Hilary White: Ein Neues Schisma für eine Neue Kirche (1 von 3)


st-catherine-fainting-from-the-stigmata-1526-by-sodoma-1477-1549-giovanni-antonio-bazzi-fresco-chapel-of-st-catherine-st-dominics-basilica-sienaDank der ausgezeichneten Übersetzung eines neuen Mitarbeiters sind wir stolz, einen weiteren wichtigen Beitrag von Hilary White vorstellen zu dürfen, wie er neulich, am 2 Oktober 2016 in The Remnant erschien.  Da der Beitrag ca. 11 Seiten lang ist, so wollen wir ihn, um der besseren Lesbarkeit willen, trennen, obwohl er eine Einheit bildet. Man kann sich fragen, wie es möglich ist, dass jemand, wie Hilary White, dermaßen klarsichtig sieht? Weil sie von der Tridentinischen Messe, welcher sie seit Jahren und vielleicht Jahrzehnten kanonisch regulär beiwohnt, erleuchtet wird. In tuo lumine videbimus lumen -„in Deinem Lichte werden wir das Licht schauen“ (Ps 35, 10), sagt der Psalmist. Genauso ist es! Die wahre Solarenergie der Gnade erleuchtet und hilft intellektuelle Schlüsse zu ziehen. Hilary White beantwortet unerschrocken die Frage, die sich jeder Katholik, der seine Kirche liebt insgeheim stellt. Und sie beantwortet diese Frage gut. Das von uns beigefügte Bild zeigt die Hl. Katharina von Siena, die während des Großen Abendländischen Schismas gewirkt hatte und heißt: „Die hl. Katharina wird von den Stigmata ohnmächtig“ und wurde im Jahre 1526 von Giovanni Antonio Bazzi (1477-1549), Beinahme Il Sodoma – der Sodomit, als Fresko, in der St. Katharina-Kapelle in der St. Dominikus Basilika in Siena gemalt. Hilary White ist zwar keine hl. Katharina von Siena, aber Sodomie haben wir in der Kirche, wo man nur hinblickt und das Schisma kommt sehr wahrscheinlich auch bald. Daher können wir von der Vergangenheit lernen und Gott für Menschen wie Hilary White danken.

Vor einiger Zeit stellte irgendjemand im Bloggerland eine Frage, die mir seit 3 Jahren im Kopf herumgeht: Im Kern war es Folgendes: “Wie kann ein Papst schismatisch sein? Wenn ein Schisma die Ablehnung der Unterordnung unter Petrus ist, wie kann dann ein Papst zu sich selbst im Schisma sein?” Das führt logischerweise zu der nächsten Frage: Wenn Bergoglio ein Häretiker ist, dem wir widerstehen müssen, sind dann nicht wir, definitionsgemäß, die Schismatiker?

Die Leute fühlen sich in einem unmöglichen Dilemma gefangen: Wenn der Papst die Häresie als Katholische Wahrheit predigt, (und kein Bischof verurteilt das und zieht ihn zur Rechenschaft) sind wir dann nicht verpflichtet, ihm zu gehorchen? Wenn nicht, sind wir dann nicht in offener Rebellion gegen den Papst? Aber wie können wir, die wir Christus lieben und seinen Geboten gehorchen wollen, diesem Papst in seinen vielen unverschämten Rebellionen folgen – in seinen „manifesten Häresien“ gegen die göttlich autorisierte Wahrheit?

Als den frühen Märtyrern eine Schale Weihrauch in die Hand gedrückt wurde und ihnen befohlen wurde, davon Körner zu opfern angesichts von Todesschmerzen, war die richtige Wahl einfach zu erkennen, selbst wenn sie Angst hatten, es zu tun. Wir hatten Bischöfe und Priester, die den Weg in die Arena anführten. Was tun wir, wenn der Papst uns die Schale hinhält und von uns verlangt, Christus zu verlassen?

Und selbstverständlich ist genau das das Dilemma, das die Revolutionäre beabsichtigen zu kreieren, die Bergoglio auf den Thorn Petri hievten. Sie zählen auf den modernen Katholiken, der nur ein einziges Dogma verinnerlicht hat: das des falschen päpstlichen Positivismus; ihrem Mann in diese Rebellion zu folgen. Ich habe schon oft gesagt, dass das Ziel eine Säuberung ist; sie [die Befürworter von Bergoglio] zielen darauf ab, die letzten Überreste der hartnäckig Widerspenstigen, die das neue Paradigma bisher ablehnten, zu entfernen. Aber das ist nur die Wirkung in der natürlichen Welt, in Wirklichkeit ist ihr Ziel, Christus von seinem Thron zu stoßen, zu vollenden, was sie mit dem Zweiten Vatikanum  begannen und die katholische Kirche zu profanieren und zu desakralisieren.

Aber wenn Bergoglio ein Häretiker ist, der dazu bestimmt scheint, die Kirche von Christus dadurch abzutrennen, dass er sie von Seiner [Christi] Lehre losreißt, dann ist er dabei, das sicherlich schlimmste und bizarrste Schisma in der zweitausendjährigen Kirchengeschichte zu schaffen. Tatsächlich ähnelt es keinem anderen der historischen Kirchenspaltungen – nicht eine Gruppe fällt vom Papst und der Kirche ab, sondern die gesamte gläubige Kirche fällt von einem Papst ab, der sie von Christus wegziehen will.

Es wird Chaos geben. Priester werden ohne Unterschlupf, Unterhalt oder Schutz vor den zunehmend tollwütigen, antikatholischen weltlichen Gesetzen sein; Seminare, Pfarreien, Konvente, Klöster, Universitätsfakultäten werden allesamt für die Gläubigen definitiv geschlossen werden, (eine kleinste Minderheit) von Bischöfen werden Bergoglios Bischöfen widerstehen und aufgefordert werden, Ihren Bischofssitz aufzugeben; Laien werden gezwungen sein, Konferenzräume anzumieten um ihre wöchentliche Sonntagspflicht in einer Messe zu erfüllen, die von vaganten Priestern auf der Durchreise zelebriert wird.

Und dieses apokalyptische Szenario kommt jetzt über uns.

Die Unmöglichkeit von dem, was täglich vor unseren Augen geschieht – als ob wir sie eines Tages öffnen und die physikalischen Gesetzte, die die Wirklichkeit regeln, sind nicht länger wirksam – hat manche bis zur Unbeweglichkeit betäubt und sich in die Leugnung zurückziehen lassen. Aber genau jetzt sind wir zusammen mit Bischöfen und Kardinälen, die, während ich dieses schreibe, öffentliche Briefe unterzeichnen, die den Papst beschuldigen, radikal von Christus und seiner heiligen Kirche weggegangen zu sein, am Rand dieser letzten undenkbaren Art des Schismas. Das Undenkbare ist jetzt da.

Tatsächlich ist es aber so, dass wir schon seit langem wissen, dass dies kommen wird. In der Tat, für die großen katholischen Denker, die die Möglichkeit eines ketzerischen Papstes, eines Wolfes, der die Schafe reißen will, erforscht haben, ist diese Situation gar nicht unvorstellbar. Der Heilige Robert Bellarmin versetzte sich gedanklich in diese Situation und gab uns die Richtung vor: wir müssen einem solchen Papst widerstehen, sonst wären wir ein Feind unserer eigenen Seelen.

Aber seit der großen Katastrophe des Zweiten Vatikanischen Konzils war es weit mehr als für die großen katholischen Gelehrten wie Bellarmin für jeden, der Augen im Kopf hat, völlig klar, dass dieser Tag kommen musste. Wir wissen genau, was für Männer unsere modernen katholischen Bischöfe sind. Die besten von ihnen können sich gerade noch gegen die kontinuierliche Schlachtung von Millionen von ungeborenen Kindern stellen. Gerade noch „pro life“ zu sein, ist nun das Markenzeichen eines „konservativen“ Bischofs der katholischen Kirche und es ist ein Kennzeichen, das die meisten von ihnen apologetisch und mit einer unentschlossen Zurückhaltung tragen.

Das Schlimmste…gut, wir haben seit einiger Zeit gewusst, welche Sorte von Männern sie sind. Wir verbargen diese (Denk)Barriere so tief, das sie für tausend Jahre nicht wiederzufinden war. Wir sind durch die ersten postkonziliaren Jahrzehnte gesegelt ohne das zu bemerken. 2001 streifte der Boston Globe vieles von der Fassade der Ehrbarkeit ab.[1] Jetzt denken wir bei einem “guten Bischof” an jemand, der noch nie bei einem  homosexuellen priesterlichen Missbrauchsskandal erwischt wurde. Jeder Katholik im Lesealter kennt die Begriffe “Klerikalismus” und “Vertuschung” nur zu gut. (Es macht mich sprachlos, dass eine Kreatur wie Godfried Danneels nicht vom verärgerten Mob in den Straßen von Brüssel mit Dreck beworfen wird, aber vielleicht ist es, nach fünf oder sechs Jahrzehnten der legalen Abtreibung wahr, dass die Eltern ihre Kinder nicht mehr so lieben, wie sie es früher taten).

Außerdem wissen wir, dass diese bösen Männer sehr aktiv waren. Seit Jahrzehnten haben sie sich für genau diese Situation verschworen und gekämpft, während der „konservative“ Geist nur das Tempo des Wandels zu verlangsamen suchte. Die simple Physik des Verweigerungseffektes hat mit mathematischer Notwendigkeit – wie einen nordatlantischen Eisberg in einer kalten April Nacht – einen solchen Mann wie Bergoglio unvermeidlich gemacht.

[1] Die Zeitung Boston Globe hat durch investigativen Journalismus einen Mißbrauchs- und Vertuschungsskandal innerhalb der Katholischen Kirche in den USA aufgedeckt. http://www.bostonglobe.com/arts/movies/spotlight-movie https://www.bostonglobe.com/news/special-reports/2002/01/06/church-allowed-abuse-priest-for-years/cSHfGkTIrAT25qKGvBuDNM/story.html

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5 Gedanken zu “Hilary White: Ein Neues Schisma für eine Neue Kirche (1 von 3)

  1. „(eine kleinste Minderheit von Bischöfen werden Bergoglios Bischöfen widerstehen und aufgefordert werden, Ihren Bischofssitz aufzugeben;“

    Wie hellsichtig Hilary White doch ist.
    Es beginnt schon: http://www.kath.net/news/57654
    „Pio Vito Pinto, Vorsitzender der Römischen Rota, hat den Kardinälen Burke, Brandmüller, Caffarra und Meisner gedroht, dass diese wegen der öffentlichen Kritik an „Amoris Laetitia“ ihre Kardinalswürde verlieren könnten.“

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    1. Der Teufel fängt uns mit unseren Denk- und Lebensgewohnheiten. Die Massenmedien und die veröffentlichte Meinung sind seine wichtigsten Werkzeuge, uns Mainstream(diabolisch)-konform zu machen.

      Das letzte, was vom Katholischen Glauben übriggeblieben ist, ist der Papstgehorsam in einer pathologischen Überblähung – ein quasi katholische Mainstream. Die moderne Kirche ist eine Art katholisches Disneyland, in dem die Wahrheit besichtigt, aber nicht gelebt wird.

      Die Alternative?

      Wer das wirkliche geistliche Leben pflegt, in dem er regelmäßig beichtet (damit er die Kraft der Gnade bekommt, die Sünden nicht mehr zu tun) regelmäßig die ALTE Heilige Messe besucht, regelmäßig den Rosenkranz und ggf. das Offizium(das alte auf Latein) betet, die Massenmedien regelmäßig meidet (um aus Denk, Lebens…gewohnheiten herauszuleben und auszubrechen), stellt sich regelmäßig in den REALEN STROM der Wirklichkeit und der hellen Sonne Gottes und sieht klarer und lebt heller!!!!!!!!!!!!!

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