Hilary White, Der Frühling ist vorüber, meine Damen (1 von 3)


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Franziskus‘ Plan für die „Neuen Konservativen“ Religiösen Orden

Geschrieben von   Hilary White

 Der Papst hat „neue Richtlininien” für kontemplative Nonnen herausgebracht, und dies hat jeden meiner [inneren] Alarme ausgelöst, lang, laut und furchterregend wie eine Fliegeralam-Sirene. Dies ist möglicherweise eines der unheilvollsten Dinge, die ich bis jetzt von Bergoglio habe kommen sehen, aber ich denke, dass wenige Menschen verstehen werden, wie ernst dies für uns ist oder sein könnte.

Kaum jemand denkt auch nur einen Augenblick an klausurierte Nonnen. Wenn sie mal drin sind, vergisst die Welt sie. Aber das kontemplative Ordensleben ist für die Kirche wie die Mitochondrien für die Zellen. Die Kraftquelle der Zellen, die dafür sorgt, dass alle anderen Systeme funktionieren. Die Mitochondrien sind die unauffälligsten und verborgensten aller Organellen des Körpers, und für eine sehr lange Zeit wurde ihr Zweck nicht ganz verstanden. Aber jetzt wissen wir, dass unser Leben von der Gesundheit dieses winzigen, heimlichen und verborgenen kleinen Dings abhängt. Und eine Erkrankung der Mitochondrien – wenn die Mitochondrien nicht funktionieren – ist verheerend.

Ich glaube, dass einer der Hauptursachen für den großen Kollaps des Katholizismus die Torpedierung des Ordenslebens ist. Und, täuschen Sie sich nicht, dies wurde absichtlich, wissentlich und mit großer Niedertracht getan. Ich glaube, dass die beiden Dinge, die geschehen mussten, um das Ergebnis hervorzubringen, das wir gesehen haben, die Attacke zunächst auf die Heilige Messe und dann auf die Orden sein mussten. Es war notwendig, die beiden großen Gnadenkanäle in das Leben der Gläubigen hinein zu verstopfen, das Heilige Opfer und das Leben, das dem Gebet und der Buße geweiht ist. Beide wurden von den Revolutionären beinahe zerstört, und was von den beiden überlebt steht nun erneut unter Beschuss.

Lassen Sie uns zuerst einen Blick auf die wichtigen Teile des Dokumentes werfen, das wir an der Hand haben. Überschrieben mit Vultum Dei Quaerere, wurde es heute [am 23.06.2016 Red.] herausgegeben, am Fest der Hl. Maria Magdalena (kürzlich wiederbelebt für das Novus Ordo Konzentrationslager [so sieht die Autorin die nachkonziliare Kirche Red.]). Wie jemand heute sagte, „nachdem sie erstmal den Zuckerguß abgekratzt haben [die Autorin macht darauf aufmerksam, dass dieses äußerlich wohlgefällige Schreiben Gefahrenpunkte oder „Zeitbomben“ birgt Red.] gibt es einige zutiefst verstörende Punkte darin, wenn man etwas darüber weiß, wie es mit dem Ordensleben an sich bestellt ist und darüber bescheid weiß, welche Art von Männern derzeit in der Verantwortung sind.

Vorgeschriebene Ausbildungszeit: „Nicht weniger als neun Jahre“

Zunächst hat das Dokument etwas vorgeschrieben, was kein Papst je versucht hat, eine einheitliche Länge der Formation [d. h. Postulat/Juniorat, Noviziat, zeitliche Gelübde] für alle kontemplativen Gemeinschaften zu verlangen, und zwar eine, die bedeutend länger ist als jene, welche die meisten Gemeinschaften derzeit haben. Dies war das erste, was ich von einem Kontakt in Rom hörte, der mich heute Morgen anrief, um mich zu fragen, wie lange die Ordensformation üblicherweise dauert. Ich sagte, dass sie von Orden zu Orden und von Haus zu Haus variiert, aber generell sind es sechs Monate Postulat, zwei Jahre Noviziat und dann drei für „zeitliche“ Gelübde.

Seit den Tridentinischen Reformen ging der Trend dahin, die Vorbereitungszeit immer weiter zu verlängern, und einige der klausurierten Orden dehnen sie bis zu sieben Jahren aus. Es gab einige Theologen, die diesen Trend verwarfen indem sie sagten, dass dies schädlich für die Ordensleute und die Klostergemeinschaft sei.

Aber das ist nun alles vorbei. Abschnitt 15 sagt:

„Sie sollen sicherstellen, dass die Kandidatinnen individuell begleitet und durch geeignete Ausbildungsprogramme gefördert werden. Nach wie vor muss für die Anfangsausbildung und die Ausbildung nach der ersten Profess » ein ausreichender Zeitraum vorgesehen werden « möglichst nicht weniger als neun und nicht länger als zwölf Jahre.“

In der langen Geschichte des Ordenslebens hat die Kirche immer die Details der Ausbildung in weiser Voraussicht der einzelnen Gemeinschaft überlassen, unter Berücksichtigung der üblichen Regeln. Das Kirchenrecht verlangt nur, dass das Noviziat ein „kanonisches Jahr“ beinhalten soll. Der Gedanke „zeitlicher Gelübde“ ist ein neuer (d. h., vor dem 15. Jhd. legte man die Gelübde nach dem Noviziat ab und das war es dann), und ihr Wert wird noch lang und breit diskutiert. Es gibt eine Schulmeinung, die sagt, dass solch eine lange Zeit in einem Kloster in einer „vorübergehenden“ Situation zu sein es an sich hat, destabilisierend zu wirken, sowohl für die Person als auch für die Gemeinschaft. Die neue Regel von Franziskus bedeutet, dass es mindestens neun Jahre dauert, bis man endlich weiß, ob eine Nonne in der Gemeinschaft bleiben wird.

Dies ist doppelt bezeichnend, denn in unseren Zeiten sind Klöster oft kleine Gruppen und es gibt viele Aufgaben in einem Kloster, die nicht von einem Mönch oder einer Nonne übernommen werden kann, der oder die nicht die ewige Profess abgelegt hat. In Benediktinerklöstern können nur Professen im Kapitel oder einem regierenden Klosterrat sitzen. Nur Professen können zur Äbtissin oder Priorin oder Subpriorin gewählt werden. In manchen Häusern können sogar nur Professen einen festen Platz im Chor der Kirche haben. Man ist schlicht und einfach bis zu den ewigen Gelübden kein volles Mitglied der Gemeinschaft.

Dies hat eine Menge Auswirkungen, aus verschiedenen Perspektiven, aber bedenken Sie dies für einen Moment: Einige kontemplativen Gemeinschaften nehmen Frauen bis 45 Jahre auf (Karmelitinnen und Benediktinerinnen in England und Visitantinnen [Orden von der Heimsuchung Mariens] überall). Eine Person mit „später“ Berufung, welche in diesem Alter eintritt, wird nicht vor einem Alter von 54 Jahren wissen, ob sie bleiben können wird, „ihr Leben für Gott verzehren“ zu können. Sie wird bis dahin sogar nicht wissen, ob sie als Mitglied der Gemeinschaft aufgenommen werden wird. Was für einen Schaden wird dies sowohl für die innere als auch für die äußere Stabilität anrichten, welche ja den Grundstein des kontemplativen Lebens darstellt?

Zweitausend Jahre lang hat die Kirche verstanden, dass solche Regeln, in Übereinstimmung mit der christlichen Freiheit, der Kommunität überlassen werden muss. Bis jetzt, bis Papst Franziskus entschieden hat, dass all diese Nonnen, die Entscheidungen für ihre Gemeinschaften treffen, doch ein klein wenig zu viel Autonomie haben. In Anbetracht all der Reden von Franziskus über „Dezentralisierung“ und „Synodalität“ entwickelt er sich gerade in einen der skrupellosesten und himmelschreiendsten Grabscher [dieses Wort hat im Englischen durchaus einen „delikaten“ Ruch Anm. d. Übers.] nach Macht, und er zertritt die historischen Rechte der Gläubigen.

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