Don Pietro Leone: DIE NEUE RELIGION – Gnosis und die Korruption des Glaubens (6 von 6)


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Postscriptum

GNOSIS IN DER HEUTIGEN WELT

Wir werden im folgenden Abschnitt die Gnosis in der heutigen Welt untersuchen, wie sie außerhalb der Kirche, zuerst im Atheismus und dann in den esoterischen Sekten blüht.

A. Atheismus

Sie ist im Atheismus auf drei Arten vorhanden:

a) weil der Atheismus mit seiner Lehre von der Evolution behauptet, daß der Mensch aus etwas weniger als sich selbst oder gar aus dem Nichts entstanden sei

b) weil der Atheismus mit derselben Doktrin andeutet, dass das Prinzip, aus dem der Mensch hervorgeht und und in das er sich dann auflöst, gleichzeitig eine höhere Realität ist

c) weil der Atheismus, wenn er Gott leugnet, den Menschen effektiv vergöttlicht

Diese Art der Gnosis, die ein positiver Atheismus ist, wird von der modernen Philosophie gepflegt, beginnend mit dem Anthropozentrismus von Descartes und fortgesetzt mit den verschiedenen modernen Systemen des Materialismus und Idealismus. Sie wird gleichermaßen durch den Buddhismus genährt, ein atheistisches System, das besagt, dass der Mensch aus dem Nichts aufsteigt und sich dann in das Nichts auflöst, das zugleich als eine höhere Wirklichkeit betrachtet wird (Nirvana).

B. Satanismus

Der Satanismus lehrt Inhalte, die sich bereits in der alten Gnosis manifestieren: Polytheismus, und hier insbesondere die Existenz von zwei Göttern: einem Guten und dem Anderen, dem Bösen; Die Schaffung der Welt durch einen Demiurgen; Die Identifizierung (des Schöpfers) mit dem bösen Gott. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Gott des Alten Testaments mit diesem bösen Gott identifiziert, der den Menschen leiden lassen will, währenddessen Satan als der gute Gott dargestellt wurde, der den Menschen befreien und glücklich machen will. Das moralische Prinzip des Satanismus ist: fac quod vis: tun, was du willst.

Der Satanismus übt einen bedeutenden Einfluß auf die anderen oben erwähnten modernen Sekten aus, worauf wir jetzt einige Worte verwenden werden.

C. Freimaurerei

Die Freimaurerei ist eine Geheimgesellschaft, die einen rationalistischen und typisch atheistischen Humanismus bekennt. In seinem Buch „Freimaurerei in seinen geheimen Dokumenten“ schreibt Léon de Poncins: „Das große Geheimnis ist in gewisser Weise die hervorragende Souveränität des Menschen. Es ist die Bestätigung der Vorherrschaft des Menschen im Angesicht der Offenbarung … Der Mensch, sagt die Freimaurerei, ist ein möglicher Gott. Sobald wir ihn sozial, international und allgemein organisieren, wird er angesichts des Gottes unserer Legenden und Alpträume, der sein Verfolger ist, lachen. Es ist die Befreiung des Menschen aus dem Göttlichen.

Die Errichtung einer politisch-religiösen Weltordnung der humanistischen Erleuchtung ist das zentrale Ziel der Freimaurerei, durch die Zerstörung des Staates (vor allem des monarchischen Staates) und der Kirche.

Sie erstrebt das erstgenannte Ziel, indem sie Revolutionen anregt, wie die russische Revolution; durch Angriffe auf die Gesellschaft und die Familie unter anderem durch Scheidung und unmoralische Bildungsprogramme einschließlich des „Gender–Konstruktes“; und durch die Förderung des Atheismus, entweder explizit oder implizit hinter einem Schleier aus Pantheismus und Polytheismus.

Sie visiert das letztgenannte Ziel an, indem sie mit ihren eigenen Mitgliedern in die Kirche eindringt und Druck von außen und innen auf sie ausübt, um sie kirchlich, liturgisch und moralisch zusammenbrechen zu lassen.

    Der Rationalismus und der Atheismus der Freimaurerei bilden die Grundlage für seinen besonderen Antagonismus gegenüber der katholischen Kirche mit dem Anspruch der letzteren, die übernatürlichen objektiven Wahrheiten in Form von Dogmen und göttlicher Offenbarung zu lehren; mit ihrer Absicht, (sie) zu leben, und andere zu lehren, nach solchen Wahrheiten zu leben.

    Die Freimaurerei manifestiert einen Satanismus auf drei besondere Weisen: in seinen pervertierten Riten, die Sakrileg und Menschenopfer einschließen; in ihrer Absicht, die katholische Kirche zu zerstören; Und in ihrem heimlichen und endgültigen Ziel, welches die Anbetung des Menschen an der Stelle Gottes ist.

   Das höchste personale Prinzip der Freimaurerei ist der »Große Architekt«, der verschieden verstanden wird, in der lehrmäßigen Verflüssigung mit der er charakterisiert ist, als Gott, Mensch oder Teufel.

Seit ihrer Geburt im achtzehnten Jahrhundert ist die Freimaurerei, eine der mächtigsten Feinde der katholischen Kirche und ihrer Ziele, welche die Herrlichkeit Gottes und die Seligkeit der Seelen sind, Gegenstand von mindestens 14 feierlichen Verurteilungen seitens der Päpste und des Heiligen Offiziums (heute Glaubenskongregation Anm. d. Übers.)

    Das Zweite Vatikanische Konzil ist, im Gegensatz dazu, ein Wendepunkt in der offiziellen Haltung der Kirche zu ihr (der Freimaurerei). Laut Abbé Daniel Leroux in seinem Buch „Pietro mi ami tu?“ (Edizioni Gotica S.92): „Durch Kardinal Bea erhielten die Freimaurer das Dekret über die Religionsfreiheit und applaudierten dem Sieg des falschen Ökumenismus und der Kollegialität.“ Derselbe Autor zitiert Begrüßungsreden von Papst Johannes Paul II. im Vatikan an die Freimaurer der „Trilateralen“ und der jüdischen Sekte „B’nai B’rith“, welche die von beiden Seiten angenommenen humanistischen Prinzipien ansprechen; Er zeigt, wie der neue Kodex des Kanonischen Rechtes (1983) die Mitglieder der Freimaurerei nicht mehr exkommuniziert und sie tatsächlich gar nicht mehr erwähnt.

D. Theosophie

Die Theosophie, ausgearbeitet von Madame Blavatska, bekräftigt, dass das Böse eines der tragenden Prinzipien der Welt, eine Notwendigkeit für Evolution und Fortschritt ist. Der Geist des Bösen, genannt Luzifer, ist die aktive Energie des Universums, ein Gesetz, das Gegensätze versöhnt und die endgültige Harmonie erzeugt. Dieses Gesetz, nach ihrer Ansicht, wird den Menschen befreien von Falschheit (die sich eindeutig auf den katholischen Glauben bezieht) und wird zu einer Selbst-Erlösung führen.

  1. Anthroposophie

Rudolf Steiners Anthroposophie dagegen identifiziert den universellen Geist, der die Gegensätze mit dem „Geist Christi“ harmonisiert, eine Lehre, die später von dem vom Glauben abgefallenen Jesuiten Teilhard de Chardin angenommen wurde. Diese Harmonie der Gegensätze umfasst die synkretistische Vereinigung aller Religionen und Philosophien. Anthroposophie lehrt zusätzlich Reinkarnation und die außersinnliche Erkenntnis des Universums.

In diesen beiden Systemen (c und d) werden verschiedene gnostische Elemente erneut vorgetragen; Im zweiten System sind sie mit dem Christentum verschmolzen. Es genügt, in Bezug auf diese beiden Theorien zu sagen, daß Gegensätze, wenn sie im Widerspruch sind (wie im Falle von Wahr und Falsch, Gut und Böse), von Natur aus unvereinbar sind; Und daher ist von „Versöhnung“ zu reden Quatsch. Ferner ist der „Geist Christi“, der als die der Welt immanente Gottheit aufgefaßt wird, auch unsinnig, da Gott, wie wir bereits ausgeführt haben, per definitionem absolut transzendent zur Welt ist.

E. New Age

Das New Age-System kann als „zeitgenössische Gnosis“ beschrieben werden. Sie stammt hauptsächlich aus der Theosophie, enthält aber auch Elemente der Anthroposophie und anderer gnostischer Doktrinen. Sie behauptet, eine neue Ära für die Welt zu eröffnen und dem Menschen den einzig verfügbaren Weg zur Rettung zu bieten. Es wird als wissenschaftlich und mystisch zugleich präsentiert. Als wissenschaftliches System propagiert sie den Slogan „Global denken“, der die Welt ganzheitlich als Teil eines Ganzen, aber auch in einer synkretistischen Weise betrachtet, indem sie Gegensätze wie Wahr und Falsch, Gut und Böse in Einklang bringt. Als mystisches System schlägt es okkulte Kenntnisse und Praktiken vor, um „höhere Welten“ zu erleben: UFOs und „Geister“, vor allem aber das als göttlich verstandene „Selbst“, das in diesem Leben und späteren Leben durch Reinkarnation entwickelt werden soll. New Age befürwortet Gefühl mehr als Verstehen; Sie ist grundsätzlich irrational und subjektivistisch.

Wir stellen vier Elemente dieser zeitgenössischen Gnosis vor, die alles im Licht von Glauben und Vernunft verfälschen.

  1. Die Selbstvergöttlichung des Menschen durch verborgenes Wissen

Dieses geheime verborgene Wissen wird in Form von Praktiken angeboten, die dem Menschen ermöglichen, den „Immanenten Gott“ zu erleben. Es wird von Leuten gelehrt, die sich als „spirituelle Meister“ darstellen. Dies erinnert an das angenehme Wissen, das Adam und Eva beim Essen der verbotenen Frucht angeboten wurde. Die fraglichen Praktiken sind in der Tat magische Praktiken für die Erreichung eines vornaturalen (und nicht übernatürlichen) Zustand der Seele. Sie sind Surrogatsakramente, die von spirituellen Lehrern, Heiligen oder Propheten vorgeschlagen wurden, um Zustände der Vereinigung mit Gott zu erreichen, die auch Surrogate sind. Sie sind Fiktionen, die der große Nachahmer Gottes und Erfinder aller Täuschung erfunden hat, welcher der Teufel ist.

Was die Idee eines immanenten Gottes anbelangt, so wiederholen wir, daß Gott absolut transzendent zur Welt ist; Er ist auch begrenzt immanent, aber nur in dem Sinne, daß er in dem Sein aller Dinge gegenwärtig ist. Dies erlaubt jedoch nicht, dass ein Ding, insofern es bewusst, wie der Mensch ist, ihn erleben kann.

2.Verborgenes Geheimes Wissen

Das Konzept des geheimen Wissens zeigt sich besonders in der gnostischen Behauptung, dass die Kirche Wahrheiten verbirgt, die für das Gut oder Glück des Menschen lebenswichtig sind. Wie der Heilige Irenäus sagt, haben die Gnostiker immer behauptet, ein größeres und tieferes Wissen zu besitzen, als das, was die Kirche offenbart hat. Ihre Kritik der Kirche an dieser Stelle erinnert an den Zweifel, den Satan in den Köpfen von Adam und Eva über den guten Willen Gottes eingepflanzt hat, als Gott ihnen verbot, von der Frucht des Baumes zu essen.

Hier können wir aber fragen, welche Erkenntnis die Kirche verbergen soll, wenn sie die Wirklichkeit in ihrem endgültigen Sinn offenbart hat: die absolute Wahrheit, welche die Allerheiligste Dreieinigkeit ist? – und wenn sie dem Menschen alle möglichen Mittel gezeigt hat, um sie zu erreichen und damit sein endgültiges Ende zu erringen, welches die Ewige Seligkeit ist? Welches Wissen soll größer oder tiefer, höher oder nützlicher für den Menschen sein?

3. Ontologischer Monismus oder Pantheismus

Diese Lehre drückt sich in der gnostischen These aus, die sogar unter den heutigen Katholiken verbreitet ist, daß die menschliche Seele ein göttlicher Funke sei oder in der These, daß die Seele und Gott aus »feiner Materie« zusammengesetzt sind. Diese sind typischerweise pantheistische und letztendlich atheistische Theorien. Die Kirche dagegen lehrt, dass Materie und Geist zwei unterschiedliche Prinzipien sind und dass Gott transzendent zur Welt ist.

4. Subjektive Wirklichkeit

Die These der subjektiven Realität entspricht der oben beschriebenen Verachtung der objektiven Wirklichkeit und korreliert mit dem logischen Monismus: dem Konzept, daß Wahr und Falsch koexistieren können.

Hinsichtlich der These der subjektiven Wirklichkeit kann man sagen: Der Intellekt wurde geschaffen, um die Wirklichkeit zu erkennen, wie das Auge geschaffen wurde, um Gegenstände zu sehen. Die Wahrheit ist die Entsprechung zwischen intellectus et res: der Intellekt auf der einen Seite und auf der anderen die res, das Objekt: die objektive Realität. Diese Entsprechung zwischen dem Intellekt und der objektiven Realität ist die Wahrheit, die objektive Wahrheit. Alles, was wir denken und sagen, denken und sagen wir als Ausdruck der objektiven Wirklichkeit. Wenn ich denke, dass ich jetzt einen Text lese, dass ich jetzt Kopfschmerzen habe, denke ich es als objektive Realität. Ich kann die objektive Realität, die objektive Wahrheit über die Dinge nicht leugnen, ohne auf meinen Intellekt zu verzichten, ohne auf die Vernunft zu verzichten. Auch wenn ich sage, dass die Wirklichkeit subjektiv ist, sage ich es als Ausdruck dessen, was ich für eine objektive Realität halte.

Der Begriff der subjektiven Wirklichkeit hat nur Sinn, wenn man Irrtümer wie die eines Verrückten beschreibt oder von der Welt der Sinne spricht: der privaten Welt der Empfindungen, Emotionen und Gefühle. Dem Begriff der subjektiven Wirklichkeit eine ontologische Substanz zu verleihen, und sie an die Stelle der objektiven Realität zu setzen, ist reine Phantasie und Illusion.

***

Hier sind einige der besonderen Irrtümer der zeitgenössischen Gnosis. Wenn wir die allgemeinen Fehler identifizieren wollten, die es mit allen gnostischen Systemen teilt, dann würden wir uns auf den Pantheismus und den Egoismus konzentrieren. Wir bemerken, daß die Fehler des Gnostizismus auch heute noch unter den katholischen Gläubigen zu finden sind, wenngleich diese Fehler dem Glauben diametral entgegengesetzt sind.

Die größte Errungenschaft der gnostischen Sekten ist vielleicht, daß sie die verworrene Kopflosigkeit als Mystik darstellt.

 

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18 Gedanken zu “Don Pietro Leone: DIE NEUE RELIGION – Gnosis und die Korruption des Glaubens (6 von 6)

  1. „Und in ihrem heimlichen und endgültigen Ziel, welches die Anbetung des Menschen an der Stelle Gottes ist.“
    Wie ist das gemeint? Durch wen sollen Menschen angebetet werden?
    Will man die Menschen in verschiedene Kategorien teilen und sollen die, die sich höher gestellt fühlen, durch die anderen, minderwertigen angebetet werden?

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    1. Nun der Rummel,der um sogenannte „Stars“,egal ob aus der Rock-und Popszene oder dem Sport betrieben wird ist doch schon eine Vorstufe der Vergötzung des Menschen.
      Wenn man sieht,wie diese Veranstaltungen regelrecht „zelebriert“ werden,mit Ritualen,passender Musik usw.,das sind doch schon ersatzreligiöse Handlungen!
      Aber wir finden das alles schon ganz normal,die Menschen merken nicht mal,was sie da eigentlich treiben,das ist das eigentlich Schlimme.

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  2. Menschen beten heute (bis auf wenige Ausnahmen) nicht mehr Gott an, was unsere Pflicht und der letzte Sinn unserer Existenz ist, (wie die Kirche heute zu Ehren der Heiligen Achilleus, Nereus, Dormitilla und des Heiligen Pankratius in der Heiligen Messe betet:…rectos decet collaudatio. Gotteslob ist Pflicht der Guten), sondern Satan will sie (die Menschen) von Gott weg zu seiner eigenen (götzendienerischen und sakrilegischen) Anbetung führen. Das geschieht schwerlich direkt, sondern wird über die Anbetung des Menschen als solchen (abstrakt) anstelle Gottes (als Zwischenschritt zur göttlichen Verehrung Satans) erreicht:

    „Der Mensch ist das Maß aller Dinge…“.

    Unserem von den Medien seit Jahrhunderten freimaurerisch vergifteten Verstand kommt dieser Satz ganz natürlich und normal vor. Es ist jedoch eine erste Form des Satanismus.

    Also nicht eine bestimmte Gruppe von Menschen betet eine andere an, sondern der Mensch als solcher und abstrakt erfährt quasi göttliche Ehren (auch wenn diese Vokabular nicht verwendet wird). Das ist jedoch Götzendienst und wie gesagt in seiner letzten Konsequenz, so schreibt Don Pietro Leone richtig, Satanismus.

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  3. Eine interessante Randbemerkung zur Geschichte der von Charles Darwin (studierte Theologie und bestand die Abschlussprüfung an der theologischen Fakultät der Universität Cambridge als zehnter von 178!) begründeten Evolutionstheorie.
    Zwei der berühmtesten Biologen des zwanzigsten Jahrhunderts, die sich mit der Evolutionstheorie befasst haben und diese um einen sehr grossenSchritt nach vorne gebracht haben, indem sie die synthetische Evolutionstheorie begründet haben, die die Erkenntnisse der Genetik, erkannt vom Augustinermönch Gregor Mendel zu Brünn im 19. Jhdt. und Molekularbiologie mit den bisher bekannten Fakten der Evolutionstheorie zur Synthese brachten, laienhaft ausgedrückt: synchronisierten, waren Ernst Mayr, geboren 1904 in Kempten im Allgäu, verstorben 2005 in Bedford (Massachusetts) und Theodosius Dobzhansky (russisch Феодосий Григорьевич Добржанский/Feodossi Grigorjewitsch Dobrschanski) geboren 1900 in Nemirow, verstorben 1975 in San Jacinto).
    Nun war der eine von beiden, Mayr, ein absoluter Atheist, der jeden noch so festen Glauben an übernatürliches und Transzendenz als „Kokolores“ rubrizierte, der andere jedoch ein überzrugter, glühender und gläubiger Christ und treues Mitglied der russisch-orthodoxen Kirche.

    Wie gesagt, beide haben im zwanzigsten Jahrhundert die Evolutionstheorie einen entscheidenden Schritt voran gebracht, obwohl sie von derartig unterschiedlicher Glaubensstruktur waren.

    Und genau deswegen ist es ein grosser Fehler, die Evolutionstheorie mit Atheismus und Unglauben gleich zu setzen und tiefe Gläubigkeit mit einer heftigen Ablehnung der Evolutionstheorie zu verbinden, wie Mayr und Dobzhansky nachgerade belegt haben.

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    1. „der andere jedoch ein überzrugter, glühender und gläubiger Christ und treues Mitglied der russisch-orthodoxen Kirche.“
      Karl Marx und Friedrich Engels waren Taufpaten von Karl Liebknecht. Ich denke man sollte ein bißchen vorsichtiger sein mit „glühenden gläubigen Christen“ die an die Evolution glauben. Der Atheist braucht die Evolution wie ein ertrinkender das rettende Ufer, er kann ohne sie nicht leben. Der gläubige Katholik zb. kann sehr gut ohne diese Theorie leben, er braucht sie nicht. Charles Darwin hat also Theologie studiert und war zehnter in der Abschlußprüfung! Das glaube ich ohne eine Sekunde zu zögern, mich wundert nur das er nicht erster war.
      „Und genau deswegen ist es ein grosser Fehler, die Evolutionstheorie mit Atheismus und Unglauben gleich zu setzen und tiefe Gläubigkeit mit einer heftigen Ablehnung der Evolutionstheorie zu verbinden, wie Mayr und Dobzhansky nachgerade belegt haben.“
      Ist ihnen klar wenn die Evolutionstheorie zum unumstößlichen Gesetz wird das dann jeder kranke, behinderte und schwache Mensch in aller größte Gefahr gerät. Und es kann dann jeden erwischen.
      Per Mariam ad Christum.

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      1. Also vom Beleg oder nicht Beleg einer wissenschaftlichen Theorie, eines Paradigmas das Überleben von Menschen abhängig zu machen, halte ich für sehr, sehr weit hergeholt. Ich weiss zwar, dass Sie glauben dass von unserem Gottesglauben unsere Moral und Ethik abhängt, aber das ist nichts als katholisches Wunschdenken.

        Wie zum Beispiel sollte es in Weltgegenden Moral und Ethik geben, die sich bisher Jahrhunderte lang mit Erfolg gegen christliche Missionierung gewehrt haben und wo deswegen das Christentum eine eher marginale Rolle spielt?
        In Japan herrsch kein barbarisches Chaos, bar jeglicher Gesetzlichkeit. Auch in China kann man relativ normal leben, bis auf die Einschränkungen durch die einparteien-Diktatur. Aber mit so etwas hatte die römisch-katholische Kirche noch nie Probleme, wenn ich da an die klerikal-faschistischen Diktaturen von Dollfuss oder Franco denke.
        Ihre Aussage, dass der Atheist die Evolutionstheorie brauche, wie ein Ertrinkender das Ufer ist bar jeglichen Belegs. Aber WENN jemand glaubt sein Weltbild damit unterfüttern zu müssen, stehen ihm wenigstens ein starkes Fundament zur Verfügung. Es gibt kaum eine wissenschaftliche Theorie, für die es in so vielen verschiedenen Disziplinen der Biologie so vielfältige, belastbare Belege gibt. Von der Paläobotanik, über die Morphologie und Cytologie der Pflanzen, deren Physiologie bis zur Physiologie des Menschen, die Molekularbiologie, Virologie und Bakteriologie und Genetik. Überall finden Sie Belege für das Funktionieren der Voraussagen dieses Paradigmas.
        Und genau diese Überlegungen sind es, die heute unsere Erfolge in der Krebstherapie bedingen, bei denen die Monoklonalen Antikörper wie Herceptin, Avastin, Tarceva et alii den Patientinnen und Patienten immer mehr umd mehr lebenswertes Leben ermöglichen, trotz ihrer ernsten Erkrankung.
        Also die Atheisten benötigen die Evolutionstheorie nicht, die meisten kennen sie auch gar nicht. Die Atheisten brauchen eigentlich nur den kategorischen Imperativ und unser Grundgesetz als Wertekanon. Aber die Menschen brauchen die Evolutionstheorie. Sie ermöglicht ihren Kranken längeres und besseres Leben, zum Beispiel von Müttern und Kindern mit ernsthaften Erkrankungen.

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  4. Von dieser Serie bin ich so angetan, dass sich schon aus diesem Grund eine baldige Spende lohnt.
    Die Übersetzung scheint mir sehr kon-genial durchgeführt.
    Da der Übersetzer offenbar mitliest, erlaube ich mir eine Frage. Der Satz „New Age befürwortet Gefühl mehr als Verstehen“: ist damit gemeint, das Gefühl bekommt Vorrang vor dem rationalen (=objektiven) Verstehen?
    So wie ich die Esoteriker kenne reden sie nämlich ständig davon, dass man für Jedermann Verständnis haben muss – nämlich vom subjektiven Gefühl her.
    Vielen Dank im voraus.

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    1. @ Neukatholikin

      Genau das heißt es.

      Dadurch, dass der Mensch als höchstes Wesen angesehen wird (Selbstvergöttlichung) ist er auch selbst der einzige und unfehlbare Maßstab seiner selbst und alles anderen (Subjektivismus). Eine Ausrichtung an der objektiven Realität entfällt, da sie angeblich nicht erkennbar sei (Agnostizismus). Dann bleibt nur das innere Erleben (und Erfühlen) als Erkenntnisquelle. (unbedingt die Enzyklika Pascendi (siehe unten)von Pius X. lesen (langsam Seite für Seite und immer wieder)!!!)

      Das erlaubt dann, objektive Unterschiede zu negieren und das fundamentale Widerspruchsprinzip, das besagt, dass ein Ding nicht gleichzeitig sein Gegenteil sein kann, zu umgehen und endet im Schwachsinn und der Sophisterei.

      Bestes Beispiel dafür ist die zeitgenössische Theologie im Novus Ordo bereich. Die oben beschriebene (Denk)Methode nennt man in der Theologie die Häresie des Modernismus und das Gefühl wird dann durch diese Methode in der Tat wichtiger und allentscheidend gegenüber der Vernunft.

      Pascendi: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Pascendi_dominici_gregis_(Wortlaut)

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  5. @F.M.
    „Ich weiss zwar, dass Sie glauben dass von unserem Gottesglauben unsere Moral und Ethik abhängt, aber das ist nichts als katholisches Wunschdenken.“‚
    Sind sie katholisch?
    „Aber die Menschen brauchen die Evolutionstheorie. Sie ermöglicht ihren Kranken längeres und besseres Leben, zum Beispiel von Müttern und Kindern mit ernsthaften Erkrankungen.“
    Das merkt man besonders wenn ungeborene Kinder wegen eines oder angenommenes Down-Syndrom abgetrieben werden.
    „Überall finden Sie Belege für das Funktionieren der Voraussagen dieses Paradigmas.“
    Ja ich weiß denn die Erfindung des Auges hat die Evolution nachts nach einem Kneipenbesuch entwickelt, rein zufällig selbstverständlich.
    „Aber mit so etwas hatte die römisch-katholische Kirche noch nie Probleme, wenn ich da an die klerikal-faschistischen Diktaturen von Dollfuss oder Franco denke.“
    Ja ich weiß sie sind kein Freund der katholischen Kirche und lieben die Evolutionstheorie. Dollfuß und Franco waren Faschisten? Man lernt nie aus denn ich dachte immer Mussolini wäre der einzige wahre Faschist.
    „Also die Atheisten benötigen die Evolutionstheorie nicht, die meisten kennen sie auch gar nicht.“
    Sie scheinen sich im Atheismus und unter Atheisten gut auszukennen aber was suche sie in einem katholischen Forum? Den Sozialdarwinsmus finden sie doch besser wo anders.
    Per Mariam ad Christum.

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  6. Sie können über die Evolutionstheorie spotten so viel Sie wollen, ich habe, als Molekularbiologe und Genetiker im Rahmen meiner länger als dreissigjährigen Tätigkeit für den Weltmarktführer bei den Onkologika die Entstehung mehrerer Generationen neuer Krebsmedikamente begleitet, deren Entwicklung auf Grund der Evolutionstheorie im Zusammenhang mit deren Gültigkeit für unsere Genetik gelang. Wenn Sie sich die Erfolge in der Krebstherapie des letzten Vierteljahrhunderts ansehen, sehen Sie direkt die Richtigkeit der Evolutionstheorie. Ein bedonders herausragender Erfolg trat nach Jahrzehnte langem Stillstand bei der Bekämpfung des malignen Melanoms ein, einem extrem aggressiven Hautkrebs. Wir schrnken Leben, keinen Spott.

    PS: Ihre Bemerkung über Sozialdarwinismus habe ich von guten Katholiken schon öfter gehört. Glaubt man in Ihren Kreisen ernsthaft, dass hierbei ein wie auch immer gearteter Zusammenhang mit der Evolutionstheorie besteht? Das würde einige Ihrer Fehlschlüsse erklären.

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    1. @FM

      Die Erfolge zB in der Entwicklung neuer Medikamente basieren auf der biologisch bewiesenen Tatsache der Mikroevolution. Deo gratias!

      Der Fakt der Mikroevolution ist aber kein Beweis für die philosophisch behauptete Makroevolution in der Hypothese der Evolutionstheorie.

      Es gibt so viele biologische Fakten, die aus wissenschaftlicher Sicht die Hypothese der Evolution unwahrscheinlich machen, dass ich persönlich als naturwissenschaftlich geschulter Mensch aus logischen und wissenschaftlichen Gründen andere Erklärungsphilosophien für die Geschichte der Schöpfung bevorzuge.

      Empirisch beweisbar ist die Evolution schon methodisch nicht. Es war schlicht keiner dabei.

      Von daher bezieht die Argumentation immer philosophische Axiome ein, die oft verschwiegen, immer präsent sind und deswegen unbewußt vorausgesetzt werden.

      Eine redliche Diskussion verweist die Evolutionshypothese dahin, wohin sie gehört. Sie ist eine interessante philosophische Erklärungshypthese, die manches erklärt, nicht beweisbar ist und vielem widerspricht.

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  7. „ich habe, als Molekularbiologe und Genetiker im Rahmen meiner länger als dreissigjährigen Tätigkeit“
    Das interessiert mich überhaupt nicht was sie in dieser Welt darstellen. Für mich ist nur der Gott interessant zu dem ich getauft bin. Krebstherapien hin oder her ihr werdet ihn nie besiegen das Gegenteil ist der Fall, es wird immer schlimmer.
    „Wir schrnken Leben, keinen Spott.“
    Mich interessiert die Ewigkeit bei meinem Vater im Himmel. Die paar Jahre auf dieser Welt könnt ihr euch schenken. Ich weiß nicht ob ich in dieser Nacht schlecht geschlafen habe aber diese zwei Buchstaben F.M. lassen mich etwas komisch denken. Ist es das was ich vermute oder habe ich schlecht geschlafen.
    Per Mariam ad Christum.

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    1. Das interessiert mich überhaupt nicht was sie in dieser Welt darstellen. Für mich ist nur der Gott interessant zu dem ich getauft bin.

      Ich will mir die Mühe machen Ihre einzelnen Aussagen zu beantworten, aus denen ja ein gerüttelt Mass an Verachtung für diese Welt und die Menschen in ihr spricht. Diese Verachtung, speziell für den Menschen mit seinem weltlichen Leib dürfte es auch sein, die dem römisch katholischen Klerus nicht nur gähnend leere Beichtstühle, sondern überhaupt den Niedergang der Kirche beschert hat, nachdem die gesellschaftlichen Zwänge zu religiösem Wohlverhalten entfallen sind.

      Krebstherapien hin oder her ihr werdet ihn nie besiegen das Gegenteil ist der Fall, es wird immer schlimmer.

      Eine laienhafte Fehleinschätzung der Wirklichkeit. Verzeihlich, angesichts Ihrer transzendentalen Präferenzen; verbrecherisch, wenn diese Einschätzung Ihren Kindern eine notwendige Krebstherapie vorenthalten würde.

      Mich interessiert die Ewigkeit bei meinem Vater im Himmel. Die paar Jahre auf dieser Welt könnt ihr euch schenken.

      Das sagen Sie Ihrem krebskranken Kind, das heute zum Beispiel bei Leukämie eine vielfach höhere Heilungschance hat, als noch vor dreißig Jahren? Mit dieser Begründung könnten Sie Ihrem Kind auch die rettende Blinddarmoperation verweigern. Und dann gnade Ihnen Gott!

      Gott mit Ihnen, Sie benötigen seine Gnade wohl dringender als sehr, sehr viele andere Menschenkinder hienieden.

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  8. @F.M.
    „Das sagen Sie Ihrem krebskranken Kind, das heute zum Beispiel bei Leukämie eine vielfach höhere Heilungschance hat, als noch vor dreißig Jahren?“
    Sie sollten erstmal richtig lesen lernen, ich habe von mir gesprochen.
    „Eine laienhafte Fehleinschätzung der Wirklichkeit. Verzeihlich, angesichts Ihrer transzendentalen Präferenzen; verbrecherisch, wenn diese Einschätzung Ihren Kindern eine notwendige Krebstherapie vorenthalten würde.“
    Was wissen sie von meinen Kindern? Nichts!
    „Gott mit Ihnen, Sie benötigen seine Gnade wohl dringender als sehr, sehr viele andere Menschenkinder hienieden.“
    Also der Gott an dem sie glauben auf dessen Gnade möchte ich doch lieber verzichten.
    Per Mariam ad Christum.

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    1. Genesis bringt auch eine Evolutionstheorie (halt innert 6 Tagen, was man ja symbolisch verstehen kann)!
      Hauptsache man vermischt nicht göttlichen Geist oder menschliche Seele mit der Materie wie der gnostische Betrüger Teilhard de Chardin.

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  9. @F.M. Sie sind Molekularbiologe und Genetiker.
    Dann wissen Sie vielleicht, warum man bei den nicht künstlich hergestellten Herzklappen nicht die von Menschenaffen, sondern (meines Wissens, das könnte sich inzwischen geändert haben) die von Schweinen nimmt.
    Wie passt das zur Evolutionstheorie?

    Das ist eine ernst gemeinte Frage eines medizinischen (und theologischen) Laien, falls sie hier Spott lesen, legen Sie ihn bitte beiseite, so ist das nicht gemeint.

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  10. Die Heiden – und somit z.B. die meisten Ihrer maiores – sollten Sie nicht als Gnostiker anpöbeln: Diese beteten nicht sich selbst an, sondern Gott in Welt, d.h. die ewigen Ideen in der sterblichen Materie.
    Auch war DESCARTES katholisch, im Gegensatze zu z.B. den aristotelischen Scholastikern mit ihrem mechanistischen Immanentismus. (GOMEZ DAVILA: „Thomisten und Marxisten können ihr Personal untereinander austauschen.“)
    Zudem ist die SatansKirche weitaus komplizierter gewesen, als hier beschrieben; immerhin haben Sie sehr recht, dass der Gnostizismus nicht dualistisch ist, sondern monistisch, womit Sie schon einmal mehr erkannten als die heutigen FachSpezialisten…

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  11. Die Heiden – und somit z.B. die meisten Ihrer maiores – sollten Sie nicht als Gnostiker anpöbeln: Diese beteten nicht sich selbst an, sondern Gott in Welt, d.h. die ewigen Ideen in der sterblichen Materie.
    Auch war DESCARTES katholisch, im Gegensatze zu z.B. den aristotelischen Scholastikern mit ihrem mechanistischen Immanentismus. (GOMEZ DAVILA: „Thomisten und Marxisten können ihr Personal untereinander austauschen.“)
    Zudem ist die SatansKirche weitaus komplizierter gewesen, als hier beschrieben. Immerhin haben Sie sehr recht, dass der Gnostizismus nicht dualistisch ist, sondern monistisch, womit Sie schon einmal mehr erkannten als die heutigen FachSpezialisten…

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