Priesterhilfe aber wie? (3) Der Ausweg: das Alte Brevier.


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Altes Brevier als geistlicher Aufbau

Die nächste Säule Ihrer priesterlichen Identität besteht aus dem Breviergebet. Nein, nicht aus dem Gebet überhaupt, sondern aus dem Breviergebet. Wir haben hier zum Breviergebet mehr als einen Beitrag verfasst, denn Sie sich durchlesen können. Das eigentliche Ziel des Breviergebetes besteht darin ständig zu beten. Denn nach dem Breviergebet ist vor dem Breviergebet. Diese Grundregel und Erfahrung gilt aber nur für das Alte Brevier, also wenigstens das aus dem Jahre 1962, welches Sie aufgrund von Summorum Pontificum kirchenrechtlich legal beten dürfen. Aber bitte alles, dies bedeutet nicht sich die Horen aussuchen, wie beim Neuen Brevier, sondern:

  • Matutin
  • Laudes
  • Prim
  • Terz
  • Sext
  • Non
  • Vesper
  • Komplet

Es wird alles in allem 1,5 Stunden dauern, wobei die Matutin zusammen mit der Laudes, als das längste Nach/Tagesgebet gebetet werden.  Wir schlagen vor, dass Sie zuerst mit dem Brevier von 1962 anfangen und es wenigstens zwei Jahre lang täglich beten und wenn Sie kaum Latein können noch länger. Wir halten zwar das Tridentinische Brevier für das Beste, aber Sie als Priester müssen die kirchliche Gesetzgesetzgebung beachten, wonach das Beten dieses Breviers seit 1911 nicht mehr gestattet ist. Sie werden schon aber durch das Brevier von 1962 einen anderen Rhythmus entdecken und natürlich eine andere Sprache. Sie werden feststellen, dass die Psalmentexte der Vulgata sich wesentlich von den Texten Ihres deutschen Breviers unterscheiden, welche aus der Neo-Vulgata übersetzt wurden. Natürlich zum Nachteil und wieder verwässert und entsakralisiert. Sie werden auch erfahren, dass Sie zuerst recht nervös an die nächste Hore denken werden, um sie nicht zu verpassen, mit der Zeit aber gelangen Sie in einen Gebetsrhythmus, indem man die Gebetszeiten wie kleine Inseln bei dem fließenden Tagesablauf erlebt. Keine Zeit zu haben, ist natürlich immer eine Ausrede, die man dann einsetzt, wenn man keine Prioritäten setzen will. Sie als Priester sind zum täglichen Gebet sub grave, also unter schwerer Sünde verpflichtet, obwohl, wenn man es wirklich nicht kann, weil man beispielsweise 10 Stunden am Tag die Beichte hört oder wallfahrtet, es durch andere Tätigkeiten ersetzt werden kann. Aber welcher Priester in den deutschsprachigen Landen hört schon 10 Stunden am Tag die Beichte? Die meisten beten ja überhaupt nicht, weil sie keine Lust haben. Was aber wirklich interessant ist, ist die Tatsache, dass die vorkonziliaren Breviere wirklich viel weniger langweilig sind als das nachkonziliare aus dem Jahre 1970, sodass das Gebet wirklich viel weniger Überwindung kostet, wenn man natürlich ausreichend Latein kann, um die Inhalte zu verstehen.

Der Schreiber dieser Zeile hat seine Freude am Alten Brevier entdeckt, die ihm seit 2012 nicht vergangen ist, das Neue Brevier hat er seit 1989 bis 2011 gebetet, was leider recht öde war. Wahrscheinlich wurde es so konzipiert, dass es einen anödet. Die Dämonen wissen halt Bescheid und die Menschen, die von ihnen inspiriert werden auch, denn wie anders ist es zu erklären? Der Schreiber dieser Zeilen freut sich immer auf seine Matutin-Lesungen, die bei den Heiligenfesten im Tridentinischen Brevier, wenigstens bei der zweiten Nokturn immer anders sind. So lernt man die Heiligenlebensläufe kennen, die man nachahmen kann. Es ist wirklich eine andere spirituelle Welt, die sich das einem vorwiegend geistlich und nicht nur intellektuell anrührt. Wenn man an irgendeinem Tag nicht in der Lage ist alle Horen zu beten, so fühlt man am nächsten Tag als wäre man dehydriert und sozusagen geistlich ausgetrocknet. Interessanterweise hat man nach dem Brevierbeten nicht genug, sondern man verbleibt sozusagen im Gebetsmodus und kommt leicht in die Betrachtung, wahrscheinlich deswegen, weil man sich warmgebetet hatte. Man braucht sich weniger zu sammeln, weil man gesammelt bleibt. Obwohl der Schreiber dieser Zeilen wenigstens seit seinem 15 Lebensjahr regelmäßig, d.h. mindestens 20 Minuten am Tag betet, ein Pensum, welches vor dem Brevierwechsel im Jahre 2012 tatsächlich bis auf 3 Stunden täglich angewachsen ist, so hatte er diese Erfahrungen vor dem Alten Brevier nicht. Es liegt, so glaubt er, tatsächlich an dem Brevier und nicht an ihm. Wir laden deswegen andere dazu ein das Experiment Altes Brevier zu starten, um die Erfahrungen irgendwie statistisch auszuwerten. Sie müssen sich als ein nachkonziliarer Priester im Klaren darüber sein, dass Sie weder in Ihrer Seminarzeit die richtige geistliche Ausbildung, die intellektuelle natürlich auch nicht, erhalten haben, um Ihre priesterliche Identität zu wahren und zu entwickeln, noch die richtigen Gnadengaben der richtigen Messe und des richtigen Breviers zur Verfügung haben. Non progredi est regredi – kein Fortschritt ist Rückschritt.

Der Schreiber dieser Zeilen hat sich wirklich lange gefragt, warum die nachkonziliare theologische Literatur dermaßen flach, infantil und verweltlich ist, obwohl manche der Autoren es wirklich gut meinen. Warum erreicht sie nicht die Qualität der früheren Werke? Die Antwort ist recht einfach, weil man durch die Neue Messe und das Neue Brevier nicht ausreichend Gnadengaben erhält, um auf eine Stufe des Übernatürlichen zu gelangen, auf der man die Glaubenswahrheiten, platonisch ausgedrückt, schaut. Wenn man aber sieht, wie die Maschine als solche konstruiert ist, dann kann man ihre Einzelteile gekonnt zusammensetzen. Kann man denn diesen Mangel nicht anders kompensieren, z. B. mit Rosenkranz oder eucharistischer Anbetung? Scheinbar nicht, denn der Schreiber dieser Zeilen hat es irgendwie intuitiv mehrere jahrzehntelang versucht. Neulich hatte er eine kleine Auseinandersetzung mit einem Priester auf einem katholischen Portal, der erstens überhaupt keine Ahnung über die angefragte Materie hatte, Handbuchwissen wiedergab und den Schreiber dieser Zeilen recht demütigend von oben herab behandelte. Auch wenn die Demütigung gut ist, so ist die priesterliche Inkompetenz es nicht. Der Schreiber dieser Zeilen fragt sich immer noch recht naiv, wie man 70, 80 oder älter sein und z.B. über 50 Jahre geweiht sein kann und dermaßen keinen spirituellen Tiefgang aufweisen kann. Wie kann man dermaßen narzisstisch von sich eingenommen sein, dermaßen mit sich selbst nachsichtig sein, inkompetent und überheblich? Man ist doch für all die anvertrauten Seelen, also für alle Menschen, die sich an einen richten vor Gott verantwortlich, da man, im Gegensatz zu einem Laientheologen, in persona Christi handelt? Wissen die den nicht, dass Sie für all diese Unterlassungsünden in der Hölle schmorren werden oder, wenn Gott ihnen gnädig sein wird, in ein langes und schweres Fegefeuer kommen werden? Das ist doch nicht egal! Schon allein aus Gründen des Selbstschutzes nicht! Sicherlich ist der Angriff und die Überheblichkeit eine Abwehrreaktion, um seine Blösse zu bedecken. Aber warum hat man sie? Wenn man bedenkt, dass der Hl. Thomas von Aquin nur 49 Jahre alt wurde und viele geistlichen Schrifsteller im mittleren Alter oder reifen Alter eine sehr große geistliche Reife auswiesen, dann ist diese möglich. Womit? Mit der rechten geistlichen Speise, die einen ja auch relativiert. Man wird durch das Alte Brevier, welches dermaßen hohe Ansprüche an den Beter stellt und dermaßen heroische Beispiele anführt einfach weniger narzisstisch, wass jedem von uns gut tut. Also, lieber Herr Pfarrer, nicht so faul, das Alte Brevier kaufen, lernen und beten, damit Sie nicht, wie viele Ihrer Mitbrüder, untergehen.

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