Tridentinische Messe – Eine visuelle Einführung 3


Der Text beginnt mit „Beim Betreten der Kirche …“.

 

Woran erinnert die geforderte Exaktheit der Bewegungen und Gesten bei der Tridentinischen Messe? Jawohl, an das Ballet oder an eine Kampfsportart. Der Schreiber dieser Zeilen hatte sehr früh in seiner Kindheit ein recht technisch anspruchsvolles Instrument gelernt, welchem noch andere ebenfalls „technische“ Instrumente folgten. Er hatte auch viele Jahre hindurch bis zum ersten Meistergrand eine Kampfsportart betrieben. Daher weiß er, dass eine gute, exakte und meistens nicht ganz einfach zu erlernende Technik alles ist und erst diese Technik einen Ausdruck ermöglicht. Da die meisten Instrumentalisten nicht üben wollen oder sie nicht dazu von ihren Eltern gezwungen werden, so beenden sie ihr Spiel exakt im zweiten Lehrjahr, die meisten Kampfsportler in statu nascendi kommen wiederum bis zum orangen oder grünen Gürtel. Warum? Zu faul und zu undiszipliniert und zwar in beiden Bereichen der Musik und des Sports. Der Schreiber dieser Zeilen musste für seinen Meistergrad einen Ablauf von ca. 110 Bewegungen erlernen, was beinahe ein ganzes Jahr dauerte. Man nennt es Hyong oder Kata, je nach Disziplin. Er war beim Erlernen der Bewegungsabläufe so ziemlich im Mittelfeld und daher weiß er, dass es nicht einfach ist sich viele oder sehr viele Bewegunsabläufe zu merken und diese zu automatisieren. Die ziemlich einzigen, die es können sind Tänzer, da sie es von Kindesbeinen an üben. Die Alte Messe stellt natürlich auch eine motorische Herausforderung dar und man fragt sich unwillkürlich, wie lange es dauert alle Abläufe fehlerfrei zu lernen und das hohe Niveau der Ausführung zu halten. Es ist möglich, die Mönche von Fontgombault können es alle. Und wir alle, die dieses DVD zu Ende schauen, können am Ende Haltungs- und Ausdrucksnoten, wie beim Schlittschuhlaufen, unseren Priestern vergeben, damit sie uns auch nicht alles vorsetzen. Der Unterschied kann sich dann im Klingelbeutel oder bei der Spende bemerkbar machen, denn von nichts kommt nichts.

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