Don Pietro Leone: DIE NEUE RELIGION – Gnosis und die Korruption des Glaubens (3 von 6)


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 II   Gnosis in der pervertierten Kabbala

Wir sagten, die Gnosis wurde unter den Menschen der ersten Zeit im Sündenfall sichtbar.

Bevor wir jedoch fortfahren, müssen wir feststellen, dass sie sich schon viel früher manifestierte, nämlich im Fall der Engel. Denn da das Wesen eines Dinges durch sein letztliches Ziel bestimmt ist, können wir das Wesen der Gnosis als den Versuch des Geschöpfes identifizieren, sich selbst zu vergöttlichen. Das aber war schon bei der Rebellion der Engel geschehen. Luzifer und die anderen Engel wünschten, sich selbst zu Gott zu machen, das aber ohne Gott: nur durch ihre eigenen, alleinigen und natürlichen Bemühungen  Die Konsequenz war ihr Fall(en) und ihre Umwandlung von Engeln in Teufel.

Die Gnosis geht in ihrem Wesen also zurück auf den allerersten Moment des Universums, auf die erste freie Handlung geistbegabter Geschöpfe. Von hier aus hat sie sich durch die Jahrhunderte hindurch entwickelt, wobei sie immer größere moralische und religiöse Ausmaße annahm. Sie wandelte auf verschiedenen Pfaden, entsprechend den Religionen und Völkern, die sie heimsuchte, sei es Hinduismus, Buddhismus, Judaismus, sei es das persische oder das ägyptische Volk oder welches auch immer.

Wir werden uns nun auf die Jüdische Religion konzentrieren, weil, wie auch Don Julio Meinvielle meinte, diese die einflußreichste Art der Gnosis in der modernen Welt ist.

Nun, die jüdische Gnosis ist eine Perversion der Kabbala. Die Kabbala, vor ihrer Pervertierung, machte die mündliche Tradition des Alten Testamentes aus. Der authentische jüdische Glaube, welcher der katholische Glaube vor der Ankunft des Herrn war, hatte eine zweifache Überlieferung: eine geschriebene und eine mündliche Tradition, genau wie der katholische Glaube.

Die mündliche Tradition, sozusagen die Ur–Kabbala, lehrte den Menschen die grundlegenden Wahrheiten der Natur und der Gnade, die für die Erlösung notwendig sind, sie sprach von der Natur Gottes und SEINEN Eigenschaften, von reinen Geistern und dem nicht-sichtbaren Universum, und enthielt sogar Lehren über die Allerheiligste Dreifaltigkeit und die Inkarnation Gottes vor SEINEM Erscheinen in der Welt.

Wie auch immer unterlag diese erhabene und mystische Tradition einem Prozess der Pervertierung durch den Einfluss der ägyptischen Gnosis. Die ägyptische Gnosis datierte auf eine Zeit 3000 Jahre vor dem Kommen des Herrn, und damit natürlich bis an den Beginn der Zeit. Die Pervertierung geschah während des Exiles des jüdischen Volkes in Ägypten im 14. Jahrhundert vor Christus, und dann in weitaus schädlicherer Art und Weise in Babylon im 6. Jahrhundert vor Christus.

Ein Teil dieses Einflusses bestand in magischen Praktiken und ein anderer in falschen Glaubenssätzen. Die falschen Lehren waren Negationen der Göttlichen Offenbarung, die im vorchristlichen Jüdischen Glauben enthalten waren, und können, wie wir im ersten Teil feststellten, als Häresien sensu lato betrachtet werden. Diese Irrtümer nisteten sich selbst in der jüdischen mündlichen Tradition ein und stellen eine Entwicklung der zentralen gnostischen Lehren dar.

Folgende zwei Lehren wollen wir nun untersuchen:

A. Die Transformation des Menschen zu Gott

B. Der Monismus zwischen Mensch und Gott.

Wir wollen diese beiden Lehren in ihren verschiedenen Entfaltungen, zuerst im Licht des Glaubens und dann im Licht der Vernunft betrachten.

A. Die Transformation des Menschen zu Gott

Die Lehre der Umwandlung des Menschen in Gott  wird als ein evolutiver Prozess ausgearbeitet, und enthält folgende Elemente:

  1. Die Entstehung Gottes, der Welt und des Menschen aus Nichts
  2. Die Reinkarnation
  3. Die schrittweise Vervollkommnung und Verwirklichung von Gott und Mensch
  1. Die Entstehung Gottes, der Welt und des Menschen aus Nichts

Der Glaube lehrt uns, dass Gott ewig existiert und keinen Beginn in der Zeit hat. Er lehrt uns auch, daß die Welt und der Mensch nicht von selbst entstanden sind, sondern Gott hat sie geschaffen und gemacht aus nichts, ex nihilo: und zwar nicht aus einer präexistenten Substanz, sondern aus nichts in dem Sinne, daß da wirklich keinerlei prä existente Substanz war.

Darüber hinaus  lehrt uns die Vernunft, dass nichts aus dem Nichts kommen kann, da nichts, per Definition, nicht existiert.

  1. Reinkarnation

Im Hebäerbrief lesen wir (9/27Allioli): „und gleichwie es dem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht folgt…“ Der Glaube lehrt uns zusätzlich, dass die menschliche Seele einer positiven Entwicklung fähig ist, aber nicht durch wiederholte Reinkarnationen, sondern durch die Arbeit der moralischen Vervollkommnung und Heiligung.

Die Vernunft lehrt, dass Reinkarnation unmöglich ist, weil jede menschliche Seele das Prinzip (die Form im thomistischen Sinne) des eigenen menschlichen Körpers ist: die menschliche Seele kann keinen nicht menschlichen Körper (in)formieren, und kann keinen anderen, als den eigenen menschlichen Körper (in)formieren.

  1. Die schrittweise Vervollkommnung und Verwirklichung von Gott und Mensch

Der Glaube lehrt, dass Gott unveränderlich ist und sich nicht wandelt. Der Heilige Jakobus schreibt (1,16-17 Allioli):

„Irret also nicht, meine geliebten Brüder! Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von oben, herabsteigend vom Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung statthat, noch ein Schatten von Wandel ist.“

Die Vernunft teilt uns ebenfalls mit, daß Gott, wie oben gesagt, transzendent und unveränderlich per definitionem ist. Wenn sich etwas im Menschen ändert, ist es nicht Gott.

Wir fügen eine letzte logische Kritik hinzu, die für alle drei evolutionistischen Lehren gültig ist: das Größere kann nicht aus dem Kleineren kommen, Substanz kann nicht aus dem Nichts hervorgehen, Gott kann nicht aus dem Menschen hervorgehen, die Seele kann nicht sich selbst im Laufe aufeinanderfolgender Leben reinigen.

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