Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (3 von 21)


Was herrscht im Übernatürlichen? Das Sparsamkeitsprinzip, wobei die größte Effizienz mit den kleinstmöglichen Mitteln erreicht wird. Und was bedeutet das?

„Wer hat, dem wird gegeben, wer nicht hat, dem wird genommen“ (Mt 13, 12)

Die bedeutet, dass Gott denen, die sich mühen zu Ihm zu kommen maximal entgegenkommt, denen aber, die sich von ihm wegbegeben minimal entgegenkommt. Dies erlebt der Schreiber dieser Zeilen an sich selbst, wie viele Gnadenhilfen, ja, auch Leiden, er in den letzten Jahren bekommt und das beobachtet er auch an deren frommen Seelen, wie sehr sich doch Gott um diese kümmert, womit natürlich ihr Seelenheit gemeint ist. Hl. Katharina von Genua sagt ja selbst:

Je mehr aber in der Seele dieser Drang abnimmt, desto schlechter wird die Seele, weil Gott sich ihr entsprechend weniger mitteilen kann.

Sie müssen sich das geistliche Leben wie einen Tauchvorgang vorstellen. Sie werden, sagen wir, auf der Tiefe von 20 m geboren und durch den Druck und die Gravitation haben Sie den natürlichen Drang nach oben, hl. Katharina nennt es „Drang (Instinkt)“. Durch die Erbsünde befinden Sie sich aber in der Tiefe von 20 m und ihre eigenen Sünden beschweren Sie als Gewichte so, dass Sie immer weiter in die Tiefe abtauchen. Wenn Sie sich der Sünden, sprich der Gewichte, entledigen, dann kommen Sie automatisch nach oben, natürlich unter der Berücksichtigung der Auftauchzeiten. Und deswegen wird Gott niemanden zusätzliche Gnade geben, der unter der Sündenlast untertaucht. Dass wäre eine Riesenenergieverschwendung und gegen das Sparsamkeitsprinzip. Und was ist mit Paulus? Er handelte im guten Willen und dachte, dass er Gutes tut. Wie man zu Gott ist, so ist er auch zu einem. Deswegen ist es eine Verschwendung für gefalle Priester, Bischöfe und Kardinäle oder auch höher, die wissend, willentlich und sakrilegisch sündigen, zu beten. Sie verschwenden nur Ihre Gebete, die jemandem zugute kommen könnten. Leitet Gott diese nicht um? Schon möglich, aber Sie selbst verschwenden Ihre Zeit und sehen keinen Erfolg, weil jeder einen freien Willen hat.

Nemo peccat nisi volens, sagt der hl. Augustinus

„Niemand sündigt, es sei es er will es“.

III. Kapitel

Die fundamentale Ursache aller Schmerzen und Leiden ist die Sünde, die Erbsünde und die persönliche aktuelle Sünde. Gott hat die Seele rein, lauter und frei von jeder Sündenmakel und mit einem sicheren, beseligenden Drang (Instinkt) auf Ihn hin erschaffen. Dieser Drang wird durch die Erbsünde vermindert. Kommt dazu dann noch die persönliche aktuelle Sünde, so nimmt dieser Drang noch mehr ab. Je mehr aber in der Seele dieser Drang abnimmt, desto schlechter wird die Seele, weil Gott sich ihr entsprechend weniger mitteilen kann. Weil nun aber alles Gute, das es geben kann, nur in der Teilhabe an Gott besteht, der sich den Geschöpfen entsprechend mitteilt, und zwar den vernunftlosen Geschöpfen so, wie Er es will und verfügt hat — es wird ihnen nie daran fehlen —, der vernunftbegabten Seele aber mehr oder weniger, je nachdem Gott sie vom Hindernis der Sünde gereinigt vorfindet, so ergibt sich nun folgendes: Wenn sich eine Seele dem Zustand nähert, in welchem sie ursprünglich von Gott rein und lauter geschaffen worden ist, so wird jener beseligende Drang wieder freigelegt und wächst mit solcher Vehemenz und solcher Glut der Liebe, die diese Seele zu ihrem letzten Ziel hinzieht, daß es ihr unerträglich erscheint, noch weiter gehindert sein zu müssen. Und da die Seelen, die im Fegfeuer sind, ohne Sündenschuld sind, so gibt es bei ihnen kein Hindernis zwischen Gott und ihnen außer jenem Schmerz, in welchem sie noch zurückgehalten werden, wodurch jener Drang hin zu Gott noch nicht seine Vollkommenheit erlangen kann. Und da sie mit größter Klarheit einsehen, wie viel ein Hindernis bei Gott bedeutet, und einsehen, daß jener Drang gemäß dem notwendigen Gesetz der Gerechtigkeit zurückgehalten wird, so wächst dadurch in ihnen ein so heftiges Feuer, das ähnlich dem der Hölle ist, von der Schuld abgesehen. In den Verdammten macht dieses Feuer den Willen schlecht, da ihm Gott seine Güte nicht entsprechend mitteilt. Darum verharren diese Seelen in jenem Willen der Verzweiflung und der Bosheit, der gegen den Willen Gottes gerichtet ist.

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Ein Gedanke zu “Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (3 von 21)

  1. „Die bedeutet, dass Gott denen, die sich mühen zu Ihm zu kommen maximal entgegenkommt, denen aber, die sich von ihm wegbegeben minimal entgegenkommt.“
    „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“
    Per Mariam ad Christum.

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