Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des elften Sonntags nach Pfingsten

Mk 7, 31 – 37

Jesus zog aus dem Gebiete von Tyrus wieder weg und kam über Sidon an den Galiläischen See, mitten durch das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu ihm und bat, ihm die Hand aufzulegen. Er nahm in vom Volke abseits, legte ihm seine Finger in die Ohren und berührte sein Zunge mit Speichel. Dann blickte er seufzend zum Himmel auf und sprach zu ihm: „Effetha“, das heißt: „Tu dich auf!“ Sogleich öffneten sich seine Ohren, und das Band seiner Zunge löste sich, und er konnte richtig sprechen. Er verbot ihnen aber, irgend jemand eitwas davon zu sagen. Doch je strenger er es ihnen verbot, desto eifriger erzählten sie es. Aus höchste erstaunt, sagten sie: „Er macht alles aut: Die Tauben macht er hören und die Stummen reden.“

Betrachtung zum Evangelium des elften Sonntags nach Pfingsten

Laßt uns Gott danken für die Vortheile, welche Gehör und Sprache verschaffen, und hievon einen guten Gebrauch machen! Der Lockstimme des Lasters, unehrbaren Reden, Verleumdungen und Schmeicheleien sey unser Ohr auf immer verschlossen! Dagegen wollen wir es dem Worte Gottes, den Ermahnungen zur Tugend, dem Bitten der Elenden bereitwillig öffnen! Eben so wollen wir unsere Sprache nie durch unnütze und schändliche Worte entweihen oder durch Geschwätzigkeit, in der wir fremde Fehler bekannt machen, wodurch wir Feindschaften stiften und die Ruhe der Gesellschaft stören könnten! Nie wollen wir stumm und gefühllos bei den herrlichsten Wundern Gottes in der Schöpfung vorüber gehen, ohne seine unendliche Macht, Weisheit und Güte zu bewundern und zu verherrlichen! Wir wollen vielmehr von Gott mit Ehrfurcht und Dankgcfühl, von unserm Nebenmenschen mit Achtung, von uns selbst mit Bescheidenheit reden!

Gott ist es, der alles gut gemacht hat. Seine Regierung der Welt ist die weiseste, seine Anordnung unserer Schicksale die gütigste, alle seine Gebote, Vecheissungen und Drohungen sind Folgen von seiner Vaterhuld. So seyen wir denn mit seiner Leitung zufrieden; danken wir stets Gott, dem Geber alles Guten!

Kirchengebet

Allmachtiger ewiger Gott! der Du mit deiner Güte Fülle der Bittenden Verdienste und Wünsche übertriffst: gieße aus über uns deine Barmherzigkeit, um uns nachzulassen, was unser Gewissen fürchtet, und zu ertheilen, was wir zu begehren uns nicht

getrauen! Amen.

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