Wir basteln uns einen Hausaltar (1 von 8) Heilige Räume schaffen


hausaltar

Einführung: Heilige (Privat-)Räume schaffen

Anm. der Red.: Da es sich hierbei um einen theologischen Blog und um keinen Bastel-Blog handelt, so wird den eigentlichen Bastel- und Einkaufstipps zur Errichtung eines Hausaltars eine theologische Einführung vorangestellt. Alle, die mehr am Praktischen interessiert sind, bitten wir um Geduld. Zuerst die Theologie also, dann das Basteln, sonst landen wir im Novus Ordo und dem Kinderbastelkram im Altarraum und das wollen wir doch nicht, gell?

Da unsere, nennen wir es, praktischen Beiträge über den Betstuhl und den Reisealtar sich einer großen Beliebtheit erfreuen und uns viele Leser deswegen anschreiben, daher wollen wir diese Reihe damit fortsetzen, dass wir Tipps zur Zusammenstellung eines Hausaltars oder einer Gebetsecke vorstellen. Obwohl der Schreiber dieser Zeilen seit seinem 16 Lebensjahr wirklich regelmäßig betet, früher hatte er zumindest Kindergebete verrichtet, so kam er erst in seinem vierten Jahrzehnt in den Besitz eines richtigen Hausaltares, den er sich nach und nach zusammenstellte. Warum so spät? Gute Frage. Er hatte meistens alleine gewohnt, war es ohnehin daran gewöhnt tun und lassen, was er für richtig hielt, wurde zwar wegen seiner Frömmigkeit immer verlacht, dennoch hielt sich die Boshaftigkeit in Grenzen und er kann diese recht späte Einrichtung eines Hausaltars nicht auf direkte fremde Einflüsse oder wie man im deutschsprachigen Raum gerne sagt auf „die Gesellschaft“ oder auf „das soziale Umfeld“ schieben. Er hatte sich selbst irgendwie des äußeren Kultes geschämt und wurde wirklich von allen Priestern und anderen Geistlichen, die er kannte, von Laien sowieso, darin unterstützt, welche ihm immer sagten:

  • „Man soll es ja nicht übertreiben…“

  • „Bloß nicht zu viel..“

  • „Das ist doch kein Kloster…“

  • „Das brauchst Du nicht … Du bist Laie …“

Wen stören aber die Kultgegenstände wirklich? Die Dämonen natürlich, nicht die Menschen. Denn alle Sakramentalien, wie Kultgegenstände oder auch Gebete wirken dämonenabweisend, da sie einen heiligen Raum schaffen, der natürlich von der Heiligkeit des Beters abhängig ist, da das Gebet ex opere operantis wirkt, also „durch das Werk des Wirkenden“, im Gegensatz zu den Sakramenten, welche ex opere operato – „durch das gewirkte Werk wirken“. Interessanterweise haben die meisten Menschen überhaupt keine Probleme damit, dass jemand zuhause eine Buddha-Statue besitzt, andere heidnische Gottheiten, islamische Teller oder was auch immer vorweisen kann. Dies gilt als „künstlerisch wertvoll“, „originell“, „spirituell“ oder wenigstens „kultiviert“ etc. Versuchen Sie aber irgendwo eine Marienstatue oder gar ein Kruzifix hinzustellen. „Mittelalter“, „Inquisition“, „religiöser Fanatismus“, „Kreuzzüge“, „ja nicht übertreiben“ etc. Die Menschen, die so etwas sagen, handeln wirklich reflexartig und wollen Sie in den meisten Fällen nicht beleidigen, aber der Ausdruck des Ekels oder des Abscheus verlässt sie nicht. Sie sind irgendwie verschreckt und beschämt, obwohl sie es vor sich selbst und vor Ihnen verstecken wollen. Diese Reaktion betrifft hauptsächlich schwere Sünder, also getaufte Christen, mehr Katholiken als Protestanten, ahnungslose Atheisten sind da irgendwie milder. Die größte Abscheu und Ekel vor dem Sacrum werden Sie aber bei Besessenen erleben. Eine gesegnete Medaille oder ein Kreuz wird diese Menschen während der dämonischen Manifestationen beim Exorzismus wirklich brennen, das Weihwasser ätzen, was kein Wunder ist, da sich in diesen Momenten der Dämon ihrer Körper bemächtigt. Sie haben keine Gewalt über ihren Körper, manchmal haben sie ganz große Probleme überhaupt eine Kirche zu betreten. Ja, ja, es sind empirische Erfahrungswerte von Menschen die Exorzismen durchführen oder bei ihnen assistieren. Aber eine schwächere Reaktion auf sakrale und, was wichtig ist, geweihte Gegenstände werden sie auch bei Nicht-Besessenen erleben. Es sind wirklich Dämonen, die uns diese Gedanken einflüstern. Der Schreiber dieser Zeilen hatte auch wirklich jahrelang kein Kreuz oder keine Medaille getragen oder seit der Kindheit nicht regelmäßig getragen, weil es ihm irgendwo vorkam, dass dies nicht elegant, unmännlich, nicht geschmackvoll genug sei und übertrieben ohnehin. „Gott schaut aufs Herz“, hatte man ihm immer gesagt. „Das Kreuz oder die Medaille allein hilft nichts“. Es ist genau umgekehrt. Natürlich hilft sie, da sie Gnade ex opere operantis spendet. Wir werden uns diesem Thema theologisch in diesem Beitrag noch widmen, wenn wir über die Sakramentalien schreiben werden. Obwohl aber der Schreiber dieser Zeilen recht durchsetzungsfähig ist und immer auch kleidungs-oder modetechnisch das tat, was er wollte, so schien ihm jahrelang, dass ein Kreuz oder eine Medaille irgendwie ein No Go ist und erwartete tatsächlich eine halbe Christenverfolgung als er sie zum ersten Mal seit seiner Kindheit um seinen Hals trug. Natürlich passierte nichts, aber solche Versuchungen waren ihm beim Kauf von Kultgegenständen und der Einrichtung des Hausaltars nicht fremd.

Sie selbst, liebe Leserinnen und Leser, werden sicherlich auch solche Ängste verspüren und diese Art der Gedanken haben. Sie kommen alle vom Feind. Warum will er das nicht? Weil er natürlich keine heiligen Räume möchte an denen man betet und Gott das Gebetsopfer, welches unsere Geistlichen unterlassen, bringt.  Unsere Kirchen sind doch so gut wie entweiht oder sie sind buchstäblich entweiht, da sie als Flüchtlingsunterkünfte oder Discos (Kölner Dom unter Woelki) missbraucht wurden. Novus Ordo ist Gott nicht genehm und alle liturgischen Missbräuche sind Sünden. Die Sakrilegien, die auf Geheiß der DBK – Kommunion an Ehebrecher – jetzt ganz offiziell stattfinden werden, sind weitere schwere Sünden. In unseren Kirchen wird leider seit Jahrzehnten schwer gesündigt. Wie?

  • Zelebrierender Priester nicht im Gnadenstand, da Konkubinarier: schwere Sünde
  • Kommunionempfang vom Gläubigen nicht im Gnadenstand, da Ehebrecher (WVG nach der DBK-Terminologie) oder jahrzehntelang nicht gebeichtet: schwere Sünde
  • Messsimulation durch Priester, welche die Intention unterdrücken oder nicht die notwendige Intention haben (Messe oder Beichte ungültig): schwere Sünde
  • Liturgiemissbräuche seitens der Priester und der „Mitwirkenden“: leichte bis schwere Sünde
  • Fehlende Andacht oder unrechtes Benehmen in der Kirche: leichte Sünde

Dieser stehende geistliche Smog, der sich in unseren Kirchen breit macht, ruht also daher. Sollten Sie aber irgendwo in einer Klosterkapelle sein, wo heiligmäßige Menschen leben und beten, so werden Sie mit solch einer Heiligkeit und Reinheit konfrontiert, da Sie selbst sich sehr unwürdig, bußfertig und reinigungsbedürftig fühlen, sodass Sie Angst haben werden Gott durch ihre schiere Anwesenheit zu beleidigen oder diesen Ort zu verunreinigen. Solche Kapellen sind wirklich sehr selten, Abtei Fontgombault ist eine gute Adresse und es ist nicht verwunderlich, dass es in den Klöstern einen Klausurbereich gibt, damit die Nicht-Mönche einem nicht den geistlichen Schmutz ins Haus bringen. Man braucht wirklich länger, um zu „putzen“, d.h. diesen Dreck geistlich zu neutralisieren, durch Gebet, Buße, Sühne, Nachtwachen, Fasten etc. bis sich diese Räume sozusagen geistlich erholen, indem die „Ausdünstungen“ von Sündern denen der Heiligen weichen. Ist es nicht eine eingebildete Spinnerei, was wir hier schreiben? Nein, denn es gibt ihn wirklich – den Sensus fidei – den Glaubenssinn, den man wirklich mit einer geistlichen Wahrnehmung gleichsetzen kann. Viele Menschen sprechen von der geistigen Atmosphäre der alten Kirchen, was nicht nur ästhetisch, sondern auch spirituell gemeint ist. Wenn Sie sich geistlich weiterentwickeln werden, werden Sie es spüren, falls Sie es noch nicht tun sollten. Ein ausgebildeter Aufnahmeingenieur der Kölner Musikhochschule hört doch auch Dinge, die fast kein Mensch hört, weil sein Gehörsinn dermaßen subtil und ausgebildet ist, das er zwischen Achteltönen oder auch weniger unterscheiden kann. Dies ist keine übernatürliche Fähigkeit, sondern Veranlagung und sehr viel Training. Im Übernatürlichen ist es ähnlich, da die Gnade Gottes, die in Ihnen, hauptsächlich durch die Sakramente, aber auch durch Sakramentalien wirkt, sie diese Unterscheidung lehrt. Es ist auch nicht schwierig besser zu sehen, wenn man mehr Licht hat. Da es also so um unsere Kirche und Kirchen steht, besonders diese im deutschsprachigen Raum, was hauptsächlich unseren, Gott sei’s geklagt, Bischofskonferenzen zu verdanken ist, so müssen wir, liebe Leserinnen und Leser, es „herausreißen“ und unsere Wohnstätten zu kleinen, heiligen Räumen oder zu „Hauskirchen“ umfunktionieren. Und wodurch? Dadurch, dass wir eine Gebetsecke oder einen Hausaltar errichten.

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4 Gedanken zu “Wir basteln uns einen Hausaltar (1 von 8) Heilige Räume schaffen

  1. Schöner Text!
    Ich habe mal gehört „Wenn es keine Pferde mehr gibt, muss man auf Eseln reiten“ . Verstanden habe ich es so : „Wenn es keine halbwegs heiligen Priester mehr gibt, muss man als Laie versuchen, fromm und geistig zu leben, soweit man dazu in der Lage ist.“

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      1. Schon klar. Ich meine doch nur, es wäre schön, wenn man durch den Umgang mit heiligen Priestern den rechten Weg geführt würde – und wenn diese nicht verfügbar sind, muss man versuchen, trotzdem die Kurve zu kriegen. Sei es durch Rosenkranz, Bußpsalmen, stilles Gebet, Lektüre von Büchern aus besseren Zeiten.

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