Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (7 von 21)


VII. Kapitel

Außerdem sehe ich auch dies noch ganz klar: wie die reine Geistseele keinen anderen Ort für Ruhe findet als nur in Gott, das sie ja dafür geschaffen worden ist, so gibt es für jene Seele, die im Zustand der Sünde ist, keinen anderen Ort als nur die Hölle, weil Gott diesen Ort für sie bestimmt hat. Darum geht die Seele in jenem Augenblick, da sie vom Leib getretrennt worden ist, an den für sie bestimmten Ort, und zwar ohne einen anderen Führer zu haben als nur die Natur der Sünde; das ergibt sich für die Seele, die sich für die Seele, die sich im Augenblick ihrer Trennung vom Leib im Zustand der Todsünde befindet.

Und ich sage so: Wenn eine solche Seele bei jenem Schritt (aus dem Diesseits ins Jenseits) nicht von dieser göttlichen Anordnung getroffen würde, die aus Gottes Gerechtigkeit kommt, so würde sie in eine noch viel schmerzlichere Hölle geraten, denn sie würde sich dann außerhalb jener Anordnung befinden, die an der Barmherzigkeit Gottes Anteil hat, durch die verfügt wird, daß die Seele keine so schmerzliche Strafe erleidet, als sie tatsächlich verdienen würde. Da diese Seelen demnach keinen passenderen und keinen für sie weniger schmerzlichen Ort finden, stürzen sie sich gemäß der Anordnung Gottes, wie schon gesagt worden ist, dort hinab als an den für sie verfügten Ort.

So ist es nun auch bezüglich des Fegfeuers: Die vom Leib getrennte Seele, die sich noch nicht in jener Reinheit befindet, in der sie erschaffen worden war, stürzt sich, da sie das Hindernis, das sie in sich hat, erkennt und darum weiß, daß dieses Hindernis nur mittels des Fegfeuers behoben werden kann, so-gleich freiwillig dort hinein.

Und wenn sie diese göttliche Anordnung nicht vorfände, die bewirkt, jenes Hindernis in ihr zu besei-tigen, so würde für diese Seele in jenem Augenblick eine Hölle entstehen, die viel schlimmer wäre als dieses Fegfeuer, da sie sehen müßte, daß sie ihr Ziel, das Gott selber ist, wegen des vorhandenen Hindernisses nie erreichen kann, wo doch dieses Ziel so viel bedeutet, daß im Vergleich dazu das Fegfeuer, wenngleich es, wie gesagt, der Hölle ähnlich ist, dennoch wie ein Nichts wäre.

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David Martin, War die Revolution des II. Vatikanischen Konzils Wirklichkeit oder nur eine Missinterpretation? (2 von 2)


church in the demons mouth-th-century-miniature-paintings

Was wäre aber, wenn die konservative Fraktion gewonnen hätte und wenn durch dieses Konzil tatsächlich die Irrlehren der Moderne verurteilt worden wären, wie es geplant war? Was war denn geplant? Das kann man anhand der originellen Schemata des Konzils ersehen, die hier auf Englisch zu lesen sind. Kurz, klar, präzise und katholisch. Aber überhaupt von Fraktionen innerhalb der Kirche zu sprechen, ist eine Schande, denn die Kirche ist keine Partei. Es lässt sich nur von mehr oder weniger Heiligkeit, mehr oder weniger Gott entgegen kommen, sprechen. Wie ungläubig und die Kirche hassend müssen diese Männer der „Reform“ gewesen sein. Wieviele Miliarden von Seelen haben sie auf dem Gewissen. Wem hat es denn geschadet, dass nach der Messe noch die Leoninischen Gebete gebetet wurden. Den Dämonen, nicht den Menschen, denn diese zusätzlichen 5 Minuten ändern wirklich nichts.  Warum soll man denn „zum Volk hin zelebrieren“? Ist das Volk Gott? Warum muss der Priester im Mittelpunkt sein? Wird er angebetet? Ist er Gott? Ist dieser ganze Novus Ordo nicht ein Menschenkult? Das hat doch tatsächlich Paul VI. gesagt, dass die Kirche von nun an dem Menschen helfen wird dem Menschen sein irdisches Los zu meistern. Das ist die Horizontale, wo ist aber die Vertikale? Der Mensch kann sein Los selbst meistern, dafür braucht er keine Kirche. Wie man es dreht und wendet: Bei Novus Ordo geht es um den Menschen, nicht um Gott. Dem Schreiber dieser Zeilen wird immer mehr klar, wie sehr die Neue Messe Gott beleidigt. Der Priester und die Gemeinde schauen sich in die Augen und der Priester unterhält die Leute ein bißchen. Frauen in Stolas betreten das Podium, um auch „etwas beizutragen“, aber die Stimmung will irgendwie nicht aufkommen und das Publikum bleibt weg.

„Was tun?“,

fragte man sich bei der obligatorischen Besprechung des „Pastoralteams“. 

„Den Gottesdienst kindergerechter gestalten“,

sagt an dieser Stelle automatisch die Pastoralassistentin, auch wenn man sie aus dem Tiefschlaf aufweckt. Und alle Kinder, die Opfer dieses „Gottesdienstes“ waren, verlassen nach der Erstkommunion die Kirche und kommen niemals wieder. Die Erwachsenen bleiben auch weg. Das will man sich nicht antun. Ist denn diese Messe des über alles heiligen Gottes würdig? Ist es derjenige Gottesdienst, der in den litugischen Vorschriften des Alten Testaments vorgezeichnet wurde? Ist das das vollkommenste Sühneopfer, welches Gnade und Heiligkeit verbreitet?

„Na, das vielleicht nicht“, meint selbst die Pastoralassistentin, „aber es ist unser Gottesdienst für unsere Zeiten“.

Wenn Sie mit den Kirchenfunktionären sprechen, werden Sie feststellen, dass sie große Probleme mit der Wahrheit haben, dass es bei der Liturgie und besonders bei der Messe um Gott geht. Es geht für sie um die Menschen, die miteinander (das Wort ist sehr wichtig), auf eben diese Weise Zeit verbringen. Es geht aber vor allem um die Kirchenfunktionäre selbst. Wenn man aber ihnen vorhält, dass es nicht wirkt, weil die Menschen immer mehr wegbleiben, dann haben sie die Säkularisierung als Ausrede. Die Menschen sind verweltlicht und wollen nicht in die Kirche, da kann man nichts tun. Dass aber die Kirche selbst durch die Novus Ordo Liturgie diese Menschen am meisten verweltlicht, das sehen sie nicht. Kein Mensch will aber eine Messe sehen, die einem Laientheater für Arme gleicht, einer Schulaufführung, bei der es sich schickt zu bleiben. Wie man es dreht und wendet: die Neue Messe ist langweilig! Wenn Sie sich langweilen, dann liegt es nicht an Ihnen, es liegt an der Messe, die so konzipiert wurde und bei der Sie ständig aufzupassen haben, was unmöglich ist.  Die Neue Messe ist kein Schuß, der nach hinten losgegangen ist, denn da hätte man ihn schon berichtigt, es ist bewußt und muttwillig so konzipiert worden, dass die Menschen der Messe fern bleiben und den Glauben verlieren. Manche Novus Ordo Messen sind dennoch gültig, weil der Priester wenigstens das tut, was die Kirche in diesem Ritus tut, sodass die Wandlung stattfindet. Aber viele Messen sind ungültig, weil diese Priester nicht einmal das fertig bringen. Ja, ja, es ist eine alte Rede, aber wie Seneca meinte: decies repetita placebunt – das zehnfach Wiederholte fängt zu gefallen an.

 

Ein schlechtes Konzil und eine schlechte Messe würden freilich mit Canon Rocas Voraussage übereinstimmen, dass die Liturgie „bald bei einem ökumenischen Konzil eine Veränderung erleben wird“. Unter den Instruktionen, die diesem ökumenischen Konzil folgten, war die Instruktion über die Liturgie vom 26. September 1964, Inter Oecumenici, welche die neuen Bestimmung für die Messe und das Heiligtum zusammenfasst. In Artikel 91 steht:

Der Hochaltar soll von der Rückwand getrennt errichtet werden, so dass man leicht um ihn herumgehen und an ihm zum Volk hin zelebrieren kann. (Aus dem Original. Alle anderen Übersetzungen vom Übersetzer).

Wie kann man nun sagen, das II. Vatikanum sei fehlinterpretiert worden, als sein Ruf nach „Zelebration zum Volk hin“ kurz nach dem Konzil als allgemeine Norm umgesetzt wurde? Diese in 2000 Jahren Kirchengeschichte nie dagewesene Veränderung, wurde sorgfältig kalkuliert, um eine Verlagerung des Hauptaugenmerks zu bewirken, wo die Betonung (nun) auf der Gemeinschaft und nicht auf Gott liegt.

Inter Oecumenici (1964, Instruktion zur Durchführung von Sacrosanctum Concilium, vorgelegt von der Heiligen Ritenkongregation) mahnte auch die „Unterdrückung“ der Leoninischen Gebete nach der Messe an – d. h. Die drei Ave Maria, das Salve Regina und das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael (Artikel 48) – und die Unterdrückung dieser Gebete geschah in der Tat nach dem Konzil.

Das Dokument Sacrosanctum Concilium forderte eine umfassende Revision der Messe, worin archaische „Elemente“, die sich mit der Zeit angesammelt hatten „nun zu verwerfen sind“ und „die Riten müssen vereinfacht werden“, so dass „aktive Teilnahme der Gläubigen einfacherer erreicht werden kann“ (Artikel 50).

Auch dies geschah mit der Einführung der Novus Ordo Messe, wenngleich die neue Messe nicht eine Teilnahme an Gott, sondern unsere Entfremdung von Gott förderte. „Aktive Teilnahme“, wie Gott sie sieht, ist, dass wir in unsere Religion einbezogen werden, indem wir ehrfürchtig der Messe beiwohnen, zur Beichte gehen, Heiligenbiographien lesen und unsere Seelen in der Furcht Gottes heiligen, aber was die Liberalen damit meinten, ist, dass wir wichtigtuerische Aktivisten werden, indem wir uns in der liturgischen Revolution engagieren gegen die Messe und das Priestertum.

Manche argumentieren immer noch, dass die Dokumente des II. Vatikanums keine Fehler enthielten, sondern nur zweideutig geschrieben seien, aber ihr Argument widerspricht ihnen, denn Zweideutigkeit ist der eindeutige Beweis des Teufels und der klarste Beweis, dass die Dokumente verhext sind. Gott ist niemals zweideutig, sondern immer klar, direkt und rechtlich, so dass verfälschte Dokumente, die „doppelzüngig sprechen“, ein todsicheres Zeichen sind, dasss Gott nicht der Autor derselben ist.

Die Dokumente können in der Tat ganz unzweideutig sein. Zum Beispiel erklären sie, dass Gott „andere Religionen gebraucht als Mittel zur Seelenrettung“ (Unitatis Redintegratio), dass es „wünschenwert [ist], dass Katholiken sich am Gebet ihrer getrennten Brüder beteilligen“ bei „ökumenischen Gottesdiensten um Einheit“(8), dass die Liturgie der Heiligen Messe 1962 einer „generellen Restauration bedurfte“ (Concilium 21), dass die Kirche in ihrem liturgischen Vollzug kulturelle Vielfalt willkommen heißen sollte (37), und dass der Altar neu aufgestellt werden sollte, um zu gewähren, dass die Messe „zum Volk hin“ zelebriert werden könne. Tatsache ist, dass diese und andere Als-Ob-Verirrungen in unserer Zeit in Übereinstimmung mit den Vorschlägen des II. Vatikanums geschehen; wie können also die Leute sagen, dass das Konzil „fehlinterpretiert“ wurde?

Das Dokument Nostra Aetate des II. Vatikanums stellt fest, dass

„Moslems den einen Gott verehren, der aus sich selbst lebt und existiert; barmherzig und allmächtig, der Schöpfer von Himmel  und Erde, der zu den Menschen gesprochen hat“ (3).

Wurde dies auch fehlinterpretiert? Christus, dessen Gottheit der Quran verwirft, ist der einzig Wahre Gott, Der zu den Menschen gesprochen hat; interpretieren wir also das Konzil falsch, indem wir behaupten, dass es eine götzendienerische Religion ehrt? Nein, das tun wir nicht. Die Konzilsväter vergaßen offensichtlich das Gebot des Quran, dass Christen gejagt und geschlachtet werden müssen (Quran 2:191). Haben sie die Tatsache übersehen, dass der Islam die Kirche des „Einen Gottes“ seit dem sechsten Jahrhundert zerschlagen hat?

Übrigens, der notorische Expriester und Homo-Ehe-Befürworter Gregory Baum, der mit einer Ex-Nonne verheiratet war, als er noch Priester war und der jahrzehntelang aktiv homosexuell gelebt hat, war es, der Nostra Aetate für das Zweite Vatikanische Konzil verfasste.

Dr. Michael Higgins, Vizepräsident von „Mission und Katholische Identität“ an der Sacred Heart University in Fairfield, Connecticut, veröffentlichte 2011 in Commonweal eine Ehrung an Baum, in der er seine Schlüsselrolle während es II. Vatikanums hervorhob.

„Das Konzil war das Werk von Gregory Baum“, schrieb er „Er diente den Kommissionen in verschiedenen Bereichen, betraut mit der Vorbereitung der Dokumente[.] … Er begann seine Arbeit im November 1960 und schloss diese mit dem Ende des Konzils im Dezember 1965 ab, ein Gesellenstück, die im Schreiben des ersten Entwurfes von  Nostra Aetate gipfelte.“

Wenn wir die bemerkenswert unorthodoxe menschliche Dimension des Entwerfens und Billigens der Konzilsdokumente betrachten, wie zuversichtlich können wir sein, dass das Konzil insgesamt ein Werk des Heiligen Geistes war?

Eine Version dieses Artikels wurde ursprünglich auf The Remnant veröffentlicht. Diese (englische) Ausgabe wurde verändert.

 

David Martin, War die Revolution des II. Vatikanischen Konzils Wirklichkeit oder nur eine Missinterpretation? (1 von 2)


Anbei publizieren wir einen Text von David Martin, der auf onepeterfive erschienen ist, in der vorzüglichen Übersetzung von Eugenie Roth.  Es läßt sich nicht leugnen, dass traditionelle und traditionalistische Internetseiten eine bestimmte Hartnäckigkeit bei der Behandlung des Zweiten Vatikanischen Konzils an den Tag legen. Man könnte bösartig von einer Zwangsneurose sprechen, als gäbe es nichts anderes. Ihr Pfarrer mit der Pastoralassistentin um die Ecke werden Ihnen sagen:

„Lassen wir das Konzil gut sein, machen wir miteinander weiter“. 

Aber was sollen wir machen? Wie sollen wir es machen? Was ist das Ziel unserer Aktivität? Das Konzil hat dermaßen die Inhalte des katholischen Glaubens ausgehöhlt, dass man nicht mehr weiß, was ihn eigentlich ausmacht, am wenigsten weiß es Ihr Pfarrer, der sich diese Fragen gar nicht stellt. Warum beschäftigen wir uns dermaßen mit dem Konzil? Weil seine Auswirkungen uns persönlich betreffen. Wie denn?

  1. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) muss sehr viel Einfallsreichtm dafür verwenden sich seine Kerzen weihen zu lassen, denn die Anzahl der Priester, die
    1. an den Sinn einer Kerzenweihe glauben,
    2. diese ausführen wollen,
    3. dieses nach dem Rituale romanum in vorgeschriebener Weise auf Lateinisch tun wollen, verschwindend gering ist.
    4. Weil die geweihten Kerzen die Stärke der dämonischen Bedrängnis in seinem Leben reduzieren, deswegen sind sie ihm wichtig.
  2. DSDZ hat bei den Novus Ordo Messe die Auswahl zwischen Pest und Cholera und er erträgt sie nur dann, wenn er sich in eine Seitenkapelle verzieht und dort diskret sein Brevier betet.
  3. Er hat keinen Beichtvater, der etwas taugt.
  4. Er muss hunderte von Kilometern zu einer Tridentinischen Messe fahren, die unter den kümmerlichsten Umständen stattfindet, weil dieser Priester auch nichts taugt und in traditionellen Gewändern die Novus Ordo-Theologie verbreitet.
  5. Er kann seinen erlernten Beruf – Theologe – nicht ausüben.
  6. Er erhält also keine geistlichen Mittel und Hilfe von der Kirche, die ihm zustehen, noch kann er offiziell etwas beitragen.

Ist das Konzil daran schuld? Jawohl, denn es hat die jetzige Apostasie losgetreten, indem es zuerst die Liturgie und dadurch die Lehre änderte, was uns jetzt ohne jeden Zweifel Amoris Laeititia vor Augen stellt. Wenn etwas also nach 50 Jahren dermaßen faule Früchte hervorbrachte, dann muss es am Anfang auch verdorben gewesen sein. Welches Konzil hat denn bislang eine Apostasie verursacht? Keines! Der Antipapst Bergoglio hat 2018 nicht einmal den Urbi et orbi-Segen richtig gespendet. Die Apostasie ist sichtbar an der Kirchenspitze angelangt. Da jetzt viele Neokonservativen, Generation JP2, die Augen öffnen und die Frage stellen, die wir uns schon vor einiger Zeit stellten und die da lautet:

Wann hat es angefangen?,

so antworteten wir spätestens mit der Konzilseröffnung als man das Ruder denjenigen Leuten in die Hand gab, ja, mit der Zustimmung des Papstes Johannes XXIII, die früher verurteilt worden sind.  Der Konzilsfrühling kam und alles stürzte zusammen. War es denn so morsch? Das wohl auch, weil immer weniger geglaubt, gesühnt und gebetet wurde, aber durch die Liturgiereform fließt einfach viel weniger Gnade und die Natur, die sich selbst überlassen bleibt, ist sehr schwach. Wir alle vergessen, dass das Sichtbare und Irdische nur der Abglanz des Unsichtbaren und Spirituellen ist, was bedeutet, dass durch das Niederreißen der Schutzmauern der Kirche die Mächte der Finsternis eine freie Bahn bekamen wie seit Pfingsten niemals zuvor.  Die Hermeneutik der Kontinuität stimmt nicht, denn wenn man schon eine Hermeneutik braucht, dann ist eine Kontinuität fraglich.

 

Häufig wird von Konservativen, die von den Veränderungen in der katholischen Kirche – die sich in den letzten Jahren scheinbar exponentiell beschleunigt haben – entmutigt sind, geäußert, das Vatikanum II sei ein gutes Konzil gewesen, es sei nur missinterpretiert worden. Wenn diese guten Menschen besser darüber informiert wären, was sich während des Konzils abspielte, würden sie etwas derartiges niemals sagen. Das II. Vatikanum begann in der Tat mit guten Absichten, jedoch wurde es in der Eröffnungssitzung von Rebellenbischöfen an sich gerissen, weil der Papst das Konzil ohne ihren Rat und gegen ihre Entwürfe geplant hatte.

Soviel wir wissen, war Kardinal Tisserant, die Schlüsselfigur bei dem Vertrag zwischen Moskau und dem Vatikan im Jahr 1962, welcher der Eröffnungssitzung vorstand, Teil dieses Projekts, das Zweite Vatikanische Konzil an sich zu reißen. Nach Jean Guitton, dem berühmten französischen Akademiker und persönlichen Freund Papst Pauls VI., hatte Tisserant ihm ein Bild von sich selbst und sechs anderen gezeigt und zu ihm gesagt: „Dieses Bild ist historisch oder vielmehr symbolisch. Es zeigt das Treffen, das wir vor der Eröffnung des Konzils hatten, als wir beschlossen, die erste Sitzung zu blockieren, indem wir uns weigerten, die tyrannischen Regeln zu akzeptieren, die von Johannes XXIII festgesetzt worden waren.“ (“Vatican II in the Dock,” 2003,

Im Zentrum dieses Coups, das II. Vatikanum umzustürzen, waren die Kardinäle Alfrink, Frings, und Liénart von der Rheinallianz. Ihr Ziel war, die Kontrolle über die Planungskommissionen zu gewinnen. Man musste eine Kampfabstimmung gewinnen, um die Mitglieder der Kommissionen zu bestimmen, als Kardinal Liénart, ein mutmaßlicher Freimaurer, während einer Rede das Mikrophon ergriff und verlangte, die Liste mit 168 Kandidaten zu verwerfen und eine neue Kandidatenliste aufzustellen. Diese außergewöhnliche [das Englische Wort kann man auch mit „unheimlich“ übersetzen, Anm. d. Übs.] Geste wurde vom Konzil befolgt und die Wahl wurde verschoben. Liénarts Aktion lenkte den Kurs des Konzils um und wurde von der Presse als Sieg bejubelt. Dies geschah am 13. Oktober 1962, dem 45. Jahrestag der letzten Erscheinung Unserer Lieben Frau in Fatima (Fr. Ralph Wiltgen, The Rhine Flows into the Tiber) [Die deutsche Fassung gibt es hier]).

In seiner Ansprache an den Klerus von Rom am 14. Februar 2013 gab Papst Benedikt XVI auf brillante Art und Weise diesen Staatsstreich am II. Vatikanum wieder:

„Auf der Tagesordnung für diesen ersten Tag standen die Wahlen für die Kommissionen, und Namenslisten waren auf eine Weise vorbereitet worden, die als unparteiisch gedacht war, und über diese Listen wurde abgestimmt. Doch gleich zu Beginn sagten die Konzilsväter: ‚Nein, wir möchten nicht einfach über vorbereitete Listen abstimmen. Es geht um uns.‘ So war es notwendig, die Wahlen zu verschieben, weil die Konzilsväter selbst … die Listen vorbereiten wollten. Und so wurde es gemacht. Kardinal Liénart von Lille und Kardinal Frings von Köln hatten öffentlich gesagt: Nein, so nicht. Wir möchten unsere eigenen Listen machen und dann unsere eigenen Kandidaten wählen.“

Der hervorragende Romano Amerio, der bedeutend zur Gestaltung des originalen II. Vatikanums beigetragen hatte, zitiert, wie die Rechtsordnung des Konzils durch diese Tat übertreten wurde:

„Diese Abweichung vom ursprünglichen Plan“ kam zustande „durch einen Akt, der die Rechtsordnung des Konzils brach“, so dass „das Konzil selbstgemacht war, untypisch und unerwartet.“ (Professor Romano Amerio, Iota Unum, 1985).

 

Nachdem sie die Abstimmung rechtswidrig blockiert hatten, wandte diese rebellische „Rheingruppe“ grobe Methoden an, um mit Gewalt einige ihrer eigenen Mitglieder in die Planungskommissionen zu bringen, so dass über Nacht beinahe 60 % der Kommissionen nun „suspekte Theologen“ vorstanden, die zuvor unter Pius XII. Auflagen erhalten hatten, unter ihnen Abweichler wie Hans Küng, Schillebeeckx, Frings, Danielou, und der Pseudo-Mystiker Karl Rahner, der Liebling des Konzils, der während des gesamten II. Vatikanums sich mit der notorischen Feministin Luise Rinser traf, die lautstarkt die Abtreibung und das Frauenpriestertum gefordert hatte (Fr. Karl Rahner – Heresy and Amor, John Vennari). Die Feinde des Glaubens hatten die Schlüsselpositionen des Konzils gekapert, was sie befähigte, hinterlistige Dokumente zu verfassen, welche die Kirche in die Irre führen sollten – d. h. die sechzehn Dokumente des II. Vatikanums.

Die wahren Konzilsdokumente waren die 72 Schemata, die Johannes XXIII vor dem Konzil bestätigt hatte. Nach Aussage von Erzbischof Lefebvre, der ins Zentrale Vorbereitungskommittee berufen worden war, und die Dokumente alle zu überprüfen, waren die Schemata alle würdig und rechtgläubig und hätten verwendet werden sollen, doch zu seinem großen Entsetzen wies das Konzil unter der Leitung dieser Konzilspiraten Papst Johannes‘ Entwurf zurück. Beachten Sie Lefebvres eigene Worte:

„Vom ersten Tag an wurde das Konzil von den progressiven Kräften belagert. Wir durchlebten es, fühlten es[.] … Wir hatten den Eindruck, dass etwas Unnormales geschah, und dieser Eindruck wurde sehr schnell bestätigt; fünfzehn Tage nach der Eröffnungssitzung verblieb nicht eines der zweiundsiebzig Schemata. Alle waren zurückgeschickt worden, zurückgewiesen, in den Papierkorb geworfen[.] … Die immense Arbeit, die als vollkommen angesehen worden war, wurde verworfen und die Versammlung fand sich mit leeren Händen, mit nichts fertig. Welcher Verantwortlicher einer Vorstandssitzuung, so klein die Firma auch sein mag, würde einer Fortführung der Sitzung zustimmen ohne Tagesordnung und ohne Dokumente? Doch genau so fing das Konzil an.“ (Erzbischof Lefebvre, Open Letter to Confused Catholics, 1986)

Benedikt XVI selbst zeigt auf, wie ein „virtuelles Konzil“ sich beim II. Vatikanum erhoben hatte, um sich des „wahren Konzils“ zu bemächtigen, und lamentierte, wie „es so viele Desaster hervorbrachte“ (Ansprache vor dem Klerus von Rom, 14. Februar 2013). Gleicherweise stellte Papst Paul VI fest, dass die guten Bemühungen am II. Vatikanum „vom Teufel“ behindert worden seien, der hinzugekommen war, „um die Früchte des Ökumenischen Konzils zu ersticken“ (29. Juni 1972).

Daher spiegeln die radikalen Veränderungen von heute nicht eine Missinterpretation des II. Vatikanums, sondern eine wahre Interpretation, wie sie von den liberalen Architekten beabsichtigt war. Die wenigen guten Teile der Dokumente, verfasst von den wenigen guten Leuten, wurden schlicht und einfach erlaubt und als religiöses Mäntelchen hineingewoben, um so sicher Papst Pauls Unterschrift zu locken, ohne die der Plan der Progressisten niemals Erfolg gehabt hätte. Hierfür war es den Liberalen im Vatikan wichtig, dass die Dokumente eher orthodox als liberal erscheinen sollten.

Der Kern ihres Planes war, den Fall Luther unter dem Vorwand einer Reform wiederzubeleben, und die Katholische Kirche mit anderen Weltreligionen zu mischen. Fr. Edward Schillebeeckx, eine herausragende Figur des Konzils, sagte sogar:

„Der Vorwurf der heimlichen Begünstigung der Reformation ist daher nicht ohne Grund.“

Betrachten Sie die Vision des Freimaurers und exkommunizierten Priesters des 19. Jahrhunderts, Canon Roca (1830-1893), der vorhersagte,

„die Liturgie der Römischen Kirche wird bald bei einem ökumenischen Konzil eine Veränderung erleben“ auf einmal, um die Kirche ihres übernatürlichen Charakters zu berauben, um sie mit der Welt zu mischen, um die Denominationen ökumenisch zu verflechten, anstatt sie Seite an Seite als separate Konfessionen laufen zu lassen, und so den Weg zu ebnen für eine Standard-Weltreligion im zentralisierten Weltstaat.“

Mehr als einmal tauchte (das Gerücht?) auf, dass Unsere Liebe Frau in ihrem Dritten Geheimnis von Fatima angeblich von einem „schlechten Konzil und einer schlechten Messe“ sprach. Dies wurde im Mai 2009 vom Fatima Crusader (einer Internetseite, Anm. d. Übs.) berichtet, und wieder im Mai 2016 von der Internetseite One Peter Five. Nach beiden Berichten sagte Kardinal Ratzinger (jetzt Benedict XVI) seinem guten Freund, Fr. Ingo Dollinger im Spätsommer 2000, dass es immer noch einen Teil des Fatimageheimnisses gibt, das zu veröffentlichen ist, und dass das Geheimnis von „einem schlechten Konzil und einer schlechten Messe“ spricht, die (in der Zukunft) kommen sollen.

Correctio filialis Nachtrag 1: Modernismus


Was ist der Hintergrund von Amoris Laetitia? Eine Häresie, natürlich. Welche denn? Die des Modernismus, welche diejenige Häresie darstellt, die im 20 Jhdt. vor dem Vat. II am häufigsten verurteilt wurde. So ist der Thematik des Modernismus mindestens 20% des Denzingers gewidmet, Modernismus, der im Dekret des Hl. Offizium Lamentabili (1907) (DH 3401-3466) und in der Enzyklika von Pius X. Pascendi (1907) (DH 3475-3500) ausdrücklich verurteilt wurde. Obwohl diese beiden Lehrschreiben sich ausdrücklich mit Modernismus befassen, so ist kaum ein magisterialer Akt nach 1907 vorhanden, der nicht auf die eine oder andere Art und Weise zu Modernismus Bezug nimmt. Eine zusammenfassende Verurteilung ist in der Enzyklika Humani generis (1950) vom Pius XII. (DH 3875-3899) vorhanden. Was ist aber der Modernismus wirklich? Es ist der Versuch die katholische Lehre so umzuändern, dass sie dem modernen Geist entspricht. Ist es nicht das, was das Konzil wollte? Praktisch ja, theoretisch nein. Es wollte angeblich nur die unveränderlichen Wahrheiten in einer modernen Sprache verkünden, was die unveränderlichen Wahrheiten so in Mitleidenschaft zog, das sie gleich mit verändert wurden. Eines der schockierendsten Erlebnisse im Leben des Schreibers dieser Zeilen war die Lektüre der Verurteilungen des 19 Jhdt. zusammen mit der Einsicht, dass all das, was verurteilt wurde, jetzt als richtig, wenigstens in der akademischen Welt, gelehrt wird. So werden also unsere Priester ausgebildet, damit sie ja nicht daran glauben, was sie vorgeben zu glauben. Der Modernismus hat das nachkonziliare Lehramt auch unterspült, aber erst durch Amoris Laetitia ist er zum Ausbruch gekommen. Da die Lüge keine Kraft hat und niemanden überzeugt, deswegen sieht der Zustand unserer Kirche, unserer Gemeinden und unserer Geistlichen so aus, wie er aussieht. Eine Kostprobe gefällig. Hier ein verurteilter Satz aus dem Lamentabili (1907):

41. Die Sakramente bezwecken lediglich, die stets wohltuende Gegenwart des Schöpfers ins Gedächtnis des Menschen zurückzurufen. (DH 3441)

Ist es nicht das, was Sie jetzt in der Kirche hören und was die Tischmütter den Firmlingen erzählen? Natürlich ist es das.

Was sind die drei Säulen des Modernismus? Es sind:

  1. Die Leugnung der objektiven Wirklichkeit Gottes.
  2. Die Leugnung der Offenbarung Gottes und ihrer Unveränderlichkeit.
  3. Die Leugnung der Dogmen, der Sakramente, der Kirche und ihrer göttlichen Verfassung.

ad 1.

Der Modernismus geht nicht von der Realität Gottes außerhalb des Menschen aus, sondern er sieht Gott als „einen frommen Wunsch“, „ein Gefühl“, „Postulat der praktischen Vernunft“, „eine eingeborene Fähigkeit im Menschen“ an. Es „gottet“ also überall, weil wir so gebaut sind, weil wir dieselbe Sehnsucht in uns tragen, weil Gott eine schöne Vorstellung ist, etc.. An was wir aber glauben, ist schnuppe, sei es Christus, Allah, Buddha, Krischna etc., denn diese Unterschiede sind kulturell bedingt. Gott ist ein Placebo-Effekt für Leute, die es brauchen und bereit sind für diese Wunschvorstellung Kirchensteuer zu zahlen oder dort, wo es diese nicht gibt, einen Priester, pardon, Showmaster, zu auszuhalten, der ihnen diese Vorstellung in der wöchentlichen Show, auch Novus Ordo Messe genannt, vermittelt.

ad 2.

Weil es keinen objektiv und real existierenden Gott gibt, so kann er sich selbst nicht geoffenbart haben. Die Offenbarung machten sich die Menschen selbst, indem sie irgendetwas schrieben, das sie vorher ausdachten, um die schöne Vorstellung, die sie „Gott“ nannten, irgendwie zu begründen. Weil alles ausgedacht wurde, so kann sich auch alles „kulturell bedingt“ ändern.

ad 3.

Weil es keine Offenbarung und keine Gebote des nichtsexisiterenden Gottes gibt, so gibt es natürlich keine unveränderlichen Dogmen, sondern sie wurden „damals, für die damalige Zeit so konstruiert, damit diese dummen, zurückgebliebenen Menschen, die nichts Besseres zu tun hatten, irgendwas mit sich selbst anfangen konnten“. Sakramente sind Brimborium, damit die Kleriker, die dafür bezahlt werden, irgendein Hokus-Pokus  veranstalten können und die Familienfeier wie Taufe, Heirat, Begräbnis schöner sind. Sakramente wirken manchmal bei denen, die daran glauben als Placebo-Effekt oder ihre Wirkung ist zufällig, ohne dass da ein Zusammenhang besteht. Die Veränderlichkeit gilt natürlich auch für die Kirche, die keine Gott gegebene Verfassung hat, sondern nach Belieben verändert werden kann, weil es nur ein soziales Konstrukt ist.

Die Punkte 1. bis 3. werden mindestens seit 1965 auf den katholischen Fakultäten unterrichtet, obwohl sie weniger direkt formuliert werden. Das erste, was ein Theologe lernt, ist seine eigene Sprache zu verschleiern, um so zu reden, dass seine Aussage nach allen Seiten hin offen bleibt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Privatdozent der katholischen Fakultät an der Uni Bonn, Klaus Obenauer, der aus unerklärlichen Gründen als die „konservative Stimme“ bei katholisches.info veröffentlicht wird. Versuchen Sie bitte diesen Text (a) zu Ende zu lesen und (b) zu sagen, was der Autor meint. Für Menschen, die (a) überhaupt schaffen, sollte ein Preis gestiftet werden, (b) ist hingegen nicht möglich, weil der Autor es selbst nicht weiß. Und das ist auch eine der Auswirkungen des Modernismus, dass diejenigen, die sogar etwas Katholisches sagen wollen, es nicht mehr können, weil sie in dieser verklausulierten Sprachen, deren sie sich seit Jahrzehnten bedienen, untergehen, denn die Form wurde zur Materie.

Die unten angeführte Erklärung der Correctio filialis betrifft nur den zweiten Punkt des Modernismus, dh. die Leugnung der Offenbarung, was konsequenterweise dazu führt, dass die Worte Gottes:

„Du sollst nicht ehebrechen!“

und die Worte Christi:

„Wer und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch“ (Mt 5, 32).

für nicht mehr relevant gehalten werden, denn seit Amoris Laetitia machen wir uns unserere Religion selbst. Wem die unten ausgeführte Erklärung zu lang und zu kopflastig ist, denn sie ist sehr substantiell, kann hier zu lesen aufhören.

 

Erklärung

Um unsere Correctio zu erklären und eine Verteidigung gegen die Ausbreitung der Irrtümer zu verfassen, möchten wir die Aufmerksamkeit auf zwei generelle Quellen des Irrtums lenken, die uns Vehikel der Häresien scheinen, die wir angeführt haben. Wir sprechen vor allem von einem falschen Verständnis der göttlichen Offenbarung, die generell mit dem Namen Modernismus bezeichnet wird, aber auch von den Lehren Martin Luthers.

  1. Das Problem des Modernismus

Das katholische Verständnis der göttlichen Offenbarung wird von zeitgenössischen Theologen häufig geleugnet und diese Leugnung hat bezüglich der Natur der göttlichen Offenbarung und des Glaubens zu einer grassierenden Verwirrung unter den Katholiken geführt. Um jedes Missverständnis zu vermeiden, das aufgrund dieser Verwirrung entstehen könnte, und um zu rechtfertigen, was wir bezüglich der Verbreitung von Häresien in der Kirche behaupten, werden wir das katholische Verständnis der göttlichen Offenbarung und des Glaubens, das wir diesem Dokument zugrunde gelegt haben, beschreiben.

Diese Beschreibung ist auch notwendig, um auf die Stellen in Amoris laetitia zu antworten, in denen gesagt wird, dass man den Lehren Christi und des kirchlichen Lehramtes zu folgen habe. Diese Stellen sind folgende:

„Selbstverständlich ist in der Kirche eine Einheit der Lehre und der Praxis notwendig“ (AL, 3). „In Treue zur Lehre Christi betrachten wir die Wirklichkeit der heutigen Familie in ihrer ganzen Komplexität“ (AL, 32). „In diesem Sinn gilt es, die Enzyklika Humanae vitae (vgl. 10–14) und das Apostolische Schreiben Familiaris consortio (vgl. 14, 28–35) wiederzuentdecken“ (AL, 222). „Die Worte des Meisters (vgl. Mt 22,30) und die des heiligen Paulus (vgl. 1 Kor 7,29–31) über die Ehe sind – nicht zufällig – in die letzte und endgültige Dimension unseres Lebens eingefügt, die wir wiedergewinnen müssen“ (AL 325).

Diese Stellen könnten als Versicherung gesehen werden, dass nichts in Amoris laetitia zur Verbreitung von Irrtümern beiträgt, die der katholischen Lehre widersprechen. Eine Beschreibung der wahren Natur der Zustimmung zur katholischen Lehre ist daher nützlich, um unsere Position zu erklären: Amoris laetitia trägt wirklich dazu bei, diese Irrtümer zu verbreiten.

Folgende Wahrheiten, die von der Heiligen Schrift, der heiligen Tradition, dem universalen Konsens der Väter und des Lehramtes der Kirche gelehrt werden, bieten die Zusammenfassung der katholischen Lehre über den Glauben, die göttliche Offenbarung, die Unterweisung durch das unfehlbare Lehramt und die Häresie:

    1. Die Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, deren historischer Charakter von der Kirche ohne Zögern behauptet wird, vermitteln getreu, was Jesus Christus während seines Lebens unter den Menschen wirklich für ihr ewiges Seelenheil bis zum Tag seiner Himmelfahrt getan und gelehrt hat.9

    2. Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Folglich sind alle seine Lehren von Gott selbst.10

    1. Alle Propositionen, die im katholischen Glauben enthalten sind, sind von Gott mitgeteilte Wahrheiten.11

    2. Indem wir zustimmend an diese Wahrheiten glauben, also mit einem Akt der göttlichen Tugend des Glaubens, glauben wir dem Zeugnis dessen, der spricht. Das göttliche Glaubensbekenntnis ist eine besondere Form der generellen intellektuellen Aktivität, indem wir an eine Proposition glauben, weil sie von dem behauptet wird, der spricht, und weil der, der spricht bezüglich der Behauptung, die er äußert, für glaubwürdig gehalten wird. Im göttlichen Glaubensbekenntnis glaubt man Gott, der spricht, und Ihm wird geglaubt, weil Er Gott ist und daher glaubwürdig.12

    1. An das göttliche Zeugnis zu glauben, unterscheidet sich vom Glauben an das Zeugnis der Menschen, die nicht göttlich sind, weil Gott allwissend und vollkommen gut ist. Folglich kann Er weder lügen noch betrügen. Daher ist es unmöglich, dass das göttliche Zeugnis falsch ist. Weil die Wahrheiten des katholischen Glaubens uns von Gott mitgeteilt sind, ist die gläubige Zustimmung zu ihnen eine Gewissheit. Ein katholischer Gläubiger hat keinen vernünftigen Grund, auch nur eine dieser Wahrheit zu bezweifeln oder nicht an sie zu glauben.13

    2. Die menschliche Vernunft kann von sich aus die Wahrheit des katholischen Glaubens durch die öffentliche Evidenz des göttlichen Ursprungs der Katholischen Kirche erkennen, aber eine solche Überlegung kann keinen Glaubensakt hervorbringen. Die göttliche Tugend des Glaubens und der Glaubensakt können nur durch die göttliche Gnade hervorgebracht werden. Ein Mensch, der diese Tugend besitzt, der aber aus freien Stücken und bewusst entscheidet, nicht an eine Wahrheit des katholischen Glaubens zu glauben, begeht eine Todsünde und verliert das ewige Leben. 14

    1. Die Wahrheit einer Proposition besteht darin, von dem, was ist, auszusagen, daß es ist. Scholastisch ausgedrückt handelt es sich um eine adaequatio rei et intellectus. Jede Wahrheit ist eine solche, unabhängig davon, von wem oder wann oder unter welchen Umständen sie als solche erfasst wird. Keine Wahrheit kann einer anderen Wahrheit widersprechen.15

    2. Der katholische Glaube behandelt die ganze Wahrheit von Gott nicht erschöpfend, da allein der göttliche Intellekt das göttliche Sein vollständig erfassen kann. Dennoch ist jede Wahrheit des katholischen Glaubens völlig und ganz wahr; die Merkmale der Wirklichkeit, die von dieser Wahrheit formuliert werden, entsprechen genau jenen, die diese Wahrheiten selbst darstellen. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Inhalt der Glaubenslehre und den Dingen, so wie sie sind.16

    1. Das göttliche Sprechen, das die Wahrheiten des katholischen Glaubens mitteilt, ist in menschlicher Sprache ausgedrückt. Der inspirierte hebräische und griechische Text der Heiligen Schriften ist selbst in allen seinen Teilen durch Gott ausgedrückt. Es handelt sich nicht um eine bloße Zusammenfassung durch Menschen oder um eine Interpretation der Göttlichen Offenbarung, und kein Teil ist in seiner Bedeutung nur auf menschliche Ursachen zurückzuführen. Indem wir an die Lehre der Heiligen Schrift glauben, glauben wir direkt Gott selbst. Wir glauben dem, was Gott sagt, indem wir uns auf das Zeugnis von jemand anderem stützen, einer nichtgöttlichen Person oder Menschen im allgemeinen.17

    1. Wenn die Kirche unfehlbar lehrt, dass eine Proposition ein göttlich offenbarter Teil des katholischen Glaubens ist und mit Glaubenszustimmung zu glauben ist, glauben die Katholiken, die dieser Lehre ihre Zustimmung geben, an das, was Gott mitgeteilt hat, und sie glauben daran aufgrund der Tatsache, dass Er es gesagt hat.18

    2. Die Sprachen, in denen die Göttliche Offenbarung ausgedrückt ist, und die Kulturen und die Geschichte, die diesen Sprachen Form gegeben haben, schränken weder etwas von der in ihnen ausgedrückten Göttlichen Offenbarung ein noch verzerren sie etwas oder fügen etwas hinzu. Kein Teil oder Aspekt der Heiligen Schrift oder der unfehlbaren Lehre der Kirche ist, was den Inhalt der Göttlichen Offenbarung betrifft, nur das Produkt der Sprache oder der historischen Umstände, in denen sie ausgedrückt wurden, und nicht des Handelns Gottes, der die Wahrheit mitteilt. Daher kann kein Teil des Inhaltes der kirchlichen Lehre ab- geändert oder abgelehnt werden, weil er ein Produkt der historischen Umstände und nicht der Göttlichen Offenbarung wäre.19

    1. Die lehramtliche Unterweisung der Kirche nach dem Tod des letzten Apostels muss als ein Ganzes verstanden und geglaubt werden. Es ist nicht in ein Lehramt der Vergangenheit und ein gegenwärtiges oder „lebendiges“ Lehramt aufgespalten, das eine vorherige lehramtliche Aussage nach Belieben ändern könnte.20

    2. Der Papst, der die höchste Autorität der Kirche besitzt, ist selbst – nach göttlichem und kirchlichem Gesetz – nicht von der Autorität der Kirche ausgenommen. Er ist daran gebunden, die endgültige Lehre seiner Vorgänger im Papstamt zu akzeptieren und zu vertreten.21

    1. Eine häretische These ist eine Proposition, die einer göttlich offenbarten und im katholischen Glauben enthaltenen Wahrheit widerspricht.22

    2. Die Sünde der Häresie wird von einer Person begangen, die über die göttliche Tugend des Glaubens verfügt, sich aber willentlich und bewusst entscheidet, nicht an eine katholische Glaubenswahrheit zu glauben oder sie zu bezweifeln. Diese Person begeht eine Todsünde und verliert das ewige Leben. Das Urteil der Kirche über die persönliche Sünde der Häresie wird allein vom Priester im Bußsakrament ausgeübt.23

    3. Das Verbrechen der Häresie wird gemäß Kirchenrecht begangen, wenn ein Katholik:

• öffentlich eine oder mehrere Wahrheiten des katholischen Glaubens bezweifelt oder leugnet, oder öffentlich seine Zustimmung zu einer oder mehreren katholischen Glaubenswahrheiten verweigert, aber nicht alle diese Wahrheiten bezweifelt oder leugnet, oder die Existenz der christlichen Offenbarung leugnet;

in seiner Leugnung hartnäckig ist. „Hartnäckig“ meint, dass die fragliche Person weiterhin öffentlich eine oder mehrere katholische Glaubenswahrheiten bezweifelt oder leugnet, nachdem sie von der zuständigen kirchlichen Autorität ermahnt wurde, dass ihr Zweifel oder ihre Leugnung die Ablehnung einer Glaubenswahrheit bedeu- tet, dass sie ihren Zweifel oder ihre Leugnung aufgeben muss, und die betreffende Wahrheit von dieser Person selbst öffentlich als von Gott geoffenbart zu bekennen ist 24.

(Diese Beschreibungen der persönlichen Sünde der Häresie und des Ver- brechens der Häresie gemäß dem Kirchenrecht werden einzig mit dem Zweck dargestellt, sie vom Gegenstand unserer Zurechtweisung auszuschließen. Un- sere Sorge ist es allein, die durch Worte, Taten und Unterlassungen Eurer Heiligkeit verbreiteten häretischen Thesen aufzuzeigen. Wir haben weder die Zuständigkeit noch die Absicht, die kanonische Frage der Häresie aufzugreifen.)

Fußnoten:

9Clemens VI, Super quibusdam, Brief an Mekhitar, Katholikos der Armenier, quæstio 14 (DH 1065): „Ob Du geglaubt hast und glaubst, daß das Neue und Alte Testament in allen Büchern, die uns die Autorität der Römischen Kirche überliefert hat, in allem die unzweifelhafte Wahrheit enthält.“

Zweites Vatikanisches Konzil, Dei verbum, 18–19: „Denn was die Apostel nach Christi Gebot gepredigt haben, das haben später unter dem Anhauch des Heiligen Geistes sie selbst und Apostolische Männer uns als Fundament des Glaubens schriftlich überliefert: das viergestaltige Evangelium nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Unsere heilige Mutter, die Kirche, hat entschieden und unentwegt daran festgehalten und hält daran fest, daß die vier genannten Evangelien, deren Geschichtlichkeit sie ohne Bedenken bejaht, zuverlässig überliefern, was Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich getan und gelehrt hat bis zu dem Tag, da er aufgenommen wurde (vgl. Apg 1,1–2).“

Siehe auch: Lk 1,1–4; Joh 19,35; 2 Petr 1,16; Pius IX., Syllabus, 7; Leo XIII., Providen- tissimus Deus, ASS 26 (1893–94) 276–77; Pius X., Lamentabili sane, 13–17;Praestantia Scripturae ASS 40 (1907), 724ff.

101 Joh 5,10: „Wer an den Sohn Gottes glaubt, trägt das Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, macht ihn zum Lügner […].“

Konzil von Chalkedon, Definition, (DH 301): „In der Nachfolge der heiligen Väter also lehren wir alle übereinstimmend, unseren Herrn Jesus Christus als ein und denselben Sohn zu bekennen: derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe ist vollkommen in der Menschheit; derselbe ist wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch aus vernunftbegabter Seele und Leib; derselbe ist der Gottheit nach dem Vater wesensgleich und der Menschheit nach uns wesensgleich […]“.

Zweites Vatikanisches Konzil, Dei verbum 4: „Nachdem Gott viele Male und auf viele Weisen durch die Propheten gesprochen hatte, ‚hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns gesprochen im Sohn‘ (Hebr 1,1-2). Er hat seinen Sohn, das ewige Wort, das Licht aller Menschen, gesandt, damit er unter den Menschen wohne und ihnen vom Innern Gottes Kunde bringe (vgl. Joh 1,1-18). Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, als ‚Mensch zu den Menschen gesandt (3), „redet die Worte Gottes’ (Joh 3,34)“.

Siehe auch: Mt 7,29; Mt 11,25–27; Mk 1,22; Lk 4,32; Joh 1,1–14; Pius X., Lamentabili sane, 27.

11Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, 3. Kap.: „Dieser Glaube, der Anfang des menschlichen Heiles, ist nach der Lehre der katholischen Kirche eine übernatürliche Tugend, kraft deren wir, unter Anregung und Mithilfe der Gnade Gottes, alles für wahr halten, was Gott geoffenbart hat“.

Pius X., Lamentabili sane, 22 (verurteilte Thesen): „Die Dogmen, welche die Kirche als Offenbarungen hinstellt, sind keine vom Himmel gefallenen Wahrheiten […]“

Siehe auch: 1 Thess 2,13; Pius X., Lamentabili sane, 23–26; Pascendi dominici gregis, ASS 40 (1907) 611; Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae, 24. Juni 1973.

12Joh 3,11: „Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an“.

Joh 14,6: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“.

Joh 5,9–10: „Wenn wir von Menschen ein Zeugnis annehmen, so ist das Zeugnis Gottes gewichtiger; denn das ist das Zeugnis Gottes: Er hat Zeugnis abgelegt für seinen Sohn. Wer an den Sohn Gottes glaubt, trägt das Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, macht ihn zum Lügner […]“

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 3, Can. 2 (DH 3032): „Wer sagt, der göttliche Glaube unterscheide sich nicht vom natürlichen Wissen über Gott und die sittlichen Dinge, und deswegen sei es für den göttlichen Glauben nicht erforderlich, daß die geoffenbarte Wahrheit wegen der Autorität des offenbarenden Gottes geglaubt werde: der sei mit dem Anathema belegt“.

Pius X., Lamentabili sane, 26 (verurteilte These): „Die Glaubenssätze sind nur nach ihrem praktischen Sinn zu betrachten, d. h. als verpflichtende Richtschnur für das Handeln, nicht jedoch als Richtschnur für den Glauben“.

Pius X., Motu proprio Sacrorum antistitum, Antimodernisteneid, AAS 2 (1910), 669–672, (DH 3542): „Als ganz sicher halte ich fest und bekenne aufrichtig, dass der Glaube nicht ein blindes religiöses Gefühl ist, das aus dem Dunkel des Unterbewusstseins im Drang des Herzens und aus der Neigung des sittlich geformten Willens entspringt, sondern dass er eine wahre Zustimmung des Verstandes zu der von außen durch Hören empfangenen Wahrheit ist, durch die wir auf die Autorität Gottes des Allwahrhaftigen hin für wahr halten, was uns vom persönlichen Gott, unserm Schöpfer und Herrn, gesagt, bezeugt und geoffenbart worden ist“.

Siehe auch: Joh 8,46; 10,16; Röm 11,33; Hebr 3,7; 5,12; Pius IX., Qui pluribus, Acta (Rom 1854) 1/1,6–13; Syllabus, 4–5; Pius X., Lamentabili sane, 20; Pascendi dominici gregis, AAS 40 (1907) 604ff; Johannes Paul II., Erklärung über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche, Dominus Iesus, 7.

13Num 23,19: „Gott ist kein Mensch, der lügt“.

Pius IX.,Qui pluribus (DH 2778): „Wer wüßte nämlich nicht oder könnte verkennen, daß Gott, wenn er spricht, aller Glaube entgegenzubringen ist, und daß nichts mit der Vernunft selbst mehr übereinstimmt, als dem zuzustimmen und getreu anzuhangen, von dem feststeht, daß es von Gott geoffenbart wurde, der weder sich täuschen und täuschen kann?“

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, 3. Kap., 16: „Dieser Glaube, der Anfang des menschlichen Heiles, ist nach der Lehre der katholischen Kirche eine übernatürliche Tugend, kraft deren wir, unter Anregung und Mithilfe der Gnade Gottes, alles für wahr halten, was Gott geoffenbart hat und zwar nicht, weil wir im natürlichen Licht der Ver- nunft die innere Wahrheit des Sachverhaltes durchschauen, sondern auf die Autorität des offenbarenden Gottes hin, der weder selber irren noch andere in Irrtum führen kann“.

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 3, Can. 6: „Wer sagt, die Lage der Gläubigen und derer, die noch nicht zum einzig wahren Glauben gelangt sind, sei gleich, so daß Katholiken einen triftigen Grund haben können, den Glauben, den sie unter dem Lehramt der Kirche schon angenommen haben, nach Aufhebung der Zustimmung in Zweifel zu ziehen, bis sie einen wissenschaftlichen Beweis für die Glaubwürdigkeit und Wahrheit ihres Glaubens erbracht haben: der sei mit dem Anathema belegt“.

Zweites Vatikanisches Konzil, Lumen gentium, 12: „Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (vgl. 1 Joh 2,20.27), kann im Glauben nicht irren.“

Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae über die Unfehlbarkeit, Nr. 4 (DH 4538): „Alle Dogmen aber müssen, da sie ja offenbart sind, mit dem gleichen göttlichen Glauben geglaubt werden“.

Siehe auch: Apg 3,14; Innozenz XI., Verurteilte Sätze der „Laxisten“, 20–21, (DH 2120–2121); Pius IX., Syllabus, 15–18; Pius X., Lamentabili sane, 25.

14Mk 16,20: „Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ“.

Kor 3,5: „Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott.“

1 Petr 3,15: „Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“.

Tit 3,10–11: „Wenn du einen Sektierer einmal und ein zweites Mal ermahnt hast, so meide ihn. Du weißt, ein solcher Mensch ist auf dem verkehrten Weg; er sündigt und spricht sich selbst das Urteil“.

Off 22,19: „Und wer etwas wegnimmt von den prophetischen Worten dieses Buches, dem wird Gott seinen Anteil am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, von denen in diesem Buch geschrieben steht“.

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 3: „Trotzdem soll unser Glaubensgehorsam ein vernunftgemäßer sein (vgl. Röm 12,1). Darum hat Gott gewollt, dass mit den inneren Gnadenhilfen des Heiligen Geistes auch äußere Beweise seiner Offenbarung sich verbinden: nämlich gottgewirkte Taten, vor allem Wunder und Weissagungen. Als sprechende Zeugnisse für Gottes Allmacht und unendliches Wissen sind sie die sichersten Kennzeichen göttlicher Offenbarung, und außerdem der Fassungskraft aller angemessen. Deshalb haben schon Moses und die Propheten, namentlich aber Christus der Herr selbst zahlreiche und völlig einwandfreie Wunder und Prophezeiungen getan [. . . ]

Damit wir nun der Pflicht nachkommen können, den wahren Glauben anzunehmen und darin standhaft auszuharren, hat Gott durch seinen eingeborenen Sohn die Kirche gegründet, und sie mit offenkundigen Merkmalen als seine Stiftung ausgezeichnet in der Absicht, damit alle imstande wären, sie als Hüterin und Lehrerin der Offenbarung zu erkennen. Denn auf die katholische Kirche allein bezieht sich all das, was Gottes Vorsehung in solcher Fülle und mit solch wunderbarer Macht gewirkt hat, um die Glaubwürdigkeit der christlichen Religion ganz einleuchtend zu machen.

Die Zustimmung zum Glauben ist demnach durchaus keine blinde Regung des Gemütes. Aber es kann anderseits auch niemand der Verkündigung des Evangeliums so beistimmen, wie es zur Erlangung des Heils notwendig ist, ohne die Erleuchtung und Anregung des Heiligen Geistes, der allen die Annahme der Wahrheit leicht und angenehm macht (Zweite Synode von Orange, Can. 7). So ist denn der Glaube schon an und für sich, auch wenn er sich nicht durch die Liebe betätigt, ein Geschenk Gottes, und der Glaubensakt ist eine Tat, die mit dem Heil in enger Verbindung steht“.

Siehe auch: Zweite Synode von Orange, Can. 7; Innozenz XI., Verurteilte Sätze der „Laxisten“, 20–21; Gregor XVI., Thesen von Louis-Eugène Bautain unterschrieben, 6 (DH 2756); Pius IX., Syllabus, 15–18; Pius X., Pascendi dominici gregis, ASS 40 (1907) 596–597; Id., Motu proprio Sacrorum antistitum, Antimodernisteneid, AAS 2 (1910), (DH 3539); Pius XII., Humani generis, AAS 42 (1950) 571.

15Zweites Vatikanisches Konzil, Gaudium et spes, 15: „In Teilnahme am Licht des göttlichen Geistes urteilt der Mensch richtig, daß er durch seine Vernunft die Dingwelt überragt“. Johannes Paul II., Fides et ratio, 27: „An und für sich erscheint jede Wahrheit, auch Teilwahrheit, wenn sie wirklich Wahrheit ist, als universal. Was wahr ist, muß für alle und für immer wahr sein“.

Johannes Paul II., Fides et ratio, 82: „Daher gilt eine zweite Forderung: Überprüfung der Fähigkeit des Menschen, zur Erkenntnis der Wahrheit zu gelangen; eine Erkenntnis übrigens, die zur objektiven Wahrheit gelangt durch jene adaequatio rei et intellectus, auf die sich die Gelehrten der Scholastik beziehen“.

Siehe auch: Pius XII., Humani generis, AAS 42 (1950) 562–563, 571–572, 574–575; Johannes XXIII., Ad Petri cathedram, AAS 1959 (51) 501–502; Johannes Paul II., Fides et ratio, 4–10, 12–14, 49, 54, 83–85, 95–98.

161 Kor 2,9–10: „Nein, wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Denn uns hat es Gott enthüllt durch den Geist. Der Geist ergründet nämlich alles, auch die Tiefen Gottes“.

1 Kor 2,12–13: „Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist. Davon reden wir auch [. . . ]“.

Pius XII., Humani generis (DH 3882–3883): „Es könne und müsse das deshalb auch geschehen, behaupten einige mit einiger Kühnheit, weil die Geheimnisse des Glaubens sich niemals in Begriffe fassen lassen, die vollständig der Wahrheit entsprechen, sondern nur in Ausdrücken, die ’annäherungsweise’ wahr, und ständig Veränderungen unterworfen sind; diese deuten die Wahrheiten zwar einigermaßen, gestalten sie aber auch notwendigerweise um. Darum halten sie es nicht für abwegig, sondern für durchaus notwendig, dass die Theologie entsprechend den verschiedenen Philosophien, deren sie sich im Laufe der Zeit als Instrument bedient, neue Begriffe an die Stelle der alten setze, so dass sie auf verschiedene Weise, die unter sich sogar in gewissem Sinn im Widerspruch stehen, aber, wie sie sagen, das gleiche bedeuten, die gleichen göttlichen Wahrheiten in menschlicher Art ausdrücken.. [. . . ] Die bisherigen Ausführungen zeigen deutlich, dass diese Versuche nicht nur zum sogenannten dogmatischen ‚Relativismus‘ führen, sondern ihn bereits enthalten [. . . ]“.

Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae über die Unfehlbarkeit, Nr. 5, DH 454k0: „Der Sinn der dogmatischen Formeln selbst aber bleibt in der Kirche immer wahr und konstant, wenn er auch mehr erhellt und vollständiger erkennt wird. Die Christgläubigen müssen sich also von der Meinung abwenden, nach der: Erstens die dogmatischen Formeln (oder gewisse Arten von ihnen) die Wahrheit nicht bestimmt, sondern nur veränderlich approximativ bezeichnen und dabei verunstalten oder verändern; zweitens die Wahrheit nur unbestimmt bezeichnen, die man  ständig durch die genannten Annäherungswerte suchen müsse“.

Siehe auch: Pius X., Lamentabili sane, 4.

171 Tes 2,13: „Darum danken wir Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern – was es in Wahrheit ist – als Gottes Wort angenommen habt; [. . . ]“.

2 Tim 3,16: „Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung“.

2 Petr 1,20–21: „Bedenkt dabei vor allem dies: Keine Weissagung der Schrift darf eigenmächtig ausgelegt werden; denn niemals wurde eine Weissagung ausgesprochen, weil ein Mensch es wollte, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben Menschen im Auftrag Gottes geredet“

Pius XII., Divino afflante Spiritu, AAS 35 (1943) 299–300: „Endlich ist es ganz unzulässig, die ‚Inspiration bloß auf einige Teile der Heiligen Schrift zu beschränken oder zuzugeben, der heilige Schriftsteller selbst habe geirrt“, denn „die göttliche Inspiration schließt nicht nur jeden Irrtum aus, sondern die Verwerfung und der Ausschluß der Irr- tums sind ihr so wesentlich notwendig, wie es wesentlich notwendig ist, dass Gott, die höchste Wahrheit, nicht der Urheber eines Irrtum ist. Das ist der alte und beständige Glaube der Kirche‘. Diese Lehre, die Unser Vorgänger Leo XIII. mit so gewichtigem Ernst dargelegt hat, legen auch Wir kraft Unserer Autorität vor und dringen darauf, dass sie von allen gewissenhaft festgehalten wird“.

Zweites Vatikanisches Konzil, Dei verbum, 11: „Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden; denn aufgrund apostolischen Glaubens gelten unserer heiligen Mutter, der Kirche, die Bücher des Alten wie des Neuen Testamentes in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen als heilig und kanonisch, weil sie, unter der Einwirkung des Heiligen Geistes geschrieben (vgl. Joh 20,31; 2 Tim 3,16; 2 Petr 1,19-21; 3,15-16), Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind. Zur Abfassung der Heiligen Bücher hat Gott Menschen erwählt, die ihm durch den Gebrauch ihrer eigenen Fähigkeiten und Kräfte dazu dienen sollten, all das und nur das, was er – in ihnen und durch sie wirksam – geschrieben haben wollte, als echte Verfasser schriftlich zu überliefern“.

Siehe auch: Joh 10,16.35; Hebr 3,7.5,12; Leo XIII., Providentissimus Deus, (DH 3291–3292); Pius X., Lamentabili sane, 9–11; Pascendi dominici gregis, ASS 40 (1907) 612–613; Benedikt XV., Spiritus Paraclitus, AAS 12 (1920) 393; Pius XII., Humani generis, (DH 3887).

181 Tes 2,13: „Darum danken wir Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern – was es in Wahrheit ist – als Gottes Wort angenommen habt […]“.

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 3: „Dieser Glaube, der Anfang des menschlichen Heiles, ist nach der Lehre der katholischen Kirche eine übernatürliche Tugend, kraft deren wir, unter Anregung und Mithilfe der Gnade Gottes, alles für wahr halten, was Gott geoffenbart hat und zwar nicht, weil wir im natürlichen Licht der Vernunft die innere Wahrheit des Sachverhaltes durchschauen, sondern auf die Autorität des offenbarenden Gottes hin, der weder selber irren noch andere in Irrtum führen kann. [. . . ] Mit diesem göttlichen und katholischen Glauben muss man nun an all dem festhalten, was das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes enthält und die Kirche als von Gott geoffenbart zu glauben vorstellt, – sei es in feierlichem Lehrentscheid, sei es in Ausübung ihres gewöhnlichen allgemeinen Lehramtes“.

Siehe auch: Joh 10,16; Hebr 3,7.5,12; Pius XII., Mystici corporis Christi, AAS 35 (1943) 216.

19Pius XII, Humani generis, (DH 3883): „Klar ist auch, dass die Kirche sich nicht an irgendein kurzlebiges philosophisches System binden kann; die Begriffe und Bezeichnungen, die von den katholischen Gelehrten nach gemeinsamer Übereinkunft im Laufe mehrerer Jahrhunderte geprägt wurden, um eine Glaubenslehre verständlich zu machen, stützen sich wahrhaftig nicht auf ein so hinfälliges Fundament. Sie stützen sich im Gegenteil auf Prinzipien und Begriffe, die aus wahrheitsgemäßer Erkenntnis der geschaffenen Welt abgeleitet wurden; allerdings erleuchtete die geoffenbarte Wahrheit durch die Kirche wie ein heller Stern den Verstand des Menschen. Es wundert Uns darum nicht, wenn einige von diesen Begriffen von den Allgemeinen Konzilien nicht nur angewandt, sondern auch feierlich bestätigt wurden; es ist darum unrecht, sie fallen zu lassen“.

Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae über die Unfehlbarkeit, Nr. 5, (DH 4540), cit.

Johannes Paul II., Fides et ratio, 87: „Dagegen gilt es zu bedenken, daß man in der Formulierung, auch wenn sie in gewisser Weise an die Zeit und die Kultur gebunden ist, die in ihr ausgedrückte Wahrheit oder den Irrtum trotz der räumlichen und zeitlichen Distanz auf jeden Fall erkennen und als solche bewerten kann“.

Johannes Paul II., Fides et ratio, 95“Das Wort Gottes wendet sich nicht an ein einziges Volk oder an eine bestimmte Epoche. In gleicher Weise formulieren die dogmatischen Aussagen, auch wenn sie bisweilen unter dem Einfluß der Kultur der Zeit stehen, in der sie definiert werden, eine feststehende und endgültige Wahrheit“

Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Dominus Iesus, 6: „Die Wahrheit über Gott wird durch ihre Aussage in menschlicher Sprache nicht beseitigt oder eingegrenzt. Sie bleibt vielmehr einzigartig, ganz und vollständig, denn derjenige, der spricht und handelt, ist der fleischgewordene Sohn Gottes“.

Siehe auch: Joh 10,35; 2 Tim 3,16; 2 Petr 1,20–21; Offb 22,18–19; Leo XIII., Providen- tissimus Deus, (DH 3288); Pius X., Lamentabili sane, 4; Johannes Paul II., Fides et ratio, 84.

20Gal 1,9: „Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt, als ihr angenommen habt, der sei verflucht“.

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 4, Can. 3, (DH 3043): „Wer sagt, es könne geschehen, daß den von der Kirche vorgelegten Lehrsätzen einmal entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft ein anderer Sinn zuzuschreiben sei als der, den die Kirche gemeint hat und meint: der sei mit dem Anathema belegt“.

Pius X., Motu proprio Sacrorum antistitum, Antimodernisteneid, AAS 2 (1910), (DH 3541): „Ich nehme aufrichtig an, daß die Glaubenslehre von den Aposteln durch die recht- gläubigen Väter in demselben Sinn und in immer derselben Bedeutung bis auf uns überliefert (wurde); und deshalb verwerfe ich völlig die häretische Erdichtung von einer Entwicklung der Glaubenslehren, die von einem Sinn in einen anderen übergehen, der von dem verschieden ist, den die Kirche früher festhielt; und ebenso verurteile ich jeglichen Irrtum, durch den an die Stelle der göttlichen Hinterlassenschaft, die der Braut Christi überantwortet ist und von ihr treu gehütet werden soll, eine philosophische Erfindung oder eine Schöpfung des menschlichen Bewußtseins setzt, das durch das Bemühen der Menschen allmählich ausgeformt wurde und künftighin in unbegrenztem Fortschritt zu vervollkommnen ist“.

Siehe auch: 1 Tim 6,20; 2 Tim 1,13-14; Hebr 13,7-9; Jud 3; Pius IX., Ineffabilis Deus, (DH 2802); Pius X., Lamentabili sane, 21, 50, 54, 60, 62; Id. Pascendi dominici gregis, ASS 40 (1907), 616ff; Pius XII., Humani generis, (DH 3886); Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae über die Unfehlbarkeit (DH 4540).

21Erstes Vatikanisches Konzil, Pastor aeternus, Kap. 4: „Denn Petri Nachfolgern ward der Heilige Geist nicht dazu verheißen, dass sie aus seiner Eingebung heraus neue Lehren verkündeten. Ihre Aufgabe ist vielmehr, die von den Aposteln überlieferte Offenbarung oder das anvertraute Glaubensgut unter dem Beistand des Heiligen ’Geistes gewissenhaft zu hüten und getreu auszulegen. [. . . ] Diese Gnadengabe der Wahrheit und nie wankenden Glaubens ist also Petrus und seinen Nachfolgern auf diesem Stuhl von Gott verliehen worden, damit sie ihres erhabenen Amtes zum Heil aller walten können; damit durch sie die ganze Herde Christi vom Giftkraut des Irrtums ferngehalten und auf den Fluren der himmlischen Lehre geweidet werde; endlich damit die ganze Kirche nach Beseitigung jedes Anlasses zur Spaltung in der Einheit bewahrt bleibe, und auf ihr Fundament gestützt den Anstürmen der Hölle standhalten könne“.

Zweites Vatikanisches Konzil, Dei verbum, 10: „Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes verbindlich zu erklären, ist nur dem lebendigen Lehramt der Kirche anvertraut, dessen Vollmacht im Namen Jesu Christi ausgeübt wird. Das Lehramt ist nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm, indem es nichts lehrt, als was überliefert ist, weil es das Wort Gottes aus göttlichem Auftrag und mit dem Beistand des Heiligen Geistes voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt und weil es alles, was es als von Gott geoffenbart zu glauben vorlegt, aus diesem einen Schatz des Glaubens schöpft“. Siehe auch: Mt 16,23; Decretum Gratiani, Pars Prima, Distinctio 40, Kapitel VI; Innozenz III, Sermo II.In consecratione Pontificis Maximi, PL, 656; Sermo IV., In consecratione Pontificis Maximi, PL, 670; Pius IX., Apostolisches Schreiben Mirabilis illa constantia an die Bischöfe Deutschlands, (DH 3117) (vgl. DH 3114).

22Vgl. CIC, 1983, Can. 751; Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, Can. 1436.

23Vgl. Mk 16,16; Joh 3,18; Joh 20,23; Röm 14,4; Gal 1,9; 1 Tim 1,18–20; Gd 3–6; Konzil von Florenz, Bulle Cantate Domino, Dekret über die Jakobiten (DH 1351); Konzil von Trient, Sessio XIV, Can. 9.

24Vgl. Mt 18,17; Tit 3,10–11; Pius X., Lamentabili sane, 7; CIC, 1983, Can. 751 und 1364; Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, Can. 1436.

Heute, am 29. Dezember, beten wir die Bußpsalmen für das Wiederaufleben der Kirche in DE, AT und CH


1801-1-4 Champaigne Bon Pasteur

Es ist soweit: Die Bußpsalmen beten!

Praktische Anweisung

Man bete wie folgt:

  1. Man knie sich hin.
  2. Man mache das Kreuzzeichen.
  3. Man bete: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“
  4. Man lese einfach all das laut vor, was auf den Seiten 179 bis 188 geschrieben steht.
  5. Man beende das Gebet mit einem Kreuzzeichen und Punkt (3)

Ad 4.

Unter „lautem Beten“ verstehen die frühen Rubriken des Offiziums, dass man die Lippen bewegen soll und sich selbst wenigstens hören sollte. Man braucht also nicht zu schreien. Sollte man zusammen mit jemanden beten, so kann man sich bei den Versen, Anrufungen der Litanei und anderen Gebeten abwechseln und während der eine laut betet, betet der andere im Geiste mit bis er an die Reihe kommt. So bestimmen es die Rubriken der alten Ablassgebete und so wird es richtig sein. Man kann sich die Texte ausdrucken oder am Handy beten.

Wenn wirklich nicht knien kann?

Sollte jemand alt und gebrechlich sein oder im Rollstuhl sitzen und wirklich nicht knien können, dann kann er dies halt nicht tun. Er kann sich eine andere machbare Abtötung für die Dauer des Gebets einfallen lassen. Die Rubriken sagen: flexis genibus – „mit gebeugten Knien“, dies bedeutet, dass, wenn jemand nicht kann, er auch mit gebeugten Knien teilweise sitzen kann, wie es in jeder Kirchenbank der Fall ist. Man kann sich auch auf ein Kissen knien, um es sich ein wenig einfacher zu machen. Aber je mehr Busse, desto größer unser Verdienst, siehe unsere Reihe.

Was ist, wenn man kein Latein kann?

Dann lernt man es eben dadurch, dass man es betet: learning by doing. Die Aussprache des Kirchenlateins ist wie folgt:

  • C wird meistens wie K ausgesprochen (corpus – „korpusss“), außer
  • Vor e, i, y, ae, oe, eu dann wir C wie z, c ausgesprochen (caeli – „zeli“)
  • Q wird wie kw ausgesprochen (quoniam – „kwoniam“)
  • Ngu, su wir wie ngw, sw (sanguis – „ssangwis“), aber das „w“ ist sehr leicht.
  • X wie ks (capax – „kapaks“)
  • Z wie s, stimmhaft (zizania – „sisania“)
  • Ch wie ch (charta – „charta“)
  • Ph wie f (philosophia – „filozofia“)
  • Rh wie r (rhombus – „rombus“)
  • Th wie t (thalamus – „talamus“)
  • I am Wortanfang und vor einem Vokal wie j (iam – „jam“)
  • Y wie y (thymiana – „tymiana“)
  • V wie w (valde – „walde“)
  • S am Wortanfang und Wortende wie ss (super – „ssuper“)
  • S in Wortmitte wie das deutsche stimmhafte s (censebant – „zensebant“)

Man kann die lateinische Aussprache bspw. bei den Mönchen von Le Barroux hören[3] oder in anderen Klöstern, die das vorkonziliare Offizium auf Lateinisch beten. Die Akzentuierung ist im Text angegeben. Bei Gloria Patri et Filio am Ende eines Psalms mache man eine leichte Verbeugung zur Ehre der Heiligen Dreifaltigkeit.

Es geht hier um ein fürbittendes Gebet in einem wichtigen Anliegen und um keine Radioaufnahme. Auch wenn man Fehler macht, wird es Gott genehm sein und wenigstens wir – die Beter – werden dadurch geheiligt werden und vielleicht manch einer Bischof auch.

Man kann seine Erfahrungen auf unserem Forum oder anderswo mitteilen. Man solle sich auch auf irgendwelche unerwartet auftretende Probleme und Schwierigkeiten, wie z.B. plötzlicher Familienstreit oder Streit am Arbeitsplatz gerade an diesem Tag einstellen. Dies wird ein gutes Zeichen sein, dass die Mächte der Finsternis diese Initiative bekämpfen. Man solle sich auch auf alle möglichen Zweifel am Sinn dieses Gebetsaufrufs und der eigenen Mitarbeit vorbereiten. Aber von nichts kommt nichts und der Verfall der Kirche in den deutschsprachigen Ländern scheint kaum noch steigerungsfähig. Jemand muss es herausreißen. Packen wir es an!

[1] Und zwar mit diesen Beiträgen https://traditionundglauben.wordpress.com/category/gebetsaktion-bischofskonferenz/

[2] Beispielsweise hier: http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/09/deutschlandchurch-of-rich-or-church-of_16.html http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/04/the-german-catholic-collapse-priests.html http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/09/achtung-as-in-vatican-ii-germans-seem.html http://www.katholisches.info/2015/11/24/paepstliche-standpauke-fuer-deutsche-bischoefe-deutsche-kirche-nicht-die-fortschrittlichste-sondern-die-zerruettetste/

[3] http://www.barroux.org/fr/liturgie/ecoutez-nos-offices.html

 

Ant.: Ne reminiscaris, Dómine, delícta nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Psalmus 6

Dómine, ne in furore tuo árguas me, *neque in ira tua corípias me.

Miserére mei, Dómine, quóniam infírmus sum: * sana me, Dómine, quóniam conturbáta sunt ossa mea.

Et ánima mea turbáta est valde: * sed tu, Dómine, úsquequo?

Convértere, Dómine, et éripe ánimam meam: *

salvum me fac propter misericórdiam tuam.

Quóniam non est in morte qui memor sit tui: *

in inférno autem quis confitébitur tibi?

Laborávi in gémitu meo, lavábo per síngulas noctes lectum meum: *

lácrimis meis stratum meum rigábo.

Turbátus est a furóre óculus meus: *

inventerávi inter omnes inimícos meos.

Discédite a me, omnes, qui operámini iniquitátem: * quoniam exaudívit Dóminus vocem fletus mei.

Exaudívit Dóminus deprecatiónem meam, *

Dóminus oratiónem meam suscépit.

Erubéscant, et conturbéntur veheménter omnes inimíci mei: * convertántur et erubéscant valde velóciter.

Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto *

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.

Psalm 6

Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, *

Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Erbarm Dich meiner, Herr, den ich bin krank; * Mach mich gesund, o Herr, den morsch ist mein Gebein.

Gar sehr bestürzt ist mene Seele. *

Du aber, Herr, wie lange säumst du noch?

Herr, wende Dich zu mir, errette mich, *

Hilf mir in Deiner Güte!

Im Tode denkt ja keiner mehr an Dich, *

Und in der Unterwelt, wer möchte dort Dich preisen?

Wie matt bin ich von meinem Seufzen, + mit Weinen netz ich jede Nacht mein Bett, *

Mit Tränen bad ich meine Lagerstätte.

Mein Auge ist vor Kummer trüb geworden, *

Ich bin gealtert unter lauter Feinden.

Hinweg von mir, ihr Übeltäter alle, *

Mein lautes Weinen hat der Herr erhört!

Mein Flehen hat der Herr vernommen, *

Der Herr hat angenommen mein Gebet.

Sich schämen sollen alle meine Feinde; *

Sie sollen schamrot werden und in Hast entfliehen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 31

Beáti quorum remíssae sunt iniquitátes: *

et quorum tecta sunt peccáta.

Beátus vir, qui non imputávit Dóminus peccátum, * nec est in spíritu ejus dolus.

Quóniam tácui, inveteravérunt ossa mea, *

dum clamárem tota die.

Quóniam die ac nocte graváta est super me manus tua: *

convérsus sum in aerúmna mea, dum confígitur spina.

Delíctum meum cógnitum tibi feci: *

et injustítiam meam non abscóndi.

Dixi: Confitébor advérsum me injustítiam meam Dómino: *

et tu remisísti impietátem peccáti mei.

Pro hac orábit ad te omnis sanctus, *

in témpore opportúno.

Verúmtamen in dilúvio aquárum multárum, * ad eum non approximábunt.

Tu es refúgium meum a tribulatióne, quae circúmdedit me: *

exsultátio mea, érue me a circumdántibus me.

Inelléctum tibi dabo, et ínstruam te in via hac, qua gradiéris: *

firmábo super te òculos meos.

Nolíte fíeri sicut equus et mulus, *

quibus non est intelléctus.

In camo et fraeno maxíllas eórum constringe, *

qui non appróximant ad te.

Multa flagélla peccatóris, *

sperántem autem in Dómino misericórdia circúmdabit.

Laetámini in Dómino et exsultáte, justi, *

et gloriámini, omnes recti corde.

Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto *

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen.

Psalm 31

Wohl dem, dem seine Missetat vergeben, *

Und dem verziehen seine Sünden.

Wohl dem, den keiner Schuld der Herr mehr zeiht, *

In dessen Geist kein Falsch mehr ist.

Ich schwieg, da schwand mein Lebensmark dahin * Vor Seufzen Tag für Tag.

Denn Deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und Nacht;*

Ich wand mich hin und her in meinem Gram, doch tiefer drang der Stachel.

Da hab ich endlich mein Vergehen dir bekannt, *

Verbarg nicht länger meine Missetat.

Ich sprach: “Bekennen will dem Herrn ich meine Bosheit”,*

Und du vergabst mir meine Sündenschuld.

Drum soll sich jeder Fromme flehend zu Dir wenden, * Solang die Zeit der Gnade währt.

Bricht dann herein die mächt’ge Wasserflut, *

Ihn wird sie nicht erreichen.

Ja, Zuflucht bist du mir in meiner Not, die dräuend mich umgibt. *

Du meine Wonne, rette mich von meinen Drängern.

Ich will dir Einsicht geben und den Weg dir weisen, auf dem du gehen sollst, *

Will stets auf dich mein Auge richten:

Seid nicht wie Roß und Maultier, *

Wie unvernünft’ge Tiere.

In Zaum und Zügel mußt du ihre Backen zwängen, *

Sonst folgen sie dir nicht.

Den Frevler treffen viele Plagen; *

Doch wer auf Gott vertraut, den wird umfangen Seine Gnade.

So freuet euch im Herrn und jebelt, ihr Gerechten; *

Frohlocket all, die ihr geraden Herzens seid!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 37

Dómine, ne in furóre tuo árguas me, *

neque in ira tua corrípias me.

Quóniam sagíttae tuae infíxae sunt mihi: *

et confirmásti super me manum tuam.

Non est sánitas in carne mea a fácie irae tuae: * non est pax óssibus meis a fácie peccatórum meórum.

Quóniam iniquitátes meae supergréssae sunt caput meum: *

et sicut onus grave gravátae sunt super me.

Putruérunt et corrúptae sunt cicatríces meae, * a fácie insipiéntiae meae.

Miser factus sum, et curvátus sum usque in finem: * tota die contristátus ingrediébar.

Quoniam lumbi mei impléti sunt illusiónibus: *

et non est sánitas in carne mea.

Afflíctus sum, et humiliátus sum nimis: *

rugiébam a gémitu cordis mei.

Dómine, ante te omne desidérium meum: *

et gémitus meus a te non est abscónditus.

Cor meum conturbátum est, derelíquit me virtus mea: *

et lumen oculórum meórum, et ipsum non est mecum.

Amíci mei, et próximi mei * advérsum me appropinquavérunt, et stetérunt.

Et qui juxta me erant, de longe stetérunt: *

et vim faciébant qui quaerébant ánimam meam.

Et qui inquirébant mala mihi, locúti sunt vanitátes: * et dolos tota die meditabántur.

Ego autem tamquam surdus non audiébam: *

et sicut mutus non apériens os suum.

Et factus sum sicut homo non áudiens: *

et non habens in ore suo redargutiónes.

Quóniam in te, Dómine, sperávi: *

tu exáudies me, Dómine, Deus meus.

Quia dixi: Nequándo supergáudeant mihi inimíci mei: *

et dum commovéntur pedes mei, super me magna locúti sunt.

Quóniam ego in flagélla parátus sum: *

et dolor meus in conspéctu meo semper.

Quóniam iniquitátem meam annuntiábo: *

et cogitábo pro peccáto meo.

Inimíci autem mei vivunt, et confirmáti sunt super me. * et multiplicáti sunt qui odérunt me iníque.

Qui retríbuunt mala pro bonis, detrahébant mihi: * quóniam sequébar bonitátem.

Ne derelínquas me, Dómine, Deus meus: *

ne discésseris a me.

Inténde in adjutórium meum, *

Dómine, Deus salútis meae.

Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto *

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen.

Psalm 37

Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, *

Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Denn Deine Pfeile drangen tief in mich hinein, *

Und Deine Hand liegt schwer auf mir.

Nichts Heiles ist an meinem Leib vor Deinem Zorn, * Und mein Gebein ist ruhelos ob meiner Sünden.

Denn meine Schuld hat sich gehäuft ob meinem Haupte,*

Gleich einer überschweren Last drückt sie mich nieder.

Den Pesthauch der Verwesung atmen meine Wunden * Ob all der Torheit meiner Sünde.

Wie bin ich elend, tief gebeugt, * Den ganzen Tag geh traurig ich einher.

Von Brand verzehrt sind meine Lenden, *

Nichts Heiles ist an meinem Leib.

Zermalmt bin ich und ganz zerschlagen, *

Ich schreie auf in meiner Seelenqual.

Vor Dir, o Herr, liegt offen mein Verlangen, *

Dir ist das Seufzen meines Herzens wohlbekannt.

Mein Herz ist ganz verzagt, verlassen hat mich meine ganze Kraft;*

Geschwunden ist mir selbst das Licht der Augen.

Die Freunde, meine Lieben, *

Sie weichen scheu zurück vor meinem Unglück.

Und die mir nahestanden, rücken von mir ab. * Doch die mir nach dem Leben trachten, legen Schlingen.

Und die mir übel wollen, reden Lügen *

Und sinnen Ränke Tag für Tag.

Ich aber bin wie einer, der nich hört; *

Tu meinen Mund nicht auf gleich einem Stummen.

Ich bin geworden wie ein Tauber, *

Der keine Widerrede hat in seinem Munde.

Auf Dich allein, o Herr, vertraue ich; *

Du Herr, mein Gott wirst mich erhören.

Ich sprach bei mir: „Nicht sollen über mich frohlocken meine Feinde, *

Noch sollen sie sich stolz gebärden wider mich, wenn meine Füße straucheln.“

Ich bin wahrhaftig Geiselhieben ausgesetzt, *

Mein Schmerz verläßt mich nie.

Ja, meine Schuld muß ich bekennen, *

Mit Schmerz gedenken meiner Sünden.

Doch meine Feinde sind voll Kraft und Leben, *

Und zahlreich sind, die mich mit Unrecht hassen.

Das Gute lohnen sie mir mit Bösem, *

Und lästern mich, weil ich das Rechte suche.

O Herr, verlaß mich nicht, * Weich nicht von mir, mein Gott.

Herr, eile mir zu helfen, *

Du, meines Heiles Gott!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 50

Miserére mei, Deus, *

secúndum magnam misericórdiam tuam.

Et secúndum multitúdinem miseratiónum tuárum, *

dele iniquitátem meam.

Amplius lava me ab iniquitáte mea: * et a peccáto meo munda me.

Quóniam iniquitátem meam ego cognósco: *

et peccátum meum contra me est sémper.

Tibi soli peccávi, et malum coram te feci: *

 ut justificéris in sermónibus tuis, et vincas cum judicáris.

Ecce enim in iniquitátibus concéptus sum: *

et in peccátis concépit me mater mea.

Ecce enim veritátem dilexísti: *

incérta et occúlta sapiéntiae tuae manifestásti mihi.

Aspérges me hysóppo et mundábor: *

lavábis me, et super nivem dealbábor.

Audítui meo dabis gáudium et laetítiam: *

et exsultábunt ossa humiliáta.

Avérte fáciem tuam a peccátis meis: *

et omnes iniquitátes meas dele.

Cor mundum crea in me, Deus: *

et spíritum rectum ínnova in viscéribus meis.

Ne projícias me a fácie tua: * 

et spíritum sanctum tum ne áuferas a me.

Redde mhi laetítiam salutáris tui: *

et spíritu principáli confírma me.

Docébo iníquos vias tuas: *

et ímpii ad te converténtur.

Líbera me de sanguínibus, Deus, Deus salútis meae: *

et exsultábit lingua mea justítiam tuam.

Dómine, lábia mea apéries: *

et os meum annuntiábit laudem tuam.

Quóniam si voluísses sacrifícium, dedíssem útique: *

holcáustis non delectáberis.

Sacrifícium Deo spíritus contribulátus: * 

cor contrítum, et humiliátum, Deus, non despícies.

Benigne fac, Dómine, in bona voluntáte tua Sion: * ut aedificéntur muri Jerúsalem.

Tunc acceptábis sacrifícium justítiae, oblatiónes, et holocáusta: * tunc impónent super altáre tuum vítulos.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen. 

Psalm 50

Erbarm Dich meiner, Gott, *

Nach Deiner großen Milde.

In Deiner übergroßen Güte *

Vergib mir meine Sündenschuld.

Wasch meinen Frevel gänzlich von mir ab, *

Von meiner Sünde mach mich rein.

Denn meine Missetat erkenn ich wohl, *

Und bin mir meiner Schuld allzeit bewußt.

An Dir allein hab ich gesündigt und freventlich vor Dir gehandelt; * In Deinem Urteilsspruch sollt Du gerecht erscheinen, und recht behalten, wenn Du richtest.

Indes Du weißt, in Schuld bin ich geboren, *

In Sünden schon hat meine Mutter mich empfangen.

Die Wahrheit eines Herzens hat Du lieb, *

Und Einsicht gabst du mir in meinem Innern.

Besprenge mich mit Ysop und ich werd rein, *

Ja, wasche mich, dann werd ich weißer als der Schnee.

Laß Freud und Wonne wieder mich vernehmen, *

Auf daß frohlocke mein zerschlagenes Gebein.

Wend ab dein Angesicht von meinen Sünden, *

Und tilge huldvoll alle meine Missetaten.

Ein reines Herz erschaff in mir, o Gott, *

Den rechten Geist erneu in meinem Innern.

Verwirf mich nicht vor Deinem Angesicht * 

Und Deinen heil’gen Geist nimm nicht von mir.

Die Wonnen Deines Heiles gib mir wieder, *

Und mach mich stark in hochgesinntem Geiste.

Die Frevler will ich lehren Deine Wege, *

Und Sünder werden sich zu Dir bekehren.

Befrei mich von Befleckung, Herr, Gott meines Heiles, *

Und laut wird meine Zunge Dein gerechtes Walten preisen.

Herr, öffne meine Lippen * Auf daß mein Mund Dein Lob verkünde.

Schlachtopfer, wenn Du sie begehrst, hätt ich gebracht, *

Indes, Brandopfer finden Dein Gefallen nicht.

Als Opfer gilt vor Gott ein tiefzerknirschter Geist, * 

Ein reuig demutvolles Herz, o Gott, verschmähst Du nicht.

Sei Sion gnädig, Herr, in Deiner Huld, * Laß neu erstehn die Mauern von Jerusalem.

Dann wirst in Gnaden Du entgegennehmen rechte Opfer, Gaben und Brandopfer, * Dann wird man wieder Opfertiere bringen Dir auf den Altar.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 101

Dómine, exáudi oratiónem meam: * et clamor meus ad te véniat.

Non avértas fáciem tuam a me: * in quaecumque die tríbulor, inclína ad me aurem tuam.

In quaecúmque die invocávero te, * velóciter exáudi me.

Quia defecérunt sicut fumus dies mei: * et ossa mea sicut crémium aruerunt.

Percússus sum ut foenum, et áruit cor meum. * quia oblítus sum comédere panem meum.

A voce gémitus mei * adhaesit os meum carni meae.

Símilis factus sum pellicáno solitúdinis: * factus sum sicut nyctícorax in domicílio.

Vigilávi, * et factus sum sicut passer solitárius in tecto.

Tota die exprobrábant mihi inimíci mei: *

et qui laudábant me, advérsum me jurábant.

Quia cínerem tamquam panem manducábam, *

et potum meum cum fletu miscébam.

A fácie irae et indignatiónis tuae: *

quia élevans allisísti me.

Dies mei sicut umbra declinavérunt: *

et ego sicut foenum árui.

Tu autem, Dómine, in aetérnum pérmanes: * et memoriále tuum in generatiónem et generatiónem.

Tu exsúrgens miseréberis Sion: *

quia tempus miseréndi ejus, quia venit tempus.

Quóniam placuérunt servis tuis lápides ejus: *

et terrae ejus miserebúntur.

Et timébunt Gentes nomen tuum, Dómine, *

et omnes reges terrae glóriam tuam.

Quia aedificávit Dóminus Sion: *

et vidébitur in glória sua.

Respéxit in oratiónem humílium: *

et non sprevit precem eórum.

Scribántur haec in generatióne áltera: *

et pópulus, qui creábitur, laudábit Dóminum:

Quia prospéxit de excélso sancto suo: *

Dóminus de caelo in terram aspéxit:

Ut audíret gémitus compeditórum: *

ut sólveret fílios interemptórum:

Ut annúntient in Sion nomen Dómini: *

et laudem ejus in Jerúsalem.

In conveniéndo pópulos in unum, *

et reges ut sérviant Dómino.

Respóndit ei in via virtútis suae: *

Paucitátem diérum meórum núntia mihi.

Ne révoces me in dimídio diérum meórum: *

in generatiónem et generatiónem anni tui.

Inítio tu, Dómine, terram fundásti: *

et ópera mánuum tuárum sunt caeli.

Ipsi períbunt, tu autem, pérmanes: *

et omnes sicut vestiméntum veteráscent.

Et sicut opertórium mutábis eos, et mutabúntur: *

tu autem idem ipse es, et anni tui non defícient.

Fílii servórum tuórum habitábunt: *

et semen eórum in saeculum dirigétur.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto *

sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Psalm 101

Erhöre, Herr, mein Flehen, * Und laß mein Rufen zu Dir kommen.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir * Zur Zeit der Trübsal neig Dein Ohr mir zu.

Erhör mich schnell am Tage, *

An dem ich zu Dir rufe.

Wie Rauch zerrinnen meine Tage, * Wie Reisig dürr ist mein Gebein.

Ich bin versengt wie Gras, verdorrt ist mir das Herz * Und selbst mein Brot vergesse ich zu essen.

Ob meines grimmen Stöhnens * Bin ich nur Haut und Bein.

Ich gleiche schier dem Pelikan der Wüste * Bin wie die Eule im Gemäuer.

Ich wach die ganze Nacht * Und sitze einsam wie ein Vöglein auf dem Dach.

Den ganzen Tag verhöhnen mich die Feinde *

Und die mich hassen, brauchen mich als Fluch.

Ich esse Asche gleichwie Brot, *

Und mische meinen Trunk mit Tränen.

Ob Deines Zornes Grimm *

In dem Du mich erfaßt und hingeschleudert.

Gleich Schatten schwinden meine Tage, *

Wie Gras verdorre ich.

Du aber, Her, bleibst ewig, *

Und Dein Gedenken währt durch alle Zeiten.

Erheben wirst du Dich und Sions Dich erbarmen, *

Denn angebrochen ist die Zeit des Heils, die Gnadenzeit.

Ja, Deine Knechte lieben seine Mauern, * Und trauern über seinen Schutt.

Dann werden Heiden Deinen Namen fürchten, *

Die Könige der Erde Deine Herrlichkeit.

Weil Du den Sion wieder hast erstehen lassen, *

Und dort erschienst in Deiner alten Herrlichkeit.

Du hast erhört der Armen Flehen *

Und ihre Bitten nicht verschmäht.

Aufzeichnen wird man dies dem späteren Geschlecht, * Und preisen wird den Herrn das Volk, das kommt,

Weil Er herabgeschaut von Seiner Höhe, *

Weil Er vom Himmel hinsah auf die Erde,

Zu hören auf das Seufzen der Gefangenen, *

Und zu befreien die dem Tod Geweihten,

Damit sie Seinen Namen künden auf Sion, *

Und Seine Ruhmestaten in Jerusalem,

Wenn dort die Völker einstens sich versammeln, *

Die Könige, dem Herrn zu dienen.

Er brach mir auf dem Wege meine Kraft, *

Verkürzte meine Tage.

Ich sprach: „Nicht raff mich weg in meiner Tage Mitte, * Du, dessen Jahre von Geschlechte zu Geschlecht.“

Du bist es, der gegründet einst die Erde, *

Und Deiner Hände Werke sind die Himmel.

Vergehen werden sie, doch Du bleibst ewig, *

Zerfallen allzumal wie ein Gewand.

Du wechselst sie gleich einem Kleid, sie ändern sich; *

Du aber bleibst derselbe, Deine Jahre enden nicht.

Die Kinder deiner Knechte werden friedlich wohnen, *

Ihr Same bleibt vor Dir für immer.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 129

De profúndis clamávi ad te, Dómine: *

Dómine, exáudi vocem meam:

Fiant aures tuae intendéntes, *

in vocem deprecatiónis meae.

Si iniquitátes observáveris, Dómine: *

Dómine, quis sustinébit?

Quia apud te propitiátio est: *

et propter legem tuam sustínui te, Dómine.

Sustínuit ánima mea in verbo ejus: *

sperávit ánima mea in Dómino.

A custódia matutína usque ad noctem: *

speret Israël in Domino,

Quia apud Deum misericordia *

et copiosa apud eum redemptio.

Et ipse redimet Israel *

ex ómnibus iniquitátibus ejus.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto *

sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Psalm 129

Aus Abgrundstiefen schrei ich, Herr, zu Dir, *

O Herr, erhör mein Rufen.

O neig dein Ohr in Gnaden *

Meinem lauten Flehen.

Wenn du nachtrügest, Herr, die Sünden, *

O Herr, wer könnte da bestehn?

Doch Dein, ich weiß, ist die Vergebung, *

Und Dein Gesetz gibt mir Vertrauen.

So baue, meine Seele, auf Sein Wort *

Und hoffe auf den Herrn.

Früh von der Morgenwache bis zur Nacht *

Harr Israel des Herrn.

Denn bei dem Herrn ist gnädiges Erbarmen, *

Bei Ihm ist Heil in Fülle.

Er selbst wird Israel erlösen *

Aus allen seinen Sünden.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 142

Dómine, exáudi oratiónem meam: áuribus pércipe obsecratiónem meam in veritáte tua: *

exáudi me in tua justítia.

Et non intres in judícium cum servo tuo: *

quia non justificábitur in conspéctu tuo omnis vivens.

Quia persecútus est inimícus ánimam meam: *

Humiliávit in terra vitam meam.

Collocávit me in obscúris sicut mórtuos saeculi: *

et anxiátus est super me spíritus meus, in me turbátum est cor meum.

Memor fui diérum antiquórum, meditátus sum in ómnibus opéribus tuis: *

in factis mánuum tuárum meditábar.

Expándi manus meas ad te: *

ánima mea sicut terra sine aqua tibi.

Velóciter exáudi me, Dómine: *

defécit spíritus meus.

Non avértas fáciem tuam a me: *

et símilis ero descendéntibus in lacum.

Audítam fac mihi mane misericordiam tuarm: *

quia in te sperávi.

Notam fac mihi viam, in qua ámbulem: *

quia ad te levávi ánimam meam.

Eripe me de inimícis meis, Dómine, ad te confúgi: *

doce me fácere voluntátem tuam, quia Deus meus es tu.

Spiritus tuus bonus dedúcet me in terram rectam: *

propter nomen tuum, Dómine, vivificábis me, in aequitáte tua.

Edúces de tribulatióne ánimam meam: *

et in misericórdia tua dipérdes inimícos meos.

Et perdes omnes, qui tríbulant ánimam meam: *

quóniam ego servus tuus sum.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto *

sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ant.: Ne reminiscáris, Dómine, delícta nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Psalm 142

Herr, höre mein Gebet, +

Vernimm mein Flehen in Deiner Treue, *

Erhöre mich, gerechter Gott.

Geh nicht mit Deinem Knechte ins Gericht, *

Den kein Lebendiger vermag vor Dir bestehen.

Der Feind bedrängt schon lange meine Seele, *

Er tritt mein Leben in den Staub.

In Finsternis verstößt er mich wie einen längst Verstorbenen. +

Mir bangt mein Geist *

Mein Herz ist ganz verzagt.

Ich denke der vergangnen Tage, +

Ich sinne über alle Deine Werke nach, *

Betrachte Deiner Hände tun.

Ich strecke meine Hände aus nach Dir; *

Wie lechzend Land, so harr ich Deiner.

Erhör mich rasch, o Herr, *

Der Geist entschwindet mir.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, *

Sonst gleich ich denen, die ins Grab gesunken.

O laß mich bald erfahren deine Huld, *

Denn ich vertraue fest auf Dich.

Zeig mir den Weg, auf dem ich wandeln soll, *

Nach Dir geht all mein Sehnen.

O Gott, errette mich von meinen Feinden, ich flüchte mich zu dir. *

Lehr Du mich Deinen Willen tun, den Du bist ja mein Gott.

Dein gutter Geist geleite mich auf rechter Bahn. *

Bei deinem Namen, Herr, erhalte mich am Leben.

In Deiner Treue hilf mir aus der Not. *

In Deiner Huld vernichte meine Feinde.

Vertilge alle, die mich hart bedrängen, *

Den ich bin ja Dein Knecht.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.

Psalmen entnommen aus: Das Tagzeitenbuch des monastischen Breviers (Diurnale monasticum) 3. Auflage 1955

Litania omnium sanctorum

Kýrie eléison.

Christe, eléison.

Kýrie eléison.

Christe, audi nos.

Christe, exáudi nos.

Pater de caelis, Deus, miserére nobis.

Fili, Redémptor mundi, Deus, miserére nobis.

Spíritus Sancte, Deus, miserére nobis.

Sancta Trínitas, unus Deus, miserére nobis.

Sancta María, ora pro nobis.

Sancta Dei Génitrix, ora pro nobis.

Sancte Michaël, ora.

Sancte Gábriël, ora.

Sancte Raphaël, ora.

Omnes sancti Angeli et Archángeli, oráte pro nobis.

Omnes sancti beatórum Spirítuum órdines, orate.

Sancte Joánnes Baptísta, ora.

Sancte Joseph, ora.

Omnes sancti Patriárchae et Prophétae, orate.

Sancte Petre, ora.

Sancte Paule, ora.

Sancte Andréa, ora.

Sancte Jacóbe, ora.

Sancte Joánnes, ora.

Sancte Thoma, ora.

Sancte Jacóbe, ora.

Sancte Philíppe, ora.

Sancte Bartholomaee, ora.

Sancte Matthaee, ora.

Sancte Simon, ora.

Sancte Thaddaee, ora

Sancte Matthia, ora.

Sancte Bárnaba, ora

Sancte Luca, ora.

Sancte Marce, ora.

Omnes sancti Apóstoli et Evangelístae, orate.

Omnes sancti Discípuli Dómini, orate.

Omnes sancti Innocéntes, orate.

Sancte Stéphane, ora.

Sancte Laurénti, ora.

Sancte Vicénti, ora.

Sancti Fabiáne et Sebastiáne, orate.

Sancti Joánnes et Paule, orate.

Sancti Cosma et Damiáne, orate.

Sancti Gervási et Protási, orate.

Omnes sancti Mártyres, orate.

Sancte Silvester, ora.

Sancte Gregóri, ora.

Sancte Ambrósi, ora.

Sancte Augustíne, ora.

Sancte Hierónyme, ora.

Sancte Martíne, ora.

Sancte Nicoláë, ora.

Omnes sancti Pontífices et Confessóres, orate.

Omnes sancti Doctóres, orate.

Sancte Antóni, ora.

Sancte Benedícte, ora.

Sancte Bernarde, ora

Sancte Domínice, ora.

Sancte Francísce, ora.

Omnes sancti Sacerdótes et Levítae, orate.

Omnes sancti Mónaci et Eremítae, orate.

Sancta Maria Magdaléna, ora.

Sancta Agatha, ora.

Sancta Lúcia, ora.

Sancta Agnes, ora.

Sancta Caecília, ora.

Sancta Catharína, ora.

Sancta Anastásia, ora.

Omnes sanctae Vírgines et Víduae, orate.

Omnes Sancti et Sanctae Dei, intercédite pro nobis.

Propítius esto, exáudi nos, Dómine.

Ab omni malo, líbera nos, Dómine.

Ab omni peccáto, líbera.

Ab ira tua, líbera.

A subitánea et improvísa morte, líbera.

Ab insídiis diáboli, líbera.

Ab ira, et ódia, et omni mala voluntáte, líbera.

A spíritu fornicatiónis, líbera.

A fúlgure et tempestáte, líbera.

A flagéllo terraemótus, líbera.

A peste, fame et bello, líbera.

A morte perpétua, líbera.

Per mystérium sanctae Incarnatiónis tuae, líbera.

Per advéntum tuum, líbera.

Per baptísmum, et sanctum jejúnium tuum, líbera.

Per crucem et passiónem tuam, líbera.

Per mortem et sepultúram tuam, líbera.

Per sanctam resurrectiónem tuam, líbera.

Per admirábilem ascensiónem tuam, líbera.

Per advéntum Spíritus Sancti Parácliti, líbera.

In die judícii, líbera nos, Dómine.

Peccatores, te rogámus, audi nos.

Ut nobis parcas, te rogámus, audi nos.

Ut nobis indúlgeas, te rogámus, audi nos.

Ut ad veram poeniténtiam nos perdúcere dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut Ecclésiam tuam sanctam régere et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut domnum Apostólicum et omnes ecclesiásticos órdines in sancta religióne conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut inimícos sanctae Ecclésiae humiláre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut régibus et princípibus christiánis pacem et veram concórdiam donáre dignéris, te rogamus, audi nos.

Ut cuncto pópulo christiáno pacem et unitátem largíri dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut omnes errántes ad unitátem Ecclesiae revocáre, et infidéles univérsos ad Evangélii lumen perdúcere dignéris, te rogámus, Audi nos.

Ut nosmetipsos in tuo sancto servítio confortáre et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut mentes nostras ad caeléstia desidéria érigas, te rogámus, audi nos.

Ut ómnibus benefactóribus nostris sempitérna bona retríbuas, te rogámus, audi nos.

Ut ánimas nostras, fratrum, propinquórum et benefactóroum nostrórum ab aetérna damnatióne erípias, te rogámus, audi nos.

Ut fructus terrae dare et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut ómnibus fidélibus defúnctis réquiem aetérnam donáre dignéris, te rogámus, Audi nos.

Ut nos exaudíre dignéris, te rogámus, audi nos.

Fili Dei, te rogámus, audi nos.

Agnus Dei, qui tolis peccáta mundi, parce nobis, Dómine.

Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, exáudi nos, Dómine.

Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, miserére nobis.

Christe, audi nos.

Christe, exaudi nos.

Kyrie eleison.

Christe eleison.

Kyrie eleison.

(Priester) Pater noster qui es in caelis,

sanctificetur nomen tuum.

Adveniat regnum tuum.

Fiat voluntas tua sicut in caelo et in terra.

Panem nostrum quoditianum da nobis hodie

et dimitte nobis debita nostra sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.

Et ne nos inducas in tentationem

(R.) sed libera nos a malo.

Litanei (entnommen einem Gebet- und Gesangbuch aus dem 19. Jahrhundert)

Litanei von allen Heiligen Gottes

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, erbarme Dich unser!

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, höre uns!

Christe, erhöre uns!

Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser!

Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!

Gott, Heiliger Geist, erbarme Dich unser!

Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser.

Heilige Maria, bitt für uns!

Heilige Gottesgebärerin, bitt für uns!

Heiliger Michael, bitt …

Heiliger Gabriel, bitt …

Heiliger Raphael, …

Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns!

Alle heiligen Chöre der seligen Geister, bittet …

Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns!

Heiliger Josef, bitt …

Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet …!

Heiliger Petrus, …

Heiliger Paulus, …

Heiliger Andreas, …

Heiliger Jakobus, …

Heiliger Johannes, …

Heiliger Thomas, …

Heiliger Jakobus, …

Heiliger Philippus, …

Heiliger Bartolomäus, …

Heiliger Matthäus, …

Heiliger Simon, …

Heiliger Thaddäus, …

Heiliger Matthias, …

Heiliger Barnabas, …

Heiliger Lukas, …

Heiliger Markus, …

Alle heiligen Apostel und Evangelisten, …

Alle heiligen Jünger des Herrn, …

Alle unschuldigen Kindlein, …

Heiliger Stephanus, …

Heiliger Laurentius, …

Heiliger Vincentinus, …

Heilige Fabianus und Sebastianus, …

Heilige Johannes und Paulus, …

Heilige Kosmas und Damianus, …

Heilige Gervasius und Protasius, …

Alle heiligen Martyrer, …

Heiliger Sylvester, …

Heiliger Gregorius, …

Heiliger Ambrosius, …

Heiliger Augustinus, …

Heiliger Hieronymus, …

Heiliger Martinus, …

Heiliger Nikolaus, …

Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, …

Alle heiligen Kirchenlehrer, …

Heiliger Antonius, …

Heiliger Benedictus, …

Heiliger Bernardus, …

Heiliger Dominikus, …

Heiliger Franziskus, …

Alle heiligen Priester und Leviten, …

Alle heiligen Mönche und Einsiedler, …

Heilige Maria Magdalena, …

Heilige Agatha, …

Heilige Lucia, …

Heilige Agnes, …

Heilige Cäcilia, …

Heilige Katharina, …

Heilige Anasthasia, …

Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, …

Alle liebe Auserwählte Gottes, …

Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr!

Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr!

Von allem Übel erlöse uns, o Herr!

Von aller Sünde erlöse uns …

Von Deinem Zorne …

Von dem jähen und unversehenen Tode …

Von Nachstellungen des Teufels …

Von Zorn, Hass und allem bösen Willen …

Von dem Geiste der Unkeuschheit …

Von Blitz und Ungewitter …

Von der Geißel des Erdbebens ..

Von Seuche, Hunger und Krieg ..

Vom ewigen Tode …

Durch das Geheimnis Deiner heiligen Menschwerdung …

Durch Deine Ankunft …

Durch Deine Tauf’ und heiliges Fasten …

Durch Dein Kreuz und Leiden …

Durch Deinen Tod und Begräbnis …

Durch Deine heilige Auferstehung …

Durch Deine wunderbare Himmelfahrt …

Durch die Ankunft des Heiligen Geistes, des Trösters, …

Am Tage des letzten Gerichts…

Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns!

Dass Du unser verschonest, …

Dass Du uns die Sünden verzeihest, …

Dass Du uns zur wahren Buße führest, …

Dass Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, …

Dass Du den apostolischen obersten Hirten und alle geistlichen Stände in der heiligen Religion erhalten wollest, …

Dass Du die Feinde der heiligen Kirche erniedrigen wollest, …

Dass Du den christlichen Königen und Fürsten Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Dass Du Deinem ganzen christlichen Volke Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Dass Du alle, die von der Einheit der Kirche abirren zurückrufest und alle Ungläubigen an das Licht des Evangeliums führest..

Dass Du uns in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, …

Dass Du unsere Gemüter zu himmlischen Begierden erhebest, …

Dass Du all’ unsere Guttäter mit den ewigen Gütern belohnest, …

Dass Du unsere Seelen, die Seelen unserer Brüder, Freunde und Guttäter Seelen von der ewigen Verdammnis herausreissest, …

Dass Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, …

Dass Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewig’ Ruhe verleihen wollest, …

Dass Du uns erhören wollest, …

Du Sohn Gottes, …

O Du Lamm Gottes, das hinnimt die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr!

O Du Lamm Gottes, …, erhöre uns, o Herr!

O Du Lamm Gottes, …, erbarme Dich unser, o Herr!

Christe, höre uns!

Christe, erhöre uns! 

Herr, erbarme dich.

Christus, erbarme dich.

Herr, erbarme dich.

Vater unser …

Psalmus 69

Deus in adjutórim meum inténde: * 

Dómine, ad adjuvándum me festína.

Confundántur et revereántur, * qui quaerunt ánimam meam.

Avertántur retrórsum, et erubéscant, * qui volunt mihi mala.

Avertántur statim erubescéntes, * qui dicunt mihi: Euge, euge.

Exsúltent et laeténtur in te omnes qui quaerunt te, * et dicant semper: Magnificétur Dóminus: qui díligunt salutáre tuum.

Ego vero egénus, et pauper sum: * Deus, ádjuva me.

Adjútor meus, et liberátor meus es tu: * Dómine, ne moréris.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

V. Salvos fac servos tuos.

R. Deus meus, sperántes in te.

V. Esto nobis, Dómine, turris fortitúdinis.

R. A fácie inimíci.

V. Nihil profíciat inimícus in nobis.

R. Et fílius iniquitátis non appónat nocére nobis.

V. Domine, non secúndum peccáta nostra fácias nobis.

R. Neque secúndum iniquitates nostras retríbuas nobis.

V. Orémus pro Pontífice nostro N.

R. Dóminus consérvet eum, et vivícet eum, et beátum fáciat eum in terra, et non tradat eum in ánimam inimicórum ejus.

V. Orémus pro benefactóribus nostris.

R. Retribuére dignárie, Dómine, ómnibus, nobis bona faciéntibus propter nomen tuum, vitam aetérnam. Amen.

V. Orémus pro fidélibus defúnctis.

R. Réquiem aetérnam dona eis, Dómine, et lux perpétua lúceat eis.

V. Requiéscant in pace.

R. Amen.

V. Pro frátribus nostris abséntibus.

R. Salvos fac servos tuos, Deus meus, sperántes in te.

V. Mitte eis, Dómine, auxílium de sancto.

R. Et de Sion tuére eos.

V. Dómine exáudi oratiónem meam.

R. Et clamor meus ad te véniat.

(Priester) Dóminus vobíscum.

R. Et cum spíritu tuo.

Ps 69

O Gott, merk’ auf meine Hilfe!

Herr, eile mir zu helfen!

Die meinem Leben nachstellen, * sollen schamrot und zuschanden werden.

Die mir Böses gönnen, * sollen zurückweichen und sich schämen.

Eilends sollen sie mit Schande zurückweichen, * die mir höhnisch zureden.

Alle aber, die Dich suchen, sollen sich in Dir erfreuen und frohlocken, * und die Dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Der Herr sei hoch gepriesen.

Ich bin elend und arm: * o Gott, hilf mir!

Du bist, Der mir hilft und mich erlöset. * Herr, verweile nicht!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, als es war im Anfange, jetzt und allweg und zu ewigen Zeiten. Amen.

V.: Hilf Deinen Dienern, mein Gott!

A.: Die auf Dich trauen.

V.: Sei uns, o Herr, ein starker Turm

A.: Vor dem Angesichte des Feindes.

V.: Lass den Feind nichts an uns gewinnen,

A.: Und der Boshafte schade uns nicht.

V.: Herr, verfahre nicht mit uns nach unsern Sünden,

A.: Und vergilt uns nicht nach unsern Missetaten.

V.: Lasst uns beten für unsern obersten Hirten N. N.:

A.: Der Herr bewahre und erhalte ihn beim Leben. Er beglücke ihn auf Erden und übergebe ihn nicht dem Willen seiner Feinde.

V.: Lasst uns beten für unsere Guttäter:

A.: Herr, schenke allen, die uns Gutes tun, wegen Deines Namens das ewige Leben. Amen.

V.: Lasst uns beten für die abgestorbenen Christ­gläu­bi­gen:

A.: Herr, schenke ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen.

V.: Sie ruhen in Frieden.

A.: Amen.

V.: Lasst uns beten für unsere abwesenden Brüder:

A.: Errette Deine Diener, o Gott, die auf Dich hoffen.

V.: Schicke ihnen Hilfe von Deinem Heiligtum,

A.: Und beschütze sie auf Sion.

V.: Herr, erhöre mein Gebet,

A.: Und lass mein Geschrei zu Dir kommen.

P: Der Herr sei mit euch.

A: Und mit deinem Geiste.

Orémus:

Deus, cui próprium est miseréri semper et párcere: Súscipe deprecatiónem nostram; ut nos, et omnes fámulos tuos, quos delictórum caténa constríngit, miserátio tuae pietátis cleménter absólvat.

Exáudi, quaesumus, Dómine, súpplicum preces, et confiténtium tibi parce peccátis: ut páriter nobis indulgéntiam tríbuas benígnus et pacem.

Ineffábilem nobis, Dómine, misericórdiam tuam eleménter osténde: Ut simul nos et a peccátis ómnibus éxuas, et a poenis, quas pro his merémur, erípias.

Deus, qui culpa offénderis, poeniténtia placáris: preces pópuli tui supplicántis propítius, réspice; et flagélla tuae iracúndiae, quae pro peccátis nostris merémur, avérte.

Omnípotens sempitérne Deus, miserére famulo tuo Pontífici nostro N., et dírige eum secúndum tuam cleméntiam in viam salútis aetérnae: ut, te donánte, tibi plácita cúpiat, et tota virtúte perfíciat.

Deus, a quo sancta desidéria, recta consília et justa sunt ópera: da servis tuis illam, quam mundus dare non potest, pacem; ut et corda nostra mandátis tuis dédita, et hóstium subláta formídine, témpora sint, tua protectióne, tranquílla.

Ure digne Sancti Spíritus renes nostros et cor nostrum, Dómine: ut tibi casto córpore serviámus, et mundo corde placeámus.

Lasset uns beten:

O Gott, Dem allezeit das Erbarmen und Verschonen eigen ist, nimm unser Gebet auf, damit uns und alle Deine Diener, die mit den Sündenketten gebunden sind, Dein Erbarmen gnädig auflöse.

Wir bitten Dich, o Herr, erhöre das Gebet der Demütigen und schone derer, die ihre Sünden reumütig bekennen, auf dass Du uns die Verzeihung und zugleich den Frieden gnädigst erteilest.

Erzeige uns, Herr, Deine unaussprechliche Barmherzigkeit, auf dass Du uns von allen Sünden befreist, und die Strafe, die wir dafür verdienen, erlässt.

O Gott, der Du durch die Sünde erzürnt und durch die Buße versöhnt wirst, sieh an das Gebet Deines demütigen Volkes und wende ab die Geißel Deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen.

Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme Dich Deines Dieners, unseres obersten Hirten N., und leite ihn nach Deiner Güte auf den Weg des ewigen Heils, damit er durch Deine Gnade nach dem, was Dir gefällt, trachte, und es mit aller Kraft ins Werk setze.

O Gott, von Dem die heiligen Bestrebungen, guten Ratschläge und gerechten Werke entspringen, gib Deinen Dienern den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen sich Deinen Geboten fügen und unsere Zeiten von der Furcht der Feinde befreit und durch Deinen Schutz ruhig sein mögen.

O Herr, entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer des Heiligen Geistes, auf dass wir Dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen gefallen mögen.

Fidélum, Deus, ómnium cónditor et redémptor, animábus famulórum famularúmque tuárum remissiónem cunctórum tríbue peccatórum: ut indulgéntiam, quam semper optavérunt, piis supplicatiónibus consequántur.

Actiónes nostras, quaesumus, Dómine, aspirándo praeveni et adjuvando proséquere: ut cuncta nostra orátio et operátio a te semper incípiat, et per te coepta finiátur.

Omnípotens sempitérne Deus, qui vivórum domináris simul et mortuórum, omniúmque miseréris quos tuos fide et ópere futúros esse praenóscis: te súpplices exorámus: ut, pro quibus effúndere preces decrévimus, quosque vel praesens saeculum adhuc in carne rétinet vel futúrum jam exútos córpore suscépit, intercedéntibus ómnibus Sanctis tuis, pietátis tuae cleméntia, ómnium delictórum suórum véniam consequántur. Per Dóminum nostrum, Jesum Christum.

O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, erteile den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen den Nachlass aller Sünden, auf dass sie die Verzeihung, die sie allzeit gewünscht haben, durch das andächtige Gebet erhalten mögen.

O Herr, wir bitten Dich, Du wollest unserm Tun und Lassen mit Deiner Gnade zuvorkommen und es durch Deine Hilfe fortsetzen, damit all unser Gebet und unsere Werke jederzeit bei dir ihren Ausgang nehmen und in Dir vollendet werden.

Allmächtiger ewiger Gott, der Du über die Lebenden und Toten herrschst und Dich all jener erbarmst, von denen Du im Voraus weißt, dass sie durch den Glauben und durch die Werke Dir zugehören werden, wir bitten Dich demütig, dass diejenigen, für welche zu beten wir uns vorgenommen haben und die sich entweder noch auf dieser Welt befinden oder …, auf die Fürbitte aller Deiner Heiligen, durch Deine gütigste Barmherzigkeit

V. Exáudiat nos omnípotens et miséricors Dóminus.

R. Amen.

V. Et fidelium ánimae per misericórdiam Dei requiéscant in pace.

R. Amen.

V.: Der allmächtige und barmherzige Gott erhöre uns.

A.: Amen.

V.: Und die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden.

A.: Amen.

 

Ant.: Ne reminiscaris, Dómine, delícta Nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Psalmus 6

Dómine, ne in furore tuo árguas me, *neque in ira tua corípias me.

Miserére mei, Dómine, quóniam infírmus sum: * sana me, Dómine, quóniam conturbáta sunt ossa mea.

Et ánima mea turbáta est valde: * sed tu, Dómine, úsquequo?

Convértere, Dómine, et éripe ánimam meam: *

salvum me fac propter misericórdiam tuam.

Quóniam non est in morte qui memor sit tui: *

in inférno autem quis confitébitur tibi?

Laborávi in gémitu meo, lavábo per síngulas noctes lectum meum: *

lácrimis meis stratum meum rigábo.

Turbátus est a furóre óculus meus: *

inventerávi inter omnes inimícos meos.

Discédite a me, omnes, qui operámini iniquitátem: * quoniam exaudívit Dóminus vocem fletus mei.

Exaudívit Dóminus deprecatiónem meam, *

Dóminus oratiónem meam suscépit.

Erubéscant, et conturbéntur veheménter omnes inimíci mei: * convertántur et erubéscant valde velóciter.

Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto *

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.

Psalm 6

Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, *

Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Erbarm Dich meiner, Herr, den ich bin krank; * Mach mich gesund, o Herr, den morsch ist mein Gebein.

Gar sehr bestürzt ist mene Seele. *

Du aber, Herr, wie lange säumst du noch?

Herr, wende Dich zu mir, errette mich, *

Hilf mir in Deiner Güte!

Im Tode denkt ja keiner mehr an Dich, *

Und in der Unterwelt, wer möchte dort Dich preisen?

Wie matt bin ich von meinem Seufzen, + mit Weinen netz ich jede Nacht mein Bett, *

Mit Tränen bad ich meine Lagerstätte.

Mein Auge ist vor Kummer trüb geworden, *

Ich bin gealtert unter lauter Feinden.

Hinweg von mir, ihr Übeltäter alle, *

Mein lautes Weinen hat der Herr erhört!

Mein Flehen hat der Herr vernommen, *

Der Herr hat angenommen mein Gebet.

Sich schämen sollen alle meine Feinde; *

Sie sollen schamrot werden und in Hast entfliehen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 31

Beáti quorum remíssae sunt iniquitátes: *

et quorum tecta sunt peccáta.

Beátus vir, qui non imputávit Dóminus peccátum, * nec est in spíritu ejus dolus.

Quóniam tácui, inveteravérunt ossa mea, *

dum clamárem tota die.

Quóniam die ac nocte graváta est super me manus tua: *

convérsus sum in aerúmna mea, dum confígitur spina.

Delíctum meum cógnitum tibi feci: *

et injustítiam meam non abscóndi.

Dixi: Confitébor advérsum me injustítiam meam Dómino: *

et tu remisísti impietátem peccáti mei.

Pro hac orábit ad te omnis sanctus, *

in témpore opportúno.

Verúmtamen in dilúvio aquárum multárum, * ad eum non approximábunt.

Tu es refúgium meum a tribulatióne, quae circúmdedit me: *

exsultátio mea, érue me a circumdántibus me.

Inelléctum tibi dabo, et ínstruam te in via hac, qua gradiéris: *

firmábo super te òculos meos.

Nolíte fíeri sicut equus et mulus, *

quibus non est intelléctus.

In camo et fraeno maxíllas eórum constringe, *

qui non appróximant ad te.

Multa flagélla peccatóris, *

sperántem autem in Dómino misericórdia circúmdabit.

Laetámini in Dómino et exsultáte, justi, *

et gloriámini, omnes recti corde.

Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto *

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen.

Psalm 31

Wohl dem, dem seine Missetat vergeben, *

Und dem verziehen seine Sünden.

Wohl dem, den keiner Schuld der Herr mehr zeiht, *

In dessen Geist kein Falsch mehr ist.

Ich schwieg, da schwand mein Lebensmark dahin * Vor Seufzen Tag für Tag.

Denn Deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und Nacht;*

Ich wand mich hin und her in meinem Gram, doch tiefer drang der Stachel.

Da hab ich endlich mein Vergehen dir bekannt, *

Verbarg nicht länger meine Missetat.

Ich sprach: “Bekennen will dem Herrn ich meine Bosheit”,*

Und du vergabst mir meine Sündenschuld.

Drum soll sich jeder Fromme flehend zu Dir wenden, * Solang die Zeit der Gnade währt.

Bricht dann herein die mächt’ge Wasserflut, *

Ihn wird sie nicht erreichen.

Ja, Zuflucht bist du mir in meiner Not, die dräuend mich umgibt. *

Du meine Wonne, rette mich von meinen Drängern.

Ich will dir Einsicht geben und den Weg dir weisen, auf dem du gehen sollst, *

Will stets auf dich mein Auge richten:

Seid nicht wie Roß und Maultier, *

Wie unvernünft’ge Tiere.

In Zaum und Zügel mußt du ihre Backen zwängen, *

Sonst folgen sie dir nicht.

Den Frevler treffen viele Plagen; *

Doch wer auf Gott vertraut, den wird umfangen Seine Gnade.

So freuet euch im Herrn und jebelt, ihr Gerechten; *

Frohlocket all, die ihr geraden Herzens seid!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 37

Dómine, ne in furóre tuo árguas me, *

neque in ira tua corrípias me.

Quóniam sagíttae tuae infíxae sunt mihi: *

et confirmásti super me manum tuam.

Non est sánitas in carne mea a fácie irae tuae: * non est pax óssibus meis a fácie peccatórum meórum.

Quóniam iniquitátes meae supergréssae sunt caput meum: *

et sicut onus grave gravátae sunt super me.

Putruérunt et corrúptae sunt cicatríces meae, * a fácie insipiéntiae meae.

Miser factus sum, et curvátus sum usque in finem: * tota die contristátus ingrediébar.

Quoniam lumbi mei impléti sunt illusiónibus: *

et non est sánitas in carne mea.

Afflíctus sum, et humiliátus sum nimis: *

rugiébam a gémitu cordis mei.

Dómine, ante te omne desidérium meum: *

et gémitus meus a te non est abscónditus.

Cor meum conturbátum est, derelíquit me virtus mea: *

et lumen oculórum meórum, et ipsum non est mecum.

Amíci mei, et próximi mei * advérsum me appropinquavérunt, et stetérunt.

Et qui juxta me erant, de longe stetérunt: *

et vim faciébant qui quaerébant ánimam meam.

Et qui inquirébant mala mihi, locúti sunt vanitátes: * et dolos tota die meditabántur.

Ego autem tamquam surdus non audiébam: *

et sicut mutus non apériens os suum.

Et factus sum sicut homo non áudiens: *

et non habens in ore suo redargutiónes.

Quóniam in te, Dómine, sperávi: *

tu exáudies me, Dómine, Deus meus.

Quia dixi: Nequándo supergáudeant mihi inimíci mei: *

et dum commovéntur pedes mei, super me magna locúti sunt.

Quóniam ego in flagélla parátus sum: *

et dolor meus in conspéctu meo semper.

Quóniam iniquitátem meam annuntiábo: *

et cogitábo pro peccáto meo.

Inimíci autem mei vivunt, et confirmáti sunt super me. * et multiplicáti sunt qui odérunt me iníque.

Qui retríbuunt mala pro bonis, detrahébant mihi: * quóniam sequébar bonitátem.

Ne derelínquas me, Dómine, Deus meus: *

ne discésseris a me.

Inténde in adjutórium meum, *

Dómine, Deus salútis meae.

Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto *

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen.

Psalm 37

Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, *

Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Denn Deine Pfeile drangen tief in mich hinein, *

Und Deine Hand liegt schwer auf mir.

Nichts Heiles ist an meinem Leib vor Deinem Zorn, * Und mein Gebein ist ruhelos ob meiner Sünden.

Denn meine Schuld hat sich gehäuft ob meinem Haupte,*

Gleich einer überschweren Last drückt sie mich nieder.

Den Pesthauch der Verwesung atmen meine Wunden * Ob all der Torheit meiner Sünde.

Wie bin ich elend, tief gebeugt, * Den ganzen Tag geh traurig ich einher.

Von Brand verzehrt sind meine Lenden, *

Nichts Heiles ist an meinem Leib.

Zermalmt bin ich und ganz zerschlagen, *

Ich schreie auf in meiner Seelenqual.

Vor Dir, o Herr, liegt offen mein Verlangen, *

Dir ist das Seufzen meines Herzens wohlbekannt.

Mein Herz ist ganz verzagt, verlassen hat mich meine ganze Kraft;*

Geschwunden ist mir selbst das Licht der Augen.

Die Freunde, meine Lieben, *

Sie weichen scheu zurück vor meinem Unglück.

Und die mir nahestanden, rücken von mir ab. * Doch die mir nach dem Leben trachten, legen Schlingen.

Und die mir übel wollen, reden Lügen *

Und sinnen Ränke Tag für Tag.

Ich aber bin wie einer, der nich hört; *

Tu meinen Mund nicht auf gleich einem Stummen.

Ich bin geworden wie ein Tauber, *

Der keine Widerrede hat in seinem Munde.

Auf Dich allein, o Herr, vertraue ich; *

Du Herr, mein Gott wirst mich erhören.

Ich sprach bei mir: „Nicht sollen über mich frohlocken meine Feinde, *

Noch sollen sie sich stolz gebärden wider mich, wenn meine Füße straucheln.“

Ich bin wahrhaftig Geiselhieben ausgesetzt, *

Mein Schmerz verläßt mich nie.

Ja, meine Schuld muß ich bekennen, *

Mit Schmerz gedenken meiner Sünden.

Doch meine Feinde sind voll Kraft und Leben, *

Und zahlreich sind, die mich mit Unrecht hassen.

Das Gute lohnen sie mir mit Bösem, *

Und lästern mich, weil ich das Rechte suche.

O Herr, verlaß mich nicht, * Weich nicht von mir, mein Gott.

Herr, eile mir zu helfen, *

Du, meines Heiles Gott!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 50

Miserére mei, Deus, *

secúndum magnam misericórdiam tuam.

Et secúndum multitúdinem miseratiónum tuárum, *

dele iniquitátem meam.

Amplius lava me ab iniquitáte mea: * et a peccáto meo munda me.

Quóniam iniquitátem meam ego cognósco: *

et peccátum meum contra me est sémper.

Tibi soli peccávi, et malum coram te feci: *

 ut justificéris in sermónibus tuis, et vincas cum judicáris.

Ecce enim in iniquitátibus concéptus sum: *

et in peccátis concépit me mater mea.

Ecce enim veritátem dilexísti: *

incérta et occúlta sapiéntiae tuae manifestásti mihi.

Aspérges me hysóppo et mundábor: *

lavábis me, et super nivem dealbábor.

Audítui meo dabis gáudium et laetítiam: *

et exsultábunt ossa humiliáta.

Avérte fáciem tuam a peccátis meis: *

et omnes iniquitátes meas dele.

Cor mundum crea in me, Deus: *

et spíritum rectum ínnova in viscéribus meis.

Ne projícias me a fácie tua: * 

et spíritum sanctum tum ne áuferas a me.

Redde mhi laetítiam salutáris tui: *

et spíritu principáli confírma me.

Docébo iníquos vias tuas: *

et ímpii ad te converténtur.

Líbera me de sanguínibus, Deus, Deus salútis meae: *

et exsultábit lingua mea justítiam tuam.

Dómine, lábia mea apéries: *

et os meum annuntiábit laudem tuam.

Quóniam si voluísses sacrifícium, dedíssem útique: *

holcáustis non delectáberis.

Sacrifícium Deo spíritus contribulátus: * 

cor contrítum, et humiliátum, Deus, non despícies.

Benigne fac, Dómine, in bona voluntáte tua Sion: * ut aedificéntur muri Jerúsalem.

Tunc acceptábis sacrifícium justítiae, oblatiónes, et holocáusta: * tunc impónent super altáre tuum vítulos.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen. 

Psalm 50

Erbarm Dich meiner, Gott, *

Nach Deiner großen Milde.

In Deiner übergroßen Güte *

Vergib mir meine Sündenschuld.

Wasch meinen Frevel gänzlich von mir ab, *

Von meiner Sünde mach mich rein.

Denn meine Missetat erkenn ich wohl, *

Und bin mir meiner Schuld allzeit bewußt.

An Dir allein hab ich gesündigt und freventlich vor Dir gehandelt; * In Deinem Urteilsspruch sollt Du gerecht erscheinen, und recht behalten, wenn Du richtest.

Indes Du weißt, in Schuld bin ich geboren, *

In Sünden schon hat meine Mutter mich empfangen.

Die Wahrheit eines Herzens hat Du lieb, *

Und Einsicht gabst du mir in meinem Innern.

Besprenge mich mit Ysop und ich werd rein, *

Ja, wasche mich, dann werd ich weißer als der Schnee.

Laß Freud und Wonne wieder mich vernehmen, *

Auf daß frohlocke mein zerschlagenes Gebein.

Wend ab dein Angesicht von meinen Sünden, *

Und tilge huldvoll alle meine Missetaten.

Ein reines Herz erschaff in mir, o Gott, *

Den rechten Geist erneu in meinem Innern.

Verwirf mich nicht vor Deinem Angesicht * 

Und Deinen heil’gen Geist nimm nicht von mir.

Die Wonnen Deines Heiles gib mir wieder, *

Und mach mich stark in hochgesinntem Geiste.

Die Frevler will ich lehren Deine Wege, *

Und Sünder werden sich zu Dir bekehren.

Befrei mich von Befleckung, Herr, Gott meines Heiles, *

Und laut wird meine Zunge Dein gerechtes Walten preisen.

Herr, öffne meine Lippen * Auf daß mein Mund Dein Lob verkünde.

Schlachtopfer, wenn Du sie begehrst, hätt ich gebracht, *

Indes, Brandopfer finden Dein Gefallen nicht.

Als Opfer gilt vor Gott ein tiefzerknirschter Geist, * 

Ein reuig demutvolles Herz, o Gott, verschmähst Du nicht.

Sei Sion gnädig, Herr, in Deiner Huld, * Laß neu erstehn die Mauern von Jerusalem.

Dann wirst in Gnaden Du entgegennehmen rechte Opfer, Gaben und Brandopfer, * Dann wird man wieder Opfertiere bringen Dir auf den Altar.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 101

Dómine, exáudi oratiónem meam: * et clamor meus ad te véniat.

Non avértas fáciem tuam a me: * in quaecumque die tríbulor, inclína ad me aurem tuam.

In quaecúmque die invocávero te, * velóciter exáudi me.

Quia defecérunt sicut fumus dies mei: * et ossa mea sicut crémium aruerunt.

Percússus sum ut foenum, et áruit cor meum. * quia oblítus sum comédere panem meum.

A voce gémitus mei * adhaesit os meum carni meae.

Símilis factus sum pellicáno solitúdinis: * factus sum sicut nyctícorax in domicílio.

Vigilávi, * et factus sum sicut passer solitárius in tecto.

Tota die exprobrábant mihi inimíci mei: *

et qui laudábant me, advérsum me jurábant.

Quia cínerem tamquam panem manducábam, *

et potum meum cum fletu miscébam.

A fácie irae et indignatiónis tuae: *

quia élevans allisísti me.

Dies mei sicut umbra declinavérunt: *

et ego sicut foenum árui.

Tu autem, Dómine, in aetérnum pérmanes: * et memoriále tuum in generatiónem et generatiónem.

Tu exsúrgens miseréberis Sion: *

quia tempus miseréndi ejus, quia venit tempus.

Quóniam placuérunt servis tuis lápides ejus: *

et terrae ejus miserebúntur.

Et timébunt Gentes nomen tuum, Dómine, *

et omnes reges terrae glóriam tuam.

Quia aedificávit Dóminus Sion: *

et vidébitur in glória sua.

Respéxit in oratiónem humílium: *

et non sprevit precem eórum.

Scribántur haec in generatióne áltera: *

et pópulus, qui creábitur, laudábit Dóminum:

Quia prospéxit de excélso sancto suo: *

Dóminus de caelo in terram aspéxit:

Ut audíret gémitus compeditórum: *

ut sólveret fílios interemptórum:

Ut annúntient in Sion nomen Dómini: *

et laudem ejus in Jerúsalem.

In conveniéndo pópulos in unum, *

et reges ut sérviant Dómino.

Respóndit ei in via virtútis suae: *

Paucitátem diérum meórum núntia mihi.

Ne révoces me in dimídio diérum meórum: *

in generatiónem et generatiónem anni tui.

Inítio tu, Dómine, terram fundásti: *

et ópera mánuum tuárum sunt caeli.

Ipsi períbunt, tu autem, pérmanes: *

et omnes sicut vestiméntum veteráscent.

Et sicut opertórium mutábis eos, et mutabúntur: *

tu autem idem ipse es, et anni tui non defícient.

Fílii servórum tuórum habitábunt: *

et semen eórum in saeculum dirigétur.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto *

sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Psalm 101

Erhöre, Herr, mein Flehen, * Und laß mein Rufen zu Dir kommen.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir * Zur Zeit der Trübsal neig Dein Ohr mir zu.

Erhör mich schnell am Tage, *

An dem ich zu Dir rufe.

Wie Rauch zerrinnen meine Tage, * Wie Reisig dürr ist mein Gebein.

Ich bin versengt wie Gras, verdorrt ist mir das Herz * Und selbst mein Brot vergesse ich zu essen.

Ob meines grimmen Stöhnens * Bin ich nur Haut und Bein.

Ich gleiche schier dem Pelikan der Wüste * Bin wie die Eule im Gemäuer.

Ich wach die ganze Nacht * Und sitze einsam wie ein Vöglein auf dem Dach.

Den ganzen Tag verhöhnen mich die Feinde *

Und die mich hassen, brauchen mich als Fluch.

Ich esse Asche gleichwie Brot, *

Und mische meinen Trunk mit Tränen.

Ob Deines Zornes Grimm *

In dem Du mich erfaßt und hingeschleudert.

Gleich Schatten schwinden meine Tage, *

Wie Gras verdorre ich.

Du aber, Her, bleibst ewig, *

Und Dein Gedenken währt durch alle Zeiten.

Erheben wirst du Dich und Sions Dich erbarmen, *

Denn angebrochen ist die Zeit des Heils, die Gnadenzeit.

Ja, Deine Knechte lieben seine Mauern, * Und trauern über seinen Schutt.

Dann werden Heiden Deinen Namen fürchten, *

Die Könige der Erde Deine Herrlichkeit.

Weil Du den Sion wieder hast erstehen lassen, *

Und dort erschienst in Deiner alten Herrlichkeit.

Du hast erhört der Armen Flehen *

Und ihre Bitten nicht verschmäht.

Aufzeichnen wird man dies dem späteren Geschlecht, * Und preisen wird den Herrn das Volk, das kommt,

Weil Er herabgeschaut von Seiner Höhe, *

Weil Er vom Himmel hinsah auf die Erde,

Zu hören auf das Seufzen der Gefangenen, *

Und zu befreien die dem Tod Geweihten,

Damit sie Seinen Namen künden auf Sion, *

Und Seine Ruhmestaten in Jerusalem,

Wenn dort die Völker einstens sich versammeln, *

Die Könige, dem Herrn zu dienen.

Er brach mir auf dem Wege meine Kraft, *

Verkürzte meine Tage.

Ich sprach: „Nicht raff mich weg in meiner Tage Mitte, * Du, dessen Jahre von Geschlechte zu Geschlecht.“

Du bist es, der gegründet einst die Erde, *

Und Deiner Hände Werke sind die Himmel.

Vergehen werden sie, doch Du bleibst ewig, *

Zerfallen allzumal wie ein Gewand.

Du wechselst sie gleich einem Kleid, sie ändern sich; *

Du aber bleibst derselbe, Deine Jahre enden nicht.

Die Kinder deiner Knechte werden friedlich wohnen, *

Ihr Same bleibt vor Dir für immer.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 129

De profúndis clamávi ad te, Dómine: *

Dómine, exáudi vocem meam:

Fiant aures tuae intendéntes, *

in vocem deprecatiónis meae.

Si iniquitátes observáveris, Dómine: *

Dómine, quis sustinébit?

Quia apud te propitiátio est: *

et propter legem tuam sustínui te, Dómine.

Sustínuit ánima mea in verbo ejus: *

sperávit ánima mea in Dómino.

A custódia matutína usque ad noctem: *

speret Israël in Domino,

Quia apud Deum misericordia *

et copiosa apud eum redemptio.

Et ipse redimet Israel *

ex ómnibus iniquitátibus ejus.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto *

sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Psalm 129

Aus Abgrundstiefen schrei ich, Herr, zu Dir, *

O Herr, erhör mein Rufen.

O neig dein Ohr in Gnaden *

Meinem lauten Flehen.

Wenn du nachtrügest, Herr, die Sünden, *

O Herr, wer könnte da bestehn?

Doch Dein, ich weiß, ist die Vergebung, *

Und Dein Gesetz gibt mir Vertrauen.

So baue, meine Seele, auf Sein Wort *

Und hoffe auf den Herrn.

Früh von der Morgenwache bis zur Nacht *

Harr Israel des Herrn.

Denn bei dem Herrn ist gnädiges Erbarmen, *

Bei Ihm ist Heil in Fülle.

Er selbst wird Israel erlösen *

Aus allen seinen Sünden.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 142

Dómine, exáudi oratiónem meam: áuribus pércipe obsecratiónem meam in veritáte tua: *

exáudi me in tua justítia.

Et non intres in judícium cum servo tuo: *

quia non justificábitur in conspéctu tuo omnis vivens.

Quia persecútus est inimícus ánimam meam: *

Humiliávit in terra vitam meam.

Collocávit me in obscúris sicut mórtuos saeculi: *

et anxiátus est super me spíritus meus, in me turbátum est cor meum.

Memor fui diérum antiquórum, meditátus sum in ómnibus opéribus tuis: *

in factis mánuum tuárum meditábar.

Expándi manus meas ad te: *

ánima mea sicut terra sine aqua tibi.

Velóciter exáudi me, Dómine: *

defécit spíritus meus.

Non avértas fáciem tuam a me: *

et símilis ero descendéntibus in lacum.

Audítam fac mihi mane misericordiam tuarm: *

quia in te sperávi.

Notam fac mihi viam, in qua ámbulem: *

quia ad te levávi ánimam meam.

Eripe me de inimícis meis, Dómine, ad te confúgi: *

doce me fácere voluntátem tuam, quia Deus meus es tu.

Spiritus tuus bonus dedúcet me in terram rectam: *

propter nomen tuum, Dómine, vivificábis me, in aequitáte tua.

Edúces de tribulatióne ánimam meam: *

et in misericórdia tua dipérdes inimícos meos.

Et perdes omnes, qui tríbulant ánimam meam: *

quóniam ego servus tuus sum.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto *

sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ant.: Ne reminiscáris, Dómine, delícta nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Psalm 142

Herr, höre mein Gebet, +

Vernimm mein Flehen in Deiner Treue, *

Erhöre mich, gerechter Gott.

Geh nicht mit Deinem Knechte ins Gericht, *

Den kein Lebendiger vermag vor Dir bestehen.

Der Feind bedrängt schon lange meine Seele, *

Er tritt mein Leben in den Staub.

In Finsternis verstößt er mich wie einen längst Verstorbenen. +

Mir bangt mein Geist *

Mein Herz ist ganz verzagt.

Ich denke der vergangnen Tage, +

Ich sinne über alle Deine Werke nach, *

Betrachte Deiner Hände tun.

Ich strecke meine Hände aus nach Dir; *

Wie lechzend Land, so harr ich Deiner.

Erhör mich rasch, o Herr, *

Der Geist entschwindet mir.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, *

Sonst gleich ich denen, die ins Grab gesunken.

O laß mich bald erfahren deine Huld, *

Denn ich vertraue fest auf Dich.

Zeig mir den Weg, auf dem ich wandeln soll, *

Nach Dir geht all mein Sehnen.

O Gott, errette mich von meinen Feinden, ich flüchte mich zu dir. *

Lehr Du mich Deinen Willen tun, den Du bist ja mein Gott.

Dein gutter Geist geleite mich auf rechter Bahn. *

Bei deinem Namen, Herr, erhalte mich am Leben.

In Deiner Treue hilf mir aus der Not. *

In Deiner Huld vernichte meine Feinde.

Vertilge alle, die mich hart bedrängen, *

Den ich bin ja Dein Knecht.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste *

Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.

Psalmen entnommen aus: Das Tagzeitenbuch des monastischen Breviers (Diurnale monasticum) 3. Auflage 1955,Litanei entnommen einem Gebet- und Gesangbuch aus dem 19. Jahrhundert

Litania omnium sanctorum

Kýrie eléison.

Christe, eléison.

Kýrie eléison.

Christe, audi nos.

Christe, exáudi nos.

Pater de caelis, Deus, miserére nobis.

Fili, Redémptor mundi, Deus, miserére nobis.

Spíritus Sancte, Deus, miserére nobis.

Sancta Trínitas, unus Deus, miserére nobis.

Sancta María, ora pro nobis.

Sancta Dei Génitrix, ora pro nobis.

Sancte Michaël, ora.

Sancte Gábriël, ora.

Sancte Raphaël, ora.

Omnes sancti Angeli et Archángeli, oráte pro nobis.

Omnes sancti beatórum Spirítuum órdines, orate.

Sancte Joánnes Baptísta, ora.

Sancte Joseph, ora.

Omnes sancti Patriárchae et Prophétae, orate.

Sancte Petre, ora.

Sancte Paule, ora.

Sancte Andréa, ora.

Sancte Jacóbe, ora.

Sancte Joánnes, ora.

Sancte Thoma, ora.

Sancte Jacóbe, ora.

Sancte Philíppe, ora.

Sancte Bartholomaee, ora.

Sancte Matthaee, ora.

Sancte Simon, ora.

Sancte Thaddaee, ora

Sancte Matthia, ora.

Sancte Bárnaba, ora

Sancte Luca, ora.

Sancte Marce, ora.

Omnes sancti Apóstoli et Evangelístae, orate.

Omnes sancti Discípuli Dómini, orate.

Omnes sancti Innocéntes, orate.

Sancte Stéphane, ora.

Sancte Laurénti, ora.

Sancte Vicénti, ora.

Sancti Fabiáne et Sebastiáne, orate.

Sancti Joánnes et Paule, orate.

Sancti Cosma et Damiáne, orate.

Sancti Gervási et Protási, orate.

Omnes sancti Mártyres, orate.

Sancte Silvester, ora.

Sancte Gregóri, ora.

Sancte Ambrósi, ora.

Sancte Augustíne, ora.

Sancte Hierónyme, ora.

Sancte Martíne, ora.

Sancte Nicoláë, ora.

Omnes sancti Pontífices et Confessóres, orate.

Omnes sancti Doctóres, orate.

Sancte Antóni, ora.

Sancte Benedícte, ora.

Sancte Bernarde, ora

Sancte Domínice, ora.

Sancte Francísce, ora.

Omnes sancti Sacerdótes et Levítae, orate.

Omnes sancti Mónaci et Eremítae, orate.

Sancta Maria Magdaléna, ora.

Sancta Agatha, ora.

Sancta Lúcia, ora.

Sancta Agnes, ora.

Sancta Caecília, ora.

Sancta Catharína, ora.

Sancta Anastásia, ora.

Omnes sanctae Vírgines et Víduae, orate.

Omnes Sancti et Sanctae Dei, intercédite pro nobis.

Propítius esto, exáudi nos, Dómine.

Ab omni malo, líbera nos, Dómine.

Ab omni peccáto, líbera.

Ab ira tua, líbera.

A subitánea et improvísa morte, líbera.

Ab insídiis diáboli, líbera.

Ab ira, et ódia, et omni mala voluntáte, líbera.

A spíritu fornicatiónis, líbera.

A fúlgure et tempestáte, líbera.

A flagéllo terraemótus, líbera.

A peste, fame et bello, líbera.

A morte perpétua, líbera.

Per mystérium sanctae Incarnatiónis tuae, líbera.

Per advéntum tuum, líbera.

Per baptísmum, et sanctum jejúnium tuum, líbera.

Per crucem et passiónem tuam, líbera.

Per mortem et sepultúram tuam, líbera.

Per sanctam resurrectiónem tuam, líbera.

Per admirábilem ascensiónem tuam, líbera.

Per advéntum Spíritus Sancti Parácliti, líbera.

In die judícii, líbera nos, Dómine.

Peccatores, te rogámus, audi nos.

Ut nobis parcas, te rogámus, audi nos.

Ut nobis indúlgeas, te rogámus, audi nos.

Ut ad veram poeniténtiam nos perdúcere dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut Ecclésiam tuam sanctam régere et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut domnum Apostólicum et omnes ecclesiásticos órdines in sancta religióne conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut inimícos sanctae Ecclésiae humiláre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut régibus et princípibus christiánis pacem et veram concórdiam donáre dignéris, te rogamus, audi nos.

Ut cuncto pópulo christiáno pacem et unitátem largíri dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut omnes errántes ad unitátem Ecclesiae revocáre, et infidéles univérsos ad Evangélii lumen perdúcere dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut nosmetipsos in tuo sancto servítio confortáre et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut mentes nostras ad caeléstia desidéria érigas, te rogámus, audi nos.

Ut ómnibus benefactóribus nostris sempitérna bona retríbuas, te rogámus, audi nos.

Ut ánimas nostras, fratrum, propinquórum et benefactóroum nostrórum ab aetérna damnatióne erípias, te rogámus, audi nos.

Ut fructus terrae dare et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut ómnibus fidélibus defúnctis réquiem aetérnam donáre dignéris, te rogámus, audi nos.

Ut nos exaudíre dignéris, te rogámus, audi nos.

Fili Dei, te rogámus, audi nos.

Agnus Dei, qui tolis peccáta mundi, parce nobis, Dómine.

Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, exáudi nos, Dómine.

Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, miserére nobis.

Christe, audi nos.

Christe, exaudi nos.

Kyrie eleison.

Christe eleison.

Kyrie eleison.

(Priester) Pater noster qui es in caelis,

sanctificetur nomen tuum.

Adveniat regnum tuum.

Fiat voluntas tua sicut in caelo et in terra.

Panem nostrum quoditianum da nobis hodie

et dimitte nobis debita nostra sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.

Et ne nos inducas in tentationem

(R.) sed libera nos a malo.

Litanei von allen Heiligen Gottes

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, erbarme Dich unser!

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, höre uns!

Christe, erhöre uns!

Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser!

Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!

Gott, Heiliger Geist, erbarme Dich unser!

Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser.

Heilige Maria, bitt für uns!

Heilige Gottesgebärerin, bitt für uns!

Heiliger Michael, bitt …

Heiliger Gabriel, bitt …

Heiliger Raphael, …

Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns!

Alle heiligen Chöre der seligen Geister, bittet …

Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns!

Heiliger Josef, bitt …

Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet …!

Heiliger Petrus, …

Heiliger Paulus, …

Heiliger Andreas, …

Heiliger Jakobus, …

Heiliger Johannes, …

Heiliger Thomas, …

Heiliger Jakobus, …

Heiliger Philippus, …

Heiliger Bartolomäus, …

Heiliger Matthäus, …

Heiliger Simon, …

Heiliger Thaddäus, …

Heiliger Matthias, …

Heiliger Barnabas, …

Heiliger Lukas, …

Heiliger Markus, …

Alle heiligen Apostel und Evangelisten, …

Alle heiligen Jünger des Herrn, …

Alle unschuldigen Kindlein, …

Heiliger Stephanus, …

Heiliger Laurentius, …

Heiliger Vincentinus, …

Heilige Fabianus und Sebastianus, …

Heilige Johannes und Paulus, …

Heilige Kosmas und Damianus, …

Heilige Gervasius und Protasius, …

Alle heiligen Martyrer, …

Heiliger Sylvester, …

Heiliger Gregorius, …

Heiliger Ambrosius, …

Heiliger Augustinus, …

Heiliger Hieronymus, …

Heiliger Martinus, …

Heiliger Nikolaus, …

Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, …

Alle heiligen Kirchenlehrer, …

Heiliger Antonius, …

Heiliger Benedictus, …

Heiliger Bernardus, …

Heiliger Dominikus, …

Heiliger Franziskus, …

Alle heiligen Priester und Leviten, …

Alle heiligen Mönche und Einsiedler, …

Heilige Maria Magdalena, …

Heilige Agatha, …

Heilige Lucia, …

Heilige Agnes, …

Heilige Cäcilia, …

Heilige Katharina, …

Heilige Anasthasia, …

Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, …

Alle liebe Auserwählte Gottes, …

Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr!

Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr!

Von allem Übel erlöse uns, o Herr!

Von aller Sünde erlöse uns …

Von Deinem Zorne …

Von dem jähen und unversehenen Tode …

Von Nachstellungen des Teufels …

Von Zorn, Hass und allem bösen Willen …

Von dem Geiste der Unkeuschheit …

Von Blitz und Ungewitter …

Von der Geißel des Erdbebens ..

Von Seuche, Hunger und Krieg ..

Vom ewigen Tode …

Durch das Geheimnis Deiner heiligen Menschwerdung …

Durch Deine Ankunft …

Durch Deine Tauf’ und heiliges Fasten …

Durch Dein Kreuz und Leiden …

Durch Deinen Tod und Begräbnis …

Durch Deine heilige Auferstehung …

Durch Deine wunderbare Himmelfahrt …

Durch die Ankunft des Heiligen Geistes, des Trösters, …

Am Tage des letzten Gerichts…

Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns!

Dass Du unser verschonest, …

Dass Du uns die Sünden verzeihest, …

Dass Du uns zur wahren Buße führest, …

Dass Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, …

Dass Du den apostolischen obersten Hirten und alle geistlichen Stände in der heiligen Religion erhalten wollest, …

Dass Du die Feinde der heiligen Kirche erniedrigen wollest, …

Dass Du den christlichen Königen und Fürsten Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Dass Du Deinem ganzen christlichen Volke Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Dass Du alle, die von der Einheit der Kirche abirren zurückrufest und alle Ungläubigen an das Licht des Evangeliums führest..

Dass Du uns in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, …

Dass Du unsere Gemüter zu himmlischen Begierden erhebest, …

Dass Du all’ unsere Guttäter mit den ewigen Gütern belohnest, …

Dass Du unsere Seelen, die Seelen unserer Brüder, Freunde und Guttäter Seelen von der ewigen Verdammnis herausreissest, …

Dass Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, …

Dass Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewig’ Ruhe verleihen wollest, …

Dass Du uns erhören wollest, …

Du Sohn Gottes, …

O Du Lamm Gottes, das hinnimt die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr!

O Du Lamm Gottes, …, erhöre uns, o Herr!

O Du Lamm Gottes, …, erbarme Dich unser, o Herr!

Christe, höre uns!

Christe, erhöre uns! 

Herr, erbarme dich.

Christus, erbarme dich.

Herr, erbarme dich.

Vater unser …

Psalmus 69

Deus in adjutórim meum inténde: * 

Dómine, ad adjuvándum me festína.

Confundántur et revereántur, * qui quaerunt ánimam meam.

Avertántur retrórsum, et erubéscant, * qui volunt mihi mala.

Avertántur statim erubescéntes, * qui dicunt mihi: Euge, euge.

Exsúltent et laeténtur in te omnes qui quaerunt te, * et dicant semper: Magnificétur Dóminus: qui díligunt salutáre tuum.

Ego vero egénus, et pauper sum: * Deus, ádjuva me.

Adjútor meus, et liberátor meus es tu: * Dómine, ne moréris.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

V. Salvos fac servos tuos.

R. Deus meus, sperántes in te.

V. Esto nobis, Dómine, turris fortitúdinis.

R. A fácie inimíci.

V. Nihil profíciat inimícus in nobis.

R. Et fílius iniquitátis non appónat nocére nobis.

V. Domine, non secúndum peccáta nostra fácias nobis.

R. Neque secúndum iniquitates nostras retríbuas nobis.

V. Orémus pro Pontífice nostro N.

R. Dóminus consérvet eum, et vivícet eum, et beátum fáciat eum in terra, et non tradat eum in ánimam inimicórum ejus.

V. Orémus pro benefactóribus nostris.

R. Retribuére dignárie, Dómine, ómnibus, nobis bona faciéntibus propter nomen tuum, vitam aetérnam. Amen.

V. Orémus pro fidélibus defúnctis.

R. Réquiem aetérnam dona eis, Dómine, et lux perpétua lúceat eis.

V. Requiéscant in pace.

R. Amen.

V. Pro frátribus nostris abséntibus.

R. Salvos fac servos tuos, Deus meus, sperántes in te.

V. Mitte eis, Dómine, auxílium de sancto.

R. Et de Sion tuére eos.

V. Dómine exáudi oratiónem meam.

R. Et clamor meus ad te véniat.

(Priester) Dóminus vobíscum.

R. Et cum spíritu tuo.

Orémus:

Deus, cui próprium est miseréri semper et párcere: Súscipe deprecatiónem nostram; ut nos, et omnes fámulos tuos, quos delictórum caténa constríngit, miserátio tuae pietátis cleménter absólvat.

Exáudi, quaesumus, Dómine, súpplicum preces, et confiténtium tibi parce peccátis: ut páriter nobis indulgéntiam tríbuas benígnus et pacem.

Ineffábilem nobis, Dómine, misericórdiam tuam eleménter osténde: Ut simul nos et a peccátis ómnibus éxuas, et a poenis, quas pro his merémur, erípias.

Deus, qui culpa offénderis, poeniténtia placáris: preces pópuli tui supplicántis propítius, réspice; et flagélla tuae iracúndiae, quae pro peccátis nostris merémur, avérte.

Omnípotens sempitérne Deus, miserére famulo tuo Pontífici nostro N., et dírige eum secúndum tuam cleméntiam in viam salútis aetérnae: ut, te donánte, tibi plácita cúpiat, et tota virtúte perfíciat.

Deus, a quo sancta desidéria, recta consília et justa sund ópera: da servis tuis illam, quam mundus dare non potest, pacem; ut et corda nostra mandátis tuis dédita, et hóstium subláta formídine, témpora sint, tua protectióne, tranquílla.

Ure digne Sancti Spíritus renes nostros et cor nostrum, Dómine: ut tibi casto córpore serviámus, et mundo corde placeámus.

Fidélum, Deus, ómnium cónditor et redémptor, animábus famulórum famularúmque tuárum remissiónem cunctórum tríbue peccatórum: ut indulgéntiam, quam semper optavérunt, piis supplicatiónibus consequántur.

Actiónes nostras, quaesumus, Dómine, aspirándo praeveni et adjuvando proséquere: ut cuncta nostra orátio et operátio a te semper incípiat, et per te coepta finiátur.

Omnípotens sempitérne Deus, qui vivórum domináris simul et mortuórum, omniúmque miseréris quos tuos fide et ópere futúros esse praenóscis: te súpplices exorámus: ut, pro quibus effúndere preces decrévimus, quosque vel praesens saeculum adhuc in carne rétinet vel futúrum jam exútos córpore suscépit, intercedéntibus ómnibus Sanctis tuis, pietátis tuae cleméntia, ómnium delictórum suórum véniam consequántur. Per Dóminum nostrum, Jesum Christum.

(Priester:) Dóminus vobíscum.

R. Et cum spíritu tuo.

V. Exáudiat nos omnípotens et miséricors Dóminus.

R. Amen.

V. Et fidelium ánimae per misericórdiam Dei requiéscant in pace.

R. Amen.

Ps 69

O Gott, merk’ auf meine Hilfe!

Herr, eile mir zu helfen!

Die meinem Leben nachstellen, * sollen schamrot und zuschanden werden.

Die mir Böses gönnen, * sollen zurückweichen und sich schämen.

Eilends sollen sie mit Schande zurückweichen, * die mir höhnisch zureden.

Alle aber, die Dich suchen, sollen sich in Dir erfreuen und frohlocken, * und die Dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Der Herr sei hoch gepriesen.

Ich bin elend und arm: * o Gott, hilf mir!

Du bist, Der mir hilft und mich erlöset. * Herr, verweile nicht!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, als es war im Anfange, jetzt und allweg und zu ewigen Zeiten. Amen.

V.: Hilf Deinen Dienern, mein Gott!

A.: Die auf Dich trauen.

V.: Sei uns, o Herr, ein starker Turm

A.: Vor dem Angesichte des Feindes.

V.: Lass den Feind nichts an uns gewinnen,

A.: Und der Boshafte schade uns nicht.

V.: Herr, verfahre nicht mit uns nach unsern Sünden,

A.: Und vergilt uns nicht nach unsern Missetaten.

V.: Lasst uns beten für unsern obersten Hirten N. N.:

A.: Der Herr bewahre und erhalte ihn beim Leben. Er beglücke ihn auf Erden und übergebe ihn nicht dem Willen seiner Feinde.

V.: Lasst uns beten für unsere Guttäter:

A.: Herr, schenke allen, die uns Gutes tun, wegen Deines Namens das ewige Leben. Amen.

V.: Lasst uns beten für die abgestorbenen Christ­gläu­bi­gen:

A.: Herr, schenke ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen.

V.: Sie ruhen in Frieden.

A.: Amen.

V.: Lasst uns beten für unsere abwesenden Brüder:

A.: Errette Deine Diener, o Gott, die auf Dich hoffen.

V.: Schicke ihnen Hilfe von Deinem Heiligtum,

A.: Und beschütze sie auf Sion.

V.: Herr, erhöre mein Gebet,

A.: Und lass mein Geschrei zu Dir kommen.

P: Der Herr sei mit euch.

A: Und mit deinem Geiste.

Gebet:

O Gott, Dem allezeit das Erbarmen und Verschonen eigen ist, nimm unser Gebet auf, damit uns und alle Deine Diener, die mit den Sündenketten gebunden sind, Deine Erbarmnis gnädig auflöse.

Wir bitten Dich, o Herr, erhöre das Gebet der Demütigen und schone derer, die ihre Sünden reumütig bekennen, auf dass Du uns die Verzeihung und zugleich den Frieden gnädigst erteilest.

Erzeige uns, Herr, Deine unaussprechliche Barmherzigkeit, auf dass Du uns von allen Sünden erledigst, und die Strafe, die wir dafür verdienen, schenkest.

O Gott, der Du durch die Sünde erzürnet und durch die Buße versöhnet wirst, sieh an das Gebet Deines demütigen Volkes und wende ab die Geißel Deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen.

Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme Dich Deines Die­ners, unsers obersten Hirten N. N. und leite ihn nach Deiner Güte auf dem Weg des ewigen Heils, damit er durch Deine Gnade nach dem, was Dir gefällt, trach­te, und es mit aller Kraft ins Werk richte.

O Gott, von Dem die heiligen Begierden, guten Anschläge und gerechten Werke entspringen, gib Deinen Dienern den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen sich Deinen Geboten er­geben und unsere Zeiten von der Furcht der Feinde befreiet und durch Deinen Schutz ruhig sein mögen.

O Herr, entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer des Heiligen Geistes, auf dass wir Dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen gefallen mögen.

O Gott, Du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, erteile den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen die Nachlassung aller Sünden, auf dass sie die Verzeihung, die sie allzeit gewünscht haben, durch das andächtige Gebet erhalten mögen.

O Herr, wir bitten Dich, Du wollest unserm Tun und Lassen mit Deiner Gnade zuvorkommen und dasselbe durch Deine Hilfe fortsetzen, damit all unser Gebet und unsere Werke von Dir jederzeit anfangen und durch Dich geendiget werden.

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du über die Lebendigen und Toten herrschest und Dich all jener erbarmest, von denen Du voraus weißt, dass sie durch den Glauben und durch die Werke Dir zugehören wer­den, wir bitten Dich demütig, dass diejenigen, für wel­che zu beten wir uns vorgenommen haben und die entweder noch auf dieser Welt sich befinden, auf die Fürbitte aller Deiner Heiligen, durch Deine gütigs­te Barmherzigkeit die Nachlassung aller ihrer Sün­den erlangen mögen. Durch Jesum Christum unsern Herrn, Deinen Sohn, Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und herrschet in Ewigkeit.

Amen.

V.: Der allmächtige und barmherzige Gott erhöre uns.

A.: Amen.

V.: Und die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden.

A.: Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage. Unschuldige Kinder


Evangelium am Feste der Hl. Unschuldigen Kinder

Mt 2, 13 – 18

Als die Weisen aus dem Morgenlande weggezogen waren, erschien dem Joseph im Traum ein Engel des Herrn und sprach: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägyptei. Bleibe dort, bis ich dir Weisung gebe. Denn Herodes wird nach dem Kinde suchen, um es zu ermorden.“ Da stand er auf, nahm noch in der Nacht das Kind und seine Mutter und zog nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Todde des Herodes. So sollte in Erfüllung gehen, was der Herr durch den Propheten gesprochen hatte: „Aus Ägypten berief ich meinen Sohn.“

Als Herodes sich von den Weisen hintergangen sah, geriet er in heftigen Zorn. Er ließ in Bethlehem und in dessen ganzem Gebiete alle Knäblein von zwei Jahren und darunter umbringen – entsprechend der Zeit, die er von den Weisen erforscht hatte. Da erfüllte sich das Wort des Propheten Jerremias, der da spricht:

In Rama wird Klage laut, Viel Weinen und Wehgeschrei: Rachel weint um ihre Kinder Und will sich nichth trösten lassen, Weil sie nicht mehr sind.“

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Priester Hieronymus.
Buch 1 der Auslegung zu Mt Kap. 2

Als er das Kind nahm und seine Mutter, um nach Ägypten überzusiedeln, hat er sie zur Nachtzeit und im Dunkeln genommen, da er ja die Nacht der Unwissenheit denen, von denen er wegging, in ihrem Unglauben zurückgelassen hat. Wo er jedoch nach Judäa zurückkehrt, wird weder die Nacht, noch das Dunkel im Evangelium erwähnt, weil am Ende der Welt die Juden den Glauben oder gleichsam den von Ägypten zurückkehrenden Christus annehmen und auf diese Weise zum Licht gelangen werden.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Gott, dessen Ruhm die unschuldigen Kinder nicht durch Reden, sondern durch Sterben verkündet haben; ertödte in uns alles Böse, damit den Glauben, welchen unsere Zunge ausspricht, auch unser Leben bekenne! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage 1. St. Johannes Apostel


Evangelium am Feste des Hl Johannes, Apostels und Evangelisten

Joh 21, 19 – 24

In jenen Tagen sprach Jesus zu Petrus: „Folge mir nach!“

Dd wandte sich Petrus um un sah den Jünger nachkommen, den Jesus liebte und der beim Abendmahl sich an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: „Herr, wer ist es, der dich verrät?“ Als Petrus ihn erblickte, sprach er zu Jesus: „Herr, was wird aber mit diesem geschehen?“ Jesus antwortete ihm: „Wenn ich will, daß er am Leben bleibt, bis ich wiederkomme, was kümmert dich das? Folge du mir nach!“ So entstand bei den Jüngern die Meinng, jener Jünger werde nicht sterben. Aber Jesus hatte zu ihm nicht gesagt: „Er stirbt nicht“, sondern „Wenn ich will, daß er am Leben bleibt, bis ich wiederkomme, was kümmert dich das?“

Das ist der Jünger, der dies bezeugt und dies geschrieben hat. Wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin.

Abhandlung 124 zu Joh.

Zwei Arten von Leben, die ihr von Gott verkündet und angeboten sind, kennt die Kirche; von diesen beruht das eine auf dem Glauben, das andere auf dem Schauen; das eine gehört der Wanderzeit, das anderen dem ewigen Bleiben an; das eine besteht aus Mühe, das andere aus der Ruhe; das eine ist auf der Wanderung, das andere im Vaterland; zum einen gehört tätige Arbeit, zum andern der Lohn in genussvollem Anschauen. Das eine weicht dem Übel aus und tut Gutes, das andere kennt kein Übel, dem es ausweichen müsste, und hat ein großes Gut zum Genusse. Das eine kämpft mit dem Feinde, das andere führt ein Leben ohne Feind.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Gebet

Wie sehnet sich mein Herz, Dich, meinen Herrn und Heiland, ganz genau zu kennen, aus dem Jnnersten zu lieben und deinen Namen zu verherrlichen, wie Johannes, dein Liebling, der beim Abendmahle an deiner hochheiligen Brust lag, Dich kannte, liebte und verherrlichte! — Dank Dir, daß uns durch das Evangelium deines liebenden und geliebten Jüngers die Liebe deines Vaters, deine Thaten, deine Wunder, deine Reden und deine Wohlthaten geoffenbaret wurden. O, daß alle Menschen an das Uebermaaß deiner Liebe und an die Wunder deiner Weisheit, die in diesem Evangelium aufbehalten sind, glaubten, wie Johannes und seine Freunde! Jesus, Licht der Welt! Du Heil der Menschen! Erleuchte und stärke uns, daß wir Dich immer mehr und mehr erkennen und lieben, und dadurch immer heiliger, immer seliger werden! Amen.