Diabolische Narzissten von Ann Barnhardt: Wieder eine Punktlandung! (2 von 3)


fall rebel angels

Hl. Johannes Chrysostomus über die Priester

Deswegen ist es sehr wahrscheinlich, dass es die meisten Diabolischen Narzissten (DN) innerhalb der Katholischen Kirche gibt, weil sie das Heiligste ist (mit der himmlischen und leidenden Kirche zusammengenommen), was es in der Schöpfung gibt. Der Schreiber dieser Zeilen kann ohne lange zu überlegen mindestens fünf DNen seiner jetzigen Diözese aufzählen und er fragt sich in der letzten Zeit, ob er überhaupt Geistliche, die nicht narzisstisch waren, nicht unbedingt DN, jemals kennengelernt hatte. Die allermeisten waren sehr narzisstisch.

Macht es das Priestertum sie dazu? Der hl. Johannes Chrysostomus (gest. 407), der sich darüber ebenfalls Gedanken machte, schreibt in seinem Dialog Über das Priestertum sinngemäß:

„Nein, es ist nicht das Priestertum. Es sind sie selbst.“

In den Priesterseminaren, auch in der traditionalistischen Seminaren, wird dieser Dialog, falls überhaupt, nur hinsichtlich der großen Würde des Priestertums gelesen, denn es sind darin solche Sätze wie diese zu finden:

„Denn wenn jemand die außerordentliche Gunst beherzigt, daß ein Mensch, der noch aus Fleisch und Blut zusammengesetzt ist, jenem seligen und reinen Wesen so innig nahe kommen darf, dann wird er erst recht einsehen, welch hohen Ehrenamtes die Gnade des Geistes die Priester gewürdigt hat. Durch sie wird der Opferdienst 1 vollbracht und noch andere Verrichtungen, die diesem in Nichts nachstehen, sowohl im Hinblick auf ihre eigene Würde wie auf unser Heil. Denn Männern, die auf Erden wohnen und hienieden ihrer Beschäftigung nach- gehen, wurde die Verwaltung der himmlischen Schätze anvertraut und ihnen damit eine Machtfülle übertragen, welche Gott weder Engeln noch Erzengeln gegeben hat. Denn nicht zu letzteren ist gesagt worden: „Was ihr auf Erden bindet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr löset, soll gelöset sein“2. Wohl haben auch die irdischen Gewalthaber die Macht, zu binden, aber nur über die Leiber. Das Band der Priester jedoch umschlingt selbst die Seele und reicht bis zu den Himmeln. Was die Priester hienieden auf Erden wirken, das macht wahr Gott oben im Himmel, und es bestätigt der Herr das Urteil seiner Knechte. Was anders hat er ihnen damit gegeben als alle Gewalt über den Himmel? „Denn welchen ihr“, so verkündet er doch, „die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen sie ihr behaltet, denen sind sie behalten“3. Welche Vollmacht könnte größer sein als diese? Das ganze Gericht hat der Vater dem Sohne übergeben4; dasselbe ist nun, wie ich sehe, vollständig vom Sohne den Priestern übertragen worden. Als wären sie schon in den Himmel versetzt, als hätten sie die menschliche Natur abgelegt, als wären sie unserer Leidenschaften ledig, so hoch, zu solcher Würde wurden sie erhoben.[1] (Über das Priestertum, Buch. III, Kapitel 5.)

Dies ist auch sehr wohl war, aber es gibt auch die Kehrseite, welche diejenigen zur Schau stellen, welche dieser Würde nicht gerecht werden:

„In erster Linie ist zu nennen als die gefährlichste [für die Priester Red.] von allen die Klippe der Ehrsucht, verderbenbringender als die Klippen1, von denen die Sagendichter2 zu fabulieren wissen. Viele haben allerdings die Kraft besessen, an dieser Klippe glücklich vorbeizuschiffen und unversehrt zu entrinnen; für mich aber ist die Ehrsucht etwas so Gefährliches, daß nicht einmal jetzt, wo doch nicht die geringste Notwendigkeit mich jenem Abgrunde zutreibt, ich mich von dieser unseligen Leidenschaft rein zu halten vermag. Wenn man nun mir gar dieses hohe Amt anvertrauen würde, so bedeutete das ungefähr ebenso viel, als man bände mir beide Hände auf den Rücken und lieferte mich den auf jener Klippe hausenden wilden Tieren aus, um mich täglich von ihnen zerfleischen zu lassen. Was sind das jedoch für Tiere?

Zorn, Mutlosigkeit, Neid, Zank, Verleumdungen und andere Beschuldigungen, Lüge, Heuchelei, hinterlistige Nachstellungen, Verwünschungen3 gegen Menschen, die uns gar kein Unrecht zugefügt haben, Schadenfreude über das ungebührliche Benehmen der Mitpriester, Trauer über glückliche Tage des Nebenmenschen, Ruhmbegierde, Ehrsucht — und diese ist es, die vor allem die menschliche Seele sich direkt ins Verderben stürzen läßt —, Unterweisungen, die bloß gerichtet sind auf irdisches Vergnügen, sklavische Schmeicheleien, unwürdige Lobhudeleien, Verachtung der Armen, Wohldienerei gegen die Reichen, unvernünftige Ehrenbezeigungen und schädliche Gunsterweisungen, die in gleicher Weise Gefahr bringen sowohl ihren Urhebern wie ihren Empfängern, knechtische Furcht, wie sie nur den gemeinsten Sklaven eignet, Unterdrückung der Freimütigkeit, auffallend außerer Schein von Demut, die in Wirklichkeit nirgends vorhanden ist. Gänzlich unterläßt man es einzuschreiten und zurechtzuweisen, oder vielmehr man wendet dergleichen nur gegen die niedrigen Volksklassen an, und zwar über das gerechte Maß hinaus, während man denen gegenüber, die mit Macht bekleidet sind, nicht einmal die Lippen zu öffnen wagt. Alle diese Tiere, ja noch mehr der Art nährt jene Klippe, und wer einmal in ihre Klauen geraten ist, der wird unfehlbar in solche Knechtschaft hinabgezogen, daß er sogar den Frauen zu gefallen oftmals vieles tut, was sich nicht einmal schickt, genannt zu werden. Zwar hat das göttliche Gesetz die Frauen von dem Kirchendienst ausgeschlossen 4, aber sie suchen sich gewaltsam einzudrängen, und da sie von sich selbst aus nichts auszurichten vermögen, so setzen sie alles durch andere ins Werk. Ja sie besitzen eine solche Macht, daß sie nach eigenem Gutdünken Priester aufnehmen und absetzen, so daß das Obere nach unten gekehrt wird und deutlich sich hier das Sprichwort bewahrheitet: Die Untergebenen führen ihre Gebieter. Und wenn doch es noch Männer wären! Aber Weiber sind [S. 151] es, denen es nicht einmal gestattet ist, zu lehren 5. Was sage ich, zu lehren? Nicht einmal zu reden 6 in der Versammlung, hat ihnen der selige Paulus erlaubt. Ich habe jedoch jemanden erzählen hören, man habe den Frauen eine solche Redefreiheit gewährt, daß sie den Kirchenvorstehern gar mit Vorwürfen begegnen und sie heftiger anlassen als die Herren ihre eigenen Sklaven.“ (Über das Priestertum, Buch. III, Kapitel 9)

„Es möge aber niemand glauben, daß ich alle Priester mit den genannten Beschuldigungen belasten will. Denn es gibt deren, ja es gibt deren viele, die diesen Netzen glücklich entronnen sind; es sind ihrer sogar mehr als solche, die sich haben verstricken lassen. Noch weniger möchte ich dem Priestertume selbst die Schuld für diese Übel beimessen. Niemals werde ich so wahnsinnig sein. Denn alle verständigen Menschen betrachten diejenigen, welche die von Gott verliehenen Gaben nicht zu dem richtigen Zwecke gebrauchen, als die Schuldigen und bestrafen sie, niemand jedoch macht das Eisen verantwortlich für die vorkommenden Mordtaten oder den Wein für die Trunkenheit, niemand die Stärke für die Gewalttat oder die Tapferkeit für die unvernünftige Tollkühnheit. Vielmehr kann umgekehrt das Priestertum mit Recht gegen uns Klage erheben, wenn wir es nicht richtig verwalten. Denn nicht das Priestertum selbst ist schuld an den von mir genannten Übeln, sondern wir beschmutzen es, soweit es auf uns ankommt, mit solchen Flecken, indem wir es den ersten besten Personen anvertrauen. Diese nehmen gar bereitwillig das angebotene Amt an, ohne vorher ihre eigene Seele kennen gelernt und die schwere Last des Amtes beachtet zu haben. Wenn sie aber zu einer praktischen Tätigkeit kommen sollen, tappen sie in der Finsternis ihrer Unerfahrenheit herum und richten unter den ihnen anvertrauten Gläubigen unsagbares Unheil an.“ (Über das Priestertum, Buch. III, Kapitel 10)

Hier schreibt also ein Heiliger, ein Kirchenlehrer und Kirchenvater aus der guten, alten, vorkonziliaren Zeit und zwar gegen das Ende des vierten Jahrhunderts. Wenn man sich den ganzen Dialog Über das Priestertum durchliest, so sieht man, dass er einerseits sehr heilig, andererseits sehr realistisch ist und wirklich mit der Kritik nicht spart. Es hatte schon also immer schon Diabolische Narzissten in der Kirche gegeben, denn der Teufel hatte es schon immer versucht die Kirche von innen heraus zu unterwandern. Der hl. Johannes Chrysostomus ist selbst das Opfer einer klerikalen Intrige geworden und ist qualvoll auf dem Weg zu seiner Verbannung gestorben. Sein Tod beweist also, dass er recht hatte.

[1] https://www.unifr.ch/bkv/kapitel406-4.htm

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