Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (24). Guter Geist ist sanft, böser Geist beißt.


 

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

Eigentlich ist es sehr einfach. Der Teufel will uns quälen, uns beißen, uns verwirren. Daher ist eine jegliche Regung, die grob, beißend oder gewaltsam ist dämonischen Ursprungs. Nein, es ist nicht Ihr schlechter Charakter oder Ihr Unterbewußtsein. Es ist nicht Ihr Temperament. Es ist der böse Geist, der bei Ihnen „angedockt“ hat und versucht seine eigene Persönlichkeit Ihnen aufzudrücken. Daher ist es notwendig einerseits die Disposition in sich selbst zu verändern, damit der Dämon nicht so einfach andocken kann und zweitens die geistlichen Mittel (Gebet, Stoßgebete, Fasten, Bußübungen) anzuwenden. Ein Beispiel aus dem eigenen Leben. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) hat ein Wutproblem und er geriet oft in Rage, wenn man ihn beispielsweise beim Schreiben störte. Würde jetzt jemand ohne anzuklopfen in sein Arbeitszimmer kommen, dann gäbe es wohl instinktiv eine Szene und ein Geschrei. Es ist zwar eine lässliche Sünde, aber dennoch eine Sünde. Und es gibt Menschen, die den DSDZ gar nicht anders gekenngelernt haben als schreiend, überarbeitet und kaum ansprechbar. Was ist der Grund dafür? Zu wenig Pausen, zu wenig Erholung. DSDZ arbeitete immer sehr viel, sodass er oft sehr gereizt war und ein Wutausbruch war daher nicht weit. Da der Dämon sein Temperament kennt, so hat er ihn immer sehr erfolgreich zum Zorn versucht und DSDZ eingeredet, dass er ein schrecklicher Mensch sei. Dies stimmt zwar nicht, aber DSDZ brauchte lange, um zu festzustellen, dass diese Zorngedanken oder Anwandlungen von außen kommen, dass sie ihm selbst fremd sind, dass sie besonders dann gut anschlagen, wenn er übermüdet und überarbeitet ist. Stellen Sie sich vor Sie helfen beim Unzug mit, es ist die achte Arbeitsstunde, sie können Ihre Arme kaum noch spüren, Ihre Muskeln zittern und jemand kommt vorbei und sagt, dass Sie heute aber auch nichts getan haben. Nerven zu bewahren ist da schwer! Da die Dämonen, wie Viren und Bakterien um uns kreisen, so können wir uns ihrer nur dadurch erwehren, dass wir die „Docking-Station“ also die Andockstelle so ändern, dass sie weniger Macht über uns haben. Im Falle DSDZ lautet die Lösung: weniger arbeiten, mehr Pausen einlegen. Denn ausgeruht und entspannt erträgt er viel mehr, ist sehr geduldig und ausgeglichen und der Dämon hat viel weniger Chancen ihn zum Zorn zu versuchen.

Überlegen Sie doch wie es mit Ihrer Hauptsünde so ist? Wann verfallen Sie in dieselben Muster? Wo ist die Andock-Stelle der Dämonen? Wie können Sie diese ändern? DSDZ liest zurzeit mehrere Traktate von Exorzisten, wo sogar Besessenen geraten wird die Dispositionen des eigenen Organismus so zu verändern, dass die Dämonen weniger Chancen haben. Der Weg zum Übernatürlichen führt in diesem Leben über das Natürliche und je besser Sie in Form sind, desto geistlich fitter sind Sie auch. Seien wir doch schlauer!

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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 8. Vor Messe oder Kommunion.


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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Diejenigen von uns, die oft zur Messe gehen oder kommunizieren, werden von einer bestimmen Routine eingefangen, bei der die Bedeutung des Kreuzesopfers Christi untergeht. Die Aufgabe des Gläubigen besteht darin ein anderer Christus (alter Christus) zu werden, welcher sich mit dem Herrn selbst aufopfert. Ja, das ist unsere Aufgabe hier auf Erden nicht nur mitzuopfern, sondern sich ganz aufzuopfern, bis zum Märtyrium hin, wenn Gott es möchte. Man kann sich bei diesem Stoßgebet die folgenden Fragen stellen:

  • Wie steht es um meinen Opfersinn?
  • Bin ich die makellose Hostie? Falls nicht, warum?
  • Was kann ich Gott noch alles opfern? Wovon mich freimachen?
  • Bin ich es überhaupt wert, in das Opfer Christi hineingenommen zu werden?

Ja, ja, ein kurzes Stoßgebet und viele Fragen. Es empfiehlt sich zu diesem Gebet auch das Quam oblationem aus dem Kanon zu meditieren, um zu wissen, was die Opferung (oblatio) eigentlich ist. Und so prägt die Messe, wohlgemerkt die Alte Messe, unsere Spiritualität, den bei einem klassischen Altar haben wir sowohl das Kreuz als auch ara – „Felsbänke, Altar, Denkmal, Altar“, da das Kreuz meistens erhöht ist und es uns leicht fällt sich die Opferung von Golgotha vorzustellen.

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Bei der Neuen Messe und den neuen Altären ist das unmöglich, da sollen wir aber unsere Vorstellungskraft einsetzen, die wir bei der vorhergehenden Betrachtung (z.B. quam oblationem) geübt haben. Ja, von selbst kommt nichts!

Ante missam vel communionem
Suscipe me, Domine, cum oblatione huius hostiae immaculatae in laudem, gloriam et beneplacitum tuum, in unione illius oblationis, qua temet ipsum in ara crucis obtulisti.
Vor der Hl. Messe oder Kommunion
Empfange mich, Herr, mit der Opferung dieser makellosen Hostie zu Deinem Lob, Ehre und Wohlgefallen, in Vereinigung mit jener Opferung, welche Du selbst am Altar des Kreuzes vollbracht hast.

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (23). Gutes kommt nur von Gott.


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Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

Was wir in unserer Zeit des praktischen Pelagianismus vergessen, weil wir es nicht vermittelt bekommen, ist die Tatsache, dass der Mensch von sich aus, der katholischen Erbsündenlehre zufolge nicht gut ist. Deswegen genügt es nur „menschlich“ zu bleiben, als könnte man bakteriell werden. Somit kommt alles Gute von Gott. Deswegen brauchen wir die Taufe und die Gnade. Deswegen ist es falsch von Atheisten, Heiden und schweren Sünden eine Ethik zu verlangen, die für uns Katholiken selbstverständlich ist. Deswegen werden wir in Beziehungen mit ihnen, womit wir jeglichen Kontakt meinen, immer „draufzahlen“. Es wird kaum etwas zurückkommen. Das Böse hat eine zweifache Quelle: (1) uns selbst, (2) den Dämon, das Gute kommt von Gott durch seine Gnade. Deswegen ist es so wichtig uns täglich mit der Gnade aufzufüllen, womit nicht nur die Gnade der Sakramente, sondern auch die der Sakramentalien gemeint ist: Gebet, Kreuzzeichen, Weihwasser, Verwendung der Andachtsgegenstände etc.

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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 7. Nach dem Breviergebet.


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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Nach dem Breviergebet

Da nach dem Breviergebet vor dem Breviergebet ist, so musss eine jede Gebetseinheit mit einem Abschlussgebet gleichsam umrandet werden.

Ist es nicht zu viel ein Gebet noch mit einem anderen Gebet abzuschließen?

Nein, wenn man die katholische Gnadenlehre betrachtet. Da Gott übernatürlich ist, brauchen wir seine Hilfe, d.h. Gnade, um Taten zu erfüllen, die vor Ihm verdienstvoll sein werden (acta meritoria) und unseren Platz im Fegefeuer und im Himmel bestimmen. Wenn also ein in Todsünde lebender Priester sein Brevier betet, so passiert im übernatürlichen Rahmen nichts und er kann sich nichts durch dieses Gebet bei Gott „verdienen“, weil ihm diese, nach außen hin, gute Tat und ein Werk der Frömmigkeit nicht angerechten wird, weil er in Todsünde lebt und sich damit von Gott losgesagt hat. Dies gilt natürlich auch für Ehebrecher im deutschsprachigen Raum „wiederverheiratete Geschiedene“. Todsünde ist Todsünde, gleich was Amoris Laetitia sagt. Wir brauchen also die Hilfe Gottes, um überhaupt gut sein zu können und Ihm zu gefallen. Deswegen betet man um Gottes Hilfe vor dem Gebet und nach den Gebet. Warum? Damit wir am Gnadenleben Gottes Anteil haben können und diese Anteilnahme können wir uns nicht selbst verdienen. Das muss von Gott kommen und kommt auch. Sie brauchen also, physikalisch gesprochen, eine Intialzündung, um ihre eigene, die kinetische Energie sozusagen, zu starten. Aber je mehr Sie sich bemühen Gott näher zu kommen, desto mehr Gnade gibt er Ihnen, was schon die hl. Katharina von Genua (siehe das „Sparsamkeitsprinzip“) schrieb, wenn Sie Gott darum bitten. Das unten angefügte Gebet, wie fast alle vorkonziliaren Gebete stellt eines richtig. Sie sind kein „Partner Gottes“, Sie sind nicht auf Augenhöhe mit Gott und Sie pflegen mit Gott keinen „Dialog“. Gott ist Gott uns Sie sind ein armes Geschöpf, dessen Pflicht, vom Grundsatz der Gerechtigkeit kommend, es ist Gott anzubeten als Geschöpf den Schöpfer. Da Gott die Vollkommenheit selbst ist und die Heiligkeit selbst, deswegen müssen Sie Gott bitten, dass er überhaupt Ihr unwürdiges Gebet annimmt. Priester und Ordensleute beten ja hauptberuflich. Es ist ihre Pflicht und ihre Aufgabe, es ist etwas, was sie ohnehin tun müssen, denn kein Breviergebet zu verrichten, wenn man nicht wirklich durch Krankheit etc. verhindert ist, ist für einen Geistlichen eine schwere Sünde. Aber auch dieses Tageswerk, das man ohnehin verrichtet, kann man schön verpacken, indem man vorher und nachher um die Annahme des Officiums betet. Das nachkonziliare Brevier ist wirklich dermaßen kurz, dass dazu noch Zeit sein wird.

Post divinum officium
Gratias tibi ago, Domine Deus, quod meas indignas orationes audire dignatus sis et de manu mea laudum tuarum sacrificium suscipere.
Nach dem divinum officium

Ich danke Dir, Herr Gott, dass Du Dich gewürdigst hast meine unwürdigen Gebete zu erhören und aus meiner Hand das Opfer Deines Lobes zu empfangen.

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (22) Bin ich es oder kommt es von Außen?


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Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

 

Die Grundlage einer guten Geistesunterscheidung ist eine gute Selbsterkenntnis. Wenn ich mich kenne, dann weiß ich, was mir fremd ist. Das Problem mit unseren ungebildeten, psychologisierenden und in der spirituellen Literatur unbelesenen Beichtvätern ist dies, dass sie, laut Psychologie und Psychoanalyse („Papa“ Freud und „Onkel“ Jung), das Fremde in uns dem Unbewußten oder dem Unterbewußtsein zuschreiben, statt den Dämonen, die auf uns wirken. Wenn sich ein normaler Mensch fragt:

Woher habe ich denn nur solche Gedanken oder solche Träume? Das bin ja nicht ich.

Dann lautet die Antwort:

Ja, es sind die Dämonen, die auf Dich einwirken, indem sie ihr eigens Wesen dir aufdrücken.

Dies ist die klassische Spiritualität der Wüstenväter, des Evagrius Ponticus und Johannes Cassianus. Nicht alles, was wir denken oder spüren ist unser. Dies spielt insbesondere bei der Umsessenheit (obssessio) eine große Rolle, denn die Stufe der dämonischen Angriffe sieht wie folgt aus:

  1. Versuchung (tentatio)
  2. Bedrängung (vexatio, circumsessio)
  3. Umsessenheit (obssessio)
  4. Besessenheit (possessio)

ad 1.

Dies Erfahren alle.

ad 2.

Dies sind äußere Angriffe auf Hab und Gut, sowie die Gesundheit. Plötzlicher Autodiebstahl, Problemen am Arbeitsplatz, unerwartete Krankheit, Schreiben von Behörde etc. Man könnte sagen, äußerer Pech, doch der Kontext zählt. Solches passiert nicht allen, sondern nur manchen vor positiven geistlichen Ereignissen.

 

ad 3.

Dies sind quälende Gedanken oder Emotionen, die zu uns sozusagen von Außen kommen und unserer eigenen Psyche unähnlich sind. Es ist als würde sich etwas unserer Psyche bedienen. Noch seltener als 2.

 

ad 4.

Kommt sehr selten vor. Der Dämonen bedient sich des menschlichen Körpers, was für den Betroffenen mit Bewußtseinsausfällen Hand in Hand geht. Man weiß also nicht, was man getan hat, wo man war, wie man an diese Stelle gelangt ist.

Erfährt jemand Umsessenheit (obssessio), dann muss er sich selbst kennen, um zu sehen woher diese Gedanken kommen. Woher weiß man denn, ob es nicht psychisch bedingt ist? Weil diese Gedanken und Gefühle nach dem Kontakt mit dem Sacrum verschwinden. Sie sind auch nicht ständig präsent und verschwinden nach Gebet. Der Schreiber dieser Zeilen hatte gestern ungefähr zwei Stunden lang diese Erfahrung, dass sich sozusagen in ihm etwas fürchtete, wovor er selbst sich nicht fürchtet. All diese Gedanken verschwanden nach der Messe und nach Kommunionempfang, obwohl sich äußerlich nichts verändert hat. Wir werden diese Thematik noch mehr als einmal vertiefen. Sollten Sie aber Probleme im Bereich 2. bis 4. haben, dann schauen Sie hier vorbei. Die deutsche Fassung der Auxilium Christianorum Gebete wird von uns vorbereitet. Sehr gut und erhellend sind auch die Konferenzen von Father Ripperger zu dämonologischen Problemen.

 

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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 6. Vor dem Breviergebet.


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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Vor dem Breviergebet

Da wir hoffen, dass Sie alle wenigstens ein Morgengebet, wenn nicht gar das Breviergebet (divinum officium) verrichten, so ist es gut dazu mit dem folgenden Stoßgebet zu schreiten.  Mit dem „Werk Deiner Hände“ ist hier der betende Mensch selbst gemeint, welcher darum bittet von Gott durch seine Gnade beim Beten unterstützt zu werden. Das Werk der Schöpfung – der Mensch – bittet seinen Schöpfer um Hilfe, um dieses Werk der Gerechtigkeit – das Gebet – verrichten zu können. Sehen Sie, es steckt immer bei Kardinal Bona Theologie dahinter und Sie kommen schnell in die Betrachtung.

 

Ante divinum officium
Vocabis me, Domine, et ego respondebo tibi, operi manuum tuarum porrige dexteram tuam.
Vor dem divinum officium

Du wirst mich rufen, Herr und ich werde Dir antworten, erstrecke
Deine Rechte auf das Werk Deiner Hände.

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (21) Gutes kommt von Gott, Böses vom Teufel.


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Wie so Vieles bekommt auch der Begriff „Unterscheidung“ (discretio) unter Bergoglio einen schlechten Touch. Katholisch bedeutet es, dass man zwischen objektiv Guten und Bösen unterscheidet, bei Bergoglio bedeutet es, wie man die Gebote Gottes aushebelt, um „frisch drauf los zu sündigen“, um es mit Luther zu formulieren. Aber irgendeine Unterscheidung ist erst dann möglich, wenn ich ein objektives, unveränderliches Kriterium habe, das nicht mit mir selbst identisch ist. Denn es alles, was ich mache, weil es mir Lust bereitet und „gut für die Umwelt ist“, um es mit Amoris Laetitia zu sagen, gut ist, dann braucht ja nichts unterschieden zu werden. Kardinal Bona schreibt, dass alles Gute von Gott und alles Böse entweder vom Teufel direkt oder vom Teufel durch unsere gefallene Natur kommt. Das ist natürlich keine große Überraschung, aber dieser Satz wird erst dann sinnvoll, wenn ich weiß, was das Gute und Böse an sich ist. Ich brauche Offenbarung, welche sich auf Metaphysik stützt, diese wiederum auf Logik. Wenn der Jesuit Spandaro schreibt, dass 2 und 2 in Theologie auch 5 ergeben können, dann argumentiert er diabolisch und ist ein Dummkopf. Ja, der Teufel hasst die Logik, Mathematik hasst er auch und deswegen werden Sie bei den Novu Ordo Leuten keinen stringenten Beweis erleben, sondern das hegelianische Sowohl-als-Auch-Gewusel, bei dem es nichts zu unterscheiden gibt.

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

 

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