Brief der 45 – Amoris Laetitia eine theologische Kritik (6) Schwächere Zensuren (i).


ZURBARÁN, Francisco de (Fuente de Cantos

B. Aussagen, die unter eine schwächere Zensur fallen

12).

AL 295: „Auf dieser Linie schlug der heilige Johannes Paul II. das sogenannte » Gesetz der Gradualität « vor, denn er wusste: Der Mensch » kennt, liebt und vollbringt […] das sittlich Gute […] in einem stufenweisen Wachsen «.[323] Es ist keine „Gradualität des Gesetzes“, sondern eine Gradualität in der angemessenen Ausübung freier Handlungen von Menschen, die nicht in der Lage sind, die objektiven Anforderungen des Gesetzes zu verstehen, zu schätzen oder ganz zu erfüllen.“

Wenn es in diesem Sinne verstanden wird, dass freie Handlungen, welche die objektiven Anforderungen des Göttlichen Gesetzes nicht ganz erfüllen, moralisch gut sein können:

[dann verdient diese Aussage die Zensur]

i). Erronea in fide.

ii). Scandalosa, prava.

1 Joh 3,4: „Wer sündigt, übertritt das Gesetz; denn die Sünde besteht in der Übertretung des Gesetzes.“

Siehe auch: Leo XIII, Libertas praestantissimum, ASS 20 (1887-88): 598 (DH 3248); Johannes Paul II, Veritatis splendor, 40: AAS 85 (1993): 1165 (DH 4953).

13).

AL 296: „[…] » Zwei Arten von Logik […] durchziehen die gesamte Geschichte der Kirche: ausgrenzen und wiedereingliedern […] Der Weg der Kirche ist vom Jerusalemer Konzil an immer der Weg Jesu: der Weg der Barmherzigkeit und der Eingliederung […] Der Weg der Kirche ist der, niemanden auf ewig zu verurteilen, […]

AL 297: Niemand darf auf ewig verurteilt werden, denn das ist nicht die Logik des Evangeliums! […]“

Wenn es in diesem Sinne verstanden wird, dass in Umständen, in denen ein Schuldiger nicht aufhört, eine Schuld zu begehen, die Kirche nicht die Macht oder das Recht habe, Strafen zu verhängen oder Verurteilung auszusprechen, ohne diese später nachzulassen oder aufzuheben, oder dass die Kirche nicht die Macht oder das Recht habe, Individuen nach ihrem Tod zu verurteilen oder zu anathematisieren:

[dann verdient diese Aussage die Zensur]

i). Erronea in fide.

ii). Scandalosa, perniciosa, derogans praxi sive usui et disciplinae Ecclesiae.

1983 Codex Iuris Canonici, „Can. 1358 — § 1. Eine Beugestrafe kann nur einem Täter erlassen werden, der gemäß can. 1347, § 2 die Widersetzlichkeit aufgegeben hat; einem solchen aber kann der Nachlaß nicht verweigert werden.“

 

Konzil von Konstantinopel, Verurteilung der Monotheleten und des Papstes Honorius I:

“Nachdem wir die dogmatischen Briefe untersucht haben, die von Sergius, dem ehemaligen Patriarchen dieser dem Schutz Gottes anvertrauten Kaiserstadt, sowohl an Cyrus, den damaligen Bischof von Phais, als auch an Honorius, den ehemaligen Papst von Altrom [d.h. von Rom, denn Konstantinopel wurde in Byzanz das neue Rom oder Neurom genannt Red.], geschrieben wurden, ebenso aber auch den Brie, der von jenem, nämlich Honorius, an ebendiesen Sergius zurückgeschrieben wurde , und nachdem wir gefunden haben, dass diese den apostolischen Lehren und den Bestimmungen der heiligen Konzilien und aller anerkannten heiligen Väter völlig widersprechen, sich vielmehr den falschen Lehren der Häretiker anschließen, verwerfen wir diese völlig und verabscheuen sie als für die Seele schädlich“. (DH 550)

Siehe auch: 2. Konzil von Konstantinopel, Kanons 11-12; Lateransynode, Kanon 18 (DH 518-20); Leo II, Brief Regi regum, DH 563; 4. Konzil von Konstantinopel, Kanon 11, Konzil von Florenz, Dekret für die Jakobiten DH 1339-1346; Benedikt XV, 1917 Codex Iuris Canonici, Kanons 855, 2214.1 und 2257; Johannes Paul II, 1983 Codex Iuris Canonici, Kanons 915 und 1311; Codex Iuris Canonici für die Ostkirchen, Kanon 1424:1.

 

14.)

AL 298: „Die Geschiedenen in einer neuen Verbindung, zum Beispiel, können sich in sehr unterschiedlichen Situationen befinden, die nicht katalogisiert oder in allzu starre Aussagen eingeschlossen werden dürfen, ohne einer angemessenen persönlichen und pastoralen Unterscheidung Raum zu geben. Es gibt den Fall einer zweiten, im Laufe der Zeit gefestigten Verbindung, mit neuen Kindern, mit erwiesener Treue, großherziger Hingabe, christlichem Engagement, mit dem Bewusstsein der Irregularität der eigenen Situation und großer Schwierigkeit, diese zurückzudrehen, ohne im Gewissen zu spüren, dass man in neue Schuld fällt. […]“

Wenn es in diesem Sinne verstanden wird, dass Personen, die mit jemand anders zivil verheiratet sind als mit ihrem wahren Ehepartner, christliche Tugend dadurch zeigen können, dass sie sexuell zu ihrem zivilen Partner treu sind:

[dann verdient diese Aussage die Zensur]

i). Erronea in fide.

ii). Scandalosa.

1 Kor 7,10-11: „Den Verheirateten gebiete nicht ich, sondern der Herr: Die Frau darf sich von ihrem Manne nicht trennen; hat sie sich aber doch getrennt, so muss sie unverheiratet bleiben oder sich mit ihrem Manne wieser aussöhnen. Ebenso darf der Mann seine Frau nicht entlassen.“

Siehe auch: Gen 2,21; Mal 2,15-16; Mt 5,32. 19.9; Mk 10,11-12; Lk 16.,8; Heb 13,4; Brief Quam laudabiliter von Leo I, DH 283; Brief Regressus ad nos von Leo I, DH 311-14; Brief Gaudemus in Domino von Innocent III, DH 777-79; 2. Konzil von Lyon, Glaubensbekenntnis des Kaisers  Michael Palaeologus (DH 860); Konzil von Trient, Sitzung 24 Kanones 5, 7; Pius Vl, Rescript. ad Episc. Agriens., 11. Juli 1789; Arcanum, ASS 12 (1879-80): 388-94; Pius XI, Casti connubii, AAS 22 (1930): 546-50 (cf. Dz 3706-10); Johannes Paul II, Apostolische Exhortation Familiaris consortio, 19, 80-81, 84: AAS 74 (1982) 92-149; Katechismus der Katholischen Kirche, 1643-49.

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