Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (10 von 12)


christus-pantokrator

Eine „Pastorale Praxis“ im Krieg mit dem Lehramt

Sie haben als die einzig richtige Interpretation von Amoris Laetitia ein moralisches Kalkül abgesegnet, das in der Praxis die gesamte Moralordnung unterminieren würde, nicht nur die Normen der Sexualmoral, die sie offensichtlich versuchen zu untergraben. Für die Anwendung von wirklich jeder moralischen Norm kann eine „Undurchführbarkeit“  aufgrund einer talismanartigen Beschwörung von „komplexen Umständen“ die von einem Priester oder einem Bischof in der „pastoralen Praxis“ „erkannt“ werden, während die Norm als allgemeine Regel fromm als unverändert  und unveränderbar verteidigt wird.

Das nebulöse Kriterium der „Einschränkungen, die Verantwortung und Schuld verringern“ könnte auf alle Arten von gewöhnlichen Todsünde angewendet werden, einschließlich dem (nicht ehelichen) Zusammenleben – das sie schon mit einer „wahre Ehe“ verglichen haben – „homosexuellen Partnerschaften“ – deren Legitimierung Sie sich verweigert haben, entgegenzutreten – und Empfängnisverhütung, zu der Sie unglaublicherweise erklärten, sie sei moralisch zulässig, um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern, was der Vatikan später als Ihre Ansicht in der Tat bestätigte

So würde die Kirche „in bestimmten Fällen“ in der Praxis dem widersprechen, was sie in den Prinzipien der Moral lehrt. Das bedeutet einen praktischen Umsturz des Moral Prinzips. Inmitten der „Schein“ Synode, aber ohne auf Sie Bezug zu nehmen verurteilt Kardinal Robert Sarah zu Recht eine solch fadenscheinigen fehlenden Zusammenhänge zwischen moralischen Vorschriften und ihrer „pastorale Anwendung“:

„Die Idee, das Lehramt in eine hübsche Kiste zu packen, wobei die pastorale Praxis von ihm abgetrennt wird – ein Lehramt, das sich hin zu den Umständen, Moden und Leidenschaften weiterentwickeln könnte– ist eine Form der Häresie, eine gefährliche schizophrene Pathologie.“

Und dennoch, wie Sie es gerne haben wollten, basierend auf der „Unterscheidung“ örtlicher Priester oder Bischöfe, können bestimmte Leute, die im objektiven Zustand des Ehebruches leben für subjektiv unschuldig erachtet werden und zur Heiligen Kommunion zugelassen werden, ohne jegliche Verpflichtung ihr Leben zu bessern, obwohl sie wissen, dass die Kirche lehrt, dass ihre Beziehung ehebrecherisch ist. In einem kürzlich erschienenen Interview hat der renommierte österreichische Philosoph Josef Seifert, ein Freund Johannes Paul II. und einer der vielen Kritiker von Amoris, deren privates Ersuchen für eine Korrektur oder das Zurückziehen des Dokumentes Sie ignoriert haben, öffentlich die moralische und pastorale Absurdität dessen, was Sie jetzt ausdrücklich genehmigen, festgestellt:

„Wie soll das umgesetzt werden? Soll der Priester zu dem einem Ehebrecher sagen: „Sie sind ein guter Ehebrecher. Sie sind im Stand der Gnade. Sie sind eine sehr fromme Person, so dass sie meine Absolution erhalten, ohne Änderung ihres Lebens und sie können die heilige Kommunion erhalten.“ Und wenn ein anderer kommt, wird (der Priester) sagen: „ Oh sie sind eine wirklicher Ehebrecher. Sie müssen zuerst beichten. Sie müssen Ihren Lebenswandel widerrufen und ihr Leben ändern und dann können Sie zur Heiligen Kommunion gehen“. Wenn aber ein anderer [Ehebrecher] kommt, dann sagt [der Priester]: ‚Oh, Sie sind ein wirklicher Ehebrecher. Sie müssen beichten. Sie müssen Ihrem Lebenswandel widersagen. Sie müssen Ihr Leben ändern und dann können Sie zur Kommunion gehen‘“.

„Ich meine, wie soll das funktionieren? ….Wie kann ein Priester ein Richter der Seele sein (und) sagen, daß der eine ein richtiger Sünder und der andere nur ein unschuldiger, guter Mann ist? Ich denke, dass scheint völlig unmöglich zu sein! Einzig ein Priester, der eine Art der Seelenschau wie Pater Pio besäße, könnte möglicherweise so etwas sagen, aber er (Pater Pio) würde so etwas nicht sagen…“

Mit Ihrem Lob und Ihrer Zustimmung suggerieren die Bischöfe von Buenos Aires sogar, dass die Kinder dadurch leiden werden, dass ihren geschiedenen und „wiederverheirateten“ Eltern im Weiteren nicht mehr erlaubt sein wird, ihre sexuellen Beziehungen außerhalb der Ehe fortzusetzen, während sie (gleichzeitig) das Allerheiligste Altarsakrament entweihen. Ein kasuistischer Verteidiger Ihrer Abkehr von der gesunden Lehre mutmaßt, dass das bedeutet, dass Ehebruch nur eine lässliche Sünde sei, wenn ein Partner im Ehebruch „gezwungenermaßen“ die ehebrecherische sexuelle Beziehung fortführt, weil der andere Partner damit droht, die Kinder zu verlassen, wenn er (der andere) nicht zur sexuellen Befriedigung bereit sei. Nach dieser moralischen Logik würde jede Todsünde, eingeschlossen Abtreibung zur lässlichen Sünde nur deswegen werden, weil eine Partei damit droht, die ehebrecherische Beziehung dann zu beenden, wenn die Sünde nicht begangen wird.

Schlimmer noch sogar – wenn das möglich wäre – wagen es, die Bischöfe von Buenos Aires unter Berufung auf Ihre Neuheiten zu behaupten, dass Menschen die weiterhin habituell in ehebrecherischen sexuellen Beziehungen engagiert sind, in der Gnade wachsen werden, während sie sakrilegisch die Heilige Kommunion erhalten.

Sie haben weniger eine „Änderung der Disziplin“ als eine radikale Umwandlung der zugrundeliegenden moralischen Lehre ausgeklügelt, die schlussendlich eine Form der Situationsethik in der Kirche institutionalisieren würde die allgemein verbindliche, objektive moralische Vorschriften zu bloßen allgemeinen Regeln dadurch reduzieren würde, dass angeblich durch unzählige subjektive „Ausnahmen“ auf der Basis von „komplexen Umständen“ und „Beschränkungen“ Todsünden zu lässlichen Sünden oder bloßen Fehlern minimiert werden, die kein Hindernis für die Heilige Kommunion mehr darstellen.

Aber der inkarnierte Gott hat keine dieser „Ausnahmen“ erlaubt, als er mit seiner göttlichen Autorität anordnete: „Ein jeder, der sein Weib entlässt, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe, und wer eine vom Manne Entlassene heiratet, bricht die Ehe“. [nach Allioli Red.] Jeder.

Außerdem, wie die Kongregation für die Glaubenslehre unter Johannes Paul II in der Ablehnung des „Kasper Vorschlags“, der die ganze Zeit ganz klar schon Ihr Vorschlag war, erklärte:

„Diese Norm (öffentliche Ehebrecher von den Sakramenten auszuschließen) ist keineswegs eine Strafe oder eine Diskriminierung der Geschiedenen und Wiederverheirateten, sondern spricht vielmehr eine objektive Situation an, die in sich selbst den Empfang der heiligen Kommunion unmöglich macht.“

Das heißt, die Kirche kann niemals denen, die im Ehebruch leben, erlauben, so behandelt zu werden, als ob ihre amoralischen Verbindungen als wahre Ehen gelten würden, sogar auch dann nicht, wenn die Partner im Ehebruch in unplausibler Weise behaupten, subjektiv unschuldig zu sein, während sie wissentlich in Verletzung des unfehlbaren Lehramtes der Kirche leben. Der daraus resultierende Skandal würde den Glauben der Menschen sowohl an die Unauflöslichkeit der Ehe, als auch an die reale Gegenwart Christi in der Eucharistie aushöhlen und definitiv zerstören. Mit Ihrer vollen Zustimmung jedoch haben die Bischöfe von Buenos Aires die Mahnung Johannes Paul II. in Familiaris consortio abgelehnt, dass, „wenn diese Menschen zur Eucharistie zugelassen werden, die Gläubigen in den Irrtum und die Verwirrung in Bezug auf die Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe geführt werden.“

Genau in diesem Moment der Geschichte der Kirche führen Sie daher die Gläubigen „in den Irrtum und die Verwirrung in Bezug auf die Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe.“ Tatsächlich sind Sie entschlossen, Ihren verirrten Willen der Kirche aufzuzwingen, dass Sie in Amoris (Nr. 303) es wagen zu behaupten, das Gott selbst die fortgesetzten sexuellen Beziehungen der geschiedenen „Wiederverheirateten“ duldet, wenn diese in ihren „komplexen“ Umständen nichts Besseres tun können:

„Doch dieses Gewissen kann nicht nur erkennen, dass eine Situation objektiv nicht den generellen Anforderungen des Evangeliums entspricht. Es kann auch aufrichtig und ehrlich das erkennen, was vorerst die großherzige Antwort ist, die man Gott geben kann, und mit einer gewissen moralischen Sicherheit entdecken, dass dies die Hingabe ist, die Gott selbst inmitten der konkreten Vielschichtigkeit der Begrenzungen fordert, auch wenn sie noch nicht völlig dem objektiven Ideal entspricht.“

Dadurch, dass Sie in Ihrem Brief an die Bischöfe von Buenos Aires ausdrücklich die Heilige Kommunion für ausgewählte öffentliche Ehebrecher erlauben, untergraben Sie auch die Möglichkeit der konservativeren Bischöfe die traditionelle Lehre der Kirche beizubehalten. Wie können Bischöfe in Amerika, Kanada und Polen, zum Beispiel, weiterhin auf der 2000jährigen kirchlichen Disziplin bestehen, die untrennbar mit der geoffenbarten Wahrheit verbunden ist, wenn Sie mit der Autorität Ihrer „apostolischen Exhortation“ in Buenos Aires davon dispensiert haben? Auf welcher Grundlage werden diese Bischöfe angesichts einer Flut von Einsprüchen stehen, jetzt, wo Sie die Basis der Tradition unter ihren Füßen entfernt haben?

Zusammenfassend erklären Sie jetzt nach Jahren der kunstvollen Zweideutigkeit bezüglich der Stellung der öffentlichen Ehebrecher zu Beichte und Heiliger Kommunion genau so kunstvoll den angeblichen Sturz der Lehre und Praxis der Kirche durch den Einsatz eines „vertraulichen“ Briefes, von dessen Durchsickern sie gewusst haben müssen. Dieser Brief, den Sie als Antwort auf ein Dokument aus Buenos Aires sendeten, ist ein Teil des von Ihnen geführten Prozesses, den Sie seit der Schanden-„Synode über die Familie“ ankündigten.

Wie der katholische Intellektuelle und Autor Antonio Socci schrieb: „Es ist das erste Mal in der Geschichte der Kirche, dass ein Papst einen Umsturz des moralischen Gesetzes unterschrieben hat.“ Kein früherer Papst hat jemals eine solche Schandtat begangen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s