katholischen Liturgie orientieren konnte. Der richtige, also vorkonziliare Katholizismus und all seinen Regeln und Rubriken muss doch auf die Japaner einen großen Reiz ausgeübt haben, da in der damaligen Zeit Konversionen durchaus stattfanden. Es erübrigt sich zu sagen, dass nach dem Vat. II die katholische Kirche in Japan zusammenbrach und die modernen Jesuiten, welche theoretisch für die Japan-Missionen zuständig sind, keinen Sinn in der Mission sehen, wie neulich der Ex-Jesuitengeneral bekannte, es sei denn:

„Evangelisierung Japans nur durch Allianz mit Buddhismus und Shintoismus“ (sic!)[4]

Ja, ja der Kreis schließt sich. Es waren die Jesuiten, welche die Japaner zu Christus brachten und es sind die Jesuiten, welche sie in die Apostasie führen. Da wir uns aber vorgenommen haben in diesem Beitrag etwas Positives zu schreiben, so wollen wir uns bei dem traurigen Thema: nachkonziliare Jesuiten nicht aufhalten, sondern wollen zum Mariensamstag übergehen.

[1] Gilt tatsächlich für alle Seiko-Uhren mit Ausnahme der Seiko 5 mit schwarzer Scheibe: https://uhrforum.de/zeigt-her-euren-blauen-samstag-t75272-2

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_Japan#R.C3.B6misch-Katholische_Kirche_in_Japan

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_Japan#R.C3.B6misch-Katholische_Kirche_in_Japan

[4] http://www.katholisches.info/2017/02/13/ex-jesuitengeneral-evangelisierung-japans-nur-durch-allianz-mit-buddhismus-und-shintoismus-keine-jesuiten-mehr-als-bischoefe/

Der Reisealtar (4 von 4): Einen Reisealtar „basteln“


gregormesse

Wir basteln uns einen Reisealtar

Da in unserem Leben also es hauptsächlich um Selbstheiligung geht, da wir an fremden Orten geistliche Räume schaffen sollen, so ist es höchst zuträglich auf Reisen nicht nur zu beten, sondern es auch qualifiziert zu tun, indem wir einen Reisealtar aufstellen und davor beten. Zuerst ist es gut das Hotelzimmer mit dem Weihwasser, aus einer Weihwasserflasche zu besprengen, damit wir uns wohl und die Dämonen unwohl fühlen. Da der Schreiber dieser Zeilen auf Reisen oder in Urlaub ebenfalls betet, so hat er sich einen Reisealtar zusammengebastelt, da der Markt nicht derartiges bietet und das, was man antiquarisch erwerben kann entweder zu teuer, zu kitschig oder zu wenig praxistauglich ist. Die meisten Reisealtäre dienen eigentlich dazu, wenn man denn welche finden, davor eine Messe zu zelebrieren und nicht davor zu beten. Deswegen fand der Schreiber dieser Zeilen im Laufe der Jahre mehrere Bestandteile, welche zusammengesetzt ihn einigermaßen ästhetisch befriedigen. Es ist noch nicht vollkommen, aber besser als nichts. Der Reisealtar sieht wie folgt aus (ja, abgenutzt, weil benutzt):

dsc_0262

Er besteht aus den folgenden Teilen:

  1. Einer griechischen Flügelikone (H: 7 cm x B: 10 cm augeklappt), geklebt, nicht gemalt.

dsc_0252

dsc_0251dsc_0253

dsc_0254

Preis: zwischen 2 € und 5 € in Griechenland, je nach ihrem Verhandlungsgeschick. Es gibt keine gemalten Flügelikonen in dieser Größe oder der Schreiber dieser Zeilen hat sie nicht gesehen.

In Deutschland kann man diese Art der Ikonen hier, recht günstig online bestellen. Preis in Deutschland zwischen 3 € und 6 € plus Versandkosten.

2. Einem kleinen St. Benediktus-Kreuz (H = 6 cm  B = 3 cm  T = 2 cm), im Kloster Reichenstein zu erwerben.

dsc_0227  dsc_0229

Preis: 3,80 € plus Versandkosten.

3. Dem „Raum der Stille“ (verschiedenartig zu beziehen)

kun03_444199

Preis: ab 34,90 € je nach Ausführung, je dunkler das Holz, desto teurer.

4. Einem Teelicht

Preis: wohl ab 2 Cent.

Der Schreiber dieser Zeilen begann seine „Reisealtarausrüstung“ langsam zu sammeln, indem er meistens mit Teelichtern, einem Teelichthalter und einer Reiseikone verreiste. Ihm fehlte aber ein Gesamtwerk, insbesondere etwas, wo man auch eine Kerze anzünden kann und was gut verstaubar und transportierbar ist. Der „Raum der Stille“ bietet diese Möglichkeiten, denn obwohl diese Vorrichtung sozusagen „nackt“ nach nichts oder nach der Einheitsreligion aussieht, da es nur ein angedeutetes Kreuz erhält, in welchem Sich der Mensch, der Lehre des deutschen Idealismus gemäß, selbst bespiegelt, so bietet es dennoch eine Grundlage an, von der man weiter bauen kann.

dsc_0232Der „Raum der Stille“ hat das Ausmaß einer Zigarettenschachtel und ist wirklich sehr praktisch, weil er seinen Inhalt und die Kerze gut schützt. Denken Sie daran die Kerze erkalten zu lassen oder zu entfernen, bevor Sie den Deckel schließen, sonst gibt es Stearinspuren. Vielleicht empfiehlt sich auch einen neuen „Raum der Stille“ zu lackieren, damit er mit der Zeit weniger abgenutzt aussieht. Die auf dem Bild abgebildete „Gebetsschachtel“dsc_0231 ist ca. 8 Jahre alt.

Obwohl der „Raum der Stille“ an sich recht nichtssagend aussieht, so gewinnen Sie, wenn Sie in ihn das das kleinste St. Benediktus-Kreuz setzen, welches dorthin ideal passt, eine kleine katholische Gebetsstätte. Setzen Sie dazu noch zusätzlich eine kleine, zusammenklappbare Ikone, dann haben Sie es einigermaßen schön. Vielleicht gibt es noch bessere Ideen oder schönere und praktischere Reisealtäre, da aber die Anzahl der Menschen, die so etwas benötigen recht überschaubar ist, so ist die Möglichkeit des Austausches darüber ebenfalls klein. Dieser Reisealtar ist für jeden erschwinglich und er hilft wirklich sehr ein fremdes Hotel-oder Tagungszimmer in eine Gebetsstätte zu verwandelt. Sie können dann beten, sich selbst, den Raum, das Hotel, die Kirche und die Welt heiligen und etwas halbwegs Schönes anschauen. Amen.

Der Reisealtar (3 von 4): Geistlicher Raum und Heilsegoismus


gregormesse

Geistlichen Raum schaffen

Wenn man betet, dann schafft man an dem betreffenden Ort einen geistlichen Raum. Dies ist wörtlich zu verstehen. Alle unsere Gebete, Opfer, Sühnehandlungen etc. bleiben am Ort, an dem sie erbracht wurden, sozusagen stehen. Dies ist eine weitverbreitete Erfahrung der sakralen Atmosphäre in alten Kirchen auch in solchen, welche leider in den letzten Jahrzehnten desakralisiert wurden. All die Hl. Messen, die Beichten und all diese Gebete sind immer noch an diesem Ort vorhanden und strahlen nach wie vor eine Heiligkeit aus. Aber auch in privaten Räumen merkt man, vielleicht nicht jeder, manche aber schon, wer dort wohnt und wie und ob er dort betet. Diese Erfahrung kann man machen, wenn man verschiedene Klosterzellen oder Wohnungen von Priestern „visitiert“. Mal ist es Licht und Klarheit, mal eine verdorrte Trockenheit, ein stehender Staub. Wenn Sie also am Ort, an dem Sie wohnen, beten oder viel beten, dann schaffen Sie dort einen geistlichen Raum, der dableibt, auch wenn Sie wegziehen. Manche Menschen werden davon angezogen, manche fortgetrieben. Als der Schreiber dieser Zeilen seine Wohnung verkaufte, so war einer der Kaufargumente der Käuferin dieser, dass sie an diesem Ort eine „positive Atmosphäre“ spürte und sich fragte, wer wohl darin wohnte. Da sie eine Künstlerin war und ist, so hatte sie ein Gespür für diese Dinge, obwohl der Schreiber dieser Zeilen, als er in dieser Wohnung lebte, noch viel weniger geistlich fortgeschritten war als er jetzt ist, da er damals weder die Tridentinische Messe noch die Alten Breviere kannte.

Heilsegoismus?

Na gut, sagen Sie, jemand betet an einem Ort. Gut für ihn, aber was macht es schon aus? Sie müssen sich aber darüber im Klaren sein, liebe Leserinnen und Leser, dass unser geistlicher Zustand für die ganze Welt von Bedeutung ist. Sie selbst bringen entweder mehr Licht oder mehr Dunkelheit in die Kirche und die Welt hinein. Es geht nicht darum, was man macht, sondern um das, wie man ist. Und deswegen hatte der Teufel manch einen Einsiedler, von dem niemand wusste und der irgendwo tief im Walde versteckt seine Wurzeln aß, wenn es überhaupt welche gab, so stark angefochten. Weil seine Heiligkeit auf die ganze Welt bis zum Jüngsten Tag ausstrahlte. Sie können ruhig auf die Lehren der Konzilskirche, der Novus Ordo Religion, des Deuterovatikanismus oder wie wir es nennen wollen, hören, auf das also, was uns als katholisch „verklickert“ wird, obwohl es nur nachkonziliar und im besten Falle nur „restkatholisch“ ist. Sie müssen jedoch in den meisten Fällen alles, was Sie lesen oder hören, mit einem Minuszeichen versehen oder jeder Aussage ein „Es ist nicht so, dass..“ vorausstellen. Dazu gehört das Beispiel des sog. „Heilsegoismus“.

„Man solle nicht nur an sich selbst und an sein eigenes Heil denken“,

sagt ihnen die übergewichtige Pastoralassistentin mit Bürstenschnitt und dem obligatorischen, stola-artigem Batisttuch, das  ihre „klerikale“ Zugehörigkeit unterstreicht und das sie liebend und gerne auch außerhalb des „Gottesdienstes“ trägt. Nein, wir sind nicht frauenfeindlich, wir sich frauenfreundlich. Es ist frauenfeindlich so auszusehen! Man solle also nicht an sich selbst denken, sondern vor allem an die anderen, die Welt, die Umwelt, die Dritte Welt, die wie auch immer welche Welt, die „Flüchtlinge“ und natürlich die Wale. Was wären wir ohne die Wale! Gottesliebe ist ohne die Nächstenliebe schlimm, schlimm, schlimm. Es ist „Afterdienst“ (Kirkegaard und andere Väter der Moderne). Man solle also aktiv sein, „in die Welt hinausgehen“, „an die Ränder gehen“, füttern, waschen, legen, fönen, alles umsonst sonst wohin reinschieben, denn das ist das wahre Christentum! Weit gefehlt.

Die christliche Nächstenliebe, die Caritas erga proximum, die Caritas dem Nächsten gegenüber, ist nur ein Abglanz der Caritas erga Deum, der Caritas-Liebe Gott gegenüber. Die Liebe zum Nächsten wird durch die Liebe zu Gott motiviert und deswegen ist die Nächstenliebe an Gott, seinen Geboten und seiner Ordnung ausgerichtet. Ansonsten ist die Nächstenliebe (caritas) ausschließlich an den Wünschen, Gutdünken und der Launen der Menschen ausgerichtet, denen es niemals gut genug sein wird. Wenn nur das Horizontale – die Nächstenliebe – ohne das Vertikale – die Gottesliebe – übrigbleibt, so wird die Kirche und insbesondere ihre tätigen Orden zu einem Dienstleister, der sich, wie ein guter Wirt und Hotelier, am Publikumsgeschmack richtet. Man hat wirklich nach Vat. II vergessen, worum es in der katholischen Religion geht. Um das ewige Heil der Seelen! Nicht um das gegenwärtige Wohl des Körpers. Und deswegen der beispiellose Niedergang der tätigen Orden, insbesondere der weiblichen Orden, welche seit „der Glanz des Vat. II auf unsere Niederungen geschienen ist“, nur am Machen und Tun sind, geistlich jedoch immer weiter verdorren. Die Frage, warum können katholische Krankenhäuser keine Abtreibung durchführen und katholische Orden keine Kondome oder Kontrazeptiva verteilen, obwohl das Letztere der Großkanzler des Malteserordens nachweislich tat,  ist aus der nachkonziliaren Sicht gar nicht so leicht zu beantwortet. Weil es der katholischen Lehre nicht entspricht? Und warum? Die richtige Antwort:

„Weil wir die Seelen derjenigen, denen wir es erlauben in die Hölle bringen und zwar auf ewig“.

Und weil wir diese Menschen, Ärzte, denen wir keinen Kindermord erlauben und Menschen, die wir nicht zur Unzucht verleiten wollen, lieben und zwar von Gott her lieben, deswegen tun wir es nicht. Wenn wir es aber täten, mit dem Bewusstsein, dass wir haben: Todsünde begehen – direkt in die Hölle kommen, würden wir selbst eine Todsünde begehen und schließlich selbst in der Hölle landen. Es ist als würde ich jemand eine Bombe in die Hand geben, die so funktioniert, dass im Falle, dass er sie zündet ich auch mit in die Luft gehe. Es ist also Selbstschutz und Fremdschutz, dass ich es nicht tue. Man kann aber vor dem Tod bereuen, sagen Sie. Ja, wenn die Reue wirklich echt ist und wenn man noch dazu Zeit hat. Und was ist, wenn man gleich, unbereut stirbt? Es ist doch höchst zweifelhaft, ob man zu einer echten Reue fähig sein wird, wenn man dermaßen böswillig vorsätzlich handelt. Es geht um die ewige Verdammnis, die mir zuteil wird.  Weil aber in der nachkonziliaren „Verkündigung“ das Wohl des Nächsten und zwar sein leibliches, vielleicht auch psychisches Wohl, das non plus ultra Maßstab ist, deswegen leben wir in der Zeiten von anything goes, siehe Amoris Laetitia. Der Papst ermöglicht den Ehebrechern und anderen schweren Sündern eine blasphemische Kommunion, wodurch er:

  1. Diese in die Hölle bringt.
  2. Sich selbst in die Hölle bringt.
  3. Die Bischöfe, die es erlauben in die Hölle bringt.
  4. Priester, die diesen Leuten die Kommunion spenden in die Hölle bringt.
  5. Viele Katholiken, die sich jetzt von der Kirche abwenden und schwer zu sündigen anfangen, da es ja egal ist, in die Hölle bringt.
  6. Alle die es sehen, wissen und nicht dagegen tun, auch in die Hölle bringt.

Wir wären jetzt bei „sechs auf einen Streich“, wobei wohl nicht alle Fälle abgedeckt werden. Und Sie fragen sich, warum wir Franziskus für einen möglichen Satanisten halten? Darum. Es ist ein Meisterstück der Zerstörung auf der Makroebene und das kommende Schisma wohl auch.

Bei einem richtig verstandenen Heilsegoismus kann uns aber Vieles gar nicht passieren. Ich will nicht in die Hölle kommen, ich möchte ein kurzes und leichtes Fegefeuer haben oder auch gar keins, ich möchte einen guten Platz im Himmel mir mit meinem Erdenleben verdienen, da werde ich mich doch hüten irgendetwas zu tun, was (a) mir schadet und (b) anderen schadet, was wieder auf mich zurückkommen wird und mir (a) schaden wird. Und deswegen geht es in unserem Leben vorrangig darum sich selbst geistlich aufzubauen und dadurch auf die Welt zu strahlen. Es geht nicht um das Tun, nicht um die „Produktion“, nicht um die Effizienz oder die Resultate. Man hat nicht nur Eigensünden, man hat auch Fremdsünden. Wie das? Wenn ich als Blogger falsche Lehren, falsche Ansichten, falsche Informationen oder auch nur unglückliche Formulierungen verbreite und jemand durch mich fällt und sündigt, dann fällt seine Sünde auf mich. Ich bin dafür verantwortlich, denn ich habe es geschrieben. Deswegen sollen, wie hl. Jakobus schreibt, nicht viele Lehrer sein wollen (Jk 3,1), weil die Verantwortung riesig ist. Im Guten und im Schlechten. Das sollen sich wirklich alle Priester, Theologen, Theologieprofessoren, Bischöfe, Kardinäle und Päpste hinter die Ohren schreiben. Alle Sünden, die ihr direkt oder indirekt bewirkt habt, werden auf euch zurückkommen, weil ihr und nur ihr in dieser Position seid es verursachen zu können. Und deswegen kann ein Einsiedler, der nur seine Wurzeln isst, zu einer größeren Heiligkeit gelangen, weil die Möglichkeit einer Fremdsünde bei ihm gleich Null ist. Deswegen hat der Teufel die Einsiedler so stark angefochten, weil die „geistliche Produktion“, die sie erbracht haben immer noch an diesem Ort bis zum Jüngsten Gericht bestehen wird. Es gibt doch überall ehemalige Klausen, Kapellen, welche meistens Zelle heißen und wo es manchmal eine Fremdenführung oder einen Ausschank gibt mit der „Heiligenlegende“ über die man jetzt müde lächelt. Aber an diesen Orten ist diese Heiligkeit immer noch spürbar. Sie bleibt da.