Nicht drauf los beten oder die rechte Meinung


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Da wir hoffen, dass wir durch diesen Blog einige unserer Leser zum regelmäßigen auch liturgischen Geben, im Sinne der vorkonziliaren Breviere, inspiriert haben, so wollen wir an dieser Stelle einen Punkt erläutern, der uns erläuterungsbedürftig erscheint.

Zwar wird dieser Blog im Jahre 2016 durchschnittlich von 199 Lesern pro Tag aufgesucht, aber nach unserem Ermessen, beten zwischen 2 und 5 Personen das Alte Brevier regelmäßig und bis 10 ab und zu. Dies sind natürlich keine Spitzenwerte, denn jemand muss auch in deutschsprachigen Ländern das fehlende Gebetspensum unserer geistlichen Stände „rausreißen“, da wir von denen wirklich nichts zu hoffen haben. Dennoch gibt es bei Gott keine Demokratie und zahlreicher bedeutet noch lange nicht besser. Aber mehr und besser bedeutet schon besser.  Daher hier ein paar Hilfestellungen.

Sich in die Gegenwart Gottes versetzen

Sollte sich jemand von unseren Lesern das Diurnale, welches die Tagesgebete, ohne die Matutin, nach dem Brevier von 1962 enthält, zugelegt haben (und er oder sie tat gut daran, da es zurzeit d.h.am 24.07.2016 das Diurnale ausverkauft und eine Neuauflage ist für Herbst 2016 geplant ist), dann wird er die Erfahrung gemacht haben, dass er oder sie oft automatisch zu beten, d.h. zu rezitieren, anfängt, ohne sich innerlich klar gemacht zu haben, dass man überhaupt betet. Ist denn solch ein automatisches Rezitieren überhaupt ein Gebet? Ja, es ist eins, aber der niedrigsten Observanz, sozusagen und am wenigsten wirkungsvoll. Das Breviergebet und je älter, desto besser, ist wirklich eine fühlbare Allzweckwaffe, es ist ein geistlicher Springbrunnen, den man mit einer guten Meinung noch besser einsetzen kann, damit möglichst viele Gnaden zuerst auf die Kirche und dann auf die Welt niedergehen können.  Es ist in etwa mit einem Geldbetrag zu vergleichen, welcher an sich einen Wert hat, aber durch eine gute Geldanlage seinen Wert steigern kann.

Bevor man also mit dem guten, vorkonziliaren Breviergebet zu beten anfängt, soll man sich zuerst vergegenwärtigen, dass man vor Gottes Thron steht und sich vor Majestät Gottes befindet. Es ist hilfreich dabei an die Theophanie von Jesaja zu denken (Is 6), welcher die Erscheinung des dreimal heiligen Gottes, der Trinität, erlebt hat. Man kann natürlich auch sich ein Bild der Heiligen Trinität, wie oben beigefügt, ins Gedächtnis rufen. Wir beten also nicht drauf los, wir beten zum Dreieinigen Gott, der allgegenwärtig also auch direkt vor uns anwesend ist. Gott ist also immer schon da. Es sind wir, die uns sammeln müssen.

Wie ist denn eigentlich das christliche Gebet geordnet?

Die  Ordnung  wie folgt, man betet:

  • Zum Vater,
  • über den Sohn,
  • durch die Vermittlung der Muttergottes
  • in der Gemeinschaft der Kirche.

 

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So sieht es nun mal aus und daher betete man bis zu der unseligen Brevierreform von 1955 zuerst ein Vater unser, Ave Maria und Credo, natürlich auf Lateinisch, bevor man mit den Incipit, also mit „Herr öffne meine Lippen“, überhaupt anfing. Warum? Um sich sozusagen warm zu beten. Macht es denn etwas aus? Natürlich, sonst wäre es nicht reduziert worden. Von mehr kommt mehr.  Bevor man aber das erste Pater noster zu beten anfing, wurde es sehr empfohlen und war auch zeitweise mit Ablässen versehen, dass man Gott bat von vornherein alle Unaufmerksamkeit, welchen man beim Breviergebet eventuell unterliegen sollte, zu verzeihen. Der Schreiber dieser Zeilen hat heute die Zeit seines Sonntags-Matutins-Gebet nach dem Tridentinischen Brevier gestoppt und ist bei einer Stunde 15 Minuten Gebetszeit angekommen, bei zügiger Rezitation und fast ohne Unterbrechung für Meditation. Ja, es ist wirklich sehr lange und das normale Sonntags-Matutin ist das längste Breviergebet überhaupt, obwohl es nicht so oft vorkommt. Ein Duplex-Heiligen-Fest steht nämlich über dem gewöhnlichen Sonntag, sodass an einem Sonntag mit einem Duplex-Fest das kürzere Festoffizium (nur 9 Psalmen im Matutin plus Anfangspsalm) und nicht das Sonntagsoffizium (18 Psalmen im Matutin plus Anfangspsalm) gebetet wird. Wie man es auch immer dreht und wendet, es ist wirklich sehr lange oder versuchen Sie ohne Unterbrechung und konzentriert irgendeinen Text eine Stunde 15 Minuten laut vorzulesen. Es ist also kaum möglich, dass irgendjemand permanent aufpasst, jede gelesene Zeile so meint und niemals mit Gedanken abschweift. Aber Zerstreuung ist menschlich und nicht einmal eine lässliche Sünde. Eine lässliche Sünde ist eine freiwillige Zerstreuung natürlich dann, wenn sie freiwillig ist und zwar bei denjenigen, die zum Breviergebet verpflichtet sind. Damit man aber Gott nicht durch irgendwelche fehlende Aufmerksamkeit auch unwillentlich beleidigt, so betet man noch vor dem ersten Pater noster kniend das folgende Gebet:

Apéri Domine, os meum ad benedicéndum nomen sanctum tuum: munda quoque cor meum ab ómnibus vanis, pervérsis et aliénis cogitatiónibus; intelléctum illúmina, afféctum inflámma, ut digne, atténte ac devóte hoc Offícium recitáre váleam, et exaudíri mérear ante conspéctum divínæ Majestátis túæ. Per Christum Dóminum nostrum.

Amen.

Dómine, in unióne illíus divínæ intentiónis, qua ipse in terris laudes Deo persolvísti, has tibi Horas (vel hanc tibi Horam) persólvo.

»Öffne meinen Mund, o Herr, und hilf mir Deinen hl. Namen preisen! Reinige mein Herz von allen eitlen, bösen [verkehrten, schädlichen Red.] und wandernden [fremden Red.] Gedanken. Erleuchte den Verstand, entzünde meinen Eifer, damit ich dies Offizium würdig, aufmerksam und andächtig verrichte, und Erhörung finden möge vor dem Angesichte Deiner göttlichen Majestät. Durch Christus unsern Herrn. Amen.

O Herr, in Vereinigung mit jener göttlichen Meinung, mit der Du selbst auf Erden Gott Dein Lob darbrachtest, opfere ich Dir diese Horen (oder diese Hore) auf .«[1]

Dieses Gebet, welches natürlich auf Lateinisch zu verrichten ist (sonst wird es nichts mit Katholizismus in den deutschsprachigen Landen!), ist vor jeder Hore zu beten, sollte man auch mehrere Horen auf einmal beten, dann einmal vor mehreren Horen. Es geht darum Gott um Beistand und um die gratia praeveniens, also um die „zuvorkommende Gnade“, vor jedem Breviergebet zu bitten.

Zu wem betet man es denn?

Zum Herrn, also zu Christus. Warum? Weil jedes christliche Gebet eine Vereinigung mit dem betenden Christus darstellt, deswegen heißt es ja:

O Herr, in Vereinigung mit jener göttlichen Meinung (intentio), mit der Du selbst auf Erden Gott Dein Lob darbrachtest, opfere ich Dir diese Horen (oder diese Hore) auf.

Christus betete in seinem irdischen Leben zum Vater, er betet aber natürlich auch im Himmel als das Haupt der Kirche. Christus als Mensch betet also dauernd, wir lediglich ab und zu. Unser Gebet wird dann furchtbar, wenn es sich mit dem Gebet Christi vereinigt. Dies bedeutet nicht, dass all unsere Gebete ohne dieses Wissen und dieses Gebet wertlos waren. Sie waren es nicht, denn jedes Gebet eines getauften und im Gnadenstand lebenden Christen wird sozusagen durch Christus zum Vater geleitet, aber je bewusster wir uns es machen, desto segensreicher werden unsere Gebete. Christus betet also dauernd für die Kirche und die Welt und wir mit ihm. Wir vereinigen sich mit seiner Intention, d.h. Meinung, bewusst durch dieses Gebet, nachdem wir darum gebeten haben, dass er unsere Seelenkräfte reinigt und vervollkommnet.

Öffne meinen Mund, o Herr, und hilf mir Deinen hl. Namen preisen! Reinige mein Herz von allen eitlen, bösen [verkehrten, schädlichen Red.] und wandernden [fremden Red.] Gedanken. Erleuchte den Verstand, entzünde meinen Eifer, damit ich dies Offizium würdig, aufmerksam und andächtig verrichte, und Erhörung finden möge vor dem Angesichte Deiner göttlichen Majestät. Durch Christus unsern Herrn. Amen.

Macht es denn was aus, wenn man es vorher betet? Schon. Da man nach einiger Zeit auch dieses Gebet automatisch abspult, so empfiehlt es sich bei bestimmten Begriffen wie sanctum nomen – „heiligen Namen“ oder alienis cogitationibus – „von fremden Gedanken“ innenzuhalten und zu überlegen, was eigentlich damit gemeint sei. Interessanterweise erfährt man, wenn man auf Lateinisch betet, viel weniger Zerstreuungen als in der Muttersprache, da man sich vielmehr auf den Inhalt, besonders, wenn man kein Latein kann, konzentrieren muss, da einfach andere Gehirnareale für diese Gebete, als  für die Alltagssprache, zuständig sind. Deswegen hat die Kirche bis zum Vatikanum II auf Lateinisch gebetet, was nicht nur für die Einzelperson heiligender, sondern auch mit weniger Zerstreuungen verbunden ist. Ja, vielen Dank an die „Liturgiereformer“!

Nachdem man also dieses Vorbereitungsgebet mit einigen meditativen Elementen, um dem Automatismus entgegenzuwirken, verrichtet hat, betet man den vorbereitenden Teil weiter.

Pater noster

Pater noster, qui es in cælis, sanctificétur nomen tuum: advéniat regnum tuum: fiat volúntas tua, sicut in cælo et in terra. Panem nostrum quotidiánum da nobis hódie: et dimítte nobis débita nostra, sicut et nos dimíttimus debitóribus nostris: et ne nos indúcas in tentatiónem: sed líbera nos a malo. Amen.

Vor dem Beten von Vater unser ist es gut sich zu vergegenwärtigen, dass man zu Gott dem Vater durch Jesus Christus seinen Sohn betet und zwar mit einem Gebet, dass uns Christus selbst gelehrt hat. Wir beten also sozusagen als die Verlängerung des irdischen und himmlisches Christus, insbesondere Priester, welche ja ein „anderer Christus“ (alter Christus) sind, da sie durch die Priesterweihe wesenhaft (ontisch) mit Christus verbunden wurden.  Man kommt beim Beten des Tridentinischen Offiziums, je nach Offizium ob simplex, semiduplex oder duplex, dazu täglich an die 50 Pater noster auf Lateinisch zu beten. Ja, an einem Tag.  Der Schreiber dieser Zeilen kann nicht vor sich leider behaupten, dass er bei allen 50 Pater noster immer die o.a. Gedanken hegt und nicht in Automatismus verfällt. Da er niemanden sonst kennt, der diese Gebete praktizieren würde, so kann er auch nicht fragen. Dennoch ist es gut wenigstens am Anfang eines jeden Offiziums beim Beten des ersten Vater unser ein wenig inne zu halten und an den betenden Heiland zu denken.

Ave Maria

Ave María, grátia plena; Dóminus tecum: benedícta tu in muliéribus, et benedíctus fructus ventris tui Jesus. Sancta María, Mater Dei, ora pro nobis peccatóribus, nunc et in hora mortis nostræ. Amen.

Da es ohne Maria keinen Christus als Mensch gäbe, deswegen werden alle Gebete, die zum Christus gehen auch durch Maria, die Vermittlerin der Gnaden, vermittelt. Sie betet im Himmel zu ihrem Sohn und Gott und betet dort für die Kirche. Deswegen ist es nützlich wenigstens vor dem Anfangs-Ave-Maria an die Rolle der Gottesmutter in der Heilsgeschichte zu denken. Obwohl diese Erfahrung nur manchen Besessenen zuteilwird, so scheint es so  zu sein, dass Maria, wenn man zu ihr betet, beim Beter anwesend ist, wir sie aber nicht sehen können. Man kann sich also vorstellen, dass ich bei meinem Gebet:

  • vor Angesicht Gottes,
  • vor Christus,
  • vor Maria stehe
  • von Engeln umgeben
  • und den Heiligen der triumphierenden Kirche umgeben bin, die ebenfalls beten.

Deswegen sind wir bei unserem liturgischen Gebet oder bei einem Gebet, dass von der Kirche vorformuliert wurde, niemals allein und bei selbstausgedachten, privaten Gebeten tantum quantum.

Credo

Credo in Deum, Patrem omnipoténtem, Creatórem cæli et terræ.
Et in Jesum Christum, Fílium ejus únicum, Dóminum nostrum: qui concéptus est de Spíritu Sancto, natus ex María Vírgine, passus sub Póntio Piláto, crucifíxus, mórtuus, et sepúltus: descéndit ad ínferos; tértia die resurréxit a mórtuis; ascéndit ad cælos; sedet ad déxteram Dei Patris omnipoténtis: inde ventúrus est judicáre vivos et mórtuos. Credo in Spíritum Sanctum, sanctam Ecclésiam cathólicam, Sanctórum communiónem, remissiónem peccatórum, carnis resurrectiónem, vitam ætérnam. Amen.

Da der katholische Glaube keine selbstgemachte Einzeldisziplin ist, so beten wird in der Kirche, durch die Kirche und im Namen der Kirche, natürlich der ganzen Kirche, d.h. der kämpfenden, der leidenden und der  triumphierenden Kirche. Die Kirche ist halt viel mehr als unsere Pfarrer, unser Ordinariat mit den PastoralreferentInnen, die von unserer Steuer leben. Wir sollen uns daher vergegenwärtigen, dass wir nicht so alleine sind, wie es uns manchmal scheint. Die ganze Kirche betet mit uns, nicht nur die Gerechten auf Erden, sondern auch die Kirche im Himmel und die Kirche im Fegefeuer. Und was hält uns zusammen? Jawohl, das Glaubensbekenntnis, das Credo. Da es das längste aller vorbereitenden Gebete ist, welches nur vor Matutin und der Prim gebetet wird, so fällt es viel einfacher sich dabei zu konzentrieren und die einzelnen Glaubenssätze beim Rezitieren zu meditieren. Wir können uns hierbei fragen, ob wir daran glauben, was es bedeutet, was es für uns bedeutet etc. Bei dieser Art der Meditation gehen wir immer ein Stückchen weit in die Tiefe, sodass sich unser Katholizismus nicht um das „Miteinander“ und die „Rettung der Wale“ dreht, wie beispielsweise bei unserem Bischof und Pfarrer. Ja, ja, alles kann eingeübt werden und man hat täglich viele Möglichkeiten dazu.

Die Gebetsmeinung erwecken

Nachdem wir also die vorbereitenden Gebete

  • Aperi Domine
  • Pater noster
  • Ave Maria
  • Credo (nur vor Matutin und der Prim)

gebetet haben, können wir vor dem eigentlichen Gebetsanfang, je nach Hore, nochmals innehalten und uns fragen, welche Meinung/Intention wird bei diesem Breviergebet erwecken, anders ausgedrückt für wen oder was wir konkret dieses Gebet aufopfern. Für die Kirche, unsere Diözese, unseren Bischof oder andere konkrete Anliegen. Es ist gut sich zu sagen: „Heute für den Pfarrer X“ oder „heute für die Diözese“, damit dieses Gebet sozusagen direkt dem Empfänger zugeordnet wird. Es ist natürlich auch möglich die einzelnen Brevierteile zu splitten und aufzuopfern, bspw. diese drei Psalmen für Frau X oder die nächsten drei für die Anliegen des Herrn Y.

„Funktioniert es denn?“ Ja, das tut es tatsächlich.

Der Schreiber dieser Zeilen betete nur einen Teil des Breviers für eine Person, die mit einem sehr starkem sensus fidei ausgestattet ist, welche ihm bestätigte:

„Um diese Zeit habe ich gespürt: Sie beten für mich. Meinen Dunkelheiten haben sich zerstreut, es war etwas sehr Kraftvolles.“

Die Zuordnung stimmte, es war exakt um diese Zeit und es waren nur Brocken des Tridentinischen Breviers. Wahrscheinlich funktionieren andere vorkonziliaren Breviere ähnlich, aber das Tridentinische ist das Kraftvollste. Da wir mit der Zeit immer mehr Gebetsanliegen haben werden oder uns immer mehr Menschen um Gebet bitten werden, wir aber nicht in der Lage sein werden zeitlich noch mehr Gebete zu verrichten, so empfiehlt es sich einfach beim Beten des Breviers diese Intentionen zu erwecken und den verschiedenen Brevierteilen bestimmte Gebetsmeinungen zuzuordnen. Man macht sich beispielsweise einen Zettel mit den Gebetsmeinungen und opfert diese auf, indem man die konkrete Meinung erweckt. Priester machen es genauso in der Messe, da sie auch nicht mehr als eine pro Tag zelebrieren sollten, wenigstens nicht im Alten Ritus, und es funktioniert.

Zusammenfassend empfehlen wir die folgende Verfahrensweise:

  1. Vor dem Beten als solchem sich in die Gegenwart Gottes versetzen.
  2. Aperi Domine meditierend beten.
  3. An Christus dem betenden Hohepriester denken.
  4. Pater noster meditierend beten.
  5. An Maria die Gnadenvermittlerin und die Gottesmutter denken.
  6. Ave Maria meditierend beten.
  7. An die gesamte Kirche und die betenden Engel und Heiligen denken.
  8. Credo meditierend beten.
  9. Intention des Breviergebets erwecken.
  10. Mit dem Breviergebet anfangen.

Es dauert nicht länger, ist aber sehr schnell heiligend und wirkungsvoll. Mit „meditierend“ ist hier die unterste Stufe der Meditation gemeint, bei der man einfach daran denkt, was man rezitiert, also z.B. gratia plena – „voll der Gnade“ – „Was ist voll der Gnade?“ „Warum ist Maria voll der Gnade?“ Etc. Da Sie, sollten Sie diese Übung vor ihrem Brevierbeten oder vor anderen Gebeten praktizieren, sicherlich mehrmals am Tag diese Gebete (Aperi Domine, Pater noster, Ave Maria, Credo) beten werden, so können Sie sich immer einen anderen Aspekt aussuchen, sodass sie weder in einem Automatismus verfallen, noch gelangweilt sind. Ja, ein wenig anstrengend ist es am Anfang schon, aber jemand muss es ja rausreißen.

Der nächste Teil dieser Kurzreihe wird das Cool-Down nach dem Breviergebet, also das Gebet nach dem Gebet betreffen, denn so etwas gibt es auch.

[1] Deutscher Text nach: http://denzinger-katholik.blogspot.de/2015/02/was-die-alten-einst-gebetet-aperi-domine.html In [] unsere Anmerkungen.

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8 Gedanken zu “Nicht drauf los beten oder die rechte Meinung

  1. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Wieder ein gehaltvoller Text von traditionundglauben. Zwar wird vermutlich bereits das Pensum des beschriebenen Breviergebetes die Mehrzahl der gutwilligen Interessierten abschrecken, aber man sollte auch ein ein schrittweises, langsames Hereinwachsen in das Gebet erwägen. Ich hätte für meine Person das regelhafte Breviergebet nach dem Diurnale anfangs auch zeitlich nicht für umsetzbar gehalten, dennoch klappt es meist – wenn auch vielleicht nicht immer vollständig. Als größere Herausforderung als die Einhaltung der Gebetszeiten hat sich jedoch herausgestellt, nicht in eine Routine zu verfallen, bei der lediglich Texte rezitiert werden.
    Wie auch immer: der große Schatz des Breviergebetes hält auch für den interessierten Laien einige Kostbarkeiten bereit, zeitliche Vorgaben und Konzentration sollten nicht vorderhand abschreckend wirken.

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  2. Lieber Mitbruder in Christo,

    ich bin Priesteramtskandidat und werde alsbald ebenfalls auf das alte Brevier umsteigen. Das neue Stundenbuch ist einfach defizitär in jedweder Hinsicht. Kein Wunder, dass das Gebetsleben der Priester leidet, selbst dieses kurze Stundengebet verrichten sie leider nicht mehr regelmäßig. Welche Ausgabe besitzen Sie, wenn ich fragen darf? Ich bin neulich auf http://www.breviariumromanum.com/de/index.html diese Seite gestoßen und werde das demnächst bestellen, auch wenn der Preis für das Brevier mit 198€ schon hoch ist. Aber das Gebet ist mein täglich Brot und da werde ich dann auch diesen Preis bezahlen.

    Vergelts Gott für diesen Eintrag, ich lese Ihren Blog sehr gerne!

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    1. Respekt für den Mut sich in deutschsprachigen Landen weihen zu lassen. Das ist wirklich Berufung!

      Ich besitze fast alle Breviere:

      a. das teure von 1962
      b. das zwischen 1910 und 1955 Divino afflatu von Pius X
      c. und das Tridentinische aus den 1870gern und später-

      Ein Rat. Machen Sie es gleich richtig und kaufen Sie sich das Tridentinische. Das von 1962 ist natürlich nahrhafter als das postkonziliare, aber es ist trotzdem recht wenig.

      Sie werden die Gnade wirklich brauchen, wenn man bedenkt, was auf Sie zukommen wird. Und früh übt sich.

      Kaufen Sie sich ein „Paket“, d.h. alle vier Bände, der Tridentinischen Breviere in Frankreich. Sie haben dort eine große Auswahl und recht günstig. Damals wurden die Bücher wirklich für Ewigkeit gemacht, ich habe selbst unbenutzte aus den 1870-gern und es funktioniert sehr gut.

      Hier ein paar Beispiele:

      http://www.ebay.fr/itm/Breviarium-Romanum-Officia-propria-ecclesiae-divionensis-1895-/152116926766?hash=item236ae0192e:g:6K0AAOSwOVpXVEgc

      http://www.ebay.fr/itm/1886-Breviarium-romanum-4-4-/291801336563?hash=item43f0b70af3:g:huYAAOSw-tNXH3Hd

      http://www.ebay.fr/itm/1892-Breviarium-romanum-4-4-/291801336654?hash=item43f0b70b4e:g:eHYAAOSwM0FXH29b

      Kaufen Sie sich gleich das erste zu 180 € plus Portokosten. Vielleicht können Sie auch etwas runterhandeln, falls Sie Französich können, nicht alle Franzosen sprechen andere Sprachen.

      Das einzige Risiko ist, dass manche Seiten fehlen, denn die Priester in der Vergangenheit haben all das herausgeschnitten, was nicht mehr gültig war. Aber vielleicht ist es hier nicht der Fall. Schlimmstenfalls kann ich Ihnen die fehlenden Seiten irgendwie zukommen lassen, dies betrifft eigentlich nur das, was sich ständig wiederholt. Also Officium-Aufbau, die gleichen Benedictiones.. Halb so schlimm.

      180 € für 4 Bände des Tridentinischen Breviers ist kein schlechter Preis, ein Einzelband ist günstiger, aber bis Sie aber alle 4 zusammen haben, kann es mehrer Jahre dauern und Sie müssen in ganz Europa einkaufen.

      Nach meiner Erfahrung hat das Brevier von 1962 so ca. 30% der Inhalte des Tridentinischen Breviers und das von 1910 so ca. 60%.

      Sie hätten in diesem Fall eine einheitliche Ausgabe und die gleichen Proprien einer Diözese, in diesem Fall Dijon und nicht Ihrer Heimatdiözese, aber man nicht so viel verlangen.

      Ich garantiere Ihnen, dass Sie nach ein Paar Jahren des Brevierbetens von 1962 auf etwas Älteres umsteigen wollen werden und dann zahlen Sie sowieso doppelt. Und diese Tridentinischen Breviere sind auch nicht so sehr verbreitet.

      Zwar ist es heutzutage kirchenrechtlich erlaubt das ganze Brevier von 1962 aufgrund von Summorum Pontificum zu beten, was wahrscheinlich Papst Franziskus auch abrogieren wird, und es ist nicht erlaubt das Tridentinische, das bis 1910/1911 galt, zu beten.

      Aber Sie können es so drehen, dass Sie das absolute Minimum des nachkonziliaren Breviers beten (wahrscheinlich ca. 15 Minuten am Tag oder noch weniger) und sozusagen Privat das ganze Tridentinische, was wirklich nicht mehr als max.3,5 pro Tag bei zügigen Lesen ist, am Anfang wohl mehr, ist.

      Als ich mit dem von 1962 anfing, dachte ich auch, dass das das Eigentliche ist, verstand aber nicht den Aufbau, weil er mir irgendwie unlogisch erschien. Und ich hatte Recht, denn es war die Reduktion der Reduktion.

      Die erste Reduktion fand 1910 statt, die nächste in 1955, dann die in 1962. Man versteht das Brevier von 1962 erst dann, wenn man die vorigen kennt, wenn man die kennt, dann will man nicht zu dem von 1962 zurückkehren. So ist es halt.

      Also überlegen Sie es sich.

      Gottes Segen!

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  3. Vergelt’s Gott für die Links und die sehr ausführliche Antwort!
    Natürlich wird das bei uns im Priesterseminar nicht gerne gesehen, unsere Diözese ist auch noch ziemlich „liberal“ und ist gegenüber allem, was nach Tradition riecht, sehr skeptisch eingestellt. Aber was ich privat bete, muss ich vor keiner irdischen Macht rechtfertigen, von daher ist das schon ok. Im Seminar selbst beten wir dann natürlich das nachkonzilare Stundengebet, aber da hapert es an allen Ecken und Enden. Keine Matutin, eine extrem verkürzte Laudes usw. Die Liste ließe sich noch beliebig lang fortsetzen. Ich hab manchmal das Gefühl, dass die Reform des Stundengebets noch drastischere Auswirkungen hatte, als die Reform des Messbuches. Ich wundere mich nicht, dass der Klerus das Beten verlernt hat und sich fast ausschließlich um Gremienarbeit und seine Ausschüsse kümmert. Die Crux ist nur, dass sich dadurch keine Berufungen finden und die ganze Kirche in eine Richtung entwickelt, die nur als fatal beschrieben werden kann.

    In jedem Fall danke ich Ihnen für die wertvollen Links und ermutige Sie, weiter so tolle Beiträge zu verfassen. Sie haben ein großes Wissen, von dem ich mir sicher bin, dass er nicht von der Universität kam. Nach 6 Jahren Theologie weiß ich das nur zur gut, was dort gelehrt wird.

    Im Gebet verbunden!

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  4. Vielen Dank für den Lob!

    Wir sind auch der Meinung, dass die Brevierreform viel einschneidender und verhängnisvoller war für die Geistlichen als die Messe, denn das Brevier betet man häufiger, obwohl die Messe natürlich viel mehr Heiligkeit spendet. All das wird in unseren Beiträgen über das Brevier besprochen.

    Sie müssen sich auf ein sehr hartes Leben und viele Anfechtungen gefasst machen.

    Indirekt kommt mein Wissen von der Universität, denn ich habe auch studiert, gelernt, wie man es nicht machen sollte und all das hauptsächlich vorkonziliare Wissen wurde auch akademisch oder wenigstens in Priesterseminaren gelehrt. Aber ich weiß, was Sie meinen. Vielen Dank nochmals und

    Gottes Segen

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  5. Zu diesem ausgezeichneten Artikel ließe sich vielleicht noch eine Sache hinzufügen, nämlich das, was die Gottgelehrten die praeparatio remota nennen. Womöglich scheint es selbstverständlich, aber bevor wir zum Gebet und der hier beschriebenen praeparatio proxima kommen, muss unser Leben unserem Gebet gleichförmig gemacht werden. Das bedeutet vor allem drei Dinge: Die Abtötung der Sinne und Leidenschaften; die habituelle Sammlung sowie der Geist der Demut. Diese entferntere Vorbereitung gilt natürlich für jede Art von Gebet.

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  6. Den Autoren dieses Blogs ein herzliches Dankeschön für die vielen guten Artikel! Bestimmt ist das viel Arbeit und Opfer. Dafür ein Vergelt’s GOTT.

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