Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (13) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (5) Tugend, Phantasie, Trockenheit


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Gebetsleben als Eigensicherung

Bei all dem traurigen und eigentlich desolaten Zustand der Kirche in den deutschsprachigen Ländern ist es wichtig sich um sein eigenes, geistliches Immunsystem zu sorgen und Eigensicherung zu betreiben.

Gibt es „Heilsegoismus“? Nein!

Bevor wir diese beiden Termini weiter ausführen, wollen wir die vielleicht aufkommende Frage beantworten:

„Ja, ist es denn nicht Heilsegoismus?“

Jawohl, es ist Heilsegoismus und es ist gut so. Das nachkonziliare, lügnerische Modewort „Heilsegoismus“ kann wirklich nur dämonischen Ursprungs sein, denn unter der vorgeblichen altruistischen Güte birgt es absolut zerstörerische Potentiale in sich. Wie viele Priester landeten als Väter ihrer eigenen Konkubinenkinder, wie viele Ordensschwestern haben ihre Berufung verlassen, wie viele Mönchen „gingen hinaus, um in der Welt zu wirken“ und all das, um nicht heilsegoistisch zu sein. Natürlich muss man sich um sein eigenes Heil egoistisch bemühen, weil man nur auf sich selbst wirklich Einfluss hat. Wenn ich auf dieser Welt im Gnadenstand lebe, so leuchte ich, natürlich metaphorisch ausgedrückt, durch den Abglanz Gottes in die Welt hinein, ich bete für die Welt und heilige sie. Auch wenn ich tief im Wald vergraben bin. Komme ich ins Fegefeuer, so kann ich für die Menschen auf der Erde beten, komme ich gar in den Himmel, dann noch viel mehr. Dies ist die katholische Lehre von der communio sanctorum – der Gemeinschaft der Heiligen. Jeder Gnaden- und Heiligkeitszuwachs kommt dem ganzen mystischen Leib Christi – der Kirche –zugute. Und daher kann es gar keinen Heilsegoismus geben. Dies ist die wahre katholische Sicht, welche natürlich die vertikale Richtung also von Gott nach unten her berücksichtigt.

Berücksichtigt man nur das Horizontale, wie seit dem Konzil üblich, was zu einem praktischen Atheismus führt (siehe die letzte Predigt Ihres Herrn Pfarrer), so muss man permanent für andere tätig sein und zwar auf die Art und Weise, wie sie es bestimmen, was zu den absurden Lösungen führt Kirchen zu entweihen, um für muslimische illegale Einwanderer – die „Flüchtlinge“ – Platz zu machen, welche sich durch sexuelle Übergriffe und vieles mehr, denn die Presse beginnt langsam zu schreiben, revanchieren. Dies ist natürlich absurd und hat mit keiner Religion irgendetwas zu tun, am wenigsten mit der katholischen. Da leider die Mehrheit der deutschsprachigen Bischöfe, geht man von ihren Taten und Worten aus (siehe unsere „Bischofsperlen“), Atheisten sind, so brauchen sie natürlich weitere horizontale Ersatzziele, um die Kirchensteuer weiterhin zu verwenden und als eine staatliche Organisation zu fungieren. Man lese das letzte Pressegespräch der DBK.[1] Da alles, was man geistlich tut seinen Niederschlag im Gnadenleben der Kirche findet, so gibt es keinen „Heilsegoismus“ im Gegensatz zum klerikalen Atheismus, den es tatsächlich gibt. Aber wir sollten uns nicht darum kümmern, da wir, auch durch die Drosselung der Kirchensteuer, auf das Gnadenleben unserer Bischöfe keinen Einfluss haben. Wir haben ausschließlich Einfluss auf unser eigenes Gnadenleben.

Gebet als Aufladen des Immunsystems

Die beste und schnellste Möglichkeit sich geistlich zu „laden“ ist das Gebet, weil man es die Stoßgebete, die Widmung des Tageswerkes oder die Intention eingeschlossen, fast ununterbrochen tun kann. Beten ist nicht nur das kniende, mündliche Gebet. Es ist auch das liebevolle Gedenken Gottes, zu welchem man durch das mündliche Gebet nach und nach kommt und was Pater Poulain SJ eingehend beschreibt. Zur Messe, falls sie stattfindet, müssen wir gehen oder fahren. Wir müssen hoffen, dass der zelebrierende Priester wenigstens die Intention hat das zu tun, was die Kirche tut, auch wenn er im Konkubinat lebt und völlig ungläubig ist. Leider sind in der Heimatstadt des Schreibers dieser Zeilen Priester mit der rechten Intention und Nichtkonkubinarier selten, sodass manchmal gerechtfertigte Zweifel am Vollzug des Sakraments stattfinden können und zwar nicht aufgrund des Novus Ordo, sondern aufgrund der fehlenden Intention. Der Schreiber dieser Zeilen geht trotzdem hin und tötet sich ab. Aber leider ist es in den deutschsprachigen Ländern tatsächlich schwierig ein sakramentales Leben zu führen und es erfordert wirklich recht viel Anstrengung. Beten kann man aber immer und wir versuchen auf unserem Blog zu zeigen, wie es geht.

So wie es immer Krankheiten oder Epidemien geben wird, aber die Menschen mit dem besten Immunsystem überleben werden, so wird es in der Kirche immer Sünde oder Ärgernis geben, aber diejenigen mit dem besten geistlichen Immunsystem werden es überleben. Je mehr man die kirchlichen Interna kennenlernt, desto mehr braucht man Kraftquellen, um sich zu regenerieren und nach dem Gehörten oder Gesehenen zu gesunden. Denn sonst kann die frühere Frömmigkeit schnell in Zynismus umschlagen. So wie in den Flugzeugen gesagt wird, dass man zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen sollte, so sollten wir zuerst sich um unser Gebetsleben sorgen und es nicht schleifen lassen. Manchmal müssen wir jemanden beraten, werden mit seiner ganzen sündigen Dunkelheit konfrontiert und brauchen ebenfalls die läuternden Wasser des Gebets, damit durch diese Begegnungen unser eigenes Gnadenleben nicht leidet. Ja, es stimmt, man gibt sein eigenes Licht weg und braucht mehr von oben. Aber Gott weiß das und gibt uns reichlich, falls er annimmt, dass wir soweit sind sich anderen mitzuteilen. Wie viele Heilige haben zuerst als Einsiedler gelebt, bevor sie mit ihrem Werk anfingen? Fast alle. Christus ging ja auch nach der Taufe in die Wüster. Also die Vorgehensweise ist vorgegeben.

Pater Poulain SJ schreibt sehr richtig, dass das Gebet der Einfachheit sich in allen anderen geistlichen Übungen, also im ganzen Leben, niederschlägt. Man wird geduldiger, freundlicher, ausdauernder etc. etc. Wie die Stoiker richtigerweise sagten:

„Alle Tugenden hängen zusammen, denn es ist die eine einzige Tugend. Hat man eine, so hat man alle. Hat man eine nicht, so hat man keine.“

Und dies ist richtig. Deswegen verödet zuerst das Gebetsleben, danach das moralische Leben und schließlich das intellektuelle Leben, siehe die letzte Verlautbarung der deutschen Theologen, die sich wirklich luziferisch zu eigenem „Lehramt“ erheben.[2] Ja, ja, zuerst ein Leerkörper, dann ein Leeramt! Und deswegen soll man bei den geistlichen Wüste, der sog. Trockenheit dabei bleiben. Denn Acedia, wie bereits dargestellt, ist eine schwere Sünde. Wir alle haben die Pflicht zu beten, die Geistlichen haben bestimmte Gebete zu verrichten und diese freiwillig und willentlich zu unterlassen ist eine schwere Sünde, wie Ehebruch oder Konkubinat. Und vom unterlassenen Gebet ist der Weg zur Konkubine nicht weit, manchmal gar zu einer verheirateten. Alles hängt also zusammen und die Einzelheiten der Darstellung des geistlichen Weges des Gebets der Einfachheit überlassen wird im nächsten Abschnitt unseres Buches Pater Poulain SJ.

[1] http://www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=3052

[2] http://www.das-konzil-eröffnen.de/schlusserklaerung

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (12) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (4) Einstellen des Nachdenkens


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Der höchste Akt, zu dem der Mensch fähig ist, hier auf Erde, wie dort im Himmel, ist kein Akt des Nachdenkens, im Sinne eines diskursiven, d.h. eines schlussfolgernden Denkens: „wenn A, dann B, wenn B, dann C etc“. Der höchste Akt, obgleich ein intellektueller, ist der Akt der Anschauung (contemplatio, theoria). Man sieht, man weiß und man braucht keine Erklärungen mehr. „Er sah und glaubte“ (J 20,8), schreibt der Heilige Johannes über sich selbst beim Aufenthalt am Grab des Auferstandenen.

Beim Gebet der Einfachheit, welches vom Gebet der Betrachtung führt, geht es darum weniger nachzudenken oder überhaupt mit dem Denken aufzuhören, um der Beschauung Raum zu geben. Aus der praktischen Sicht ist an die Worte Pater Poulains SJ zu denken, dass:

            „methodische Vorschriften keine unübersteigbare Kerkermauern sind“,

sowie daran, dass:

            „die Natur keine Sprünge macht“.

Dies bedeutet, dass man aufhören sollte sich die Frage zu stellen: „Ist es noch Betrachtung oder ist es schon das Gebet der Einfachheit?“ Da es auch Übergangs- und Mischzustände gibt, welche viele Jahre dauern können. Der Jesuit gibt viele treffende Beispiele, dass auch im natürlichen Leben, also dem nicht von der Gnade geleiteten, es Zustände gibt, welche an die Stufe des Gebetes der Einfachheit erinnern: Das liebevolle, stille Betrachten ohne jede Worte und Gedanken. Es fällt uns einfacher das Nachdenken einzustellen und in das beschaulichen Gebet, von welchem das Gebet der Einfachheit die erste Stufe bildet, wenn wir einfach intellektuell sehr müde sind. Wenn man ohnehin permanent sich dem diskursiven Denken hingibt, so ist es selbstverständlich, dass man es im Gebet nicht mehr tut, weil man einfach „ausgepowert“, wie die Jugend sagt, ist. So legen sich die Leistungssportler auch auf die Couch und tun nichts, ähnlich wie Komponisten und Dirigenten die Stille suchen. Deswegen wurde in allen guten Ordensregeln, besonders in der benediktinischen die Lectio von der Oratio getrennt, also das Nachlesen und diskursive Nachdenken über die Schriften wurde vom Gebet als solchem, mit dem mündlichen anfangend und in der Kontemplation endend, so Gott will, geschieden. Das Nichtstun, im Sinne eines liebenden Harrens vor Gott ist nicht zu unterschätzen, da wir gerade dann Gott die Möglichkeit geben zu uns zu sprechen, denn meistens reden wir und wollen ständig etwas. Daher ist es durchaus möglich, dass der Hl. Thomas von Aquin die Lösungen seiner Probleme im Gebet fand, wie er selbst sagte, und er tat es wohl im Gebet der Einfachheit oder noch höher, denn nachdenken konnte er beim Schreiben ja genug. Der schönste Akt der Anschauung ist die Elevation bei einer stillen, tridentinischen Messe: man schaut und glaubt. Der fleischgewordene Gott spricht durch das Bild und so kann man viel schneller von Anschauung zu Anschauung gelangen.

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (11) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (3) Verschiedene Terminologie


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In seinen Ausführungen zur Terminologie der verschiedenen Gebetszustände macht Pater Poulain SJ wieder mal deutlich, dass Beten ein „Lernberuf“ ist. Dies ist so zu verstehen, dass man bestimmte Tiefen des Gebetes eigentlich nur dann erreichen kann, wenn wir jemanden haben, der uns dazu anleitet, weil er oder sie auch ein Gebetsleben führt und unsere Zustände mit seinen Erfahrungen abgleicht. Dies ist der ordentliche Weg, die via ordinaria. Daher gingen Schüler zu den ersten Wüstenvätern, die Novizen ins Kloster usw. Da wir aber in Zeiten leben, in denen wir leben, so sind wir, wie viele vor uns auch, auf Gebetsanleitung aus Büchern angewiesen. Früher waren wirkliche Beter, die darüber kommunizieren konnten, auch selten, sodass die Hl. Theresia von Avila auch ihre eigenen Bücher über das Gebet verfassen musste. Es gab natürlich auch vorher Bücher über das Gebet, aber sie waren ihr entweder nicht bekannt oder sie haben ihr nicht geholfen. Die älteste Gebetsanleitung ist, wie vielleicht nicht alles wissen, die Philokalie, welche aus den Apophtegmata also aus den Aussprüchen der Wüstenväter zum Gebet und anderen Themen besteht. Leider war es immer schon so gewesen, dass fortgeschrittenes Gebetsleben selten war, obgleich es wohl so schlimm wie jetzt noch niemals gewesen ist.

Aber alle, die über das Gebet ausschließlich aus den Büchern lernen, weil sie leider keinen geistlichen Leiter haben, laufen die Gefahr diese Bücher misszuverstehen. Denn erstens kann man dazu kommen sich bestimmte Zustände oder Gebetsstufen, die man objektiv nicht hat, aufgrund der Lektüre einzureden. Zweitens kann man leider das Geschriebene erst dann identifizieren, wenn man es selbst gerade erlebt oder noch besser in der Vergangenheit bereits erlebt hat. In der Praxis verhältnis es nämlich sowohl genauso wie es in Büchern beschreiben wurde als auch ein wenig anders. Manchmal erleben wir etwas, ohne es nennen zu können und erst in einem Buch finden wir die richtige Metapher, welche unseren Zustand richtig wiedergibt oder erläutert. Gott ist zwar objektiv und die Stufen des Gebetes sind es auch, aber unsere Natur ist immer eine andere, da sich die Menschen auch im Geistlichen voneinander unterscheiden. So sagte ein Heiliger, dass die Seelen noch viel vielfältiger sind als die Gesichter es sind. Jeder Autor beschreibt ja das Subtilste, Intimste, Geistlichste und Erhabenste, was ihm zuteilwird und er tut es auf eine Art und Weise, welche seine Persönlichkeit oder seine Bildung möglich macht. Daher kommen die terminologischen Unterschiede über die man nicht streiten sollte.

In diesem Kontext soll man die Worte von Pater Poulain SJ versehen, dass die verschiedenen geistlichen Schriftsteller dem Gebet der Einfachheit, wie er es nennt, verschiedene Namen geben. Aber „Zu kleinliche Einleitung verwirrt nur, statt zu helfen.“

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (10) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (2) Das Gebet der Einfachheit oder einfache Beschauung


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Die Darstellung der dritten Stufe des Gebets durch Pater Poulain SJ, in unserer Einführung oratio genannt und mit Wellenreiten verglichen, ist seitens des französischen Jesuiten dermaßen anschaulich wie auch präzise, dass sich eigentlich jeder Kommentar erübrigt. Menschen, die diese Erfahrungen wenigstens anssatzweise haben, werden sich in dieser Beschreibung und Systematisierung wiederfinden, andere sollen zuerst bei den vorhergenannten Stufen des Gebetes bleiben.

Dennoch kann man sich die Frage stellen, warum das Gebet der Einfachheit oder die einfache Beschauung, wie Pater Poulain sie in Übereinstimmung mit anderen geistlichen Autoren nennt, notwendig ist? Anders formuliert: Wozu ist es gut? Es ist dazu gut und notwendig, um sich die göttliche Eigenschaft der Einfachheit (simplicitas) anzueignen. Und warum? Um gleichförmig mit Gott zu werden, soweit es für einen Menschen möglich ist. Denn nach dem Grad dieser Gleichförmigkeit, die wir in diesem Leben erreichen, werden wir, die meisten von uns über den Umweg Fegefeuer, unseren Rang und Platz im Himmel erreichen, wohin nur diejenigen kommen, welche Gleichförmig mit Gott geworden sind. Die Anderen können – aufgrund ihrer sündigen Andersartigkeit – Gott, den sie nach dem Tod, direkt und unmittelbar erfahren, nicht ertragen. Daher auch die ewigen Höllenquallen, weil die Beschaffenheit der Verdammten, d.h. der gefallenen Engel und Menschen, so ist, dass sie das göttliche Licht nicht ertragen. Was den Seligen reine Glückseligkeit ist, ist den Verdammten die ewige Qual, obwohl Gott überall derselbe ist. Er wird nur anders, sowohl in diesem Leben als auch in der Ewigkeit, wahrgenommen. Daher auch die verschiedenen Stufen der Vollkommenheit im Fegefeuer. Diejenigen, die sündiger sind und einer längeren Läuterung bedürfen, denn im Fegefeuer gleicht länger auch härter, diese Seelen erfahren die reinigenden Leiden des Läuterungsortes härter. Diejenigen Seelen aber, die schon gereinigt wurden oder schon zum Zeitpunkt des Todes reiner sind, sie erfahren, will man den Privatoffenbarungen vieler Heiligen z. B. denen von Katharina von Genua glauben, die Gottesferne als eine unendliche Sehsucht.

Um mit Gott durch die Nachfolge Christi gleichförmig zu werden, muss man zuerst wissen, welche Eigenschaften Gott an sich hat. Die katholische Dogmatik kennt 33 Eigenschaften Gottes, die wir hier lediglich aufzählen, [1] ohne auf diese recht ausführliche Lehre an dieser Stelle eingehen zu wollen. [2]

I. Die Eigenschaften des göttlichen Seins (attributa essendi)

  1. Aseität (asseitas)
  2. Selbstständigkeit (independentia)
  3. Notwendigkeit (necessitas)
  4. Einfachheit (simplicitas)
  5. Unendlichkeit (infinitas)
  6. Absolutne Vollkommenheit  (perfectio absoluta)
  7. Unveränderlichkeit (immutabilitas)
  8. Unermesslich oder Raumlosigkeit (immensitas)
  9. Allgegenwart(omnipraesentia)
  10. Ewigkeit (aeternitas)
  11. Einheit (unitas)
  12. Objektive Wahrheit(veritas)
  13. Güte (bonitas)
  14. Schönheit (pulchritudo)
  15. Würde (dignitas)
  16. Einzigkeit (singularitas)
  17. Überweltlichkeit (distinctio a mundo)
  18. Persönlichkeit (personalitas)

II. Eigenschaften der göttlichen Tätigkeit (attributa actuositatis)

A. Eigenschaften des göttlichen Erkenntnis

  1. Wissen (scientia)
  2. Erkenntnis (cognitio)
  3. Weisheit (sapientia)

B. Eigenschaften des göttlichen Wollens

  1. Wille (voluntas)
  2. Freiheit (libertas)
  3. Heiligkeit (sanctitas)
  4. Allgütigkeit (benignitas)
  5. Gerechtigkeit (iustitia)
    1. Gottes Strafgerechtigkeit  (iustitia vindicativa)
    2. Barmherzigkeit als Aussetzung der Strafgerechtigkeit Gottes (misericordia)
  6. Wahrhaftigkeit (veracitas)
  7. Treue (fidelitas)

C. Eigenschaften Gottes Vorsehung und Vorausbestimmung

  1. Vorsehung (providentia)
  2. Allgemeinheit des göttlichen Heilswillens (universalitas voluntatis salvificae)
  3. Prädestination (praedestinatio)

D. Eigenschaften der Macht Gottes

  1. Allmacht  (omnipotentia)
  2. Allherrschaft  (dominium absolutum)

Natürlich können die Geschöpfe nur teilweise in einer sehr unvollkommenen Art und Weise an diesen verschiedenen, oben genannten, Eigenschaftengottes teilhaben. An manchen aber, den sogenannten negativen Eigenschaften Gottes, zu denen beispielsweise die Notwendigkeit, Unermesslichkeit, Raumlosigkeit oder Notwendigkeit gehören, haben sie überhaupt keinen Anteil.  Nichtsdestotrotz ist es für einen Menschen möglich und hinsichtlich seines ewigen Heils auch notwendig die Anteilnahme an manchen, positiven Eigenschaften Gottes herauszuarbeiten. Eine solche Eigenschaft ist die Einfachheit (simplicitas), an welcher man immer mehr und mehr durch das Gebiet der Einfachheit teilnimmt.

[1] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Alverna: Wil 2013, 6-7.

[2] Tanquerey, A., Synopsis theologiae dogmaticae, T. 2, Paris 1935, 255-332. Hoffmann, Adolphus O.P., Theologiae dogmaticae manuale, T. 1, Paris 1949, 163-292. Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Alverna: Wil 2013, 141- 241; Thomas von Aquin, Summ. Theol., Ia, Q. I- XXVII.

Erster Teil

Vorfragen

Zweites Kapiel: Vorstufen der Mystik? 

§ 1. Definition dieser Gebetsarten

(2) Das Gebet der Einfachheit oder einfache Beschauung

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (9) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (1) Gebet der Affekte


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Da wir in unserem Surfbeispiel die Gebetsarten, die Pater Poulain SJ verwendet bereits vorgestellt haben, so schreiten wir jetzt zur 3. Gebetsart, welche schon in die mystische Erfahrung hinübergeht. Es ist das Gebet der Affekte. Was ist das? Kurz und gut: Ich lese und betrachte einen Teil der Passionsgeschichte, z.B. Jesus vor dem Hohen Rat  und erwecke oder verspüre verschiedene Affekte – Gefühle – die diese Betrachtung begleiten. Schmerz über die Behandlung des Heilands, Mitleid mit ihm, Angst der Hohenpriester, die Christus genehm waren etc. Danach erwecke oder verspüre ich die Affekte der Dankbarkeit für diese Erlösungstat, des Lobes für die Güte Christi und den Ratschluß Gottes etc.  Dies ist, wie richtig der französische Jesuit darstellt, keine eigentliche intellektuelle Leistung, sondern eine emotionale. Nachdem der Intellekt und die Anschaungskraft mir das Feld gleichsam vorbereitet haben, lasse ich den Gefühlen mehr oder weniger freien Lauf. Natürlich braucht man eine längere Meditationspraxis, um auf diese Ebene zu kommen und man wird zuerst mit vielen Ablenkungen kämpfen müssen. Wichtig ist es sich dabei nicht zu hetzen, sondern sich so viel Zeit für diese Affekte die auf Gott gerichtet sind zu lassen, wieviel man eben braucht. Man wird zuerst nicht nur ablenkende Gedanken, sondern auch ablenkende Affekte erleben oder gar keine Affekte. Deswegen soll man bei dieser Gebetsart treu bleiben und die Betrachtung selbst auf eine Zeit legen, in der man weder zu müde noch zu gehetzt ist. Auf diese Weise schafft man einen Raum, in welchem das zwarte Pfänzchen der Betrachtung gedeihen kann.

Erster Teil

Vorfragen

Zweites Kapiel: Vorstufen der Mystik? 

§ 1. Definition dieser Gebetsarten

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