Hilary White, Späte und verlorene Berufungen. Auslöschung der „traditionellen“ Nonnen


 memling-nuns

von  HILARY WHITE  am 28. Juni 2016 KATHOLISCHES LEBENFEATUREDBERUFUNGEN

Anbei stellen wir ein Essay von Hilary White vor, der ursprünglich im Original hier erschienen ist. Er ist tief bewegend, weil er aus dem Herzen spricht und zwar von einer Sehnsucht, die wohl unerfüllt bleiben wird. Am Ehesten lässt er sich mit der Situation einer Frau vergleichen, die sich immer ein Kind wünschte, das ihr aufgrund des Alters und des passenden Vaters, versagt bleibt. Hier geht es aber um eine unerfüllte Ordensberufung! Der Schreiber dieser Zeilen hatte sowohl in Deutschland, dies in den 1980-gern als auch in Polen, dies in den 1990-gern Frauen kennengelernt, die an das Ordensleben dachten, aber im keinem Kloster oder Gemeinschaft gelandet sind. Einige von denen, die er in Polen kennengelernt hatte, hatten wirklich keine Berufung, die wenigen in Deutschland kennengelernten wohl schon, doch sie fanden keine richtig seriöse Gemeinschaft, versuchten es mit einer polnischen Gemeinschaft, die sich in statu nascendi befand, sicherlich nicht traditionell war und wo es recht chaotisch (Ja, ja die slavische Seele, leider alles wahr!) zuging. Der Schreiber dieser Zeilen weiß nicht, wie es mit diesen deutschen Berufungen endete und sollten sie keinen Orden gefunden haben, dann tun sie ihm leid. Diejenigen in Deutschland hatten exakt dasselbe Problem wie Hilary White: eine Berufung, die keine kontemplative war, eine Sehnsucht und keine Gemeinschaft, die etwas taugte. Man könnte natürlich sagen, dass sich Frau oder eher Fräulein White nicht so anstellen sollte, denn wir sind hier auf Erden und nicht im Paradies. Aber es geht doch schließlich um ihrer, Frl. Whites Seele. Warum soll sie sich fortwerfen, wo sie doch so genaue Einblicke ins Ordensleben erhalten hatte? Es stimmt, dass man früh lieben sollte und Mitte 30 ist man halt viel kritischer und weniger formbar, aber vielleicht konnte man wirklich in den 1970-gern oder 1980-gern nirgends hingehen? Es lebt wirklich eine ganze Kohorte von unterentwickelten Priester- Ordensberufungen, weil die nachkonziliare Kirche leider, auch im Bereich der Orden und Klöster, nichts taugt. Man fragt doch: Will ich mein Leben und meine Heil, dort wirklich verbringen? Der Schreiber dieser Zeilen hat diese nagende Sehnsucht, wie Frl. White nicht und obwohl er mehrmals die Option Priesterberufung/ Ordensberufung erwägte, glaubt er ganz fest daran, dass ihn Gott nicht dazu berufen hatte. Wer würde denn diese Blogs schreiben? Zum seinem Leidwesen, aber eigentlich Leidwesen der Kirche muss er, bei aller Demut, aber sine ira et studio sagen, dass er wirklich nicht glaubt, dass er jetzt, in seinem Alter so fromm (ja, ja, „bescheiden“ ist er auch…) und theologisch gebildet wäre, wie er ist, wenn er Priester oder Ordensmann geworden wäre. Er scheint wirklich immer, überall, weltweit und international in den falschen Kreisen zu verkehren, denn alle Priester oder Ordensmänner seines Jahrganges sind mehr oder weniger offene Atheisten, falls Sie den geistlichen Stand nicht längst verlassen haben. Und sie sind doch nicht selbst auf den eigenen Wunsch hin so geworden. Es muss am nachkonziliaren System der Priesterausbildung und des Priester- und Ordenslebens liegen, welches die göttliche Vorsehung wirklich unverdient dem Schreiben dieser Zeilen ersparte. Vielleicht ist es auch gut, dass Hilary White nirgendwo eingetreten ist, sonst hätten wir diese Zeilen nicht und sie selbst würde wohl die Wale retten und nicht einmal katholische, sondern ökumenisch-interreligiöse Wale. Au weia!

Bitte Finger nach oben! Hände hochheben! Bitte melden! Wer ist a) eine Frau, b) ledig, zwischen 40 und 50 Jahre alt und c) hat schon in ihren frühesten Erinnerungen geglaubt, sie habe eine Berufung zum Klosterleben. Auf, Hände hochheben, bitte melden … auch kommen Sie, Sie wissen doch ganz genau, dass Sie gemeint sind.

Was ist passiert? Wie ist es so [Berufung, aber in keinem Kloster] zu ein?

Als Sie etwa die Altersgruppe der 22-35jährigen erreicht hatten, haben sie es endlich geschafft, Ihren Mut zusammenzunehmen und den richtigen Orden oder die richtige Gemeinschaft zu suchen, aber, da es die 80er und frühen 90er waren, war das, was Sie fanden lediglich die verbrannte und giftige Wüstenlandschaft des marxistischen Feminismus in Klöstern voller alternder Aktivistinnen in Polyester-Hosenanzügen, die über das Recht zur Abtreibung sprachen und über die „Unterdrückung“ der Frau in der Kirche. Sie konnten einfach keine Nonnen finden.

Aber die Sehnsucht nagte weiter an Ihnen, sogar als Sie in Ihrer Karriere weiterkamen, und unabhängig davon, wie viel Erfolg Sie im Leben hatten. Sie konnten nichts dagegen tun, und suchten hartnäckig weiter, besuchten Gemeinschaften, sammelten Prospekte (einige Schuhschachteln voll, richtig?) und schrieben Briefe, und später haben Sie das Internet durchsucht. Bei Ihren Besuchen und Unterhaltungen mit Leuten begannen Sie just zu verstehen wie vollständig die Zerstörung wirklich war.

Sie besuchten Konvente, die für ihren „konservative“ und „traditionelleren“ Stil berühmt waren, nur um zu finden, dass unter der Oberfläche – und manchmal nicht besonders weit unten – in ihren Gedanken und theologischen Einstellungen  der Neomodernismus grassierte. Sie saßen entsetzt in einem Besinnungswochenende mit Thema Berufung, wo sie [die Ordensschwestern] enthusiastisch die modernistischen Theologen des frühen 20. Jahrhunderts priesen deren größter Ruhm es war, Sie wussten es, ihre Häresien mit Hilfe des II. Vaticanums der Kirche aufzuzwingen.

Oder Sie besuchten Klöster, die dafür bekannt waren, Artefakte des Alten zu bewahren, vielleicht den Gregorianische Gesang oder die Lateinische Sprache – nur um zu entdecken, dass die Nonnen überzeugte Revolutionärinnen waren, die [sich der Aufgabe] widmeten, ihr Haus zu einer Frankenstein’schen „Reform der Reform-Synthese“ zu machen, indem sie dem Neuen Paradigma die Äußerlichkeiten der Tradition aufpflanzten. Sie sahen Nonnen in altehrwürdigen Klöstern, die zur Kommunion vortraten und ihre Hand durch das Gitter streckten. Sie besuchten wunderschöne Gebäude aus dem 16. Jahrhundert mit Nonnen im vollen Habit, die einen Stapel älterer Hefte des Tablet[1] auf dem Tisch in der Vorhalle liegen hatten, und die verärgert reagierten, wenn Sie sie fragten, ob sie je den Alten [gregorianischen]  Gesang nutzten. Ihre unsingbaren „neuen Töne“ waren in den 70ern extra für sie von einem befreundeten Musiker geschrieben worden, wissen Sie …

Sie lernten eine Menge über den Glauben, und sogar noch mehr über das Ausmaß der postkonziliaren Verwüstung. An jedem Ort, zu dem Sie gingen, entdeckten Sie im Gästehaus einen Stapel Bücher, geschrieben von den großen und berühmten Heresiarchen [Stifter von Häresien, Irrlehrern Red.] der Kirche, oder Ihnen wurde gesagt, dass es Ihnen nicht erlaubt sei, nach der Kommunion niederzuknien, weil es nicht der „Brauch des Hauses“ sei, „den Bischöfen nicht zu gehorchen“. In Ihren Gesprächen mit den Äbtissinnen oder Priorinnen oder Novizenmeisterinnen wurden Sie regelmäßig gefragt, ob Sie den Glauben zu Hause gelernt hätten oder sogar eine „schismatische“ [d.h. Piusbruderschaft Red.] Herkunft hätten. Ihnen wurde vielleicht sogar gesagt, dass Sie „vermutlich“ keine Berufung hätten, weil „sowas“, was Sie suchten, abgeschafft worden sei. Sie wurden des Romantizismus oder ästhetischer Nostalgie beschuldigt.

Sie begannen darüber nachzudenken, ob Sie vielleicht ein „do-it-yoruselfer“ seien und so erkundigten Sie sich nach Drittorden, und, natürlich, fanden dort dieselben Tendenzen wie im Rest der Kirche.

Sie hörten, besonders während der enthusiastischen Tage der Johannes-Paul-II-Ära, Leute in der Kirche, die viel über das „Leben allein“ als „Berufung“ sprachen. Sie fanden solches Skandieren von Phrasen sehr deprimierend.  Es scheint nun offensichtlich, dass dies Unsinn war, und dieser Tage hört man sehr wenig davon. Sie wussten sehr gut, dass dies [d.h. weltliches Leben als Berufung Red.] keine Berufung ist; es ist der Trostpreis, die vorgegebene Position für jene, die es nie fertig gebracht haben, das [ihre eigene Berufung] wieder hinzukriegen. Eines Tages fragten Sie: „Wie kann das eine Berufung sein, wenn man sie nicht erwählen kann, etwas, wo man nicht vorwärts kommt“, und stießen auf Schweigen.

Sie rangen jahrelang mit dem Gedanken der verschiedenen Gemeinschaften, die mit der SSPX verbunden sind, aber Sie konnten dort nicht hingehen. „Extra ecclesiam nulla salus,“ kam Ihnen immer wieder in den Sinn. Was, wenn ihre „Theorie“  der angewandten Jurisdiktion[2] falsch war? Sind Sie bereit, ihr Heil dafür zu verwetten?

Schließlich mussten Sie aufgeben. Sie fühlten sich, als stünde eine Ehescheidung an, und es passte Ihnen gar nicht, aber es schien, als könne man da einfach nichts tun. Sie stellten fest, dass das Fenster sich schloss, und sie konnten schlicht nirgends hingehen. Und keine Zeit mehr. Altersbeschränkungen, wissen Sie.  Ausbildung braucht einen jungen und formbaren Charakter, und mittlerweile wussten Sie, dass die Bitterkeit und zunehmende Pein, die während Ihrer Suche gewachsen waren, Sie schließlich vergiftet hatten. Der Gewaltmarsch durch die stinkenden theologischen und liturgischen Sümpfe der modernen Kirche hatten Sie narbenbedeckt und entsetzt zurückgelassen, und sie wurden vorsichtig und zurückhaltend und viel zu wissend. Sie verstehen, dass Sie letztendlich verloren waren in einer mentalen und emotionalen Verfassung, die Sie unfähig machte zu empfangen, was irgendeine Schwesterngemeinschaft überhaupt hätte anbieten können.

Die Uhr hat geschlagen. Sie fanden heraus, dass es da wohl einige Orte in Frankreich gibt, aber Sie wussten, Sie könnten sich nicht an beides anpassen: An die Strenge des Klosterlebens und eine fremde Kultur und Sprache. Schließlich waren Sie in Ihren 40ern, immer beschäftigt, und stellten fest, dass die Sehnsucht immer noch da war, nun ohne Hoffnung auf Erfüllung.

Also wendeten Sie sich schließlich ab, und konzentrierten sich auf andere Dinge und versuchten, Trost in der guten Erfüllung Ihrer Arbeit oder einem unabhängigen Gebetsleben zu finden. Aber, um die Wahrheit zu sagen, Sie fühlten sich alleine und unvollständig, gewissermaßen unfertig. Sie möchten noch immer wirklich nichts von dem, was die Welt bietet, und kümmern sich kaum um weltliche Karriere und Geld, nicht einmal Heirat und Kinder. Und es stellte sich heraus, dass dieses alte, nagende Ding nicht weggehen, nicht einmal auf die Vernunft hören wollte.

Ich glaube, dass es eine ganze demographische Kohorte [eine Gruppe in der Bevölkerung, die so groß ist, dass sie bei einer Umfrage auffallen würde und extra gezählt werden müsste Anm. d. Übs.] von Menschen, die für ein Klosterleben zur falschen Zeit geboren wurden, aber die den Ruf verspürten, unmissverständlich, lange bevor es einen Hinweis auf eine „Erweckung“ gab. Wir erreichten das Alter zum Eintritt in ein Kloster genau in der Mitte des Großen Zusammenbruchs. Wir waren in den 80ern und 90er  zwischen 20 und 30, gerade in der schlechtestmöglichen Zeit.

Das Klosterleben – ein Leben mit den Gelübden der drei „evangelischen Räte“ von Armut, Keuschheit und Gehorsam – ist etwas Immerwährendes in der Kirche, wesentlicher Teil ihres Aufbaus. Das wird niemals ganz verschwinden. Aber in unseren Zeiten der großen Verderbtheit des Kirchenverständnisses, scheint sich niemand viel darüber nachzudenken. Mit dieser furchtbaren Krise, die sich in einen allgemeinen Status des Notstands wandelt, scheint wiederauflebendes traditionelles Klosterleben weit jenseits des Denkbaren zu sein.

Seit den 1990ern scheint das religiöse Leben an manchen Orten, besonders in den USA, wieder leicht anzusteigen. Aber als sich mit der Zeit der Staub nach dem Asteroiden Vaticanum II gelegt hatte und die großen Dinosaurier gestorben oder bereits ausgelöscht waren und die kleinen Überlebenden begannen, wieder aus ihren Verstecken zu kommen und wieder zu siedeln und sogar aufzublühen, waren wir über 30 oder gar über 40 und fanden uns ausgeschlossen aus diesem kleinen „Revival“.

Kurz gesagt, als wir im richtigen Alter waren, konnten wir nirgends hingehen, und als es wieder Orte gab, zu denen man gehen konnte, wurde uns gesagt, es sei zu spät.

Ich war wohl sechs Jahre alt, ungefähr 1971, als ich meiner Mutter zum ersten Mal sagte, dass ich eine Nonne werden wollte. Man hatte mir kein kleines Kinder-Heiligenbuch gegeben über eine mittelalterliche Fürstin, die sich immer wieder mit den Kleidern ihrer Magd bekleidet in den frühen Morgenstunden aus der Burg stahl, um den Armen Nahrung und Vorräte zu bringen. Dies begeisterte mich. Ich lernte über St. Klara und St. Scholastika. Ich hatte Bilder der Jungfrau Maria und eine kleine Statue der Hl. Theresia in meinem Zimmer, die ich auf meine Kommode stellte, die ich als Altar dekorierte. Ich dachte die ganze Zeit darüber nach, und las Bücher und betete den Rosenkranz, mit sehr viel mehr Andacht als ich je als Erwachsene aufbringen konnte.

Alle kleinen katholischen Mädchen durchlaufen diese Phase, aber ich dachte weiter darüber nach, und immer wieder während meiner „verlorenen Jahre“, von 15 bis Mitte 20, sprach ich nie darüber. Ich sprach die ganze Zeit nie darüber, aber es war da. Als ich schließlich begann, zur Glaubenspraxis zurückzukehren, begann der wahre Kampf. Das war, als ich zu sehen begann, was die Kirche war, in gewisser Weise in den Händen des Feindes, eine große Stadt besetzt von einem feindlichen Invasor, der entschlossen war, ihre glorreiche Vergangenheit auszulöschen. Und das erste, was [der Feind] zerstörte – und das sehr gründlich – waren die Klöster.

Ich suchte ernsthaft in meinen 30ern, aber das war gerade die Zeit in der ich erfuhr, dass die Wüste komplett war, die Zerstörung war überall. Es ist wahr, dass es dort einige kleine Triebe waren, die unter der Ascheschicht hervorkamen, aber sie waren wenige und sie waren verwundbar. Ein Bischof hier oder da erlaubt, eine [neue] Gemeinschaft zu gründen, und sie wächst, um dann zu sehen, dass ihr Gründerbischof  beseitigt wird, und durch einen „progressiven“ ersetzt wird, dessen Toleranz nur für eine Entwicklung zurück zu den 70ern gilt. Das ist regelmäßig geschehen: eine Gemeinschaft, die für eine Weile an einem Ort akzeptiert wurde, endet darin, durch die Gegend gescheucht zu werden und nach einem sicheren Himmel zu suchen.

Ungefähr vor dreizehn Jahren sammelte ich die Daten für ein Buch darüber, was in der ganzen Zeit geschehen ist, die späte Ära Johannes Paul II., prüfte die Erweckung, beinahe eine Wiedergeburt der traditionellen Formen des Ordenslebens. Ich recherchierte ein Jahr lang. Ich besuchte Gemeinschaften und ging zu den Konferenzen und korrespondierte mit Ordensleuten. Aber was mir die Recherche zeigte war, dass diese Zeit nicht gekommen war; es konnte keine wirkliche allgemeine Erweckung des Ordenslebens geben, wenn nicht eine echte Erweckung des Glaubens als Ganzes im Gange war. Dies wird nicht geschehen, bevor die Bischöfe, Kardinäle und der Papst den Weg der Zerstörung verlassen, auf dem die Kirche sich seit 1965 befindet. Und wie wir bis heute gesehen haben, geschieht das nicht.

Seit ich meine Recherche aufgegeben habe – und besonders in den letzten drei Jahren – ist meine Überzeugung nur gewachsen, dass der Novus Ordo und all der Deuterovatikanismus [d.h. Nachkonziliarismus Red.] nicht nur ein katastrophaler Fehler war, sondern ein regelrechtes allgemeines Auflösungsmittel für den authentischen Katholizismus, und besonders für das Ordensleben. Halten Sie lange genug daran fest, insbesondere ohne bewusste Aufmerksamkeit für seine Gefahren, und er wird beginnen, Ihren Glauben zu zerfressen und aufzulösen. Ich habe die Ergebnisse [dessen] in einigen sehr berühmten „konservativen“ Ordensgemeinschaften aus erster Hand gesehen. Wenn Sie es nicht wissen, wie Sie es [d.h. den Deuterovatikanismus REd.] zu bekämpfen haben,  wird es Sie aufessen.

Nun werde ich mir selbst ein wenig widersprechen. Ich habe viele gute Nonnen getroffen. Ich habe viele gute Klöster besucht und von vielen Menschen gehört, die einige dieser „konservativen“ Novus Ordo Gemeinschaften, die ihren Glauben bewahrt haben, besucht haben und sogar eingetreten sind. Seit ich meine Suche aufgegeben habe – der letzte Besuch war 2007 – habe ich meine bedrückende Bewertung von 2003 etwas modifiziert. Vielleicht ist es möglich, den Glauben sowohl in der eigenen Seele und in einer Gemeinschaft als Ganzes mit der Messe und Liturgie des Novus Ordo zu bewahren. Aber damit dies geschieht, muss es einige außergewöhnliche Gnaden geben. Und möglicherweise auch einfach ein bisschen Glück.

Ich habe einige wenige Klausurorden in der Welt des Novus Ordo besucht, die eine unschuldige Einfachheit ausstrahlen, die, so glaube ich, die Dämonen nicht aushalten können und [deshalb] wenig tun können, um sie zu verderben. Die richtigen Vorbedingungen müssen gegeben sein; am wichtigsten ist, dass der Bischof nicht einen vorsätzlichen Feldzug führt, um die Nonnen in seiner Diözese zu verderben, wie der Enneagramm-predigende Häretiker Remi de Roo in dem [amerikanischen Bundesstaat] Victoria, in dem ich aufwuchs.

Nonnen, welche diesen übernatürlichen Schutz haben – so glaube ich – sind jene, die zuerst am wahren Charisma ihres Ordens festhalten – der Leitstern ihrer Gründer, St. Benedikt, St. Franziskus oder St. Klara oder St. Teresa von Avila. Diese sind es, und sie sind wenige, die still und freundlich den Bemühungen widerstanden haben, sie zu unterminieren.

Und sie halten an ihrer Urquelle fest. Der Orden der Heimsuchung, im 17. Jahrhundert gegründet von St. Johanna Franziska von Chantal, ließ seine Satzung  in den 80ern neu schreiben, und soweit ich gesehen habe, war dies ein verhängnisvoller Schritt. Der Originaltext der Satzungen, verfasst von Johanna Franziska von Chantal und ihrem Mentor St. Franz von Sales, ist ein lebendiges Zeugnis des Glaubens und ein aufstörender Ruf zu den Waffen gegen die häretischen Trends seiner Tage; ein Monument der Tridentinischen Gegenreformation. Die neuen Satzungen klingen, als seien sie von einem Komitee geschrieben – zweifellos war es so – dessen Hauptinteresse es war, nicht die Empfindlichkeiten von Bischöfen zu verletzen, die versessen darauf sind, das II. Vaticanum in die Tat „umzusetzen“.

Die erhalten gebliebenen Gemeinschaften haben auch sehr wenig Interesse am Auf und Ab der katholischen Politik gezeigt. Sie konzentrieren sich auf ihr Gebet und benutzen meist nicht das Internet oder den Fernseher. Ihre Lektüre besteht in den Leben und Werken der Heiligen und sie haben ihr hingebungsvolles Leben beibehalten, besonders zu Unserer Lieben Frau. Sie sind Nonnen, Arme Klarissinnen, Karmelitinnen, Dominikanerinnen, sie leben nach den Regeln und Konstitutionen, die von ihren Gründern niedergeschrieben wurden, redlich die Ziele eines authentischen Ordenslebens verfolgend.

Ich denke, dass eine hingebungsvolle, einfache und unschuldige Widmung an das Charisma des Ordens für eine Weile wie ein Schild gegen die zerstörerische Kraft des postkonziliaren Antikatholizismus wirken kann, aber es ist äußerst selten, und es hält nicht für immer. Zunächst einmal geht diese Unschuld oft einher mit einer blanken Unwissenheit bezüglich des Glaubens, die notwendigerweise eine Öffnung für fehlerhafte Glaubensinhalte undliturgische Praktiken schafft. (Die wunderbaren Armen Klarissinnen in meiner Stadt z. B. entschieden sich kürzlich, so weit zu gehen, dieses Jahr das Exultet in ihrer Ostervigil selbst zu singen. Und fragen Sie solch unschuldige Damen niemals über die moralische Rechtmäßigkeit der in vitro Fertilisation.)

Ansonsten habe ich diese heilige Bewahrung in aktiven Gemeinschaften nicht oft beobachtet. Es scheint beinahe ausschließlich ein Phänomen der strengen Klausurorden zu sein.

Nonnen sind wegen ihrer Abhängigkeit einem Priester und den Hierarchen gegenüber eindeutig verletzlich bezüglich der Korruption, weil ersterer die Sakramente spendet und dem Bischof, da er die Entscheidung fällt, sie in der Diözese zu behalten [oder nicht]. Sogar jene, welche die traditionellen Riten bevorzugen würden, oder die sich in diese Richtung bewegen, sehen sich einer Hierarchie gegenüber, die sie lieber ausgelöscht sähe als ihnen zu erlauben, zu den vorkonziliaren Wegen zurückzukehren. Diese Verletzlichkeit und Abhängigkeit ist vielleicht der Hauptgrund, warum auf Internetseiten, die „traditionelle Berufungen“ listen, immer lange Listen von Männergemeinschaften stehen, Priestergemeinschaften und Konfraternitäten, und herzlich wenige für Frauen.

Ich kann die Gemeinschaften in den USA, die ausschließlich an den traditionellen liturgischen Riten festhalten, an einer Hand abzählen. Sogar noch weniger sind es in Kanada, Großbritannien, Australien oder sonst wo in der englischsprachigen Welt. Ich weiß von einem Haus der Redemptoristen in Südamerika und einer Handvoll Benediktinerklöster in Frankreich und Deutschland, welche die traditionellen Formen für ihre gesamte Liturgie verwenden. Es gibt eines in Spanien und keines in Italien (außer man kann die Franziskanischen Schwestern der Immakulata zählen, die Gruppe von Schwestern, die zu den absolut unterdrückten  Franziskaner der Immakulata). Und natürlich haben diese alle eine Altersgrenze von 35 Jahren.

So, ich komme zurück auf die Frage, was alleinstehende Frauen eines bestimmten Alters tun sollten. Ich denke, dass es recht viele von uns gibt, und ich denke mehr darüber nach, seit ich – seit kurzem – beginne, eMails und SMS von Frauen zu erhalten mit der Frage, was sie bezüglich ihrer Berufung tun sollten. Einige davon sind schon sehr nahe am Ende des Zeitfensters und entdecken die Dinge, die ich entdeckt habe. Hauptsächlich, dass man wirklich praktisch nirgends hingehen kann.

Der Schlüssel für die Beantwortung der Frage ist zu fragen, für was das Ordensleben genau genommen ist. Wie arbeiten seine Strukturen – und all die Artefakte, die wir damit verbinden, wie z. B. Habit und Gesang – zusammen, um dieses Ziel zu erreichen? Wenn es einmal bestimmt ist, ist die nächste Frage, wie eine Person diese Ziele außerhalb der unterstützenden Strukturen von Konvent und monastischem Leben erreichen kann. Kann man das Ziel als einzelne Person verfolgen, die in der Welt lebt und arbeitet?

Vielleicht kann in der Vergangenheit eine Antwort gefunden werden, in den Tausenden, die im 3. und 4. Jahrhundert dem  Leben in der Stadt entflohen, um in großen „Lauras“ lebten, lose Gemeinschaften von Einsiedlern – die Gott in der Einsamkeit suchten, aber mit der Unterstützung von Ältesten. Es gibt Beweise, dass Menschen dies tun, meist alleine, unterhalb des Radars und außerhalb der Kontrolle von Bischöfen.

Gerade vor etwas mehr als einem Jahr legte ich meine Ewigen Versprechen als Oblatin ab (wie ein dritter Orden oder Laien-Mitgliedschaft) bei dem Kloster San Benedetto in Norcia. Dies ist eine neuere Gründung, die hauptsächlich aus Amerikanischen Mönchen besteht, die nach Italien umgesetzt wurden, und die sich dem alten Glauben widmen auf eine Weise ähnlich solcher Orte wie das Kloster Clear Creek in Oklahoma oder Le Barroux in Frankreich.

Ich kam ursprünglich hierhin um Rat zu suchen, eine Antwort zu exakt der Frage: Was sollte ich tun? Und Oblation war einer der Vorschläge. Ich wohne ungefähr seit 19 Monaten hier, und ich arbeite immer noch an einer Antwort. Ich bin mir noch nicht ganz klar geworden, aber ich habe ein Angebot. Da es klar ist, dass dort draußen andere Menschen sind, die ähnliche Erfahrung gemacht haben und die darüber sprechen möchten, habe ich darüber nachgedacht, etwas sehr modernes zu tun. Ich habe eine Facebook-Gruppe erstellt, so dass eine Diskussion darüber begonnen werden kann, was zu tun ist. Jene, die im Bezug auf dieses Thema Dinge haben, über die sie gerne sprechen möchten, können hier darum bitten, in die Gruppe aufgenommen zu werden.

Niemand sonst wird dies für uns herausfinden. Vielleicht können wir uns ja so gegenseitig helfen.

[1] Englischsprachige liberale katholische Zeitschrift.

[2] Piusbruderschaft behauptet, dass, obwohl all ihre Priester suspendiert seien, die gespendeten Sakramente aufgrund der Notlage der Kirche gültig und würdig seien, was leider nicht stimmt. Denn suspendiert ist suspendiert.

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8 Gedanken zu “Hilary White, Späte und verlorene Berufungen. Auslöschung der „traditionellen“ Nonnen

  1. Berufung ist auch bei mir DAS Thema schlechthin, weswegen mich ein beklemmendes Gefühl beim Lesen dieser Zeilen überkam. Es ist wirklich zum Weinen, dass die kirchlichen Strukturen heutzutage ein traditionelles Ordensleben quasi verunmöglichen. Man muss es demütig annehmen und weiter das Gebet suchen. Der Kurs der meisten Klöster ist sichtbar die Auflösung, kaum Nachwuchs. Aber wen wundert es bei all dem was man dort zu sehen bekommt.

    Beten wir eifrig um eine wahre Erneuerung der Katholischen Kirche. Für Ihre Bekannten, die eine Berufung verspürten hoffe und bete ich!

    In Christo

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  2. Ja, eine Berufung kann man haben, aber man muss sie irgenwo verwirklichen können. Bei der Berufung zum Einsiedlertum ist es einfacher, aber auf gefährlicher, weil man sich an niemadem orientieren kann. Aber die Wüsterväter der Arianischen Krise haben sozusagen die Kirche gerettet und so wird es vielleicht auch jetzt. Hilary White will auch selbst etwas gründen: http://www.onepeterfive.com/in-a-time-of-desolation-a-calling-for-new-beguines/

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  3. Vergelts Gott für den Link, ich habe es sehr aufmerksam gelesen. Es ist ein Dilemma. Wie SIe richtig sagen: Die Berufung muss man auch verwirklichen können, aber in der aktuellen Klosterlandschaft in Deutschland ist es fast unmöglich. Kloster Reichenstein ist noch immer eine Ruine und nr Gott weiß, wie das Leben dort dann irgendwann aussehen wird. Ansonsten sieht es schlecht aus. Das hat mich wirklich an den Rand der Verzweiflung gebracht. Aber das ganze Lamentieren hilft nicht! Das Gebet wird mich schon rechtleiten!

    In Christo

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  4. Ja, genau! Mehr auf Gott schauen und Kloster Reichenstein ist leider kanonisch irregulär. Man ist leider außerhalb des Gnadenflusses der Kirche, was sichtbare, geistliche Spuren hinterlässt. Die nächste Adresse wäre: Abtei Fontgombault oder Le Barroux. Französisch kann man lernen. Vielleicht auch die Abtei der Trappisten Mariawald, aber die Letztere kennen wir nicht persönlich und alle Mönche dort sind von Novus Ordo geprägt. Alles braucht seine Zeit.

    Le Barroux kennen wir auch nicht persönlich, aber von dort scheint eine große Heiligkeit auszugehen, da einige unserer Spender der beiden Blogs für die die Messe für die Wohltäter zelebriert wurde, große Katastrophen und Heimsuchungen beklagen. Soeben schrieb eine Leserin, bei der ersten Messe passierte nichts, aber nach der zweiten Messen umso mehr, jetzt will sie Geld für die dritte leihen, um uns dennoch zu spenden, weil sie eine kleine finanzielle Katastrophe heimsuchte, obwohl ihre Spende wirklich nach der Währungsumrechnung und Paypalgebühren miminal war. Aber der Teufel weiß schon Bescheid, dass jede Spende zählt.

    Es gibt nichts umsonst und ein schöneres Kompliment kann der Teufel uns eigentlich nicht machen.

    Wenn Papst Franziskus diese beiden Abteien noch aufheben sollten, dann wäre dies der höchste Gütesiegel, leider. Aber warten wir es ab.

    Die Novermbermesse wird es auch geben. Wir warten noch auf einen Termin mit der Bestätigung.

    Man kann also wieder spenden und die Katastrophen abwarten.

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  5. Ich habe auch versucht Nonne zu werden,habe dasPostulat gemacht bei den armen Klaren,wollte bleiben aber die wollten mich nicht.das war in 1976 und ich suche jetzt noch immer,bin deshalb auch nicht verheiratet.

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  6. Am 8.12.2003 erlitt ich einen sehr schweren Autounfall.
    In den Monaten danach durfte ich als Folge davon zum Glauben zurückfinden. Und so bemerkte ich also erst später mit großer Freude, welch wichtiger Marien-Festtag der 8. Dezember ist.
    Ich war unglaublich glücklich, ging gern und oft in die hl. Messe, kaufte unzählige Bücher frommen Inhalts, las Heiligenbiographien – eine neue Welt tat sich auf.
    Die katholische Kirche war mir zur Heimat geworden.
    Dies hatte auch Auswirkungen auf meinen Mann und die Kinder. Sie lernten eine betende Frau und Mutter kennen.

    Ich suchte nach einer Gemeinschaft im Laienstand und fand sie im dritten Orden der Franziskaner, dem OFS. Auch heute noch bin ich sicher, dass ich dorthin geführt wurde.
    Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte.
    Heute ist mein Glaube noch immer tief, der Zustand der katholischen Kirche jedoch bedrückt mich, macht mir manchmal richtig großen Kummer.
    In unserer OFS-Gemeinschaft bin ich Vorsteherin -morgen abend haben wir wieder unser monatliches Treffen und ich gehe auch gerne hin- doch auch hier ist der Wandel spürbar. Obwohl die meisten schon im Rentenalter sind, ist unsere Gruppe doch auch irgendwie gespalten: in „konservative“ und in „modern“ gesinnte Gläubige.
    Ich mag meine Glaubensgeschwister sehr gerne, sie sind liebenswert und doch ist die Begeisterung der früheren Jahre geschwunden und Ernüchterung eingekehrt.
    Heute sehe ich viel klarer, was mir früher in meiner Euphorie verborgen blieb.

    Auch die Entwicklung in unserer Dorfkirche -dank Gemeindeteam und wohl auch des SE-Leiters- bereitet keine reine, ungeschmälerte Freude mehr.
    Aktuell: Das Patroziniumsfest (4.11., Karl Borromäus) wird ersatzlos gestrichen und durch ein gemeinsames Ökümenisches Familienfest in der Gemeindehalle ersetzt.
    Eucharistiefeier in der Gemeindehalle und die katholische Kirche bleibt parallel dazu leer! Wie tief sind wir gesunken!
    Ob da womöglich auch noch die Kommunion für alle, auch für die Protestanten, ausgeteilt werden wird, weiß ich nicht, da ich dieser „Veranstaltung“ fern bleiben werde, obwohl unser Kirchenchor singen wird und ich darin mitsinge. Der Dirigentin teilte ich meine Gründe mit.

    Fazit: An der katholischen Kirche, so wie sie sich momentan darstellt, kann ich mich kaum noch aufrichten. Zu Papst Franziskus habe ich das Vertrauen verloren.
    Im Grunde habe ich nur den dreifaltigen Gott in meinem Herzen, der mir hilft, mit diesen Dingen zurechtzukommen.
    Vielen Dank, dass Sie so lange mitgelesen haben!

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  7. „Verlorene Berufung“ – ein starkes Wort. Es sind nicht wenige, denen es im Kopf herumschwirrt. Für mich habe ich es „ausgetilgt“ indem ich mir sage: Gott hat mich des Weges geführt, der es bis heute geworden ist. Ob es eine Ausrede ist? Lassen wir es einmal dahingestellt. …
    Aber warum steht die „verlorene Berufung“ im Zusammenhang mit dem Verlust „traditionellen Ordenslebens“? Eine Antwort ist an dieser Stelle in ein paar Zeilen unmöglich zu formulieren. Hier nur einige wenige Hinweise. Wie in den Pfarren ist auch in den Klöstern in den 50er Jahren viel falsch gemacht worden. Oftmals wurde unter einem ungesunden und falsch verstandenen Gehorsamsbegriff das Leben im Glauben zu einer großen Last. So waren die Jahre des Konzils und unmittelbar danach für viele eine Zeit der Befreiung. Man könnte sagen, dass der Druck im Wasserkessel so stark war, dass der Deckel abgesprengt wurde. Und damit explodierte nicht nur der Kessel, sondern auch die ganze Lehre und Tradition der Kirche. Natürlich geschah das nicht einfach so. Irrlehren und Intrigen und viele andere Machenschaften taten das ihre dazu. … Es gäbe viel zu berichten über diese Zeit in Kirche und Klöstern. Es führt hier zu weit.

    In jenen 70er Jahren gab es zwei Arten von Klosterlingen, Menschen, die ins Kloster kamen: Jene, die sich berufen fühlten; und jene, die ins Kloster gehen wollten um sich zu verwirklichen. Die ersten kamen um, wie eh und je, ein verborgenes Leben zu führen und sich zu heiligen im Gehorsam, innerhalb den Statuten ihres Ordens; sie wollten vor allem auch ein Gebetsleben führen und damit der Kirche dienen. Die zweiten wollten im Kloster etwas werden; vor allem wollten sie Veränderungen. Und damit wurden sie Verbündete mit denen die rührig waren und aufsässig. Es entstanden Gruppen und Grüppchen; Machtspiele wurden ausgetragen. In dem Kloster, in das ich Mitte der siebziger Jahre eintrat und vier Jahre später wieder verließ, gab es bis in die frühen achtziger Jahre hinein noch viele Eintritte. Niemand ist geblieben; zurück bis zu den Eintritten der späten Fünfziger und Sechziger sind die meisten gegangen; – oder „vertrieben“ worden? Nächte habe ich geweint weil wieder ein guter Mönch verschwunden war. Bis ich schließlich aus Selbstschutz selber auch gegangen bin; aufgerieben in den innerklösterlichen Querelen. …

    „Verlorene Berufung“ – Im Noviziat und danach: Gesprächsgruppen, Bibelkreise, Zen. Sich zu entziehen war nicht möglich, sonst wäre man direkt für untauglich erklärt worden. Zu lesen gab es Rahner, Schillebeeckx, damals schon die Predigten von Drewermann, Christ in der Gegenwart und Herder-Korrespondenz. Lehrbücher zum geistlichen Leben aus den vergangenen Jahrhunderten wurden entfernt. Wir waren „reife“ Menschen, die selber entscheiden können, was für sie gut und richtig war. So bedurfte es auch keines Beichtvaters mehr. …
    Eine schwierige Zeit; gerade auch in den Klöstern. Alles zerbrach. Gnadenlos sichtbar im Verlust der Liturgie.

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  8. Danke, @(m)ein Freund, für Ihre Schilderung!
    Ihr Hinweis, dass viele bewusst in ein Kloster eingetreten sind, um gezielt Veränderungen herbeizuführen, hat mich sehr erschreckt, aber es würde viele der späteren Entwicklungen erklären.
    Eine franziskanische Ordensfrau hat auch einmal davon gesprochen, dass nach dem Konzil viele Männer ohne jegliche Berufung Priester geworden seien, in der Annahme, der Zölibat würde jetzt ganz rasch aufgehoben werden.
    Nicht die Liebe und Hingabe an Gott bestimmte damals und bestimmt auch heute das Leben vieler Menschen -im Orden, als auch im Laienstand- als vielmehr das eigene Wohlergehen und die Durchsetzung persönlicher Ziele.
    Gottes guter Segen für Sie!

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