Abrechnung, Anwaltskosten und Gebetsaufruf


Antonius Einsiedler

Almosen und Abrechnung

Der Schreiber dieser Zeilen möchte freudig verkünden, dass die geforderte Summe von 2142 € zur Deckung der Anwaltskosten dank der Großzügigkeit der Leser des deutschen und der polnischen Blogs zusammengekommen ist, wofür er sich herzlich bedankt. Ob weitere Kosten anfallen werden, wird von der Entscheidung der Rechtsschutzversicherung abhängen, die schon mehrmals ihre Meinung zugunsten des Schreibers dieser Zeilen geändert hat. Darum bittet er alle in diesem Anliegen zu beten, damit Gerechtigkeit geschehen und er die Bollwerke der Finsternis bekämpfen kann.

Dieser Blog soll weiterhin kostenlos und werbefrei bleiben, indem wir auf freiwillige Spenden hoffen, deren Großzügigkeit uns manchmal überrascht. Nichtsdestotrotz verlangt die Tugend der Gerechtigkeit, dass man sich dafür revanchiert, was man empfängt und was mühsam und unbezahlt verwirklicht wurde, obwohl es eine Arbeitsleistung ist. Der Anwalt des Schreibers dieser Zeilen berechnet ja alles: jedes Schreiben, jedes Nachdenken, jedes Telefonat, jedes sich am Kopf-Kratzen, denn das ist Arbeit. Der Autor dieses Beitrags musste schmunzeln, wenn er dachte, was er schon alles allen umsonst getan hat und tut, wie bspw. seine Blogs schreiben. Er glaubt aber, dass ein Um-des-lieben-Geldes-Schreiben die Gnade Gottes in seinem Leben schmälern würde, der den Willigen umsonst gibt. Es heißt ja:

„umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ (Mt 10, 8)

Es heißt aber auch:

„denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn“ (Lk 10,7)

wie auch:

„Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – Amen, ich sage euch: Er wird gewiß nicht um seinen Lohn kommen.“ (Mt 10, 40-42)

Der Schreiber dieser Zeilen glaubt, dass wenn er den Willen Gottes tut, Gott schon in seiner Vorsehung für ihn sorgen wird, wobei er sich auch anderer Menschen bedienen kann, die erst dann helfen können, wenn sie von der Not wissen. Um von seiner Not zu berichten, muss er aber eine Scham überwinden, was ihm wirklich sehr schwer fällt, weswegen die Bettelaufrufe auf diesem Blog so selten vorkommen. Manchmal hat man aber, wie im Falle dieser Anwaltsrechnung das Messer an der Kehle und dann muss man wirklich um Hilfe schreien.

Dennoch wollen wir, wie Father Ripperger, dessen Seite wir herzlich empfehlen, unsere Leser bitten für einen jeden Beitrag, den man sich ausdrucken oder per Email verschicken kann:

  1. entweder 1 EUR pro gelesenen Beitrag an unser Paypal- oder Bankkonto zu spenden,
  2. oder einen Zehner des Rosenkranzes in der Intention des Autorin, des Autors oder des Übersetzers zu beten,
  3. oder um eine freiwillige Abtötung in der Intention des Autorin, des Autors oder des Übersetzers zu leisten.

Nicht jeder hat Geld, aber jeder kann beten (ein Rosenkranzzehner dauert weniger als 5 Minuten) und jeder kann sich abtöten. Gebet ist spürbar, fremde Abtötung auch und dies sind zugleich mit dem Almosen die gängigen Mittel des Gnadenaustausches innerhalb der Kirche. Wenn Sie wollen, dass wir für Sie schreiben, dann müssen Sie uns am Leben halten: sei es finanziell, sei es mit Gebet, sei es mit Ihrer Abtötung. Sie alle, ob Sie 1., 2. oder 3. leisten werden in der Tridentinischen Messe in Fontgombault berücksichtigt werden.

Dämonische Angriffe als die Pädagogik Gottes

All unsere Mitarbeiter haben starke Anfechtungen und manche persönliche Probleme, die umso stärker werden, je wichtiger der Text ist, an dem sie schreiben. Ja, es gibt nichts umsonst. Zurzeit übersetzen drei Leute denselben Text in zwei verschiedene Sprachen und alle drei haben oder hatten mit sehr schweren dämonischen Angriffen und äußeren Anfechtungen zu kämpfen. Fazit: dieser Text wird sehr gnadenreich wirken, sonst würde der Teufel sich nicht so wehren und Gott würde es nicht zulassen.

Warum lässt Gott das Wüten des Feindes zu?

Im Rahmen der Gerechtigkeit. Durch jede gute Tat, besonders intellektueller oder spiritueller Natur, wachsen wir selbst in der Gnade. Solch ein Text wird, falls er nicht gelöscht wird, jahre- und jahrzehntelang von Tausenden von Menschen gelesen werden, Internet macht es möglich, vielleicht wird manches auch als Buch verlegt werden, sodass sich das Wahre, Gute und Schöne, so hoffen wir, sich nicht nur unter denen verbreitet, die es lesen werden, sondern auch unter denen, die mit den Lesern Kontakt haben werden, weil sich die Leser, so hoffen wir, zum Positiven hin ändern werden. Gäbe es vorher kein „dämonisches Beißen“, wie z.B. Arbeitsverlust, Gerichtstermine, Prozesse, mögliche Schulden und andere unabsehbare Konsequenzen, dann würde es uns viel zu gut gehen und wir kämen nicht umhin stolz zu werden, uns alles zuzurechnen, wodurch wir kein Verdienst vor Gott hätten. Es gibt also immer einen Preis, der bezahlt werden muss, was Hl. Paulus auch wusste, indem er schrieb:

Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt. (Kol 1, 24)

Ja, die Freunde Gottes werden aufgefordert mit Christus zu leiden und das ist auch der Grund, warum die Heiligen so viel litten und ein so schweres Leben hatten. Sie haben es sich selbst nicht ausgesucht, Gott hat es für sie ausgesucht und fragte sie:

Willst Du mit mir den Kelch teilen?

Man kann auch „Nein“ antworten, aber dann bleibt man an der Stelle, verliert Gnade und das Wahre, Gute und Schöne verteilt sich nicht auf die Kirche und anschließend auf die Welt. Deswegen schreibt und sagt Steven Skojec, dass sowohl er selbst als auch viele, die er kennt, im Bergoglio-Pontifikat durch schreckliche Prüfungen gehen, die wirklich völlig unerwartet kommen. Der Schreiber dieser Zeilen hat dieselben Erfahrungen, die Mitarbeiter unserer Blogs ebenso.

Warum verließ das Christentum die Katakomben und wurde legal?

Weil so und so viele Märtyrer ihr Leben hingegeben haben, was eine Dimension der Heiligkeit erzeugte vor denen die Heiden und die Dämonen kapitulieren mussten. Die Zeit der Verfolgung war auch die Zeit der größten Wunder und von diesem Kapital zehrt die Kirche bis heute. Nicht nur Christus musste sein Leben hingeben, seine Jünger auch. Nicht von jedem verlangt Christus ein rotes Martyrium, in dem man buchstäblich Blut vergießt. Ein weißes Märtyrium mit kleineren Leiden tut es auch. In der Zeit des Abfalls, wo sich kein Kardinal, kein Bischof und nur ganz wenige Priester gegen die Häresien des Papstes wenden, ist es mehrheitlich Laien und einigen Bloggern zu überlassen, für die Kirche zu leiden und zu kämpfen. Ja, für die katholische Kirche gegen die Bergoglio-Kirche. So weit ist es gekommen, seit Vat. II! Ja, es ist eine Schande und deswegen muss Gott diejenigen, die Ihm treu sind härter prüfen, wie ein guter Trainer, der das Beste aus dem Sportler herausholt. Aber das Leiden ist ein unschätzbares Kapital, das die Kirche auferbaut und auferbauen wird.

Der Teufel erfüllt auch nur den Willen Gottes und zwar nur soweit, wie Gott ihn zulässt. Es lässt sich nach hl. Thomas von Aquin sagen, dass die Engel die Wirklichkeit instantan (unverzüglich, augenblicklich) und intuitiv wahrnehmen (Summ. Theol. IaIaeq. 58),[1] so erkennen sie vieles auf einmal (IaIaeq. 58, a.2), sie erkennen auch künftige Ereignisse (IaIaeq. 57, a. 3 ), zumal es die Zeit als solche nicht gibt, wie die moderne Physik auch sagt, sondern die Zeit nur die menschliche Erkenntnis der Bewegung zwischen Vorher und Danach ist, um es mit Aristoteles zu sagen. Da die Erkenntnis der Engel auch auf die gefallenen Engel, scil. die Dämonen, zutrifft, so erkennt der Dämon, indem er die Konsequenzen einer Handlung (z.B. eines Artikels) schnell berechnen und voraussehen kann, wie viel Gutes dabei herauskommt und demnach will er proportional dazu „zubeißen“. Gott lässt ihn, aber wohl nicht in diesem Ausmaß wie der Dämon es gerne hätte, sonst würden wir es nicht überleben. Der Dämon quält sein Opfer dadurch, dass er ihm seine eigenen Gefühle wie Hass, Neid, Angst, Zorn zuteilen lässt und zwar in einem Ausmaß, welches die Natur des jeweiligen Menschen übersteigt. So hatte der Schreiber dieser Zeilen, heute am 10.11.2017 gegen 9 Uhr eine wunderbar ruhige Zeit, die abrupt in starke Angstzustände überging als er gegen 10:30 zwei Telefonanrufe in seinen rechtlichen Angelegenheit tätigte, die weitgehend positiv verlaufen sind und die sich aber sehr gesteigert haben, seit er angefangen hat gegen 11 Uhr diesen Aufsatz zu schreiben. Nachdem aber die Strategie der Dämonen gegen 12:20 abgehandelt wurde, verschwanden die Angstzustände so plötzlich wie sie gekommen waren. War es natürlich? Nein, denn der Schreiber dieser Zeilen ist nicht ängstlich, er wusste schon manche Situation zu meistern, es ist der Dämon, der sich fürchtet, entlarvt zu werden. Dies ist eine ständige Erfahrung: gibt man eine antidämonische Waffe preis, wird man zuvor sehr gequält. Diese Ängste oder andere negativen Gefühle haben eine Anlauf- und Abklingphase, wie bei normalen Gefühlen, sie fangen gleich auf der Maximalskala an und hören plötzlich auf.

Was mindert sie?

Geistliches, eigenes Gebet und wenn für einen gebetet wird, Messe, Hl. Kommunion, Anbetung. Sie werden wohl alle ähnlichen Erfahrungen haben oder haben werden, so ist es gut diese Dynamik kennenzulernen und die Bewegung der Geister, des guten Geistes und des bösen Geistes zu beobachten. Wie wir schon bei unserer Reihe zu Kardinal Bona geschrieben haben:

Nicht alles, was wir empfinden, kommt von uns selbst!

Daher müssen Sie ihre Gedanken und Gefühle nüchtern analysieren, um geeignete geistliche Gegenmittel anzuwenden. Rosenkranz hilft immer, denn dort wo die Mutter Gottes ist, flieht der Feind.

Konkretes

Der Schreiber dieser Zeilen hat sich vorgenommen ab 9.11.2017 jeden Abend bei den Konten nachzuschauen und für jeden Spender, nicht nur für den Spender der Anwaltskosten, die Gebete aus dem Rituale von Biburg zu verrichten. Er spürt, dass diese Gebete sehr gnadenvoll sind und den Spendern viel Licht und Gnade zuteilwerden lassen. Aber Initialen werden vorerst nicht genannt werden, dennoch soll jeder Spender wissen, dass für ihn oder für sie eigens gebetet wird und seiner oder ihrer bei der monatlichen tridentinischen Messe in Fontgombault gedacht wird.

  • Der Schreiber dieser Zeilen bittet für die positive Entscheidung seiner Rechtsschutzversicherung zu beten.
  • Sowie die o.a. Punkte (1) bis (3) zu berücksichtigen, damit Sie nicht im Fegefeuer bedauern müssen:

Ich hätte mich revanchieren können und habe es doch nicht getan!

Amen.

[1] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Will 2011, 377.

 

Advertisements

4 Gedanken zu “Abrechnung, Anwaltskosten und Gebetsaufruf

  1. Eine Predigt von Leo, dem Großen, die ich gefunden habe bei

    http://sacerdos-viennensis.blogspot.de

    passt gut zu Ihrem Beitrag

    Wenn jemand merkt, daß er die Grenzen der christlichen Gebote überschreitet und seine Begierden auf Dinge gerichtet sind, die ihn vom rechten Weg abbringen könnten, dann nehme er seine Zuflucht zum Kreuze des Herrn und kreuzige sein sündhaftes Wollen und Wünschen auf dem Baume des Lebens.
    Mit den Worten des Propheten rufe er zu Gott:

    „Durchbohre mein Fleisch mit der Furcht vor dir;
    denn ich fürchte mich vor deinen Gerichten!“ (Ps 118,120)

    Auf welch andere Art durchbohrt man aber sein Fleisch mit der Furcht Gottes, als wenn man aus Furcht vor dem Gericht die Sinne seines Leibes von den Lockungen unerlaubter Genüsse fernhält? Wer der Sünde widerstreitet und, um nichts Todeswürdiges zu begehen, seine Begierden abtötet, der darf mit dem Apostel ausrufen: „Fern sei es von mir, mich zu rühmen, außer im Kreuze unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt und der Welt mein Ich gekreuzigt ist!“ (Gal 6,14)

    Darum suche der Christ dort seinen Platz, wo ihn Christus mit sich emporhob. Dorthin lenke er all seine Schritte, wo, wie er weiß, die Erlösung der Menschen vollendet wurde. Dauert doch das Leiden des Herrn bis zum Ende der Welt. Denn wie der Herr es ist, den man in seinen Heiligen liebt und ehrt, wie er es ist, den man in seinen Armen nährt und kleidet, so nimmt er auch persönlich Anteil an den Leiden aller, die für die Gerechtigkeit Ungemach erdulden. Man müßte denn annehmen, daß seit der Ausbreitung des Glaubens über den Erdkreis und seit der Verringerung der Zahl der Gottlosen alle Heimsuchungen und all die grausamen Verfolgungen, die über die heiligen Märtyrer hereinbrachen, ein Ende genommen hätten. Da wären also nur die verpflichtet gewesen, das Kreuz des Herrn auf sich zu nehmen, denen man, um ihre Liebe zu Christus zu vernichten, die härtesten Qualen auferlegte. Doch die Lehre, die uns jene frommen Diener damit gaben, ist eine andere. Und anders lautet die Predigt des Apostels, der da sagt: „Alle, die gottselig in Christus Jesus leben wollen, werden Verfolgung leiden.“ (2 Tim 3,12)

    Lau und träge erscheint nach diesen Worten, wer nicht mit Verfolgungen zu kämpfen hat. Nur wer die Welt liebt, kann mit ihr in Frieden leben. Noch nie bestand eine Gemeinschaft zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, zwischen Lüge und Wahrheit, zwischen Licht und Finsternis. Wenn auch auf der einen Seite die Nächstenliebe der Guten die Besserung der Bösen wünscht und wenn sie auch wirklich durch die Gnade des barmherzigen Gottes die Bekehrung vieler erreicht, so hören doch die bösen Geister niemals auf, den Frommen zuzusetzen.

    (Leo der Große, Predigt 70, in: Texte der Kirchenväter 2, 314ff)

    Gefällt 1 Person

  2. @ Kassandra

    Vielen Dank! Wunderbarer Text.

    „Lau und träge erscheint nach diesen Worten, wer nicht mit Verfolgungen zu kämpfen hat. Nur wer die Welt liebt, kann mit ihr in Frieden leben.“

    Ach, ja, genauso ist es. Deswegen ist dieser nachkonziliare „Dialog mit der Welt“ so sehr verlockend. Keine Verfolgung, kein Leiden, Friede, Freude, Pfannekuchen ….

    Ja, aber die eigentliche Wahl in unserem Leben besteht zwischen

    1. ein bißchen und gleich
    oder
    2. mehr, später und vielleicht

    Entweder mit 15 eine Lehre machen und „Geld verdienen“ oder studiert, sich bilden etc. etc.

    Das Irdische gleich oder das Himmlische später. Aber das Später ist immer ungewiß.

    Gefällt mir

  3. Ja, es ist schon bedenkenwert, dass man sich auch von und für GOTT das Gute erkämpfen muss. Früher habe ich oft gedacht, wenn GOTT etwas Gutes von mir möchte, muss er es mir halt geben… Tja, inzwischen weiß ich es wohl auch etwas besser… wenngleich solche „Gewohnheiten“ immer schwer zu überwinden sind (Stolz, Genuss-Sucht usw.). Aber um etwas Positives zu berichten: Neulich durfte ich schlimme Versuchungen im Gedenken an meine Patenkinder überwinden – weil, wenn sie auch meine Sünden nicht mitbekommen, geistig wirkt es sich doch irgendwie auf sie aus. So „schleppt“ man sich halt weiter – und es geht halt doch mit JESUS und Maria 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s