Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Zweiter Sonntag nach Erscheinung des Herrn


annunciation-merode 2017 2018

 

Evangelium des zweiten Sonntags nach Erscheinung des Herrn

Joh 2, 1-11

Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder faßte ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wußte nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zuviel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. Durch die Tatsache, daß der Herr auf die Einladung hin zur Eheschließung gekommen ist, hat er, abgesehen von der sinnbildlichen Bedeutung der Begebenheit, bestätigen wollen, daß er die Ehe gemacht hat. Es sollten nämlich Leute auftreten, von denen der Apostel geredet hat, die die Ehe verboten und sagten, daß die Ehe ein Übel sei, und daß der Teufel sie gemacht hätte; wo doch derselbe Herr im Evangelium auf die Frage, ob es einem Manne erlaubt sei, aus irgend einem Grunde die Frau zu entlassen, erklärte, es sei nicht erlaubt, außer im Fall, wenn sie mit einem Fremden zusammenlebt. Bei dieser Antwort sagt er auch, wie ihr euch erinnert: „Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“

Kirchengebet

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Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage. Fest der heiligen Familie Jesus, Maria und Joseph


Heilige-Familie 1

Evangelium am Feste der Heiligen Familie

Lk 2, 42 – 52 Als er zwölf Jahre alt war, gingen sie der Festsitte gemäß hinauf nach Jerusalem. Nachdem die Tage vorüber waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der Knabe Jesus aber blieb in Jerusalem zurück, ohne das seine Eltern es merkten. In der Meinung, er sei bei der Reisegesellschaft, gingen sie eine Tagesreise weit und suchen ihn bei Verwandten und Bekannten. Da sie ihn aber nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel. Er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen an sie. Alle, die ihn hörten, staunten über sein Verständnis und seine Antworten. Da sie ihn erblickten, wunderten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm: „Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!“ Er erwiderte ihnen: „Warum habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich dem sein muß, was meines Vaters ist?“ Doch sie verstanden nicht, was er ihnen damit sagen wollte.

Dann zog er mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Seine Mutter bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, an Alter und an Wohlgefallen vor Gott und den Menschen.

Predigtext des Kirchenvaters

Erklärung vom heiligen Abt Bernard. „Und er war ihnen untertan.“ Wer? Wem? Gott – den Menschen. Ja, Gott, dem die Engel untergeben sind, dem die Engelfürsten und Engelmächte gehorchen, er war untertan Maria, und nicht bloß Maria, sondern auch Joseph wegen Maria. Staune also beides an und wähle, was du mehr bewundern sollst, ob die liebevolle Herablassung des Sohnes oder die ganz hervorragende Würde der Mutter. Auf beiden Seiten ist man sprachlos, auf beiden Seiten ist ein Wunder; daß einerseits Gott einem Menschen gehorcht, daß ist eine Erniedrigung sondergleichen, daß anderseits ein Mensch über Gott steht, das ist eine Höhe, daß niemand mitkommen kann. In dem Lobgesang auf die Jungfrauen wird besonders besungen, daß sie dem Lamm folgen, wohin es geht. Was für eines Lobes also müssen wir diejenige für würdig halten, die sogar vorangeht?

Kirchengebet

Herr Jesus Christus, Du warst Maria und Joseph untertan und hast das häusliche Leben durch unaussprechliche Tugenden geheiligt; laß uns unter dem Beistand durch das Vorbild Deiner hl. Familie unterwiesen werden und die ewige Gemeinschaft mit ihr erlangen: der Du lebst.

 

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage 1 – Erscheinung des Herrn


Evangelium am Feste der Erscheinung des Herrn, oder der Heil. Drey Könige

Mt 2, 1 – 12

Als Jesus in den Tagen des Königs Herodes zu Bethlehem in Judäa geboren war, siehe, da erschienen Weise aus dem Morgenlande in Jerusalem und fragten: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten.“ Da König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und legte ihnen die Frage vor, wo der Messias geboren werden sollte. Sie antworteten ihm: „Zu Bethlehem in Judäa. Denn so steht beim Propheten geschrieben:

Du Bethlehem, im Lande Juda, bist keineswegs die geringste unter Judas Fürstenstädten; denn aus dir wird der Fürst hervorgehen, der mein Volk Israel regieren soll.“

Da ließ Herodes die Weisen heimlich zu sich kommen und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern [ihnen] erschienen war. Dann wies er sie nach Bethlehem mit den Worten: „Zieht hin und forscht sorgfältig nach dem Kinde. Sobald ihr es gefunden habt, gebt mir Nachricht; dann will auch ich kommen und es anbeten.“

Nachdem sie den König angehört hatten, machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, zog vor ihnen her, bis er über dem Orte, wo das Kind war, ankam und stillestand. Als sie den Stern sahen, hatten sie eine überaus große Freude. Sie traten in das Haus und sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter, fielen nieder und beteten es an. Dann machten sie ihre Schätze auf und brachten ihm Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe. In einem Traum erhielten sie die Weisung, nicht mehr zu Herodes zurückzukehren. Darum zogen sie auf einem anderen Wege in ihr Land zurück.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papst Gregor. Wie ihr es in der Lesung des Evangeliums, geliebte Brüder, gehört habt, geriet, als der himmlische König geboren war, der irdische König in Schrecken, weil eben die irdische Hoheit in Verwirrung kommt, wenn die himmlische Hoheit bekannt wird. Aber wir müssen nachforschen, was der Grund ist, daß bei der Geburt des Erlösers den Hirten in Judäa ein Engel erschienen ist, und die Weisen zur Anbetung desselben vom Morgenland nicht ein Engel, sondern ein Stern hingeführt hat. Weil eben den Juden, gleichsam Wesen mit Vernunftgebrauch, ein mit Vernunft begabtes Wesen, d. h. ein Engel die Botschaft bringen sollte; die Nichtjuden aber werden, weil sie ihre Vernunft nicht gebrauchen konnten, zur Erkenntnis des Herrn nicht durch eine  lebendige Stimme, sondern durch Zeichen geleitet. Daher heißt es auch beim heiligen Paulus: „Die Weissagungen sind für die Gläubigen gegeben, nicht für die Ungläubigen; die Wunderwerke aber für die Ungläubigen, nicht für die Gläubigen.“ Daher bekommen jene die Weissagungen auch als Gläubige, nicht als Ungläubige; und diese bekommen die Wunderzeichen als Ungläubige, nicht als Gläubige.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Gott! Du hast an diesem Tage deinen Eingebornen den Heiden durch Weisung des Stern’s geoffenbaret; auch uns hast Du Dich durch den Glauben geoffenbaret. Deine Gnade sey ferner noch unsere Führerin, daß wir dahin kommen, wo wir deine Herrlichkeit von Angesicht sehen können, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn! Amen.

 

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Oktavtag vom Fest der Geburt des Herren


 

Evangelium des Sonntags vom Oktavtag  der Geburt des Herrn

(oder am 1. Januar)

(Evangelium Luk. II, 21) In jener Zeit, als die acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten wurde, ward Ihm der Name Jesus gegeben, wie Ihn der Engel genannt hatte, noch ehe Er im Mutterschoß empfangen war.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Ambrosius. Es wird also am Kinde die Beschneidung vorgenommen. Wer ist denn jenes Kind anders als das, von dem gesagt ist: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt?“ Er hat sich unter das Gesetz des Alten Bundes gestellt, um denjenigen, die unter dem Alten Bunde waren, Segen zu bringen. „Um ihn dem Herrn darzustellen.“ Was das heißt: in Jerusalem dem Herrn dargestellt werden, würde ich erklären, wenn ich es nicht in den Anmerkungen zu Isaias früher erklärt hätte. Derjenige nämlich, der in bezug auf die Laster beschnitten ist, der wird als würdig erachtet, vor das Auge des Herrn zu kommen; denn „der Gnadenblick des Herrn ruht auf den Gottestreuen“. Man sieht, wie die ganze Reihe der Verordnungen der alten Zeit ein Bild der Zukunft war; denn auch die Beschneidung ist ein Bild der Reinigung von den Sünden.

Kirchengebet

O Gott, Du hast durch die fruchtbare Jungfraunschaft Mariens dem Menschengeschlechte die Güte des ewigen Heiles geschenkt; nun bitten wir Dich: laß uns die Fürsprache jener erfahren, durch die wir den Urheber des Lebens empfangen durften, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt.

(Dieses Gebet kann am Neujahr’s Morgen gebraucht werden.)

Gieb mir, o Gott! daß ich das, was Dir wohlgefällig ist, innig verlange, klug erforsche, wahrhaft erkenne und vollkommen erfülle zum Lobe deines heiligen Namens! Ordne meinen Stand und verleihe, daß ich stets wisse, was ich nach deinem Willen thun solle! Gieb mir, o Herr mein Gott! daß ich nicht falle, weder im Glück noch im Unglück; lehre mich verachten das Vergängliche, allein schätzen das Ueberirdische und Dich, o Gott! über Alles. Mache, daß ich gehorsame ohne Widerrede und befehle ohne Stolz! Gib mir ein wachsames Herz, welches durch keine neugierigen Ausschweifungen zerstreut, ein edles und großes Herz, welches durch keine unreine Absicht von Dir abgewendet werde; ein unerschrockenes Herz, welches keine Drangsal erschüttern könne; ein freies und unüberwindliches Herz, welches über alle Leidenschaften siege! Verleihe mir, o Herr! den Verstand, der Dich erkenne; den Fleiß, der Dich suche; die Weisheit, die Dich finde; den Wandel, der Dir gefalle: die Beharrlichkeit, die Dich standhaft erwarte; und die Hoffnung, die Dich am Ende umfasse, daß ich auch deine Freude einst in der Glorie des himmlischen Vaterlandes gemessen könne, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn! Amen.

 

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Sonntag nach Geburt des Herrn


Evangelium des Sonntags in der Oktav von Weihnachten

(Evangelium Luk. II. 33 — 40.) In jener Zeit (als Simeon das göttliche Kind bei der Darstellung im Tempel als das Licht der Welt pries) wunderten sich Joseph und Maria, die Mutter Jesu, über das, was von Ihm gesagt wurde. Und Simeon segnete sie; dann sprach er zu Dessen Mutter Maria: «Sieh, Dieser ist gesetzt zum Falle und zur Auferstehung vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen, auf daß die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.» (Das Leiden des Heilandes wird zum Prüfstein der Geister werden; die einen werden sich für ihn, die andern gegen ihn entscheiden.) – Damals lebte auch eine Prophetin, Anna mit Namen, die Tochter Phanuels, aus dem Stamme Aser. Sie war schon hochbetagt; nach ihrer Jungfrauschaft hatte sie sieben Jahre mit ihrem Manne gelebt und war nun eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie verließ nie den Tempel und diente [Gott] mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Auch sie kam zur selben Stunde hinzu und pries den Herrn. Dann redete sie von Ihm zu allen, die auf die Erlösung Israels harrten. – Nachdem sie alles nach dem Gesetze des Herrn erfüllt hatten, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück. Der Knabe aber wuchs heran und erstarkte; Er war voll Weisheit, und die Gnade Gottes ruhte auf Ihm.

 

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius. Man sieht, wie reichlich der Segen infolge der Geburt des Herrn auf alle ausströmt, und wie die Offenbarung von Gott den Ungläubigen vorenthalten wird, nicht den Rechtschaffenen. So geht auch Simeon ans Weissagen, daß die Ankunft Jesu Christi mit dem Verderben und mit der Auferstehung sehr vieler verbunden sei, insofern als er über die Verdienste der Gerechten und der Gottlosen sein Urteil fällt und je nach der Art unserer Taten als wahrheitsliebender und gerechter Richter entweder Bestrafung bestimmt oder Belohnung.

Kirchengebet

Allmächtiger ewiger Gott, lenke unser Tun nach Deinem Wohlgefallen, damit wir im Namen Deines geliebten Sohnes überreich werden an guten Werken, der mit Dir lebt.