Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (15) Katholische Anthropologie.


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Katholische Anthropologie

Nach längerer Pause, welche der Notwendigkeit der Polemik geschuldet war, kehren wir zum Eigentlichen, d.h. dem Heil unserer eigenen Seele zurück. Denn über diese werden wir im Augenblick des Todes Rechenschaft ablegen, nicht über Papst Franziskus und seine Konsorten. Wenn Hilary White dazu aufruft, dass Katholiken zu „einsiedlerischen Gebets-Ninjas“ mutieren sollten, da Papst Franziskus jetzt noch die verbleibenden kontemplativen Orden zugrunde richten wird, so ist dieser einsiedlerische Gebetsuntergrund etwas, was von einigen Katholiken seit vielen Jahren bereits praktiziert wird. Das Einsiedlertum ist aber einsam und zwar nicht nur im Sinne der fehlenden menschlichen Gesellschaft, deren Mangel gerade dem Gebetsleben zuträglich ist, sondern im Sinne der fehlenden geistlichen Leitung. Wenn Sie, mit Gottes Hilfe, in höhere Regionen des Gebetslebens vorschreiten, so finden Sie so gut wie keinen Priester, der Sie noch leiten wird, da der Zustand unserer Priesterschaft als bekannt vorausgesetzt werden kann. Sie werden sich also selbst leiten müssen, wie die ersten Einsiedler ja auch, welche vor dem arianischen Klerus (heute ist es der „franziskanische“) Zuflucht suchen mussten. Gott hat sie unterstützt und dank all den frühen Gebets-Ninjas sind später Orden entstanden, von denen wir so ca. bis 1962 zehren konnten. Dennoch ist das Einsiedlertum mit Gefahren verbunden, da man auf sich selbst gestellt sich irren und straucheln kann. Man ist aber auf sich selbst gestellt, da unsere Priester in dem moralisch-geistlichen Zustand sind, in welchem sie sind und demzufolge keine Ahnung haben.

Um jemanden zu leiten, muss man nicht nur das wissen, was oben ist, d.h. Gott und die Theologie kennen, das, was unten ist, d.h. um die Tücken des Teufels wissen, sondern auch das richtig erkennen, was in der Mitte ist, d.h. die richtig-katholische Menschenlehre also Anthropologie kennen. Wenn wir wissen, wie der Mensch an sich gestaltet ist, so können wir auch wissen, wie ihn die Gnade – Gott – oder die Ungnade- der Teufel – beeinflussen kann. Viele Regungen kommen auch von der menschlichen Natur selbst, die ja leider von der Erbsünde weiterhin lädiert bleibt. Trotz des modern-nachkonziliaren Kreisens um den Menschen können wir in der zeitgenössischen Theologie, besonders jener praktischen im Beichtstuhl, keine richtige Anthropologie finden. Nach der gängigen Meinung besteht der Mensch aus den Trieben, dem freudschen Id (Es), und der Super-Ego (Über-Ich) der Gesellschaft, in der es um das berühmte Miteinander geht. Die Triebe sollen, um Gottes willen, nicht unterdrückt werden, da man sonst „verkopft“, „verkorkst“, „verkrampft“ oder „ver-irgendwas“ wird. Für Gott ist dort wenig Platz, er bleibt entweder auf der Ebene einer kollektiven Illusion der Gesellschaft oder er ist eine Projektion des Id, da wichtige Triebe, besonders der sexuelle, verdrängt wurden. Diese hier sehr stichwortartig zusammengefassten Lehren lernt man im Theologiestudium kennen, in welchem die scholastische Anthropologie, die aristotelisch-platonisch fundiert ist, höchsten aus der historischen Sicht durchgenommen wird. Ein dermaßen ungebildeter und verbildeter Mensch kann zwar den Jargon der katholischen Akademien mitsprechen, ihm ist aber der Weg zum Verständnis aller, ja wirklich aller, Werke der spirituellen Theologie verschlossen, weil er die philosophisch-anthropologischen Strukturen, die dahinter stecken, nicht erkennen kann. Ja, ja, die modernen Theologen haben ganze Arbeit geleistet! Sehr viele Priester sind nach dem Konzil der Psychologie und dem Psychologismus auf dem Leim gegangen, zwar mit der Absicht sich weiterzubilden und den Seelen zu helfen, aber die moderne Psychologie ist von Ansatz her subjektivistisch, naturalistisch und atheistisch und somit als Werkzeug der Seelenführung ungeeignet. Die scholastische Seelenlehre ist es nicht, denn sie hat ein ganz anderes Wirklichkeitsverständnis als die moderne Psychologie, also diejenige seit William James. In der katholischen Anthropologie gibt es nicht nur und ausschließlich den Menschen, sondern Gott, die unsichtbare Welt und natürlich auch den Rest der Schöpfung. Der Mensch hat eine Natur, also das Geschöpflich-Naturhafe, er hat aber vor allem die Übernatur, welche ihn, nach der Taufe, am göttlichen Leben teilnehmen lässt. Das Psychologisieren hilft im Seelischen nicht, aber nur das bleibt den atheistischen Priestern übrig: ein bisschen Bla-Bla, ein bisschen gesunden Menschenverstand und natürlich das Miteinander.

Unterscheidung der Seelenvermögen

Um dem Mangel an katholischer Seelenlehre ein wenig abzuhelfen, wollen wir hier wirklich ganz kurz und skizzenartig die scholastische Anthropologie vorstellen, welche auch Kardinal Bona in seinem Werk anspricht. Da es sich um die Zusammenfassung der gesamten Anthropologie, Ethik und Tugendlehre des Aquinaten handelt, wie sie in Summ. Theol. 12, q. 1 – q. 66 dargelegt wird und welche in unserer Ausgabe 434 Seiten umfasst, so wird diese Skizze natürlich sehr verkürzt ausfallen. Der Schreiber dieser Zeilen hasst es etwas unvollkommen und unvollständig wiederzugeben, aber entweder man schreibt etwas jetzt ganz kurz, man schreibt es gar nicht oder man schreibt es vielleicht auf mehreren hundert Seiten in der unbestimmten Zukunft nieder.  Bei der Übersetzung des Aquinaten besteht jedoch auch das Problem, dass fast jeder Autor die Termini technici – die lateinischen Fachbegriffe – in eigener Formulierung wiedergibt, sodass im Falle, dass man die lateinische Bezeichnung nicht in Klammern anführt, dem Leser die Orientierung schwer fällt. Wir werden hier sowohl die lateinische Terminologie angeben, unsere eigene Übersetzung der Haupttermini, sowie die Terminologie von Kardinal Bona.

Nach dem thomistisch-katholischen Verständnis besteht der Mensch, wie wir bereits ahnen, aus:

  1. Körper
  2. Seele (anima)

Der Hl. Thomas von Aquin sagt, der Mensch bestehe aus dem inneren, intellektiven Teil (pars intellectiva) und dem äußeren sensitiven Teil (pars sensitiva).[1] Unter „intellektiv“ wird das geistlich-verstandesmäßige verstanden, unter dem „Sensitiven“, dass sinnlich-affektive-psychische. Wir ziehen es vor diese Wortschöpfungen zu bilden, um der modernen Zweiteilung in Seelisch-Verstandesmäßig zu entkommen. Denn der intellektive Teil (pars intellectiva) ist nicht gleich Verstand im modernen, nachcartesianischen Sinne, sondern er ist eigentlich mit der Geist-Seele gleichzusetzen mit jenem menschlichen Vermögen also, welcher sowohl die Funktionen des Körpers steuert, intellektuelle Leistungen vollbringt und zur geistlichen Erkenntnis fähig ist.

Die Seele (anima) ist das immaterielle Prinzip, welches den materiellen Körper beseelt, solange er lebt. Im Gegensatz zum modernen, nachcartesianischen Dualismus, der in Verstand und Körper zerfällt, kennt die Scholastik, wie das Altertum auch, eine Dreiteilung des Menschen. Ja, den Körper gibt es auch, aber die Seele, welche verschiedene Funktionen des Leibes steuert, setzt sich aus mehreren Teilen oder Vermögen zusammen: dem apprehensibile, irascibile und concupiscibile. Genauergenommen unterscheidet man in der Seele:

  1. Pars apprehensiva – den intellektuell stimulierten Teil – das Erkenntnisvermögen (nach Bona)
    1. Verstand (intellectus)
    2. Wille (voluntas)
  1. Pars appetitiva – den sinnlich stimulierten Teil – das Begehrungsvermögen (nach Bona)
    1. Irascibile – Zornesartig – Vermögen des Widerstrebens (nach Bona)
    2. Concupiscibile – Begehrensartig – Vermögen des Strebens (nach Bona)

Laut St. Thomas liegt all unserem Handeln ein Streben (appetitus) zugrunde. Es ist ein Streben nach etwas Gutem (bonum) und das Meiden eines Übels (malum). Denn bonum est faciendum, malum est vitandum – „das Gute ist zu tun, das Schlechte ist zu meiden“. Dieser Ausspruch ist nicht nur moralisch gemeint, sondern es ist ein Erfahrungswert: man möchte etwas Gutes oder das, was man für Gut hält (Arbeit, Geld, Familie) und meidet das Üble (Schmerz, Armut, etc.) oder das, was man dafür hält. Wir alle suchen nach dem Guten und meiden das Böse, wenigstens subjektiv, denn „gut“ muss nicht gut sein.

Da unsere Seele aus zwei Teilen besteht, der Pars apprehensiva und der Pars appetitiva so erkennt jeder von ihnen dieses Gut oder Übel, welches ihm proportional ist. Pars apprehensiva – der  intellektuell stimulierte Teil – Erkenntnisvermögen (nach Bona) erkennt das intellektuelle Gut oder Übel, Pars appetitiva – der sinnlich stimulierte Teil – Begehrungsvermögen (nach Bona) erkennt das sinnliche Gut oder Übel. Ist also ein Gut (bonum) geistlich-intellektueller Natur, so wird es vom pars apprehensiva (Erkenntnisvermögen, nach Bona) erkannt und angestrebt. Ist dieses Gut jedoch sinnlicher Natur, so wird es vom pars appetitiva (Begehrungsvermögen nach Bona) erkannt und angestrebt. Der Verstand (intellectus) erkennt das intellektuelle Gut, der Wille (voluntas) setzt das Erkannte in Bewegung, indem es zu Taten antreibt.

Pars appetitiva (Begehrungsvermögen nach Bona) spricht jedoch auf eher sinnenhafte Stimuli an. So ist das Irascibile  – das Zornesartige – Vermögen des Widerstrebens (nach Bona) – jener Teil, welches dem harten Gut (bonum arduum) zustrebt, also es strebt nach etwas, was schwer zu erlangen ist. Das Concupiscibile – Begehrensartige – Vermögen des Strebens (nach Bona) – ist dem angenehmen und sinnlichen Gut (bonum delectabile) zugeordnet, es strebt also dem an sich Angenehmen zu. Pars appetitiva – der sinnlich stimulierte Teil – Begehrungsvermögen (nach Bona) birgt Affekte, also jene Regungen, die an sich gut oder schlecht sein können, je nachdem sie sich der ratio recta – dem richtigen Grund des Verstandes unterordnen oder nicht.

Da sich die Affekte in der Pars appetitiva (Begehrungsvermögen nach Bona) befinden, so entsteht aus der Zuordnung des Guten (bonum) und des Übels (malum) zum Concupiscibile oder  Irascibile  die Affektenlehre, welche Kard. Bona, nach hl. Thomas darstellt und die wir in einer Tabelle zusammengefasst haben:

Pars appetitiva – das Begehrungsvermögen
Gegenstand: Gut

(bonum)

Übel

(malum)

Concupiscibile

(Vermögen des Strebens)

 

 

 

 

Liebe Abscheu
Eifer Traurigkeit
Sehnsucht Überdruss
Begierde Trägheit
Ergötzung Mittleiden
Freudigkeit Neid
Fröhlichkeit Entrüstung
Jubel
Irascibile

(Vermögen des Widerstrebens)

Hoffnung Verzweiflung
Anmaßung Kühnheit
Vermessenheit Frucht
Verwirrung
Bestürzung
Angst
Bangigkeit
Unmut
Lauheit
Scham
Schamröte
Skrupel
Zorn
Wut
Raserei

Und wie hilft es uns weiter? Erstens handelt es sich bei der o.a. Unterscheidung der Affekte (passiones) um keine moralischen Werturteile. Sie zeigen die sozusagen instinktiven Reaktionen unseres Seelenlebens, wie man beim Gestank instinktiv die Nase rümpft oder zuhält, so reagiert man beim anwesenden Übel mit Abscheu, bei einem abwesenden Gut mit Hoffnung. Das erste ist die Reaktion des begehrensartigen Teiles der Seele (concupiscibile), das Letztere des zornesartigen (irascibile) Teiles der Seele. Hätten wir das Irascibile nicht, so hätten wir überhaupt keinen Antrieb, sondern wir würden das vorhandene Gute entweder Genießen oder unter dem vorhandenen Übel leiden. Diese Tabelle zeigt aber unsere Affekte an sich, also diejenigen welche der Kraft des Verstandes und des Willens nicht untergeordnet wurden. Wenn wir etwas fühlen, was unter einen guten oder schlechten Gegenstand fällt, dann müssen wir uns die Frage stellen: Ist dieses etwas wirklich gut oder kommt es mir so vor? Angenommen jemand sehnt sich nach einem abwesenden Gut, z.B. nach einem neuen Auto und wenn er den Gegenstand seines Strebens sieht, dann erfährt er die Ergötzung. Ist es gut oder schlecht? Kommt darauf an, inwieweit sich dieses Auto in der Hierarchie seiner Werte ausnimmt. Ist diese Sehnsucht unerfüllbar oder maßlos, supra debitum modum – „über das rechte Maß hinaus“, dann ist es eine passio inordinata – eine ungeordnete Leidenschaft, die in eine Sünde führen kann. Die Affekte sind zwar da, aber sie sind immer in einer objektiven Hierarchie der Werte unterzubringen und zwar durch den Verstand und den Willen. Viel Leid geschieht dadurch, dass wir etwas für ein Gut (bonum) halten, was in Wirklichkeit ein Übel (malum) ist.  Und deswegen muss sich, lieber Papst Franziskus, eine jegliche Ethik an objektiven, gottgegebenen Werten ausrichten, denn sonst kreist der Mensch um sich selbst und seine diffuse und destruktive Welt, da er sich selbst an nichts ausrichten kann. Und das ist der Hauptfehler des psychoanalytischen Ansatzes: „Und wie fühlen Sie sich damit?“, denn er fühlt sich erstens schlecht, sonst wäre er nicht gekommen, er kann sich auch sehr gut bei etwas sehr schlechtem fühlen, wenn er ein Psychopath oder ein diabolischer Narzisst ist.

Der Teufel kann uns, wie Kard. Bona schreibt direkt oder durch seine Mittelmänner etwas vorgaukeln, ein X für ein U vormachen und das Gute (bonum) mit dem Übel (malum) verwechseln. Daher achten wir darauf, auch im Beichtstuhl, wen wir hören, denn ein schlechter Priester wird uns die Agenda des Teufels einzuflüstern suchen. Wenn wir keine andere Wahl haben, was leider oft der Fall ist, dann müssen wir der Umkehrschluss denken: „Er sagt A, also ist es ein Nicht-A“. Natürlich betrifft dieser Ratschlag nicht die Todsünde oder die 10 Gebote, sondern subtilere Angelegenheiten, die unter die geistliche Führung fallen. Um aber uns selbst im geistlichen Leben zu führen, müssen wir wissen, wie geartet wir sind und unsere Bestrebungen in der objektiven Tabelle der Werte einordnen können. Hoffentlich wird uns Kard. Bona dabei eine Hilfe sein.

[1] Summ. Theol. Ia, q. 75. 4 ad 1 et II.II q. 25. 7 c.

Drittes Kapitel

Wie weit sich die Unterscheidung der Geister erstrecke. – Mancherlei Bewegungen und Neigungen der Menschen. – Bedeutung des Wortes „Geist“. – Was und wievielerlei der Geist sei. – Es gibt hauptsächlich einen dreifachen Geist, einen in uns, einen zweifachen außer uns.

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (14) Der böse Geist „mischt mit“.


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Damit wir bei aller theologischen Polemik nicht das eigentliche Ziel unseres Lebens verlieren, welches darin besteht die Gottesebenbildlichkeit, soweit es uns möglich ist, in diesem Leben zu erreichen und Verdienste vor Gott zu erwerben, so wollen wir wieder eine Passage aus Kardinal Bona vorstellen.

Das dritte Kapitel fängt mit einer grundsätzlichen Anthropologie (Lehre vom Menschen) an, wonach der Mensch aus Verstand und Seele besteht. Soweit, so gut, können wir denken, aber schon an dieser Stelle ist festzuhalten, dass die Gefühle hier nicht aufgeführt werden. Warum? Weil sie zur Entscheidungsfindung und zum Treffen einer Entscheidung nicht beitragen sollten. Der Verstand richtet sich nach der erkannten Wahrheit (veritas), der Wille nach dem erkannten Guten (bonum), welches mach der Erkenntnis angestrebt wird. Wenn aber der Verstand das Falsche oder die Lüge für die Wahrheit hält, dann muss er irren und einem angeblichen Gut (bonum), welches an sich ein Übel (malum) ist folgen. Denn wenn jemand ein Übel (malum), wie z.B. Konkubinat, für ein Gut (bonum) hält, dann wird das Übel nicht automatisch zum Guten. Übel bleibt Übel und es richtet sich danach aus, wie Gott es sieht und nicht wie der Mensch es sieht. Deswegen ist das Verkünden von Irrlehren, wie Amoris laetitia, so verfänglich, weil sich die Menschen an der Lüge ausrichten und somit kein objektives Gut (bonum) anstreben können. Die katholische Theologie und Metaphysik sagt: verum, bonum et pulchrum convertuntur, d.h. „das Wahre, Gute und Schöne fallen in eins zusammen“. Das eine führt zum anderen. Ebenfalls fallen das Falsche, das Böse und das Hässliche zusammen, weil hier auch eins zum anderen führt. Wir nehmen hier mit hl. Thomas den Vorrang des Intellekts vor dem Willen an, da der Wille nur danach streben kann, was er vorher erkannt hat. Man muss zwar streben wollen, aber der Wille ist, unserer Meinung nach, nur eine zu verwirklichende Potenz.

Es bleibt hier festzuhalten, dass ohne die richtige, d.h. die katholische im Sinne von thomistische, Anthropologie niemand ein gesundes, katholisches geistliches Leben führen kann. Und deswegen sind jegliche Anleihen aus der fernöstlichen Spiritualität dermaßen verhängnisvoll und zerstörerisch, wie uns viele Orden,[1] besonders aber die Jesuiten mit ihrem Zen-Buddhismus und Niedergang vormachen,[2] weil der Buddhismus von einer völlig anderen Anthropologie und einem völlig anderem Gottesbild, einem heidnischen eben, ausgeht. Buddhismus und Katholizismus sind nicht kompatibel, Joga und Christentum auch nicht.

Soweit, so gut: man muss also sich an die richtige katholische Lehre im Sinne der Wahrheit (veritas) intellektuell halten und willentlich dem erkannten Guten (bonum) folgen. Wo aber, könnte man fragen, ist hier Platz für Unterscheidung der Geister? Viele Menschen, von der aufklärerischen Sicht eines losgelösten menschlichen Verstandes geprägt, glauben nicht, dass der Teufel, d.h. der böse Geist, auf unseren Verstand oder unseren Willen Einfluss nehmen kann. Sie glauben vielmehr, dass sich der dämonische Einfluss höchstens in dem unspezifizierten „Seelischen“ (was auch immer dies sei) niederschlagen kann und dieser Einfluss bei manchen Menschen beispielsweise in falschen Visionen zu Tage tritt. Vertraut man, so diese Meinung, seinen fünf Sinnen und dem gesunden Menschenverstand, dann ist man von solchen dämonischen Einflüssen sicher. Dies ist aber nicht der Fall. Man ist vor ihnen niemals sicher. Man erkennt sie nur nicht, weil der Teufel ein meisterhafter Manipulator ist und uns seine Gedanken und Einfälle als die unsrigen vorstellt. Der Teufel kann den Intellekt verblenden, er kann den Willen beeinflussen. Wie das? Indem er uns die Lüge (mendacium) für die Wahrheit (veritas) ausgibt und das Böse (malum) als das Gute (bonum) darstellt. Denn es ist nicht möglich, dass man sittlich zu irren anfängt ohne zuerst intellektuell zu irren. Und daher ist die Häresie, also das Verbreiten von Irrlehren und intellektuellen Sünden, die schlimmste aller Sünden, nach hl. Thomas ist sie schlimmer als Abgötterei (Summ. Theol. II IIae q. 10. a. 6. c. et q. 94. a. 3. ad 4.), weil aus falschen Ansichten nur falsche und böse Taten resultieren können. Der Teufel gibt etwas an, was, um mit Kardinal Bona zu sprechen, „wahr oder gut erscheint“, es aber nicht ist. Er tut es:

 „jedoch so, dass das Wahre und Gute an demselben nicht offenbar und wenigstens einige Gefahr zu fürchten ist, es könnten dem Falschen und Bösen dadurch der Weg gebahnt werden.“

Er mischt also unter das Gute ein wenig Böses und Falsches mit. Man selbst weiß es einfach nicht und meistens niemanden, den man fragen kann. In der katholischen Spiritualität bedeutet der Ausdruck „Falschoffenbarungen“ nicht, dass die Visionäre immer lügen und betrügen, sondern dass die Quelle des Übernatürlichen, welches ja manchmal tatsächlich gegeben ist, siehe die Falschoffenbarungen von Garabandal, dämonischen Ursprungs ist. Da Kardinal Bona davon ausgeht, dass man überhaupt weiß, dass der Dämon unseren Verstand und unseren Willen insoweit beeinflussen kann, dass er uns die ersten Impulse zum Bösen vorgibt, denn dies ist die Versuchung, so zählt er die Möglichkeiten der dämonischen Einflussnahme im Übernatürlichen auf, also in jenem Bereich, der, Gott sei Dank (denn sonst hätten wir noch mehr Privatoffenbarungen), nicht allen zuteilwird. Dazu gehören:

  1. Privatoffenbarungen,
  2. Gesichte, d.h. Visionen, dies also, was man in seinem Inneren sieht,
  3. Erscheinungen, d.h. das, was man äußerlich sieht,
  4. Eingebungen, d.h. Einflussnahmen auf den Willen, die über das natürliche und gewöhnliche hinausgehen.

Kardinal Bona wird die Kriterien der Geistesunterscheidung von a. bis d. sehr genau angeben und wir werden sie noch ausführlich kommentieren. Es bleibt hier festzuhalten, dass das Außergewöhnliche wirklich sehr selten von Gott kommt und entweder denjenigen zuteilwird, welche sehr jung und unschuldig sind (Seherkinder von Fatima, hl. Bernadette Soubirous) oder denjenigen, die einen schweren und harten Weg der Prüfung und des Leidens (hl. Franziskus, hl. Antonius von Padua, hl. Theresia von Avila, hl. Johannes vom Kreuz) durchschritten haben, da Gott sein Werkzeug selbst reinigt, zurüstet und formt. Und daher kann man wirklich ohne viel zu überlegen sagen, dass im Falle von sündigen oder weltlichen Menschen, wie z.B. bei der jetzigen Maria von Irland (Maria Divine Mercy)[3] oder beim Philosophen und Sophiologen Solowjow (1853-1900)[4], ihre Visionen und Eingebungen nicht göttlichen Ursprungs sein können und sind.  Dies bedeutet nicht, dass diese Menschen sich etwas ausdenken, um willentlich andere zu betrügen. Der Dämonen redet durch sie und daher können sich manche Prophezeiungen, wie im Falle von Mary of Divine Mercy, erfüllen, weil der Dämon, falls Gott es zulässt, auch die Zukunft kennen und diese offenbaren kann.[5] Er mischt aber immer Lüge der Wahrheit und Wahrheit der Lüge bei, sodass wir nicht wissen, was wahr und was falsch ist, zumal es sich um Zukunftsprognosen handelt. Deswegen ist es besser sich mit Privatoffenbarungen überhaupt nicht abzugeben.

Was hilft aber gegen die dämonischen Tücken?

  1. Gesunder Menschenverstand,
  2. Formale Logik,
  3. Kenntnis der wahren Lehre der Kirche,
  4. Verbleiben im Gnadenstand,
  5. Gebetsleben,
  6. Das Wissen um die Eigenart der dämonischen Eingebungen.

Ad 6.

Für Menschen, die im Gnadenstand leben und die schwere Sünde meiden, ist als Faustregel anzunehmen, dass die Eingebungen des bösen Geistes in ihnen Unruhe (siehe Geistesunterscheidung für die zweite Exerzitienwoche bei hl. Ignatius von Loyola)[6] auslösen werden. Der böse Geist kommt nämlich mit der ganzen Ladung seiner eigenen Persönlichkeit zu uns, also mit Hass, Verbitterung, Hohn, Abscheu, Verwirrung etc. Sollten wir bei jemand, der uns z.B. kritisiert und jegliches Maß überschreitet diese Emotionen wahrnehmen, so können wir ruhigen Gewissens annehmen, dass sich der böse Geist seiner bedient, um uns zu entmutigen. Sind es absolut irrationalen Anklagen und Gefühle, so spricht dieser Mensch dies nicht aus sich selbst, sondern er wird dazu inspiriert, von einem bösen Geist (spiritus). In solchen Fällen, die auch nicht so oft vorkommen, empfiehlt es sich per Umkehrschluss zu denken:

            „Du kannst nichts!“ bedeutet „Du kannst sehr viel!“

            „Du bist das Letzte!“ bedeutet „Du bist sehr wertvoll!“ etc.

Die Kritik, die von Gott, natürlich meistens durch Menschen vermittelt, kommt, ist erbaulich. Die Kritik, die durch Menschen vermittelt vom Teufel kommt, will zerstören und ist absolut irrational und maßlos. Falls wir auf unserem Weg fortschreiten werden, wird die Letztere uns nicht erspart bleiben. Wir sollen aber immer den Urheber im Auge behalten und uns fragen, was er uns eigentlich sagen und damit bezwecken will. Denn umgedreht sind es lauter Komplimente!

 Drittes Kapitel

Wie weit sich die Unterscheidung der Geister erstrecke. – Mancherlei Bewegungen und Neigungen der Menschen. – Bedeutung des Wortes „Geist“. – Was und wievielerlei der Geist sei. – Es gibt hauptsächlich einen dreifachen Geist, einen in uns, einen zweifachen außer uns.

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[1] http://www.katholisches.info/2014/09/03/dietfurter-franziskaner-zen-buddhismus-statt-franz-von-assisi/ http://www.katholisches.info/2007/07/23/ich-bin-der-weg-die-wahrheit-und-das-leben-du-sollst-keine-anderen-gotter-neben-mir-haben/ http://www.katholisches.info/2013/10/14/unzoelibataere-liebe-zwischen-jesuit-und-ordensschwester-der-etikettenschwindel-von-brantschen-und-gyger/

[2] http://www.katholisches.info/2013/12/28/jesuitische-selbstbezogenheit-raja-yoga-statt-evangelium/

[3] http://kath.net/news/49289 http://www.kath.net/news/43821

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Sergejewitsch_Solowjow

[5] Diese Frage untersuch der Hl. Thomas in Summ. Theol. Ia, Questio 57, art.  3.

[6] Es geht um die Regeln der genaueren Unterscheidung: http://www.priesternetzwerk.net/gfx/pdf/geistliches_leben/Ignatius_Unterscheidung_Geister.pdf

Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (13) Geistesunterscheidung ex effectibus und ex gratia.


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Kardinal Bona stellt fest, dass obzwar es das Charisma der untrüglichen Geistesunterscheidung gibt, dieses dennoch sehr selten vorkommt. Das Übernatürliche, welches von Gott kommt, ist selten. Das Paranormale dämonischen Ursprungs kommt häufiger vor. Warum ist es so? Weil Gott die Regeln, die er selbst für das Natürliche und Übernatürliche, im Sinne des Gnadenlebens, aufgestellt hat, höchst selten selbst außer Kraft setzt und falls er es doch tut, dann nur als eine Bestärkung der Verkündigung. Beim Fest des Hl. Vinzenz von Ferrara (1350-1419), das gestern am 5.04 gefeiert wurde, spricht die zweite Nokturn von vielen Wundern, die er getan hat, was mit seinen Kanonisationsakten übereinstimmt.[1] Aber er war vor allem ein großer Prediger (siehe oberes Bild) und die Wunder bestätigten die katholische Lehre , die er verkündete und zwar in der harten Zeit des abendländischen Schismas. Deswegen sind Wunder um der Wunder Willen im Katholizismus stets verdächtig, da sie, falls sie wirklich stattfinden und es sich um keinen Betrug handelt, vom Bösen stammen können. Wunder sind also selten und echte Charismen auch und deswegen sind wir darauf ausgelegt ex effectibus also von den Wirkungen her zu beurteilen. Bei der Unterscheidung der Geister genauso wie in anderen Bereichen. Deswegen hat sich Kardinal Bona diese Mühe gemacht all die Regel, unter Verweis auf Autoritäten, niederzuschreiben und wir machen uns die Mühe seine Regel zu kommentieren. Denn mühevoll ist es schon!

Dennoch muss man sagen, dass mit dem eigenen geistlichen Fortschritt die eigene Geistesunterscheidung auch wächst, weil man in der Gnade und aus Gnade (ex gratia) lebt, sich mit Gnade nährt, die Gnade sozusagen atmet und daher das Andere, welches von der Gnade fern ist, weil es sündigt, recht einfach erkennen oder eher erspüren kann. Natürlich gilt hier das rechte, katholische Verhältnis der Gnade zu den guten Werken und das katholische, nicht das lutherische, Verständnis der Gnade. Aber lebt man in der Gnade, hauptsächlich durch das Gebet, so ahnt man Vieles, aber beweisen kann man in der Theologie etwas erst dann, wenn man einen Autoritätsbeweis anführen kann. Da die Gnade auf dieselbe gleich bleibende Art und Weise verfährt, wie der Widersacher Gottes es tut, so kann es Regeln für das geistige Leben geben.  Daher ist die Rede davon, dass Gott, so in etwa seit Papst Franziskus, „neue Wege gehen will“ immer verdächtig und häretisch. Denn seit Pfingsten, welches schon lange vorbei ist, geht Er die erprobten Wege. Die Neuheit des Evangeliums galt für Juden und Heiden, aber sie gilt doch nicht für Christen. Wir leben nicht mehr in der Apostelgeschichte, meine Damen und Herren! Daher die Tradition der Kirche, an welcher man sich, wie an dem Erprobten, richtet. Und das praktische Verwerfen der Tradition nach dem letzten Konzil stellt uns und besonders viele deutsche Bischöfe, wie Kard. Woelki, „der nicht weiß, wohin die Reise gehen wird“, buchstäblich vor das Nichts. Denn es gibt die erprobten Wege der Gnade, genauso wie es die Wege der Ungnade gibt und daher die Möglichkeit der Formalisierung der Moraltheologie, wie es z.B. der hl. Thomas von Aquin aber auch Kassianus oder Evagrius Ponticus es tun.

Führt man kein geistiges (intellektuelles) und geistliches (spirituelles) Leben, so sieht man – spirituell gesehen tatsächlich nicht – und ist man Bischof, Pfarrer, Kardinal oder Papst so ist es tatsächlich von Nachteil. Mit „nichts sehen“ meinen wir nicht nur das fehlende geistliche Gespür des Spirituellen, sondern auch die falsche Wahl beim Intelektuellen. Man kann sich natürlich Berater suchen, aber man wählt sie ja nach dem eigenen Geschmack aus, weswegen auch viele Konzilsväter so abstruse Periti sich beim letzten Konzil wählten. Wie der Herr, so’s Gescherr!

Bischof_Ignatius_SenestreyJSDeswegen überrascht es nicht, dass manche Bischöfe schon in der Vergangenheit sich an zweifelhaften Mystikern orientierten, wie es der Bischof von Regensburg, Ignatius von Senestréy (1858-1906)[2] tat, der sich an eine „Seherin“ Louise Beck (1822-1879)[3] band, nach deren Tod er äußerte „er wisse nun nicht mehr, wie er die Diözese leiten solle“. Ein kurzer Blick in die „Akten“ der Louise Beck (rechts sitzend) genügt dem Schreiber dieser Zeilen zu vermuten, der wirklich nicht allwissend ist und auch nicht so überheblich, wie es scheint, dass diese Visionärin eher aus der hysterisch-dämonischen Medium-Ecke kam als von Gott herrührte. Louise_BeckWarum hat man ihr denn geglaubt? Weil es wirklich mystische begabte Frauen gibt – die Bezeichnung „mystisch begabt“ ist hier ernst gemeint, denn manche haben halt diese Anlage – die sich zum Guten oder Bösen entwickeln kann, es gibt Frauen also, welche extrem darin begabt sind Männer, vornehmlich Geistliche, in ihren Sog des Mystizismus zu ziehen, besonders jene Männer, die selbst über ein unzureichendes Seelenleben verfügen und in der mystischen Theologie nicht ausreichend gebildet und belesen sind. Es handelt sich also um die Fortsetzung der Verführung mit anderen Mitteln, um den guten von Clausewitz auch an dieser Stelle zu paraphrasieren. Und das leider, was einem selbst fehlt, sucht man bei Anderen und glaubt es dort gefunden zu haben, weil man es nicht einschätzen kann.

Diese Feststellung entbehrt nicht einer gewissen Aktualität, denn in der Heimat des Schreibers dieser Zeilen gibt es einen Bischof, der wirklich recht unbedacht ein Imprimatur für, unserer Meinung nach, höchst suspekte Seher-Literatur gibt. Der Schreiber dieser Zeilen hatte diesen Bischof in seinem Studium als seinen Dozenten kennengelernt. Er war ein klar denkender, moralisch lebender, wie es schien, Priester, der sich mit seiner Kirche und ihrer Lehre identifizierte. Einer der wenigen moralischen und intellektuellen Lichtblicke im Studium des Schreibers dieser Zeilen. Aber tiefere Geistlichkeit im Sinne eines geistlichen Lebens war dort leider nicht vorhanden. Dieser Priester machte recht große kirchliche Karriere, aber würde man ihn in einen Anzug stecken, so sieht er exakt wie ein osteuropäischer Mafia-Boss (nichts für ungut!) aus. Das Aussehen trügt eben nicht und dieser Bischof ist wohl einer, der mit harter Hand durch regiert. Dies muss natürlich auch sein, aber es scheint, dass dieser Zug zum Mystizismus ausgerechnet bei diesem Mann eine Kompensation des fehlenden eigenen geistigen Lebens darstellt. Der Schreiber dieser Zeilen hat zwei „Mystiker“, die von diesem Bischof mit einem Imprimatur versehen wurden, in Auszügen gelesen und er selbst hätte ihnen sicherlich kein Imprimatur gegeben. Aber uns fragt ja keiner! Da in der Heimat des Schreibers dieser Zeilen ein mit Imprimatur versehender „Mystiker“ dieses Landes bei vielen einfachen Frommen gleich den Rang eines zweiten oder des eigentlichen Evangeliums erhält, so ist solch eine Vorgehensweise seitens eines Bischofs nicht ungefährlich, weil sie einen Präzedenzfall darstellt. Diesem Bischof fehlt einfach die eigene Geistesunterscheidung, weil er viel zu sehr ein Machtpolitiker war und ist. Und deswegen kann die Lektüre, wie treffend Kardinal Bona am Ende des Kapitels schreibt, ein eigenes geistliches Lebens nicht ersetzen, denn irgendwann kommen wir alle dazu über andere zum Wohl oder Verderben der Seelen zu urteilen, denn ein bisschen Verantwortung hat ja jeder, und haben keine Ahnung.

[1] http://divinumofficium.com/cgi-bin/horas/officium.pl

[2] http://www.pfarrei-ruhmannsfelden.de/senestr.htm

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Louise_Beck

Kapitel II

Es gibt eine doppelte Gnade: die eine ist die rechtfertigende und gottgefällig machende (gratia gratum faciens); die andere ist die vorzugsweise frei verliehene Gnade (gratia gratis data). – Worin jede der beiden bestehe. – Die Unterscheidung der Geister hat unter den frei verliehenen Gnaden gaben den Vorzug.- Was diese Unterscheidung sei. . Ob sie nach Art einer bleibenden Eigenschaft (habitus) verliehen werden. Es gibt zwei Arten derselben, deren eine von Gott eingegossen, die andere aber als eine Fertigkeit durch Übung erlangt wird.

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (12) Geschmack für das Göttliche.


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Sensus divinus als gustus divinus

Die Kirche verwendet den Begriff Glaubenssinn (sensus fidei), womit ausgedrückt wird, dass man einen übernatürlichen Sinn (sensus) für die übernatürlichen Dinge des Glaubens durch die Taufe erhält. Wie bei jeder natürlichen Sensorik kann man diesen Sinn durch seine Ausübung verfeinern. Jemand, der ausschließlich Kartoffeln ißt, wird wohl niemals ein Feinschmecker werden, weil sein Geschmackssinn durch diese eintönige Speise dermaßen verkümmert ist, dass er nichts anderes herausschmecken wird. Ob sich der in der Kindheit durch Mangelernährung oder Fast Food verkümmerter Geschmackssinn wieder erholen und entwickeln kann, soll an dieser Stelle nicht untersucht werden, obwohl es in manchen Fällen wohl möglich sein wird. Die Rede vom Geschmack soll uns hier nur als eine Analogie dienen. Kardinal Bona spricht nämlich in den hier vorgestellten Texten vom „Geschmack“ (gustus) mit dessen Hilfe man das Heilige vom Unheiligen unterschieden kann. Er unterscheidet ihn von der Geistesunterscheidung, da die letztere „im Verstande“ der Geschmack des Übersinnlichen, so wollen wir ihn hier nennen, sich im Begehrungsvermögen (pars concupiscibile) befindet, womit, ganz vereinfacht ausgedrückt, die sub-rationale Ebene des Menschen darstellt. Es ist doch tatsächlich wahr, dass die Geistesunterscheidung noch auf einer sub-rationalen Ebene einsetzt, auf der wir spüren, dass irgendetwas nicht stimmt und was man auf Deutsch als „Bauchgefühl“ bezeichnet. Der Schreiber dieser Zeilen ist mehr als einmal in die Irre gegangen, weil er auch sein Bauchgefühl oder gustus nicht gehört hat und zwar deswegen, weil er dieser seiner Ebene nicht traute. Es stellt sich heraus, dass doch tatsächlich Männer keine schlechtere Intuition als Frauen haben, aber nicht auf diese Hören, weil sie mehr der rationalen Ebene trauen. [1]  Warum ist es so? Weil intuitive Wahrnehmung immer noch als Frauendomäne betrachtet wird, außer beim Aktienkauf, wie es scheint. Außerdem sind Männer überhaupt in der Lage die Gefühle vom Denken zu unterscheiden, weil je männlicher ein Gehirn ist, desto weniger Verbindungen zwischen den Arealen, die für das Fühlen verantwortlich sind und denen, die für das Denken verantwortlich sind, aufweisen. Was man unterscheiden kann, dass kann man auch ausklammern. Je weiblicher ein Gehirn ist, desto mehr werden Gefühle, also auch Intuitionen und das Denken vermischt. Jeder kann es selbst herausfinden und einen der Tests: „Wie männlich oder weiblich ist mein Gehirn?“ lösen. Und daher handeln Männer weniger intuitiv, weil sie es eher können.

Man kann aber etwas falsch Wahrgenommenes falsch rationalisieren, weil man den logischen Fehler der petitio principi begeht und eine falsche Prämisse als eine richtige annimmt und von dieser Prämisse ausgehend seine Schlüsse zieht.

Beispiel:

Man spürt:

„Bei ihm stimmt es vorne und hinten nichts. Ich fühle mich unwohl.“

 

Man denkt:

„Aber er ist ein Priester, Pfarrer, Theologieprofessor, Bischof, Kardinal. Sie ist eine Generaloberin. Es wird schon richtig sein. Ich kann micht irren. Man soll nicht nach dem Anschein urteilen. Man kann niemandem ins Herz schauen …“

Man handelt nach dem Gedachten nicht nach dem Wahrgenommenen.

Man rationalisiert also den Ersteindruck, indem man in verfälscht und in eine nicht wahrgenommene Kategorie presst. Und dann wundert mann sich, dass man Erfahrungen hat, die dem schon längst vergessenen Ersteindruck entsprechen.  Soll man also „auf sein Bauchgefühl“ oder „auf sein Herz“ hören? Nein, denn der Dämon hat einen viel größeren Einfluß auf unsere Gefühle als auf unser abstraktes Denken und oft wissen wir nicht, wessen „Schwingungen“ wir wahrnehmen: eigene oder unseres Gegenübers. Wenn man aber geistlich wächst, so lernt man dies tatsächlich zu unterscheiden. Und man lernt es dadurch, dass man sich zuerst dem Heiligen (Gebet, Anbetung) aussetzt, um von dieser Warte aus das Unheilige zu differenzieren. Es bleibt hier festzuhalten: es gibt diesen prärationalen oder präkognitiven Geschmack (gustus) der geistichen Unterscheidung, den es zu entwickeln und auszubauen gilt.

[1] http://www.huffingtonpost.com/laura-day/why-men-are-more-intuitiv_b_528412.html https://www.mpib-berlin.mpg.de/de/presse/2014/02/intuition-typisch-weiblich-typisch-maennlich

Kapitel II

Es gibt eine doppelte Gnade: die eine ist die rechtfertigende und gottgefällig machende (gratia gratum faciens); die andere ist die vorzugsweise frei verliehene Gnade (gratia gratis data). – Worin jede der beiden bestehe. – Die Unterscheidung der Geister hat unter den frei verliehenen Gnaden gaben den Vorzug.- Was diese Unterscheidung sei. . Ob sie nach Art einer bleibenden Eigenschaft (habitus) verliehen werden. Es gibt zwei Arten derselben, deren eine von Gott eingegossen, die andere aber als eine Fertigkeit durch Übung erlangt wird.

 

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (11) Geistesunterscheidung kommt mit Heiligkeit und Erfahrung


Himmelsleiter

 

Die Unterscheidung der Geister ist graduell und verläuft gemäß dem geistlichen Fortschritt des Individuums. Daher beginnt Kardinal Bona mit einem Zitat von Johannes Klimakus:

„1° Die Unterscheidung ist bei den Anfängern und sonst noch Unerfahrenen eine völlige und wahrhafte Erkenntnis des eigenen inneren Zustandes.

2° In den Voranschreitenden ist sie ein Gefühl des Geistes, welches das eigentlich Gute von dem Natürliche und seinem Gegenteil ohne Irrtum unterscheidet.

3° In den Vollkommenen ist sie eine aus göttlicher Erleuchtung entstandene Erkenntnis, welche alles Dunkle in sich und in Anderen klar macht.

Überhaupt, wenn wir Alles zusammenfassen, so wird unter der Unterscheidung verstanden eine sichere und feste Kenntnis des göttlichen Willens zu aller Zeit, an allen Orten, in allen Angelegenheiten, die nur jeden eigen ist, welche reines Herzens, Leibes und Mundes sind.“

Soweit der Hl. Johannes Klimakus (gest. 649), Mönch des Sinaiklosters und Verfasser der Berühmten asketischen Schrift „Die Himmelsleiter“, in welcher er die Stufen des Aufstiegs der Seele zu Gott beschreibt. Schauen wir uns diese Aussagen näher an.

Erster Grad – Die Selbsterkenntnis

Den ersten Grad der Geisterunterscheidung bildet die eigene Selbsterkenntnis, dazu noch ein „völlige und wahrhafte“. Falls jemand das tatsächlich von sich sagen kann, dann hat er das Anfangsstadium erreicht. Diese Art der Erkenntnis muss aber eine wahrhafte Erkenntnis sein, was bedeutet das wir uns selbst weder zu gut noch zu schlecht einschätzen dürfen. Bei sehr vielen Christen ist die Neigung zur Selbstunterschätzung und einer falschen Demut, welche die heilige Theresia von Avila so beklagt, vorrangig.[1] Sie schreibt:

„Die wahre Demut, obschon die Seele sich als böse erkennt und über ihren Zustand Schmerz empfindet, kommt doch nicht in Bestürzung, noch beunruhigt und verdunkelt sie die Seele, auch verursacht sie keine Trockenheit, sondern Tröstung. Sie erzeugt Schmerz wegen der Beleidigung Gottes, aber von der anderen Seite erweitert sie das Herz durch die Hoffnung auf seine Barmherzigkeit. Sie bringt Licht, um sich selber zu beschämen, und preist zugleich Gott, der sie so langmütig ertragen hat. Bei jener falschen Demut dagegen, welche der Teufel hervorbringt, ist kein Licht für irgend etwas Gutes; es scheint, als wolle Gott an alles Feuer und Schwert legen .. . Diese Erfindung des Teufels ist eine der schwierigsten, feinsten und verstecktesten, die ich je an ihm bemerkt habe. (Leben, Kap. 30,7)“

Die Stufe der Selbsterkenntnis aber ist eine völlig natürliche Stufe, welche auch vielen Atheisten, falls Sie mit sich selbst ehrlich sind, erfahrbar ist.

Zweiter Grad – Die Unterscheidung des natürlich Guten vom übernatürlich Guten

Hat die Seele ihre eigene Natur erkannt, so kann jetzt die Erkenntnis dessen folgen, was ihr von Gott durch die Gnade gleichsam von außen zukommt und dessen, was ihren natürlichen Zustand ausmacht. Man kann sich fragen: Bin es immer noch ich oder beginnt Gott an mir zu wirken? Diese Unterscheidung muss ohne Irrtum erfolgen, erst dann ist der Aufstieg zur nächsten Stufe möglich. Die Unterscheidung der zweiten Stufe beschränkt sich aber auf den Unterscheider selbst. Er kann sozusagen das Ich vom Nicht-Ich, d.h. der göttlichen Einsprechung klar unterscheiden. Wie soll das gehen? Indem man sich weitgehend von seinem eigenen Ich freigemacht hat und nicht dadurch, indem man sich im eigenen Ich permanent suhlt, wie uns vom deutschen Idealismus inspirierte gegenwärtige Theologie vorgaukelt, wodurch jede Spiritualität zur „geistlichen, ich-bewußten Wellness“ wird. Siehe Pater Anselm Grün, welcher den Bogen vom Benediktiner zum Esoteriker schaffte.

Dritter Grad – Klare Unterscheidung in sich und in Anderen

Der dritte Grad zeichnet sich dadurch aus, dass die Seele des Unterscheiders dermaßen frei von sich selbst geworden ist, dass sie transparent ist und somit sie die Geistesregungen auch in den Anderen vernehmen kann, weil sie nichts mehr in sie hineinprojiziert. Deswegen konnten die Heiligen einander erkennen, weil sie die Heiligkeit und nicht sich selbst in den anderen vernehmen konnten. Wie kommt man dazu? Durch die Sündenlosigkeit, sprich die Reinheit:

  • Des Herzens – also der Gefühle,
  • Des Leibes – also durch Keuschheit und Askese,
  • Des Mundes – durch Schweigen und gottgemäße Reden.

Anders geht es nicht. Wer in Sünde lebt, wird niemals zu einer Geistesunterscheidung gelangen. So ist es! Den Rest der Ausführungen von Kardinal Bona kann sich jeder selbst durchlesen.

[1] Mehr zum Thema Demut findet sich hier: Scaramelli, Die den Merkmalen des göttlichen Geistes entgegengesetzten Kennzeichen des teuflischen Geistes in Bezug auf die Bewegungen und Akte des Willens http://www.theologisches.net/files/1970_Nr.5.pdf Seite 6.

Kapitel II

Es gibt eine doppelte Gnade: die eine ist die rechtfertigende und gottgefällig machende (gratia gratum faciens); die andere ist die vorzugsweise frei verliehene Gnade (gratia gratis data). – Worin jede der beiden bestehe. – Die Unterscheidung der Geister hat unter den frei verliehenen Gnaden gaben den Vorzug.- Was diese Unterscheidung sei. . Ob sie nach Art einer bleibenden Eigenschaft (habitus) verliehen werden. Es gibt zwei Arten derselben, deren eine von Gott eingegossen, die andere aber als eine Fertigkeit durch Übung erlangt wird.

 

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (10) Geistesunterscheidung und Seelenschau kein Dauerzustand (habitus)


3579017564_6981bb135fWir leben in einer Zeit des ausufernden Paranormalen und Okkulten. Wer das bezweifelt, der sollte doch einmal ein paar Esoterik-Foren besuchen und nachschauen, welche Erlebnisse dort erzählt und kommentiert werden. Wenn wir dies nicht als Spinnereien oder psychische Krankheiten abtun wollen, so haben wir es in diesen Fällen mit paranormalen also übernatürlichen Erlebnissen oder Fähigkeiten zu tun. Eines davon ist Telepathie, sprich die Wahrnehmung von Gedanken, Gefühlen anderer Menschen oder das Wissen um verborgene oder entfernte (distantia et occulta) Dinge oder Ereignisse. Der Leitsatz der Aufklärung lautet diesbezüglich: (1) Diese Dinge kann es nicht geben und (2) Daher gibt es sie nicht. Dieser Ansatz ist gar nicht so falsch, denn auf dem natürlichen Wege kann es diese Dinge nicht geben, denn sie sind übernatürlich oder paranormal. Dennoch meint der nachaufklärerische Mainstream, dass, wenn es dennoch davon berichtet wird, dann handelt es sich dabei um:

a. Lügen

b. Autosuggestionen

c. Psychische Krankheiten

d. Anderes

Denn aus (1) folgt (2). Dennoch werden telepathische Fähigkeiten werden berichtet von:

  1. Wahrsagern, Okkultisten, Esoterikern
  2. Charismatikern
  3. Heiligen

ad 1.

Menschen, die zu ihrem Leidwesen irgendwelche Wahrsager aufgesucht haben, denn dies kann zu dämonischen Besessenheit führen, berichten manchmal, dass dieser Wahrsager oder diese Wahrsagerin tatsächlich alles über sie gewußt hat und ihnen die Zukunft  wahrheitsgemäß vorhergesagt hat. Natürlich handelt es sich bei 90% aller Wahrsager um psychologisch begabte Betrüger, welche aus Beobachtung und Lebenserfahrung auf Vieles schließen können und durch diese Random Methode auch wahre Zufallstreffer erreichen. Denn bei Frauen, die bei ihnen erscheinen, geht es meistens um Liebe, bei Männern hingegen um Karriere und Geld. Sagt man ihnen, was sie hören wollen, auf eine Art und Weise, welche sie annehmen, so ist der Kunde zufrieden und der Verdienst sicher. Aber ca. 10% der Wahrsager besitzen tatsächlich ein rational nicht erklärbares Wissen, welches menschliche Fähigkeiten übersteigt. Zum Christentum bekehrte Wahrsager und Okkultisten berichten, dass die Karten, Pendel etc. nur Requisite waren, sie aber sofort alles über denjenigen oder diejenige wußten, sahen dessen Aura oder hörten jemanden etwas vorhersagen. Interessanterweise verschwinden diese okkulten Gaben nach der Bekehrung, Taufe oder Beichte völlig und kommen nicht wieder.

ad 2.

In der charistmatischen Bewegung, welche der Schreiber dieser Zeilen recht gut kennengelernt hat, kommen Fähigkeiten dieser Art auch vor. Er hat es selbst erlebt, dass ihm unbekannte Menschen Wahres über ihn selbst, seine Vergangenheit oder Zukunft sagten. Er hält diese Phänomene zu 60% für natürlich, aber die restlichen 40 % für paranormal, da diese Personen dieses Wissen unmöglich auf einem natürlichen Wege erhalten haben können.

ad 3.

Von vielen Heiligen, wie Kardinal Bona selbst schreibt, werden telepathische Fähigkeiten, sprich die Seelenschau oder Unterscheidung der Geister überliefert.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob diese Phänomene, falls sie tatsächlich übernatürlich sind, von Gott oder vom Teufel kommen, das der Letztere auch vieles Übernatürliches (Seelenschau, Extasen, Wahrsagerei, Levitation, Stigmata etc.) produzieren kann. Die Antwort ist gar nicht so einfach, da diese Phänomene oft identisch sind. Was zählt, sind ihre langfristige Konsequenzen. Man muss sich aber klar machen, dass nicht alles tatsächlich Übernatürliche von Gott kommt. So ist ein heilender oder die Seelenschau besitzender Charismatiker noch nicht notwendigerweise ein Mann Gottes. Bei der Heiligkeit zählt der heroische Tugendgrad und nicht eventuelle Wunder oder paranormale Erlebnisse. Es heißt ja nicht umsonst:

„Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“ (Mt 7,22-23)

Daher war die Kirche, leider bis zum Zweiten Vatikanum als die charismatische Bewegung auf die Menschheit losgelassen wurde, sehr vorsichtig mit der Anerkennung der übernatürlichen Phänomene und bei Menschen, die sie vollbrachten, sehr skeptisch. Es hat sich nämlich mehr als einmal herausgestellt, dass diese Phänomene vom Widersacher kamen, wie beispielsweise bei Magdalena vom Kreuz bzw. Magdalena von Cordoba (1487-1560), welche wohl als das teuflische Gegenstück zur ein wenig späteren Hl. Theresa von Avila angedacht war [1].

Da Kardinal Bona um diese Dinge wußte, so stellt er die Frage, ob die Seelenschau oder die Gabe der Geistesunterscheidung, wie sie von manchen Heiligen berichtet wird, einen ständigen Zustand (habitus) darstellt oder nur eine Gabe Gottes ist, die von mal zu mal geschenkt wird. Er behauptet das Letztere, da nur Christus selbst diese Gabe als habitus besaß. Dies ist natürlich nur eine Theologenmeinung (opinio theologica), welcher der Schreiber dieser Zeilen zustimmt. Warum? Weil die Gaben Gottes keine Superkräfte sind und der ontologischen Unterschied zwischen Christus dem Sohn Gottes und einem Gläubigen, der dieser Gaben erfährt, bestehen bleiben muss. Daher sind alle Dauergaben, wie sie bei den Esoterikern oder Charismatikern vorkommen unter einen Generalverdacht zu stellen und auch bei katholischen Charistmatikern als potentiell dämonisch zu sehen. Denn es ist doch unmöglich, dass jemand, der über solch eine Fähigkeit ständig verfügt, nicht stolz und überheblich wird und sich diese irgendwie selbst zuschreibt, was früher oder später zu seinem und seiner Anhänger Fall führt.

 

[1] http://www.mysticsofthechurch.com/2011/12/sister-magdalena-of-cross-nun-who-made.html

Kapitel II

Es gibt eine doppelte Gnade: die eine ist die rechtfertigende und gottgefällig machende (gratia gratum faciens); die andere ist die vorzugsweise frei verliehene Gnade (gratia gratis data). – Worin jede der beiden bestehe. – Die Unterscheidung der Geister hat unter den frei verliehenen Gnaden gaben den Vorzug.- Was diese Unterscheidung sei. .Ob sie nach Art einer bleibenden Eigenschaft (habitus) verliehen werden. Es gibt zwei Arten derselben, deren eine von Gott eingegossen, die andere aber als eine Fertigkeit durch Übung erlangt wird.

 

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