Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Anmerkung: Wenn zwischen Epiphanie und dem Sonntag Septuagesima weniger als sechs Sonntage sind, werden die übrigen zwischen den 23. und 24. Sonntag nach Pfingsten geschoben

Evangelium des VI. Sonntags nach Epiphanie

Mt 13, 31 – 35 Noch ein anderes Gleichnis trug er ihnen vor. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann nahm und auf seinen Acker säte. Dies ist zwar kleiner als alle andern Samenkörner. Ist es aber ausgewachsen, so ist es größer als die anderen Gartengewächse. Es wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen.“ Er trug ihnen noch ein weiteres Gleichnis vor: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Sauerteige, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis das Ganze durchsäuert war.“ Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksscharen, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen. So sollte sich das Wort des Propheten erfüllen: „Ich will meinen Mund auftun zu Gleichnissen, Will offenbaren, was verborgen war seit Grundlegung der Welt.“

Von einem kleinen Anfange breitete sich die christliche, der bösen Menschen-Natur so sehr widerstreitende Lehre gegen alle nur möglichen Hindernisse der Lüge, des Eigennutzes, der Hoffart, der Sinnlichkeit, der Grausamkeit siegreich auf Erden aus und brachte die seligsten Wirkungen. Sieh da die Göttlichkeit des Christenthums! Bleibe standhaft im christlichen Glauben! Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn der Gerechte lebt aus dem Glauben.

Kollekte zum 6. Sonntag nach Epiphanie

Kirchengebet.

Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott! daß wir, was seyn soll, immerdar überlegend. Dir Wohlgefälliges durch Wort und That voll bringen! Amen.

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Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des XXIII Sonntags nach Pfingsten

Mt 9, 18 – 26 Während er so zu ihnen redete, kam ein Vorsteher, warf sich vor ihm nieder und sprach: „[Herr,] meine Tochter ist soeben gestorben. Aber komm und leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder leben.“ Jesus machte sich auf und folgte ihm samt seinen Jüngern. Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre am Blutfluss litt, hinter ihm heran und berührte eine Quaste seines Gewandes. Denn sie sagte sich: „Wenn ich nur sein Gewand berühre, werde ich gesund.“ Jesus wandte sich um, sah sie und sprach: „Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht.“ Von der Stunde an war die Frau gesund. Als Jesus dann in das Haus des Vorstehers kam und die Flötenspieler und die lärmende Menge erblickte, sprach er: „Gehet hinweg! Das Mädchen ist ja nicht tot, es schläft nur.“ Da verlachten sie ihn. Er aber wies die Leute hinaus und ging in das Gemach. Er faßte das Mädchen bei der Hand, und es erhob sich. Die Kunde davon verbreitete sich in jener ganzen Gegend.

Betrachtung zum Evangelium des 23 Sonntags nach Pfingsten

Flehen wir in unsern Krankheiten und Widerwärtigkeiten mit demüthigem und vertrauungsvollem Herzen Gott um Hilfe an! Erweisen wir Leidenden mit Bereitwilligkeit und Liebe Hilfe; kränken wir sie nie durch harte, rauhe Worte!

Unter den leiblichen Gütern ist die Gesundheit das größte. Sind wir dieser Wohlthat beraubt, so wenden wir uns an einen Arzt und gebrauchen die uns vorgeschriebenen Mittel! Vor Allem aber nehmen wir unsere Zuflucht zu Gott, der den Arzt erleuchten und die Heilmittel segnen muß, wenn wir die verlorne Gesundheit wieder erlangen sollen. Ergeben wir uns in den Willen Gottes! Läßt uns seine Güte die Heilkraft nicht erfahren, so wird er uns nach diesem qualvollen Leben desto glücklicher machen.

Gott heilt aber auch manchmal durch unbedeutende Dinge die schädlichsten und verältesten Übel, um seine Gnade mehr glänzen zu lassen und den Sündern Vertrauen einzustoßen. Der Glaube allein schon kann heilen, das sehen wir bei dem Weibe im heutigen Evangelium. O wär‘ auch unser Glaube so beschaffen!

Der Allmacht Jesu ist es eben so leicht, einen Todten zum Leben zurückzurufen, als es uns leicht ist, einen Schlafenden vom Schlafe aufzuwecken. Er ist Herr über Leben und Tod! — Der Schlaf ist ein Bild des Todes. Der Tod des Gerechten ist nichts anderes, als ein sanft erquickender Schlummer, der seine Seele in ein beßeres Leben bringt. Warum sollen wir ihn fürchten? Soll aber der Tod alles Schreckliche für uns verlieren, so leben wir unsträflich, so daß wir vernünftig hoffen können, den Tod des Gerechten zu sterben!

Kollekte zum 23 Sonntag nach Pfingsten

Kirchengebet.

Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest deinem Volke seine Missethaten vergeben, damit wir von den Banden der Sünde, die wir aus Schwachheit uns selbst angelegt haben, durch deine Güte erlöset werden! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des zweiundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Mt 22, 15 – 22

Darauf gingen die Pharisäer hin und berieten miteinander, wie sie ihn in einem Ausspruche fangen könnten. Sie schickten also ihre Schüler zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm und ließen ihm sagen: „Meister, wir wissen, du bist wahrhaft, du lehrst den Weg Gottes der Wahrheit gemäß und fragst nach niemand; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen. So sage uns dann, was meinst du: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht?“ Jesus durchschaute ihre Arglist und antwortete: „Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze!“ Sie reichten ihm einen Denar. Jesus fragte sie: „Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?“ Sie antworteten ihm: „Des Kaisers.“ Da sprach er zu ihnen: „Gebt also dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, und Gott, was Gott gebührt.“ Als sie dies hörten, verwunderten sie sich; sie ließen von ihm ab und gingen von dannen.

Betrachtung zum Evangelium des zweiundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Wie sehr sollen gute Menschen auf ihre Reden Acht haben! Auf jedes ihrer Worte lauern die Bösen, wenn sie an ihren Handlungen nichts zu tadeln finden. So glaubten auch die Pharisäer Jesum durch Schmeichelei zu bewegen, daß er sich freimüthig über die vorgelegte Frage aussere. Aber, Jesus die ewige Weisheit, sprach nicht, da die Bejahung der Frage die Juden, die Verneinung die Herodianer aufgebracht hätte. Er fioh jede Heuchelei und Schmeichelei. O laßt uns ihm nachfolgen! Seyen wir, wie Jesus, aufrichtig und freimüthig; lieben wir die Wahrheit! achten wir nicht auf die Gunst und das Ansehen der Menschen; bleiben wir im Dienste Gottes getreu! Aber nur durch Gottes Weisheit entgehen wir den Schlingen der Schalken, ohne die Wahrheit und Gerechtigkeit zu verletzen, ohne selbst nach Leidenschaft zu handeln, oder den Leidenschaften Anderer zu schmeicheln. Bitten wir Gott um diese Weisheit, und trauen wir unserer eigenen Klugheit nicht! Geben wir auch Jedem, was wir schuldig sind: Gott, was Gottes ist, und dem Fürsten, was des Fürsten ist!

Kirchengebet

O Gott, unsere Zuflucht und Stärke, höre gnädig das fromme Flehen deiner Kirche, Du Quelle aller frommen Gesinnungen, und verleihe, daß wir dasjenige wirklich erhalten, um was wir Dich vcrtrauungsvoll bitten! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des einundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Mt 18, 23 – 35

(21 Petrus trat zu Jesus und fragte: „Herr, wenn mein Bruder gegen mich fehlt, wie oft muss ich ihm denn vergeben? Etwas siebenmal?“ 22 Jesus antwortete ihm: „Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzigmal siebenmal.)

Darum ist es mit dem Himmelreiche wie mit einem Könige, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er damit begann, wurde ihm einer vorgeführt, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Da er aber nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Weib und Kind und all seiner Habe zu verkaufen und damit zu bezahlen. Da warf sich der Knecht ihm zu Füßen und flehte: Habe Geduld mir, ich will dir alles bezahlen. Der Herr erbarmte sich des Knechtes, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld. Als aber der Knecht hinausging, traf er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Den packte und würgte er, indem er sprach: Bezahle, was du schuldig bist! Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und bat: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Der aber wollte nicht, sondern ging hin und ließ ihn in den Kerker werfen, bis er seine Schulden bezahlt hätte. Als die Mitknechte sahen, was geschah, wurden sie tief betrübt. Sie gingen hin und meldeten ihrem Herrn alles, was sich zugetragen hatte. Da ließ sein Herr ihn zu sich kommen und sagte zu ihm: Du böser Knecht! Ich habe dir die ganze Schuld erlassen, weil du mich gebeten hast. Hättest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmen müssen, wie ich mich deiner erbarmt habe? Voll Zorn übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt hätte.

So wird auch mein Vater mit euch verfahren, wenn ihr nicht, ein jeder seinem Bruder, von Herzen verzeiht.“

Betrachtung zum Evangelium des einundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Wenn man betrachtet, wie die meisten Menschen die ihnen von Gott anvertrauten Güter des Leibes und der Seele benützen; soll man wohl glauben, daß sie überzeugt sind, nach ihrem Tode Gott Rechenschaft ablegen zu müssen? — Welch große Schulden haben wir, o Gott! wenn wir über den Gebrauch der Zeit, über unsere Gedanken und Wünsche, Worte und Werke nachdenken! Was bleibt dem Sünder, der seine Armuth, seine Sünden, seine Strafwürdigkeit vor Gott erkennt, übrig, als daß er sich mit aufrichtigem Herzen vor Gott demüthige, ihn inständig und vertrauensvoll um Geduld bitte und entschlossen sey, aus allen seinen Kräften durch die Buße ihm genug zu thun? — Ist Gott, unser Vater, barmherzig; sollen nicht auch wir, seine Kinder, es seyn und unsern Beleidigern verzeihen? Gott ist heilig und gerecht. Wer nicht barmherzig ist, erlangt auch nicht Barmherzigkeit. Vergeben wir von Herzen, wie wir wünschen, daß Gott auch uns vergebe!

Kirchengebet

Bewahre, o Herr, deine Familie stets durch deine Güte, damit sie unter deinem Schutze von allem Uebel befreit, durch gottselige Handlungen deinen Namen verherrliche! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des zwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Joh 4, 46 – 53

Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kapharnaum lag der Sohn eines königlichen Beamten krank danieder. Als dieser erfuhr, Jesus sei von Judäa nach Galiläa gekommen, ging er zu ihm und bat ihn herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn er lag im Sterben. Jesus sprach zu ihm: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.“ Der königliche Beamte bat: „Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt.“ Jesus erwiderte ihm: „Geh hin, dein Sohn lebt.“

Der Mann glaubte dem Worte, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und ging. Aber schon unterwegs kamen ihm seine Knechte entgegen und meldeten, sein Sohn sei am Leben. Er erkundigte sich bei ihnen nach der Stunde, in der es mit ihm besser geworden sei. Sie sagten ihm: „Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber.“ Da erkannte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus ihm gesagt hatte: „Dein Sohn lebt.“ Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Hause.

Betrachtung zum Evangelium des zwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Leiden sind uns nützlich; sie führen uns zu Gott. Wie oft würde man sich an ein Kind oder an einen Freund zu sehr hängen, wenn die Gefahr ihn zu verlieren, uns nicht erinnerte, daß dies vergängliche Güter sind, und daß wir unsern großten Trost, unser wahres Glück nur in jenem Gute finden, das uns Niemand nehmen kann! Nehmen wir in unsern eigenen Krankheiten der Seele und des Leibes, und in den Krankheiten der Unsrigen unsere Zuflucht zu Jesus! bitten wir ihn, er möchte zu uns oder zu ihnen kommen! empfangen wir in bedenklicher Krankheit die heiligen Sakramente der Buße, des Altars und der heiligen Oelung! warten wir damit nicht, bis, wir beinahe schon in den Zügen liegen! Beklagen wir uns im Leiden über Gott nicht, überlassen wir uns seiner Vorsehung um so ruhiger, je weniger wir seine tiefliegenden Absichten erkennen! Verlieren wir unser Vertrauen nicht, wenn uns auch Gott nicht gleich erhört; er wird helfen oder doch trösten und stärken, wie es zu unserm Besten seyn wird. — Nur durch festen Glauben und durch anhaltendes Vertrauen erringen wir Gottes Hilfe und Trost in allen Nöthen.

Kirchengebet

Dich, o Herr, bitten wir, Du wollest Dich durch die Buße deiner Glaubigen besänftigen lassen; verleih ihnen Verzeihung der Sünden und den Frieden, damit sie von allen Sünden gereinigt, Dir mit ruhigem Herzen dienen! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des neunzehnten Sonntags nach Pfingsten

Mt 22, 1 – 14

Jesus fuhr fort, in Gleichnissen zu ihnen zu reden. Er sprach: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit hielt. Er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen. Doch sie wollten nicht kommen. Er sandte nochmals andere Knechte aus mit dem Auftrag: Sagt den Geladenen: Seht ich habe mein Mahl bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh geschlachtet, und alles steht bereit; kommt zur Hochzeit! Allein sie achteten nicht darauf und gingen fort, der eine auf sein Landgut, der andere zu seinem Geschäfte; die übrigen aber fielen über seine Knechte her, mißhandelten sie, ja schlugen sie tot. Da ward der König zornig. Er sandte seine Truppen aus, ließ die Mörder umbringen und ihre Stadt in Brand stecken. Dann sprach er zu seinen Knechten: Das Hochzeitsmahl ist zwar bereitet, doch die Geladenen waren seiner nicht wert. So geht denn hinaus an die Straßenausgänge und ladet zur Hochzeit, wen ihr nur findet. Die Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle herbei, die sie fanden, Gute und Böse. So füllte sich der Hochzeitssaal mit Gästen. Da trat der König ein, um sich die Gäste anzusehen. Sein Blick fiel auf einen, der kein hochzeitliches Gewand trug. Er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen ohne hochzeitliches Gewand? Der aber schwieg. Da gebot der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn hinaus in die Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.“

Betrachtung zum Evangelium des neunzehnten Sonntags nach Pfingsten

Der Sinn des Gleichnisses im heutigen Evangelium ist dieser: Der König ist Gott, der himmlische Vater; der Sohn ist Jesus Christus; das Hochzeitmahl ist die Gründung und Einrichtung der christlichen Kirche, und die nach dem Kreuztode erfolgte Verherrlichung unsers Herrn und Heilandes. Die hiezu zuerst geladenen Gaste sind die Juden; die ausgesandten Knechte des Königs sind die Propheten des alten Bundes bis auf Johannes den Täufer, durch welche Gott die Juden belehren, bessern und zur Annahme einer vollkommenen Religion, zum Empfange des Messias vorbereiten ließ. Aber die Juden folgten nicht. Da ließ Gott zum zweiten Mal rufen. Es erschienen Johannes der Täufer, die Apostel und Jünger Jesu, die es noch einmal versuchten, die Juden zu bekehren; aber diese verachteten allen Unterricht, tödteten und mißhandelten die zu ihrem Unterricht bestimmten Lehrer. — Laßt uns nicht diesen Juden gleichen, sondern Theil nehmen an dem Gastmahle, das er uns alle Tage in dem Empfange seines hochwürdigsten Leibes darbietet! Prufen wir uns aber auch zuvor, ehe wir zur helligen Kommunion gehen, ob wir das hochzeitliche Kleid haben, damit wir dem fürchterlichen Richterspruche Gottes entgehen! Nie empfangen wir dieselbe ohne Glauben, ohne Liebe, ohne gute Werke! nie mit einer schweren Sünde!

Kirchengebet

Allmächtiger Gott, wende alles, was unserer Heiligung entgegen ist, gnädig von uns ab, damit wir das, was Dich angeht, sowohl der Seele, als dem Leibe nach mit freiem Geiste erfüllen! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des achtzehnten Sonntags nach Pfingsten

Mt 9, 1 – 8

Jesus stieg in ein Boot, fuhr hinüber (über den See Genezareth) und kam in seine Stadt.

Und siehe, da brachte man ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: „Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause.“ Und jener stand auf und ging nach Hause. Bei diesem Anblick gerieten die Volksscharen in Furcht und priesen Gott, der den Menschen solche Macht gegeben.

Betrachtung zum Evangelium des achtzehnten Sonntags nach Pfingsten

Merkwürdige Worte sind die, welche Jesus im heutigen Evangelium sprach; sie zeigen uns, daß unsere Krankheiten oft Strafen unserer Vergehungen sind! — Nichts ist unserer Gesundheit schädlicher als die Befriedigung unerlaubter Lüste. Wie viele wurden dadurch vor der Zeit dem Grabe zum Opfer gebracht! Fliehen wir das Laster! Ist es nicht eine Art Raserei, für wenige angenehme Empfindungen eine unabsehbare Reihe künftigen Elendes sich erkaufen? — Haben wir aber unsere Gesundheit durch unsere Schuld verwüstet, so danken wir Gott, daß er uns, als Vater hier züchtiget, um uns dem ewigen Verderben zu entreissen! Dulden wir mit wahren Bußgesinnungen die wenigen martervollen Tage unsers Lebens standhaft, und vertrauen wir dann auf die unendliche Barmherzigkeit Gottes, der unsere durch das Blut Jesu und durch aufrichtige Bußthranen abgewaschenen Sünden nach dem Tode nicht ahnden, sondern nach dem zeitlichen Elende uns in die ewige Seligkeit aufnehmen wird! Jesus hatte Macht, Sünden zu vergeben. Diese Macht hat er durch die wunderbare Heilung des Gichtbrüchigen auf das Unwidersprechlichste bewiesen. Und diese Macht, die Sünden nachzulassen, hinterließ er auch seiner Kirche. Wie liebenswürdig ist Jesus! O laßt uns seine Güte und Barmherzigkeit loben und gebrauchen und befolgen!

Kirchengebet

Wir bitten Dich,o Herr! Du wollest unsere Herzen durch die Mitwirkung deiner Gnade leiten, weil wir Dir ohne Dich nicht gefallen können. Amen.