Hilary White: Wieviele Finger hält Franziskus gerade hoch? Amoris Laetitia und die Unterwerfung


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Nach einer Reihe von Beiträgen, welche der „Stärkung des geistlichen Immunsystems“ durch den Ausbau der Marienfrömmigkeit dienen sollten, kehren wir zur traurigen und wenigstens dämonisch inspirierten, wenn nicht gar dämonischen, Wirklichkeit des jetzigen Pontifikats zurück. Wir wollen nicht unsere Leser dadurch verlieren, dass wir, zu viel Wahres vom Franziskus-Pontifikat berichten, wie es katholisches.info passiert ist und passiert. Wir wollen sie auch nicht dadurch verlieren, dass wir ausschließlich polemische Schriften veröffentlichen, weil die Wahrheit wirklich sehr bitter ist. Seit kurzer Zeit gibt es einen italienischen Blog anonimi della croce, der recht viele Interna aus dem Vatikan veröffentlicht, die dermaßen negativ und verwirrend sind, dass sowohl Steven Skojec als auch Ann Barnhardt diesen Blog für eine Desiformationskampagne des Vatikans halten. Wir sind uns da nicht so sicher, zumal unser Italienisch recht mittelmäßig ist und wir beim ersten Lesen nicht alles verstehen. Die Menschen wollen jedoch nicht zu viel Negatives lesen, denn es erdrückt sie und treibt sie in die Verzweiflung. Katholiken sind auch Menschen. Auch der hl. Petrus ermahnte den Heiland, damit dieser die negativen Nachrichten unterdrückt, wie wir in Matthäusevangelium lesen können:

„Von dieser Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, dass er hingehen müsse nach Jerusalem, und von den Ältesten und Schriftgelehrten und Hohenpriestern vieles leiden, und getötet werden, und am dritten Tage wieder auferstehen.

Und Petrus nahm ihn zu sich, und fing an, es ihm zu verweisen, und sprach: das sei ferne von dir, Herr! Das wird dir nicht widerfahren.

Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche zurück hinter mich, Satan! Du bist mir zum Ärgernisse, denn du hast nicht Sinn für das, was Gottes ist, sondern für das, was der Menschen ist. (Mt 16, 21-23, Allioli)

Christus nannte ihn aber „Satan“, nicht weil Petrus es war, sondern weil er die satanische Agenda des Friede-Freude-Eierkuchens verfolgen wollte. Das ist aber nicht Gottes Plan. Zur Erlösung gehörte auch das Leiden und das Kreuz und so wird es im Leben eines jeden Christen, wie auch im Leben der Kirche werden. Negatives ist leider allzu Wahres und würde der Schreiber dieser Zeilen die meisten seiner Kirchenerfahrungen wiedergeben, so wären sie sowohl sehr negativ als auch wahr. Die Kirche ist aber trotzdem mehr; wenn wir an der irdischen Kirche zu verzweifeln scheinen, so haben wir immer noch die leidende Kirche im Fegefeuer und die triumphierende Kirche im Himmel. Dies ist die katholische Ekklesiologie, sodass 2/3 positiv und sozusagen über dem Meeresspiegel bleibt. Uns scheint, dass die katholischen Nachrichtenportale und Blogger, welche finanziell von den Anzeigen und der Anzahl der Klicks abhängig sind, sehr gerne etwas Positives über die jetzige Kirchensituation veröffentlichen würden, wenn es etwas Positives gäbe. Denn weniger Klicks, weniger Anzeigen, weniger Geld. Aber ist gibt wirklich nichts Positives unter Franziskus, außer dem Umstand, dass immer mehr konservative Katholiken zu Traditionalisten werden, weil sich ihre Augen für die Konsequenzen von Vat. II öffnen. Der Schreiber dieser Zeilen gehört auch dazu.

Positiv ist aber nicht positivistisch, wobei wir beim Aufsatz von Hilary White sind, wieder sehr schön von davilatollkuehn übersetzt, der wieder einmal alles auf den Punkt bringt. Bergoglio geht es nicht um Logik, sondern um die nackte Macht. Die jetzigen Hierarchen halten wirklich nichts von den Grundsätzen des Denkens und vom Satz vom Widerspruch, was sie mit dem hegelianischen Kommunismus gemeinsam haben. Obwohl Hilary White sehr gebildet ist, so macht sie hier einen philosophischen Fehler, welcher zwar bei einer kanadischen Nichtphilosophin verzeihlich, dennoch aber korrekturbedürftig erscheint. Dort wo sie „Positivismus“ schreibt, muss „erkenntnistheoretischer Idealismus“ stehen, denn der erkenntnistheoretische Gegensatz vom Realismus ist Idealismus und nicht Positivismus, wenigstens hier in Europa.

So lesen wir im Philosophischen Wörterbuch von Walter Brugger:

„Der Idealismus gerät aber in Gegensatz zum Realismus, wenn der Geist, das Denken, von dem das »gegenständliche«, materielle Seiende abhängt, mit dem menschlichen Denken gleichgesetzt wird. So komme es zum erkenntnistheoretischen Idealismus, der die menschliche Erkenntnis, wenigstens soweit sie sich auf »Gegenstände« bezieht, nicht als Sichangleichen an einen vorgegebenen Gegenstand, sondern als Hervorbringen des Gegenstands deutet; da aber das Denken allein den Gegenstand nicht als Ding an sich setzen kann, wird der bloß ideale Bewusstseinsinhalt zum eigentlichen Gegenstand“.[1]

Wem das zu hoch ist, dem machen wir es einfach. Ein Idealist hält das für die Wirklichkeit, was er selbst sich zurecht denkt, also das, was in seinem Kopf spukt. Wenn ich mir also denke:

„Ich bin sehr gutaussehend“,

dann bin ich es, gleich was die Anderen sagen, wie sie mich wahrnehmen, wie proportional mein Gesicht und meine Körpermaße sind etc. Ein Realist hingegen hält die Wirklichkeit für das, was außerhalb seiner Selbst ist und woran er sich angleicht. Ich bin gutaussehend,

  1. Wenn ich von anderen so wahrgenommen werde,
  2. Weil ich einem Muster eines gutaussehenden Mannes entspreche.
  3. Welches anhand der Proportionen dargestellt wird.

Somit ist die Wirklichkeit im Realismus verifizierbar, weil sie sich außerhalb des Denkens des Denkenden befindet. Im Falle des Aussehens könnte man 10 Männer und 10 Frauen befragen, wie sie mein Aussehen in der Skala von 0 bis 10 bewerten würden. Ferner könnte man meine Gesichtszüge und Proportionen ausmessen und diese in Verhältnis zu den Proportionen des goldenen Schnitts setzen, welche über die objektive Schönheit befinden.[2] Ja, ja meine Damen, alles ist Mathematik, meine Herren auch.

Dies wäre aber auch die einzige Ergänzung zu Hilary White, welche schwer traumatisiert und krank mit ihren Katzen eine neue Bleibe sucht und keine Zeit hat ihre philosophischen Kenntnisse zu erweitern, wofür wir jedes Verständnis haben. Beten wir für sie, damit sie uns lange erhalten bleibt und wir ihre Artikel übersetzen können.

Hilary White 10. Januar 2017

Wir hören immer mehr Klagen über die Spaltung. Warum, so die Klage, ist die Kirche geteilt? Warum können wir nicht einfach „unsere Unterschiede beiseitelegen“?

Ganz einfach, weil von zwei logisch entgegengesetzten Dinge nicht beide wahr sein können.

In dieser Woche wurden zwei Interviews veröffentlich, die die hauptsächlichen „Parteien“ der Kirche sehr hilfreich abgrenzen und begründen, dass die Kirche nun in zwei völlig unversöhnliche gegnerische Lager aufgeteilt ist, die sich zurzeit um die Vormachtstellung bemühen. Diese sind natürlich dieselben beiden Seiten, die nun seit 50 Jahren mit einem langwierigen Kalten Bürgerkrieg [Anspielung auf den Kalten Krieg Red.] beschäftig sind, der mit der Veröffentlichung von Amoris Laetitia in das öffentliche Bewusstsein gerückt ist, und in dem jetzt die Gewehre aufflammen.

Keep on reading!

Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (3 von 3)


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III. DAS ÜBEL DES ÖKUMENISMUS

Den Ökumenismus nannten wir eine Ersatz–Liebe, eine Pseudoliebe. Wer, wenn nicht der Teufel, der Imitator Gottes und Meister aller Täuschung hat das erfunden? Es ist seine Erfindung, oder vielmehr eine neue Verwendung einer früheren Erfindung von ihm, die der falschen Religionen. Denn er schuf die falschen oder nicht-katholischen Religionen mit der Absicht, den Menschen von seinem letzten Ziel, dem Himmel, abzulenken und wegzuziehen.

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Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (2 von 3)


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II. Sentimentalität

1. Die Natur der ökumenischen Liebe

Mit seiner Suche nach dem irdischen Gut des Menschen wird vielleicht jemand versuchen, diesen falschen Ökumenismus zu verteidigen, in dem er behauptet, dass es wenn auch keine geistliche trotz allem eine Art der Liebe ist, in dem er sagt, „die Liebe ist ausreichend“. Denn letztendlich ist die Liebe der Grund für unser Leben und Gott selbst ist Liebe in dem Sinne, daß die Allerheiligste Dreifaltigkeit ein Geheimnis der Liebe zwischen den drei göttlichen Personen ist.

Lasst uns nun die Natur dieser ökumenischen Liebe genauer untersuchen, zuerst das Element der Vereinigung, dann das Gute, das diese Vereinigung hervorbringen soll.

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Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (1 von 3)


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Wir wollen hier wieder einmal einen Text von Don Pietro Leone vorstellen, welcher nach den neuesten Eskapaden von Kardinal Marx nicht  besser gewählt sein könnte. Es geht um den leidigen Ökumenismus.  Und was ist so falsch daran? Das, dass sich die logischen Werte „wahr“ und „falsch“ im Laufe der Jahre nicht verändern oder gilt das für den Satz von Pythagoras. Aber in Religion ist es anders, meinen Sie?

„Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (1 von 3)“ weiterlesen

Ann Barnhardt: Über das gegenwärtige Gegen-Papsttum, die Priesterbruderschaft Sankt Pius X und andere völlig unaufgeregte Themen


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Hier wieder einmal ein messerscharfer Text von Ann Barnhard, deren Beiträge immer mit einer Darstellung von Judith und Holofernes bebildert werden, da diese den Geist dieser Beiträge am Besten wiedergeben. Wir publizieren Ann Barnhardt, weil wir fast immer mit ihr übereinstimmen, obwohl wir dies und das, wie wir glauben, weniger scharf ausdrücken. So glauben wir, dass die FSSPX, welche kaum etwas wirklich Deutliches gegen Amoris Laetitia gesagt hat, sich wirklich jeglicher Autorität entledigt hat. Dass die Verhandlungen weiterhin dauern, stellt ihr kein gutes Zeugnis aus, denn im jetzigen Moment hat sie nichts zu verlieren. Sie ist bereits kanonisch irregulär. Jegliche Absprachen mit einem Antipapst oder einem häretischen Papst, der bald einer formalen Häresie beschuldigt werden wird, sind doch unsinnig. Wird das Pontifikat von Franziskus für null und nichtig erklärt und abrogiert werden, so besteht die Möglichkeit, dass sein Nachfolger, diesmal zur Abwechslung ein echter und würdiger Papst, manche seiner Entscheidungen validiert, also für rechtsgültig erklärt. Denn nicht einmal Franziskus kann alles falsch machen. Dennoch ist das Verhandeln eines Abkommens gerade mit Franziskus und gerade nach Amoris Laetitia mehr als unwürdig. FSSPX beraubt sich jeglicher Glaubwürdigkeit, denn auch Pragmatismus hat seine Grenzen. So waren Johannes Paul II. und Benedikt XVI. der Piusbruderschaft nicht katholisch genug, aber Franziskus ist es auf einmal.

1. Wenn Franziskus ein Antipapst ist, dann haben seine Entscheidungen, z.B. bezüglich der Beichtjurisdiktion, keine bindende Gewalt, weil er die petrinische Schlüsselgewalt nicht besitzt. Die Sünden werden also nicht vergeben.

2. Wenn Franziskus ein Antipapst ist, dann Garantiert ein Abkommen mit ihm keinen Durchfluss der Gnade, von welchem sich die FSSPX ja durch ihre irreguläre Stellung, getrennt hat. Somit kann unter Franziskus keine richtige Rekonziliation erfolgen.

3. Es ist kaum vorstellbar, dass Franziskus, sei er Papst oder Gegenpapst, welcher den Katholizismus bekämpft und die Tradition erst recht sich an das Abkommen mit der FSSPX halten wird. Wovor soll er sich denn fürchten? Vor der schlechten Presse?

4. Im Gegensatz zu Weihbischof Schneider raten wir der FSSPX nicht unter Franziskus ein Abkommen zu schließen, denn „die Person des Papstes spielt zwar keine Rolle“, wie es Weihbischof richtigerweise sagte, aber es spielt eine Rolle, ob jemand ein Papst ist oder kein Papst ist. Bergoglio wurde höchstwahrscheinlich unkanonisch gewählt, er hat durch Amoris Laetitia eine formale Häresie begannen und als Apostat und Häretiker kann er, nach dem hl. Robert Bellarmin und anderen kein Papst sein. Eine brüderlicher Ermahnung wird erfolgen und die darauffolgende Amtsenthebung mit dem Schisma wohl auch. Es ist also der denkbar schlechteste Zeitpunkt ein Abkommen zu schließen.

 

Über vieles gibt es hier zu berichten. Ich werde versuchen, es aus einem nicht linearen Bewußtsein heraus zu entwickeln.

Was wäre, wenn ich jemandem eine Landkarte geben würde, aber diese wäre in ihrer Orientierung um 90 Grad verdreht? Es gibt dann keine Möglichkeit, den Weg zu finden, OHNE DIE KORREKTE ORIENTIERUNG WIEDERHERZUSTELLEN. Niemals kann man seinen Weg mit einer Karte, oder im wirklichen Leben ohne die richtige Orientierung finden. Die Orientierung, die jemanden sicher durch Zeit und Raum führt, muss WAHR sein.

Laufend erhalte ich emails, laufend lese ich Kommentare verschiedener Beiträge auch auf anderen Websites – von sehr gläubigen Menschen – die ihren Glauben durch Bergoglio verloren haben. Eine Mail bekam ich von einer Frau, die erklärte, dass Bergoglio beweise, dass die gesamte Vorstellung des Lehramtes der Kirche unwirklich und fiktiv sei – nicht nur in den letzten 3 Jahren, nicht erst seit Vatikanum II, sondern schon während der gesamten 2000 Jahre der Kirche. So etwas resultiert aus der falschen Prämisse, Bergoglio sei der Papst.

Leute, der ganze Bergoglio Kram und die Situation der Kirche ist sehr, sehr einfach zu verstehen! Es gibt keinen Grund für seelische Crashs oder einen Glaubensabfall, wenn man einfach annimmt – und diese Annahme ist moralisch sicher  – dass Bergoglio ein Gegenpapst ist. Ratzingers Rücktritt wurde unter einem schweren Irrtum vollzogen. Die Frage des äußeren Zwanges in Bezug auf die Gültigkeit des Rücktritts, ist interessant und sicher einer eingehenden Untersuchung würdig, aber strittig. Ebenso strittig ist, ob Ratzinger glaubt oder nicht glaubt, dass Bergoglio Papst ist. Dieser Glaube Ratzingers ist nicht der Richter über die Realität. Ratzinger ist von der Wahrheit seines substanziellen Fehlers überzeugt – oder leugnet irgendjemand (von uns) die (subjektive) Richtigkeit seiner begangenen Fehler in dem Moment, wo er sie begeht? Haben Sie sich jemals festgelegt und mit völliger Überzeugung zu sich selbst gesagt: “Ich weiß dass meine Position, meine Überzeugung falsch ist, aber ich verdränge bewußt dieses Wissen um die Falschheit oder den Fehler und glaube jetzt, dass mein geglaubter Irrtum/ Fehler wahr ist?“ Nein – wir belügen uns selbst und glauben unseren Lügen. Wir kommen zu irrigen Schlußfolgerungen, aber wir denken, dass sie korrekt sind. Ratzinger hat sich selbst davon überzeugt, das Papsttum verzweigen zu können. Das ist der substanzielle Fehler.  Er, (Ratzinger) liegt falsch.

Nun, die Frage, an der sich die Leute verknoten ist: Spielt es eine Rolle, wer der Papst ist?

Die Antwort ist: JA. Es spielt die alles entscheidende Rolle. Sie sind nicht verrückt. Sie sind nicht dumm. Sie sind kein schlechter Katholik oder ein schlechter Mensch, wenn Sie denken, es ist unwichtig. Aber dass es eine riesige Rolle spielt, darüber muss diskutiert werden. Es tut mir leid, aber Leute, die sagen, dass diese Frage unwesentlich ist, sind sehr einfach gestrickt.

Die Wahrheit ist wesentlich                                                                                                                                      Die Realität ist wesentlich.

Für viele von uns, die zur (katholischen) Kirche konvertierten, ist das Papsttum im allgemeinen die letzte Hürde nach deren Klärung die Erkenntnis Raum greift, dass die Kirche wirklich DIE. EINE. WAHRE. KIRCHE ist.

Für mich war es ein “Altvorderer”, der mich das Viehgeschäft lehrte.  Eines Abends, als er über das Management und verschiedene Konzepte der Rinderhaltung sprach, redete er speziell über die menschliche Ressource. Er sagte sehr einfach: “Schau, jemand muss die Verantwortung übernehmen” Natürlich. Das wissen wir alle. In jeder größeren Organisation, muss es jemanden Verantworlichen geben, der letztendlich sagt, wo es lang geht. Es muss eine Person geben, die im Zweifelsfall letztgültige, bindende Entscheidungen trifft. Wenn nicht, resultiert Chaos und eventuell der Zusammenbruch.

Es ist undenkbar und auch schlicht unmöglich, hätte Christus die streitende Kirche, die Kirche hier auf Erden, ohne einen Verantwortlichen, der nötigenfalls letztgültige verbindliche Entscheidungen fällen kann, gegründet. Darüber hinaus sehen wir aus der Heiligen Schrift, dass Christus nicht nur ein solches Amt schuf, sondern es mit übernatürlichen Schutz ausstattete. Natürlich tat ER das. Weniger als das macht keinen Sinn. Und wir reden hier nicht über Viehzucht, sondern über den Leib Christi, von Christus gegründet, der das Geschenk Gottes an die Menschheit ist, um SEINE Wahrheit und Gnade mitzuteilen. Diese Lehre ist göttlichen Ursprungs und deswegen wurde sie vollkommen konzipiert und etabliert.

Wenn ich traditionelle Katholiken sehe, die völlig verzweifelt sind und leugnen, dass Bergoglio ein Gegenpapst ist aber gleichzeitig sagen, dass es keine Rolle spielt, kann ich nur mit dem Kopf schütteln

Lassen Sie mich hier einmal sehr direkt und unverblümt folgendes sagen: Leute, die bis vor wenigen Monaten die Institution des Papstamtes als einen integralen Bestandteil der streitenden Kirche verteidigten (welcher es in Wirklichkeit auch ist), und jetzt predigen, dass das Papsttum nicht wichtig sei, dass die Identität des Papstes keine Rolle spiele, so scheint es mir,  haben Angst, ihr Einkommen – sei es resultierend aus einer wirklichen Anstellung oder aus Spenden –  oder ihre soziale Reputation, oder ihre politischen und für ihre Karriere wichtigen Verbindungen zu verlieren. Kurz gesagt, sie fürchten sich vor dem Verlust des  MENSCHLICHEN RESPEKTES in irgendeiner Form.

Speziell Konvertiten zu erklären, die den Stuhl Petri unzweifelhaft als einen nicht verhandelbaren, definierten und integralen Bestandteil des Katholizismus ansehen (welcher er in Wirklichkeit ist) die Identität des Papstes sei nicht erkennbar und irrelevant, damit man den sozialen Status, das Einkommen und die für die Karriere wichtigen Verbindungen behält, ist absolut skandalös und unterhalb der Gürtellinie.

Das muss sofort aufhören.

Wenn das Papstamt keine Rolle spielt, ist die Kirche unwichtig.

Wenn die Kirche unwichtig ist, spielt Christus keine Rolle.

Wenn Christus keine Rolle spielt, dann ist er nicht Gott.

Wenn Christus nicht Gott ist, ist das Leben hoffnungs- und bedeutungslos, und es ist allein wichtig, die persönlichen Bedürfnisse unter allen Umständen zu befriedigen.

Noch einmal, ich kann nicht vehement genug betonen, dass es absolut entscheidend ist, von einer wahren Prämisse auszugehen.

Die Wahrheit ist objektiv, außerhalb meines Bewußtseins und erkennbar – vor allem in Bezug auf DIE KIRCHE, weil die Kirche SICHTBAR ist.

Wo Petrus ist, ist die Kirche. Wer Petrus ist, und wer er nicht ist, ist dafür nicht nur wichtig, sondern alles entscheidend. Ratzingers Leichtigkeit bei dem Versuch, seine VERANTWORTUNG aufzugeben – die Entschuldigungen dafür, warum er die weißen Gewänder weiterhin trägt, ”weil gerade keine schwarzen verfügbar waren” und – vielleicht sogar noch schlimmer – die schuldhafte Aufgabe seiner Pflichten beim Besuch des Weltjugendtages – einem neu-heidnischen Festival, das für immer verboten und vergessen gehört – aufgrund von “jet lag” – ist nicht nur skandalös, sondern beleidigend.

Genau deswegen, weil ich den Stuhl Petri liebe und respektiere, wehre ich mich gegen dessen unrechtmäßige Besetzung und verweigere mein Ohr dem Mann, der mit moralischer Sicherheit ein Gegenpapst ist. Es ist nicht Papolatrie zu behaupten, dass es einen Unterschied macht, wer der Papst ist oder wer nicht. Ich glaube, dass der einzige und derzeit regierende Papst Papst Benedikt XVI. Ratzinger ist, obwohl er aufgrund seiner katastrophalen Aktionen einer der schlechtesten, wenn nicht sogar der schlechteste Papst der Geschichte der Kirche ist. Aber er ist nach wie vor der Papst und man kann es sehen.

Das teuflische Finale: SCHISMA

Was Satan hier versucht, ist, so viele Menschen wie möglich aus der EINEN WAHREN KIRCHE zu vertreiben.

ZUERST: Der Gegenpapst Bergoglio führt lieber früher als später den gesamten Novus Ordo Flügel der Kirche ins Schisma. Amoris Laetitia ist in ihrem Kern vor allem dies: Eine ENTHEILIGUNG DER EUCHARISTIE. Wir alle wissen jetzt, dass Bergoglio einer Gruppe von argentinischen Klerikern SCHRIFTLICH mitteilte, dass die sakrilegische Entheiligung der Eucharistie durch Austeilung der Kommunion an unbußfertige Ehebrecher und Unzüchtige die einzig korrekte Interpretation dieses Dokumentes darstellt. Ein Dokument, welches, wir erinnern uns, keinerlei Bedeutung oder Vollmacht hat, weil Bergoglio als Gegenpapst keinerlei Autorität hat. Aber wieder zurück zu der Frage der wirklichen oder falschen Prämisse. Demnächst wird der Gegenpapst Bergoglio die Heilige Kommunion für Lutheraner öffnen, was dann folgerichtig weiterhin unweigerlich dazu führen wird, wirklich jeden, eingeschlossen Nicht Christen, zum Tisch des Herrn zuzulassen. Spätestens an diesem Punkt wird es absolut sicher sein, sagen zu können, dass Bergoglio mit Hilfe Satans komplett schismatisch ist und eine komplett neue, separierte universalistische “Eine Welt Religion” als Oberhaupt anführt.

Satan möchte, dass jeder einzelne Mensch innerhalb der Katholische Kirche Bergoglio ins Schisma folgt.

Was uns zur FSSPX (Piusbruderschaft) führt

Am anderen Ende des Spektrums haben wir den Traditionalismus; Leute, die Bergoglio NICHT in seine NeuFranziskanischeEineWeltReligion folgen wollen. Satan hat aber auch für sie das Schachspiel arrangiert: Die FSSPX hat Verhandlungen mit Gegenpapst Bergoglio begonnen.

Halten wir einen Moment inne: Piusbrüder, seht ihr das Problem hier? Ihr verhandelt euren Status MIT EINEM GEGENPAPST. Wie kann das jemals zu guten Früchten für euch, die Kirche oder irgendjemand führen? Wiederum sind wir bei der substanziellen Frage, der wirklich wahren Prämisse. Diese Verhandlungen basieren auf der falschen Voraussetzung, dass ihr in gutem Glauben mit dem Stellvertreter Christi verhandelt. Bitte erlaubt euch nicht, zu glauben, dass ihr unabhängig von Bergoglio mit Pozzo und Ecclesia Dei verhandelt. Das ist die Falle Bergoglios. Es ist Bergoglio der euch kreuzweise hereinlegen wird, unabhängig davon, wie präzise und wasserdicht eure schriftlichen Verträge mit Ecclesia Dei sind. Diese Männer sind abgrundtief  böse, ohne Ehre und Scham. Schriftliche Vereinbarungen bedeuten NICHTS für sie. Sie sind für sie ein Witz, ein Werkzeug im Umgang mit Männern, die sich an “die Regeln” halten. Wenn ihr ein Übereinkommen mit dem Gegenpapst Bergoglio eingeht, wird er es umgehend widerrufen und über euch kommen wie über die Franzsikaner der Immakulata und über andere kontemplative Gemeinschaften. Wenn ihr ein Übereinkommen mit dem Gegenpapst Bergoglio ablehnt, wird er Euch einseitig zu einem Teil der NeuFranziskanischenEineWeltReligion machen und über euch kommen wie ganze Tonnen von Felsblöcken.

Warum? Sehr einfach, Satan, der hinter all dem steht, möchte, dass alle Traditionalisten SICH SELBST INS SCHISMA FÜHREN.

Bischof Fellay weiß, daß, wenn er vor dem Gegenpapst Bergoglio kapituliert, ein Großteil seiner Priester und Gläubigen DIE FSSPX VERLASSEN WERDEN UND SICH SEDISVAKANTISITSCHEN SEKTEN ANSCHLIEßEN WERDEN; DIE SCHON SCHISMATISCH SIND.

Falls Bischof Fellay die Verhandlungen mit Gegenpapst Bergoglio beendet, wird Bergoglio einseitig erklären, dass die FSSPX dazugehört und sie dazu auffordern, vor seinen Forderungen zu kapitulieren. Falls sich die FSSPX dem verweigert, wird Bergoglio erklären, dass sie im Schisma sind. Und hier wird eine Nuance des satanischen Schachspieles offenbar: Es ist ein Bluff! Sehen Sie es nicht? Bergoglio IST NICHT DER PAPST. Seine Erklärungen haben dieselbe Macht wie meine eigenen. Bergoglio hat weder die Macht, dir irgendetwas zu befehlen, noch kann er erklären, dass Sie im Schisma sind, wenn Sie seinen Häresien und Blasphemien nicht folgsen. Satan versucht die FSSPX AUSZUTRICKSEN; DAMIT SIE GLAUBT IM SCHISMA ZU SEIN; WENN SIE IN WIRKLICHKEIT NICHT IM SCHISMA IST.

Noch einmal, all das hängt davon ab, von der wahren Prämisse her zu operieren, nämlich dass Bergoglio ein Gegenpapst und Ratzinger aufgrund seines spektakulären und schweren Irrtums und Fehlers Petrus ist. Und falls es ein Trost ist, sowohl für die FSSPX als auch für euch die Sie das hier lesen, meine römischen Kontakte versichern mir, dass öffentlich innerhalb der Kurie darüber diskutiert wird, ob Bergoglio ein Gegenpapst ist. Aber sie fürchten sich alle wegen ihrer Karriere und versichern dass “man da nichts machen kann” und “wir darauf zu warten haben, dass er stirbt”

Was sollte meiner Meinung nach der Weg für die FSSPX in der Zukunft sein? Wenn ich das äußere, weiß ich sehr gut, dass ich jeden, der das hier liest, schon verloren habe – aber es macht keine Unterschied mehr:

Die FSSPX sollte alle Verhandlungen mit Bergoglio abbrechen und öffentlich erklären, dass es eine moralische Gewißheit ist, dass Bergoglio nicht der Papst ist. Sie sollte öffentlich ihre Treue zu dem einzigen lebenden Vikar Christi Papst Benedikt XVI. bekunden.

Ratzinger wird niemals irgend etwas – im guten oder im schlechten – für die FSSPX tun, weil er es zurückweist, seine Verantwortung als Papst auszuüben. Weiterhin wird es klar werden, dass die FSSPX KEINERLEI Aktionen, die Bergoglio gegen sie unternimmt, anerkennen wird – UND so wird die FSSPX exakt dort verbleiben, wo sie ist: innerhalb DER KIRCHE gehorsam dem Heiligen Stuhl. Und dann wird, so hoffe ich, die FSSPX wirklich ein Rettungsboot werden, bevor das alles zu Ende geht.

Noch einmal auf das verweisend, was ich weiter oben über die öffentliche Diskussion in der Römischen Kurie darüber, dass Bergoglio möglicherweise ein Gegenpapst sei, sagte und in Bezug auf deren Hilflosigkeit – vielleicht kann eine mutige Aussage der FSSPX, dass es eine moralische Gewissheit ist, dass Bergoglio Gegenpapst ist, wie ein Eisbrecher wirken – und allen anderen in der Kurie und vielleicht dem Kardinalskollegium erlauben und helfen, öffentlich diese Frage zu diskutieren.

Der Schlüssel dazu ist das private und öffentliche Beharren des Weiterentwickelns der wahren Prämisse, und  – “Butter bei die Fische” – sollte es nicht in allen kleinen und großen Dingen, die wir auch sonst tun, so sein? Zuletzt bleibt mir noch zu sagen, dass Unser Herr uns fragt, ob wir im Glauben den Sprung wagen, unsere Loyalität zu dem vielleicht schlechtesten Papst in der Geschichte der Kirche zu erklären – zu Papst Benedikt, dem XVI.

Wenn ich Verantwortung tragen würde, was ich Gott sei Dank nicht tue, wäre es das, was ich tun würde. Aus meiner konsequenten persönlichen Verantwortung heraus, – und wer will meine persönliche Situation beurteilen? – ist es das, was ich erkannt habe und weiterhin tun werde.

Ich hoffe, es hilft.

Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns.

Ann Barnhardt am 12.09.2016 in: http://www.barnhardt.biz/2016/09/12/on-the-current-antipapacy-the-sspx-and-other-totally-non-inflammatory-topics/

 

Steven Skojec, Warum die Liturgie wirklich der Schlüssel zu allem anderen ist


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Wir präsentieren wieder einmal einen Aufsatz von Peter Skojec, dem Herausgeber von onepeterfive, in der ausgezeichneten Übersetzung von davillatollkuehn. Menschen und besondere Geistliche, die ausschließlich Novus Ordo kennen, wundern sich oft über die Hartnäckigkeit der Traditionalisten, mit welcher diese auf die Wichtigkeit der Tridentinischen Messe pochen. Sogar diese „toleranten“ Novus Ordo – Vertreter, welche die Alte Messe für zulässig und kein „Teufelswerk“ halten, denken sich:

„Messe hin oder her. So einen Unterschied kann es ja nicht machen, wenn beide gültig sind. Das andere ist bloß kulturell angewachsenes Brimborium. Es gibt Wichtigeres in der Kirche. Familie, Gesellschaft, Lehre und jetzt haben wir einen häretischen Papst. Wenn wieder alles ins Lot kommt, werden wir uns um die Liturgie kümmern. Jetzt aber gibt es Wichtigeres“.

Dieser Aussprucht könnten von einem „guten, konservativen Bischof“ stammen, den es in Deutschland nicht gibt, siehe die letzte Entscheidung der DBK Sakramente an die Ehebrecher, d.h. an Todsünder, zu spenden. Es ist ein Denken, das sicherlich sowohl von bona fide zeugt als auch von der Unkenntnis der Alten Messe gekennzeichnet ist, ein Denken, welches von der fehlenden Erfahrung geprägt wird, dass die Alte Liturgie wirklich wirkt. Sie wirkt gnadenbringender, erleuchtender, heiligender, die lässlichen Sünden mindernder als die Novus Ordo Liturgie. Dies ist auch die katholische Sakramentenlehre insbesondere über das Sakrament der Eucharistie, welche diese Wirkungen aufzählt. Und warum erfahren wir es meistens nicht? Weil die Novus Ordo Sakramente viel weniger wirken, insbesondere die Neue Messe wirkt kaum. Wie kann aber ein gültiges Sakrament „weniger wirken“? Weil ein Sakrament nicht nur aus der Gütligkeit besteht und die Messe viel mehr ist als die Wandlungsworte selbst, welche samt Materie und der Intention des Priesters das zu tun, was die Kirche mit diesem Sakrament tut, das eigentliche Sakrament ausmachen. Liturgie ist auch viel mehr als das Sakrament. Liturgie ist ein Sich-Einklinken in die göttlichen Wirklichkeit, an das himmlische Jerusalem, an der wir gerade durch die Liturgie teilnehmen. Der Schreiber dieser Zeilen hatte wirklich sein Leben lang mit allem Ernst nach der Wahrheit, warum es um die Theologie und die Kirche so schlecht steht, gesucht. Aber erst als er mit dem täglichen Beten der Alten Breviere auf Lateinisch anfing, also mit einer liturgischen Handlung, welche für ihn keine Pflicht war, begann er gleichsam „zu sehen“. Die Antworten kamen von selbst mit der Einsicht, wie und warum die Dinge so stehen wie sie stehen. Als hätte man mehr Licht erhalten, um die Unordnung in einem Zimmer zu sehen, wo man früher, in der Dunkelheit, nur gegen Möbel lief und sich fragte, was es wohl war. Es war als würde man sich immer höher erheben, um die Dinge aus der Vogelperspektive zu betrachten, um auf diese Art und Weise die verschlungenen Wege und die Sackgassen zu sehen. Es ist die Wirkung der Liturgie, nicht sein Verdienst oder nur insoweit, dass er sich dieser Liturgie, wie bei der Messe, aussetzte oder diese, wie beim Brevier, verrichtete. Die Alte Messe wird deswegen unterbunden und verfolgt, weil sie „sehend“ macht. Es ist so, als hätten Sie im tiefsten Kommunismus den Westen besucht und stellten fest, dass der „real existierende Sozialismus“ doch nicht das beste System war. Hilary White spricht von der nachkonziliaren Kirche als von dem „Novus Ordo Konzentrationslager“. Ein wenig übertrieben, wie wir finden, „Lager“ oder „Gulag“ hätten gereicht, doch Recht hat sie. Fahren wir zur Alten Messe, wenn wir können, scheuen wir nicht den Weg oder das Geld. Wir werden an göttlichen Mysterien teilnehmen und zwar so, wie die Kirche sie immer hielt, wir werden verständiger und schauender. Wir müssen Gnade horten, um bei dem kommendem Kampf bestehen zu können.

Der o.a. Aufsatz von Steven Skojec wurde ursprünglich hier publiziert.

Nichts ist so großartig wie die Eucharistie. Wenn Gott uns etwas Kostbareres zu geben hätte, hätte ER es getan.

– Saint Jean-Marie Vianney

Das erste Mal, als ich durch die Tore des Petersdomes in Rom ging, war ich überwältigt. Dieser größte Schatz der christlichen Architektur beeindruckte mich und erzeugte in mir ein unglaubliches und beeindruckendes Gefühl der Kleinheit. Als ich von draußen von der sonnigen Piazza in das gewaltige Innere der Kirche der Kirchen trat, wurde ich gleichsam verschlungen. Hier, in diesem majestätischen Testament aus Stein und Marmor, Silber und Gold, wurde mir die überwältigende Herrlichkeit Gottes und meine eigene Bedeutungslosigkeit klar.

Keine Religion in der Geschichte der Welt hat jemals solche Tempel inspiriert; keine heidnische Gottheit konnte die Ausgießung menschlicher Erfindungsgabe, handwerklichen Könnens und Leistungsfähigkeit hervorrufen, die sich im Dienst an der Ehre des einzig wahren Gottes manifestierte. Die Menge und Qualität der Architektur, der Kunst, der Musik, der Poesie und theologischen Darlegung, die der Welt in zwanzig Jahrhunderten des Katholizismus geschenkt wurde, macht den Geist taumeln.

Es gibt keine größere Inspirationsquelle als IHN, der uns alles gibt – unser Leben, unsere Talente, unsere Freuden, unsere Ewigkeit. Dadurch, dass wir durch die besten Werke unserer Kreativität IHN verehren, kehren wir selbst zu IHM zurück und geben IHM das wieder, was wir von IHM empfingen.

„Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von oben, herabsteigend vom Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung statthat, noch ein Schatten von Wandel ist.“ Jak 1: 17

Es ist daher nur passend, dass Gott uns befiehlt, IHN zu verehren. Wir sind geschaffen, um IHN in dieser Welt zu erkennen, zu lieben und IHM zu dienen und mit IHM für immer im Himmel glücklich zu sein. Aber glauben wir, dass diese Vorschriften zu unseren eigenen Bedingungen ausreichend zu erfüllen sind? Verlangt nicht Gott streng von uns das, wozu ER uns verpflichtet? Ist Gott nicht ein eifernder Gott, im wirklichen Sinn des Wortes, der das von uns erwartet, was IHM zusteht? Und ist das weniger als das Beste, was wir haben?

Es war schon immer so. Die meisten Menschen kennen die biblische Geschichte von Kain, der seinen Bruder Abel ermordet, aber nicht viele könnten sagen, was Kain zum Mord trieb. Es war Neid – Neid, der entstand, weil Abels Anbetung Gott wohlgefälliger als Kains eigene war.

Abel aber war ein Schafhirt, und Kain ein Ackerbauer. Es begab sich aber nach vielen Tagen, dass Kain von den Früchten der Erde dem Herrn Opfergaben darbrachte. Aber Abel brachte gleichfalls ein Opfer dar, von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fette. Da sah der Herr auf Abel und sein Opfer, aber auf Kain und sein Opfer sah er nicht, und Kain ergrimmte so heftig, dass sein Angesicht einfiel. Da sprach der Herr zu ihm: Warum bist du ergrimmt und warum ist dein Angesicht eingefallen? Wirst du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen? Tuest du aber Böses, wird nicht sogleich die Sünde vor der Tür sein? Aber ihre Begier soll unter dir sein und du sollst über sie herrschen. Und Kain sagt zu Abel, seinem Bruder: Lass uns hinausgehen! Als sie nun auf dem Felde waren, erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihn. (Gen 4, 2-8)

Warum bist du ergrimmt und warum ist dein Angesicht eingefallen? Wirst du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen?“ Als Abel Gott opferte, brachte er IHM sein Kostbarstes, sein Bestes dar. Er opferte seine Erstgeburt, gab Gott nicht nur das Beste aus der Herde, sondern das Fett der Schafe, das wertvollste, was sie zu bieten haben. Er hielt nichts zurück; insbesondere nicht die Teile, die er wirklich eigentlich für sich haben wollte. Es war ein Ausgießen, eine Entleerung des Selbst, sein Flehen vor Gott war IHM wohlgefällig in seiner Gesamtheit.

Wir wissen nicht, was Kain Gott anbot – nur, dass er IHM von den Früchten der Erde gab. Wir wissen auch, durch die Worte Gottes an Kain, dass sein Opfer Gott gefälliger gewesen wäre, wenn er großzügig gehandelt hätte. Es ist daher klar, dass nicht alle Opfer, die Gott dargebracht werden von ihm als gleich angesehen werden. Es gibt einen Unterschied zwischen einer Verehrung, die ihm gefällt und einer Verehrung, die er nicht akzeptiert.

Es ist nicht egoistisch von Gott, von uns unser Kostbarstes zu verlangen. Nicht nur hat er uns jede gute Sache gegeben, und nicht nur, dass er uns in jedem Moment, in dem wir atmen,  in unserer Existenz hält, sondern

„Er hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe“ (Joh. 3,16).

Während Gott den Engel zu Abrahm sandte, um dessen Hand zurückzuhalten und damit  Isaaks (dessen Sohn) Leben zu schonen, ließ er jedwede grausame Folter bis hin zum grausamen und schändlichen Tod am Kreuz an seinem eigenen göttlichen und unschuldigen Sohn Christus zu. Diesen Kelch des Leidens, wie Christus sich ausdrückte, trank ER bis zur Neige. Es ist die Wahrheit, dass es für uns nichts Wertvolleres gibt, als die Eucharistie, den Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit des gekreuzigten Christus. Gott liebt uns so sehr, dass er uns dieses unsagbar selbstlose Geschenk gab, um unsere Erlösung zu realisieren. Nichts ist größer, als seine Liebe zu uns, die er uns gibt, damit wir sie IHM zurückgeben

Aber behandeln wir dieses Geschenk als das größte Geschenk, das es überhaupt geben kann? Ehren wir die Eucharistie als das Kostbarste, was im Universum existiert? Erkennen wir, dass dieses Geschenk SEINER Selbst unsere ganze Hingabe an IHN fordert?

Jede Liturgie stellt uns aufs neue in diesem Zyklus des sich selber Schenkens. Gott gibt uns das Beste, was er hat, und er fragt nach dem Besten, das wir IHM im Gegenzug dafür geben können. Aber wir können IHM nicht wirklich angemessen etwas geben, dass auch nur annähernd mit dem vergleichbar ist, was ER uns gibt. In unserer Ohnmacht eines angemessenen Gegengeschenkes gibt Gott sich selbst uns als Geschenk an IHN. ER nimmt auch unseren Platz ein als der, der Gott dieses Opfer anbietet. Er ist beides: Priester und Opfergabe. Jeder Priester, der an jedem Altar steht, wird von Christus selbst umfangen und eingeschlossen. Es ist Christus, der das Allerheiligste Altarsakrament seines eigenen Leibes und Blutes konsekriert. Es ist Christus, der opfert und gleichzeitig ist Christus der, der dem Vater im Namen von uns armen Sündern geopfert wird.

Das heilige Messopfer ist keine Mahlzeit. Es ist ein totales und vollkommenes Opfer. Der Priester deckt nicht den Tisch für ein Abendessen. Er bringt das geschlachtete und mit Blut befleckte Opfer auf dem Opferaltar dar, weil ER durch seinen Tod den Tod besiegt hat – den ewigen Tod der Sünde – und weil ER uns durch seine Auferstehung zum ewigen Leben transformiert. Die Messe wird, wesenhaft verstanden, nicht gefeiert, sondern sie wird IHM aufgeopfert, um seinen göttlichen Zorn wegen unseren vielfältigen und schweren Sünden zu stillen. Dieses Opfer ist nicht nur vollkommen, sondern IHM so lieb und teuer, dass wenn Gott IHN (seinen geopferten Sohn – Gott) sieht, und uns sieht, die wir IHN empfangen, ER uns so mit seiner Gnade übergießt, wie Christus sein Blut vergoss.

Wenn wir zur Messe gehen, stellt das die intimste Erfahrung Gottes dar, die wir in diesem Leben jemals erfahren können. Wir kommen zum Altar, um an diesem göttlichen sich gegenseitig selbst  Ausgießen und Hingeben teilzuhaben. ER gibt uns SICH SELBST, SEIN ALLES, und obwohl das unendlich mehr ist, als wir zurückgeben können, können  wir IHM doch uns selbst, unser alles zurückgeben. Während sich ein Mann und eine Frau in der unvollkommenen Vereinigung der ehelichen Umarmung zu einem Fleisch vereinigen, erlaubt uns Gott, IHN selbst uns einzuverleiben, so dass er buchstäblich eins mit unserem Körper und unserer Seele werden kann und dadurch, das wir das vollziehen, kann er sich uns einverleiben. Das ist eine atemberaubende Erfahrung.

Sobald wir die Natur der Messe und unsere Bestimmung wirklich zu verstehen beginnen, wird es uns möglich, zu erkennen, wie wichtig es ist, dass sie in einer angemessenen Art und Weise gefeiert wird. Obwohl man sagen kann, dass die Messe um des Menschen willen gemacht wurde, geht es konkret darum, dass der Mensch eine angemessene Gabe bekommt, die er Gott anbieten kann. Der Gegenstand unserer Anbetung ist Gott, nicht wir selbst. Aus diesem Grund ist jede Messe, in welcher der Mensch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, eine gefährliche Verfälschung und Karikatur.

Einige argumentieren, dass die Form der Liturgie so lange keine Rolle spielt, wie Christus vorhanden ist. Es ist wahr, dass, wenn Christus gegenwärtig gemacht wird, das Gott angebotene Opfer selbst perfekt ist, aber das bedeutet nicht, dass das auch für unsere Anbetung oder unser Verständnis des Opfers gilt.

Die eucharistische Gegenwart Christi manifestiert sich durch göttliches Handeln. Es ist Christus, der Priester Christus, der das Opfer dem Vater im Himmel durch die Kraft des Heiligen Geistes anbietet. Das, was wir sehen, was auf dem Altar geschieht, ist ein Einblick in das innere Leben der Heiligsten Dreifaltigkeit, ein Einblick in die Liebe und die Interaktion zwischen den göttlichen Personen, – ohne irgendein eigenes Verdienst unsererseits. Wie der Priester im Quam oblationem Gebet des ALTEN Ritus betet:

Diese Opfergabe mache du, o Gott, wir bitten dich, huldvoll in jeder Hinsicht zu einer gesegneten, bei dir eingetragenen, gültigen, geistigen und genehmen, damit sie uns werde Leib und Blut deines vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.

Es ist Gott, der das Opfer Gott wohlgefällig macht, und zwar deswegen, weil Gott selbst das Opfer ist.

Was wir in der Liturgie bringen, was wir Gott anbieten, ist unsere Ehre, unsere Ehrfurcht, unser Flehen, unsere Zerknirschung, unsere Anbetung, und unser Lob. „Ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist, ein reuiges und gedemütigtes Herz wirst du, o Gott nicht verschmähen“ (Ps 51:19.). Der Priester, der die Gaben konsekriert, tut dies nicht durch eine Kraft, die er besitzt, sondern durch eine, die er aus der Vereinigung mit dem einzig wahren Priestertum Christi bezieht.

„Wenn ich die Messe zelebriere:“ sagte mir einmal ein junger traditioneller Priester: „bin ich ein Sklave der Liturgie. Die Kirche sagt mir, wo ich zu stehen, wie ich meine Hände zu legen habe, wann ich knie oder den Altar küssen soll … Mein Selbst verschwindet und Christus wirkt durch mich. „Das Opfer des Priesters ist eines der Demut, der Ehrfurcht, der Entleerung seiner selbst. „Schaff Recht mir, Gott“, fleht er am Fuße des Altars, die Worte des Psalmisten wiederholend, „und führe meine Sache gegen ein unheiliges Volk; von frevelhaften, falschen Menschen rette mich „

Auch wir kommen als demütige Bittsteller, mit einer empfänglichen und aufmerksamen Disposition. Die Liturgie geschieht unabhängig von uns, aber sie zieht uns in ihre Geheimnisse hinein und gewährt uns himmlische Gaben, um uns zu vervollkommnen und treibt uns in Richtung Himmel. Wir vereinen unser Gebet mit dem des Priesters, der in unserem Namen betet, der kraft seiner Vereinigung mit Christus das vollzieht, was wir nicht vollziehen können.

Es ist die wichtigste und schönste Sache auf dieser Seite des Himmels.

Von daher ist es unausweichlich, dass ein angemessenes Verständnis von Liturgie uns in einer richtigen Weise auf unseren Platz im Universum erdet. Eine Liturgie, die das Opfer unseres Herrn betont und uns mental und spirituell demütig unter das Kreuz auf dem Kalvarienberg stellt, macht uns empfänglich für unsere absolute Abhängigkeit von Gott, und offen für alle guten Dinge, vor allem für unser Heil. Eine Liturgie, in der der Priester und die Menschen sich gleichermaßen in Richtung Himmel orientieren und wo heilige Dinge verschleiert und verhüllt und in angemessener Weise verehrt werden, lehrt uns, wer wir sind – und welche Aufgaben wir haben – in Bezug auf IHN, von dem alle guten Dinge kommen und auf den wir vertrauen müssen. denn wir haben keine andere Wahl, als uns mehr durch unseren Glauben, als durch unseren Verstand leiten zu lassen. Liturgie sollte uns unsere Kleinheit fühlen lassen. So wie es die großen Bauten der Christenheit tun.

Der Angriff auf die Liturgie, den wir im letzten halben Jahrhundert erlebt haben, kann als nichts weniger als ein Versuch des Teufels verstanden werden, unsere wichtigste und innigste Verbindung mit unserem Schöpfer in unserem  Herzen zu zerschlagen, – und uns durch diesen Verlust der richtigen Perspektive zu verwirren und zu desorientieren. Wir sind damit zum Götzendienst übergegangen – zur Vergötterung unseres Selbst, so dass wir die Welt nur noch durch die Linse unserer eigenen Wünsche sehen.

Das Opfer Christi wurde durch ein Gemeinschaftsmahl ersetzt, Sein Opferaltar wurde zum Buffet, sein Priestertum wurde von Menschen verfälscht, die in den priesterlichen Bereich eindrangen, jedoch nicht die Fähigkeit besitzen, in Persona Christi zu handeln. Die universelle Ausrichtung des Priester und der Menschen auf Gott hin, wurde zueinander gekehrt, so dass sich im Wesentlichen alles um uns selbst dreht, und fast jedem Akt der Ehrfurcht der heilige Boden entzogen wurde.

Christus bleibt in dieser neu erfundenen, banalisierten, und Mensch-zentrierten Liturgie gegenwärtig, aber er wird ignoriert, vergessen, missbraucht, und ihm wird die Show gestohlen. Wie Kain bieten wir Gott nicht mehr unser Bestes an, sondern behalten es für uns. Jeder, der versucht, Gott das zu bieten, was er verdient, wird wie Abel, mit Neid, Verachtung und sogar Gewalt bedroht.

Die Krise in der Kirche ist offensichtlich eine Krise des Egoismus und des Anthropozentrismus. Es ist die Frucht dieser neuen Abgötterei. Wir sind dahin gekommen, zu glauben, dass wir besser als Gott wissen, was für uns am wichtigsten ist.

Das Zweite Vatikanische Konzil sagt uns:

„[A] lle Dinge auf der Erde sollten auf den Menschen als Zentrum und Höhepunkt bezogen sein“  (Gaudium et Spes 12, 1. Satz)

Das müssen wir ablehnen.

 Alle Dinge auf der Erde sollten auf Christus als ihr Zentrum und Höhepunkt bezogen sein. Wir sind nicht Verehrer des Menschen; wir sind Verehrer Jesu Christi! Verehrer der Heiligsten Dreifaltigkeit! Aber wenn unsere Liturgien nicht Gott als Gegenstand der Verehrung zeigen, ist es ein Wunder, dass wir von uns selbst besessen sind? Wir sprechen ständig darüber, wie wir Liturgie „erleben“ und was wir „aus ihr herausnehmen“ und ob sie „uns bewegt “ – aber wem wenden wir uns da zu?

Die Architekten der Neuen Liturgie wussten genau, was sie taten. Und sie waren erfolgreich. Sie haben mit einem einzigen Schlag das gesamte liturgische Gebäude der Kirche auf ein Fundament aus Sand gesetzt. Und jetzt, wo das Gebäude zusammenbricht, und der Glauben zusammen mit ihm, kommen sie, um uns zu sagen, dass die anderen Wahrheiten unseres Glaubens nichts anderes als ein „Ideal“ sind,  zu schwer, um sie zu leben bis dahin, dass, weil die Dinge so weit abgekommen sind, wir nun Wege finden müssen, diese zu akzeptieren und mit diesen Situationen zu arbeiten „wie sie sind.“ Dadurch dass sie den zentralen Akt des Gebetes der Kirche zerstört haben, haben sie unser Verständnis unserer Beziehung zu Gott und alles andere untergraben. Jetzt, nach einem halben Jahrhundert des Abrisses, sind sie ohne wesentlichen Protest dabei, auch das noch abzureißen, was vom Glauben übrigblieb.

Diejenigen, die die Krise in der Kirche wahrnehmen, haben das Recht, die Frage zu stellen:

„Warum können wir sehen, was passiert, wenn andere es nicht können? Warum scheint Gott dies nur uns wenigen zu zeigen? „Könnte es sein, dass es wegen dem ist, was er zu Kain sagte „Wirst Du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen?“

Jemand schrieb mir vor kurzem über das Ausmaß der Leugnung katholischer Weggefährten darüber, was in der Kirche geschieht „Es ist einzig die lateinische Messe „, sagte sie, „die mich das mit meinen Augen sehen lässt“.

Es ist nicht zu spät. Liebe katholische Weggefährten, verliert nicht die Orientierung! Lasst euch nicht täuschen. Gute Liturgie – und damit meine ich heilige, andächtige, gottesfürchtige Liturgie – wird Euer Leben verändern, auch wenn Ihr große Opfer bringen müsst, sie zu besuchen.

 Gibt es etwas wichtigeres als dein Heil, oder das deiner  Kinder? Wenn Du eine gute Messe besuchen kannst, spute dich! Wenn Du keine traditionelle lateinische Messe finden kannst, wende dich dem Osten zu, der von den Zerstörern weitgehend ignoriert worden ist!

Die Saboteure hatten einen Versuch, und so zerschlugen sie die eine Form der Liturgie, die die größte Zahl der Katholiken beeinflussen würde. Sie gaben alles, was sie hatten, aber, wie Gott es wollte, war es nicht der Todesstoß. Gott wird immer noch wirklich verehrt. Und wir sind verpflichtet, in dieser wahren Anbetung zu bleiben um seinetwillen und wegen unseres Heiles. Keine weiteren Entschuldigungen.

Zwar trifft es zu, dass eine gute Liturgie allein nie ein Allheilmittel sein wird, aber es gibt doch nichts wirkungsvolleres, was Sie für Ihren Glauben tun können, was Sie für Ihr Verständnis von dem tun können, was in der Welt geschieht, was Sie für das Wohl Ihrer Seele und das Ihrer Lieben tun können, als aufzuhören, an einer Liturgie teilzunehmen, die entworfen wurde, Sie selbst vom Allerheiligsten, dem man zu gedenken behauptet, zu trennen. Man kann nicht vergiftetes Wasser ohne schädliche Wirkung trinken, egal wie durstig oder wie belastbar man ist. Es wird nicht nähren, sondern auszehren.

Hier ist keine Zukunft.

Das neue Paradigma stürzt jetzt in sich selbst zusammen. Es wird noch zu unseren Lebzeiten aufgegeben werden, Es wird zu einer Karikatur seiner selbst werden, unkenntlich für alle, die den Glauben bewahren. Wie die arianischen „Christentümer“ des 4. Jahrhunderts wird dieses neue Paradigma zu einem ausschließlichen Wirkungsbereich der Feinde unseres Herrn werden.

Die Liturgie ist der Schlüssel unseres gesamten Verständnisses von dem, womit wir konfrontiert sind, wer wir sind, und von dem, was wir tun müssen.

Es wird auch keinen anderen Weg geben, um das Kommende zu überstehen. Die Liturgie ist unser wesentlicher und wirkmächtigster Begegnungsraum mit Gott. Wir haben die Pflicht, einen Ort zu finden, wo der Priester und das Volk Gott in einer Weise anbeten, die IHM wohlgefällig und angemessen für IHN ist.

Sobald dieser Ort gefunden ist, fliehe zu ihm. Klammere dich an ihn. Mach dir keine Sorgen über die Widerwärtigkeiten die du ertragen musst, um ihn zu erreichen, denn Gott weiß diese Dinge, und er wird dich für diese Mühen segnen.

Sei an deinen Platz im Universum erinnert. Unterwirf dich DEM, der es regiert. Liebe ihn aus deinem ganzem Herzen, deinem Verstand und mit aller  Kraft, und verehre ihn so, wie er es verdient. Es ist eine Entscheidung, die Du nie bereuen wirst.

Pater Richard G. Cipolla, Die Entmännlichung der Liturgie im Novus Ordo (3 von 3)


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Auf einem meiner vielen Aufenthalte in Italien beobachtete ich, dass viele Kinderwagen so gebaut waren, dass das Baby in seinem Sitz saß und seine Mutter, die den Kinderwagen schob, ansah. Das erschien mir seltsam, denn in den Vereinigten Staaten sieht das Baby in dieselbe Richtung, wie die Mutter, die den Wagen schiebt. Als ich eine Freundin darüber befragte, sagte sie dass das daran läge, dass zu viele italienische Mütter den ständigen Augenkontakt zum Baby behalten wollen, um es anzulächeln, mit ihm in einer Babysprache zu reden und um das Band zwischen Mutter und Kind stark und sicher zu machen. Die klassische Mutter Kind Beziehung wird heute durch dieses ständige Bedürfnis des konstanten Augenkontaktes unter Ausschluss der übrigen Umwelt, als ob die „anderen“ die Beziehung zerstören würden,  geradezu pervertiert.

Ohne den Anspruch von Vollständigkeit oder Genauigkeit für die obige Analogie zu erheben, würde ich behaupten, dass die radikale Neuheit der Zelebration versus populum, die übrigens weder von Konzil noch von irgendeinem liturgischen Buch vorgegeben wird, die Rolle des Priesters als Vater, der für sein Volk dem Himmlischen Vater das Allerheiligste opfert transformiert wird in die Rolle einer Mutter, die den Kontakt zu den Leuten, die durch absichtlich einfältige Animationen zu Kleinkindern werden, durch ständigen Augenkontakt und liturgisches Augenzwinkern herstellt. Der Priester wird zur Mutter eines Kindes. Diese Reduktion der Gemeinde zu Kindern die gezwungen sind, den Mutter-Priester anzusehen, verhindert den Blick auf Gott zu richten, der durch die Gegenwart des allerheiligsten  kosmischen Opfers Christi verehrt werden soll.

Um eine weitere säkulare Analogie zu verwenden: die den Menschen zugewandt gefeierte Messe wird zu einer Schulstunde reduziert, in der jeder seine Rolle unter der Leitung des Priesters als mütterlichen Klassenlehrer spielt, der Klassenlehrerin, die sicherstellt, dass alles glatt läuft. Dies wird von einigen Liturgikern als die „horizontale“ Dimension der Liturgie im Gegensatz zur vertikalen Dimension, die die Transzendenz liefert, beschrieben. Letztlich ist das leeres Gerede, denn es setzt voraus, dass die Liturgie vom Priester und den Messdienern kontrolliert wird, deren Funktion es unter anderem ist, diese beiden Dimensionen irgendwie im Gleichgewicht zu halten.

Es ist völlig klar: Dieser gesamte Ansatz bestreitet klar und deutlich die Vorgegebenheit der Liturgie und deren Fokussierung auf die Anbetung Gottes im Lob und im Opfer. Dieses radikal untraditionelle Verständnis von Liturgie wird durch die Rubriken des Novus Ordo („mit anderen Worten“ oder „oder auf andere Weise“ oder „oder, wie es der lokale Brauch ist“) ermutigt und unterstützt. Ganz abgesehen von dem romantisch verklärten Blick auf den Ausspruch des heiligen Justin des Märtyrers und dessen Erhebung zur Norm, der in Bezug auf den Zelebranten der Messe sagte, dass „der Zelebrant die Danksagung nach seinen Möglichkeiten aufopfern soll“,[1] ganz abgesehen von der fragwürdigen Vorstellung, dass der Priester dazu befähigt wäre, aus der Tradition oder aus einem eigenen Gefühl für die Liturgie das,  was die Rubriken sagen und anordnen zu ergänzen oder zu füllen, diese als Schulstunde verstandene Liturgie macht Katholischen Gottesdienst, wie er in der Tradition verstanden wird, unmöglich. In der Tradition ist das ursprüngliche Verständnis der Liturgie die öffentliche Verehrung und der Kult, die und der verpflichtend ist. Eine Verpflichtung, offizium, die sicherlich auf Liebe basiert, aber dennoch eine Pflicht. In diesem traditionellen Sinn wird diese verpflichtende Anbetung verankert, sichtbar gemacht und erlebt im traditionellen römischen Ritus.

Der Priester gleicht Abraham, dem Vater von Isaak, dem Vater der Juden und unserem Vater im Glauben. Abrahams größte Akt des Glaubens und der Verehrung als Vater ist es, dass er seinen Sohn Isaac den Berg hinauf führt, um ihn im Gehorsam gegen Gott zu opfern. Sie gehen beide mit dem Blick auf den Gipfel des Berges gerichtet. Da ist Schweigen mit Ausnahme des kurzen Dialog zwischen Vater und Sohn:

Isaak sprach zu seinem Vater: Mein Vater! Er aber antwortete Was willst du, mein Sohn? Siehe, sprach er, hier ist Feuer und Holz, wo ist das Schlachtopfer zum Brandopfer? Abraham aber sprach: Gott wird sich ein Schlachtopfer zum Brandopfer ausersehen, mein Sohn. So gingen beide miteinander fort. (Gen 22, 7-8 Übersetzung nach Allioli)

Was wir hier zwischen Abraham und Isaak sehen, ist der wahre horizontale Aspekt der Anbetung, kurz auf den Punkt gebracht. Der vertikale und primäre Dialog ist zwischen Abraham und Gott, ein Dialog in der Stille des ehrfurchtsvollen Gehorsams und Glaubens.

Diese Rolle dieses mannhaften Gläubigen unterscheidet sich radikal von dem Priester, der seinen Job nicht darin sieht die Menschen zum Opferaltar zu führen, sondern darin, mit ihnen einen Dialog zu führen und ihnen begreiflich zu machen, was abgeht. Damit wird das eucharistische Hochgebet mit seinem insgesamt kurzen Dialog zwischen Priester und Mitfeiernden zu einer Ausweitung des Dialoggeplänkels des Priesters. Niemand ist hier, der zu Fuß einen Berg ersteigt, hier gibt es keine gemeinsame Hinwendung zum Herrn. Stattdessen gibt es hier den schrecklichen und lähmenden Stillstand der herablassenden und anmaßenden Mutter, die im Versuch, den Kontakt mit ihrem Kind herzustellen dessen Freiheit der Besteigung des Gottesberges zerstört.[2]

Bevor wir auf die wichtige Frage nach der Kontinuität des Novus Ordo Ritus mit dem traditionellen römischen Ritus aus der Sicht der Entmannung der Liturgie zu sprechen kommen, möchte ich einige Kommentare zu zwei praktischen Ergebnissen der Entmannung der Liturgie und des Priesters darlegen: Das erste ist, dass die Musik, die der Novus Ordo produziert hat, sowohl für die Gestaltung der Messe, als auch für die Lieder, die in der Liturgie gesungen werden bestenfalls als funktional im schlimmsten Fall als sentimentales Gejuckel zu bezeichnen sind und im Vergleich dazu die alten protestantischen Lieder wie Bachs Choräle klingen lassen. Wenn die Messe zu einer selbstbezogenen Veranstaltung reduziert wird, dann wird Musik bestenfalls funktional, im schlimmsten Fall nur etwas sein, dass die Gefühle der Menschen anspricht. Dieser Funktionalismus ist ein Merkmal der eingefrorenen, veralteten und antiliturgischen Haltung des liturgischen Establishments, das weithin das liturgische Leben der Kirche in den römischen Dikasterien, in den Seminaren, in den Diözesen und deren Gemeinden prägt. [3]

Große Kunst kann der Funktionalismus nicht schaffen, weder in der Musik,  Malerei, Bildhauerei noch in der Architektur. Der Funktionalismus zerstört die Anbetung, zumindest wie sie traditionell verstanden wird, als vielleicht nicht irrational, so aber sicherlich arational.[4]  In der funktionalistischen Sichtweise erhalten die Lesungen im Novus Ordo einen pädagogischen Touch, wie in einem Klassenraum, anstatt zu einer anbetenden Haltung zu führen, wie sie traditionell verstanden wird. Wieder wirkt der Priester hier als die Klassenlehrerin, die ihren Schülern erklärt, was sie sehen und hören.  Wir haben vergessen, dass die Lesungen in der Messe (die Liturgie des Wortes) Träger und Bewahrer des Wortes in der Liturgie sind; nicht nur Lektionen die gehört und zu Herzen genommen werden wollen. Sie kommen aus der Herzmitte der  Liturgie und nicht aus einem Katechismusunterricht, der von einer Lehrerin-Mutter gehalten wird. Die Liturgie belehrt nicht: sie gestaltet das Herz und die Seele. Es erfordert Aufmerksamkeit, um das zu erkennen, was hinter und unter den Worten ist, die gesungen oder gesagt werden. Die Heilige Schrift innerhalb der Messe ist ein Echo des Wortes und eine verehrende „Erinnerung an Gott“ über das, was ER gesagt und für uns in der Person Jesu Christi getan hat. Aus funktionalistischer Sicht muss der traditionelle Gesang der Kirche deswegen abgeschafft werden, weil er weit über die bloße Funktion hinaus durch seine Ausprägung und seine Vorgegebenheit den Zweck der Erhebung des menschlichen Geistes zu Gott erfüllt.[5]

Wir wenden uns nun von der Betrachtung der banalen und sentimentalen Musik des Novus Ordo ab, die die kränkliche Frucht des Funktionalismus ist und die dem Ritus etwas zugrunde legt, das im Vergleich trivial erscheinen mag, und wenden uns einem anderen Gesichtspunkt zu, der ein Teil des Beweises für die Entmannung des Priester liefert: der Kleidung des Priesters außerhalb der Messe.

Die Kleidung des Priesters, wenn sie nicht der Liturgie zugeordnet ist, hat einen Charakter erhalten, der in der säkularen Modewelt als metrosexuell bezeichnet wird. Das bedeutet, dass seine Männlichkeit in der äußeren Erscheinung bewusst verwischt wird. Der Verzicht auf die Soutane als der normalen Kleidung des Priesters außerhalb der Liturgie ist Teil der Entmannung des Priesters. Seiner unverwechselbaren Kleidung entledigt und mit einem schwarzen Anzug mit weißen Kragen versehen oder zunehmend häufiger mit einem T-Shirt mit weißem Halssaum, das aus der Tasche genommen und aufgeklebt werden kann, gekleidet, wird dem Priester in zunehmenden Maße sein zentraler Wesensbezug geraubt und dadurch seine Liminalität vergossen: Er ist nicht mehr länger der, der an der Schwelle, am Limen, zwischen Himmel und Erde steht, wenn er die Messe aufopfert. Wenn seine religiöse Kleidung nach säkularem Vorbild umgemodelt wird, dressiert und zähmt man ihn zu einem Geistlichen hinunter, bei dem sein Mann–Sein nur noch Person – sein und nicht mehr Mann – sein ist.

Diejenigen, die sich selbst vor allem im Europa der 50er und 60 er Jahren des 20. Jahrhunderts als die Avantgarde der Reform verstanden, kleideten sich als Priester in einer Art und Weise, die sie selbst als noch radikaleren Ansatz sahen. Sie trugen weiterhin Jackett und Krawatte oder schwarz Rollis, aber kombiniert mit der weltlichen Kleidung der Menschen, die sie umgaben. Heute noch kleiden sich viele europäische Priester so, entweder in Kontinuität mit ihrer Romanze mit dem Säkularismus oder als Versuch, sich noch besser in ihre „Herde“ einzupassen. Die Soutane, als traditionelle Kleidung des Priesters ist in Wahrheit zumindest in seiner Gemeinde eine Erinnerung daran, dass er nicht nur ein „Geistlicher“ (clergyman) [wie die protestantischen Pastoren es auch sind Red.], sondern ein Priester, dass er nicht nur ein „religiöser Führer“, sondern derjenige ist, der das Allerheiligste für sie aufopfert. Sie ist eine Erinnerung daran, dass das im Opfer der Messe fokussiertes Leben des Priesters niemals total säkularisiert werden kann. Die Soutane ist eine Bestätigung der Mannhaftigkeit und der Männlichkeit des Priesters. Diese Männlichkeit steht im Gegensatz zu der Vorstellung der Welt von Mannhaftigkeit als grunzenden Fußballspieler oder als unrasiertes Modell für Armani in engen Jeans, oder als eine Art sexuelle Kraft ausstrahlenden „Hengst“. Durch das Tragen des Soutane nimmt der Priester den Mantel des Propheten als das äußere Zeichen dafür, dass das Alleinsein und die Loslösung (von der Welt) ein integraler Bestandteil seines Wesens als Mann – vir –Priester ist.  Die Soutane ist ein Symbol genau dieser Distanz, die die Beziehung zwischen dem Priester und seinem Volk charakterisiert.

Der entmannte Priester verwechselt die Ablösung mit Arroganz, mit Überlegenheit, Kälte oder gar mit Klerikalismus. Ironischerweise ist das genaue Gegenteil wahr. Die nachkonziliare Zeit hat den Aufstieg eines Klerikalismus gesehen, eines Klerikalismus, der sich in die Behauptung einhüllt, dass der Priester nur den Vorsitz der Gemeindeversammlung innehat, obwohl er offensichtlich und tatsächlich über alle und über alles den „Vorsitz“ innehat. Der Priester darf niemals ein Vorsteher oder Vorsitzender sein, denn dann wird er zum pingeligen Hochzeitplaner degradiert. Damit er sein Volk lieben kann, muss der Priester eine wesentliche Distanz zu eben diesem Volk leben, sonst wird er zu einem weiteren mit einem Priesterkragen versehenen „Barbie-Ken“.[6]

Schließlich kommen wir zu dem, was die schwerste Wirkung der Entmannung des Priesters in sich trägt: zur scheinbaren und echten Diskontinuität zwischen dem Novus Ordo und dem traditionellen römischen Ritus. Diese Frage der Diskontinuität und des Bruches wurde in den letzten Jahren Gegenstand einer Reihe von Studien und Gespräche, nicht zuletzt zum Gegenstand der heute berühmte Ansprache Benedikt XVI. an die Römische Kurie am 22. Dezember 2005. Während es wahr bleibt, dass diese Ansprache die Frage der Hermeneutik der Interpretation des 2. Vatikanischen Konzils behandelt,  hat sie dennoch immer noch Relevanz für das spezifische Problem der Diskontinuität der Liturgie.[7]

Die Bedeutung des Wortes „Diskontinuität“ ist oft nicht klar. Ich schlage eine Analogie vor, von der ich denke, dass sie deutlich macht, was in dieser Diskontinuität zwischen den beiden Formen des römischen Ritus eingeschlossen liegt.[8]

dokument25In der Mathematik gibt es Funktionen, die an einem bestimmten Punkt unstetig genannt werden. Mit einfachen Worten gesagt bedeutet das, dass es an diesem Punkt keinen zuzuordnenden Wert für diese Funktion gibt. Wir könnten vereinfachend sagen, an dieser Stelle gibt es ein „Loch“ in der Funktion. Weiterhin bedeutet das, dass es keinen „Weg“ aus der Zeit vor der Diskontinuität zu einem Zeitpunkt danach gibt. Man kann nicht durch ein „Loch“ in der Funktion hindurch auf die andere Seite gelangen.

Wenn wir diese Analogie benutzen und von einer Funktion sprechen, die ein Loch hat, eine Diskontinuität, hilft uns das, die Tatsache zu verstehen, dass die überwältigende Mehrheit der Katholiken, die in der Zeit „nach“ dem Loch lebt und für die der Novus Ordo die einzige Erfahrung der Messe darstellt, die Seite der Funktion, die „zeitlich vor“ dem Loch war, als absolut fremd erlebt. Die überraschende Tatsache, dass für die Katholiken, die mit der Novus Ordo Messe aufgewachsen sind trotz aller Diskussionen, trotz aller theologischen und liturgischen Argumente, die in dieser Kontinuitätsdebatte aufgefahren werden, der traditionelle Ritus fremd und exotisch ist, bleibt bestehen. Diese Katholiken sehen die Kontinuität nicht, die bisher angenommen und verteidigt wurde. Sie sehen dieses Loch als einen Abgrund,  und können die andere Seite „davor“ weder sehen noch verstehen.

Die mathematische Analogie weiterhin benutzend, können wir erläutern, was die Diskontinuität zwischen den beiden Formen wirklich bedeutet. Funktionen werden durch Formeln definiert, die Variablen enthalten. Eine unstete (diskontinuierliche) Funktion kann auf beiden Seiten des Loches mit der gleichen Formel beschrieben werden. Es kann aber auch die Situation auftreten, dass sich für die Beschreibung der Funktion die Formel nach der Diskontinuität ändert und nun im Wesentlichen eine neue Formel mit einer neuen Funktion ist. Wenn wir unserer  eigenen Erfahrung als katholischem Volk trauen, können wir in der Feier der Messe in den beiden Formen des römischen Ritus die offensichtliche Tatsache einer Diskontinuität, eines Loches sehen. Eines Loches, auf dessen anderer Seite es auch eine neue Funktion mit einer neuen Formel gibt. Die neue Formel verwendet dieselben Variablen wie die alte Formel, aber es ist dennoch eine andere, neue Formel, die eine neue Familie von Kurven bezeichnet. Das Aussehen, die Form und Struktur der neuen Form sind sehr verschieden von der Form vor dem Loch. Dies ist ein sehr ernstes Problem für die Integrität des katholischen Glaubens, der in der Zelebration der Heiligen Messe gesehen, erkannt und verwirklicht wird.[9]

Auf der einen Seite haben wir die traditionelle römische Messe, die in der Regel des heiligen Benedikt in einem zeitgenössischen Bericht über das Leben des Heiligen als potente e strana, kraftvoll und seltsam bezeichnet wird.[10] In der Beschreibung des Gesanges der Kirche in der Einführung in das „Antiphonale Monasticum“  wird sie folgendermaßen beschrieben: „einfach, nüchtern, manchmal vielleicht etwas streng, sicherlich aber schön, und dazu befähigt in einer sehr starke Distanz letztendlich eine tiefe Süßigkeit zu beschreiben.“ Weiterhin sei sie „sehr ausdrucksvoll, annehmbar für alle Temperamente, und mit der Fähigkeit ausgestattet, die innersten Gefühle der Seele auszudrücken“.[11] Auf der anderen Seite (im Novus Ordo) etwas „Entmannendes“ und „Ent-Rom-anisierendes“.

Dies ist in der Tat das, was Kardinal Heenan im Jahr 1967 an jenem Tag sah, als die experimentelle Form der Novus Ordo Messe das erste Mal für die Bischöfe in Rom gefeiert wurde. Er sah dort die Ergebnisse der funktionalistischen Mentalität, die Zeremonien nicht versteht und Einfachheit mit einem abgespeckten Infantilismus verwechselt. Er sah dort die „Neuheit“ der Novus Ordo Messe, eine Neuheit, die nicht organisch aus der Tradition wuchs, sondern vielmehr von einer bestimmten liturgischen Theologie hervorgebracht wurde, die nicht nur von einem nachaufklärerischen Rationalismus infiziert war, sondern von ihm begründet wurde. Karinal Heenan sah dort die Entmannung der Liturgie und erfasste eine der zukünftigen Auswirkungen des Novus Ordo  in der Kirche: eine deutliche Abnahme des Messbesuches. Er lebte noch lange genug, um den Beginn des Verlustes des Sinnes für das Heilige zu erleben. Was er nicht mehr erlebte, war die Entmannung des Priestertums und seine verheerenden Folgen im Mangel an Berufungen und persönlicher Untreue zu Keuschheit und Zölibat.

Fr. Cipolla ist Vorsitzender der Fakultät für Alte Sprachen in Brunswick School in Greenwich, CT, und Pfarrvikar von St. Marien, Norwalk, CT

[Wir bedanken uns herzlich bei Fr. Cipolla für diesen exklusiven Beitrag fürr Rorate Caeli. Artikel sollte in seiner Gesamtheit nicht Dritten zugänglich gemacht werden. Bei Erwähnung oder Auszüge aus diesem Artikel zu zitieren, sind immer Quelle und Link.]

[1] St.Justin Martyr, Apology. 66-67 .

[2] Guardini, “The Primacy of the Logos over the Ethos”, op. cit., 199-211.

[3] Diese tödliche Rolle des Funktionalismus in der Liturgie wurde von Benedikt XVI. in einer Sammlung von Aufsätzen zur Rolle der Musik in der Liturgie unter dem Titel Lodate Dio con arte (Venezia:Marcianum Press 2010) besprochen und widerlegt.

[4] Guardini, op.cit., “The playfulness of the Liturgy”.

[5] In Italien, wo das liturgische Establishment immer noch dem Funktionalismus und der technokratischen Einstellung zur Liturgie anzuhängen scheint, hat man ein wunderbares Wort recycled, um das Entblößen der Liturgie und der Kirchengebäude bis auf die Knochen hin beschreibt: adeguamento [Anpassung, Angleichung, Gleichmachung Red.]. In Lodato Dio con arte bespricht Benedikt XVI diesen Termin und zeigt die zerstörerischen Auswirkungen, welches das adeguamento auf das liturgische Leben der Kirche Italiens hatte.

[6] Man kann die Anfänge dieser Entmännlichung des Priesters in den Hollywood-Darstellungen der Priester sehen, wie diese, wie sie von Bing Crosby in dem Film The Bells of St. Mary [deutscher Titel: Die Glocken von St. Marien] dargestellt wird. Es ist die Darstellung eines Priesters der ein guter Kerl ist, der Pfeife raucht und vor niemanden Angst hat, ein domestizierter Priester, welcher hilft den reflexartigen Antikatholizismus des protestantischen Amerikas zu zerstreuen. Man fragt sich wie viele junge Männer vom Priestertum in den letzten vierzig Jahre weggetrieben wurden, weil sie Angst hatten, dass das Priester-Sein die Aufgabe ihrer Männlichkeit und Virilität bedeuten würde.

[7] Um auf die spezielle Frage der Diskontinuität zwischen Novus Ordo und dem römischen Ritus siehe die Einleitung von Josef Ratzinger zu The Reform of the Roman Liturgy by Klaus Gamber, Roman Catholic Books 1993 und Josef Ratzingers, Der Geist der Liturgie, insbesondere das Kapitel über den Ritus. Eine detaillierte Darstellung der Übereinstimmung unter vielen Gelehrten, dass zwischen Novus Ordo und dem römischen Ritus eine Diskontinuität besteht, siehe die Aufsätze der liturgischen Konferenz, welche in der Abtei Fontgombault im Jahre 2001 abgehalten wurde: Looking again at the Question of the Liturgy, Alcuin Reid, ed., (Farnborough, England: St. Michael’s Abbey Press. 2002). Diese Frage der Diskontinuität scheint, zu Recht, aus pastoralen Gründen in Summorum Pontificum und dem Begleitbrief an die Bischöfe umgangen worden zu sein. Die Tatsache, dass zwei Formen des römischen Ritus in der Kirche koexistieren, sagt nichts Definitives darüber aus, ob eine Kontinuität zwischen ihnen vorherrscht oder auch nicht.

[8] Die Diskontinuität ist eine Frage, die getrennt von der Frage nach der Gültigkeit der Form gestellt werden kann. Die Gültigkeit der beiden Formen des römischen Ritus wird hier als gegeben angenommen.

[9] Pristas, Orations: Hinsichtlich der Arbeit des postkonziliaren Conciliums an den Kollekten der Messe spricht Pristas von „der Konstruktion einer völlig neuen Stadt“. Es ist bemerkenswert, dass die Arbeit dieses Gelehrten kein großes Unbehagen unter den Bischöfen auslöste, welche tatsächlich die Moderatoren und Leiter der Liturgie in ihren Diözesen sind.

[10] Flaminia Morandi, San Benedetto: Una luce per l’Europa(Milano:Paoline 2009)

[11] “simplices, sobriae, aliquando fortisan austeriores, decoram certe et firmamissam exhibent lineam, de cetero dulcibilem ac per hoc maxime expressivam, omnium susceptibilem temperamentorum, intimos animae sensus preferendi capacem.” Antiphonale Monasticum, (Tournai: Desclée & Co., 1934) p. xi