Der Seiko-Mariensamstag (4 von 5): Votivmesse am Samstag und Maria


Votivmesse an Samstag ist Maria gewidmet

Schon im VIII Jhdt. sind Votivmessen zur Ehren der Mutter Gottes nachweisbar. Im 9. Jahrhundert verbreitete sich die Gewohnheit, den Samstag ganz Maria zu weihen.[1] Es war aber der Hl. Alkuin (735-804), der Benediktiner, welcher am Hof Karls des Großen wirkte und die karolingische Liturgiereform vorantrieb, diesmal zur Abwechslung eine positive, welcher wir den Mariensamstag verdanken. Wie der Seite Marian Catechist Apostolate, die wir hier fast wörtlich zitieren zu entnehmen ist:

„Alkuin verfasste verschiedene Formeln für Votivmessen für jeden Tag der Woche, darunter zwei zur Ehren Mutter Gottes am Samstag. Diese Praxis wurde schnell und begeistert sowohl von Klerus und Laien angenommen, die Messe [Alkuins] zur Ehre der seligen Jungfrau Maria am Samstag wurde wahrscheinlich zum Commune[2] zur Ehre der seligen Jungfrau Maria der nachfolgenden Messbücher.

Es gab mehrere theologische Gründe diesen Tag Maria zu widmen. Ein Missale aus dem XV. Jhd. gibt mehrere dieser Gründe in einem Hymnus an: Samstag ist der Tag, an dem die Schöpfung vollendet wurde; daher wird er auch als Tag der Erfüllung des Heilsplans gefeiert, dessen Verwirklichung durch Maria stattfand. Sonntag ist der Tag des Herrn, so schien es angebracht, den Vortag als den Tag Mariens zu begehen. Darüber hinaus, wie Genesis beschreibt, Gott ruhte am siebten Tag, Samstag. Der siebte Tag, und der jüdische Sabbat ist Samstag; wir ruhen am Sonntag, weil wir die Auferstehung als unseren Sabbat feiern. Parallel dazu ruhte Jesus im Schoß Mariens und anschließend in ihren liebenden Armen von der Geburt an bis zu dem Zeitpunkt, als sie seinen leblosen Körper am Fuße des Kreuzes hielt; so lässt sich sagen, dass Christus-Gott in Maria ruhte.

Die großen Theologen des 12. und 13. Jahrhunderts, Hl. Bernhard von Clairvaux , Thomas von Aquin und Bonaventura, erklärten die Widmung des Samstags an Maria durch die Grabesruhe  Christi. An diesem ersten Karsamstag, während alle anderen Christus verlassen hatten, hielt Maria an ihrem Glauben fest, indem sie nicht für einen Moment am Versprechen ihres Sohnes aufzuerstehen zweifelte. Wie in dem päpstlichen Dokument Direktorium zur Volksfrömmigkeit und Liturgie angegeben wurde, wird der Samstag als Gedenken der Jungfrau Maria gefeiert als „eine Erinnerung an das mütterliche Vorbild und Jüngerschaft der Seligen Jungfrau Maria, welche, durch Glauben und die Hoffnung gestärkt, am Karsamstag an dem unser Herr im Grabe lag, die einzige unter den Jüngern Jesu war, welche eine Wache in der Erwartung der Auferstehung des Herrn hielt; Samstag ist also ein Auftakt und Einführung in die Feier des Sonntags, welcher das wöchentliche Gedenken der Auferstehung Christi ist; der Samstag ist ein Zeichen dafür, dass die „Jungfrau Maria ständig gegenwärtig und wirksam im Leben der Kirche ist.“

Der Brauch Samstagsmessen Maria zu widmen, wurde vor allem in den Klosterkirchen von verschiedenen Ordensgemeinschaften gefördert und  konnte sich schnell in der ganzen Kirche verbreiten. Daher erhielt in den frühen christlichen Jahrhunderten  der Samstag einen marianischen Unterton und gerade dieser Tag wurde mit Maria verbunden.

Während des zweiten Jahrtausend des Christentums, haben andere große Seelen diese frommen Andachten gefördert und verfeinert. Kardinal Petrus Damiani († 1072) förderte die Feier der Marien-Samstage. Während der Zeit der Kreuzzüge, startete Petrus von Amiens mit einer Vortruppe der Kreuzritter Richtung Konstantinopel an einem Samstag, dem 8. März 1096, wobei er sich  unter den Schutz der seligen Jungfrau stellte. Papst Urban II (1088-1099) ermahnte die Gläubigen die kleinen Horen zu Ehren der allerseligsten Jungfrau für die Kreuzfahrer zu beten.

In den folgenden Jahrhunderten wurden die Mariensamstage in mehreren Andachten der Partikularkirchen zum Ausdruck gebracht. Dies war der Tag, an dem die Gläubigen zu pilgern anfingen. Sodalitäten tagten an Samstagen und nannten es die Bruderschafts-Samstage oder Kongregations-Samstage. Die sieben Farben oder Schmerzen Mariens wurden an einigen Orten an sieben aufeinander folgenden Samstagen bedacht. Die 15 Samstage zu Ehren von Maria der Rosenkranz-Königin, welcher vor dem Fest am 7. Oktober gehalten wurden, erinnerten an die fünfzehn Absätze des Rosenkranzes; in einigen Gegenden war dies der Tag, an dem die Pflanzen und die Ernte gesegnet wurde. Eine irische Version der Samstag-Andachten zu Maria ist unter der Bezeichnung fünfzehn Samstage des Rosenkranzes bekannt. Die Andacht besteht darin die heilige Kommunion zu empfangen und mindestens fünf Gesätze des Rosenkranzes irgendwann im Laufe des Tages oder am Abend an fünfzehn aufeinander folgenden Samstagen aufzusagen oder in anderer Weise diese Geheimnisse zu betrachten. Die Drei Golden Samstage, die auf das Fest des heiligen Michael folgten und festlich in Österreich, Böhmen und Bayern gefeiert wurden hingen mit dem Empfang der Sakramente zusammen und wurden feierlich, meistens an Pilgerstätten, begangen. Die Spuren der Feste sind immer noch heute in diesen Kulturkreisen zu finden.

Die wachsende Andacht zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis, welche durch die Franziskaner eingeführt wurde, trug auch dazu bei die Marien-Samstage zu fördern. Im Jahr 1633 bestimmt das Kapitel dieses Ordens, dass eine heilige Messe zu Ehren dieses Geheimnis gefeiert werden sollte.

Vatikanum II mit seinen liturgischen Reformen hat die Praxis der Messen zu Ehren Unserer Lieben Frau nicht abschafft. Ein neues Sacramentar und Lektionar wurden mit 46 Optionen für Votivmessen zu Ehren Unserer Lieben Frau veröffentlicht. […]“[3]

Zwar stimmt es, dass das Vat. II die Mariensamstage nicht abgeschafft hatte, sie kommen aber kaum vor, besonders nicht in deutschsprachigen Ländern. Sie haben Samstag eine Sonntagsvorabendmesse. Das war’s dann schon. In anderen Ländern gibt es am Samstag einen „liturgischen Pluralismus“, denn Sie treffen Priester, welche:

  1. Eine normale Samstagsmesse zelebrieren nach ihrem Gutdünken.
  2. Eine Messe zum nichtobligatorischen Heiligenfest, der auf diesen Samstag fallen kann.
  3. Eine Mariensamstags-Messe.
  4. Eine Sonntagvorabendmesse.

All das ist legal und verstößt nicht gegen die Novus Ordo Rubriken, da sich der Priester, nach den „pastoralen Bedürfnissen“ ausrichten sollte, was meistens seiner eigenen Faulheit gleichkommt, denn die gefallene Natur wählt den Weg des geringsten Widerstandes, wenn sie partout nicht zu etwas gezwungen wird. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass kaum ein Katholik oder ein katholischer Priester, der U-70 Generation, weiß, dass Samstag der Marientag ist und warum er es ist. Wir hoffen auf diesem Wege diese Lücke zu schließen.

[1] http://mariadichlieben.blogspot.de/2011/11/mariensamstag.html

[2] Unter Commune (lat. gemeinsam) versteht man die gleichbleibenden Teile einer Messe, welche zum Ehren bspw. eines Bekenners, einer Jungfrau, der Hl. Jungfrau Maria zelebriert werden. Dies gilt für die kleineren Feste von Heiligen, welche keine eigene Messtexte, des Propriums, haben.

[3] http://www.mariancatechist.com/formation/mary/saturdays/

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