Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des fünften Sonntags nach Pfingsten

Mt 5, 20 – 24 (Aus der Bergpredigt)

Ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen.

Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollt nicht töten; wer aber tötet, soll dem Gerichte verfallen sein. Ich aber sage euch, jeder, der seinem Bruder zürnt, soll dem Gerichte verfallen. Wer zu seinem Bruder sagt: Du Tor! Soll dem Hohen Rate verfallen. Und wer zu ihm sagt: Du Gottloser! Soll dem Feuer der Hölle verfallen. Wenn du also deine Opfergabe zum Altare bringst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altare, geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder; dann komm und opfere deine Gabe.

Betrachtung zum Evangelium des fünften Sonntags nach Pfingsten

Ohne innere gute Gesinnung, äusserlich nur die gesetzlichen Handlungen verrichten, ist Gott nicht wohlgefällig. Lieben wir aber Gott und den Nächsten nach der Lehre Jesu, so werden wir jenseits Gerechtigkeit finden. Aus diesem Grunde nun müssen wir auch den Haß und den Zorn gegen unsere Brüder fliehen, da jedes Wort auch bei dem ewigen Richter abgewogen wird. Heimlicher Haß und Groll gegen den Nächsten ist uns Christen schon verboten; größer aber ist unsre Sünde, wenn wir diesen Zorn und Haß durch Schmäh- und Schimpfworte ausdrücken; noch strafbarer machen wir uns vor Gott, wenn wir aus Zorn oder Rache gegen den Nächsten Fluch- und Lästerworte aussprechen und ihm zu schaden suchen.

Nicht bloß böse Handlungen, sondern auch böse Gesinnungen und böse Reden sind Sünde. Wollen wir daher insbesondere über unser Herz wachen, daß wir uns ja nicht dem Zorn ergeben! Der Zorn ist ein häßliches Laster, die Quelle vieler anderer Sünden, verderblich für Seele und Körper. Die Versöhnung mit dem beleidigten Feinde dagegen ist Gott angenehmer, als alle Opfer. Ohne Versöhnung gefallen ihm die Opfer nicht. — Besonders vor der heiligen Kommunion haben wir uns zu prüfen, ob wir Nächstenliebe im Herzen haben. Denn eine Religion, deren Seele die Liebe ist, kann am Fuße des Altars kein rachsüchtiges Herz dulden.

Kirchengebet

O Gott, der Du denen, die Dich lieben, unsichtbare Güter vorbereitet hast; ergieß in unsere Herzen die Anmuthung deiner Liebe, damit wir Dich in Allem und über Alles lieben, und so deiner Verheissungen, die alle Wünsche übersteigen, theilhaftig werden! Amen.

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