Heute am 19.07 das Fest des Hl. Vinzenz a Paulo (1581-1660)


Vincent de Paul

Aus gegebenen Anlass des heutigen Festes des Hl. Vinzenz a Paulo wollen wird einen älteren Beitrag nochmals vorstellen und zwei Zitate von ihm beifügen, welche zur derzeitigen kirchlichen Situation passen. Nehmen wir einfach an, dass Heilige es besser wissen.

Es soll sowohl für Einzelpersonen als auch für Ordenshäuser und Ordenskongregationen als großes Unglück betrachtet werden, wenn alles gemäß ihren Wünschen verläuft; wenn sie in aller Ruhe ihre Werke verrichten können und nichts, um der Liebe Gottes willen, zu leiden haben. Ja, wir sollen es als sicher betrachten, dass wenn eine Person oder eine Ordenskongregation nicht leidet und von aller Welt bejubelt wird, ihr Fall nicht weit ist.[1]

 

Es ist unmöglich in der Schlechtigkeit verstockte Priester zu bessern, denn ein schlechter Priester bekehrt sich fast nie. Um ein Mittel zur finden den Klerus zu erneuern, muss bei denen anfangen, die erst geweiht werden sollen und nicht bei denen, die bereits geweiht worden sind.[2]

Woran können wir erkennen, dass wir Gottes Willen tun? An der Verfolgung durch:

a. die Welt

b. das Fleisch

c. den Satan

Wenn einmal am Tag wenigstens nicht ein Punkt eintrifft, dann sollten Sie in Sorge sein. Der Schreiber dieser Zeilen ist in der letzten Zeit zu der Überzeugung gekommen, dass wir uns alle viel zu sehr beschweren. Wir sind im Krieg – wir sind die kämpfende Kirche. Im Krieg wird man beschossen, angegriffen, verraten, man hat keine Bequemlichkeit, kein Essen, keinen Nachschub und es sterben und fallen Kameraden. Es ist Krieg! Deswegen gab es so viele Heilige, welche zuvor Soldaten waren. Sie mussten nur umswitchen. Wir sind aber jetzt alle durch Novus Ordo verweichlicht und verweiblicht, sodass wir gar nicht in diesen Kategorien denken können. Mit der jetzigen Novus Ordo Priestergeneration ist wirklich nichts mehr zu machen, deswegen können wir nur auf die Priester hoffen, die noch geboren, zum Glauben kommen und geweiht werden müssen und danach müssen sie sich natürlich im Kampf bewähren. Hl. Vinzenz a Paolo hat ja vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gelebt und hatte es auch nicht einfach. Beschweren wir uns also nicht!

 

[1] Zitiert nach: http://www.barnhardt.biz/2016/07/19/starting-tuesday-off-right-applauded-by-all-the-world-edition/

[2] Zitiert nach: http://bog-w-moim-balaganie.blog.onet.pl/2014/09/27/kilka-mysli-swietego-wincentego-a-paulo/

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des sechsten Sonntags nach Pfingsten

Mk 8, 1 – 9

In jenen Tagen war wieder eine große Volksschar zusammen und hatte nichts zu essen. Da rief er seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen. „Mich erbarmt des Volkes; schon drei Tage harren sei bei mir aus und haben nichts zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, so brechen sie unterwegs zusammen; denn manche von ihnen sind weit hergekommen.“ Seine Jünger erwiderten ihm: „Woher soll jemand hier in der Wüste Brot nehmen, um sie zu sättigen?“ Er fragte sie: „Wieviel Brote habt ihr?“ Sie antworteten: „Sieben.“ Nun hieß er das Volk sich auf dem Boden lagern. Dannn nahm er die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, sie sollten sie dem Volke vorsetzen. Und sie setzten sie vor. Sie hatten auch einige Fischlein. Er segnete sie und ließ sie vorsetzen. Und sie aßen und wurden satt. Von den Stücklein, die übriggeblieben waren, hoben sie noch sieben Körbe auf. Es waren gegen viertausend (die gegessen hatten). Und er entließ sie.

Betrachtung zum Evangelium des sechsten Sonntags nach Pfingsten

Was Jesus bei der Speisung von viertausend Menschen mit sieben Broden und etlichen Fischen gethan hat, ist ein großes Wunder. Aber verdient das wohl weniger unsere Verwunderung und unsern Dank, was Gott täglich vor unsern Augen thut? Speist er nicht täglich Millionen Menschen? Vermehrt er das Brod nicht auch auf unsern Feldern?

Wenn gleich unser tägliches Brod auf dem Felde zuweilen in Gefahr kommt, so wollen wir doch auf Gottes weise Vorsehung stets vertrauen, mit Zuversicht von ihr alles Gute erwarten! Jesus belohnte die Sorge des Volkes für geistliche Nahrung auch mit Herbeischaffung der leiblichen und erfüllte jetzt, was er verheissen hatte: „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; das Übrige soll euch als eine Zugabe ertheilet werden.“ Vervollkommnung des Geistes und Tugend sey immer unsere erste vorzüglichste Sorge; für den leiblichen Unterhalt wollen wir mäßig sorgen. Erfüllen wir unsere Berufspflichten fleißig und gewissenhaft und bitten wir dabei Gott um seinen Segen; so wird er uns immer so viel zukommen lassen, als wir zur Bestreitung unserer wahren Bedürfnisse nöthig haben.

Kirchengebet

O Gott! von dem alle Kraft und alles Gute herkommt, flöße unsern Herzen die Liebe deines Namens ein; laß alles Gute an deiner Gnade Nahrung und an unserm Eifer Haltung finden! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des fünften Sonntags nach Pfingsten

Mt 5, 20 – 24 (Aus der Bergpredigt)

Ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen.

Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollt nicht töten; wer aber tötet, soll dem Gerichte verfallen sein. Ich aber sage euch, jeder, der seinem Bruder zürnt, soll dem Gerichte verfallen. Wer zu seinem Bruder sagt: Du Tor! Soll dem Hohen Rate verfallen. Und wer zu ihm sagt: Du Gottloser! Soll dem Feuer der Hölle verfallen. Wenn du also deine Opfergabe zum Altare bringst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altare, geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder; dann komm und opfere deine Gabe.

Betrachtung zum Evangelium des fünften Sonntags nach Pfingsten

Ohne innere gute Gesinnung, äusserlich nur die gesetzlichen Handlungen verrichten, ist Gott nicht wohlgefällig. Lieben wir aber Gott und den Nächsten nach der Lehre Jesu, so werden wir jenseits Gerechtigkeit finden. Aus diesem Grunde nun müssen wir auch den Haß und den Zorn gegen unsere Brüder fliehen, da jedes Wort auch bei dem ewigen Richter abgewogen wird. Heimlicher Haß und Groll gegen den Nächsten ist uns Christen schon verboten; größer aber ist unsre Sünde, wenn wir diesen Zorn und Haß durch Schmäh- und Schimpfworte ausdrücken; noch strafbarer machen wir uns vor Gott, wenn wir aus Zorn oder Rache gegen den Nächsten Fluch- und Lästerworte aussprechen und ihm zu schaden suchen.

Nicht bloß böse Handlungen, sondern auch böse Gesinnungen und böse Reden sind Sünde. Wollen wir daher insbesondere über unser Herz wachen, daß wir uns ja nicht dem Zorn ergeben! Der Zorn ist ein häßliches Laster, die Quelle vieler anderer Sünden, verderblich für Seele und Körper. Die Versöhnung mit dem beleidigten Feinde dagegen ist Gott angenehmer, als alle Opfer. Ohne Versöhnung gefallen ihm die Opfer nicht. — Besonders vor der heiligen Kommunion haben wir uns zu prüfen, ob wir Nächstenliebe im Herzen haben. Denn eine Religion, deren Seele die Liebe ist, kann am Fuße des Altars kein rachsüchtiges Herz dulden.

Kirchengebet

O Gott, der Du denen, die Dich lieben, unsichtbare Güter vorbereitet hast; ergieß in unsere Herzen die Anmuthung deiner Liebe, damit wir Dich in Allem und über Alles lieben, und so deiner Verheissungen, die alle Wünsche übersteigen, theilhaftig werden! Amen.

Onepeterfive und Ann Barnhardt: hörenswerte amerikanische Podcasts


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Allen, die einigermaßen Englisch verstehen, empfehlen wir die Podcasts, also mp3-Dateien, der Blogs onepeterfive und ann barnhardt.  Sollten Sie zur Arbeit mit dem Auto fahren oder sonst die Zeit haben eher etwas zu Hören als es zu lesen, dann ist diese Form für Sie sehr empfehlenswert. Der Schreiber dieser Seiten hat vor Kurzem auf dem Weg zur und von seiner Arbeit damit angefangen und ist dermaßen von diesem Inhalt begeistert, dass er seine Erfahrung an seine Leser weitergeben möchte. Diese Klarheit, dieser Mut, diese Heiligkeit, dieser sensus fidei, diese Glaubensstärke. Ja, meine Damen und Herren, die Amerikaner sehen es viel klarer als wir, die wir in den deutschsprachigen Ländern mit diesem schrecklichen nachkonziliaren, nebulösen Geschwafel jahrzehntelang genährt wurden. Und je gebildeter Sie sind, desto mehr müssen Sie umdenken, bevor Sie aus diesem ganzen Novus Ordo Denken ausbrechen können. Für den Schreiber dieser Zeilen sind diese Podcastas immer kleine Exerzitien, bei denen ihm selbst ein Spiegel vorgehalten wird. Man kann noch mutiger sein, noch mehr Christus lieben, noch mehr aufopfern und noch weniger jammern.

Es ist so tröstlich, dass es irgendwo da draußen noch andere Katholiken gibt, welche die Lage der Kirche genauso sehen. Es ist so tröstlich zu sehen, wie Gott an Menschen wirkt, wie er sie mit seiner Vorsehung führt und sichert. Es ist wirklich beschämend zu sehen, wie sehr manche Menschen Gott lieben und was sie alles für ihn tun.

Ob wir vielleicht auch Podcasts zu den Glaubensthemen anbieten werden? Es ist überlegenswert, dennoch recht zeitaufwendig. Man muss es vorbereiten, aufnehmen, schneiden etc.  Steve Skojec und Ann Barnhardt können von ihren Blogs leben, wir haben alle unsere Berufe, die zeitlich an uns zehren, aber dies ist eine mögliche Entwicklung, denn Glauben kommt vom Hören.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des vierten Sonntags nach Pfingsten

Lk 5, 1 – 11

Jesus stand am See Genezareth, und das Volk umdrängte ihn, um das Wort Gottes zu hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer waren ausgestiegen und reinigten ihre Netze. Er stieg in eines der beiden Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Lande abzustoßen. Und er setzte sich und lehrte das Volk vom Boote aus.

Als er seine Rede beendet hatte, sprach er zu Simon: „Fahr hinaus auf die hohe See und werft eure Netze zum Fange aus.“ „Meister,“ entgegnete Simon, „die ganze Nacht haben wir uns abgemüht und nichts gefangen! Aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.“ Sie taten es und fingen eine so große Menge Fische, daß ihre Netze zu reißen drohten. Darum winkten sie ihren Gefährten in dem anderen Boote, sie möchten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und man füllte beide Boote, so daß sie beinahe versanken. Als Simon Petrus das sah, fiel er vor Jesus auf die Knie und sprach: „Herr, geh hinweg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch!“ Denn Staunen hatte ihn und alle seine Gefährten ergriffen wegen des Fischfanges, den sie gemacht hatten; ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Gefährten waren. Doch Jesus sprach zu Simon: „Fürchte dich nicht, von nun an sollst du Menschenfischer sein.“ Dann zogen sie die Boote ans Land, verließen alles und folgten ihm nach.

Betrachtung zum Evangelium des vierten Sonntags nach Pfingsten

Die Wunder Jesu sind deutliche Beweise seiner göttlichen Macht und Sendung. Wer die Heiligkeit Jesu lebhaft glaubt, getraut sich fast nicht, in seiner Nähe zu bleiben. Doch gehen wir hierin nicht zu weit! Man ehrt zwar Gott, wenn man aus tiefer Demuth sich nicht getraut, sich ihm zu nahen; man ehrt ihn aber auch, wenn man mit demüthigem Vertrauen zu ihm kömmt. Je auffallender Gott unsere Unternehmungen segnet, desto mehr wollen wir in unser Nichts vor ihm sinken, nachahmend der Demuth des Petrus, den der Herr erhöhet und sein nachmaliges Wirken zum Heile der Seelen so sehr gesegnet hat. — Wie viele Menschen zog Petrus, nachdem er den heiligen Geist empfangen hatte, an sich! Sollen die Ungläubigen, da sie beinahe die ganze Welt zur Religion Jesu bekehrt sehen, durch das Beispiel der Apostel, die ein einziger wunder barer Fischzug in Erstaunen setzte, nicht beschämt und bekehrt werden? Darum lasset uns alle Gott erkennen und seinen Sohn Jesus, ausser dem kein Heil ist! Thuen wir Alles in seinem Namen und geben wir Alles hin, was uns, hindern könnte, ihm ganz anzugehören!

Kirchengebet

Verleihe, o Herr! daß unter deiner Leitung in der Welt Alles einen friedlichen Fortgang habe, und deine Kirche sich ungestörter Andacht freue!

Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des dritten Sonntags nach Pfingsten

Lk 15, 1 – 10

Allerlei Zöllner und Sünder nahten sich ihm, um ihn zu hören. Da murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten und sagten: „Dieser nimmt die Sünder auf und ißt mit ihnen.“

Da trug er ihnen folgendes Gleichnis vor: „Wer von euch, der hundert Schafe besitzt und eins davon verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Hat er es gefunden, so nimmt er es voll Freude auf seine Schultern. Und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch, ebenso wird im Himmel größere Freude sein über einen einzigen Sünder, der sich bekehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die der Bekehrung nicht bedürfen.

Oder wenn eine Frau zehn Drachmen besitzt und eine davon verliert, zündet sie dann nicht ein Licht an, kehrt das Haus aus und sucht sorgfältig, bis die die Drachme findet? Und hat sie die Drachme gefunden, so ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir, ich habe die Drache gefunden, die ich verloren hatte. Ebenso, sage ich euch, ist bei den Engeln Gottes Freude über einen Sünder, der sich bekehrt.“

Betrachtung zum Evangelium des dritten Sonntags nach Pfingsten

Jesus kam in die Welt, um die Sünder zur Busse und Besserung zu führen und ewig selig zu machen, nicht aber, um sie mit Harte zurückzustossen. Es ist wohl klug, ja pflichtgemäß, die Gesellschaft der Gottlosen zu fliehen, wenn man in Gefahr kömmt, von ihnen zum Bösen verführt zu werden, wenn keine Hoffnung ist, etwas Gutes bei ihnen zu stiften. Können wir aber, selbst vor Sünde gesichert, auch den Lasterhaften durch freundschaftlichen Umgang belehren und bessern, so ist dieser Umgang der Vernunft und unserer heiligen Religion gemäß. Welch herrliches Gleichniß stellt uns nicht Jesus in dem heutigen Evangelium vor die Augen, da er uns einen Hirten und ein armes Weib aufstellt, denen es nicht übel genommen werden kann, daß sie ein verirrtes Schaf oder einen verlornen Groschen suchen, und sich freuen, wenn sie das Verlorne gefunden haben! — Wer ist aber nun unser Hirt? Jesus ist es, der gewiß jedes verirrte Schaf seiner Heerde aufsucht, und das gefundene liebevoll aufnimmt. — So ist es auch, wenn der Sünder sich bessert, dann freuet sich der göttliche Heiland, der ganze Himmel. Glücklich der Sünder, der Busse thut! Glücklicher aber und Gott wohlgefälliger, wer vorerst die Sünde gemieden hat und standhaft Gutes wirkt. —

Kirchengebet

O Gott! Du Beschützer aller derer, die auf Dich hoffen, ohne welchen nichts fest, nichts heilig ist; laß uns deine Barmherzigkeit immer mehr erfahren, damit wir unter deinem Schutze und deiner Anleitung uns der zeitlichen Güter so bedienen, daß wir der ewigen nicht verlustig werden! Amen.

Eugenie Roth, Das Mantilla-Experiment (4 von 4)


Mantilla with me

Mantillageschichten

Tag 7:

Weiterer Verlauf: An weiteren Tagen (für die Zähnung „Tag 7“) – scheinen die anderen Gottesdienstbesucher erst „richtig“ auf die Mantilla aufmerksam zu werden. Jemand, der sich auskennen sollte meint, sowas sei doch überhaupt nicht nötig (die Mantilla ist meines Wissens ein Sakramentale, ebenso wie der Rosenkranz und das Weihwasser, und eine Kopfbedeckung war für Frauen bis zum Vatikanum II verpflichtend während des Gottesdienstes zu tragen), jemand anders, ich solle doch die Mantilla unter dem Kinn binden, weil die Enden beim Gehen hin und her schwanken …

Und: Nein, ich werde mich dadurch nicht davon abbringen lassen, die Mantilla zu tragen. Und ich werde die Mantilla auch nicht unter dem Kinn binden, obwohl mir ein orthodoxer Christ gesagt hat, dass das die Frauen bei ihnen wohl tun. Aber ob die eine so feine Mantilla tragen oder einfach ein Kopftuch? – Vermutlich schon, denn dieser Mann hat mir früher einmal eine Mantilla gezeigt, die er für eine Frau aus seiner Gemeinde besorgt hatte. …

Tag 8:

Und dennoch überlege ich mir bei der nächsten Gelegenheit, ob ich denn überhaupt noch Lust(!!!) habe, die Mantilla zu tragen. Nein. Zu dem Zeitpunkt definitv nicht.

Aber: Die Mantilla ist ein Sakramentale. Der Teufel hasst so etwas. Also: AUFLEGEN!!! Das war dann gleich ein Mantilla-„Marathon“, da nach dem Gottesdienst noch Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten war. Zwischendurch immer wieder der Gedanke, nach der Heiligen Messe die Mantilla abzunehmen. Was? Wirklich? – Nein, das kommt gar nicht in Frage! – Und es war gut, dass ich die Mantilla aufbehalten habe. Der innere Kampf hat sich gelegt …

Tag 9 (gewissermaßen):

Ich sitze im Novus-Ordo-Gottesdienst. Da heute ausnahmsweise ein anderer Priester die Heilige Messe hält als sonst*, sitze ich an meinem ansonsten üblichen Platz, nicht vorne, von wo man aus in wenigen Schritten an den Ambo treten kann. Da spricht mich nach dem Gottesdienst eine Frau aus der Bank hinter mir an, was ich denn hier hinten zu suchen hätte und ich bräuchte gar nicht so zu frömmeln und mich (im Vetus Ordo-Gottesdienst) zu verschleiern, diese Messe sei kein Automatismus, bessern müsse man sich schon selbst. Nachdem sie auf meine Frage erklärt hat, wie sie zu dieser Anschuldigung kommt (sie ist völlig unbegründet, die Frau hat falsche Rückschlüsse gezogen), vermute ich zu wissen, warum ich immer wieder dazu geneigt bin, die Mantilla im Vetus-Ordo-Gottesdienst weg zu lassen. Habe ich ihre Abneigung und Vorurteile gespürt? Ich versuche, das Missverständnis aufzuklären, aber sie hält an ihrer Behauptung fest. Warum quält sie sich selbst?

* Der „übliche“ hat eine Stimmbanderkrankung, und deshalb habe ich mich entschlossen, für ihn die Lesung zu lesen – sebstverständlich nachdem ich ihm das angeboten hatte, ansonsten halte ich mich an die Regel aus dem Vetus Ordo, dass der Chorraum den Männern vorbehalten ist. Das hier zu erklären reicht mein Verständnis dessen noch nicht aus und würde auch zu weit führen.