Vom Schmutz und den Abwehrkräften


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Bei der Durchsicht der traditionellen Seiten oder der überhaupt konservativ-religiösen Seiten macht sich Unmut und Verzweiflung breit, weil man fast ausnahmslos den Schmutz des Franziskus-Pontifikats, seine Skandale und dementsprechend scharfe Polemik findet. Das ist normal, denn auf Aktion folgt Reaktion. Der vermeintlich konservative Katholizismus schmilzt zusammen, wie der Schnee in der Frühlingssonne, der Kaiser ist nackt, was uns gar nicht fröhlich stimmt. Viele Menschen verlieren den Glauben, manche Neokonservative werden zu Traditionalisten und viele Seelen rasen auf die Hölle zu. Als der hl. Paulus der Einsiedler mit 15 in seine Hölle während der arianischen Apostasie kroch, wo er mit 105 starb, so hat er wirklich nichts verpasst, sondern seine eigene Seele gerettet und den hl. Antonius am Lebensende unterrichtet, der dieses Wissen an seine eigenen Schüler weitergab.

Wir geben uns Mühe wenig vom und aus dem Vatikan zu berichten, weil es niemandem hilft und unseren Seelen nur schadet. Ist es nicht besser für die eigene Heiligung zu sorgen und sich eine kleine, heile Welt in seiner eigenen Einsiedlerhöhle zu schaffen, wie einst der hl. Paulus der Einsiedler? Natürlich ist es das! Seien wir Gott für Franziskus dankbar, denn er ist wie eine Seuche, welche die Krankheit der nachkonziliaren Kirche offenlegt und diese jetzt konsequent zerstört. Stichwort Amazonas-Synode, Abschaffung des Zölibats, die Neue Ökumenische Messe.

Warum lässt Gott es zu?

Weil die Menschen nach 1962 oder schon früher auf seiner heiligen Kirche eine eigene Menschenmachkirche erbaut haben, welche nicht göttlich, sondern gnostisch ist. Mit eigenen Lehren, mit eigener Liturgie und Hierarchie. Diese schlitterte immer mehr in eine Apostasie, die jetzt offenbar wird. Deswegen wird die Reinigung sehr schmerzlich sein, denn diese neue Nicht-Kirche wird bis auf die Fundamente zerstört werden. Es ist wie beim Zahnarzt. Manchmal haben Sie solch eine große, verbrauchte Plombe und so wenig Zahn, dass die ganze Plombe abgetragen werden muss, um etwas Neues auf dem Zahn zu konstruieren.

Das hat es schon alles gegeben: den Abfall und die Strafe

Dann werde ich mein Urteil über sie sprechen und sie strafen für alles Böse, das sie getan haben, weil sie mich verlassen, anderen Göttern geopfert und das Werk ihrer eigenen Hände angebetet haben. (Jer 1,16)

Denn mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten. (Jer 2,13)

Weil dieser Abfall aber präzedenzlos ist, so wird die Strafe auch sehr hart ausfallen. Als Konsequenz des Großen Abendländischen Schismas gab es die schwarze Pest, als Konsequenz der Renaissance-Kirche die Reformation mit den nachfolgenden Religionskriege bis 1648, als Konsequenz der Verweltlichung Frankreichs und des Jansenismus die Französische Revolution, als Konsequenz der späteren Sünden den ersten und den zweiten Weltkrieg. Warum will das keiner sehen? Gott straft sehr wohl! Die schlechten Geistlichen und die schlechten Katholiken haben nicht überlebt, auch die guten kamen um, als Sühneopfer, es musste eine neue Generation heranwachsen, die Gutes schuf. So sieht es doch auch jetzt aus, insbesondere in Deutschland, überalterte Orden, keine Priesterberufungen (76 Priesterweihen in Deutschland im Jahre 2017) und 6 Milliarden Kirchensteuer im letzten Jahr. Sie und uns kann die Strafe Gottes auch treffen, wenn sie wirklich kosmisch ausfallen sollte. Warten wir es ab. Halten wir uns im Gnadenstand und arbeiten an unserer eigenen Heiligung. Richten Sie Ihre Auxilium christianorum-Ecke, schaffen Sie sich einen Hausaltar und schicken Sie uns die Bilder. Das ist doch etwas Positives!

Wir wollen hier weniger Schmutz und mehr Erbauliches präsentieren, damit wir alle nicht verzweifeln, sondern wenigstens hier im Internet uns aufladen können und von den schlechten Nachrichten fernhalten können. Aber Schmutz ist auch wichtig, denn er macht immun. Viele wissen nicht, dass Kinder die durch Kaiserschnitt zur Welt kommen ein schwächeres Immunsystem haben. Warum? Weil das Kind durch die natürliche Geburt aus dem Darmtrakt der Mutter mit dem Mund, nun ja, die Überreste des Kots aufsaugt und diese seine eigene Darmflora anregen und für ein lebenslanges, gutes Immunsystem sorgen. Es ist also nicht umsonst, nicht unhygienisch, es ist die Natur, von Gott gemacht. So soll es auch uns mit den Skandalen aus der Kirche ergehen. Ja, sie sind ekelhaft und nach Franziskus wird herauskommen, was im Vatikan wirklich passiert und woanders auch, viele werden auch deswegen den Glauben verlieren, aber manche werden härter, immuner und werden gesunden, indem sie auf Gott schauen. Seien wir Gott dankbar, dass er uns in dieser harten Zeit leben lässt, damit wir uns bewähren können. Amen.

 

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Sex, Verhütung, Vat. II und malum intrinsecum (3 von 3)


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Das Naturrecht in den Herzen eingeschrieben

Die schiefe Ebene, die falsche nachkonziliare Umlaufbahn hat mit der Aussage von Pater Chiodi den nächsten Tiefpunkt erreicht, aber sie ist dennoch recht konsequent, wenn man Sex von der Fortpflanzung entkoppelt. Dann dient er nur der Lust, dann soll man die Lust verlängern, dann ist die Verhütung probat und die Abtreibung auch, falls es mit der Verhütung nicht klappt. Wie richtigerweise Ann Barnhardt angibt, führte sogar Sigmund Freud an, dass jeglicher Sexualakt, welche die Fortpflanzung ausschließt, pervers ist.[1] Das ist sehr klassisch und thomistisch gedacht, weil der Hl. Thomas von Aquin diese Akte ebenfalls als contra naturam (gegen die Natur) bezeichnet (Summ. Theol. II IIae, q. 154. art 11 o. et 12. Ad 4, 1 2 q. 73.7. c et 2.2. q. 154. 12 o. et q. 170 1 ad 2.). Das Gesetz Gottes ist wirklich in unsere Natur eingeschrieben, sodass wir instinktiv wissen, was richtig und was falsch ist. Die Heilige Schrift macht es deutlich:

Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.

Denn was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart.

Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar.

Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.

Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren.

Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen.

 Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so daß sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten.

Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers – gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen.

 Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen;  ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.

Und da sie sich weigerten, Gott anzuerkennen, lieferte Gott sie einem verworfenen Denken aus, so daß sie tun, was sich nicht gehört: Sie sind voll Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier und Bosheit, voll Neid, Mord, Streit, List und Tücke, sie verleumden und treiben üble Nachrede, sie hassen Gott, sind überheblich, hochmütig und prahlerisch, erfinderisch im Bösen und ungehorsam gegen die Eltern, sie sind unverständig und haltlos, ohne Liebe und Erbarmen. Sie erkennen, daß Gottes Rechtsordnung bestimmt: Wer so handelt, verdient den Tod. Trotzdem tun sie es nicht nur selber, sondern stimmen bereitwillig auch denen zu, die so handeln. (Röm 8, 18-32)

Interessanterweise führt auch hier die fehlende Gotteserkenntnis durch die Missachtung der natürlichen Gotteserkenntnis zur sexuellen Perversion, wie man im heutigen Vatikan und an anderen Hierarchen sieht, denn verkennt man Gott, verkennt man die von ihm stammende Natur, dann verkennt man auch seine eigene Natur. Ann Barnhardt stellt etwas fest, was dermaßen überall gegenwärtig ist, dass man es nicht wahrnimmt. Sie schreibt, dass seit der Einführung der künstlichen Verhütung in den 1960-gern die Scheidungsrate überall in der westlichen Welt in die Höhe schnellte, da eine Sünde zur anderen Sünde führte. Sie gibt auch an, dass Menschen, die gegen die Natur, auch im sexuellen Sinne (Verhütung qua Perversion) leben, sehr unglücklich sind. Frauen, die keine Kinder haben, weil sie auf den richtigen Zeitpunkt warteten oder nur wenige Kinder haben, sind unglücklich, ewig gram und unausgeglichen. Die Depressions- und Selbstmordrate unter den Homosexuellen ist überdurchschnittlich hoch, denn waren sie vorher depressiv, dann werden sie durch diese Lebensweise noch depressiver.[2]

Woher stammt denn die Idee der Frauenarbeit?

Aus dem Sozialismus. Warum? Um möglichst früh dem sozialistischen Staat die Kinder zur Indoktrination zu überlassen und jetzt ist es doch nicht anders. Welche Arbeit ist denn wichtiger als die eigenen Kinder großzuziehen, die nie wieder zwei Jahre alt sein werden. Ein Kind, das fast gleich nach der Geburt in die Krippe kommt und danach sofort in den Kindergarten, wird niemals diese Geborgenheit und Mutterbindung erleben, wie eines, das die ganze Zeit bei der Mutter war. Die Menschen leben so, wie ihnen aufgetragen wird, denn die jetzige Propaganda ist sehr subtil, sie spüren aber ganz tief, dass es falsch ist und machen dennoch weiter, weil die Gewohnheit und das Umfeld doch stärker sind. Es ist gegen die Natur sein Kleinkind fremden Leuten zu überlassen, um irgendwo Papiere von links nach rechts zu schieben, was wirklich jemand anders tun kann. Und der Mann? Der Mann muss diese Papiere von links nach rechts schieben, damit die Frau zuhause bleiben kann, sich des Kindes erfreut und ihm keine Hölle heiß macht, weil sie wieder gram und überbelastet ist, da sie zusätzlich noch beruflich arbeitet. Früher oder später kommt es zur Scheidung, man verheiratet sich wieder, die Kinder leiden, erleben dieses Chaos als normal und eine verkorkste Generation produziert die nächste verkorkste Generation, aber es ist the new normal. Dabei waren die Richtlinien von Anfang an falsch, denn gegen die Natur. Geschlechtsverkehr führt zu Kindern, Kinder brauchen eine Familie, bei der der Vater arbeiten geht und die Mutter zuhause bleibt. So einfach ist es. Und wenn man weniger Geld hat? Dann hat man weniger Geld, wenn man sich aber scheiden lässt, dann hat man noch weniger und und gar nichts vom Leben. Amen.

[1] Das Zitat lautet: “The abandonment of the reproductive function is the common feature of all perversions. We actually describe a sexual activity as perverse if it has given up the aim of reproduction and pursues the attainment of pleasure as an aim independent of it. So, as you will see, the breach and turning point in the development of sexual life lies in becoming subordinate to the purpose of reproduction. Everything that happens before this turn of events and equally everything that disregards it and that aims solely at obtaining pleasure is given the uncomplimentary name of “perverse” and as such is proscribed.”

[2] https://www.healthline.com/health/depression/gay#Overview1 https://psychcentral.com/lib/higher-risk-of-mental-health-problems-for-homosexuals/

Sex, Verhütung, Vat. II und malum intrinsecum (2 von 3)


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Nachkonziliarismus und Sex

Im Nachkonziliarismus wird aber deswegen das Sexuelle dermaßen hoch gehalten, insbesondere durch die unglücksselige Theologie des Leibes von Johannes Paul II, damit niemand zur Erkenntnis des Geistigen kommt, damit niemand sehend wird. Der Psalm sagt: In lumine tuo videbimus lumen – „In Deinem Licht werden wir das Licht sehen“ (Ps 35, 10), denn wie beim natürlichen Sehprozess durch die Lichtreize die Sinneszellen der Retina aktiviert werden, so wird unser geistliches Sehvermögen durch die Gnade Gottes aktiviert, wenn, aufgepasst, unser Seelenauge durch nichts verdreckt, vereitert oder verdeckt wird. Wodurch wird es verdeckt? Durch die irdischen Leidenschaften, am meisten aber durch das geschlechtliche Begehren und deren Verwirklichung. Hier nochmals auf den Punkt gebracht:

Sie werden niemals zu einem höheren Grad der Gotteserkenntnis kommen, wenn Sie noch sexuell, wie auch immer, aktiv sind. Punkt.

Lassen wir dazu Clemens von Alexandrien (gest. 215) sprechen:

Denn wie sich die von der Erde und von Sümpfen aufsteigenden Dünste zu Nebeln und zu wolkenartigen Zusammenballungen verdichten, so erzeugen die Ausströmungen der fleischlichen Begierden in der Seele ein Übelbefinden, indem sie Trugbilder der Lust vor der Seele ausbreiten.

Sie sind also dem Licht der Vernunft im Wege und verdunkeln es, da die Seele die aus den Begierden emporsteigenden Ausdünstungen an sich zieht und die Zusammenballungen der Leidenschaften durch die ununterbrochene Folge von Lüsten verdichtet.

 Man kann aber keinen reinen Klumpen Goldes von der Erde aufheben, sondern das, was man aufhebt, wird durch Auskochen gereinigt und durchgeseiht; dann, wenn es rein geworden ist, heißt es Gold, gereinigte Erde.1 Denn „Bittet, denn es wird euch gegeben werden“2 wird zu denen gesagt, die aus eigener Kraft das Schönste wählen können. (Stromata II, 115,3-116,2)

Weil also der Neokonservatismus, unter der Standarte der Theologie des Leibes von JP2, den Menschen keinen reinen Wein bezüglich der göttlichen Wirklichkeit einschenkt, so kann er niemanden bekehren. Es ist ein Katholizismus light, von dem DSDZ lange annahm, dass es ihn gibt, dass er gut sei, dass er für ihn selbst machbar sei. Dies stimmt aber nicht, denn nur eine kleine Abweichung von der richtigen Umlaufbahn bringt in einiger Zeit eine große Abweichung, was die NASA – und nicht nur sie – bestätigen kann, welche durch minimale Berechnungsfehler manch einen Satelliten verloren hat. Wie wir bereits schrieben fand der „Berechnungsfehler“, der kein Fehler, sondern die volle Absicht war, in Gaudium et Spes 48 und 49 statt, Stichwort: Gleichstellung des ersten (Kinder) und zweiten (gegenseitige Hilfe) Ehezweckes statt. In dem Konzilsdokument lesen wir:

Dieses heilige Band unterliegt im Hinblick auf (1) das Wohl der Gatten und (2) der Nachkommenschaft sowie auf das Wohl der Gesellschaft nicht mehr menschlicher Willkür.[…]

Durch ihre natürliche Eigenart sind die Institution der Ehe und die eheliche Liebe auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet und finden darin gleichsam ihre Krönung.  (Gaudium et Spes 48)

Die Nummerierung und Unterstreichung stammt zwar von uns, aber die kommt doch nicht von ungefähr. Zuerst ist das Wohl der Gatten (bonum conjugum), danach erst das Wohl der Nachkommenschaft (bonum prolis) genannt. Die eheliche Liebe, also der eheliche Sex, ist nur auf die Zeugung hingeordnet und „hingeordnet“ kann vieles bedeuten, wie wir bereits im Kontext der Umkehrung der Ehegüter  geschrieben haben.

Diese [menschlich-sexuelle] Liebe wird durch den eigentlichen Vollzug der Ehe in besonderer Weise ausgedrückt und verwirklicht. Jene Akte also, durch die die Eheleute innigst und lauter eins werden, sind von sittlicher Würde; sie bringen, wenn sie human vollzogen werden, jenes gegenseitige Übereignetsein zum Ausdruck und vertiefen es, durch das sich die Gatten gegenseitig in Freude und Dankbarkeit reich machen.  (Gaudium et Spes 49)

Was macht die Ehe aus? Nach GS 49 – Sex und nicht die Zustimmung (consensus), wie in der traditionellen Ehelehre, denn durch den ersteren wird das „gegenseitige Übereignetsein zum Ausdruck“ gebracht. Aber man kann sich doch niemandem übereignen? Man ist doch kein Ding, das dem anderen überschrieben wird. Und schon gar nicht durch Sex!  Wie soll das gehen?

Leider wird durch Johannes Paul II. im neuen Kirchenrecht, Codex iuris canonici (1983) die Umkehrung des ersten und zweiten Ehezweckes im Canon 1055 § 1 festgelegt, welcher lautet:

Der Ehebund, durch den Mann und Frau unter sich die Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen, welche durch ihre natürliche Eigenart auf (1) das Wohl der Ehegatten und (2) auf die Zeugung und die Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet ist, wurde zwischen Getauften von Christus dem Herrn zur Würde eines Sakramentes erhoben.“ (Can. 1055 § 1)

Und was ist das Wohl der Ehegatten nach JP2? Sex, je mehr desto besser. Und die Nachkommen, die sind zweitrangig, denn in der Ehe geht es um „eheliche Liebe“, welche JP2 in seiner Theologie des Leibes in höchsten Tönen preist. (Woher kann er es eigentlich wissen?) Interessanter- und paradoxerweise wurde Katholizismus durch JP2 auf die „Familie“ reduziert. Aber bei den oben vorangestellten Prämissen ist diese Familie sehr klein, mit ein bis zwei Kindern, weil man natürlich verhütet, was keine Sünde ist. Das letzte katholische Dogma, das in der nachkonziliaren Kirche geblieben ist, lautet:

„Nicht künstlich zur verhüten und keine Abtreibung vorzunehmen, falls es mit der natürlichen Verhütung doch nicht klappte“.

Hilary White bringt es richtig auf den Punkt:

[L]angsam wurde der Boden, auf dem diese “Neokatholiken” standen, abgetragen, bis die einzige Metrik als Kennzeichen ihres Katholizismus, die ihnen blieb, die Lehre der Kirche zur Sexualmoral war. Solange der Papst fortfahre, diese zu verteidigen und hochzuhalten, so erzählte ihnen ihr Narrativ, sei es gleichgültig, wie viele Korane er küsse. All dieses Zeug sei verhandelbar. Sex, Ehe und Kinder ist der letzte, größte gemeinsame Nenner, der nicht unterschritten werden darf – die Grundlinie des Katholizismus.  Es sei denn, dass diese Grundlinie des gemeinsamen Nenners in Kreide auf dem falschen Boden gezeichnet wurde. Und Franziskus begonnen hat, sie auszuradieren. Die Position des “konservativen Katholiken” war in dieser Demarkationslinie sicher – zumindest bis Amoris Laetitia.

 

Ironischerweise hat vielleicht gerade das Festmachen katholischer Rechtgläubigkeit ausschließlich an der Lehre der Kirche zur Sexualmoral dazu geführt, dass sie [d.h. die Neokonservativen] exakt die Linie der Mainstream-Medien genommen haben: Der katholische Glaube kümmert sich nur um die Unterrockgeschichten [d.h. das Sexuelle] (pelvic issues). Weder ein katholischer Neokonservativer noch der Herausgeber der New York Times, der für die religiösen Seiten verantwortlich ist, hat je etwas vom Sozialen Königtum Christi gehört. 

Und dieses letzte katholische Dogma, der Nichtverhütung und der Nichtabtreibung, fällt jetzt auch noch. Der Mailänder Moraltheologe und Priester Maurizio Chiodi, ein von Franziskus neuernanntes Mitglied der päpstlichen Akademie für das Leben, sagt nämlich:

„Künstliche Methoden der Geburtenkontrolle können als verantwortungsvolle Handlung anerkannt werden, wenn natürliche Methoden unmöglich oder unanwendbar sind.“

Diese Ansichten, die bislang, wie Professor Seifert richtig darstellt, als häretisch galten, sind natürlich mindestens seit Humanae vitae im deutschen Sprachraum in der akademischen Welt zu finden und sie werden von den hiesigen Moraltheologen mehr oder weniger offen gelehrt. Aber dass ein Mitglied der Akademie für das Leben, das „das Leben“ seit JP2 den Katholizismus ausmacht, so etwas offiziell von sich gibt, ist doch ein starkes Stück Häresie. Was wird jetzt alles freigegeben?

  • Kommunion für Ehebrecher,
  • Ehebruch
  • Konkubinat
  • Pille
  • Abtreibung
  • Euthanasie
  • Homosexualität,
  • Homoehe, siehe Bischof Bode
  • Pädophilie
  • ???

Und die armen Neukonservativen, die Johannes Paul II–Treuen, sehen wie ihr Glaube davon schwimmt, wie dem sprichwörtlichen Lohngerber die Felle. Denn alles, d.h. „das Leben“, wofür sie die letzten 50 Jahre die Lanze brachen, ist jetzt irrelevant geworden, nicht mehr zeitgemäß, dank papa Bergoglio. Diese armen Menschen haben opfervoll die natürliche Verhütung angewandt, welche in der vorkonziliaren Lehre höchstens als kleineres Übel zugelassen wurde. Die lehramtlichen Entscheidungen darüber sind in DH (Denzinger – Hünermann) 3148, 3748 i 4478 zu finden. Die erste Lehrentscheidung lautet wie folgt:

Antwort der Hl. Pönitentiarie, 16. Juni 1880

Frage: Ist es erlaubt, die Ehe nur an jenen Tagen zu vollziehen, an denen eine Empfängnis schwieriger ist?

Antwort: Eheleute, die die vorgenannte Weise anwenden, sollen nicht beunruhigt werden, und der Beichtvater kann die Auffassung, um die es sich handelt, jenen Eheleuten – jedoch vorsichtig! – andeuten, die auf eine andere Weise vom abscheulichen Frevel des Onanismus wegzuführen er vergeblich versucht hat. (DH 3148)

Ein Beichtvater fragt also, was er in einem Falle zu tun habe, wenn die Eheleute den „ehelichen Onanismus“ praktizieren, womit wohl der Coitus interruptus oder andere Weisen der Empfängnisverhütung gemeint sind. Die Hl. Pönitentiarie gibt an, dass der Priester diesen Ausweg andeuten könne. Aber doch nicht als ständige Methode. Diese Lehre wird in DH 3748 wiederholt, aber erst Pius XI. sagt in Castii connubii (1930) (Kapitel II, 3) folgendes deutlich:

Aber treten Wir nunmehr, Ehrwürdige Brüder, an die Einzelheiten heran, mit denen man gegen die Güter der Ehe angeht. Das erste dieser Güter ist das Kind. Viele gehen so weit, die Nachkommenschaft eine beschwerliche Ehelast zu nennen und den Rat zu geben, die Eheleute sollten das Kind nicht durch ehrbare Enthaltsamkeit (die mit beiderseitigem Einverständnis auch in der Ehe erlaubt ist), sondern durch Verkehrung des natürlichen Aktes fernhalten. Solche verbrecherische Freiheit nehmen einige für sich in Anspruch, weil sie aus Widerwillen gegen den Kindersegen die Last vermeiden, aber trotzdem die Lust genießen wollen; andere, weil sie angeblich keine Enthaltsamkeit beobachten, aber auch nicht den Kindersegen zulassen können, da es ihre persönlichen Verhältnisse oder die der Mutter oder die schwierige Vermögenslage nicht gestatten.

Aber es gibt keinen auch noch so schwerwiegenden Grund, der etwas innerlich Naturwidriges zu etwas Naturgemäßem und sittlich Gutem machen könnte. Da nun aber der eheliche Akt seiner Natur nach zur Weckung neuen Lebens bestimmt ist, so handeln jene, die ihn bei seinem Vollzug absichtlich seiner natürlichen Kraft berauben, naturwidrig und tun etwas Schimpfliches und innerlich Unsittliches.

[…] Es ist darum auch nicht zu verwundern, daß die Hl. Schrift bezeugt, die göttliche Majestät hasse und verabscheue solch verwerfliches Tun, ja habe es sogar schon mit dem Tode bestraft. Darauf macht auch der hl. Augustinus aufmerksam, wenn er schreibt: „Unerlaubt und unsittlich ist der eheliche Verkehr selbst mit der rechtmäßigen Gattin, wenn dabei die Weckung neuen Lebens verhütet wird. Das hat Onan, des Judas Sohn, getan, und darum hat ihn Gott getötet.“[48]

[…] Jeder Gebrauch der Ehe, bei dessen Vollzug der Akt durch die Willkür der Menschen seiner natürlichen Kraft zur Weckung neuen Lebens beraubt wird, verstößt gegen das Gesetz Gottes und der Natur, und die solches tun, beflecken ihr Gewissen mit schwerer Schuld.

Kraft Unserer höchsten Autorität und wegen der Uns obliegenden Sorge um das Heil aller Menschen ermahnen wir daher die Beichtväter und die übrigen Seelsorger, die ihnen anvertrauten Gläubigen über dieses schwer verpflichtende göttliche Gesetz nicht im Irrtum zu lassen, noch mehr aber, sich selber von derartigen falschen Meinungen freizuhalten und ihnen nicht aus Schwäche nachzugeben. Sollte aber ein Beichtvater oder Seelenhirte, was Gott verhüte, selber die ihm anvertrauten Gläubigen in solche Irrtümer führen oder durch seine Zustimmung oder durch böswilliges Schweigen sie darin bestärken, so möge er wissen, daß er dereinst Gott, dem höchsten Richter, ernste Rechenschaft über den Mißbrauch seines Amtes wird ablegen müssen. Er möge sich das Wort Christi gesagt sein lassen: „Blinde sind sie und Führer von Blinden. Wenn aber ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide in die Grube.“[49]

Was nun die Gründe betrifft, mit denen man den Ehemißbrauch verteidigt, so werden – um von den unsittlichen ganz zu schweigen – nicht selten erdichtete oder doch übertriebene vorgebracht. […]

Die heilige Kirche weiß ferner sehr gut, daß nicht selten der eine Eheteil das sündige Tun nur leidet, nicht vollbringt, indem er aus gewichtigen Gründen die Verkehrung der rechten Ordnung geschehen läßt, ohne sie selber zu wollen, und daß er darum keine Schuld auf sich lädt, wofern er nur des Gebotes der Liebe eingedenk bleibt und es nicht unterläßt, dem Ehegefährten von der Sünde abzuraten und ihn davon zurückzuhalten. Auch jene Eheleute handeln nicht wider die Natur, die in ganz natürlicher Weise von ihrem Recht Gebrauch machen, obwohl aus ihrem Tun infolge natürlicher Umstände, seien es bestimmte Zeiten oder gewisse Mängel der Anlage, neues Leben nicht entstehen kann. Denn es gibt in der Ehe selbst wie in dem Gebrauch des Eherechts auch Zwecke zweiter Ordnung: die wechselseitige Hilfe, die Betätigung der ehelichen Liebe und die Regelung des natürlichen Verlangens, Zwecke, die anzustreben den Ehegatten keineswegs untersagt ist, vorausgesetzt, daß die Natur des Aktes und damit seine Unterordnung unter das Hauptziel nicht angetastet wird.

Tief erschüttern Uns auch die Klagen der Eheleute, die unter dem Druck bitterer Armut kaum wissen, wie sie ihre Kinder aufziehen sollen.

Aber trotzdem muß man sich davor hüten, daß die verhängnisvolle Vermögenslage Anlaß zu einem noch verhängnisvolleren Irrtum wird. Es kann keine Schwierigkeiten geben, die die Verpflichtung des göttlichen Gebotes, Handlungen zu unterlassen, die ihrer inneren Natur nach sündhaft sind, aufzuheben vermöchten. Es sind keine Verhältnisse denkbar, unter denen die Gatten nicht mit Hilfe der göttlichen Gnade ihrer Pflicht treu bleiben und die eheliche Keuschheit von jener entehrenden Makel rein bewahren könnten. Denn fest bleibt die Wahrheit des christlichen Glaubens, die das Trienter Konzil in seiner Lehrentscheidung also ausgedrückt hat: „Niemand darf sich des verwegenen und von den Vätern unter der Strafe des Bannes verbotenen Wortes bedienen: die Gebote Gottes zu beobachten, sei dem Gerechtfertigten unmöglich. Denn Gott befiehlt nichts Unmögliches; indem er befiehlt, mahnt er zu tun, was du tun kannst, und um das zu bitten, was du nicht kannst, und er hilft, daß du kannst.“[51] Die gleiche Lehre wurde von der Kirche wiederholt und feierlich bestätigt gelegentlich der Verurteilung der jansenistischen Irrlehre, die sich gegen Gottes Güte den blasphemischen Satz aufzustellen erdreistet hatte: „Einige Gebote Gottes sind den Gerechten, auch denen, die ernstlich wollen und versuchen, mit den Kräften, die sie gegenwärtig haben, unmöglich; es fehlt ihnen auch die Gnade, durch die sie ihnen möglich würden.“[52]

Was bedeutet das im Klartext? Dass Sie in der Ehe auch an unfruchtbaren Tage Sex haben dürfen, denn in der Ehe dürfen Sie Sex haben, aber nicht als Methode der Verhütung, denn jegliche bewusste Verhütung ist ein intrinsecum malum, als „ihrer inneren Natur nach sündhaft“. Und leider stellt die Enzyklika Humanae Vitae einen Traditionsbruch dar, indem sie behauptet:

Die Kirche bleibt sich und ihrer Lehre treu, sowohl wenn sie urteilt, daß es Gatten erlaubt ist, die (1) Zeiten zu berücksichtigen, die von Empfängnis frei sind, als auch wenn sie den (2) Gebrauch solcher Mittel als stets unerlaubt mißbilligt, die eine Empfängnis direkt verhindern, auch wenn für diese andere Handlungsweise immer wieder Argumente angeführt werden, die ehrbar und schwerwiegend zu sein scheinen. Diese beiden Fälle unterscheiden sich nämlich völlig voneinander: im ersten bedienen sich die Gatten rechtmäßig einer ihnen von der Natur gegebenen  Möglichkeit; im zweiten aber verhindern sie, daß der Zeugungsvorgang seinen natürlichen Verlauf nimmt. (DH 4478)

Aber die Kirche bleibt eben nicht „sich und ihrer Lehre treu“, denn sie hat den ehelichen Verkehr an unfruchtbaren Tagen höchstens als Notlösung zugelassen, nicht aber, siehe Castii connubii, als Methode! Dier „erlaubte Geburtenregelung“, wie es Humanae vitae nennt, ist also unkatholisch, denn es ist ja Verhütung. Humanae vitae gibt Gründe an, welche in Castii connubii verworfen wurden:

  1. … Wenn es also triftige Gründe gibt, für Abstände zwischen den aufeinanderfolgenden Zeugungen zu sorgen – Gründe, die sich aus der körperlichen oder seelischen Verfassung der Gatten oder aus äußeren Umständen ergeben –, so lehrt die Kirche, daß es dann den Gatten erlaubt ist, dem natürlichen Zyklus, der den Anlagen zur Zeugung innewohnt, zu folgen, indem sie lediglich zu den Zeiten ehelichen Verkehr haben, die von Empfängnis frei sind, und damit die Geburt der Nachkommenschaft so zu planen, daß die Sittenlehre, die wir eben dargestellt haben, keineswegs verletzt wird1. (DH 4477)

Hier steht wirklich Enzyklika Castii connubii gegen Enzyklika Humanae vitae, Papst Pius XI. gegen Papst Paul VI., ordentliches Lehramt gegen ordentliches Lehramt. Wie ist das zu entscheiden? Anhand der inneren Konsistenz und fehlendem Widerspruch und anhand der Folgen.

Wenn der eheliche Akt, also Geschlechtsverkehr innerhalb der Ehe, der Fortpflanzung dient und der erste Ehezweck die Kinder sind, dann ist jeder eheliche Akt innerlich verkehrt, der die Fortpflanzung bewusst ausschließt und das tut man, wenn man ausschließlich an den unfruchtbaren Tage Sex hat,  weil dieser Verkehr sein eigentliches Ziel, die Zeugung, ausschließt. Die Intention der Verhütung macht also die Sünde aus, nicht das Zusammenleben an unfruchtbaren Tagen. Verhütet man, auch natürlich, so hat man Angst vor der Fruchtbarkeit, Angst vor dem Kind und sündigt zusätzlich noch schwer. Dabei ist die sog. natürliche Verhütung auch biologisch gesehen unnatürlich, weil man da recht selten Sex haben kann und zweitens die Frauen an ihren unfruchtbaren Tagen keine Lust aus Sex haben, wenn sie die Pille nehmen übrigens auch nicht. Die natürliche Methode macht die ehelichen Akte selten und wenig zufriedenstellend. Eine unserer polnische Leserinnen legte klar dar, dass bei der natürlichen Methode bei großer Selbstdisziplin einmal bis zweimal Sex im Monat möglich sind, während die vorkonziliaren Moraltheologen für bis dreimal pro Woche Sex die Erlaubnis gaben.[1] Diese seltene Aussicht auf etwas, was in der Ehe probat ist, führt die Eheleute in die zusätzliche Sünde der nicht mehr natürlichen Verhütung oder der Masturbation, weil man gezwungenermaßen eine halbe Josephsehe führt, die niemand wollte. Stellt man das Nachkonziliare mit dem Vorkonziliaren zusammen, so hat man beim ersteren einmal bis zweimal pro Monat Sex, beim letzteren hingegen achtmal bis zwölfmal pro Monat.

„Da kann aber ein Kind gezeugt werden“,

wird jemand einwenden,

„Ja“, antworten wir, „dazu ist Sex ja da“.

Über die Perspektive von 14 bis 16 Kindern, die man trotz Kindergeld nicht zu ernähren weiß, braucht man sich dennoch keine Sorgen zu machen, denn dies kommt selten vor. Wenige Menschen wissen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung am fruchtbarsten Tag des Zyklus nur bei 25% liegt und mit dem Alter abnimmt. Schauen wir uns die Statistik der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit an:

7 Tage vor dem Eisprung 0,3%

6 Tage vor dem Eisprung 1,4%

5 Tage vor dem Eisprung 2,7%

4 Tage vor dem Eisprung 6,8%

3 Tage vor dem Eisprung 17,6%

2 Tage vor dem Eisprung 23,7%

1 Tag vor dem Eisprung 25,5%

Am Tag des Eisprungs  21,2%

Es ist doch wirklich ein Wunder, dass Kinder überhaupt gezeugt werden, obwohl ein regelmäßiger ehelicher Verkehr die Wahrscheinlichkeit natürlich erhöht. Gibt man dem Kind noch die Brust, bis das Kind und nicht die Mutter es nicht mehr will, dann kann die Zeitspanne zwischen zwei Geburten bis zu drei Jahren verlängert werden, während man in dieser ganzen Zeit des Brustgebens natürlich Sex haben kann.[2] Ist das nicht Verhütung? Nein, das ist Natur: Sex haben, Kinder gebären, die Brust geben. Viele Menschen wissen das nicht, denn man wird ja seit den Kindesbeinen darauf getrimmt (1) zu verhüten, (2) zu verhüten und (3) zu verhüten (the malthusian drill in 1984 bei Orwell), was die Kirche seit Humanae vitae leider auch mitmacht. Warum brauchen wir jetzt die „Flüchtlinge“? Darum, aufgrund der Unterbevölkerung, die in den letzten 50 Jahren produziert wurde, indem keine Kinder gezeugt wurden. Ist es nicht besser Gott den Zeitpunkt der Zeugung zu überlassen, wie es die Traditionalisten tun? Erfüllen Sie also ihre ehelichen Pflichten ohne auf den Kalender zu schauen und ohne Stress und wenn ein Kind dabei herauskommt, dann umso besser. Man kann es dem wahren Glauben zuführen.

[1] Peeters, Hermes O.F.M., Manuale theologiae moralis, Vol. II, Pars Specialis, Roma 1962, 270-271

[2] http://www.llli.org/nb/nbsepoct08p4.html https://dev.llli.org/ https://www.babycenter.com/0_lactational-amenorrhea-method-lam_1477017.bc

 

Sex, Verhütung, Vat. II und malum intrinsecum (1 von 3)


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Der Grabenkrieg: neokonservativ gegen traditionalistisch

Es gibt eine Debatte, die vorwiegend in den USA stattfindet und bei der die Fronten recht verhärtet sind. Es ist ein Graben-, ein Bürgerkrieg, ja eigentlich ein Krieg unter Brüdern, der Krieg nämlich zwischen den Neokonservativen (Generation JP2) und den Traditionalisten. In den deutschsprachigen Ländern kann er überhaupt nicht stattfinden, da wir zu wenig von den ersten und kaum welche von den letzteren zur Verfügung haben. Es gibt wirklich wenige Traditionalisten, die dazu in der Lage wären überhaupt eine Diskussion führen wollen. Im traditionellen Lager wird entweder nur verdammt, gerichtet oder andächtig darauf gehört, was der (Pius-)Pater sagt. Das ist natürlich sehr schade, weil man sich nur darin üben kann, wozu man Übung hat, um gut diskutieren zu können, müssen Sie Mitdiskutanten finden. Auf den Veranstaltungen der katholischen Akademien in D, A und CH treffen sich jedoch fast immer ein atheistischer Theologieprofessor, der mit einem agnostischen Theologieprofessor in klar abgesteckten Rahmen diskutiert. Sie reden meistens dasselbe, manchmal aneinander vorbei, sie tun es für alle Zuhörer so unverständlich, dass Gott sei Dank wenig bis gar nichts von deren Inhalten übrig bleibt. Es ist ja eine Scheinveranstaltung, Kayfabe wie im Wrestling, wo die Gegner zu vorgeben zu kämpfen. Da die von der Kirchensteuer (letztes Jahr 6 Milliarden Euro) lebende katholische Akademie etwas veranstalten muss, die von der Kirchensteuer finanzierten Professoren ebenso etwas vortragen müssen und da niemand von ihnen, außer der eigenen Einkommenssicherung, an etwas glaubt, so tut man sich bei diesen Diskussionen nicht weh, da es ja um nichts geht.

Anders verhält es sich aber, wenn Menschen an etwas, was ihr Leben ausmacht glauben und deswegen streiten können. Wer macht denn die Neokonservativen, die Generation JP2, denn aus? Menschen, die ehemals eine Priester- oder Ordensberufung hatten, sich aber gegen diese entschieden, heirateten, Kinder zeugten, da der Nachkonziliarismus lehrte, dass Familienleben genauso heiligend wirkt, wie das ehelose Leben oder gar mehr. Menschen, die Häuser kauften, die sie jetzt abbezahlen müssen und bei der Kirche oder an den katholischen Universitäten angestellt sind. Sie glauben an die „Hermeneutik der Kontinuität“, sie glauben, dass das Konzil grundsätzlich nichts verändert hat, sie halten Johannes Paul II für einen konservativen Papst und Benedikt XVI natürlich auch und sie erklären sich den Verfall der Kirche mit der falschen Leseweise des richtigen Konzils durch das virtuelle Konzil. Der Schreiber dieser Zeilen, obwohl nicht verheiratet und kein Haus abbezahlend, gehörte dieser Generation auch lange an, weil er einfach nicht ins Detail blickte und seine Forschungsschwerpunkte sich niemals mit dem Konzil befassten. Er hat es aber durchdacht, analysiert und wurde sehend. Danach ist nichts mehr wie früher. Während in D, A und CH der Agnostizismus die stille Voraussetzung einer Anstellung im kirchlichen Dienst ausmacht, scheint es in den USA, wo es sehr konservative Diözesen und Universitäten gibt, anders zu sein, wovon nicht nur die aktive Lebensschutzbewegung (Pro Life Movement) zeugt, was aber auch Hilary White, die dort lange mitwirkte und viele Kontakte unterhält beschreibt. Sie gibt an, dass zwei ihrer Freunde, die den oben dargestellten Weg beschritten haben sich seit Amoris Laetitia im Gewissenskonflikt befinden und Angst haben, bei Kindern, Hypotheken und Schulden, aus ihrem kirchlichen Job gefeuert zu werden, wenn sie z.B. die Correctio filialis unterschreiben. Die Traditionalisten, die rad trads (radikalen Traditionalisten) haben diese Sorgen nicht, denn sie wurden entweder von allen möglichen Ämtern gefeuert oder nahmen diese gar nicht wahr und gelten ohnehin als verrückt und nicht salonfähig. Während also die Neokonservativen (Neocons), in der amerikanischen Kirche die Mehrheit der einigermaßen rechtgläubigen Katholiken in den USA, aber auch in anderen Ländern wie z.B. Polen oder in den osteuropäischen Staaten bis nach Kasachstan hin ausmachen, sind die Traditionalisten (Trads) (noch?) in der Minderheit. Ein gutes Beispiel der Debatte zwischen den Neocons und den Trads findet sich im  empfehlenswerten Buch von Christopher A. Ferrara und Thomas E. Woods, Jr. The Great Façade. The Regime of Novelty in the Catholic Church from Vatican II to the Francis Revolution., das wir seit längerer Zeit hier besprechen wollen und leider immer etwas dazwischen kommt. Dieses Buch, welches die Hauptthesen der Neokonservativen auseinanderpflückt, ist mit das Beste über die nachkonziliare Entwicklung, das der Schreiber dieser Zeilen zu diesem Thema gelesen hat. Haarscharf und exakt analysiert, mit Leidenschaft geschrieben, logisch stringent dargestellt. Alle relevanten Themen des deuterovatikanischen Paradigmenwechsels werden aufgegriffen, diskutiert und entkräftet. Man könnte sich natürlich die Frage stellen, ob Ferrara und Woods ihr Pulver nicht woanders verschießen sollten, anstatt auf die katholischen Brüder und Kollegen loszugehen. Die Antwort lautet nein, denn wird der Katholizismus als Neokonservatismus verfälscht, dann kann man niemanden zu einer Religion, die einigermaßen wahr, aber nicht 100% wahr ist, bekehren. Ann Barnhardt sagt irgendwo, dass nur 100% Wahrheit bekehren, sprich: überzeugen kann, da der Mensch ein rationales Wesen ist. Und wenn der Mensch sich dennoch nicht bekehren will, dann kann er sich nicht mit unbesiegbarer Ignoranz entschuldigen.

Ein kleines Zeugnis dazu. Ein polnischer Leser schrieb uns, dass ein einziger Satz, den er bei uns gelesen hat und welcher lautetet:

„Zölibat ist besser als Ehe“

bei ihm seine Probleme mit Keuschheit beendet hätte (er ist verheiratet), die ihn fast sein ganzes Leben plagten. Seit 1,5 Jahren hat er keine Probleme damit, obwohl, wie er schrieb „seine Frau nicht meidet“, sodass ihm diese Keuschheit, die auch in der Ehe praktiziert werden kann, möglich ist. Ein einziger Satz, der, wie wir meinen, allgemein bekannt und eigentlich banal ist, machte bei diesem Mann „klick“ und befreite ihn von seiner Last und wohl Laster. Der Schreiber dieser Zeilen gibt diesen Satz öfters von sich und es passiert kaum, dass ihm deswegen nicht jemand buchstäblich an die Gurgel geht. Wer tut es?

  • Menschen, die in Konkubinaten leben oder vorehelichen Sex haben
  • Menschen, die in Ehebruch leben.
  • Priester, die unkeusch leben.
  • Menschen, die habituell masturbieren und pornosüchtig sind.
  • Junge Frauen, die zwar körperlich noch jungfräulich sind, aber unbedingt geheiratet werden und Kinder haben wollen.
  • Ordensleute und Priester, die zwar keusch leben, aber mit ihrer Berufung unglücklich sind.
  • Ordensleute und Priester, die zwar keusch leben, aber im Sinne des nachkonziliaren Irenismus ja nicht zugeben dürfen, dass ihr Stand der bessere ist und dass sie selbst besser sind.

Kurz und gut dem Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) geht fast jeder deswegen an die Gurgel, er redet dennoch weiter. Aus diesen Reaktionen geht hervor, dass fast alle gegen das sechste Gebot schwer sündigen, sich schuldig fühlen und ihren Hass gegen sich selbst auf etwas Äußeres, wie die kirchliche Morallehre bis Amoris Laetitia oder DSDZ projizieren. Denn man reagiert nicht so emotional, wenn es einen selbst nicht nicht betrifft. Father Ripperger gefragt, was den geistlichen Fortschritt am meisten hindert, antwortet:

„Bei Männern Probleme mit der Keuschheit und der Ausübung der männlichen Autorität, bei Frauen die Sucht ihren Mann kontrollieren zu wollen.“

Das eine greift in das andere über, denn derjenige, der keine Selbstbeherrschung in Sachen de sexto vorweisen kann, ist schwach, kämpft nicht um das schwer erreichbare Gut (bonum arduum), welches das Objekt der Tapferkeit ausmacht und lässt sich von seiner eigenen Frau, zu Unglück aller auch ihrer selbst, beherrschen.

Warum ist es denn so schlimm, wenn die Frau in der Familie die Hosen an hat?

Weil es von Gott anders geordnet wurde, weil Frauen von zyklischen Emotionsschüben gesteuert werden, die mal schwächer, mal stärker ausfallen, weil Frauen diejenigen Männer, die sie unter dem Pantoffel haben, nicht respektieren, weil eine Frau, die über alles Kinder, Haushalt, eigenen Beruf, den Mann, das Haus zu entscheiden hat, schlichtweg überfordert ist. Man kann nicht alles machen, es gibt männliche und weibliche Aufgaben, die einander ergänzen und eine Frau, die keinen männlichen Mann hat, macht wirklich alles, bis sie zusammenbricht.

Und wenn der Mann ein Dummkopf ist?

Dann hätte man ihn nicht heiraten sollen und sie kann ihn darin entscheiden lassen, worin er sich auskennt und sich ihm dort unterordnen. Interessanterweise gibt es sowohl Frauen, die sich schwache Männer suchen als auch Männer, die aufgrund ihrer Bequemlichkeit und Feigheit sich gerne mit dieser Situation abfinden, bis sie irgendwann einmal durch das Fremdgehen abreagieren, womit wir wieder bei de sexto wären. Mehrmals beobachtet und statistisch erwiesen.

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (23). Gutes kommt nur von Gott.


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Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

Was wir in unserer Zeit des praktischen Pelagianismus vergessen, weil wir es nicht vermittelt bekommen, ist die Tatsache, dass der Mensch von sich aus, der katholischen Erbsündenlehre zufolge nicht gut ist. Deswegen genügt es nur „menschlich“ zu bleiben, als könnte man bakteriell werden. Somit kommt alles Gute von Gott. Deswegen brauchen wir die Taufe und die Gnade. Deswegen ist es falsch von Atheisten, Heiden und schweren Sünden eine Ethik zu verlangen, die für uns Katholiken selbstverständlich ist. Deswegen werden wir in Beziehungen mit ihnen, womit wir jeglichen Kontakt meinen, immer „draufzahlen“. Es wird kaum etwas zurückkommen. Das Böse hat eine zweifache Quelle: (1) uns selbst, (2) den Dämon, das Gute kommt von Gott durch seine Gnade. Deswegen ist es so wichtig uns täglich mit der Gnade aufzufüllen, womit nicht nur die Gnade der Sakramente, sondern auch die der Sakramentalien gemeint ist: Gebet, Kreuzzeichen, Weihwasser, Verwendung der Andachtsgegenstände etc.

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (15) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (7) Affektives Gebet und Betrachtung (i)


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In diesem Teil seines Werkes Pater Poulain SJ bespricht er die Unterschiede zwischen dem affektiven Gebet oder dem Gebet der Affekte und der Betrachtung, wobei er die Überlegenheit der letzteren herausstellt. Es ist ein Gebet, bei welchem unsere Gefühle oder Affekte erweckt werden, damit diese unseren Willen beeinflussen. Um welche Affekte handelt es sich? Um die guten Affekte oder diejenigen die zum Guten führen:

  • Dankbarkeit
  • Freude
  • Lob
  • Trauer
  • andere

Das affektive Gebet erwächst aus der Betrachtung. So stellen Sie sich vor, dass Sie die Krippe Christi betrachten. Sie stellen sich den Stall von Betlehem vor, Maria, Joseph, die Tiere, ihre Krippe sieht so uns so aus, das Jesuskind so und so. Nachdem Sie diese Szene, wie in einem Film, sich vorgestellt haben, überlegen Sie sich, was es bedeutet, dass Gott Mensch geworden ist und erwecken Sie das Gefühl der Dankbarkeit. Der große Gott, der Schöpfer des ganzen Alls liegt als Mensch in einer Krippe in Palästina. Welche ein großes Hinabsteigen, aus der Höhe der göttlichen Transzendenz in die Tiefe der Körperlichkeit. Während Sie also diese Glaubensgeheimnisse betrachten, halten Sie sich an Dankbarkeit zu empfinden, aber so, dass ihre Gefühlswelt wirklich in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn ohne ein affektives Gebet bleiben die Glaubensinhalte nur ein trockenes, beschriebenes Blatt Papier. Sie kennen diesen Typ des trockenen, dogmatischen Priesters, den es eher vor dem Konzil mehr gab, der aber jetzt ausstirbt, der alles glaubt, alles weiß, aber wenig liebt. Glaubenswahrheiten sind natürlich intellektuelle Wahrheiten, das Fachwort lautet „Propositionen“, aber das Intellektuelle muss in das Herz hinabsteigen, um den Willen zu beeinflussen, um in die Seele aufsteigen, damit wir wirklich gottförmig werden. Das Intellektuelle ist der Ausgangspunkt, denn es ist ein „Was“, man kann ja nicht glauben, ohne zu wissen woran und warum, aber das Ziel ist das Spirituelle, welches durch das Volitive (den Willen) zu erreichen ist. Sie können keine „persönliche Beziehung mit Jesus“ aufbauen, wie es die Protestanten nennen oder eine Liebe zum Heiland entwickeln, wie es katholisch heißt, wenn Sie die Glaubensgeheimnisse nicht mitempfinden. Ist dies denn möglich? Natürlich ist es möglich, man kann es einüben und dem dient eben das affektive Gebet. Aber dieses geht von der Betrachtung aus, denn sie müssen ja zuerst betrachten, sprich sich die Szene ausmalen, damit Sie Gefühle erwecken können.

 

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