Basilika der Apostel oder über den sakralen Kirchenbau


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Am 18.11 feierte die Kirche die Einweihung der Basilika der Apostel Peter und Paul. In den Lesungen der ersten Matutin des Tridentinischen Breviers wurde an diesem Tage das himmlische Jerusalem des Offenbarungsbuches dargestellt (Off 21, 18-27).

Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut, und die Stadt ist aus reinem Gold, wie aus reinem Glas. Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. Die zwölf Tore sind zwölf Perlen; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. Die Straße der Stadt ist aus reinem Gold, wie aus klarem Glas. Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm.

Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Die Völker werden in diesem Licht einhergehen, und die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt bringen.

Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen – Nacht wird es dort nicht mehr geben. Und man wird die Pracht und die Kostbarkeiten der Völker in die Stadt bringen. Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Greuel verübt und lügt. Nur die, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen. (Einheitsübersetzung)

Warum gerade diese Lesung? Weil die irdische Kirche die himmlische Kirche wiederspiegeln soll und zwar nicht nur im

  • im Kirchenbau,
  • in der Liturgie,

sondern auch

  • in ihrer geistlichen Struktur.

Widmen wir uns vorerst dem Kirchenbau.

Kirchenbau als das himmlische Jerusalem

Ja, liebe Leserinnen und Leser, auch wenn Ihnen dieser Satz jetzt komisch vorkommt, weil die meisten von Ihnen, wie der Schreiber dieser Zeilen auch, nichts Anderes als die nachkonziliare Kirche und die nachkonziliaren Kirchenbauten kennen, eine Kirche, im Sinne eines Gebäudes, soll die Schönheit Gottes wiederspiegeln und den theologischen Abglanz des Himmels darstellen. Am Ehesten ist diesem Anspruch wohl die Gotik gerecht geworden, aber eigentlich haben alle architektonischen Epochen bis in den Jugendstil der 1920-ger hinein und die nachfolgende Neugotik oder den Neuklassizismus hinein Gutes geleistet. Nicht alles war atemberaubend schön und vollkommen, aber wenig war dermaßen abstoßend, dass man die Kirchengebäude am liebsten verlassen wollte. Da musste erst das Konzil mit der „neuen, nachkonziliaren Architektur“ kommen, welche gleichermaßen wie die neue Liturgie die Menschen aus den Kirchen und der Kirche vertrieb. Sie haben es gleich um die Ecke, so brauchen wir uns darüber nicht auszulassen.

inowroclaw_kosciol_sw-_mikolajawlz13Der Schreiber dieser Zeilen ist in einer barockisierten gotischen Kirche seiner Heimat großgeworden, einer Kirche, welche sich in die Geschichte seiner Heimat eingeschrieben hatte, da gerade dort einer der vielen Gerichtssitzungen über den deutschen Ritterorden stattfand, welche leider, wie andere Gerichte, bis zur Schlacht von Tannenberg von 1410 wenig fruchteten. Doch schließlich brach die Reformation dem deutschen Ritterorden das Genick. Solche ästhetischen Früherlebnisse, wie das Gotik- und Barockerlebnis, prägen, und wäre der Schreiber dieser Zeilen vielleicht in einer hässlichen, nachkonziliaren Kirche, im Sinne der Erstbeichte und der Erstkommunion, sozialisiert worden, so wäre er vielleicht heute ein Atheist, wie viele seines Jahrgangs auch.

mikolaj-inowroclawJa, er war schon immer ein kleiner Ästhet und die Schönheit spielt einfach immer eine Rolle, vor allem bei Kindern, die sie ja erst lernen sollen. Es ist ja nicht immer die Schuld der Menschen, dass sie die Kirche nicht entdecken. Die Kirche hat seit 1965 einfach nichts Anziehendes mehr, im Sinne des Außer- und Überweltlichen. Daher der Boom der Esoterik, der Gnosis und der östlichen Religionen, da der Mensch nun mal ein „religiöses Tier“ ist und auf die Transzendenz hin erschaffen worden ist. Stirbt aber die wahre Religion aus, so beginnt die falsche Religion, sprich der Götzendienst. Das ist genau das, was wir jetzt erleben. Da aber der Mensch ein sinnliches Wesen ist und kein reiner Geist wie die Engel, daher muss er paradoxerweise zum Übersinnlichen durch das Sinnliche herbeigeführt werden.  Daher stellte das Konzil von Trient fest:

„Und da die Natur des Menschen so beschaffen ist, dass sie sich nicht leicht ohne äußere Hilfsmittel zur Betrachtung der göttlichen Dinge erheben kann, deswegen hat die gütige Mutter Kirche bestimmte Riten eingeführt, nämlich dass in der Messe einiges mit leiser, anderes mit lauter Stimme gesprochen werden soll; desgleichen verwandte sie aufgrund der apostolischen Lehre und Überlieferung Zeremonien, die geheimnisvolle Segnungen, Lichter, Weihrauch, Gewänder und viele der andere Derartige; einerseits sollte dadurch die Erhabenheit dieses so großen Opfers hervorgehoben werden, andererseits sollten die Gemüter der Gläubigen durch diese sichtbaren Zeichen der Religion und Frömmigkeit zur Betrachtung der höchsten Dinge, die in diesem Opfer verborgen liegen, angeregt werden.“ (DH 1746)

Ja, der Mensch braucht äußere Hilfsmittel, welche ihm seit dem Konzil weggenommen wurden. Und schauen sie sich das Widersprüchliche der nachkonziliaren Argumentation an. Denn

  1. Religion ist eine Angelegenheit der inneren Einstellung und daher ist das Äußere des Kultes egal.
  2. Obwohl das Äußere des Kultes egal sein soll, so wird der Kult durch die neue Liturgie etc. grundsätzlich geändert.

Frage: Wenn das Äußere egal ist, warum es ändern, warum nicht beim Alten lassen?

Widerspruch: Es ist also doch nicht egal, sondern es wird so geändert, dass man nicht vom Äußeren zum Inneren kommen kann.

Es fand also im Westen ein nachkonziliarer Bildersturm statt und zwar im buchstäblichen Sinne, wo man dem gläubigen Volk all das Alte, Schöne, Bewährte nahm und etwas Hässliches und Neues hinstellte, was meistens die Form einer leeren Betonwand hatte. Man macht in diesem Sinne jetzt auch weiter, um auch den letzten Katholiken aus der Kirche zu vertreiben, siehe Würzburger Augustinerkircher (voher, nachher), Leipziger Probsteikirche oder die geplante neue Hedwigkathedrale in Berlin, die letzteren vom Erzbischof Koch abgesegnet.  Man könnte solche Beispiele mehren und meistens wird lediglich mit dem gesunden Menschenverstand argumentiert:

„Warum etwas Schönes und Altes verschandeln und viel Geld unnütz für Neues ausgeben?“

Dies ist natürlich richtig, aber es kann nur als eine Einstiegsargumentation dienen. Würde man tatsächlich neue Kirchen bauen, wie es in manchen Ländern immer noch der Fall ist, so könnte man argumentieren, dass man architektonisch mit der Zeit gehen muss und eine sakrale Ästhetik „die unserer Zeit entspricht“ schaffen muss, um keinem Epigonentum zu verfallen. Dies ist natürlich der hohe Anspruch eines Künstlers und ein Architekt ist mitunter einer. Aber in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden ja überhaupt keine neuen Kirchen gebaut, sondern alte geschlossen, verschenkt oder zweckentfremdet, indem man sie in „Flüchtlingslager“ umfunktioniert und dadurch entweiht. Es sind also ausreichend viele Kirchen vorhanden, die ohnehin leer stehen. Warum denn noch die alten Kirchen umbauen und verschandeln?

Die Antwort lautet:

Um sie als geheiligte Orte der Anwesenheit Gottes zu entweihen, dass Heilige auch architektonisch auszutilgen und um es den Menschen es möglich unangenehm zu machen dorthin zu verweilen.

Bevor wir uns dem Beweis dieser These widmen, eine kleine historische Retrospektive.

Interessanterweise hat der Kommunismus das Heimatland des Schreibers dieser Zeilen vor den nachkonziliaren Wirren ein wenig gerettet, da es bis in die 1980-ger Jahre größtenteils nicht erlaubt war neue Kirchen zu errichten. Der Kirchenkampf fand im Sozialismus auch architektonisch statt, da sich nur ganz wenige, wie in Nowa Huta, trauten, illegal zu bauen. Erst durch die Solidarność-Bewegung und die darauffolgende Liberalisierung, von welcher auch die Kirche profitierte, folgte ein Boom der Sakralbauten. Fast jede Pfarre bekam die Erlaubnis zu bauen, was auch während der kargen Jahre des Kriegsrechts ausgenutzt wurde. Erst also in den 1980-gern erlebten seine Landsleute die Verschandelung der Landschaft durch die hässlichen Kirchen und viele stellten sich die Frage:

„Muss es so sein? Warum so hässlich? Weil nachkonziliar?“

Es folgten Pressedebatten, in welchen, so gut es in einem totalitären Staat ging, die Frage nach der fehlenden Sakralität und Schönheit des Neuen aufgeworfen wurde. Zumeist antworteten Priester mit einem Abschluss in Kunstgeschichte, dass dies so sein müsse, weil es die Moderne fordert, wie der vom Konzil beschlossene Dialog mit der Welt auch. Die fragenden Gläubigen bekamen meist zur Antwort:

  1. Ihr seid ungebildet und zu dumm die tiefgehenden Konzepte der neuen Architektur zu verstehen.
  2. Man muss mit der Zeit gehen.
  3. Man muss die theologischen Konzepte des Konzils architektonisch umsetzen.

Ad 1.  Neu heißt nicht besser

Auf die Frage, warum man nicht genauso bauen kann, wie z.B. 1740 bleiben Architekten meistens die Antwort schuldig. Man kann es und man tut es, wenn man beispielsweise ganze Stadtteile historisch korrekt wiederaufbaut. Technisch und architektonisch geht es also doch und mit der Zeit kommt die Patina. Jeder, der in der Geschichte der Architektur einigermaßen bewandert ist, weiß, dass neu nicht immer besser bedeutet und manche sehr alte Lösungen, wie die Spiraltreppe, einfach nicht zu toppen sind, weil sie die elegantesten und effizienteste mathematische Lösung darstellen. Ferner ist der ästhetische Eindruck nichts Intellektuelles. Es ist ein ganzheitliches Erlebnis, welches die Sinne, den Intellekt und den Willen zugleich anspricht. Pulchrum est, quod visum placet – „Schön ist das, was gesehen, gefällt“. Mit „gefallen“ wird eine Art Begehrlichkeit verstanden, welche sich in demjenigen regt, der dieses Schöne, sei es gesehen, sei es gehört, auf sich wirken lässt. Man möchte es haben, man möchte dort verbleiben, man möchte darin eintauchen. Den Menschen ist die Sehnsucht nach Schönheit tief in seine Natur eingeschrieben. Der Schreiber dieser Zeilen hat unlängst ein Uhrenforum entdeckt, in welchem sich Männer über die Schönheit und Finessen ihrer Uhren austauschen. Was dort sehr vorteilhaft auffällt ist die fast gänzliche Abwesenheit des Neides. Man freut sich mit einem „Mitbruder“ an seiner Uhr, gleich ob sie gebraucht einige Zehn Euro kostete oder den Preis eines Mittelklassewagens ausmacht. Es ist beinahe mit der Freude der Engel über den bekehrten Sünder zu vergleichen. „Jemand hat eine neue Uhr, freuen wir uns alle mit!“ Warum ist diese Neidlosigkeit möglich? Weil diese Männer wirklich die Uhren und ihre Schönheit lieben. Jeder möchte doch ein wenig Schönheit um sich haben, sei es auf dem eigenen Handgelenk. Und ebenso wenig wie man ein gelernter Uhrmacher sein muss, um an einer Uhr ästhetisch gefallen zu finden, so muss man sich in der Architekturgeschichte auskennen, um an einem Kirchengebäude Gefallen zu haben.

Ad 2.  Zeitlosigkeit Gottes

Bei dem Kirchenbau soll man gerade nicht mit der Zeit gehen, da die Kirche für die Unzeitlichkeit und Überweltlichkeit eines überweltlichen Gottes steht, der sich ja auch nicht verändert. Die Kirche prägte bis 1962 die Welt, bevor sie sich für die Letztere öffnete und Stück für Stück ihre Identität verlor. Geistlich, intellektuell wie auch architektonisch. So wie es im Alten Testamenten die Materialien des Tempelbaus vorgeschrieben waren, so war es lange Zeit verpönt für den Kirchenbau billige oder weltliche Baumaterialien zu nehmen. Warum? Weil es um das Haus Gottes ging. Nur das Beste war gut genug. Der Schreiber dieser Zeilen lebte jahrelang in einer osteuropäischen Plattenbausiedlung, weil seine Stadt zu 90% aus solchen Gebäuden bestand – Sozialismus eben. Er war also von Beton umzingelt. Ging er aber in seine ab den 1980-gern erbaute Pfarrkirche, so fand er dort genauso viel Beton vor, wie in der unmittelbaren Umgebung vorhanden war. Der Übergang zum Sakralen war also weder architektonisch noch materialtechnisch gegeben. Es sind viele Bücher und Dissertationen über die neue sakrale Architektur entstanden, welche meistens apologetisch, im Sinne: „das Neue ist besser, gut oder wenigstens nicht schlechter als das Alte und Geschmäcker sind verschieden“. Doch die Tatsache, dass diese neue Architektur, so gut es geht, gemieden wird, spricht doch Bände. Kein Architekt will doch erleben, dass die Menschen sein Gebäude als dermaßen hässlich erleben, dass sie es meiden. Da aber wirklich die wenigsten Menschen ästhetisch gebildet oder geschult sind, so kann man fast jedem, was Kunst anbelangt, wirklich alles einreden. Es gab einmal in der Wochenzeitschrift Die Zeit einen Aufsatz mit dem Titel: „Dann buht doch“, in welchem sich der Theaterkritiker darüber wunderte, was sich das Publikum alles gefallen lässt, bloß deswegen, weil man sich scheut als borniert, kleinbürgerlich und reaktionär zu gelten. Ja, die meisten haben Angst und bei Kunst ist man sich niemals ganz sicher: ist es Kitsch oder ist es genial?

Ad 3. Neue Religion in neuer Architektur verkörpert

Mit dieser Unsicherheit im Ästhetischen im Allgemeinen hängt der Umstand zusammen, dass sich alle in der nachkonziliaren Zeit einreden ließen, dass die neue Kirche eine neue Architektur braucht, welche die „Errungenschaften des Konzils“ wiederspiegelt. So gaben die zuerst noch die konservativen Bischöfe nach, es wurden Baukomitees gegründet und es wurde gebaut und zwar so, dass den Gläubigen das Hören und Sehen verging. Maulte jemand, dass es ihm nicht gefällt, so hörte er, dass das Konzil es so wollte und er zu dumm sei, um diese Tiefen zu verstehen. Siehe des Kaisers neue Kleider. Der Schreiber dieser Zeilen ist sich ästhetisch sehr sicher und ist der erste, der sich mit Kritikern, Regisseuren und anderen Profis Schlachten liefert und da er ungewöhnliche Argumente vorbringt und einen akademischen Titel hat, wovor sich die Künstler meistens fürchten, so weiß er, dass dieses ästhetische Gehabe meistens heiße Luft ist. Ja, es gibt auch wirklich tief ästhetisch empfindende Künstler, die geben dem Schreiber dieser Zeilen aber meistens Recht und beklagen den ästhetischen Verfall der Kirche, indem sie laut beklagen:

„Wie kann die wahre Religion ästhetisch so falsch sein?“

„Weil sie von der Wahrheit abgekommen ist“, lautet unsere Antwort,

denn „Gutes, Wahres und Schönes fallen ins Eins zusammen (bonum, verum et pulchrum convertunter)“. Die Menschen wurden nach dem Konzil nicht nur von der neuen Liturgie aus den Kirchen vertrieben, sondern auch von den Kirchenbauten selbst. Kaum jemand fühlt sich darin wohl und möchte sich darin länger aufhalten.

Ist die nachkonziliare Architektur okkult? Manchmal schon.

Wir können wirklich davon ausgehen, dass die neuen Kirchen so konzipiert wurden, damit sie die Gläubigen verjagen und in einigen, wenigen Fällen kann man es beweisen. Es gibt einen interessanten italienischen Priester Don Luigi Villa, welcher vielleicht doch mit Vorsicht zu genießen ist, weil er das rechte Maß der Kritik wirklich überschreitet und sich bei ihm zu sehr der apokalyptisch-gnostische Abgrund des Allverderbens auftut, seine Beiträge geben aber zu denken, denn wenn auch nur 1% all dessen, was er beschreibt wahr wäre, so wäre es wirklich schlimm. In einer lesenswerten Broschüre beweist er, dass das neue Sanktuarium von Pater Pio dermaßen mit okkulter Symbolik durchsetzt ist, dass man davon ausgehen kann, dass es Menschen in Auftrag gegeben haben, welche wirklich tief bewandert in den okkulten Wissenschaften waren. Der Schreiber dieser Zeilen ist außer Stande all diese Informationen zu verifizieren, da er den Okkultismus kaum kennt. Es lässt sich aber mit Sicherheit sagen, dass keines dieser Symbole irgendeine traditionell-christliche Bedeutung mit sich führt. Der Architekt dieses Baus gibt auch freimütig wieder, dass jemand ihm diese geheime Welt der Zahlensymbolik eröffnete, was er sehr faszinierend fand und er wohl nie mehr im Leben etwas Ähnliches schaffen wird. Und wer hatte gerade dieses Projekt bewilligt? Die Männer der Kirche, welche auch den Geheimgesellschaften angehören müssen, sonst hätten sie dieses Wissen ja nicht. Warum aber gerade so bauen? Weil Symbole wirken und, wie der hl. Augustinus sagt, welchen hl. Thomas von Aquin schreibt (Summ. Theol. 1a q. 115.5. ad 3. et 22 q. 85.2. et q. 96.2.o.), Dämonen anziehen:

„Die Dämonen,“ sagt Augustin (21. de Civ. Dei 6.), „werden angelockt durch verschiedene Arten Steine, Kräuter, Holz, Tiere, Gesänge, Riten, nicht wie die Tiere durch Speise, sondern wie Geister durch Zeichen“ insoweit nämlich diese Dinge ihnen dargeboten werden als Zeichen göttlicher Ehre, nach der sie verlangen. (Summ. Theol. 1a q. 115.5.)[1]

Fassen wir also zusammen: Dämonen, weil sie Geister sind, werden durch Zeichen angelockt. Daher all die Hörner, Totenköpfe, umgekehrte Kreuze und Pentagramme in den Massenmedien und vermehrt auf den Kleidern. Das sind doch alles satanistische Zeichen der ewigen Verdammung. Wissen die Menschen, die es tragen auch? Natürlich nicht, dies tun die wenigsten, da die meisten nicht an den Teufel glauben und auch nicht daran, dass Zeichen wirklich wirken. Sie wirken aber doch, denn all diese okkulten Zeichen sind so zusagen umgekehrte Sakramentalien. Während die wahren Sakramentalien (Weihwasser, Reliquien, Kreuze, Medaillen) dem Träger Gnade ex opere operantis verleihen und die Dämonen abschrecken, locken die okkulten Symbole die Dämonen an. Wird man denn davon gleich besessen? Nein, aber die Dämonen tummeln sich dort häufiger, wie Bakterien im Schmutz. Irgendwann bricht eine Krankheit aus. Interessanterweise gilt die Toleranz für Symbole nicht für die christlichen Symbole. Ein Pentagramm hier, ein Buddha dort, kein Problem, aber versuchen Sie aber irgendwo ein Kruzifix oder ein Marienbild unterzubringen, was hören Sie dann? Religiöser Fundamentalismus, Mittelalter, Inquisition, etc. Besessene können wirklich den Anblick eines Kruzifixes nicht ertragen und es sind Dämonen, welche die Menschen so inspirieren, da diese Reaktionen rational nicht erklärbar sind. Der Schreiber dieser Zeilen ist von Atheisten umgeben und als er welche, die ihn aufrichtig mochten und schätzen, seine Gebetsecke mit einem Kruzifix und Marienbild zeigte, sah er bei allen von ihnen einen kurzen Ausdruck des Entsetzens und des Ekels beim Anblick dieser Gegenstände. Es war eine nichtreflektierte Reflexhandlung, welche bei Menschen, die gar nicht wissen können, was diese Symbole, die ästhetisch sehr schön anzusehen sind, auf sich haben. Solche Ekelanwandlungen sah er auch bei wenigstens zwei in Todsünde lebenden Katholiken, die recht hohe Ämter in der Kirche bekleiden, bei der Erwähnung der Tridentinischen Messen und des Tridentinischen Breviers. Tja, der Teufel setzt die Seinen schon richtig ein. Da nach dem Konzil überall die Kruzifixe, die Kapellen, die Marienstatuen etc. verschwanden, so haben die Dämonen, denen sich nichts materiell und symbolisch entgegenstellt, jetzt einen freien Lauf, welchen sie auch nutzen.

Wir wollen an dieser Stelle festhalten, da unser Wissen darüber noch sehr ausbaufähig ist, dass es nachkonziliar:

  1. die „nur-hässlichen“ Kirchen
  2. die mit okkulter Symbolik angelegten Kirchen gibt.

Ad a. Die „nur-hässlichen“ Kirchen

Mit dem Begriff „nur-hässlich“ wollen wir Kirchen bezeichnen, welche von jemand, der keine Ahnung vom Sakralbau hatte, so errichtet wurden, dass die Menschen sich dort sehr ungerne aufhalten. Der Architekt baute einen Mehrzweck-Versammlungsraum, auch Kirche genannt, der Bischof und das „Komitee“ segneten es ab, weil sie es auch nicht besser wussten. Passiert. Mit der Zeit füllte es das gläubige Volk mit kitschigem und frommen Krimskrams auf, um etwas für die Seele zu haben, wobei ein ästhetisch unannehmbares Konglomerat entstand, welches jeden ästhetisch Gebildeten entweder rührt oder zum Lachen reizt, je nach Heiligkeit und Charakter. 99% aller osteuropäischen Kirchenneubauten gehören dieser Kategorie an. Wundern Sie sich also nicht. Warum haben aber die gläubigen Männer der Kirche in den letzten 50 Jahren dermaßen den Sinn für das Sakrale und das Schöne verloren, dass sie dermaßen hässliche Kirchenbauten abgesegnet haben? Durch den fehlenden geistlichen Input, der aus der Neuen Messe und dem neuen Brevier resultiert. Ja, die Neue Messe spendet auch Heiligkeit und Gnade, aber sehr, sehr wenig, wie das neue Brevier ja auch. Man verliert die geistliche Unterscheidung, weil man zu wenig Licht, sprich zu wenig Gnade, hat. Denn auch früher kamen die meisten Pfarrer vom Lande, waren ästhetisch ungebildet, die Architekten standen nicht im Rufe der Heiligkeit und bauten so, wie der Bauherr es verlangte. Es sind aber Kirchengebäude entstanden, welche uns bis heute entzücken, weil diejenigen, die sie schufen Anteil an der göttlichen Schönheit hatten. Sollten Sie irgendwann einmal an einer tridentinischen Missa solemnis oder an einem Pontifikalamt teilnehmen, welche liturgisch vorschriftsgemäß zelebriert werden, so werden sie auch ästhetisch überwältigt sein. Am ehesten ist es mit einer sehr guten Opern- oder Theatervorstellung vergleichbar, welche da noch real stattfindet und die Seele zu Gott erhebt. Kein Wunder, dass der wahre Katholizismus bis 1962 Ästheten hervorbrachte und viele konvertierten zum Katholizismus, weil es einfach die schönere Religion war, was sie ja seit 1962 nicht mehr ist. Der Teufel ist hässlich und schäbig und er möchte, dass das Hässliche als das „neue Schöne“ gilt.

Werden unsere Seelen zum Himmel emporgehoben, wenn wir unsere Pfarrkirche besuchen? Eher nicht, denn sogar dort, wo der Denkmalschutz ein Machtwort sprach, gibt es Ecken der nachkonziliaren Verschandelung mit Kinderbastelzeug und Dritte Welt Projekten. Grauenvoll. Am wenigsten verstehen es die Pfarrer, dass solche Vorrichtungen hässlich, unangemessen und unsakral sind. Manchmal ist es nicht ihre Schuld, denn manche leben auch tatsächlich nicht in der Sünde. Sie wurde so ausgebildet und erzogen und für viele stellen diese ästhetisch grauenhaften Massenmessen unter Johannes Paul II den ästhetischen Höhepunkt ihres Priestertums dar, welchem sie jetzt ein wenig nachtrauen. Vergebens fragten die Ästheten und Künstler: „Muss es sein? Dieses Styropor? Diese Bühnen? Diese Verschandelung?“ Aber sie wurden als überheblich und wenig volkstümlich in die Ecke gestellt. Es gibt ein gut geschriebenes und witziges Buch von Ephraim Kishon über die moderne Kunst mit dem Titel „Picassos süße Rache. Neue Streifzüge durch die moderne Kunst“,[2] aus dessen Klappentext wir hier zitieren wollen:

Kritikersprache Kunstobjekt
Schwellende Weichstrukturen eines narzisstisch effervenzenten Kräftespiels Brauner Fleck in linker Ecke
Apollonische Vollendung von rhythmisierten Linienschichtungen Zwei Leisten
Vorgezeichnete vibrierende Synthese als optische Distanz zu melodiöser Hypertrophie Leere Leinwand, auf der Rückseite signiert
Geometrisierendes, somnambulisches Vorbewußtsein der exotisch glutvollen Erosionen von luminösen, fötalen Zerstörungskoeffizienten Aufgeblasenes Kondom
Kosmisch aufsteigende Zellenblasen von zeitloser Transfiguration. Spiraloide und fluodoide Antagonismen der archetypischen und chimärenhaften Esoterik Nichts

Es ist natürlich sowohl witzig als auch gut getroffen und die Adjektive verhalten sich umgekehrt proportional zum Inhalt des „Kunstwerkes“, Kishon hat schon recht. Ist denn die moderne Kunst überhaupt Kunst? Manchmal schon, wenn auch wir uns hier an dieser Stelle die Debatte darüber, was Kunst ist, ersparen wollen. Ist die moderne Kunst schön? Meistens nicht, weil sie den Bezug zur absoluten Schönheit – Gott – verloren hat und deswegen taugt die moderne Kunst wirklich kaum dazu das Sakrale, also den Gott-gehörigen Bereich, darzustellen. Noch kurz vor dem Konzil wurden viele Darstellungen des Kreuzes, des Heilands und der Heiligen als ungebührend vom Heiligen Offizium verurteilt, was wir an einer anderen Stelle besprechen wollen. Aber dieser Schulterschluss des Sakralbaus mit der modernen Kunst rührt vom nachkonziliaren Schulterschluss mit der Welt.

Fassen wir also zusammen: die „nur-hässlichen“ Kirchen stammen aus der Ignoranz der Architekten und dem fehlenden sensus fidei der Bischöfe und wir alle leiden darunter.

Ad b. Die mit okkulter Symbolik angelegten Kirchen

Die Beweisführung zu diesem Thema wird schwierig sein, weil wir dieses Wissen noch nicht besitzen und deswegen auf die Arbeit von Don Luigi Villa verweisen. Sicherlich lässt sich in einem akademischen Vortrag beweisen, dass

  • das Symbol (a)
  • im Kult (b)
  • die Bedeutung (c) besitzt,
  • weil ihm von den Gläubigen die Bedeutung (d)
  • aufgrund des Glaubens (e) zugeschrieben wird.

Sicherlich lässt sich auch kunstgeschichtlich beweisen, dass manche Symbole:

  • rein christlich (Fisch, Kruzifix),
  • von den Christen übernommen und „getauft“ wurden (der gute Hirte, Traube) und manche
  • völlig unchristlich (Pentagramm, Jing-Jang) sind.

Da wir am Anfang des XXI Jhdt. in einer völlig synkretistischen Umgebung leben, fällt uns vieles nicht auf und da verschiedene Geheimgesellschaften ihre Symbole möglichst überall angebracht haben, so nehmen wir vieles als Mischsymbole wahr. Es stellt sich aber die Frage, wozu dieser Kampf um Symbole gut sein soll? Weil Symbole, sprich Zeichen, wirken. Dies sagt der oben zitierte Augustinus, dies sagen auch die Esoteriker. Es gibt im Internet sehr interessante Vorträge von einem ehemaligen Mönch und Priester, welcher die Kirche verlassen hatte, ein Esoteriker wurde und allem Anschein nach besessen ist. Woher wollen wir das wissen? Weil er in seinen Vorträgen von den Symbolen behauptet, dass sie entweder gut oder schlecht „vibrieren“. Ein katholisches Kreuz noch mit einem Gekreuzigten vibriert angeblich schlecht und das okkult-esoterisch-ägyptische Ankh-Kreuz vibriert gut. Aus wessen Sicht gut oder schlecht? Aus der Sicht der Dämonen. Ein normaler, spricht nicht besessener Mensch, hat diese Sicht der Dinge gar nicht. Er kann sagen, dass ihm dies und das nicht gefällt, dass dieses Symbol in diesem Kult dies oder jenes bedeutet. Er nimmt aber die Symbole nicht intuitiv wahr. Das Adjektiv „intuitiv“ ist hier bewusst angewendet, denn den Menschen ist die sukzessiv schlussfolgernde Denkweise eigen im Sinne: wenn a, dann b, dann c, die meistens syllogistisch stattfindet, indem man die Gedankeninhalte von den Dingen abstrahiert. Die Engel aber und Dämonen sind gefallene Engel, haben diese Denkweise nicht, sondern sie nehmen die Wirklichkeit intuitiv, ganzheitlich und überzeitlich wahr, was der hl. Thomas von Aquin in seiner überaus ausführlichen Angelologie (Summ. Theol. I, q. 54-58) darlegt. Er schreibt:

„Angelus non intelligit componendo et dividendo sicut homo.

Der Engel erkennt nicht durch das Zusammensetzen und Trennen wie der Mensch »

(Summ. Theol. 1a, q. 58. 4. O et 5. C. et q. 85. 5. c)

Also nicht synthetisch und analytisch, sondern durch eine quasi Erleuchtung (illuminatio), welch die höher gestellten Engel den niedriger gestellten übermitteln. Wir wollen an dieser Stelle nicht die Erkenntnis der Engel näher besprechen, da diese recht viel philosophische Vorbereitung erfordert, aber nur an dieser Stelle festhalten, dass eine intuitive Erkenntnis den Menschen nur durch Engel zuteilwerden kann, entweder durch die guten oder die gefallenen. Und deswegen sind all diese übersinnlichen oder paranormalen Fähigkeiten keine Eigenschaften des Menschen selbst, wie uns New Age klarmachen möchte, sondern dieser Mensch tritt mit gefallenen Engeln in Kontakt, welche in ihm, „wie in einem Gasthaus“, so der Barnabasbrief, wesen. Zwar lässt Gott seinen Heiligen auch intuitiv Inspirationen durch die guten Engel zukommen, wie Kardinal Bona schreibt, aber dies kommt sehr selten vor und ist im Gesamtzusammenhang des Lebens zu sehen. Kurz und gut: hat jemand diese Wahrnehmung der Symbole, die bspw. „vibrieren“, verfügt er also über eine Wahrnehmung, die weder sinnlich noch diskursiv ist, so besitzt er einen umgekehrten sensus fidei, den wir hier den sensus occultus nennen wollen, und man kann davon getrost ausgehen, dass er entweder besessen oder wenigstens dämonisch inspiriert ist.  Wenn wir die o.a. Aussage vom hl. Augustinus ernst nehmen, dass „Zeichen Dämonen anlocken“, was jeder Okkultist oder Magier gleich bestätigen würde, so können wir einen Schritt weitergehen und sagen, dass bestimmte architektonische Anordnungen, die ja auch Zeichen sind, ebenfalls Dämonen anlocken können. Betrachten wir den Grundriss einer christlichen Kirche, so ist ihr so bis zum Vat. II ein Kreuz eingezeichnet, wie bspw. im gotischen Kirchenschiff. Wenn eine Kirche aber spiralförmig oder pentagrammisch angeordnet wird, so kann man davon ausgehen, dass hier ein Landeplatz für Dämonen angelegt wird, zumindest aber, dass dieser Grundriss nicht christlich ist. Wenn man sich beispielsweise die Unmenge von sehr dezidiert angelegten okkulten Zeichen in der Pater Pio Basilika anschaut, dann kann einerseits vom Zufall keine Rede sein, denn man baut nichts zufällig, anderseits wird es klar, dass diese Anordnung von Menschen geplant wurde, welche sich in okkulten Wissenschaften sehr gut auskennen. Dies ist aber nicht nur ein theoretisches Wissen. Man wird in diesen Geheimgesellschaften, von denen die Freimaurer und die Bekanntesten sind, initiiert und zwar in diesem Sinne, dass man sich dem Dämonen öffnet und ihr Wissen und Können mitgeteilt bekommt, okkultes Wissen eben. Die Okkultisten nennen es „das dritte Auge“, welches angeblich jeder Ungetaufte besitzt, welches aber durch die christliche Taufe verschlossen wird. Sie haben Recht, denn es ist katholische Lehre nur linksherum gewendet. Niemand würde doch die weiteren Initiationsstufen dieser Geheimgesellschaften durchschreiten wollen, was mit vielen Opfern verbunden ist, wenn nichts dabei rauskäme. Wir meinen nicht nur: Geld, Sex und Macht und die Unterstützung der „Amici“, sondern auch okkultes Wissen, welches sehr machtvoll ist. Natürlich kommt nicht jeder in diese dämonischen Höhen, dazu muss man irgendwie naturbegabt und ausgewählt worden sein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Okkultisten und Mitglieder von Geheimgesellschaften übersinnliches Wissen haben, verschiedene Symbole tatsächlich übersinnlich wahrnehmen und ihre Tempel und Einrichtungen nach einer bestimmten Symbolik anordnen. Hier wird sicherlich fast jeder mitgehen. Wenn aber:

  • so viele Kirchen, die neugebaut oder „renoviert“ werden,
  • jeglicher christlicher, katholischer und traditioneller Symbolik bar sind
  • so besteht die Möglichkeit, dass sie eine andere, okkulte, Symbolik bergen,
  • die sich nicht allen erschließt, weil sie eben okkult, also verborgen ist.

Eine Symbolik wirkt aber an sich, siehe hl. Augustinus, indem sie die Dämonen anlockt und den Rest der Heiligkeit neutralisiert. Es ist durchaus möglich, dass die Okkultisten so denken:

„Die Katholiken beten zwar immer noch zu Gott, sie tun es aber in unseren Tempeln, welche ihre Gebete neutralisieren, weil wir sie so eingerichtet haben, dass es dort von Dämonen wimmelt.“

Aus den Berichten von Überlebenden von satanischen Kulten geht hervor, dass diese Rituale oft in den Kirchen oder unterhalb der Kirchen in irgendwelchen Gewölben oder in der Krypta stattfinden. Da einige Priester Satanisten sind, ist es durchaus möglich. Es geht nicht nur darum das Heilige zu Profanieren, sondern die nachfolgende Heiligkeit, die ja bei jeder gültigen Messe und bei Gebeten verströmt wird, auf diese Weise zu neutralisieren.  Aber diese Profanierung muss nicht immer auf diese Art und Weise stattfinden, der Kirchenbau selbst macht es ja auch. Wenn Sie sich also in einer leeren, neuen Kirche sehr unwohl fühlen sollten, vorausgesetzt Sie sind im Gnadenstand, wenn Sie dort eine Symbolik vorfinden, die Ihnen gar nichts sagt, wenn Sie eine Kälte und Irritation spüren werden, kann können Sie davon ausgehen, dass Sie in einem okkulten Tempelgebäude stehen, der als eine katholische Kirche getarnt wurde. Sie können auch davon ausgehen, dass ein Bischof, der solch eine Kirche bewilligt hatte entweder eines jeden sensus fidei bar ist, was ihm kein gutes Zeugnis ausstellt oder aber, dass er selbst ein Mitglied einer Geheimgesellschaft und ein Okkultist ist. Sollte er selbst es nicht sein, so gibt es in seinem Hintergrund Menschen, die zu diesen Geheimgesellschaften gehören und sich solche architektonischen Anordnungen seit vielen Jahrzehnten ausdenken und deswegen:

  • ehren unsere Kirchengebäude nicht Gott,
  • sie entweihen die dort stattfindenden heiligen Handlungen,
  • sie lassen die Gläubigen davonlaufen.

Vielleicht hat der neue Kirchenumstrukturierungsboom, der ein wenig subkutan in Deutschland und Österreich stattfindet, damit etwas zu tun, dass jetzt explizit die Räume für die neuen Einheitsreligion vorbereitet werden, die gnostisch und nicht mehr katholisch ist? Alles scheint darauf hinzudeuten. Am meisten Papst Franziskus selbst. Warum glauben Sie trägt Papst Franziskus dieses komische silberne Lunarkreuz mit dem angeblichen guten Hirten? Weil es eine gnostische und nichtchristliche Symbolik birgt, wie sein ganzes Pontifikat ja auch.[3] Aber diese gnostisch-okkultistische Bewegung ist schon mindestens seit Anfang des XX Jhdt. in der Kirche am wirken, welche Bergoglio wie eine Woge nach oben gebracht hat. Denn der jetzige Zustand der Kirche lässt sich nicht nur intellektuell qua Neumodernismus deuten, obwohl dies natürlich stimmt. Er lässt sich auch spirituell als gnostisch und (noch?) krypto-satanistisch deuten, wovon die neuen Kirchen leider zeugen.

Beten wir also in schönen Kirchen, denn die Hässlichkeit kommt vom Teufel.

[1] Deutsche Übersetzung nach: http://www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel116-5.htm

[2] Kishon, Ephraim, Picassos süße Rache. Neue Streifzüge durch die moderne Kunst, Langen Müller: München, 19995.

[3] : https://www.youtube.com/watch?v=ZCTOfCbOXTo http://traditioninaction.org/RevolutionPhotos/A520-Cross.htm http://traditioninaction.org/Questions/B603_List.html#symbols https://www.youtube.com/watch?v=8Gj_jJkVZ8U&feature=youtu.be

 

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Tomas Luis da Victoria – Missa Alma redemptoris mater a 8


6 immaculata

Die Musik Victorias als claritas

14NovConferenciaJuanCarlosAsensioTomas Luis das Victoria (1548 -1611) gehört zu jenen Komponisten, welche das Katholische am besten zum Leuchten brachten. Vielleicht auch deswegen, weil er Priester und wie es scheint fromm war. Die näheren Angaben zu seinem Leben kann man woanders nachlesen,[1] ebenso wie die Information, dass er einer der prominentesten Vertreter der römischen Schule oder des Palestrina-Stils war. Der Schreiber dieser Zeilen zieht Victoria Palestrina vor. Die Musik Victorias ist dermaßen rein und luzid, dass man ihr sowohl die Frömmigkeit ihres Schöpfers als auch die geistlichen Inhalte abnimmt. Nur geistliche Menschen können Geistliches schaffen und Victoria schrieb ausschließlich geistliche Musik.

Wenn die Kriterien der Schönheit die folgenden sind:

  1. Integritas sive perfectio, d.i. die Unversehrtheit des Gegenstandes,
  2. Debita proportio sive consonantia, d.i. das rechte Verhältnis der Teile zueinander, ihre Einheit in der Mannigfaltigkeit oder ihre Ordnung,
  3. Claritas, d.i. Klarheit und Helligkeit, welche die Vollkommenheit und harmonische Einheit in glanzvoller Weise vor Augen führt.[2]

Dann macht die Musik Victorias besonders die Claritas aus, welche besonders in seinem Requiem für die verstorbene Kaiserin Maria von Spanien zum Tragen kommt. Victoria hatte wirklich einen Bezug zum göttlichen Licht und deswegen konnte er dieses musikalisch abbilden. Diese Claritas kommt insbesondere im Sanctus in fast jeder seiner Messen zum Tragen. Die Musik Victorias versetzt uns wirklich in eine andere Welt der Heiligkeit und des Lichtes und kann nach einem anstrengenden Tag ohne viel Vorbereitung gehört werden. Sie ist einfach, mathematisch und rein.

Missa Alma redemptoris mater a 8

Die Messe Alma redemptoris mater verdankt ihren Namen dem Umstand, dass ihr musikalisches Hauptgerüst, also der Cantus firmus, die Motette Alma redemptoris Mater, ebenfalls von Victoria darstellt, welches wir bereits, in einer anderen Ausführung, vorgestellt haben.[3] Beim näheren Hören des achtstimmigen Werkes kann man rasch die musikalischen Grundstrukturen erkennen. Diese Messe wurde im Jahre 1600 für das Kloster komponiert, in welchem Victoria wirkte und Kaiserin Maria von Spanien lebte. Wir präsentieren diese Messe in der Aufnahme aus dem Jahre 2011 des Ensemble Plus Ultra, unter der Leitung von Michael Noone, einem Ensemble, das alle Geistlichen Werke von Victoria aufgenommen hat und von manchen Bassstimmen abgesehen, einen ausgewogenen und stilsicheren Klang bietet. Beten wir auch für diese Musiker wenigstens ein Ave Maria, welche uns diesen Kunstgenuss bescheren und welche wahrscheinlich in keinem religiösen Verhältnis zu den gesungenen Inhalten stehen, weil die Kirche nichts mehr verkündet.

Im Nachfolgenden werden die Teile:

  • Kyrie
  • Gloria
  • Credo
  • Sanctus
  • Benedictus
  • Agnus Dei

unkommentiert veröffentlicht werden. Den Bezug zwischen der Tridentinischen Messe und Musik sparen wir uns für einen anderen Beitrag.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Tom%C3%A1s_Luis_de_Victoria https://en.wikipedia.org/wiki/Tom%C3%A1s_Luis_de_Victoria

[2] https://traditionundglauben.wordpress.com/category/asthetik/

[3] https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/12/02/alma-redemptoris-mater-oder-das-nahrhafte-brevier/

Maria von Spanien oder „die katholische Luft atmen“


Monasterio_de_las_Descalzas_Reales_(Madrid)_06Das Kloster der Barfüssigen Schwester von der Hl. Klara

Da unsere Redaktion in der Vorweihnachtszeit bis Neujahr seltener dazu kommen wird neue Beiträge zu verfassen, so wollen wir musikalisch ein wenig vorsorgen, um diesen Blog am Leben zu halten.

In der Weihnachtszeit soll die Messe Alma redemptoris mater von Tomas Luis da Victoria abschnittsweise vorgestellt werden. Bevor wir uns aber dem Stück selbst widmen werden, ist es recht und billig diejenige katholische Monarchin zu nennen, welcher wir eigentlich Victoria verdanken. Es handelt sich um die Kaiserin Maria von Spanien.

Maria von Spanien (1528–1603) – ein Leben der Pflichterfüllung

Tomas Luis da Victoria (1548 -1611) war ab 1587, d.h. am Ende seines Lebens nicht nur der persönliche Kaplan, sondern auch der „Klosterkomponist“ der verwitweten Kaiserin Maria von Spanien, welche am Ende ihres Lebens Monasterio de las Descalzas de S Clara also im Kloster der „Barfüßigen Schwestern der Heiligen Klara“ lebte (siehe oben). An dieser Stelle soll noch kein Nachruf auf die Maria von Spanien, welche von den Spaniern selbst Maria de Austria genannt wurde. Aber sogar an den kargen Angaben in der Wikipedia wird deutlich,[1] dass sie wirklich kein einfaches Leben hatte und sicherlich nicht ganz „selbstbestimmtes“, wie die heutigen Feministinnen sagen würden.

220px-Maria_of_Spain_1557Als die älteste Tochter des Kaisers Karl V. war sie für einen politische Ehe vorbestimmt, welche sie mit Kaiser Maximilian II, ihrem Cousin 1. Grades einging, was sicherlich manch einen Dispens nötig machte. Sie gebar ihrem Mann insgesamt 16 Kinder (ja, ja, sechzehn, meine Damen), von denen neun das Erwachsenenalter erreichten. Ab 1550 war sie alleinige Statthalterin in Spanien, ab 1552 lebte sie ständig in Wien und schließlich nach dem Tod ihres Mannes 1576 kehrte sie 1582 nach Spanien zurück. Als sie in ihre Heimat zurückkehrte sagte sie, dass sie glücklich sei in einem Land ohne Häretiker zu leben, was der Schreiber dieser Zeilen durchaus nachempfinden kann. Auch Marie, die Heldin der „Ansichten eines Clowns“ meinte sie müsse ab und zu „katholische Luft“ atmen. Ja, die Luft ist anders. Wir wollen uns hier nicht mit der politischen Tätigkeit der Kaiserin Maria, welche recht rege und im Sinne des katholischen Glaubens war, noch wollen wir die Frage stellen, ob diese Tätigkeit gelungen war. Sie lebte seit 1582 im o.a. Kloster, trug eine Ordenstracht und bestimmte Tomas Luis da Victoria zu ihrem Kaplan und Komponisten, wodurch sie uns und allen nachfolgenden Generationen einen großen Gefallen erwies, da Victoria sich ausschließlich aufs Komponieren von geistlicher Musik konzentrieren konnte. Dem Schreiber dieser Zeile scheint es, dass durch den Klostereintritt Maria von Spanien endlich ein Leben führen konnte, nach welchem sie sich sehnte. Keine Pflichten, keinen Hof, keine Kindererziehung, keine politische Angelegenheiten, nur Gott und Gebet.

stair1Gott hat sie auch zu Lebzeiten belohnt, denn das Leben in solch einer Schönheit (siehe das Treppenhaus des Klosters linkd) und dazu noch mit der Musik von Victoria war eher Belohnung zu Lebzeiten als Buße. War sie glücklich? Wahrscheinlich schon, denn was macht glücklicher als die treue Pflichterfüllung an den Stellen, an die uns Gott gestellt hat.

Juan_Pantoja_de_la_Cruz_012Deswegen waren ihr die Irrungen und Wirrungen der neurotischen Sissy, ebenfalls Kaiserin in Österreich und von Österreich, erspart. Selbstbestimmung ist nicht immer das Beste und sogar Greta Garbo sagte einmal, dass ihr leider nicht gegeben worden ist ein Leben zu führen, welches sie eigentlich wollte. Wenn es nicht einmal Greta Garbo es gelungen ist, dann wem? Also Maria von Spanien hat das bessere Stück erwählt und am Ende ihres Lebens saß sie an den Füßen des himmlischen Bräutigams. Ihr Bild aus der Jugendzeit zeigt eine charakterstarke Person, die sich durchsetzen konnte und musste, ihr Altersbild eine geistliche Strenge.

Seien wir also dankbar der Maria von Spanien, welche das Gute, Wahre und Schöne des Katholizismus würdigen und verteidigen konnte. Die armen Spanier haben Gott weitgehend verlassen jetzt haben sie eine Letizia. Strafe muss sein. Da aber Maria vielleicht sich noch im Fegefeuer befindet, denn es ist schwer zu regieren, ohne schuldig zu werden, so beten wir für ihre Seele dreimal: Herr gib ihr die ewige Ruhe …

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_von_Spanien_%281528%E2%80%931603%29 https://en.wikipedia.org/wiki/Maria_of_Austria,_Holy_Roman_Empress

Ad te levavi von Palestrina oder gegen den Horizontalismus


Schönheit inspiriert Schönheit, das Gute – die Gutheit, das Wahre – die Wahrheit. Gott macht uns heilig, gut, wahr und schön und der Teufel möchte das Gegenteil also auch sein Ebenbild in uns einzeichnen. Im Heimatland des Schreibers dieser Zeilen gibt es einen Priester, der über 80 Jahre alt ist und seit etwa 10 Jahren als Exorzist wirkt. Er lässt seine „Patienten“ nach ihrer „Heilung“ Zeugnisse schreiben, welche sehr tiefgründig sind und welche dieser Priester bei seinen Konferenzen vorliest. Eine ehemals besessene Frau schrieb:

„Er, d.h. der Teufel, ist unfruchtbar. Er kann nichts hervorbringen. Er entführt die Seele, wie es manchmal Frauen tun, die keine eigenen Kinder haben können. Er beraubt die Seele ihrer Würde und ihrer eigentlichen Identität und möchte sie zu seinem Kind machen.“

Sehr tiefgründig, theologische korrekt und gut beobachtet. Eigentlich ist der Teufel wirklich arm dran, da er sozusagen „nichts vom Leben hat“ außer, dass er die Menschen quält und versucht seine Eigenschaften ihnen aufzudrücken. Also etwas Fremdes, denn ein Geschöpf Gottes, nehmen, entführen und nach seinem Abbild zu verändern versuchen. Je schöner und wertvoller eine Seele ist oder sein kann, desto mehr Interesse zeigt er an ihr, besonders in der Jugendzeit, denn so kann man einen Menschen für sein Leben ausrichten. Deswegen hasst der Teufel und die Welt als seine, von ihm inspirierte Wirkungsstätte, im Sinne der johanneischen Schriften, alles was eine Ähnlichkeit Gottes in sich trägt:

  • die Perfektion,
  • die Harmonie,
  • die Schönheit,
  • die Struktur und Anderes.

Seit den 1960-gern (Vatikanum II 1962-1965) gibt es tatsächlich zum ersten Male in der Menschheitsgeschichte eine dauernde Jugendkultur, die langfristig destruktiv ist, weil von ihr infizierten niemals davon frei werden, siehe Altrocker. Es geht in ihr nicht darum an bestimmte Werte der Erwachsenenwelt heranzuwachsen, sondern diese von vornherein abzulehnen. Daher die Rockmusik mit ihrem Primitivismus, daher dieses Obszöne, diese Formlosigkeit, dieses Ungepflegte und Flegelhafte. Daher dieser Hass gegen die Schönheit, weil sie auf Gott hinweist. Die wahre Liturgie wirkte inspirierend, auch auf Sünder, siehe Liszt oder Caravaggio, denn sie brachten Kunstwerke von einem Ewigkeitswert hervor, trotz ihres Lebenswandels. Und was haben wir heute? Werbung und Mode, wo wirklich ästhetisch Hochbegabte ihr Talent verschwenden, weil es nichts Höheres gibt. Die Welt, vom Teufel inspiriert, beraubt auch die Künstler ihrer wahren Identität. Sie könnten von der Schönheit Gottes langfristig zeugen und dadurch ihre zeitlichen Sündenstrafen auch tilgen, natürlich nach Bekehrung und Beichte. Aber das sagt ihnen ja keiner, weil man „dialogbereit und offen“ sein will. Alles horizontal, flach und platt. Dabei sagt der Introitus des ersten Adventssontags:

Ad te, Domine, levavi animam meam:
Deus meus, in te confido; non erubescam.
Neque irrideant me inimici mei : etenim universi qui sustinent te, non confundentur. 

 Zu Dir, o Herr, erhebe ich meine Seele: Mein Gott, auf Dich vertraue ich; ich werden nicht erröten.

Meine Feinde mögen mich nicht verlachen: denn alle, die Dich hochhalten, werden nicht erschüttert werden.

Wenn es kein oben gibt, dann gibt es bald auch kein rechts und links, denn ohne die Vertikale, verschwindet die Horizontale. Ohne die Gottesliebe, keine Nächstenliebe, ihr lieben Herrn Pfarrer, die ihr wieder in der Predigt etwas anderes sagtet.

Wir stellen hier das Motett Ad te levavi nach den Worten des Introitus des ersten Adentsonntags von Palestrina gesungen in einer Live-Aufnahme von Cappella Musicale della Cattedrale di Fiesole und hoffen, dass durch diese Musik sich auch unsere Seelen zu Gott erheben, aus diesem postkonziliaren Jammertal. Vergleichen wir doch das Ad te levavi von Palestrina mit dem bekannten „Zu Gott, o Herr erheben wir, die Seele mit Vertrauen“. Wie armselig erscheint doch das Letztere gegen diese Fülle an Form und Ausdruck. Und dabei ist das „Zu Gott“ noch eines der singbareren Gotteslob-Lieder. Schlimm, was man alles mitmachen muss. Aber gäbe es keine von der Schönheit faszinierte Menschen, so würde man den Palestrina überhaupt nicht singen, nicht einmal in Konzersälen, denn aus Kirchen ist er, als vorkonziliar, praktisch verbannt. Da herrscht die Klampfenmusik der Pastoralssistentin. Ach weh! Diese ganzen Pastoralassistentinnen-Tross wird aussterben müssen, denn die nachkonziliare Kirche ist leider, wie der Teufel, größtenteils unfruchtbar: keine Berufungen, denn keine lebendige Tradition. Man überliefert ja keinen katholischen Glauben, sondern untergräbt ihn. Es geht um das „Miteinander“, was man in jedam Fussballstadion haben kann. Aber erheben wir unsere Seelen zu Gott – in altum – in die Höhe und lassen uns nicht von diesem Horizontalismus einfangen. Diejenigen, die für die Bischofkonferenz tatsächlich auf den Knien gebetet haben, können hoffen, dass sie zur dieser Wende beigetragen haben. So können wir uns an der Schönheit laben.

Gott als Schönheit – Schönheit als theologisches Wahrheitskriterium


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All unsere bisherigen Überlegungen betrachtend, könnte man fragen, ob die Überlegungen zur Schönheit nicht einer allzu weltlichen Natur seien. Dies ist aber nicht der Fall, da die Schönheit eine der Eigenschaften Gottes (attributa divina) ist und zu den Eigenschaften des göttlichen Seins (attributa essendi) gezählt wird.[1] Da die Welt sehr schön ist und sie ein Geschöpf aber auch ein Abglanz der eigentlichen, denn geistlichen Vollkommenheit Gottes ist, so muss Gott sehr schön sein.

Gott ist im höchsten Maße wahr, gut und schön und in ihm fallen das Wahre, das Gute und das Schöne in eins zusammen: bonum, verum et pulchrum convertuntur. Daher ist es für einen Katholiken gottgegeben und legitim hinter dem Schönen das Wahre und Gute zu vermuten und hinter dem Hässlichen das Gegenteil davon. Man braucht sich dafür nicht zu entschuldigen, wie Martin Mosebach es tut. Mathematiker und Physiker wissen aus, dass das ästhetische Kriterium gleichzeitig das wahre Kriterium ist. Denn eine wahre Formel ist schön, kurz und übersichtlich, wie die mathematische Erfahrung zeigt: a2 + b2 = c2 oder e = mc2 alles schön, kurz, wahr und prägnant. Natürlich erreicht man diese Schönheit und Kürze nach recht vielen Rechenwegen und Kürzungen, aber sie ist das Ziel. Geschwülstiges, kompliziertes Reden oder der nachkonziliare Jargon in der Kirche ist niemals wahr, wie man aus den Haus-der-Martha-Statements, denn Predigten sind es wirklich nicht mehr, des jetzigen Papstes ersehen können.

Der Teufel kann einfach keine Schönheit hervorbringen, genauso wenig wie die Wahrheit. Er stellt alles Mögliche zusammen, was jedoch sowohl der Harmonie als auch der Stringenz entbehrt. Wenn wir im Internet nach guten katholischen Seiten fanden, so können wir, auch theologisch ungebildet, nach der Ästhetik richten. Je schöner, desto katholischer. Katholisch ist nicht hässlich oder übertrieben. Ein gotterfüllter Mensch, versteht, ungeachtet seiner sonstigen Bildung, etwas von Schönheit. Dies ist auch der Grund, warum früher, vor dem Konzil, auch die einfachsten Dorfkirchen, von Menschen, die weder lesen noch schreiben konnten entworfen, schön waren. Bäuerlich aber schön. Man fand die richtigen Proportionen, Harmonien und Verbindungen. Weil man Gott kannte.

Was ist aber schön? Der hl. Thomas von Aquin antwortet: „dasjenige, dessen Anschauung geistigen Genuss gewährt (pulchra dicuntur, quae visa placent)“.[2] Natürlich muss die Anschauung breiter als das reine Sehen gefasst werden. Damit ist ein jeder vernehmender Akt gemeint, da es auch schöne Musik oder schöne Literatur gibt. Vornehmlich ist es tatsächlich das Sehen. Aber durch die Schönheit, werden wir wirklich „in eine bessre‘ Welt entrückt“, wie das berühmte Lied von Schubert „An die Musik“ sagt. Im Anschluss an Summ. Theol. I 1. 39 a. 8 lassen sich, so Diekamp-Jüssen, den wir an dieser Stelle zitieren,[3] drei Erfordernisse der Schönheit aufstellen:

  1. Integritas sive perfectio, d.i. die Unversehrtheit des Gegenstandes,
  2. Debita proportio sive consonantia, d.i. das rechte Verhältnis der Teile zueinander, ihre Einheit in der Mannigfaltigkeit oder ihre Ordnung,
  3. Claritas, d.i. Klarheit und Helligkeit, welche die Vollkommenheit und harmonische Einheit in glanzvoller Weise vor Augen führt.

Ad 1. Integritas sive perfectio

Die Schönheit setzt eine Ganzheit voraus. Etwas Zerbrochenes, Unvollendetes wird als Unvollkommen und nicht als Schön wahrgenommen.

Ad 2. Debita proportio sive consonantia

Dies führt dazu, dass bei fehlender Symmetrie es kein rechtes Verhältnis der Teile zueinander entstehen kann. Denn Schönheit ist Mathematik und hinter allem steckt der goldene Schnitt. [4] Musik ist ja mehr Konsonanz als Dissonanz, da unser Ohr und Gehirn auf langandauernde Dissonanzen empfindlich reagiert. Die Pop-Musik, die uns berieselt und auch zurecht auf der harmonischen Stufe der Frühklassik geblieben. Nicht nur deswegen, weil die allermeisten Menschen nur dies aufnehmen können, sondern weil diese Harmonien sich durch die besten und eifachsten Proportionen auszeichen.

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Ad 3. Claritas

Ja, Schönheit hat etwas Lichtvolles (siehe das obere Bild), etwas Schimmerndes und gute Musik endet mit einem D-Dur-Akkord, der, wie Bach und Hindemith schon ahnten, gottgewollt ist. Der heilige Augustinus sprach in diesem Kontext von „Glanz der Ordnung“ (splendor ordinis), wie man ja auch vom Glanz der Wahrheit (splendor veritatis) spricht.

Liest man Bücher oder Traktate der Kirchenväter oder der großen Theologen, so wird man nicht nur von der sprachlichen Schönheit angerührt, von dem Rhythmus der Sprache, ihrer Kürze und Präzision, sondern aus diesen Texten strahlt wirklich etwas Lichtvolles hervor. Man freut sich, dass die Kirche einmal solche Literaten und Heilige zugleich hatte. Was sich schlecht liest, siehe Karl Rahner et alia, ist auch unwahr. Der Heilige Geist gibt tatsächlich den Rhythmus ein, indem er die sprachlichen Proportionen ordnet. Daher gibt es im alten Brevier also dem bis 1962 kein Kitsch. Die Hymnen und Lesungen sind kurz, prägnant und schön. Die Vulgata-Psalmen eine schöne, anschauliche Poesie und natürlich gutes Latein. Vor dem Konzil wurde der Klerus durch das Gebet und die Liturgie gleichzeitig ästhetisch gebildet und dort, wo schon Hässlichkeit herrschte, war kein Geist mehr.

[1] https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/10/01/augustin-poulain-sj-die-fulle-der-gnaden-10-kapitel-2-vorstufen-der-mystik-1-gebet-der-affekte/

[2] Thomas von Aquin, Summ. Theol. I, q. 6 a. 5 ad 1.

[3] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Will 2013, 166.

[4] http://www.spektrum.de/news/wie-berechnet-man-schoenheit/793179 https://www.youtube.com/watch?v=2I7dbgXfNh8 http://www.welt.de/welt_print/vermischtes/article8826484/Geometrie-der-Schoenheit-Der-Goldene-Schnitt.html

Neues Aussehen des Blogs oder Schönheit über alles


Interior of St Peter's Basilica

Leider trifft es sich recht selten, dass diejenige unserer Beiträge, die wir für wertvoll halten am häufigsten gelesen werden. Dies kann durchaus daran liegen, dass sie zu schwierig sind, wie der Zyklus über das Blutwort, welches wir allen, die über Novus Ordo Messen nachdenken und sie für ungültig halten, nochmals ans Herz legen wollen. Es kann aber auch daran liegen, dass die schöne Aufmachung fehlte, weil wir davon ausgingen, dass der Beitrag über „Antiliturgische Häresie“ keine schönen Bilder brauchte. Aber wie es scheint, muss man auch Beiträge über das Häßliche schön gestalten wie man auch über die Langeweile interessant schreiben muss. Wir haben daher unser Aussehen ein wenig verändert und wohl verschönert, sowie die letzten Teile der „Antiliturgischen Häresie“ mit schöneren Bildern versehen. Ja, Schönheit über alles. Häßlichkeit gibt es schon genug. So erfreut sich der viel weniger anspruchsvolle Zyklus über Gott als Schönheit einer größeren Popularität, die zugleich freut und erstaunt. Tja, miraculum de mirari venit – das Wort „Wunder“ kommt von Staunen (leider nur im Lateinischen).