Brief der 45 – Amoris Laetitia eine theologische Kritik (3) Zensuren: Häretische Sätze (i).


ZURBARÁN, Francisco de (Fuente de Cantos

Theologische  Zensuren der Sätze der Apostolischen Exhortation Amoris laetitia entnommen

 

A). Häretische Sätze

1).

AL 83; „[…] die Kirche […] lehnt [auch] nachdrücklich die Todesstrafe ab.“

Wenn es in diesem Sinne verstanden wird, dass es bedeutet, dass die Todesstrafe immer und überall ungerecht in sich selbst ist und daher nicht rechtmäßig von Staat verhängt werden kann:

[dann verdient diese Aussage die Zensur]

i). Haeretica, sacrae Scripturae contraria.

ii). Perniciosa.

Gen 9,6: „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden. Denn nach Gottes Bild hat Gott den Menschen geschaffen.“ (Alle Bibelstellen: Henne/Rösch).[1]

Siehe auch Lev 20,1; Dtn 13,10-11; Mt 15,4; Mk 7,10; Joh19,11; Röm 13,4; Hebr 10,28; Innozenz I, Brief an Exsuperius, PL [Patrologia Latina] 120: 499A-B; Innozenz III, Glaubensbekenntnis für die Waldenser, DH [Denzinger-Hünermann][2] 7954; Pius V, Katechismus des Tridentinischen Konzils, Kommentar zum Fünften Gebot; Papst Pius XII, Ansprache zum ersten Kongress für Histopathologie des Nervensystems, AAS [Acta Apostolicae Sedis] 44 (1952): 787; Johannes Paul II, Katechismus der Katholischen Kirche, 2267.

2).

AL 156; „Es ist wichtig, in der Zurückweisung jeglicher Form von sexueller Unterwerfung eindeutig zu sein.“

 Wenn es nicht nur als Verneinung verstanden wird, dass eine Ehefrau ihrem Ehemann sklavischen Gehorsam schuldet oder dass der Ehemann Autorität über seine Ehefrau eine Autorität hat, die der elterlichen Autorität gleicht, wenn aber gleicherweise verneint wird, dass der Ehemann irgendeine Form der Autorität über seine Ehefrau hat oder wenn es verneint, dass die Ehefrau irgendeine Pflicht hat, den legitimen Befehlen ihres Ehemannes zu folgen, kraft seiner Autorität als Ehemann:

 [dann verdient diese Aussage die Zensur]

i). Haeretica, sacrae Scripturae contraria.

ii). Prava, perniciosa.

Eph 5,24: „Wie die Kirche Christus untertan ist, so  seien es auch die Frauen ihren Männern in allem.”

Siehe auch: 1 Kor 11,3; Kol 3,18; Tit 2,3-5; 1 Petr 3,1-5; Pius V, Katechismus des Tridentinischen Konzils, Kommentar zum Sakrament der Ehe; Leo XIII, Arcanum, ASS 12 (1879): 389; Pius XI, Casti connubii, AAS 22 (1930): 549 (DH 3708-09); Johannes XXIII, Ad Petri cathedram, AAS 51 (1959): 509-10. 3).

3.)

AL 159; „ Der heilige Paulus empfahl sie [die Jungfräulichkeit], weil er die baldige Wiederkunft Jesu Christi erwartete und wollte, dass alle sich nur auf die Verkündigung des Evangeliums konzentrierten: „Die Zeit ist kurz.“ (1 Kor 7,29). … Vielmehr als absolut über die Überlegenheit der Jungfräulichkeit zu sprechen, sollte es genügen herauszustellen, dass die verschiedenen Lebensstände einander ergänzen, und daraus folgend, dass manche in einer Weise vollkommener sein können, andere in anderer [Weise].

Wenn es in diesem Sinne verstanden wird, dass man verneint, dass der jungfräuliche Stand des Christus geweihten Lebens an sich selbst betrachtet der Ehe überlegen ist:

 [dann verdient diese Aussage die Zensur]

i). Haeretica, sacrae Scripturae contraria.

ii). Perniciosa, suspensiva gravis resolutionis.

Konzil von Trient, 24. Sitzung,  Kanon 10:

„Wer sagt, der Ehestand sei dem Stand der Jungfräulichkeit oder des Zölibates vorzuziehen, und es sei nicht besser und seliger, in der Jungfräulichkeit und dem Zölibat zu bleiben, als sich in der Ehe zu verbinden: der sei mit dem Anathema belegt“. (DH 1810).

Siehe auch: Mt 19, 12; 21. 1 Kor 7,7-8; 38. 2 Thess 2,1-2; Apoc. 14,4; Konzil von Florenz, Dekret für die Jakobiter, DH 1353; Pius X, Antwort der Bibelkommission, DH 3629; Pius XII Sacra virginitas, AAS 46 (1954): 174; Vatikanum II, Dekret Optatam totius, 10.

4).

AL 295: „Auf dieser Linie schlug der heilige Johannes Paul II. das sogenannte ‚Gesetz der Gradualität‘ vor, denn er wusste: Der Mensch ‚kennt, liebt und vollbringt […] das sittlich Gute […] in einem stufenweisen Wachsen‘.[323] Es ist keine ‚Gradualität des Gesetzes‘, sondern eine Gradualität in der angemessenen Ausübung freier Handlungen von Menschen, die nicht in der Lage sind, die objektiven Anforderungen des Gesetzes zu verstehen, zu schätzen oder ganz zu erfüllen. Denn das Gesetz ist auch ein Geschenk Gottes, das den Weg anzeigt, ein Geschenk für alle ohne Ausnahme, das man mit der Kraft der Gnade leben kann, auch wenn jeder Mensch ‚von Stufe zu Stufe entsprechend der fortschreitenden Hereinnahme der Gaben Gottes und der Forderungen seiner unwiderruflichen und absoluten Liebe in das gesamte persönliche und soziale Leben «[324] voranschreitet.’“

AL 301: „[…] Daher ist es nicht mehr möglich zu behaupten, dass alle, die in irgendeiner sogenannten „irregulären“ Situation leben, sich in einem Zustand der Todsünde befinden und die heiligmachende Gnade verloren haben. Die Einschränkungen haben nicht nur mit einer eventuellen Unkenntnis der Norm zu tun. Ein Mensch kann, obwohl er die Norm genau kennt, große Schwierigkeiten haben » im Verstehen der Werte, um die es in der sittlichen Norm geht «,[339] oder er kann sich in einer konkreten Lage befinden, die ihm nicht erlaubt, anders zu handeln und andere Entscheidungen zu treffen, ohne eine neue Schuld auf sich zu laden.“

Wenn es in diesem Sinne verstanden wird, dass eine gerechtfertigte Person mit Gottes Hilfe nicht die Kraft hat, die objektiven Anforderungen des göttlichen Gesetzes auszuführen, als ob irgendeines der Gebote Gottes für den Gerechtfertigten unmöglich sei; oder, wenn es dahingehend verstanden wird, dass Gottes Gnade, wenn sie in einem Individuum Rechtfertigung erzeugt, nicht unveränderlich und aus ihrer Natur heraus Abwendung von aller schweren Sünde erzeugt, oder [diese Gnade] nicht ausreichend ist, um sich von aller schweren Sünde abzuwenden:

 [dann verdient diese Aussage die Zensur]

i). Haeretica, sacrae Scripturae contraria.

ii). Impia, blasphema.

Konzil von Trient, 6.  Sitzung, Kanon 18:

„Wer sagt, die Gebote Gottes seien auch für einen gerechtfertigten und unter Gnade stehenden Menschen unmöglich zu beobachten: der sei mit dem Anathema belegt“. (DH 1568).

Siehe auch: Gen 4,7; Dtn 30,11-19; Ecclesiasticus/Sir 15,11-20; Mk 8,38; Lk 9,26; Hebr 10,26-29; 1 Joh 5,17; Zosimus, 15-te (oder 16-te) Synode von Karthago, Kanon 3 über die Gnade, DH 225; Felix III, 2. Synode von Orange, DH 397; Konzil von Trient, Sitzung 5, Kanon 5; Sitzung 6, Kanones 18-20, 22, 27 und 29; Pius V, Bulle Ex omnibus afflictionibus, Über die Irrtümer von Michael du Bay [Bajus], 54, (DH 1954); Innozenz X, Konstitution Cum occasione, Über die Irrtümer von Kornelius Jansen, 1 (DH 2001); Clemens XI, Konstitution Unigenitus, Über die Irrtümer von Pasquier Quesnel, 71 (DH 2471); Johannes Paul II, Apostolische Exhortation Reconciliatio et paenitentia 17: AAS 77 (1985): 222; Veritatis splendor 65-70: AAS 85 (1993): 1185-89 (DH 4964-67).

[1]           Nach der Vulgata.

[2]           Denzinger-Hünermann – 43 Ausgabe.

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