Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (9 von 12)


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Ein schwerer sittlicher Irrtum wird nun ausdrücklich genehmigt

Und nun, um die hinterhältige Verwendung einer Mehrdeutigkeit hinter sich zu lassen, haben Sie hinter den Kulissen ausdrücklich zugelassen, was Sie in der Öffentlichkeit zweideutig tolerierten. Ihr „vertraulicher“ Brief an die Bischöfe der Pastoralregion Buenos Aires hat ein Licht auf die Regelung geworfen, in der Sie als Erzbischof bereits Sakrilegien in den Heiligen Messen in den villas (Slums) genehmigten.

In diesem Brief loben Sie das Dokument der Bischöfe über die „Grundlegende Kriterien der Anwendung von Kapitel Acht von Amoris Laetitia“ – als gäbe es die Pflicht, dieses Dokument anzunehmen und so eine Änderung der 2000jährigen kirchlichen Sakramentendisziplin zu erzeugen. Sie schreiben: „Das Dokument ist sehr gut und erklärt vollständig die Bedeutung von Kapitel VIII von Amoris Laetitia. Es gibt keine andere Interpretation.“ Ist es ein Zufall, dass diese Dokument gerade von der Erzdiözese kommt, in der Sie als Erzbischof schon längst öffentliche Ehebrechern und in eheähnlichen Verhältnissen Lebende zur Heiligen Kommunion zugelassen haben?

Was vorher nur angedeutet war, ist nun eindeutig geworden, und diejenigen, die darauf bestanden, dass sich durch Amoris Laetitia nichts ändert, haben sich lächerlich gemacht. Das Dokument, das Sie als die einzig korrekte Interpretation von Amoris Laetitia loben, unterminiert radikal die von Ihren Vorgängern verteidigte Lehre und Praxis der Kirche. Erstens reduziert sie den moralischen Imperativ –  dass geschiedene und „wiederverheiratete“ Paare „in völliger Enthaltsamkeit, d.h. die Akte, die Ehepaaren vorbehalten sind, meidend, leben sollen.“ – zu einer bloßen Möglichkeit. Nach Ansicht der Bischöfe von Buenos Aires – und mit Ihrer Zustimmung – ist es nur noch „möglich, vorzuschlagen, dass diese Paare die Absicht haben, enthaltsam zu leben. Amoris Laetitia ignoriert nicht die Schwierigkeiten dieser Option.

Die Kongregation für die Glaubenslehre deklariete definitiv vor nur 18 Jahren, in der Herrschaft desselben Papstes, den Sie heiliggesprochen haben: „Wenn die erste Ehe von zwei geschiedenen und wiederverheirateten gläubigen Personen gültig war, kann unter keinen Umständen Ihre neue Verbindung als rechtmäßig anerkannt werden und deshalb ist der Empfang der Sakramente für Sie in sich selbst unmöglich. Das Gewissen des Einzelnen ist ohne Ausnahme an diese Norm gebunden.“ Das ist die beständige Lehre der katholischen Kirche seit zwei Jahrtausenden.

Außerdem hat weder ein Gemeindepfarrer noch ein Bischof die Macht, im so genannten „Forum internum“ die Behauptung von demjenigen der im Ehebruch lebt, anzuerkennen und anzunehmen. Die Behauptung nämlich, dass sein Gewissen Ihm mitteilt, dass seine sakramentale Ehe wirklich ungültig war. Die Glaubenskongregation ermahnt weiter: „Die Ehe hat einen fundamental öffentlichen kirchlichen Charakter und das Axiom, dass nemo iudex in propria causa (niemand Richter in seinem eigenen Fall ist) gilt. Wenn geschiedene und wiederverheiratete Gläubige meinen, dass ihre frühere Ehen ungültig seien, sind sie deswegen verpflichtet an ein zuständiges Ehegericht zu appellieren, dass diese Frage objektiv und mit allen verfügbaren rechtlichen Möglichkeiten untersuchen wird.“

Nachdem die Bischöfe von Buenos Aires eine moralische Norm, die keine Ausnahmen kennt, die in der göttlichen Offenbarung verwurzelt ist die unter Berufung auf Amoris Laetitia als einziger Autorität reduziert haben und das, was die Kirche seit 2000 Jahren lehrt, zu einer Möglichkeit machten, erklärten sie als Nächstes: „Andererseits, bei noch komplexeren Umständen und wenn es unmöglich ist, eine Nichtigkeitserklärung zu erhalten, ist die oben genannte Option tatsächlich nicht anfechtbar.“ Eine universelle moralische Norm wird somit zu einer Kategorie einer bloßen Richtlinie degradiert, wenn der örtliche Priester in bestimmten, nicht näher definierten, „komplexen Umständen“ diese Norm für undurchführbar hält.“  Was bedeuten exakt diese „komplexen Umstände“ und was hat die Komplexität mit ausnahmslosen moralischen Normen, die auf der Offenbarung gründen, zu tun?

Schlussendlich erreichen die Bischöfe die desaströse Schlussfolgerung, die Sie von Beginn der „synodalen Reise“ beabsichtigten über die Kirche zu verhängen:

„Dennoch ist es ebenso möglich, eine Reise der Unterscheidung zu unternehmen. Wenn jemand zu der Erkenntnis kommt, dass es in einem bestimmten Fall Einschränkungen gibt, die die Verantwortung und Schuld (301-302 in Amoris Laetitia) verringern, vor allem dann, wenn eine Person einschätzt, dass sie durch Folgehandlungen die Kinder der neuen Beziehungen schädigen würde, eröffnet Amoris Laetitia die Möglichkeit des Empfanges der Sakramente der Versöhnung und der Eucharistie (Fußnoten 336 and 351 in Amoris Laetitia). Diese wiederum befähigen diese Person weiter zu reifen und mit Hilfe der Gnade zu wachsen.“

Mit Ihrem Lob und Ihrer Zustimmung erklären die Bischöfe von Buenos Aires erstmals in der Geschichte der Kirche, dass eine nicht näher definierte Gruppe von Menschen, die im Ehebruch leben, absolviert werden und die heilige Kommunion empfangen können, während sie in diesem (ehebrecherischen) Zustand verbleiben. Die Konsequenzen sind katastrophal.

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