Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (7 von 12)


christus-pantokrator

Ein unerbittlicher Drang, der sexuellen Amoral ein Heimrecht in der Kirche zu geben

Aber nichts übersteigt die Arroganz und Dreistigkeit, mit der Sie der universalen Kirche die gleiche böse Praxis auferlegen, wie sie es als Erzbischof von Buenos Aires verfolgt haben: die sakrilegische Erlaubnis, das Allerheiligste Altarsakrament Menschen zu reichen, die in ehebrecherischen „Zweitehen“ leben, oder solchen zu geben, die ohne standesamtliche Trauung zusammenleben.

Fast vom ersten Augenblick Ihrer Wahl an haben Sie den „Kasper Vorschlag“ gefördertder wiederholt vom Vatikan unter Johannes Paul II. zurückgewiesen wurde. Kardinal Kasper, ein Erzliberaler sogar innerhalb der deutschen Hierarchie, hatte schon lange für die Zulassung von geschiedenen und „wiederverheirateten“ Personen zur Heiligen Kommunion in „bestimmten Fällen“ argumentiert. Es sollten diejenigen zum Sakrament zu gelassen werden, die nach einen fingierten und unwahren „Bußweg“ weiterhin ihre ehebrecherischen sexuellen Beziehungen aufrechterhalten. Kasper gehörte zur „St. Gallen Gruppe“, die für Ihre Wahl geworben hat, und Sie belohnten sein Beharren in diesem Irrtum fürstlich damit, ihn vor der Presse als „päpstlichen Theologen“ zu nominieren.

Es scheint, Sie nehmen auf die sakramentale Ehe als objektive Tatsache wenig Rücksicht, im Gegensatz zu dem, was die Leute subjektiv bei dem Status der unmoralischen Beziehungen empfinden, welche die Kirche niemals als Ehe anerkennen kann. In den Bemerkungen, die für sich allein genommen Ihr bizarres Pontifikat bis zum Ende der Zeit diskreditieren werden, erklärten Sie, dass „die übergroße Mehrheit der sakramentalen Ehen ungültig“ seien, während gleichzeitig Leute, die ohne Heirat zusammenleben, eine „wahre Ehe“ aufgrund ihres Glaubens haben können. Sind diese Bemerkungen vielleicht eine Reflexion auf Ihre geschiedene und „wiederverheiratete“ Schwester und ihrem („wild“) zusammenlebenden Neffen?

Diese Ihre absurde Meinung – eine der vielen, die Sie seit Ihrer Wahl geäußert haben – provozierte weltweite Proteste eines Teiles der Gläubigen. In dem Bemühen, den Skandal zu minimieren, veränderte der Vatikan Ihre Worte in dem „offiziellen Dokument“ von: „einer großen Mehrheit unserer sakramentalen Ehen“ zu „einem Teil der sakramentalen Ehen“, ließ aber ihre schändliche Zustimmung zu dem unmoralischen Zusammenleben als „wahre Ehe“ unangetastet.

Ebenso wenig scheinen Sie über den Sakrileg besorgt, in den öffentliche Ehebrecher und Personen, die in eheähnlichen Beziehungen leben eingebunden sind, wenn sie den Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit Christi in der heiligen Eucharistie empfangen. So gaben sie einer Frau in Argentinien telefonisch die „Erlaubnis“, die Kommunion zu empfangen, obwohl Sie ehebrecherisch mit einem geschiedenen Mann zusammenlebt: „Ein wenig Brot und Wein schadet nicht“. Den Bericht dieser Frau haben Sie nie bestritten, und es passt auch mit Ihrer Weigerung, bei der Konsekration des Allerheilgsten Altarsakrament und vor der ausgesetzten Eucharistie zu knien zusammen, obwohl sie andererseits keinerlei Schwierigkeiten haben, während Ihrer grotesken Parodie der traditionellen Gründonnerstagsliturgie (des Mandatum), die sie aufgegeben haben, kniend die Füße von Muslimen zu küssen. Es stimmt gleichfalls mit Ihren Bemerkungen, die sie gegenüber eine lutherischen Frau in einer lutherischen Kirche, die Sie an einem Sonntag besuchten überein,  das Dogma der Transsubstantiation (Wesensverwandlung) sei ein bloße „Interpretation“ dessen, „dass das Leben größer ist als Erklärungen und Interpretationen“ und dass sie doch „mit dem Herrn (darüber) sprechen“ solle, ob sie nicht die Kommunion in der Katholischen Kirche empfangen kann – was sie später auf Ihre offensichtliche Ermutigung hin auch tat.

Im Einklag mit Ihre mangelhaften Rücksicht auf die sakramentale Ehe steht Ihre überstürzte und geheimnisvolle „Reform“ des Ehenichtigkeitsverfahrens, die Sie ohne Rücksprache mit einem der zuständigen vatikanischen Dikasterien, der Kirche aufgedrängt haben. Ihr Motu Proprio „Mitis Iudex Dominus Iesus“ errichtet den Rahmen für eine veritable weltweite Nichtigkeitserklärungs“lawine“ durch ein beschleunigtes Verfahren und „erfindet“ nebulöse neue Gründe für die Tempoerhöhung diese Verfahrens. Wie der Kopf Ihrer im Geheimen geplanten  Reform später erklärte, war es ihre erklärte Absicht, unter den Bischöfen „eine Bekehrung, eine Änderung der Mentalität zu erreichen, die – wenn sie der Einladung Christi folgend – die Ihr Bruder, der Bischof von Rom erhielt, sie davon zu überzeugen, im Vergleich zu der beschränkten Zahl von ein paar tausend Aufhebungen der unermesslichen Zahl von Unglücklichen eine Nichtigkeitserklärung zu ermöglichen.

Das heißt, der „Bischof von Rom“ fordert von Seinen Bischöfen eine überproportionale Ausweitung der Zahl der (Ehe)„Annulierungen“. Ein angesehener katholischer Journalist berichtete später über das Auftauchen eines  siebenseitigen Dossiers, in dem offizielle Kurienmitarbeiter das päpstliche Motu proprio juristisch zerpflückten…und den Heiligen Vater anklagten, ein wichtiges Dogma aufzugeben. Sie behaupten darin, dass er „de facto die katholische Scheidung eingeführt habe.“ Diese Mitarbeiter beklagen eine kirchliches „Führerprinzip“, wie der Journalist berichtet, dass „von oben per Dekret, ohne Absprache und ohne jegliche Kontrolle nach unten durch regiert.“ Dieselben Kurienangestellten befürchten, dass das „Motu proprio zu einer Flut von Eheannulierungen führt und dazu verleitet, dass Paare ganz einfach und ohne Probleme Ihre katholische Ehe  beenden könnten. Sie [die Kurienangestellten Red.] sind „außer sich“ und fühlen sich verpflichtet, „darüber zu sprechen…“

Aber Sie tun nichts anderes als dass Sie konsequent Ihre Ziele verfolgen. Schon früh in Ihrem Pontifikat, während einer der „fliegenden Pressekonferenzen“, in denen Sie zuallererst Ihre Pläne offenbarten, sagten Sie: „Die Orthodoxie folgt dem Prinzip des theologischen „Pragmatismus“, wie sie es nennen, und sie geben eine Chance zur (Wieder)Heirat (sic), sie erlauben es. Ich glaube, dieses Problem sollte studiert werden.“ Für Sie ist das Fehlen einer „Chance zur (Wieder)Heirat“ in der katholischen Kirche das Problem, das studiert werden soll. Sie haben die letzen 3,5 Jahre ganz klar damit verbracht einzufädeln, der Kirche diese Praxis der Orthodoxie aufzudrängen.

Ein angesehener Kirchenrechtler, der die Apostolische Signatur berät, hat gewarnt, dass als Ergebnis Ihrer rücksichtslosen Missachtung der Realität der sakramentalen Ehe:

„eine Krise (im ursprünglich griechischem Sinne des Wortes) der Ehe wird sich in der Kirche entfalten, und das wird eine Krise sein, die, davon bin ich überzeugt, wird sich über die Ehedisziplin und das Eherechtes zuspitzen…Ich denke, dass die Krise der Ehe, die er (Franziskus) auslöst, in einen Zusammenbruch der kirchlichen Lehre über die Ehe mündet, die jeder hochzuhalten bekennt, und die konkret und effektiv im Kirchenrecht geschützt wird. Oder die kirchenrechtlichen Kategorien, die die Ehe behandeln, werden so sehr verzerrt (oder einfach außer Acht gelassen), dass im Wesentlichen die Beendigung der Ehe und das Eheleben in den Bereich der persönlichen Meinung und des individuellen Gewissens überlassen wird.“

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7 Gedanken zu “Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (7 von 12)

  1. Kürzlich war auf kath.net ein Artikel über ein Buch von Chesterton erschienen ,worin dieser eine Art „Endkampf“ zwischen „guten“ und „schlechten“ Katholiken beschreibt.
    Das passt ja meiner Meinung nach sehr gut zu den Visionen der A.K.Emmerick über die zwei Päpste,wobei einer der Dunkel-oder Afterkirche vorsteht und der andere dem treuen kleinen Rest.
    Das Geschrei war dementsprechend groß,allem voran das übliche „richtet nicht…“ wobei man wieder mal geflissentlich übersieht,das zwischen „richten“ und „urteilen“ bzw.“verurteilen“ schon ein Unterschied besteht.
    Andererseits meine ich,das ein Papst oder Bischof sehr wohl das Recht,um nicht zu sagen die Pflicht hat zu richten,denn die Exkommunion ist ja nichts anderes.
    Aber vielleicht kommt ja nach diesem Jahr der Barmherzigkeit nun ein Jahr der Gerechtigkeit,etwas Ähnliches schrieb ich schon mal auf kath.info aber seltsamerweise wurde es nicht freigegeben…

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    1. @Stella
      Der moderne Katholik sieht den Katholiken der im überlieferten Glauben fest stehen bleibt ganz eindeutig als seinen Gegner an. Er ist ein katholisch angestrichener Protestant und Reformer. Wir sollten die Gefahr nicht unterschätzen.
      Per Mariam ad Christum.

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  2. Nachtrag:
    Die gleichen „Gutchristen“ die sich so vor dem Richten scheuen finden aber anscheinend nichts dabei,das der Staat und die Medien tagtäglich nichts anderes tun als zu verurteilen oder vorzuverurteilen,zum Teil in Dingen wie dem Glauben,der sie absolut nichts angeht.
    Auch ein Bundespräsident,der fröhlich mit einer Geliebten durch die Lande tourt und sein Land in Hell und Dunkel einteilt erregt offenbar keinen Unmut genau so wenig wie ein Kardinal,der seine Kirche verdunkelt (ein selbst gewähltes Omen sozusagen) und ein kriminelles Schleuserboot anbetet..

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  3. @ Stella

    Das Hauptproblem besteht darin die Definition von Gut umzuintepretieren, wie man nach V 2 tat. Denn gut bedeutet an den Eigenschaften Gottes teilzuhaben, welcher das Gute schlechthin ist.

    Zuerst versagte die Philosophie und danach ab 1962 die Theologie, welche mehr oder weniger behauptet, dass das Gute das ist, was die jeweiligen Gesellschaft dafür hält. Dies führt aber zum absoluten Relativismus und Amoris Laetitia.

    Und wenn junge Menschen denken, dass man gut ist, wenn man

    a. sich für LGTB angagiert,
    b. vegan ist,
    c, die Wale rettet
    d. „Flüchtlinge“ aufnimmt und sie nicht verurteitl, wenn sie straffällig geworden sind

    dann ist man gut. Und die Kirche ist daran schuld, dass sie nach V2 die ganze Welt in die Apostasie führte.

    Denn jetzt ist das gut, was die Medien sagen und die werden von den Mächtigen dieser Welt, die keine Christen sind, unter ihrer Fuchtel gehalten.

    Also sehen wir die Ursachen und urteilen nicht zu starkt über die Wirkungen.

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    1. „Und wenn junge Menschen denken, dass man gut ist, wenn man
      a. sich für LGTB angagiert,
      b. vegan ist,
      c, die Wale rettet
      d. „Flüchtlinge“ aufnimmt und sie nicht verurteitl, wenn sie straffällig geworden sind,
      dann ist man gut.“

      Ja, das trifft es genau!
      Gut scheint also das, was einem andere sagen und was diese zuvor als gut definiert haben und man deshalb unbedingt tun müsse.
      Dass es neben den Medien auch interessegeleitete Gruppen sind, die bestimmen was gut ist, wird viel zu wenig in den Blick genommen.
      Jesus lässt uns wissen, dass nur einer gut ist: GOTT.
      Gott ist unser Maßstab, nicht die Welt.
      Dass die Welt Forderungen stellt an unser Gut-sein-sollen im Dienste eines gedeihlichen Miteinanders ist in Ordnung, aber darüber hinaus gibt es für uns Christen Richtlinien, die ein Anderer aufgestellt hat und dem wir folgen wollen.

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  4. “ Es sollten diejenigen zum Sakrament zu gelassen werden, die nach einen fingierten und unwahren „Bußweg“ weiterhin ihre ehebrecherischen sexuellen Beziehungen aufrechterhalten“

    Wenn jeder Bischof oder noch schlimmer jeder Priester über diesen sogenannten „Bußweg“ entscheiden darf, öffnet dies Tür und Tor für Korruption nach Art des „Kölner Klüngels“: Eine Hand wäscht die andere.
    Hier öffnet man das Tor für eine flexible Auslegung der Wahrheit je nach Bedarf und Potenz des „Büßers“.
    Und wer hat heute schon Zugang zu einem Priester oder sogar zu einem Bischof um seine Probleme zu besprechen? Dies sind ausgewählte Leute und nicht Herr Hinz und Frau Kunz.

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  5. „Sie behaupten darin, dass er „de facto die katholische Scheidung eingeführt habe.“
    Ja das ist es. Nichts anderes haben sie vor. Wenn sie das Zölibat abschaffen haben wir kein Priestermangel mehr. Wir haben dann viele, viele verheiratete Priester deren Anzahl am Ende die der Gläubigen übertreffen wird. Interessant ist daran eigentlich nur noch ob die verheirateten katholischen Priester die Scheidungsraten der evangelischen Pastoren noch übertreffen werden. Das Potenzial hätten sie auf jeden Fall dazu. Aber ich denke die Zeit ist zu schnell und zu kurz für ihre Spielchen. Sie schaffen es nicht mehr bis zum Ende.
    Per Mariam ad Christum.

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