„Wir klagen an“ – Gericht über Papst Franziskus und andere Päpste. (2) Kritik früher fällig?


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„Mit brennender Sorge“ auch früher fällig

 

Die Anklageschrift, welche mit den Worten „Mit brennender Sorge“ anfängt, ist sowohl eine Anspielung an die bekannte Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von Pius XI. gegen Hitler, als auch an die berühmte Schrift von Emile Zola J’accuse in der Dreyfusaffäre. Wir lassen unsere Leser an dieser Stelle ihre eigenen Analogieschlüsse ziehen und stellen lediglich fest, dass die Anklageschrift gegen Papst Franziskus eine Zusammenstellung der Missetaten politischer und theologischer Art seines bisherigen Pontifikats darstellt. Für diejenigen, die sich für dieses Pontifikat interessieren sind diese Fakten nicht unbekannt. Es stellt sich natürlich die Frage, ob man nicht die Pontifikate aller Päpste unter dem Gesichtspunkt der unglücklichen oder wenig weitsichtigen politischen Aussagen, Kontakte oder Entscheidungen rezensieren könnte und man bei einem jeden Papst etwas finden würde. Dies wäre sicherlich der Fall, denn darin exzellieren fast alle Kirchenhistoriker der unfrommen Art, die sich meistens für Politik oder Erotica interessieren. Ein Papst ist auch ein Mensch und deswegen fehlbar, wenn er nicht ex cathedra spricht. Aber im Gegensatz zum Pontifikat von Papst Franziskus gab es bei den anderen Pontifikaten auch der nachkonziliaren Päpste positive Entscheidungen und Lichtblicke:

  • Johannes XXIII – Veterum sapientia
  • Paul VI – Humanae vitae
  • Johannes Paul II – Lebensschutz, Verbot der Frauenweihe
  • Benedikt XVI – Summorum Pontificum

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Im Falle von Franziskus kann man aber wirklich nicht sagen, dass dieses Pontifikat irgendwelche positiven Aspekte hat, denn wirklich alle Amtshandlungen des jetzigen Papstes tragen zur Schwächung oder kurzfristigen oder langfristigen Zerstörung der Kirche bei. Positiv ist diese Entwicklung nur aus der Sicht der Kirchenhasser, der Mainstream-Presse oder der Political Correctness. Eigentlich sollte es sich schon seit 1962 herumgesprochen haben, dass diejenigen Änderungen, die von der Welt gelobt wurden, sich als verhängnisvoll für die Kirche erwiesen haben. Kirche ist eine Gegenwelt.

„Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt.“ Joh 15,19

Weltlich ist und war immer das Gegenteil von Geistlich. Während sich die Kirche, indem sie den Worten Christi die Treue hielt, scheute weltlich zu werden oder zu verweltlichen, wurde die Verweltlichung qua Verweltlichung seit Vatikanum II das Programm. Wir sprechen hier nicht von Kirchensteuer oder Staatslimousinen, sondern von einem neuen Paradigma des „Dialogs“, im Klartext der Anpassung an die gefallene, sündige, Christus hassende, von Dämonen mit beherrschte Welt. Nicht also der unveränderliche Gott mit seiner unveränderlichen Wahrheit ist das Maßstab der Identität der Kirche, sondern die veränderliche und spiralförmig nach unten fallende Welt, wenn wir uns den Verfall der Sitten seit 1962 bis 2016 ansehen. Da die Welt immer schneller degeneriert und die Kirche sich ihr, „im Sinne des Dialogs“ angeblich anpassen muss, so degeneriert die Kirche ebenfalls immer schneller und verliert den Rest ihrer nichtweltlichen Identität. Sie wird zu einer NGO (Non Governmental Organisation), einer Nichtregierungsorganistation, einem Verein, der Mitgliedsbeiträge erheben kann und sich nach eigenen Gesetzen richtet. Dies ist die Kirche in den deutschsprachigen Ländern seit ca. 50 Jahren, welche sich fragt, warum sie keiner will. Darum!

Die Verweltlichung und Desakralisierung der Kirche ist aber ein von oben gewollter und in Gang gesetzter Prozess, womit wir hier Apostaten an der Spitze der Kirche meinen, welche schon lange vor Vat. II diesen Prozess initiiert haben und sich dabei entweder der Päpste durch Manipulation bedient haben oder gleich für die Wahl solcher Päpste sorgten, welche dieses Ziel: der Zerstörung der Kirche, bewusst oder unbewusst verfolgen. Keiner der nachkonziliaren Päpste war ein Thomist der alten Schule, keiner ein Asket, der, wie Pius V. unter seinen Papstgewändern einen Bußgürtel trug. Sie alle meinten es irgendwie gut, aber hauptsächlich mit ihren eigenen theologischen Ansichten und nicht mit der Kirche. Dennoch glaubt der Schreiber dieser Zeilen, dass alle Päpste seit Johannes XXIII rechtmäßige Päpste waren, bezüglich Franziskus hat er so seine Zweifel, dass das kein Papst bis Franziskus und Amoris Laetita in eine formelle Häresie gefallen ist.  Die Lehre wurde immer diffuser und unkatholischer und man könnte sicherlich allen nachkonziliaren Päpsten, besonders aber Johannes Paul II, verschiedene theologische Zensuren verleihen. Dies bedeutet, dass die Kirche seit dem Konzil mit ihren Päpsten auf die jetzige Katastrophe zusteuerte. Man könnte also die Schrift „Wir klagen an“ auch auf alle Päpste seit Johannes XXIII ausweiten und vielleicht hatte es mehrere dieser Klageschriften schon gegeben, welche den Vatikan erreichten und in der Versenkung verschwunden sind.

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