Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (3 von 3)


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III. DAS ÜBEL DES ÖKUMENISMUS

Den Ökumenismus nannten wir eine Ersatz–Liebe, eine Pseudoliebe. Wer, wenn nicht der Teufel, der Imitator Gottes und Meister aller Täuschung hat das erfunden? Es ist seine Erfindung, oder vielmehr eine neue Verwendung einer früheren Erfindung von ihm, die der falschen Religionen. Denn er schuf die falschen oder nicht-katholischen Religionen mit der Absicht, den Menschen von seinem letzten Ziel, dem Himmel, abzulenken und wegzuziehen. Zu diesem Zweck sorgte der „Herr der Fliegen“ dafür, einige Elemente der objektiven Wahrheit und Güte in ihnen zu bewahren, um sein Produkt für seine Opfer attraktiver und akzeptabler zu machen. In der heutigen Zeit verwendet er dieselben Elemente als etwas Positives – als das, „was wir gemeinsam haben“ -, um die große ökumenische Scharade der sinnlichen, sentimentalen Liebe zur Zersetzung des Katholischen Glaubens aufzubauen: Pseudo-Religionen für eine Pseudo-Evangelisation durch eine Pseudo–Liebe.

Welche Übel birgt diese Zersetzung des katholischen Glaubens?

  1. Das erste Übel der Ökumene ist, dass sie den Glauben verdunkelt. In der Tat ist der Ökumenismus als eine typische modernistische Initiative von Natur aus „mittelalterlich“ verdunkelnd. Wenn der Papst den Dalai Lama umarmt, wenn er mit ihm oder einem anderen religiösen Führer gemeinsam betet, wenn ein katholischer Priester die Worte der Konsekration in der Heiligen Messe zusammen mit einem protestantischen Pfarrer rezitiert, scheinen sie eine gemeinsame spirituelle Grundlage zu haben, aber worin genau besteht diese? Das ist unklar.

Die Einzigartigkeit des katholischen Glaubens ist das, was der Ökumenismus ganz besonders verdunkelt. Denn wenn man den katholischen Glauben auf die gleiche Ebene wie andere Glaubensrichtungen oder Religionen setzt, so verdunkelt das die Tatsache, daß er der eine wahre Glaube und die eine wahre Religion ist und der einzige, der den Menschen erlösen kann, da er in sich die Fülle der Lehren und Sakramente trägt, die zur Rettung notwendig sind.

  1. Der Katholik, der bei ökumenischen Gesten sich nur für das interessiert, was er mit anderen christlichen Konfessionen oder anderen Religionen gemeinsam hat und was ihn mit ihnen verbindet, schwächt den Glauben, (seinen eigenen und den jedes anderen, der Zeuge dieser Gesten sein kann) in den Artikeln, die er schweigend übergeht.

Wer z.B. nur daran interessiert ist, was ihn mit den Lutheranern verbindet, verschweigt und schwächt folgerichtig dadurch sowohl den Glauben an den Opfercharakter der Heiligen Messe und die sieben Sakramente, als auch die Verehrung Unserer Lieben Frau; wer z.B. daran interessiert ist, was ihn mit den Juden oder Muslimen verbindet, verschweigt und schwächt sowohl den Glauben an die Allerheiligste Dreifaltigkeit als auch an die Göttlichkeit und Erlösungsmission Unseres Herrn Jesus Christus, die den Kern des Glaubens bilden.

  1. Derjenige, der den Glauben verdunkelt und schwächt, minimiert die Möglichkeit der Erlösung (seine eigene und die jedes anderen, der Zeuge dieser Handlungen wird)
  1. Der Ökumenismus demütigt die Kirche durch die Gleichsetzung der unbefleckten Braut Christi mit den Erfindungen des Teufels.
  1. Er beleidigt unseren Herrn Jesus Christus als den Gründer der Kirche, indem er ihn auf die gleiche Ebene stellt, wie die Gründer der anderen „Religionen“, die ihn leugnen, ablehnen oder lästern.
  1. Indem der Ökumeniker den Glauben verdunkelt und verschweigt, die Kirche demütigt und unseren Herrn Jesus Christus beleidigt, wird ihm der Unmut des Herrn auferlegt, der sagt: „Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird der Menschensohn sich schämen, in seiner und des Vaters und der heiligen Engel Herrlichkeit“ (Lk 9 26 nach Allioli)
  1. Wer in diesem unrechtmäßigen Prozess der Annäherung an andere Konfessionen oder Religionen so weit geht, dass er auch nur einen Glaubensartikel leugnet, schwächt nicht allein seinen Glauben, sondern fällt in Häresie und verliert ihn (den Glauben) im Ganzen.
  1. Derjenige der den ganzen Glauben oder den Glaubenskern leugnet, landet im Glaubensabfall, in der Apostasie.
  1. Durch den inter-konfessionellen Ökumenismus kollabiert der Katholizismus auf globaler Ebene in eine Art vagen Humanismus, der vom Christentum leicht angefärbt ist, wie wir es schon schmerzlich erleben können
  1. Durch den interreligiösen Ökumenismus hingegen löst sich der Katholizismus in eine rein natürliche Religion auf, die vom Gnadenstrom abgeschnitten ist. Diese Religion kann eine von zwei Formen annehmen:

a) Ein Gemisch aller Religionen, welches zu einer Art vagen Humanismus ohne eine Spur von Christentum wird

b) Ein Gemisch der monotheistischen Religionen

Diese zweite Form der Religion hat zwei Typen: als erstes einen vagen Deismus; als zweites einen Monotheismus, der das, was die drei großen monotheistischen Religionen theologisch zumindest theoretisch im Alten Testament gemeinsam haben, behält.  Auf diese Weise löst sich der Katholizismus effektiv in das Judentum auf, genauer in die jüdisch-freimaurerische Weltreligion, die als Noachismus bekannt ist. War dies die Motivation der Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus, seines Lebens, seines Leidens und seines Todes am Kreuz inmitten der grauenhaftesten Schmerzenskrämpfe?

Zusammengefasst ist das Übel des Ökumenismus die Verdunkelung, das Verschweigen und die Schwächung des Glaubens. Der Ökumenismus minimiert die Möglichkeit der Erlösung, er demütigt die Kirche, beleidigt Unseren Herrn Jesus Christus und missfällt ihm, er neigt zu Häresie und Glaubensabfall und drängt den Katholizismus in Richtung Humanismus, Deismus und Noachismus. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Kirche bei den ersten Versammlungen zwischen den verschiedenen nichtkatholischen christlichen Konfessionen ausdrücklich durch den Mund des römischen Papstes Pius XI (Mortalium Animos 1928) erklärt hat:

„…es ist klar, dass weder der Apostolische Stuhl in irgendeiner Weise an ihren Konferenzen teilnehmen kann, noch dass es den Katholiken irgendwie erlaubt sein kann, diese Versuche zu unterstützen oder an ihnen mitzuarbeiten. Wenn sie das täten, so würden sie einer falschen christlichen Religion, die von der einen Kirche Christi grundverschieden ist, Geltung verschaffen.“

Das Prinzip, das hier auf die Beziehungen zwischen der Kirche und anderen Konfessionen zutrifft, gilt sinngemäß für die Beziehungen zwischen der Kirche und andere Religionen

Abschluss

Wir beschließen dieses Essay, indem wir kurz die Punkte zusammenfassen, in denen Ökumenismus und Evangelisierung konvergieren und divergieren.

Beide, sowohl der Ökumenismus als auch die Evangelisierung haben einen universellen Anspruch. Der erste Begriff, der sich aus einem griechischen Wort für „die Welt“ ableitet, bedeutet in Wirklichkeit die Anpassung des katholischen Glaubens an alle anderen Konfessionen oder Religionen der Welt. Letzterer bedeutet die Unterweisung, die Taufe und die Bekehrung der ganzen Welt zum Einen Katholischen Glauben, wie aus dem Blick auf das Ende aller synoptischen Evangelien hervorgeht.

Beide, sowohl der Ökumenismus als auch die Evangelisierung sind verschiedene Typen von Liebe, beide erstreben eine Vereinigung zwischen den Parteien im Hinblick auf ein potenzielles Gut. Die Ökumene sucht die Vereinigung auf der Grundlage gemeinsamer Überzeugungen, basierend auf einem „Perpetuum mobile artigen“ Dialog, und mit Umarmungen. Sie schaut auf ein rein irdisches oder politisches Gut. Die Evangelisierung dagegen sucht die Vereinigung auf der Grundlage des Einen wahren Glaubens, der sieben Sakramente und der Unterwerfung unter den Papst. Sie schaut auf das ewige Gut des Menschen im Himmel.

Ökumenismus und Evangelisierung unterscheiden sich am deutlichsten in Bezug auf die Wahrheit. Der Ökumenismus interessiert sich nicht für die Wahrheit; die Evangelisierung dagegen hält sie für das entscheidend Wichtige, denn die Evangelisierung besteht geradezu in der Bekanntmachung der Wahrheit: in ihrer Mitteilung an jemanden, der die Wahrheit nicht kennt, damit auch er sie in Besitz nehmen und auf diesem Weg gerettet werden kann. Diese Wahrheit in ihrem höchsten Sinne ist nichts anderes als die Allerheiligste Dreifaltigkeit, die den Menschen geschaffen hat, damit der Mensch, jeder Mensch ohne Ausnahme SIE auf Erden kennen und lieben lernt und so seine ewige Seligkeit im Himmel erreichen kann. Amen.

Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (2 von 3)


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II. Sentimentalität

1. Die Natur der ökumenischen Liebe

Mit seiner Suche nach dem irdischen Gut des Menschen wird vielleicht jemand versuchen, diesen falschen Ökumenismus zu verteidigen, in dem er behauptet, dass es wenn auch keine geistliche trotz allem eine Art der Liebe ist, in dem er sagt, „die Liebe ist ausreichend“. Denn letztendlich ist die Liebe der Grund für unser Leben und Gott selbst ist Liebe in dem Sinne, daß die Allerheiligste Dreifaltigkeit ein Geheimnis der Liebe zwischen den drei göttlichen Personen ist.

Lasst uns nun die Natur dieser ökumenischen Liebe genauer untersuchen, zuerst das Element der Vereinigung, dann das Gute, das diese Vereinigung hervorbringen soll.

a) Die Ökumenische Einheit

Was ist das, was die Parteien zu einer ökumenischen Initiative einigt?

Gemeinsame Überzeugungen und Ideale unter Ausschluss der lehrmäßigen Unterschiede. Dieses Prinzip wird typischerweise mit dem Slogan „Was wir gemeinsam haben, ist wichtiger als das, was uns trennt“ ausgedrückt. Insbesondere in der Beziehung zu anderen Religionen wird das oft durch die Formel „Wir verehren denselben Gott“ verdeutlicht.

Diese gemeinsamen Überzeugungen und Ideale bilden die Grundlage für den „Dialog“, einen Prozess, der nicht auf die Erreichung der objektiven Wahrheit ausgerichtet ist, sondern lediglich einen brüderlichen Austausch darstellt, einen Prozess, der beiden Parteien auf gleiche Augenhöhe setzt im unausgesprochenen Einverständnis, die jeweils  eigene Vision der Wahrheit dem anderen nicht aufzuzwingen. Sie bilden die Grundlage für gemeinsame Unternehmen wie interreligiöse oder interkonfessionelle Versammlungen oder diplomatische Gesten wie Baumpflanzungen und Umarmungen.

Was an der ökumenistischen Einigung bemerkenswert ist, ist, dass sie von der objektiven Wahrheit absieht. Das ist jedoch irrational, denn um mit anderen christlichen Konfessionen oder anderen Religionen vernünftig und realistisch umzugehen, müssen wir die ganze Wahrheit und nicht nur einen Teil davon in Betracht ziehen: nicht nur gemeinsame Überzeugungen und Ideale, sondern auch Lehrunterschiede

Nach kurzem Nachdenken können wir tatsächlich erkennen, dass es von dem Wichtigen weniger gibt, was uns mit Konfessionen und Religionen eint, als das, was uns trennt: nämlich der Glaube, der den Schlüssel zum ewigen Leben enthält.

Nehmen wir z.B. die anderen monotheistische Religionen: Judentum und Islam. Die Tatsache, dass sie „denselben Gott anbeten“, ist irrelevant. Denn der Gott, den sie anbeten, ist nur im philosophischen Sinne derselbe, wie der Gott des katholischen Glaubens: als in sich seiendes Sein, als Schöpfer und Ende aller Dinge; während der Gott, den sie anbeten, im theologischen Sinne der Gott ist, den sie leugnen, nämlich die Allerheiligste Dreieinigkeit, und damit nicht derselbe wie der Gott des katholischen Glaubens. Was hier wichtig ist, ist das, wie wir eben erklärt haben, was uns trennt: der Glauben an den Gott des katholischen Glaubens, weil nur dieser Glaube heilbringend ist.

b) Das Ökumenische Gut    

Welches Gut wird mit dem Ökumenismus geplant? Das irdische, politische Gut des Menschen. Dies würde in der Tat das ökumenische Unternehmen rechtfertigen, wenn es nicht um das Übel ginge, das dieses Unternehmen hervorbringt (vgl. Abschnitt III). Mit einem Wort, der Ökumenismus bietet dem Menschen ein irdisches Gut auf Kosten seines geistlichen Gutes

*

Wir schlussfolgern dass der Ökumenismus nicht die angemessene Art der Liebe zwischen der Kirche und den anderen Religionen oder Konfessionen ist. Die angemessene Art der Liebe ist vielmehr die Evangelisierung, da sie, wie jede Form der vernünftigen Liebe auf das wahre Gut des anderen zielt, ja auf sein höchstes Gut, seine Erlösung, die sie durch seine Bekehrung zu sichern sucht.

Dass die von der Ökumene vorgeschlagene Art der Liebe unangemessen ist, kann durch folgendes Bild illustriert werden: Eine Menge von Menschen versucht, einen Ozean zu überqueren. Ein Teil reist auf einem großen Boot, das gebaut wird, um Stürme und alle Arten von Gefahr zu überleben und mit allem ausgestattet, was für eine lange Reise notwendig ist. Andere reisen in kleineren Booten: Segelboote, Ruderboote; wieder andere auf Flößen oder Luftmatratzen; die übrigen schwimmen einfach. Nur das große Boot wird die andere Seite sicher erreichen; einige der anderen Boote können ankommen, aber nur mit großen Schwierigkeiten. Die übrigen Boote und Menschen werden sicherlich nicht auf die andere Seite erreichen. Diejenigen auf dem großen Boot versuchen nicht, die anderen davon zu überzeugen, an Bord zu kommen, sondern grüßen sie nur unbekümmert, wenn sie ihnen begegnen. Wie der Leser verstanden haben wird, ist das große Boot die katholische Kirche; der Ozean ist die Welt; die Menschen außerhalb des Bootes sind diejenigen, die nicht zur Kirche, oder zumindest nicht zum Leib der Kirche gehören.

Es ist offensichtlich leichter und mit mehr Spaß verbunden – zumindest für den Augenblick – zu winken und unverbindlich zu lächeln, als dem Betroffenen zu sagen, daß er einen Fehler begeht und ihn dazu zu überreden, sein Boot zu verlassen (was er vermutlich selbst schon erwogen hat) und selbst an Bord zu kommen. Außerdem wird es größere Mühe erfordern, sich um ihn zu kümmern, wenn er an Bord ist.

Wir sagten, dass der falsche Ökumenismus eine unangemessene Art der Liebe ist. Wie könnten wir das präzisieren? Insoweit er von der objektiven Wahrheit absieht, ist er irrational, wie wir oben andeuteten, begründet also keine vernünftige, sondern nur eine emotionale Liebe. Diese „Liebe“ kann genauer als Sentimentalität charakterisiert werden. Diese Sentimentalität hat ihren ersten offiziellen Auftritt in der Kirche in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils in ihrer weichen und versöhnlichen Sprache und Haltung gegenüber anderen Religionen und vor allem gegenüber der heutigen Welt und in einer neuen ethischen Lehre, in der das primäre Ziel der Ehe „Liebe“ ist. Als ein Ersatz der wahren Liebe, d.h. der Tugend der Liebe, ist diese sentimentale Liebe verweichlicht und entmannend. Infolge des Mangels an Bildung und infolge fehlender Wachsamkeit des Klerus und der Gläubigen, konnte sie sich im oben erwähnten Konzil als wahre Liebe ausgeben.

2. Der Metaphysische Irrtum des Ökumenismus

Der metaphysische Fehler, der dem Ökumenismus zugrundeliegt, ist der, dass er dem Guten Priorität vor dem Wahren einräumt.

a) Auf der natürlichen Ebene

Die Seele des Menschen hat zwei grundlegende Fähigkeiten: Verstand/Erkenntnisfähigkeit und Willen (oder vernünftige Liebe), und beide müssen in seinem Handeln zur Anwendung zusammenkommen. Der tiefste Grund dafür ist, daß diese beiden Fähigkeiten dem Menschen notwendig sind, um Gott vollkommen zu verherrlichen. Dem Einwand, daß die „Liebe genügt“, antworten wir mit der Versicherung, daß die Erkenntnisfähigkeit ebenso notwendig ist.

Es muss noch hinzugefügt werden, dass die Erkenntnis (logisch) Vorrang vor der Liebe hat, insofern die Liebe blind ist und durch Erkenntnis geleitet werden muss: man muss erkennen und wissen, was man und wie man liebt. Wenn ein Säufer mich um 100 € bittet und ich sie ihm gebe, liebe ich ihn nicht. Und wenn jemand versucht, den Ozean schwimmend zu überqueren, liebe ich ihn nicht, indem ich ihm nur von meiner schönen Yacht zuwinke, während ich vorbeikomme.

b) Auf der übernatürlichen Ebene

Auf der übernatürlichen Ebene entsprechen der Erkenntnisfähigkeit der Glaube und der Liebe die Nächstenliebe. Beide – Glauben und Nächstenliebe – müssen im menschlichen Handeln eingeschlossen sein. Der Glaube reicht nicht aus, um erlöst zu werden; es ist nicht ausreichend zu lieben, um gerettet zu werden: beides, Glaube und Nächstenliebe sind notwendig.

Darüber hinaus hat der Glaube (als übernatürliche Erkenntnis) logischen Vorrang gegenüber der Nächstenliebe (als übernatürliche Liebe). Der Gegenstand des Glaubens ist Gott, die Allerheiligste Dreifaltigkeit, und wir können ihn nicht mit der Nächstenliebe (und unseren Nächsten in Ihm und IHM zuliebe) lieben, bevor wir ihn durch den Glauben erkennen.

Zusammen mit Professor Romano Amerio in seinem bewundernswerten Buch Iota Unum können wir auf einer tieferen Ebene sagen, daß die Erkenntnis der Liebe letztendlich auch innerhalb der Allerheiligsten Dreifaltigkeit selbst vorausgeht, weil die Erkenntnis Gottes im Wort Gottes der Liebe im Heiligen Geist vorausgeht: Das Hervorgehen des Sohnes aus dem Intellekt des Vaters geht dem Hervorgehen des Heiligen Geistes aus der wechselseitigen Liebe des Vaters und des Sohnes voraus. In diesem Sinne können wir sagen, dass Gott vor dem Geheimnis der Liebe ein Geheimnis der Wahrheit ist. Die hier in Frage stehende Priorität ist wie bisher eine logische Priorität: Der Vater und der Sohn sind wesensgleich und ihre gegenseitigen Beziehungen sind zeitlich nicht verschieden.

Von daher sehen wir, dass die Ökumeniker falsch liegen, wenn sie so tun, als ob Liebe alles ist, was zählt, denn – wir wiederholen es – Wissen und Liebe sind notwendig, wobei die Erkenntnis logischen Vorrang vor der Liebe hat: der Glaube vor der Nächstenliebe: die Ordnung des Wahren vor der Ordnung des Guten.

Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (1 von 3)


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Wir wollen hier wieder einmal einen Text von Don Pietro Leone vorstellen, welcher nach den neuesten Eskapaden von Kardinal Marx nicht  besser gewählt sein könnte. Es geht um den leidigen Ökumenismus.  Und was ist so falsch daran? Das, dass sich die logischen Werte „wahr“ und „falsch“ im Laufe der Jahre nicht verändern oder gilt das für den Satz von Pythagoras. Aber in Religion ist es anders, meinen Sie? Nein, den Religion ist eine geoffenbarte Wahrheit von Gott, der Wahrheit, schlechthin und deswegen können nicht die Irrlehren von Luther aus dem Jahre 1517 nur 500 Jahre später richtig und salonfähig gemacht werden. Denn sie sind genauso falsch heute, wie sie es gestern waren. Wer das leugnet, ist nicht mehr katholisch, lieber Kardinal Marx. Die wachsende Akzeptanz für die lutherische Häresien ist durch die Umstellung des katholischen Paradigmas nach Vat. II entstanden, welches den Katholizismus zur einer sich ständig verändernden Zeitgeistreligion machte. Siehe Papst Franziskus. Wahr und falsch spielt keine Rolle, es geht umd die Beliebtheit oder die leidige Kirchensteuer. Vielleicht denkt die cancelliera, wie sie auf Italienisch heißt, Angela Merkel, dass die Zusammenlegung der beiden Kirchen Geld sparen kann, welches für die islamischen Kulturbereicherer ausgegeben werden kann, damit wir bald hier überhaupt kein Christentum mehr haben. Wer weiß, wer weiß? In der Zeit als Don Pietro Leone diesen Aufsatz schrieb, war eine neue Einheitsmesse, die angeblich von Papst Franziskus geplant wird, noch nicht denkbar.  Durch den Ökumenismus hat die katholische Kirche ihre Identität verloren, das Papstum mit Franziskus auch. Schade.

Von Don Pietro Leone

Im Anfang war der Ökumenismus und der Ökumenismus war mit Gott und der Ökumenismus war über Gott.

(Aggiornamento per tutto compreso i vangeli, cap.iv, Ester Maria Ledda, 2013, Bonanno)

Das Original ist hier zu finden.

In der Waffen- und Rüstungsabteilung seiner Höllen-Werkstatt ist Satan sicherlich stolz auf den Ökumenismus. Bitten Sie Satan, Ihnen den Ökumenismus zu zeigen, wenn Sie jemals das Pech haben, dort zu enden. Diese mächtige Waffe ist jüngeren Datums. Sie wurde für die heutige Zeit, in der der Glaube zerfällt und erkaltet und für die Beschleunigung dieses Prozesses entwickelt. Ihre erste Reaktion wird eine bewundernde sein:

„Was für ein schönes Kunstwerk!“

werden Sie sagen. Ihre zweite Reaktion, wenn Sie es sich näher angesehen haben, wird eine überraschte sein, da es innerlich völlig hohl und leer ist.

„All unsere Waffen sind hohl“,

wird Er ihnen kurz antworten.

„Hast du die ganze Zeit nichts verstanden? Das Wichtige ist die Sichtweise auf die Dinge. Aber es ist wahr,“

wird er nach einem kurzen Moment einräumen,

„diese Waffe ist ganz besonders hohl.“

 

I. Die Hohlheit

 1. Logische Hohlheit   

Es gibt zwei Arten von Ökumenismus. Die erste zielt auf die Einheit aller christlichen Konfessionen, oder aller Glaubensbekenntnisse ab, voraussetzend, dass sie alle wahr sind, die zweite fokussiert auf die Einheit auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners.

Wir werden die logische Zusammenhanglosigkeit beider Typen im Folgenden aufzeigen

a) Die Zusammenhanglosigkeit der ersten Form des Ökumenismus

Was den ersten Typus anbelangt, so zitieren wir den Heiligen Pius X in Pascendi:

„Die Modernisten leugnen nicht, sondern geben tatsächlich zu, manche hinter vorgehaltener Hand, andere ganz offen, dass alle Religionen wahr sind.“

Der Papst bezieht sich auf eine subjektivistische Auffassung von Religion, die auf die persönliche Erfahrung reduziert wird, die jeder Mensch von Gott in seiner eigenen Religion hat, zusammen mit der Symbolik, die dazu gehört. Diese Auffassung wurde von ihm im Dekret Lamentabili und in der oben erwähnten Enzyklika Pascendi verurteilt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht viele gibt, die gerne behaupten, dass alle Glaubensbekenntnisse wahr sind, sogar als objektives Konzept von Glaube und Religion. Darauf muss aber erwidert werden, dass diese Behauptung gegen den Grundsatz des Nicht-Widerspruchs verstößt, da es nur eine Wirklichkeit gibt und jeder Glaube oder jede Religion eine andere und exklusive Sichtweise davon darstellt. Aus diesem Grund behauptet der überzeugte Gläubige jeder Religion oder jedes Bekenntnisses, dass seine Vorstellung richtig ist und die Vorstellungen der anderen Gläubigen falsch sind: Kurzum, er behauptet, dass sein Glaube oder seine Religion der einzige wahre Glaube und die einzig wahre Religion ist, die es gibt.

Die Eine Heilige Römisch Katholische Kirche kann in dem Sinne noch weiter gehen, als sie nicht nur sagt, dass sie den einzig wahren Glauben hat und die einzig wahre Religion ist, sondern dass es der einzige Glaube und die einzige Religion überhaupt ist. Denn die Kirche lehrt, dass der Glaube eine Art von Wissen ist, d.h. die Erkenntnis der Wirklichkeit: Die Realität, die Gott ist. Und da es nur eine Wirklichkeit und nur einen Gott gibt, kann es nicht mehr als eine Erkenntnis von dieser einen Wirklichkeit, die Gott ist, geben. Weiterhin lehrt die Kirche, dass nur der katholische Glaube (zusammen mit der Taufe) uns mit diesem Gott vereinigt, und dass deswegen der Katholische Glaube auch die einzige Religion ist, wenn Religion nichts anderes bedeutet, als das spirituelle System, das uns mit Gott verbindet (Lateinisch ligat).

Die Popularität der Theorie, dass alle „Glaubensbekenntnisse“ oder „Religionen“ objektiv wahr seien, zeigt uns das Ausmaß der Unfähigkeit zu rationalem Denken, zu dem der heutige Mensch gekommen ist – auch wenn die Absurdität solch einer Theorie ihre Respektabilität in den Augen der Modernisten sicher nicht mindert.

b) Die Zusammenhanglosigkeit der zweiten Form des Ökumenismus

Die zweite Form des Ökumenismus reduziert den Glauben zu einem Amalgam (zusammengekleisterten Gemisch) von unterschiedlichen Überzeugungen, um ihn dann mit dem Amalgam anderer „Glaubensbekenntnisse“ und „Religionen“ auf der Suche nach einer gemeinsamen Grundlage zu vergleichen. Die EINE, HEILIGE, RÖMISCH KATHOLISCHE Kirche lehrt im Gegensatz dazu, dass sich der Glaube als unteilbare Einheit konstituiert, als Einheit, die sich aus seinem Gegenstand, nämlich Gott selbst, ergibt. Aus diesem Grunde ist es unmöglich, von irgendeiner katholischen Lehre im Interesse der Übereinstimmung mit anderen abzusehen.

2. Moralische Hohlheit

Der Ökumenismus wird als eine Art geistige Vereinigung präsentiert, die auf ein geistliches Gut zielt. Mit einem Wort, es wird als eine Art spirituelle Liebe zwischen den Mitgliedern der katholischen Kirche und den Außenstehenden dargestellt. Aber der Ökumenismus stellt keine geistliche Liebe dar, weil er weder aus einer geistigen Vereinigung (was auch immer damit sinnvoll gemeint sein könnte), noch in irgendeiner Art von geistlichem Gut besteht.

a) Das Fehlen einer geistlichen Einheit

i) Der Katholischen Kirche wurde von Unserem Herrn die Anweisung gegeben, nur eine Art von geistlicher Vereinigung mit Nicht Katholiken zu entwickeln und das ist eine dreifache Vereinigung die besteht aus:

a) der Vereinigung unter der Autorität der katholischen Hierarchie

b) der Vereinigung in den sieben Sakramenten  und

c) der Vereinigung in dem einen Katholischen Glauben

Das ist die einzige Art der Einheit, die der Katholischen Kirche erlaubt ist, mit anderen zu etablieren, weil nur dieser Typ der Einheit das geistliche Gut, nämlich ihre Erlösung bewirken kann. Auf der anderen Seite ist die von der Ökumene gesuchte Einheit schlicht nur eine partielle Einheit, insoweit, als nur einer oder mehrere dieser drei Elemente fehlen. Deswegen hat sie nicht die Kraft zu erlösen.

ii)  Die geistliche Einheit, die vom Ökumenismus gesucht wird, wirkt also nicht erlösend. Bezeichnenderweise ist sie nicht übernatürlich, insoweit der Ökumenismus den Katholizismus typischerweise auf den Glauben (verstanden als eine Ansammlung von verschiedenen Überzeugungen) reduziert, und folgerichtig die Sakramente ignoriert, die notwendig sind, um uns mit Gott hier auf der Erde und im Himmel zu vereinigen. In den beiden Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils Ad Gentes und Nostra Aetate, die sich auf das Verhältnis zwischen Kirche und den nichtchristlichen Religionen beziehen, ist der Begriff „übernatürlich“ nirgendwo zu finden.

iii) Die geistliche Einheit, die vom Ökumenismus gesucht wird, ist bezeichnenderweise nicht moralisch, da sie dazu neigt, den Glauben auf jene Lehren zu reduzieren, die die Natur und die Wirklichkeit Gottes betreffen. Dabei vernachlässigt sie jedoch die moralischen Lehren, die ein wesentlicher Bestandteil des Glaubens sowohl als auch für das ewige Leben notwendig sind, denn der Glaube ist das Licht, das uns den Weg zum Himmel zeigt

b) Das Fehlen eines geistlichen Gutes

Die Art des Guten, das ausschließlich vom Ökumenismus gefördert wird, ist nicht die Erlösung, sondern nur der irdische Frieden und das Glück, die kein geistliches Gut sind. Beide sind auch nicht die primäre oder wesentliche Aufgabe der Kirche. Die Kirche, wie wir eben angedeutet haben, wurde für das ewige Heil des Menschen gegründet: für seine Erlösung. Der Ökumenismus hingegen zielt ausschließlich auf sein irdisches Gut. Dann aber ist es keine geistliche Initiative, sondern eine rein politische. Das irdische Wohlergehen des Menschen ist – als Folge ihrer Hauptaufgabe, die sein ewiges Heil ist –  höchstens eine Nebenpflicht der Kirche.

Ann Barnhardt: Über das gegenwärtige Gegen-Papsttum, die Priesterbruderschaft Sankt Pius X und andere völlig unaufgeregte Themen


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Hier wieder einmal ein messerscharfer Text von Ann Barnhard, deren Beiträge immer mit einer Darstellung von Judith und Holofernes bebildert werden, da diese den Geist dieser Beiträge am Besten wiedergeben. Wir publizieren Ann Barnhardt, weil wir fast immer mit ihr übereinstimmen, obwohl wir dies und das, wie wir glauben, weniger scharf ausdrücken. So glauben wir, dass die FSSPX, welche kaum etwas wirklich Deutliches gegen Amoris Laetitia gesagt hat, sich wirklich jeglicher Autorität entledigt hat. Dass die Verhandlungen weiterhin dauern, stellt ihr kein gutes Zeugnis aus, denn im jetzigen Moment hat sie nichts zu verlieren. Sie ist bereits kanonisch irregulär. Jegliche Absprachen mit einem Antipapst oder einem häretischen Papst, der bald einer formalen Häresie beschuldigt werden wird, sind doch unsinnig. Wird das Pontifikat von Franziskus für null und nichtig erklärt und abrogiert werden, so besteht die Möglichkeit, dass sein Nachfolger, diesmal zur Abwechslung ein echter und würdiger Papst, manche seiner Entscheidungen validiert, also für rechtsgültig erklärt. Denn nicht einmal Franziskus kann alles falsch machen. Dennoch ist das Verhandeln eines Abkommens gerade mit Franziskus und gerade nach Amoris Laetitia mehr als unwürdig. FSSPX beraubt sich jeglicher Glaubwürdigkeit, denn auch Pragmatismus hat seine Grenzen. So waren Johannes Paul II. und Benedikt XVI. der Piusbruderschaft nicht katholisch genug, aber Franziskus ist es auf einmal.

1. Wenn Franziskus ein Antipapst ist, dann haben seine Entscheidungen, z.B. bezüglich der Beichtjurisdiktion, keine bindende Gewalt, weil er die petrinische Schlüsselgewalt nicht besitzt. Die Sünden werden also nicht vergeben.

2. Wenn Franziskus ein Antipapst ist, dann Garantiert ein Abkommen mit ihm keinen Durchfluss der Gnade, von welchem sich die FSSPX ja durch ihre irreguläre Stellung, getrennt hat. Somit kann unter Franziskus keine richtige Rekonziliation erfolgen.

3. Es ist kaum vorstellbar, dass Franziskus, sei er Papst oder Gegenpapst, welcher den Katholizismus bekämpft und die Tradition erst recht sich an das Abkommen mit der FSSPX halten wird. Wovor soll er sich denn fürchten? Vor der schlechten Presse?

4. Im Gegensatz zu Weihbischof Schneider raten wir der FSSPX nicht unter Franziskus ein Abkommen zu schließen, denn „die Person des Papstes spielt zwar keine Rolle“, wie es Weihbischof richtigerweise sagte, aber es spielt eine Rolle, ob jemand ein Papst ist oder kein Papst ist. Bergoglio wurde höchstwahrscheinlich unkanonisch gewählt, er hat durch Amoris Laetitia eine formale Häresie begannen und als Apostat und Häretiker kann er, nach dem hl. Robert Bellarmin und anderen kein Papst sein. Eine brüderlicher Ermahnung wird erfolgen und die darauffolgende Amtsenthebung mit dem Schisma wohl auch. Es ist also der denkbar schlechteste Zeitpunkt ein Abkommen zu schließen.

 

Über vieles gibt es hier zu berichten. Ich werde versuchen, es aus einem nicht linearen Bewußtsein heraus zu entwickeln.

Was wäre, wenn ich jemandem eine Landkarte geben würde, aber diese wäre in ihrer Orientierung um 90 Grad verdreht? Es gibt dann keine Möglichkeit, den Weg zu finden, OHNE DIE KORREKTE ORIENTIERUNG WIEDERHERZUSTELLEN. Niemals kann man seinen Weg mit einer Karte, oder im wirklichen Leben ohne die richtige Orientierung finden. Die Orientierung, die jemanden sicher durch Zeit und Raum führt, muss WAHR sein.

Laufend erhalte ich emails, laufend lese ich Kommentare verschiedener Beiträge auch auf anderen Websites – von sehr gläubigen Menschen – die ihren Glauben durch Bergoglio verloren haben. Eine Mail bekam ich von einer Frau, die erklärte, dass Bergoglio beweise, dass die gesamte Vorstellung des Lehramtes der Kirche unwirklich und fiktiv sei – nicht nur in den letzten 3 Jahren, nicht erst seit Vatikanum II, sondern schon während der gesamten 2000 Jahre der Kirche. So etwas resultiert aus der falschen Prämisse, Bergoglio sei der Papst.

Leute, der ganze Bergoglio Kram und die Situation der Kirche ist sehr, sehr einfach zu verstehen! Es gibt keinen Grund für seelische Crashs oder einen Glaubensabfall, wenn man einfach annimmt – und diese Annahme ist moralisch sicher  – dass Bergoglio ein Gegenpapst ist. Ratzingers Rücktritt wurde unter einem schweren Irrtum vollzogen. Die Frage des äußeren Zwanges in Bezug auf die Gültigkeit des Rücktritts, ist interessant und sicher einer eingehenden Untersuchung würdig, aber strittig. Ebenso strittig ist, ob Ratzinger glaubt oder nicht glaubt, dass Bergoglio Papst ist. Dieser Glaube Ratzingers ist nicht der Richter über die Realität. Ratzinger ist von der Wahrheit seines substanziellen Fehlers überzeugt – oder leugnet irgendjemand (von uns) die (subjektive) Richtigkeit seiner begangenen Fehler in dem Moment, wo er sie begeht? Haben Sie sich jemals festgelegt und mit völliger Überzeugung zu sich selbst gesagt: “Ich weiß dass meine Position, meine Überzeugung falsch ist, aber ich verdränge bewußt dieses Wissen um die Falschheit oder den Fehler und glaube jetzt, dass mein geglaubter Irrtum/ Fehler wahr ist?“ Nein – wir belügen uns selbst und glauben unseren Lügen. Wir kommen zu irrigen Schlußfolgerungen, aber wir denken, dass sie korrekt sind. Ratzinger hat sich selbst davon überzeugt, das Papsttum verzweigen zu können. Das ist der substanzielle Fehler.  Er, (Ratzinger) liegt falsch.

Nun, die Frage, an der sich die Leute verknoten ist: Spielt es eine Rolle, wer der Papst ist?

Die Antwort ist: JA. Es spielt die alles entscheidende Rolle. Sie sind nicht verrückt. Sie sind nicht dumm. Sie sind kein schlechter Katholik oder ein schlechter Mensch, wenn Sie denken, es ist unwichtig. Aber dass es eine riesige Rolle spielt, darüber muss diskutiert werden. Es tut mir leid, aber Leute, die sagen, dass diese Frage unwesentlich ist, sind sehr einfach gestrickt.

Die Wahrheit ist wesentlich                                                                                                                                      Die Realität ist wesentlich.

Für viele von uns, die zur (katholischen) Kirche konvertierten, ist das Papsttum im allgemeinen die letzte Hürde nach deren Klärung die Erkenntnis Raum greift, dass die Kirche wirklich DIE. EINE. WAHRE. KIRCHE ist.

Für mich war es ein “Altvorderer”, der mich das Viehgeschäft lehrte.  Eines Abends, als er über das Management und verschiedene Konzepte der Rinderhaltung sprach, redete er speziell über die menschliche Ressource. Er sagte sehr einfach: “Schau, jemand muss die Verantwortung übernehmen” Natürlich. Das wissen wir alle. In jeder größeren Organisation, muss es jemanden Verantworlichen geben, der letztendlich sagt, wo es lang geht. Es muss eine Person geben, die im Zweifelsfall letztgültige, bindende Entscheidungen trifft. Wenn nicht, resultiert Chaos und eventuell der Zusammenbruch.

Es ist undenkbar und auch schlicht unmöglich, hätte Christus die streitende Kirche, die Kirche hier auf Erden, ohne einen Verantwortlichen, der nötigenfalls letztgültige verbindliche Entscheidungen fällen kann, gegründet. Darüber hinaus sehen wir aus der Heiligen Schrift, dass Christus nicht nur ein solches Amt schuf, sondern es mit übernatürlichen Schutz ausstattete. Natürlich tat ER das. Weniger als das macht keinen Sinn. Und wir reden hier nicht über Viehzucht, sondern über den Leib Christi, von Christus gegründet, der das Geschenk Gottes an die Menschheit ist, um SEINE Wahrheit und Gnade mitzuteilen. Diese Lehre ist göttlichen Ursprungs und deswegen wurde sie vollkommen konzipiert und etabliert.

Wenn ich traditionelle Katholiken sehe, die völlig verzweifelt sind und leugnen, dass Bergoglio ein Gegenpapst ist aber gleichzeitig sagen, dass es keine Rolle spielt, kann ich nur mit dem Kopf schütteln

Lassen Sie mich hier einmal sehr direkt und unverblümt folgendes sagen: Leute, die bis vor wenigen Monaten die Institution des Papstamtes als einen integralen Bestandteil der streitenden Kirche verteidigten (welcher es in Wirklichkeit auch ist), und jetzt predigen, dass das Papsttum nicht wichtig sei, dass die Identität des Papstes keine Rolle spiele, so scheint es mir,  haben Angst, ihr Einkommen – sei es resultierend aus einer wirklichen Anstellung oder aus Spenden –  oder ihre soziale Reputation, oder ihre politischen und für ihre Karriere wichtigen Verbindungen zu verlieren. Kurz gesagt, sie fürchten sich vor dem Verlust des  MENSCHLICHEN RESPEKTES in irgendeiner Form.

Speziell Konvertiten zu erklären, die den Stuhl Petri unzweifelhaft als einen nicht verhandelbaren, definierten und integralen Bestandteil des Katholizismus ansehen (welcher er in Wirklichkeit ist) die Identität des Papstes sei nicht erkennbar und irrelevant, damit man den sozialen Status, das Einkommen und die für die Karriere wichtigen Verbindungen behält, ist absolut skandalös und unterhalb der Gürtellinie.

Das muss sofort aufhören.

Wenn das Papstamt keine Rolle spielt, ist die Kirche unwichtig.

Wenn die Kirche unwichtig ist, spielt Christus keine Rolle.

Wenn Christus keine Rolle spielt, dann ist er nicht Gott.

Wenn Christus nicht Gott ist, ist das Leben hoffnungs- und bedeutungslos, und es ist allein wichtig, die persönlichen Bedürfnisse unter allen Umständen zu befriedigen.

Noch einmal, ich kann nicht vehement genug betonen, dass es absolut entscheidend ist, von einer wahren Prämisse auszugehen.

Die Wahrheit ist objektiv, außerhalb meines Bewußtseins und erkennbar – vor allem in Bezug auf DIE KIRCHE, weil die Kirche SICHTBAR ist.

Wo Petrus ist, ist die Kirche. Wer Petrus ist, und wer er nicht ist, ist dafür nicht nur wichtig, sondern alles entscheidend. Ratzingers Leichtigkeit bei dem Versuch, seine VERANTWORTUNG aufzugeben – die Entschuldigungen dafür, warum er die weißen Gewänder weiterhin trägt, ”weil gerade keine schwarzen verfügbar waren” und – vielleicht sogar noch schlimmer – die schuldhafte Aufgabe seiner Pflichten beim Besuch des Weltjugendtages – einem neu-heidnischen Festival, das für immer verboten und vergessen gehört – aufgrund von “jet lag” – ist nicht nur skandalös, sondern beleidigend.

Genau deswegen, weil ich den Stuhl Petri liebe und respektiere, wehre ich mich gegen dessen unrechtmäßige Besetzung und verweigere mein Ohr dem Mann, der mit moralischer Sicherheit ein Gegenpapst ist. Es ist nicht Papolatrie zu behaupten, dass es einen Unterschied macht, wer der Papst ist oder wer nicht. Ich glaube, dass der einzige und derzeit regierende Papst Papst Benedikt XVI. Ratzinger ist, obwohl er aufgrund seiner katastrophalen Aktionen einer der schlechtesten, wenn nicht sogar der schlechteste Papst der Geschichte der Kirche ist. Aber er ist nach wie vor der Papst und man kann es sehen.

Das teuflische Finale: SCHISMA

Was Satan hier versucht, ist, so viele Menschen wie möglich aus der EINEN WAHREN KIRCHE zu vertreiben.

ZUERST: Der Gegenpapst Bergoglio führt lieber früher als später den gesamten Novus Ordo Flügel der Kirche ins Schisma. Amoris Laetitia ist in ihrem Kern vor allem dies: Eine ENTHEILIGUNG DER EUCHARISTIE. Wir alle wissen jetzt, dass Bergoglio einer Gruppe von argentinischen Klerikern SCHRIFTLICH mitteilte, dass die sakrilegische Entheiligung der Eucharistie durch Austeilung der Kommunion an unbußfertige Ehebrecher und Unzüchtige die einzig korrekte Interpretation dieses Dokumentes darstellt. Ein Dokument, welches, wir erinnern uns, keinerlei Bedeutung oder Vollmacht hat, weil Bergoglio als Gegenpapst keinerlei Autorität hat. Aber wieder zurück zu der Frage der wirklichen oder falschen Prämisse. Demnächst wird der Gegenpapst Bergoglio die Heilige Kommunion für Lutheraner öffnen, was dann folgerichtig weiterhin unweigerlich dazu führen wird, wirklich jeden, eingeschlossen Nicht Christen, zum Tisch des Herrn zuzulassen. Spätestens an diesem Punkt wird es absolut sicher sein, sagen zu können, dass Bergoglio mit Hilfe Satans komplett schismatisch ist und eine komplett neue, separierte universalistische “Eine Welt Religion” als Oberhaupt anführt.

Satan möchte, dass jeder einzelne Mensch innerhalb der Katholische Kirche Bergoglio ins Schisma folgt.

Was uns zur FSSPX (Piusbruderschaft) führt

Am anderen Ende des Spektrums haben wir den Traditionalismus; Leute, die Bergoglio NICHT in seine NeuFranziskanischeEineWeltReligion folgen wollen. Satan hat aber auch für sie das Schachspiel arrangiert: Die FSSPX hat Verhandlungen mit Gegenpapst Bergoglio begonnen.

Halten wir einen Moment inne: Piusbrüder, seht ihr das Problem hier? Ihr verhandelt euren Status MIT EINEM GEGENPAPST. Wie kann das jemals zu guten Früchten für euch, die Kirche oder irgendjemand führen? Wiederum sind wir bei der substanziellen Frage, der wirklich wahren Prämisse. Diese Verhandlungen basieren auf der falschen Voraussetzung, dass ihr in gutem Glauben mit dem Stellvertreter Christi verhandelt. Bitte erlaubt euch nicht, zu glauben, dass ihr unabhängig von Bergoglio mit Pozzo und Ecclesia Dei verhandelt. Das ist die Falle Bergoglios. Es ist Bergoglio der euch kreuzweise hereinlegen wird, unabhängig davon, wie präzise und wasserdicht eure schriftlichen Verträge mit Ecclesia Dei sind. Diese Männer sind abgrundtief  böse, ohne Ehre und Scham. Schriftliche Vereinbarungen bedeuten NICHTS für sie. Sie sind für sie ein Witz, ein Werkzeug im Umgang mit Männern, die sich an “die Regeln” halten. Wenn ihr ein Übereinkommen mit dem Gegenpapst Bergoglio eingeht, wird er es umgehend widerrufen und über euch kommen wie über die Franzsikaner der Immakulata und über andere kontemplative Gemeinschaften. Wenn ihr ein Übereinkommen mit dem Gegenpapst Bergoglio ablehnt, wird er Euch einseitig zu einem Teil der NeuFranziskanischenEineWeltReligion machen und über euch kommen wie ganze Tonnen von Felsblöcken.

Warum? Sehr einfach, Satan, der hinter all dem steht, möchte, dass alle Traditionalisten SICH SELBST INS SCHISMA FÜHREN.

Bischof Fellay weiß, daß, wenn er vor dem Gegenpapst Bergoglio kapituliert, ein Großteil seiner Priester und Gläubigen DIE FSSPX VERLASSEN WERDEN UND SICH SEDISVAKANTISITSCHEN SEKTEN ANSCHLIEßEN WERDEN; DIE SCHON SCHISMATISCH SIND.

Falls Bischof Fellay die Verhandlungen mit Gegenpapst Bergoglio beendet, wird Bergoglio einseitig erklären, dass die FSSPX dazugehört und sie dazu auffordern, vor seinen Forderungen zu kapitulieren. Falls sich die FSSPX dem verweigert, wird Bergoglio erklären, dass sie im Schisma sind. Und hier wird eine Nuance des satanischen Schachspieles offenbar: Es ist ein Bluff! Sehen Sie es nicht? Bergoglio IST NICHT DER PAPST. Seine Erklärungen haben dieselbe Macht wie meine eigenen. Bergoglio hat weder die Macht, dir irgendetwas zu befehlen, noch kann er erklären, dass Sie im Schisma sind, wenn Sie seinen Häresien und Blasphemien nicht folgsen. Satan versucht die FSSPX AUSZUTRICKSEN; DAMIT SIE GLAUBT IM SCHISMA ZU SEIN; WENN SIE IN WIRKLICHKEIT NICHT IM SCHISMA IST.

Noch einmal, all das hängt davon ab, von der wahren Prämisse her zu operieren, nämlich dass Bergoglio ein Gegenpapst und Ratzinger aufgrund seines spektakulären und schweren Irrtums und Fehlers Petrus ist. Und falls es ein Trost ist, sowohl für die FSSPX als auch für euch die Sie das hier lesen, meine römischen Kontakte versichern mir, dass öffentlich innerhalb der Kurie darüber diskutiert wird, ob Bergoglio ein Gegenpapst ist. Aber sie fürchten sich alle wegen ihrer Karriere und versichern dass “man da nichts machen kann” und “wir darauf zu warten haben, dass er stirbt”

Was sollte meiner Meinung nach der Weg für die FSSPX in der Zukunft sein? Wenn ich das äußere, weiß ich sehr gut, dass ich jeden, der das hier liest, schon verloren habe – aber es macht keine Unterschied mehr:

Die FSSPX sollte alle Verhandlungen mit Bergoglio abbrechen und öffentlich erklären, dass es eine moralische Gewißheit ist, dass Bergoglio nicht der Papst ist. Sie sollte öffentlich ihre Treue zu dem einzigen lebenden Vikar Christi Papst Benedikt XVI. bekunden.

Ratzinger wird niemals irgend etwas – im guten oder im schlechten – für die FSSPX tun, weil er es zurückweist, seine Verantwortung als Papst auszuüben. Weiterhin wird es klar werden, dass die FSSPX KEINERLEI Aktionen, die Bergoglio gegen sie unternimmt, anerkennen wird – UND so wird die FSSPX exakt dort verbleiben, wo sie ist: innerhalb DER KIRCHE gehorsam dem Heiligen Stuhl. Und dann wird, so hoffe ich, die FSSPX wirklich ein Rettungsboot werden, bevor das alles zu Ende geht.

Noch einmal auf das verweisend, was ich weiter oben über die öffentliche Diskussion in der Römischen Kurie darüber, dass Bergoglio möglicherweise ein Gegenpapst sei, sagte und in Bezug auf deren Hilflosigkeit – vielleicht kann eine mutige Aussage der FSSPX, dass es eine moralische Gewissheit ist, dass Bergoglio Gegenpapst ist, wie ein Eisbrecher wirken – und allen anderen in der Kurie und vielleicht dem Kardinalskollegium erlauben und helfen, öffentlich diese Frage zu diskutieren.

Der Schlüssel dazu ist das private und öffentliche Beharren des Weiterentwickelns der wahren Prämisse, und  – “Butter bei die Fische” – sollte es nicht in allen kleinen und großen Dingen, die wir auch sonst tun, so sein? Zuletzt bleibt mir noch zu sagen, dass Unser Herr uns fragt, ob wir im Glauben den Sprung wagen, unsere Loyalität zu dem vielleicht schlechtesten Papst in der Geschichte der Kirche zu erklären – zu Papst Benedikt, dem XVI.

Wenn ich Verantwortung tragen würde, was ich Gott sei Dank nicht tue, wäre es das, was ich tun würde. Aus meiner konsequenten persönlichen Verantwortung heraus, – und wer will meine persönliche Situation beurteilen? – ist es das, was ich erkannt habe und weiterhin tun werde.

Ich hoffe, es hilft.

Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns.

Ann Barnhardt am 12.09.2016 in: http://www.barnhardt.biz/2016/09/12/on-the-current-antipapacy-the-sspx-and-other-totally-non-inflammatory-topics/

 

Steven Skojec, Warum die Liturgie wirklich der Schlüssel zu allem anderen ist


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Wir präsentieren wieder einmal einen Aufsatz von Peter Skojec, dem Herausgeber von onepeterfive, in der ausgezeichneten Übersetzung von davillatollkuehn. Menschen und besondere Geistliche, die ausschließlich Novus Ordo kennen, wundern sich oft über die Hartnäckigkeit der Traditionalisten, mit welcher diese auf die Wichtigkeit der Tridentinischen Messe pochen. Sogar diese „toleranten“ Novus Ordo – Vertreter, welche die Alte Messe für zulässig und kein „Teufelswerk“ halten, denken sich:

„Messe hin oder her. So einen Unterschied kann es ja nicht machen, wenn beide gültig sind. Das andere ist bloß kulturell angewachsenes Brimborium. Es gibt Wichtigeres in der Kirche. Familie, Gesellschaft, Lehre und jetzt haben wir einen häretischen Papst. Wenn wieder alles ins Lot kommt, werden wir uns um die Liturgie kümmern. Jetzt aber gibt es Wichtigeres“.

Dieser Aussprucht könnten von einem „guten, konservativen Bischof“ stammen, den es in Deutschland nicht gibt, siehe die letzte Entscheidung der DBK Sakramente an die Ehebrecher, d.h. an Todsünder, zu spenden. Es ist ein Denken, das sicherlich sowohl von bona fide zeugt als auch von der Unkenntnis der Alten Messe gekennzeichnet ist, ein Denken, welches von der fehlenden Erfahrung geprägt wird, dass die Alte Liturgie wirklich wirkt. Sie wirkt gnadenbringender, erleuchtender, heiligender, die lässlichen Sünden mindernder als die Novus Ordo Liturgie. Dies ist auch die katholische Sakramentenlehre insbesondere über das Sakrament der Eucharistie, welche diese Wirkungen aufzählt. Und warum erfahren wir es meistens nicht? Weil die Novus Ordo Sakramente viel weniger wirken, insbesondere die Neue Messe wirkt kaum. Wie kann aber ein gültiges Sakrament „weniger wirken“? Weil ein Sakrament nicht nur aus der Gütligkeit besteht und die Messe viel mehr ist als die Wandlungsworte selbst, welche samt Materie und der Intention des Priesters das zu tun, was die Kirche mit diesem Sakrament tut, das eigentliche Sakrament ausmachen. Liturgie ist auch viel mehr als das Sakrament. Liturgie ist ein Sich-Einklinken in die göttlichen Wirklichkeit, an das himmlische Jerusalem, an der wir gerade durch die Liturgie teilnehmen. Der Schreiber dieser Zeilen hatte wirklich sein Leben lang mit allem Ernst nach der Wahrheit, warum es um die Theologie und die Kirche so schlecht steht, gesucht. Aber erst als er mit dem täglichen Beten der Alten Breviere auf Lateinisch anfing, also mit einer liturgischen Handlung, welche für ihn keine Pflicht war, begann er gleichsam „zu sehen“. Die Antworten kamen von selbst mit der Einsicht, wie und warum die Dinge so stehen wie sie stehen. Als hätte man mehr Licht erhalten, um die Unordnung in einem Zimmer zu sehen, wo man früher, in der Dunkelheit, nur gegen Möbel lief und sich fragte, was es wohl war. Es war als würde man sich immer höher erheben, um die Dinge aus der Vogelperspektive zu betrachten, um auf diese Art und Weise die verschlungenen Wege und die Sackgassen zu sehen. Es ist die Wirkung der Liturgie, nicht sein Verdienst oder nur insoweit, dass er sich dieser Liturgie, wie bei der Messe, aussetzte oder diese, wie beim Brevier, verrichtete. Die Alte Messe wird deswegen unterbunden und verfolgt, weil sie „sehend“ macht. Es ist so, als hätten Sie im tiefsten Kommunismus den Westen besucht und stellten fest, dass der „real existierende Sozialismus“ doch nicht das beste System war. Hilary White spricht von der nachkonziliaren Kirche als von dem „Novus Ordo Konzentrationslager“. Ein wenig übertrieben, wie wir finden, „Lager“ oder „Gulag“ hätten gereicht, doch Recht hat sie. Fahren wir zur Alten Messe, wenn wir können, scheuen wir nicht den Weg oder das Geld. Wir werden an göttlichen Mysterien teilnehmen und zwar so, wie die Kirche sie immer hielt, wir werden verständiger und schauender. Wir müssen Gnade horten, um bei dem kommendem Kampf bestehen zu können.

Der o.a. Aufsatz von Steven Skojec wurde ursprünglich hier publiziert.

Nichts ist so großartig wie die Eucharistie. Wenn Gott uns etwas Kostbareres zu geben hätte, hätte ER es getan.

– Saint Jean-Marie Vianney

Das erste Mal, als ich durch die Tore des Petersdomes in Rom ging, war ich überwältigt. Dieser größte Schatz der christlichen Architektur beeindruckte mich und erzeugte in mir ein unglaubliches und beeindruckendes Gefühl der Kleinheit. Als ich von draußen von der sonnigen Piazza in das gewaltige Innere der Kirche der Kirchen trat, wurde ich gleichsam verschlungen. Hier, in diesem majestätischen Testament aus Stein und Marmor, Silber und Gold, wurde mir die überwältigende Herrlichkeit Gottes und meine eigene Bedeutungslosigkeit klar.

Keine Religion in der Geschichte der Welt hat jemals solche Tempel inspiriert; keine heidnische Gottheit konnte die Ausgießung menschlicher Erfindungsgabe, handwerklichen Könnens und Leistungsfähigkeit hervorrufen, die sich im Dienst an der Ehre des einzig wahren Gottes manifestierte. Die Menge und Qualität der Architektur, der Kunst, der Musik, der Poesie und theologischen Darlegung, die der Welt in zwanzig Jahrhunderten des Katholizismus geschenkt wurde, macht den Geist taumeln.

Es gibt keine größere Inspirationsquelle als IHN, der uns alles gibt – unser Leben, unsere Talente, unsere Freuden, unsere Ewigkeit. Dadurch, dass wir durch die besten Werke unserer Kreativität IHN verehren, kehren wir selbst zu IHM zurück und geben IHM das wieder, was wir von IHM empfingen.

„Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von oben, herabsteigend vom Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung statthat, noch ein Schatten von Wandel ist.“ Jak 1: 17

Es ist daher nur passend, dass Gott uns befiehlt, IHN zu verehren. Wir sind geschaffen, um IHN in dieser Welt zu erkennen, zu lieben und IHM zu dienen und mit IHM für immer im Himmel glücklich zu sein. Aber glauben wir, dass diese Vorschriften zu unseren eigenen Bedingungen ausreichend zu erfüllen sind? Verlangt nicht Gott streng von uns das, wozu ER uns verpflichtet? Ist Gott nicht ein eifernder Gott, im wirklichen Sinn des Wortes, der das von uns erwartet, was IHM zusteht? Und ist das weniger als das Beste, was wir haben?

Es war schon immer so. Die meisten Menschen kennen die biblische Geschichte von Kain, der seinen Bruder Abel ermordet, aber nicht viele könnten sagen, was Kain zum Mord trieb. Es war Neid – Neid, der entstand, weil Abels Anbetung Gott wohlgefälliger als Kains eigene war.

Abel aber war ein Schafhirt, und Kain ein Ackerbauer. Es begab sich aber nach vielen Tagen, dass Kain von den Früchten der Erde dem Herrn Opfergaben darbrachte. Aber Abel brachte gleichfalls ein Opfer dar, von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fette. Da sah der Herr auf Abel und sein Opfer, aber auf Kain und sein Opfer sah er nicht, und Kain ergrimmte so heftig, dass sein Angesicht einfiel. Da sprach der Herr zu ihm: Warum bist du ergrimmt und warum ist dein Angesicht eingefallen? Wirst du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen? Tuest du aber Böses, wird nicht sogleich die Sünde vor der Tür sein? Aber ihre Begier soll unter dir sein und du sollst über sie herrschen. Und Kain sagt zu Abel, seinem Bruder: Lass uns hinausgehen! Als sie nun auf dem Felde waren, erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihn. (Gen 4, 2-8)

Warum bist du ergrimmt und warum ist dein Angesicht eingefallen? Wirst du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen?“ Als Abel Gott opferte, brachte er IHM sein Kostbarstes, sein Bestes dar. Er opferte seine Erstgeburt, gab Gott nicht nur das Beste aus der Herde, sondern das Fett der Schafe, das wertvollste, was sie zu bieten haben. Er hielt nichts zurück; insbesondere nicht die Teile, die er wirklich eigentlich für sich haben wollte. Es war ein Ausgießen, eine Entleerung des Selbst, sein Flehen vor Gott war IHM wohlgefällig in seiner Gesamtheit.

Wir wissen nicht, was Kain Gott anbot – nur, dass er IHM von den Früchten der Erde gab. Wir wissen auch, durch die Worte Gottes an Kain, dass sein Opfer Gott gefälliger gewesen wäre, wenn er großzügig gehandelt hätte. Es ist daher klar, dass nicht alle Opfer, die Gott dargebracht werden von ihm als gleich angesehen werden. Es gibt einen Unterschied zwischen einer Verehrung, die ihm gefällt und einer Verehrung, die er nicht akzeptiert.

Es ist nicht egoistisch von Gott, von uns unser Kostbarstes zu verlangen. Nicht nur hat er uns jede gute Sache gegeben, und nicht nur, dass er uns in jedem Moment, in dem wir atmen,  in unserer Existenz hält, sondern

„Er hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe“ (Joh. 3,16).

Während Gott den Engel zu Abrahm sandte, um dessen Hand zurückzuhalten und damit  Isaaks (dessen Sohn) Leben zu schonen, ließ er jedwede grausame Folter bis hin zum grausamen und schändlichen Tod am Kreuz an seinem eigenen göttlichen und unschuldigen Sohn Christus zu. Diesen Kelch des Leidens, wie Christus sich ausdrückte, trank ER bis zur Neige. Es ist die Wahrheit, dass es für uns nichts Wertvolleres gibt, als die Eucharistie, den Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit des gekreuzigten Christus. Gott liebt uns so sehr, dass er uns dieses unsagbar selbstlose Geschenk gab, um unsere Erlösung zu realisieren. Nichts ist größer, als seine Liebe zu uns, die er uns gibt, damit wir sie IHM zurückgeben

Aber behandeln wir dieses Geschenk als das größte Geschenk, das es überhaupt geben kann? Ehren wir die Eucharistie als das Kostbarste, was im Universum existiert? Erkennen wir, dass dieses Geschenk SEINER Selbst unsere ganze Hingabe an IHN fordert?

Jede Liturgie stellt uns aufs neue in diesem Zyklus des sich selber Schenkens. Gott gibt uns das Beste, was er hat, und er fragt nach dem Besten, das wir IHM im Gegenzug dafür geben können. Aber wir können IHM nicht wirklich angemessen etwas geben, dass auch nur annähernd mit dem vergleichbar ist, was ER uns gibt. In unserer Ohnmacht eines angemessenen Gegengeschenkes gibt Gott sich selbst uns als Geschenk an IHN. ER nimmt auch unseren Platz ein als der, der Gott dieses Opfer anbietet. Er ist beides: Priester und Opfergabe. Jeder Priester, der an jedem Altar steht, wird von Christus selbst umfangen und eingeschlossen. Es ist Christus, der das Allerheiligste Altarsakrament seines eigenen Leibes und Blutes konsekriert. Es ist Christus, der opfert und gleichzeitig ist Christus der, der dem Vater im Namen von uns armen Sündern geopfert wird.

Das heilige Messopfer ist keine Mahlzeit. Es ist ein totales und vollkommenes Opfer. Der Priester deckt nicht den Tisch für ein Abendessen. Er bringt das geschlachtete und mit Blut befleckte Opfer auf dem Opferaltar dar, weil ER durch seinen Tod den Tod besiegt hat – den ewigen Tod der Sünde – und weil ER uns durch seine Auferstehung zum ewigen Leben transformiert. Die Messe wird, wesenhaft verstanden, nicht gefeiert, sondern sie wird IHM aufgeopfert, um seinen göttlichen Zorn wegen unseren vielfältigen und schweren Sünden zu stillen. Dieses Opfer ist nicht nur vollkommen, sondern IHM so lieb und teuer, dass wenn Gott IHN (seinen geopferten Sohn – Gott) sieht, und uns sieht, die wir IHN empfangen, ER uns so mit seiner Gnade übergießt, wie Christus sein Blut vergoss.

Wenn wir zur Messe gehen, stellt das die intimste Erfahrung Gottes dar, die wir in diesem Leben jemals erfahren können. Wir kommen zum Altar, um an diesem göttlichen sich gegenseitig selbst  Ausgießen und Hingeben teilzuhaben. ER gibt uns SICH SELBST, SEIN ALLES, und obwohl das unendlich mehr ist, als wir zurückgeben können, können  wir IHM doch uns selbst, unser alles zurückgeben. Während sich ein Mann und eine Frau in der unvollkommenen Vereinigung der ehelichen Umarmung zu einem Fleisch vereinigen, erlaubt uns Gott, IHN selbst uns einzuverleiben, so dass er buchstäblich eins mit unserem Körper und unserer Seele werden kann und dadurch, das wir das vollziehen, kann er sich uns einverleiben. Das ist eine atemberaubende Erfahrung.

Sobald wir die Natur der Messe und unsere Bestimmung wirklich zu verstehen beginnen, wird es uns möglich, zu erkennen, wie wichtig es ist, dass sie in einer angemessenen Art und Weise gefeiert wird. Obwohl man sagen kann, dass die Messe um des Menschen willen gemacht wurde, geht es konkret darum, dass der Mensch eine angemessene Gabe bekommt, die er Gott anbieten kann. Der Gegenstand unserer Anbetung ist Gott, nicht wir selbst. Aus diesem Grund ist jede Messe, in welcher der Mensch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, eine gefährliche Verfälschung und Karikatur.

Einige argumentieren, dass die Form der Liturgie so lange keine Rolle spielt, wie Christus vorhanden ist. Es ist wahr, dass, wenn Christus gegenwärtig gemacht wird, das Gott angebotene Opfer selbst perfekt ist, aber das bedeutet nicht, dass das auch für unsere Anbetung oder unser Verständnis des Opfers gilt.

Die eucharistische Gegenwart Christi manifestiert sich durch göttliches Handeln. Es ist Christus, der Priester Christus, der das Opfer dem Vater im Himmel durch die Kraft des Heiligen Geistes anbietet. Das, was wir sehen, was auf dem Altar geschieht, ist ein Einblick in das innere Leben der Heiligsten Dreifaltigkeit, ein Einblick in die Liebe und die Interaktion zwischen den göttlichen Personen, – ohne irgendein eigenes Verdienst unsererseits. Wie der Priester im Quam oblationem Gebet des ALTEN Ritus betet:

Diese Opfergabe mache du, o Gott, wir bitten dich, huldvoll in jeder Hinsicht zu einer gesegneten, bei dir eingetragenen, gültigen, geistigen und genehmen, damit sie uns werde Leib und Blut deines vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.

Es ist Gott, der das Opfer Gott wohlgefällig macht, und zwar deswegen, weil Gott selbst das Opfer ist.

Was wir in der Liturgie bringen, was wir Gott anbieten, ist unsere Ehre, unsere Ehrfurcht, unser Flehen, unsere Zerknirschung, unsere Anbetung, und unser Lob. „Ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist, ein reuiges und gedemütigtes Herz wirst du, o Gott nicht verschmähen“ (Ps 51:19.). Der Priester, der die Gaben konsekriert, tut dies nicht durch eine Kraft, die er besitzt, sondern durch eine, die er aus der Vereinigung mit dem einzig wahren Priestertum Christi bezieht.

„Wenn ich die Messe zelebriere:“ sagte mir einmal ein junger traditioneller Priester: „bin ich ein Sklave der Liturgie. Die Kirche sagt mir, wo ich zu stehen, wie ich meine Hände zu legen habe, wann ich knie oder den Altar küssen soll … Mein Selbst verschwindet und Christus wirkt durch mich. „Das Opfer des Priesters ist eines der Demut, der Ehrfurcht, der Entleerung seiner selbst. „Schaff Recht mir, Gott“, fleht er am Fuße des Altars, die Worte des Psalmisten wiederholend, „und führe meine Sache gegen ein unheiliges Volk; von frevelhaften, falschen Menschen rette mich „

Auch wir kommen als demütige Bittsteller, mit einer empfänglichen und aufmerksamen Disposition. Die Liturgie geschieht unabhängig von uns, aber sie zieht uns in ihre Geheimnisse hinein und gewährt uns himmlische Gaben, um uns zu vervollkommnen und treibt uns in Richtung Himmel. Wir vereinen unser Gebet mit dem des Priesters, der in unserem Namen betet, der kraft seiner Vereinigung mit Christus das vollzieht, was wir nicht vollziehen können.

Es ist die wichtigste und schönste Sache auf dieser Seite des Himmels.

Von daher ist es unausweichlich, dass ein angemessenes Verständnis von Liturgie uns in einer richtigen Weise auf unseren Platz im Universum erdet. Eine Liturgie, die das Opfer unseres Herrn betont und uns mental und spirituell demütig unter das Kreuz auf dem Kalvarienberg stellt, macht uns empfänglich für unsere absolute Abhängigkeit von Gott, und offen für alle guten Dinge, vor allem für unser Heil. Eine Liturgie, in der der Priester und die Menschen sich gleichermaßen in Richtung Himmel orientieren und wo heilige Dinge verschleiert und verhüllt und in angemessener Weise verehrt werden, lehrt uns, wer wir sind – und welche Aufgaben wir haben – in Bezug auf IHN, von dem alle guten Dinge kommen und auf den wir vertrauen müssen. denn wir haben keine andere Wahl, als uns mehr durch unseren Glauben, als durch unseren Verstand leiten zu lassen. Liturgie sollte uns unsere Kleinheit fühlen lassen. So wie es die großen Bauten der Christenheit tun.

Der Angriff auf die Liturgie, den wir im letzten halben Jahrhundert erlebt haben, kann als nichts weniger als ein Versuch des Teufels verstanden werden, unsere wichtigste und innigste Verbindung mit unserem Schöpfer in unserem  Herzen zu zerschlagen, – und uns durch diesen Verlust der richtigen Perspektive zu verwirren und zu desorientieren. Wir sind damit zum Götzendienst übergegangen – zur Vergötterung unseres Selbst, so dass wir die Welt nur noch durch die Linse unserer eigenen Wünsche sehen.

Das Opfer Christi wurde durch ein Gemeinschaftsmahl ersetzt, Sein Opferaltar wurde zum Buffet, sein Priestertum wurde von Menschen verfälscht, die in den priesterlichen Bereich eindrangen, jedoch nicht die Fähigkeit besitzen, in Persona Christi zu handeln. Die universelle Ausrichtung des Priester und der Menschen auf Gott hin, wurde zueinander gekehrt, so dass sich im Wesentlichen alles um uns selbst dreht, und fast jedem Akt der Ehrfurcht der heilige Boden entzogen wurde.

Christus bleibt in dieser neu erfundenen, banalisierten, und Mensch-zentrierten Liturgie gegenwärtig, aber er wird ignoriert, vergessen, missbraucht, und ihm wird die Show gestohlen. Wie Kain bieten wir Gott nicht mehr unser Bestes an, sondern behalten es für uns. Jeder, der versucht, Gott das zu bieten, was er verdient, wird wie Abel, mit Neid, Verachtung und sogar Gewalt bedroht.

Die Krise in der Kirche ist offensichtlich eine Krise des Egoismus und des Anthropozentrismus. Es ist die Frucht dieser neuen Abgötterei. Wir sind dahin gekommen, zu glauben, dass wir besser als Gott wissen, was für uns am wichtigsten ist.

Das Zweite Vatikanische Konzil sagt uns:

„[A] lle Dinge auf der Erde sollten auf den Menschen als Zentrum und Höhepunkt bezogen sein“  (Gaudium et Spes 12, 1. Satz)

Das müssen wir ablehnen.

 Alle Dinge auf der Erde sollten auf Christus als ihr Zentrum und Höhepunkt bezogen sein. Wir sind nicht Verehrer des Menschen; wir sind Verehrer Jesu Christi! Verehrer der Heiligsten Dreifaltigkeit! Aber wenn unsere Liturgien nicht Gott als Gegenstand der Verehrung zeigen, ist es ein Wunder, dass wir von uns selbst besessen sind? Wir sprechen ständig darüber, wie wir Liturgie „erleben“ und was wir „aus ihr herausnehmen“ und ob sie „uns bewegt “ – aber wem wenden wir uns da zu?

Die Architekten der Neuen Liturgie wussten genau, was sie taten. Und sie waren erfolgreich. Sie haben mit einem einzigen Schlag das gesamte liturgische Gebäude der Kirche auf ein Fundament aus Sand gesetzt. Und jetzt, wo das Gebäude zusammenbricht, und der Glauben zusammen mit ihm, kommen sie, um uns zu sagen, dass die anderen Wahrheiten unseres Glaubens nichts anderes als ein „Ideal“ sind,  zu schwer, um sie zu leben bis dahin, dass, weil die Dinge so weit abgekommen sind, wir nun Wege finden müssen, diese zu akzeptieren und mit diesen Situationen zu arbeiten „wie sie sind.“ Dadurch dass sie den zentralen Akt des Gebetes der Kirche zerstört haben, haben sie unser Verständnis unserer Beziehung zu Gott und alles andere untergraben. Jetzt, nach einem halben Jahrhundert des Abrisses, sind sie ohne wesentlichen Protest dabei, auch das noch abzureißen, was vom Glauben übrigblieb.

Diejenigen, die die Krise in der Kirche wahrnehmen, haben das Recht, die Frage zu stellen:

„Warum können wir sehen, was passiert, wenn andere es nicht können? Warum scheint Gott dies nur uns wenigen zu zeigen? „Könnte es sein, dass es wegen dem ist, was er zu Kain sagte „Wirst Du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen?“

Jemand schrieb mir vor kurzem über das Ausmaß der Leugnung katholischer Weggefährten darüber, was in der Kirche geschieht „Es ist einzig die lateinische Messe „, sagte sie, „die mich das mit meinen Augen sehen lässt“.

Es ist nicht zu spät. Liebe katholische Weggefährten, verliert nicht die Orientierung! Lasst euch nicht täuschen. Gute Liturgie – und damit meine ich heilige, andächtige, gottesfürchtige Liturgie – wird Euer Leben verändern, auch wenn Ihr große Opfer bringen müsst, sie zu besuchen.

 Gibt es etwas wichtigeres als dein Heil, oder das deiner  Kinder? Wenn Du eine gute Messe besuchen kannst, spute dich! Wenn Du keine traditionelle lateinische Messe finden kannst, wende dich dem Osten zu, der von den Zerstörern weitgehend ignoriert worden ist!

Die Saboteure hatten einen Versuch, und so zerschlugen sie die eine Form der Liturgie, die die größte Zahl der Katholiken beeinflussen würde. Sie gaben alles, was sie hatten, aber, wie Gott es wollte, war es nicht der Todesstoß. Gott wird immer noch wirklich verehrt. Und wir sind verpflichtet, in dieser wahren Anbetung zu bleiben um seinetwillen und wegen unseres Heiles. Keine weiteren Entschuldigungen.

Zwar trifft es zu, dass eine gute Liturgie allein nie ein Allheilmittel sein wird, aber es gibt doch nichts wirkungsvolleres, was Sie für Ihren Glauben tun können, was Sie für Ihr Verständnis von dem tun können, was in der Welt geschieht, was Sie für das Wohl Ihrer Seele und das Ihrer Lieben tun können, als aufzuhören, an einer Liturgie teilzunehmen, die entworfen wurde, Sie selbst vom Allerheiligsten, dem man zu gedenken behauptet, zu trennen. Man kann nicht vergiftetes Wasser ohne schädliche Wirkung trinken, egal wie durstig oder wie belastbar man ist. Es wird nicht nähren, sondern auszehren.

Hier ist keine Zukunft.

Das neue Paradigma stürzt jetzt in sich selbst zusammen. Es wird noch zu unseren Lebzeiten aufgegeben werden, Es wird zu einer Karikatur seiner selbst werden, unkenntlich für alle, die den Glauben bewahren. Wie die arianischen „Christentümer“ des 4. Jahrhunderts wird dieses neue Paradigma zu einem ausschließlichen Wirkungsbereich der Feinde unseres Herrn werden.

Die Liturgie ist der Schlüssel unseres gesamten Verständnisses von dem, womit wir konfrontiert sind, wer wir sind, und von dem, was wir tun müssen.

Es wird auch keinen anderen Weg geben, um das Kommende zu überstehen. Die Liturgie ist unser wesentlicher und wirkmächtigster Begegnungsraum mit Gott. Wir haben die Pflicht, einen Ort zu finden, wo der Priester und das Volk Gott in einer Weise anbeten, die IHM wohlgefällig und angemessen für IHN ist.

Sobald dieser Ort gefunden ist, fliehe zu ihm. Klammere dich an ihn. Mach dir keine Sorgen über die Widerwärtigkeiten die du ertragen musst, um ihn zu erreichen, denn Gott weiß diese Dinge, und er wird dich für diese Mühen segnen.

Sei an deinen Platz im Universum erinnert. Unterwirf dich DEM, der es regiert. Liebe ihn aus deinem ganzem Herzen, deinem Verstand und mit aller  Kraft, und verehre ihn so, wie er es verdient. Es ist eine Entscheidung, die Du nie bereuen wirst.

Pater Richard G. Cipolla, Die Entmännlichung der Liturgie im Novus Ordo (3 von 3)


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Auf einem meiner vielen Aufenthalte in Italien beobachtete ich, dass viele Kinderwagen so gebaut waren, dass das Baby in seinem Sitz saß und seine Mutter, die den Kinderwagen schob, ansah. Das erschien mir seltsam, denn in den Vereinigten Staaten sieht das Baby in dieselbe Richtung, wie die Mutter, die den Wagen schiebt. Als ich eine Freundin darüber befragte, sagte sie dass das daran läge, dass zu viele italienische Mütter den ständigen Augenkontakt zum Baby behalten wollen, um es anzulächeln, mit ihm in einer Babysprache zu reden und um das Band zwischen Mutter und Kind stark und sicher zu machen. Die klassische Mutter Kind Beziehung wird heute durch dieses ständige Bedürfnis des konstanten Augenkontaktes unter Ausschluss der übrigen Umwelt, als ob die „anderen“ die Beziehung zerstören würden,  geradezu pervertiert.

Ohne den Anspruch von Vollständigkeit oder Genauigkeit für die obige Analogie zu erheben, würde ich behaupten, dass die radikale Neuheit der Zelebration versus populum, die übrigens weder von Konzil noch von irgendeinem liturgischen Buch vorgegeben wird, die Rolle des Priesters als Vater, der für sein Volk dem Himmlischen Vater das Allerheiligste opfert transformiert wird in die Rolle einer Mutter, die den Kontakt zu den Leuten, die durch absichtlich einfältige Animationen zu Kleinkindern werden, durch ständigen Augenkontakt und liturgisches Augenzwinkern herstellt. Der Priester wird zur Mutter eines Kindes. Diese Reduktion der Gemeinde zu Kindern die gezwungen sind, den Mutter-Priester anzusehen, verhindert den Blick auf Gott zu richten, der durch die Gegenwart des allerheiligsten  kosmischen Opfers Christi verehrt werden soll.

Um eine weitere säkulare Analogie zu verwenden: die den Menschen zugewandt gefeierte Messe wird zu einer Schulstunde reduziert, in der jeder seine Rolle unter der Leitung des Priesters als mütterlichen Klassenlehrer spielt, der Klassenlehrerin, die sicherstellt, dass alles glatt läuft. Dies wird von einigen Liturgikern als die „horizontale“ Dimension der Liturgie im Gegensatz zur vertikalen Dimension, die die Transzendenz liefert, beschrieben. Letztlich ist das leeres Gerede, denn es setzt voraus, dass die Liturgie vom Priester und den Messdienern kontrolliert wird, deren Funktion es unter anderem ist, diese beiden Dimensionen irgendwie im Gleichgewicht zu halten.

Es ist völlig klar: Dieser gesamte Ansatz bestreitet klar und deutlich die Vorgegebenheit der Liturgie und deren Fokussierung auf die Anbetung Gottes im Lob und im Opfer. Dieses radikal untraditionelle Verständnis von Liturgie wird durch die Rubriken des Novus Ordo („mit anderen Worten“ oder „oder auf andere Weise“ oder „oder, wie es der lokale Brauch ist“) ermutigt und unterstützt. Ganz abgesehen von dem romantisch verklärten Blick auf den Ausspruch des heiligen Justin des Märtyrers und dessen Erhebung zur Norm, der in Bezug auf den Zelebranten der Messe sagte, dass „der Zelebrant die Danksagung nach seinen Möglichkeiten aufopfern soll“,[1] ganz abgesehen von der fragwürdigen Vorstellung, dass der Priester dazu befähigt wäre, aus der Tradition oder aus einem eigenen Gefühl für die Liturgie das,  was die Rubriken sagen und anordnen zu ergänzen oder zu füllen, diese als Schulstunde verstandene Liturgie macht Katholischen Gottesdienst, wie er in der Tradition verstanden wird, unmöglich. In der Tradition ist das ursprüngliche Verständnis der Liturgie die öffentliche Verehrung und der Kult, die und der verpflichtend ist. Eine Verpflichtung, offizium, die sicherlich auf Liebe basiert, aber dennoch eine Pflicht. In diesem traditionellen Sinn wird diese verpflichtende Anbetung verankert, sichtbar gemacht und erlebt im traditionellen römischen Ritus.

Der Priester gleicht Abraham, dem Vater von Isaak, dem Vater der Juden und unserem Vater im Glauben. Abrahams größte Akt des Glaubens und der Verehrung als Vater ist es, dass er seinen Sohn Isaac den Berg hinauf führt, um ihn im Gehorsam gegen Gott zu opfern. Sie gehen beide mit dem Blick auf den Gipfel des Berges gerichtet. Da ist Schweigen mit Ausnahme des kurzen Dialog zwischen Vater und Sohn:

Isaak sprach zu seinem Vater: Mein Vater! Er aber antwortete Was willst du, mein Sohn? Siehe, sprach er, hier ist Feuer und Holz, wo ist das Schlachtopfer zum Brandopfer? Abraham aber sprach: Gott wird sich ein Schlachtopfer zum Brandopfer ausersehen, mein Sohn. So gingen beide miteinander fort. (Gen 22, 7-8 Übersetzung nach Allioli)

Was wir hier zwischen Abraham und Isaak sehen, ist der wahre horizontale Aspekt der Anbetung, kurz auf den Punkt gebracht. Der vertikale und primäre Dialog ist zwischen Abraham und Gott, ein Dialog in der Stille des ehrfurchtsvollen Gehorsams und Glaubens.

Diese Rolle dieses mannhaften Gläubigen unterscheidet sich radikal von dem Priester, der seinen Job nicht darin sieht die Menschen zum Opferaltar zu führen, sondern darin, mit ihnen einen Dialog zu führen und ihnen begreiflich zu machen, was abgeht. Damit wird das eucharistische Hochgebet mit seinem insgesamt kurzen Dialog zwischen Priester und Mitfeiernden zu einer Ausweitung des Dialoggeplänkels des Priesters. Niemand ist hier, der zu Fuß einen Berg ersteigt, hier gibt es keine gemeinsame Hinwendung zum Herrn. Stattdessen gibt es hier den schrecklichen und lähmenden Stillstand der herablassenden und anmaßenden Mutter, die im Versuch, den Kontakt mit ihrem Kind herzustellen dessen Freiheit der Besteigung des Gottesberges zerstört.[2]

Bevor wir auf die wichtige Frage nach der Kontinuität des Novus Ordo Ritus mit dem traditionellen römischen Ritus aus der Sicht der Entmannung der Liturgie zu sprechen kommen, möchte ich einige Kommentare zu zwei praktischen Ergebnissen der Entmannung der Liturgie und des Priesters darlegen: Das erste ist, dass die Musik, die der Novus Ordo produziert hat, sowohl für die Gestaltung der Messe, als auch für die Lieder, die in der Liturgie gesungen werden bestenfalls als funktional im schlimmsten Fall als sentimentales Gejuckel zu bezeichnen sind und im Vergleich dazu die alten protestantischen Lieder wie Bachs Choräle klingen lassen. Wenn die Messe zu einer selbstbezogenen Veranstaltung reduziert wird, dann wird Musik bestenfalls funktional, im schlimmsten Fall nur etwas sein, dass die Gefühle der Menschen anspricht. Dieser Funktionalismus ist ein Merkmal der eingefrorenen, veralteten und antiliturgischen Haltung des liturgischen Establishments, das weithin das liturgische Leben der Kirche in den römischen Dikasterien, in den Seminaren, in den Diözesen und deren Gemeinden prägt. [3]

Große Kunst kann der Funktionalismus nicht schaffen, weder in der Musik,  Malerei, Bildhauerei noch in der Architektur. Der Funktionalismus zerstört die Anbetung, zumindest wie sie traditionell verstanden wird, als vielleicht nicht irrational, so aber sicherlich arational.[4]  In der funktionalistischen Sichtweise erhalten die Lesungen im Novus Ordo einen pädagogischen Touch, wie in einem Klassenraum, anstatt zu einer anbetenden Haltung zu führen, wie sie traditionell verstanden wird. Wieder wirkt der Priester hier als die Klassenlehrerin, die ihren Schülern erklärt, was sie sehen und hören.  Wir haben vergessen, dass die Lesungen in der Messe (die Liturgie des Wortes) Träger und Bewahrer des Wortes in der Liturgie sind; nicht nur Lektionen die gehört und zu Herzen genommen werden wollen. Sie kommen aus der Herzmitte der  Liturgie und nicht aus einem Katechismusunterricht, der von einer Lehrerin-Mutter gehalten wird. Die Liturgie belehrt nicht: sie gestaltet das Herz und die Seele. Es erfordert Aufmerksamkeit, um das zu erkennen, was hinter und unter den Worten ist, die gesungen oder gesagt werden. Die Heilige Schrift innerhalb der Messe ist ein Echo des Wortes und eine verehrende „Erinnerung an Gott“ über das, was ER gesagt und für uns in der Person Jesu Christi getan hat. Aus funktionalistischer Sicht muss der traditionelle Gesang der Kirche deswegen abgeschafft werden, weil er weit über die bloße Funktion hinaus durch seine Ausprägung und seine Vorgegebenheit den Zweck der Erhebung des menschlichen Geistes zu Gott erfüllt.[5]

Wir wenden uns nun von der Betrachtung der banalen und sentimentalen Musik des Novus Ordo ab, die die kränkliche Frucht des Funktionalismus ist und die dem Ritus etwas zugrunde legt, das im Vergleich trivial erscheinen mag, und wenden uns einem anderen Gesichtspunkt zu, der ein Teil des Beweises für die Entmannung des Priester liefert: der Kleidung des Priesters außerhalb der Messe.

Die Kleidung des Priesters, wenn sie nicht der Liturgie zugeordnet ist, hat einen Charakter erhalten, der in der säkularen Modewelt als metrosexuell bezeichnet wird. Das bedeutet, dass seine Männlichkeit in der äußeren Erscheinung bewusst verwischt wird. Der Verzicht auf die Soutane als der normalen Kleidung des Priesters außerhalb der Liturgie ist Teil der Entmannung des Priesters. Seiner unverwechselbaren Kleidung entledigt und mit einem schwarzen Anzug mit weißen Kragen versehen oder zunehmend häufiger mit einem T-Shirt mit weißem Halssaum, das aus der Tasche genommen und aufgeklebt werden kann, gekleidet, wird dem Priester in zunehmenden Maße sein zentraler Wesensbezug geraubt und dadurch seine Liminalität vergossen: Er ist nicht mehr länger der, der an der Schwelle, am Limen, zwischen Himmel und Erde steht, wenn er die Messe aufopfert. Wenn seine religiöse Kleidung nach säkularem Vorbild umgemodelt wird, dressiert und zähmt man ihn zu einem Geistlichen hinunter, bei dem sein Mann–Sein nur noch Person – sein und nicht mehr Mann – sein ist.

Diejenigen, die sich selbst vor allem im Europa der 50er und 60 er Jahren des 20. Jahrhunderts als die Avantgarde der Reform verstanden, kleideten sich als Priester in einer Art und Weise, die sie selbst als noch radikaleren Ansatz sahen. Sie trugen weiterhin Jackett und Krawatte oder schwarz Rollis, aber kombiniert mit der weltlichen Kleidung der Menschen, die sie umgaben. Heute noch kleiden sich viele europäische Priester so, entweder in Kontinuität mit ihrer Romanze mit dem Säkularismus oder als Versuch, sich noch besser in ihre „Herde“ einzupassen. Die Soutane, als traditionelle Kleidung des Priesters ist in Wahrheit zumindest in seiner Gemeinde eine Erinnerung daran, dass er nicht nur ein „Geistlicher“ (clergyman) [wie die protestantischen Pastoren es auch sind Red.], sondern ein Priester, dass er nicht nur ein „religiöser Führer“, sondern derjenige ist, der das Allerheiligste für sie aufopfert. Sie ist eine Erinnerung daran, dass das im Opfer der Messe fokussiertes Leben des Priesters niemals total säkularisiert werden kann. Die Soutane ist eine Bestätigung der Mannhaftigkeit und der Männlichkeit des Priesters. Diese Männlichkeit steht im Gegensatz zu der Vorstellung der Welt von Mannhaftigkeit als grunzenden Fußballspieler oder als unrasiertes Modell für Armani in engen Jeans, oder als eine Art sexuelle Kraft ausstrahlenden „Hengst“. Durch das Tragen des Soutane nimmt der Priester den Mantel des Propheten als das äußere Zeichen dafür, dass das Alleinsein und die Loslösung (von der Welt) ein integraler Bestandteil seines Wesens als Mann – vir –Priester ist.  Die Soutane ist ein Symbol genau dieser Distanz, die die Beziehung zwischen dem Priester und seinem Volk charakterisiert.

Der entmannte Priester verwechselt die Ablösung mit Arroganz, mit Überlegenheit, Kälte oder gar mit Klerikalismus. Ironischerweise ist das genaue Gegenteil wahr. Die nachkonziliare Zeit hat den Aufstieg eines Klerikalismus gesehen, eines Klerikalismus, der sich in die Behauptung einhüllt, dass der Priester nur den Vorsitz der Gemeindeversammlung innehat, obwohl er offensichtlich und tatsächlich über alle und über alles den „Vorsitz“ innehat. Der Priester darf niemals ein Vorsteher oder Vorsitzender sein, denn dann wird er zum pingeligen Hochzeitplaner degradiert. Damit er sein Volk lieben kann, muss der Priester eine wesentliche Distanz zu eben diesem Volk leben, sonst wird er zu einem weiteren mit einem Priesterkragen versehenen „Barbie-Ken“.[6]

Schließlich kommen wir zu dem, was die schwerste Wirkung der Entmannung des Priesters in sich trägt: zur scheinbaren und echten Diskontinuität zwischen dem Novus Ordo und dem traditionellen römischen Ritus. Diese Frage der Diskontinuität und des Bruches wurde in den letzten Jahren Gegenstand einer Reihe von Studien und Gespräche, nicht zuletzt zum Gegenstand der heute berühmte Ansprache Benedikt XVI. an die Römische Kurie am 22. Dezember 2005. Während es wahr bleibt, dass diese Ansprache die Frage der Hermeneutik der Interpretation des 2. Vatikanischen Konzils behandelt,  hat sie dennoch immer noch Relevanz für das spezifische Problem der Diskontinuität der Liturgie.[7]

Die Bedeutung des Wortes „Diskontinuität“ ist oft nicht klar. Ich schlage eine Analogie vor, von der ich denke, dass sie deutlich macht, was in dieser Diskontinuität zwischen den beiden Formen des römischen Ritus eingeschlossen liegt.[8]

dokument25In der Mathematik gibt es Funktionen, die an einem bestimmten Punkt unstetig genannt werden. Mit einfachen Worten gesagt bedeutet das, dass es an diesem Punkt keinen zuzuordnenden Wert für diese Funktion gibt. Wir könnten vereinfachend sagen, an dieser Stelle gibt es ein „Loch“ in der Funktion. Weiterhin bedeutet das, dass es keinen „Weg“ aus der Zeit vor der Diskontinuität zu einem Zeitpunkt danach gibt. Man kann nicht durch ein „Loch“ in der Funktion hindurch auf die andere Seite gelangen.

Wenn wir diese Analogie benutzen und von einer Funktion sprechen, die ein Loch hat, eine Diskontinuität, hilft uns das, die Tatsache zu verstehen, dass die überwältigende Mehrheit der Katholiken, die in der Zeit „nach“ dem Loch lebt und für die der Novus Ordo die einzige Erfahrung der Messe darstellt, die Seite der Funktion, die „zeitlich vor“ dem Loch war, als absolut fremd erlebt. Die überraschende Tatsache, dass für die Katholiken, die mit der Novus Ordo Messe aufgewachsen sind trotz aller Diskussionen, trotz aller theologischen und liturgischen Argumente, die in dieser Kontinuitätsdebatte aufgefahren werden, der traditionelle Ritus fremd und exotisch ist, bleibt bestehen. Diese Katholiken sehen die Kontinuität nicht, die bisher angenommen und verteidigt wurde. Sie sehen dieses Loch als einen Abgrund,  und können die andere Seite „davor“ weder sehen noch verstehen.

Die mathematische Analogie weiterhin benutzend, können wir erläutern, was die Diskontinuität zwischen den beiden Formen wirklich bedeutet. Funktionen werden durch Formeln definiert, die Variablen enthalten. Eine unstete (diskontinuierliche) Funktion kann auf beiden Seiten des Loches mit der gleichen Formel beschrieben werden. Es kann aber auch die Situation auftreten, dass sich für die Beschreibung der Funktion die Formel nach der Diskontinuität ändert und nun im Wesentlichen eine neue Formel mit einer neuen Funktion ist. Wenn wir unserer  eigenen Erfahrung als katholischem Volk trauen, können wir in der Feier der Messe in den beiden Formen des römischen Ritus die offensichtliche Tatsache einer Diskontinuität, eines Loches sehen. Eines Loches, auf dessen anderer Seite es auch eine neue Funktion mit einer neuen Formel gibt. Die neue Formel verwendet dieselben Variablen wie die alte Formel, aber es ist dennoch eine andere, neue Formel, die eine neue Familie von Kurven bezeichnet. Das Aussehen, die Form und Struktur der neuen Form sind sehr verschieden von der Form vor dem Loch. Dies ist ein sehr ernstes Problem für die Integrität des katholischen Glaubens, der in der Zelebration der Heiligen Messe gesehen, erkannt und verwirklicht wird.[9]

Auf der einen Seite haben wir die traditionelle römische Messe, die in der Regel des heiligen Benedikt in einem zeitgenössischen Bericht über das Leben des Heiligen als potente e strana, kraftvoll und seltsam bezeichnet wird.[10] In der Beschreibung des Gesanges der Kirche in der Einführung in das „Antiphonale Monasticum“  wird sie folgendermaßen beschrieben: „einfach, nüchtern, manchmal vielleicht etwas streng, sicherlich aber schön, und dazu befähigt in einer sehr starke Distanz letztendlich eine tiefe Süßigkeit zu beschreiben.“ Weiterhin sei sie „sehr ausdrucksvoll, annehmbar für alle Temperamente, und mit der Fähigkeit ausgestattet, die innersten Gefühle der Seele auszudrücken“.[11] Auf der anderen Seite (im Novus Ordo) etwas „Entmannendes“ und „Ent-Rom-anisierendes“.

Dies ist in der Tat das, was Kardinal Heenan im Jahr 1967 an jenem Tag sah, als die experimentelle Form der Novus Ordo Messe das erste Mal für die Bischöfe in Rom gefeiert wurde. Er sah dort die Ergebnisse der funktionalistischen Mentalität, die Zeremonien nicht versteht und Einfachheit mit einem abgespeckten Infantilismus verwechselt. Er sah dort die „Neuheit“ der Novus Ordo Messe, eine Neuheit, die nicht organisch aus der Tradition wuchs, sondern vielmehr von einer bestimmten liturgischen Theologie hervorgebracht wurde, die nicht nur von einem nachaufklärerischen Rationalismus infiziert war, sondern von ihm begründet wurde. Karinal Heenan sah dort die Entmannung der Liturgie und erfasste eine der zukünftigen Auswirkungen des Novus Ordo  in der Kirche: eine deutliche Abnahme des Messbesuches. Er lebte noch lange genug, um den Beginn des Verlustes des Sinnes für das Heilige zu erleben. Was er nicht mehr erlebte, war die Entmannung des Priestertums und seine verheerenden Folgen im Mangel an Berufungen und persönlicher Untreue zu Keuschheit und Zölibat.

Fr. Cipolla ist Vorsitzender der Fakultät für Alte Sprachen in Brunswick School in Greenwich, CT, und Pfarrvikar von St. Marien, Norwalk, CT

[Wir bedanken uns herzlich bei Fr. Cipolla für diesen exklusiven Beitrag fürr Rorate Caeli. Artikel sollte in seiner Gesamtheit nicht Dritten zugänglich gemacht werden. Bei Erwähnung oder Auszüge aus diesem Artikel zu zitieren, sind immer Quelle und Link.]

[1] St.Justin Martyr, Apology. 66-67 .

[2] Guardini, “The Primacy of the Logos over the Ethos”, op. cit., 199-211.

[3] Diese tödliche Rolle des Funktionalismus in der Liturgie wurde von Benedikt XVI. in einer Sammlung von Aufsätzen zur Rolle der Musik in der Liturgie unter dem Titel Lodate Dio con arte (Venezia:Marcianum Press 2010) besprochen und widerlegt.

[4] Guardini, op.cit., “The playfulness of the Liturgy”.

[5] In Italien, wo das liturgische Establishment immer noch dem Funktionalismus und der technokratischen Einstellung zur Liturgie anzuhängen scheint, hat man ein wunderbares Wort recycled, um das Entblößen der Liturgie und der Kirchengebäude bis auf die Knochen hin beschreibt: adeguamento [Anpassung, Angleichung, Gleichmachung Red.]. In Lodato Dio con arte bespricht Benedikt XVI diesen Termin und zeigt die zerstörerischen Auswirkungen, welches das adeguamento auf das liturgische Leben der Kirche Italiens hatte.

[6] Man kann die Anfänge dieser Entmännlichung des Priesters in den Hollywood-Darstellungen der Priester sehen, wie diese, wie sie von Bing Crosby in dem Film The Bells of St. Mary [deutscher Titel: Die Glocken von St. Marien] dargestellt wird. Es ist die Darstellung eines Priesters der ein guter Kerl ist, der Pfeife raucht und vor niemanden Angst hat, ein domestizierter Priester, welcher hilft den reflexartigen Antikatholizismus des protestantischen Amerikas zu zerstreuen. Man fragt sich wie viele junge Männer vom Priestertum in den letzten vierzig Jahre weggetrieben wurden, weil sie Angst hatten, dass das Priester-Sein die Aufgabe ihrer Männlichkeit und Virilität bedeuten würde.

[7] Um auf die spezielle Frage der Diskontinuität zwischen Novus Ordo und dem römischen Ritus siehe die Einleitung von Josef Ratzinger zu The Reform of the Roman Liturgy by Klaus Gamber, Roman Catholic Books 1993 und Josef Ratzingers, Der Geist der Liturgie, insbesondere das Kapitel über den Ritus. Eine detaillierte Darstellung der Übereinstimmung unter vielen Gelehrten, dass zwischen Novus Ordo und dem römischen Ritus eine Diskontinuität besteht, siehe die Aufsätze der liturgischen Konferenz, welche in der Abtei Fontgombault im Jahre 2001 abgehalten wurde: Looking again at the Question of the Liturgy, Alcuin Reid, ed., (Farnborough, England: St. Michael’s Abbey Press. 2002). Diese Frage der Diskontinuität scheint, zu Recht, aus pastoralen Gründen in Summorum Pontificum und dem Begleitbrief an die Bischöfe umgangen worden zu sein. Die Tatsache, dass zwei Formen des römischen Ritus in der Kirche koexistieren, sagt nichts Definitives darüber aus, ob eine Kontinuität zwischen ihnen vorherrscht oder auch nicht.

[8] Die Diskontinuität ist eine Frage, die getrennt von der Frage nach der Gültigkeit der Form gestellt werden kann. Die Gültigkeit der beiden Formen des römischen Ritus wird hier als gegeben angenommen.

[9] Pristas, Orations: Hinsichtlich der Arbeit des postkonziliaren Conciliums an den Kollekten der Messe spricht Pristas von „der Konstruktion einer völlig neuen Stadt“. Es ist bemerkenswert, dass die Arbeit dieses Gelehrten kein großes Unbehagen unter den Bischöfen auslöste, welche tatsächlich die Moderatoren und Leiter der Liturgie in ihren Diözesen sind.

[10] Flaminia Morandi, San Benedetto: Una luce per l’Europa(Milano:Paoline 2009)

[11] “simplices, sobriae, aliquando fortisan austeriores, decoram certe et firmamissam exhibent lineam, de cetero dulcibilem ac per hoc maxime expressivam, omnium susceptibilem temperamentorum, intimos animae sensus preferendi capacem.” Antiphonale Monasticum, (Tournai: Desclée & Co., 1934) p. xi

Pater Richard G. Cipolla, Die Entmännlichung der Liturgie im Novus Ordo (2 von 3)


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Zunächst ist Männlichkeit der Gegensatz von Sentimentalität, nicht von Gefühl an sich, sondern von Sentimentalität. Im ganzen traditionellen Ritus, der auch außerordentliche Form des römischen Ritus genannt wird, gibt es keine Spur von Sentimentalität. Dieses ist an den Rubriken und Gebeten [des Vetus Ordo Red.] ersichtlich, welche prägnant und auf den Punkt genau sind, ohne die Schönheit der Sprache zu opfern. In seinen Rubriken verhindert [der Vetus Ordo], dass die Persönlichkeit des Priesters ihre eigenen Gefühle und Entscheidungen dem Ritus aufdrückt. Wenn wir die Erkenntnis des seligen Kardinal Newman ernst nehmen, der sagte, dass Sentimentalität Säure für die Religion ist, in diem Sinne, dass sie die wahre Religion zersetzt, dann sind die Rubriken des traditionellen Ritus die kleine lila Pille, welche den Reflux der Sentimentalität in die Liturgie verhindert.[1]

Zweitens ist mit der traditionellen römischen Messe die volle Akzeptanz der Stille als das Herz der Kommunikation mit Gott gewährleistet. Die aktive Teilnahme wird hier als Kontemplation, als Gebet verstanden. Die Worte des Ritus sind nie das Entscheidende. Sie sind festgelegt und weisen immer über sich selbst hinaus. Jedermann weiß, dass bei zwei wirklichen Freunden in der Gegenwart des jeweils anderen die Herzen zueinander in absoluter Stille sprechen können. Dies ist das Schweigen des Moses vor dem brennenden Dornbusch, die Stille der Wüstenväter, die Stille, die von St. Benedikt in der Höhle von Sacro Speco ausging.

Drittens gibt es die Tatsache der Männlichkeit der lateinischen Sprache. Diese Sprache ist im Gegensatz zu der Weiblichkeit der romanischen Sprachen, sie aus ihr hervorgehen männlich in ihrer Prägnanz, ihrer Präzision, ihrer Förmlichkeit, ihrer Unbequemlichkeit und ihrem Mangel an Biegsamkeit. Selbst in den Händen eines Dichter wie Ovid, der es mit Sicherheit verstandenhat, die weiblich Seite der römischen Poesie ans Licht zu bringen, bleibt auch dort die Männlichkeit der Sprache gegen jeden Versuch, das zu ändern, in ihrer Männlichkeit bestehen.

Viertens verlangt der traditionelle römische Ritus, nicht nur in seinen Rubriken, sondern auch in seinem Wesen, eine Unterwerfung unter die Form. Er verlangt eine Unterdrückung der Selbstverwirklichung. Man wählt diesen Weg, um sich unterzuordnen. Man trifft eine Wahl, die immer eine geradezu heldenhafte Selbstlosigkeit, ein Selbstvergießen, eine Selbsthingabe an das größere Ziel einschließt.

Fünftens, sehr eng mit dem vorhergehenden Aspekt verbunden ist die Liturgie etwas Vorgegebenes, nichts Gemachtes. Man kann hier nur eintreten. Dieser Aspekt wird in den östlichen Riten noch deutlicher, in denen Rationalismus und Sentimentalität bisher nie die Chance hatten, die Gott-Gegebenheit der Liturgie zu erodieren. Diese Vor-Gegebenheit ist weder Versteinerung noch eine Leugnung organischer Entwicklung. Vielmehr ist sie wie ein großes Haus, in das man eintritt und das über viele Jahrhunderte durch die Inspiration des Geistes gebaut wurde. Das Genie und die Wahrheit von Romano Guardinis „Geist der Liturgie“ das den gegenwärtigen Papst Benedikt XVI. inspiriert, der in seinem eigenen Verständnis der Liturgie ein große Tiefe erreicht, erfasst diese absolute Vorgegebenheit der Liturgie; denn man kann nicht „im Hause des Herrn spielen“, ohne dass das Haus schon da ist, in dem man spielt. Der Priester akzeptiert das Verbot, seine eigenen Vorlieben und Missgunst hier auszuleben, zugunsten der Liturgie. Er wird dazu aufgerufen, sich nur auf das zu konzentrieren, und nur das zu tun was getan werden muss. Diese Ablösung von sich selbst akzeptiert er als Notwendigkeit, ohne die man nicht in die kosmische Liturgie eintreten kann, die Zeit und Raum transzendiert.[2]

Sechstens ist die Liturgie mannhaft in ihrem Verständnis und Gebrauch zweideutiger Gesten wie dem Kuss. Der Kuss findet sicherlich einen festen Platz im Bereich der Erotik. Und doch ist der Kuss ein Zeichen des Respekts und der Liebe sowohl zu den Kult-Gegenständen, die in der Liturgie verwendet werden als auch im Friedenskuss für diejenigen, die an der Liturgie teilnehmen. Der Kuss wird als erotisches Symbol gereinigt und auf die höchste und objektivste Ebene der Anbetung der Gegenwart Gottes in der Liturgie gehoben. Ich bin immer amüsiert und verwirrt über diejenigen, die die traditionelle römische Messe ohne die üblichen Küsse mit der Begründung feiern, dass sie irgendwie „exzessiv“ und anfällig für Missverständnisse seien. Sie sind nie übertrieben. Jesus wies Judas darauf hin, als die Frau seine Füße mit kostbarer Narde salbte. Diese Küsse sind nur dann anfällig für Missverständnisse, wenn die Liturgie ihrer angeborenen Mannhaftigkeit beraubt wird.

Schließlich akzeptiert die Liturgie in ihrer Mannhaftigkeit das wesentliche Alleinseins des Priesters inmitten seiner Gemeinde, die seine behütenswerte Herde ist, die er liebt, und für die er sterben würde, wen das notwendig wird. Der so geformte Priester steht allein am Altar, um das Heiligste für sein Volk zu opfern. Er steht in der Linie von Melchisedek, von Moses, von Paulus, von Augustinus und in der Linie von allen Heiligen, die sich nicht davor fürchteten allein vor Gott für und mit der Gemeinschaft zu sein. Dieser Priester steht vor allem in der Linie derjenigen die sich nicht scheuten, das Alleinsein des Martyriums zu erdulden.

Aus der obigen Diskussion über die Männlichkeit und Mannhaftigkeit der Liturgie folgt offensichtlich, dass die Entmannung der Liturgie die Entmannung des Priesters zur unmittelbaren Folge hat. Im Folgenden möchte ich zwei Beziehungsfelder charakterisieren, in denen der Priester genau das erfährt: eine, die direkt aus dem weltweit gefeierten Novus Ordo resultiert und eine zweite, die daraus folgt, dass die Mannhaftigkeit des Priesters vergessen und verloren wurde.

Der Priester wird durch nichts stärker entmannt als durch die moderne Gewohnheit der  Zelebration der Messe zum Volk hin. Weder ihr nicht traditionelles Wesen, weder ihre Begründung durch eine falsch verstandene und sentimentalisierende Rückbindung an eine romantisierte Antike (die Pius XII. schon in Mediator Dei als Archäologismus geißelte), noch die Verfälschung der Messe durch Betonung des völlig sekundären Mahlaspektes und Negierung des primären Opfercharakters ist hier das Problem. Das Priestertum wird in allererster Linie  geradezu geistlich kastriert durch die der Tradition völlig unbekannte und absolut neue Zelebration zum Volke hin.[3]

[1] Die Thematik der Zerstörung der wahren Religion durch ihre Reduzierung auf Gefühle allein durchzieht alle Predigten und Werke von Newman. In seiner Rede zur Verleihung der Kardinalswürde bringt er dieses Thema neu auf und nennt es Liberalismus. Diese Rede ist zugleich machtvoll wie auch vorausschauend.

[2] Zu diesem Punkt siehe: Romano Guardini, The Church and the Catholic and The Spirit of the Liturgy (Sheed and Ward: New York 1935), especially chapters 3 and 9.

[3] Die dritte Revision der Allgemeinen Einführung zum römischen Messbuch macht es mehr als deutlich, dass die Messe zum Volk hin nicht auferlegt wurde und dass die traditionelle Haltung ad orientem sicherlich erlaubt ist. Eines der großen Geheimnisse der nachkonziliaren Liturgierevolution ist die Frage, wie die Messe zum Volk hin zur Vorschrift wurde trotz der Abwesenheit von offiziellen Dokumenten, welche diese Haltung rechtfertigen würden. Über die detaillierte und nüchterne Geschichte des theologischen Verständnisses der „Ostung“ des Priesters und des Volkes bei der Zelebration der Liturgie, siehe: Uwe Michael Lang, Turning to the Lord, (San Francisco: Ignatius Press 2009). Deutsche Fassung: Conversi ad Dominum, Johannes Verlag.