Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des siebten Sonntags nach Pfingsten

Mt 7, 15 – 21

Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen in Schafskleidern zu euch, innen aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten könnt ihr sie erkennen. Sammelt man von Dornbüschen Trauben oder von Disteln Feigen? So trägt jeder gute Baum gute Früchte; ein schlechter Baum aber trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte tragen und ein schlechter Baum nicht gute Früchte. Jeder Baum, der nicht gute Frucht trägt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also könnt ihr sie erkennen.

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! Wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist (wird in das Himmelreich eingehen).

Betrachtung zum Evangelium des siebten Sonntags nach Pfingsten

Falsche Lehrer kündigen sich nicht selten mit Werken der Wohlthätigkeit, der Menschenliebe und mit dem Edelmuth duldsamer Gesinnung an. Sie verheissen Licht, verborgene Schatze der Weisheit, Freiheit des Geistes, Befreiung von Vorurtheilen und berücken arglose Herzen. — Darum laßt uns wohl einfältig seyn, wie die Tauben, aber auch klug, wie die Schlangen! Hüten wir uns vor Menschen, die uns durch arge Grundsätze und Beispiele zum Bösen verleiten wollen! Trauen wir ihren süssen Worten nicht; denn unter dem Honig ihrer Rede ist tödtliches Gift verborgen, und unter dem Schafs-Felle steckt ein räuberischer Wolf, der nur würgt und zu Grunde richtet. Bitten wir daher Gott mit aufrichtigen Herzen, daß er uns bei der Wahl eines Führers unserer «Seele erleuchte! O Herr, nimm nicht von mir das Licht der Wahrheit und des Glaubens! Lasse mich den wahren Glauben an Jesum auch durch die Werke zeigen! Der Glaube ohne die Werke ist todt. Es ist ferner nicht genug, daß man nichts Böses thue, man muß auch Gutes thun; denn Gott will von seinem Baume gute Früchte.

Kirchengebet

Gott! dessen Vorsehung, ohne je zu irren, in allem, was sie ordnet, zum Ziele kömmt; wir bitten Dich demüthig, wende alles von uns ab. was uns schädlich ist, und verleih, was zu unserm wahren Nutzen gereicht! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des sechsten Sonntags nach Pfingsten

Mk 8, 1 – 9

In jenen Tagen war wieder eine große Volksschar zusammen und hatte nichts zu essen. Da rief er seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen. „Mich erbarmt des Volkes; schon drei Tage harren sei bei mir aus und haben nichts zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, so brechen sie unterwegs zusammen; denn manche von ihnen sind weit hergekommen.“ Seine Jünger erwiderten ihm: „Woher soll jemand hier in der Wüste Brot nehmen, um sie zu sättigen?“ Er fragte sie: „Wieviel Brote habt ihr?“ Sie antworteten: „Sieben.“ Nun hieß er das Volk sich auf dem Boden lagern. Dannn nahm er die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, sie sollten sie dem Volke vorsetzen. Und sie setzten sie vor. Sie hatten auch einige Fischlein. Er segnete sie und ließ sie vorsetzen. Und sie aßen und wurden satt. Von den Stücklein, die übriggeblieben waren, hoben sie noch sieben Körbe auf. Es waren gegen viertausend (die gegessen hatten). Und er entließ sie.

Betrachtung zum Evangelium des sechsten Sonntags nach Pfingsten

Was Jesus bei der Speisung von viertausend Menschen mit sieben Broden und etlichen Fischen gethan hat, ist ein großes Wunder. Aber verdient das wohl weniger unsere Verwunderung und unsern Dank, was Gott täglich vor unsern Augen thut? Speist er nicht täglich Millionen Menschen? Vermehrt er das Brod nicht auch auf unsern Feldern?

Wenn gleich unser tägliches Brod auf dem Felde zuweilen in Gefahr kommt, so wollen wir doch auf Gottes weise Vorsehung stets vertrauen, mit Zuversicht von ihr alles Gute erwarten! Jesus belohnte die Sorge des Volkes für geistliche Nahrung auch mit Herbeischaffung der leiblichen und erfüllte jetzt, was er verheissen hatte: „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; das Übrige soll euch als eine Zugabe ertheilet werden.“ Vervollkommnung des Geistes und Tugend sey immer unsere erste vorzüglichste Sorge; für den leiblichen Unterhalt wollen wir mäßig sorgen. Erfüllen wir unsere Berufspflichten fleißig und gewissenhaft und bitten wir dabei Gott um seinen Segen; so wird er uns immer so viel zukommen lassen, als wir zur Bestreitung unserer wahren Bedürfnisse nöthig haben.

Kirchengebet

O Gott! von dem alle Kraft und alles Gute herkommt, flöße unsern Herzen die Liebe deines Namens ein; laß alles Gute an deiner Gnade Nahrung und an unserm Eifer Haltung finden! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des fünften Sonntags nach Pfingsten

Mt 5, 20 – 24 (Aus der Bergpredigt)

Ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen.

Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollt nicht töten; wer aber tötet, soll dem Gerichte verfallen sein. Ich aber sage euch, jeder, der seinem Bruder zürnt, soll dem Gerichte verfallen. Wer zu seinem Bruder sagt: Du Tor! Soll dem Hohen Rate verfallen. Und wer zu ihm sagt: Du Gottloser! Soll dem Feuer der Hölle verfallen. Wenn du also deine Opfergabe zum Altare bringst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altare, geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder; dann komm und opfere deine Gabe.

Betrachtung zum Evangelium des fünften Sonntags nach Pfingsten

Ohne innere gute Gesinnung, äusserlich nur die gesetzlichen Handlungen verrichten, ist Gott nicht wohlgefällig. Lieben wir aber Gott und den Nächsten nach der Lehre Jesu, so werden wir jenseits Gerechtigkeit finden. Aus diesem Grunde nun müssen wir auch den Haß und den Zorn gegen unsere Brüder fliehen, da jedes Wort auch bei dem ewigen Richter abgewogen wird. Heimlicher Haß und Groll gegen den Nächsten ist uns Christen schon verboten; größer aber ist unsre Sünde, wenn wir diesen Zorn und Haß durch Schmäh- und Schimpfworte ausdrücken; noch strafbarer machen wir uns vor Gott, wenn wir aus Zorn oder Rache gegen den Nächsten Fluch- und Lästerworte aussprechen und ihm zu schaden suchen.

Nicht bloß böse Handlungen, sondern auch böse Gesinnungen und böse Reden sind Sünde. Wollen wir daher insbesondere über unser Herz wachen, daß wir uns ja nicht dem Zorn ergeben! Der Zorn ist ein häßliches Laster, die Quelle vieler anderer Sünden, verderblich für Seele und Körper. Die Versöhnung mit dem beleidigten Feinde dagegen ist Gott angenehmer, als alle Opfer. Ohne Versöhnung gefallen ihm die Opfer nicht. — Besonders vor der heiligen Kommunion haben wir uns zu prüfen, ob wir Nächstenliebe im Herzen haben. Denn eine Religion, deren Seele die Liebe ist, kann am Fuße des Altars kein rachsüchtiges Herz dulden.

Kirchengebet

O Gott, der Du denen, die Dich lieben, unsichtbare Güter vorbereitet hast; ergieß in unsere Herzen die Anmuthung deiner Liebe, damit wir Dich in Allem und über Alles lieben, und so deiner Verheissungen, die alle Wünsche übersteigen, theilhaftig werden! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des vierten Sonntags nach Pfingsten

Lk 5, 1 – 11

Jesus stand am See Genezareth, und das Volk umdrängte ihn, um das Wort Gottes zu hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer waren ausgestiegen und reinigten ihre Netze. Er stieg in eines der beiden Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Lande abzustoßen. Und er setzte sich und lehrte das Volk vom Boote aus.

Als er seine Rede beendet hatte, sprach er zu Simon: „Fahr hinaus auf die hohe See und werft eure Netze zum Fange aus.“ „Meister,“ entgegnete Simon, „die ganze Nacht haben wir uns abgemüht und nichts gefangen! Aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.“ Sie taten es und fingen eine so große Menge Fische, daß ihre Netze zu reißen drohten. Darum winkten sie ihren Gefährten in dem anderen Boote, sie möchten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und man füllte beide Boote, so daß sie beinahe versanken. Als Simon Petrus das sah, fiel er vor Jesus auf die Knie und sprach: „Herr, geh hinweg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch!“ Denn Staunen hatte ihn und alle seine Gefährten ergriffen wegen des Fischfanges, den sie gemacht hatten; ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Gefährten waren. Doch Jesus sprach zu Simon: „Fürchte dich nicht, von nun an sollst du Menschenfischer sein.“ Dann zogen sie die Boote ans Land, verließen alles und folgten ihm nach.

Betrachtung zum Evangelium des vierten Sonntags nach Pfingsten

Die Wunder Jesu sind deutliche Beweise seiner göttlichen Macht und Sendung. Wer die Heiligkeit Jesu lebhaft glaubt, getraut sich fast nicht, in seiner Nähe zu bleiben. Doch gehen wir hierin nicht zu weit! Man ehrt zwar Gott, wenn man aus tiefer Demuth sich nicht getraut, sich ihm zu nahen; man ehrt ihn aber auch, wenn man mit demüthigem Vertrauen zu ihm kömmt. Je auffallender Gott unsere Unternehmungen segnet, desto mehr wollen wir in unser Nichts vor ihm sinken, nachahmend der Demuth des Petrus, den der Herr erhöhet und sein nachmaliges Wirken zum Heile der Seelen so sehr gesegnet hat. — Wie viele Menschen zog Petrus, nachdem er den heiligen Geist empfangen hatte, an sich! Sollen die Ungläubigen, da sie beinahe die ganze Welt zur Religion Jesu bekehrt sehen, durch das Beispiel der Apostel, die ein einziger wunder barer Fischzug in Erstaunen setzte, nicht beschämt und bekehrt werden? Darum lasset uns alle Gott erkennen und seinen Sohn Jesus, ausser dem kein Heil ist! Thuen wir Alles in seinem Namen und geben wir Alles hin, was uns, hindern könnte, ihm ganz anzugehören!

Kirchengebet

Verleihe, o Herr! daß unter deiner Leitung in der Welt Alles einen friedlichen Fortgang habe, und deine Kirche sich ungestörter Andacht freue!

Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des dritten Sonntags nach Pfingsten

Lk 15, 1 – 10

Allerlei Zöllner und Sünder nahten sich ihm, um ihn zu hören. Da murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten und sagten: „Dieser nimmt die Sünder auf und ißt mit ihnen.“

Da trug er ihnen folgendes Gleichnis vor: „Wer von euch, der hundert Schafe besitzt und eins davon verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Hat er es gefunden, so nimmt er es voll Freude auf seine Schultern. Und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch, ebenso wird im Himmel größere Freude sein über einen einzigen Sünder, der sich bekehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die der Bekehrung nicht bedürfen.

Oder wenn eine Frau zehn Drachmen besitzt und eine davon verliert, zündet sie dann nicht ein Licht an, kehrt das Haus aus und sucht sorgfältig, bis die die Drachme findet? Und hat sie die Drachme gefunden, so ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir, ich habe die Drache gefunden, die ich verloren hatte. Ebenso, sage ich euch, ist bei den Engeln Gottes Freude über einen Sünder, der sich bekehrt.“

Betrachtung zum Evangelium des dritten Sonntags nach Pfingsten

Jesus kam in die Welt, um die Sünder zur Busse und Besserung zu führen und ewig selig zu machen, nicht aber, um sie mit Harte zurückzustossen. Es ist wohl klug, ja pflichtgemäß, die Gesellschaft der Gottlosen zu fliehen, wenn man in Gefahr kömmt, von ihnen zum Bösen verführt zu werden, wenn keine Hoffnung ist, etwas Gutes bei ihnen zu stiften. Können wir aber, selbst vor Sünde gesichert, auch den Lasterhaften durch freundschaftlichen Umgang belehren und bessern, so ist dieser Umgang der Vernunft und unserer heiligen Religion gemäß. Welch herrliches Gleichniß stellt uns nicht Jesus in dem heutigen Evangelium vor die Augen, da er uns einen Hirten und ein armes Weib aufstellt, denen es nicht übel genommen werden kann, daß sie ein verirrtes Schaf oder einen verlornen Groschen suchen, und sich freuen, wenn sie das Verlorne gefunden haben! — Wer ist aber nun unser Hirt? Jesus ist es, der gewiß jedes verirrte Schaf seiner Heerde aufsucht, und das gefundene liebevoll aufnimmt. — So ist es auch, wenn der Sünder sich bessert, dann freuet sich der göttliche Heiland, der ganze Himmel. Glücklich der Sünder, der Busse thut! Glücklicher aber und Gott wohlgefälliger, wer vorerst die Sünde gemieden hat und standhaft Gutes wirkt. —

Kirchengebet

O Gott! Du Beschützer aller derer, die auf Dich hoffen, ohne welchen nichts fest, nichts heilig ist; laß uns deine Barmherzigkeit immer mehr erfahren, damit wir unter deinem Schutze und deiner Anleitung uns der zeitlichen Güter so bedienen, daß wir der ewigen nicht verlustig werden! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des zweiten Sonntags nach Pfingsten

Lk 14, 16 – 24

Jesus erzählte folgendes Gleichnis: „Ein Mann veranstaltete ein großes Gastmahl und lud viele dazu ein. Als die Stunde des Mahles gekommen war, sandte er seinen Knecht aus, um den Geladenen zu sagen: Kommt! Alles ist schon bereit. Da fingen alle einmütig an sich zu entschuldigen. Der erste sagte zu ihm: Ich habe ein Landgut gekauft und muß hingehen, es zu besichtigen. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein anderer sagte: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, sie zu erproben. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein dritter sagte: Ich habe mir eine Frau genommen und kann deshalb nicht kommen. Der Knecht kam zurück und berichtete dies seinem Herrn. Da ward der Hausherr zornig und befahl seinem Knechte: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und hole die Bettler und Krüppel, die Blinden und Lahmen herein! Der Knecht meldete: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast. Aber es ist noch Platz da. Da sprach der Herr zum Knecht: Geh hinaus an die Landwege und an die Gartenzäune und dränge alle hereinzukommen, dammit mein Haus voll wird. Ich sage euch aber, von jenen Männern, die geladen waren, soll keiner mein Mahl verkosten.“

Betrachtung zum Evangelium des zweiten Sonntags nach Pfingsten

Die christliche Kirche kann mit einem großen Gastmahle verglichen werden, zu welchem Viele geladen wurden. Aber wenige von den Geladenen nahmen Antheil, wegen des unordentlichen Hanges nach den irdischen Gütern und nach den Lüsten der Sinne, die den Geist des Menschen ganz unterjochen. Da rief nun Gott die, welche nie dachten, gerufen zu werden; er suchte jene auf, die ihn flohen; er bemächtigte sich derjenigen, die ihm widerstanden; er machte, daß ihn sogar seine Feinde liebten. O lasset uns ihm nachahmen! Verachtet Niemanden, da auch bei Gott kein Ansehen der Person gilt. Alle sind ihm wohlgefällig, die seinen Willen vollziehen und nach der Erkenntniß seines Reiches trachten. Die wir für gering achten, werden vielleicht in der Ewigkeit uns vorgezogen werden. — Auch das heilige Abendmahl ist ein herrlich großes Gastmahl, bei dem Jesus Christus, wahrer Gott und Mensch sich selbst uns zur Seelennahrung giebt. Hier werden wir an die Liebe Jesu erinnert; hier erhalten wir neue Kräfte, den Sünden zu widerstehen; hier sind wir alle Brüder, Gott gleich schätzbar, wenn wir alle gleich gut sind. Lasset uns daher oft mit der gehörigen Vorbereitung bei dem Tische des Herrn uns einfinden, auf’s Neue mit Jesus in Verbindung treten, und durch den würdigen Genuß seines Leibes und Blutes neue Kräfte sammeln, um seinem heiligen Beispiele nachzuahmen und seine göttliche Lehre gewissenhaft zu erfüllen!

Kirchengebet

O Herr, verleih, daß wir deinen heiligen Namen allezeit fürchten und lieben, weil Du jenen niemals deinen Schutz versagst, denen Du eine feste Liebe zu Dir eingeflößt hast. Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des heil. Fronleichnamsfestes

Joh 6, 56 – 59

Jesus sprach: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der Vater gesandt hat und ich durch den Vater lebe, so wird auch der, der mich ißt, durch micht leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, nicht wie das (Manna), das eure Väter gegessen haben, die gestorben sind. Wer dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit.“

Betrachtung zum Evangelium des heil. Fronleichnamsfestes

Was der Heiland verheißen: „Ich bin das Brod des Lebens, das vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brode ißt, wird in Ewigkeit leben: und das Brod, daß ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich für das Leben der Welt darreichen werde. Wenn ihr das Fleisch des Menschen – Sohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, werdet ihr das Leben nicht in euch haben. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm, der hat das ewige Leben; denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Getränk.“ Joh. IV — das hat er beim letzten Abendmahle, dessen feierliches Andenken wir heute begehen, in Erfüllung gebracht, Brod in seinen Leib, Wein in sein Blut verwandelt, dies dem himmlischen Vater opfernd, seinen Aposteln zur Seelen-Speise reichend und ihnen befehlend, zu seinem Andenken dasselbe zu thun Luk. XXII., so daß wir Jesum anbeten im heiligen Altars-Sakramente gegenwartig mit Gottheit und Menschheit, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut,

Kirchengebet

O Gott! der Du unter dem wunderbaren Geheimnisse das Gedächtniß deines Leidens hinterlassen hast; wir bitten Dich, verleihe, daß wir die hochheiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes also verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung in uns jederzeit erfahren mögen! Amen.

Litanei.

Herr, erbarme Dich unser!

Christus, erbarme Dich unser!

Herr, erbarme Dich unser!

Christus, höre uns!

Christus, erhöre uns!

Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser!

Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!

Gott heiliger Geist,

Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott,

Du lebendiges Brod, das vom Himmel herabsteiget,

Du verborgener Gott und Heiland,

Du Nahrung der Auserwählten,

Du Ruhm und Freude der Könige,

Du Lamm ohne Mackel,

Du Speise der Engel,

Du Krone der göttlichen Wunder,

Du überwesentliches Brod,

Du Wort, das Fleisch geworden, damit Du in uns wohnest.

Du immerwährendes und heiligstes Opfer,

Du Opfer der Anbetung und des Dankes,

Du Opfer der Versöhnung und Bitte für Lebendige und Verstorbene,

Du Brod des Lebens,

Du Kelch des Segens,

Du Geheimniß des Glaubens,

Du hochwürdigsteß Sakrament,

Du himmlisches Arzneimittel gegen die Sünden,

Du heiligstes Andenken des Leidens unsers Herrn,

Du besonderes Denkmal der göttlichen Liebe,

Du Arznei der Unsterblichkeit,

Du Geheimniß aller Frömmigkeit,

Du Stärkung heiliger Seelen,

Du Wegzehrung der Sterbenden in dem Herrn,

Du Pfand der zukünftigen Unsterblichkeit und Herrlichkeit,

Sey uns gnädig, verschone uns, o Herr!

Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr!

Von dem unwürdigen Empfange deines allerheiligsten Leibes und Blutes, bewahre uns, o Herr!

Von der Begierlichkeit des Fleisches,

Von der Hoffart des Lebens,

Von der Begierlichkeit der Augen,

Von aller Gelegenheit zur Sünde,

Durch jenes Verlangen, mit welchem Du das Osterlamm mit den Jüngern zu essen, Dich gesehnet,

Durch die höchste Demuth, mit welcher Du deinen Jüngern die Füße gewaschen,

Durch die inbrünstige Liebe, mit welcher Du dieses göttliche Sakrament eingesetzet hast,

Durch dein kostbares Fleisch und Blut, welches Du uns in diesem heil. Sakramente hinterlassen hast,

Durch die fünf Wunden deines heiligsten Leibes, die Du für uns erhalten,

Wir armen Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns!

Daß Du in uns den Glauben, die Ehrerbietung und Andacht zu diesem hochheiligen Sakramente erhalten und vermehren wollest,

Daß Du uns zum öftern Empfange dieses heiligsten Altar-Sakramentes durch wahre Buße führen wollest,

Daß Du uns von aller Verstockung und Blindheit der Seele befreien wollest.

Daß Du uns In der Stunde unsers Absterbens mit dieser himmlischen Wegzehrung stärken wollest.

Daß Du uns zum Abendmahle des ewigen Lebens einführen wollest,

O Du Lamm Gottes (dreimal.)

Christus, höre uns!

Christus, erhöre uns!

Herr, erbarme Dich unser!

Christus, erbarme Dich unser!

Herr erbarme Dich unser!

Vater unser etc.

Gebet.

Herr Jesus Christus, Du Sohn des lebendigen Gottes! der Du aus dem Willen des Vaters unter Mitwirkung des heiligen Geistes, durch deinen Tod der Welt das Leben wieder gegeben hast:

befreie uns durch das hochheilige Geheimniß deines Leibes und Blutes von allen unsern Uebeln und Ungerechtigkeiten und mache, daß wir allzeitdeinen Geboten anhangen, und laß uns nie von Dir geschieden werden!

O Gott! der Du uns zu deinem Ebenbilde durch die Geheimniße und Gebote erneuerst; richte unsere Schritte auf deinen Weg und verleihe, daß wir die Gabe deiner Liebe, zu der Du uns Hoffnung gemacht hast, durch deine Güte kräftig erlangen mögen! Amen.